Sonntag, 28. Januar 2018

Im Zweifel für den Zweifel: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Kino Martin McDonaghs „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist ein seltsamer, bodenloser Film

Am Ende ist sich keiner mehr sicher. Da sitzen die Hauptfigur Mildred Hayes (Frances McDormand) und der allmählich zur zweiten Hauptfigur gewordene gefeuerte Polizist Jason Dixon (Sam Rockwell) im Auto und bestätigen sich das: Beide sind sie sich nicht sicher, ob das, was sie da gemeinsam vorhaben, eine gute oder richtige oder schlechte oder falsche oder sittliche oder amoralische Sache ist. Die Entscheidung wird vertagt – gewissermaßen in den Abspann hinein. Mit dieser letzten Einstellung geht ein Film zu Ende, der zwei Stunden lang damit befasst war, einen umfassenden Zustand des Zweifels herzustellen und uns, dem Publikum, zu servieren.

Am Anfang waren sich alle noch sicher über das, was sie taten, und darüber, dass es das Richtige sei. Alle, das sind die Bewohner der Kleinstadt Ebbing in Missouri; allen voran Mildred, die zu Beginn mit zielsicherem Westernschritt in eine heruntergekommene Werbeagentur hineinstürmt, um dort mit einem Dollarknäuel drei gigantische Reklametafeln am Ortseingang zu mieten – für ein ganzes Jahr.

Schwarz auf blutrotem Hintergrund ist auf diesen titelgebenden drei Billboards bald Folgendes zu lesen: „Vergewaltigt während des Sterbens / Noch immer keine Verhaftung / Wie kann das sein, Polizeichef Willoughby?“ Und auch wenn jeder im Ort die Trauer und die Wut einer Mutter nachvollziehen kann, deren Tochter vergewaltigt und ermordet worden ist, bekommt Mildred von ihren Mitbürgern wenig Zuspruch für diese Aktion. Sie will dadurch die örtlichen Behörden zwingen, die Ermittlungen im schon Monate zurückliegenden Fall der toten Tochter weiterzutreiben und den Täter zu finden – anstatt nur die Füße auf den Tisch zu legen, was niemand besser beherrscht als Woody Harrelson, der den derart angeprangerten Polizeichef Willoughby spielt.

Willoughby hat Krebs und nicht mehr lange zu leben – und nun bekommt er auf seine letzten Tagen einen vor den Latz geknallt. Auch der Polizeichef ist sich ziemlich sicher über das, was er tut, wenn er bald eine ganze Reihe von Abschiedsbriefen kuvertiert und sich dann – die Kinder noch ein letztes Mal ins Bett gebracht, die Ehefrau noch mal geknutscht – im Pferdestall die Kugel gibt.

mehr:
- Being Trump (Lukas Stern, der Freitag 04/2018)
Quelle: Wikipedia
siehe auch:
- Immer zwischen die Beine, sicherheitshalber (Hanns-Georg Rodek, Welt, 25.01.2018)
- Im Kino: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“: Auge um Auge, Wort um Wort (Christiane Peitz, Tagesspiegel, 25.01.2018)
- "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri": Ein Städtchen sieht rot ()
- So tickt der Süden (Rupert Koppold, Kontext, 24.01.2018)
- Oscarfavorit "Three Billboards...": Eine Frau voller Feuer und Zorn (Hannah Pilarczyk, SPON, 24.01.2018)
- Oscar-Favorit in der Kritik: Die Frau hat eine Idee (Verena Lueken, FAZ, 24.01.2018)
- "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri": Ein weiblicher John Wayne (Christoph Schröder, ZON, 22.01.2018)
- "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri": Zwischen die Beine (Lars Weisbrod, ZON, 17.01.2018)

Samstag, 27. Januar 2018

Stuttgart 21: es kommt und kommt und kommt…

Die Kosten der Ewig-Baustelle im Herzen der Landeshauptstadt steigen immer weiter
Der Spiegel will erfahren haben, dass der Bahnvorstand von einer weiteren Kostensteigerung bei seinem Skandal-Bau Stuttgart 21 ausgeht. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt wird der alte Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof verwandelt. Geplant sind unter anderem abschüssige Bahnsteige und eine voraussichtliche Verminderung der Kapazität. Die Tunnelbauten werden zum Teil durch interessante geologische Formationen getrieben, die bei Wasserkontakt aufquellen.

Das alles wollte sich (und vor allem andere) die Bahn zuletzt 7,7 Milliarden Euro kosten lassen. Jetzt geht man laut Spiegel eher von 8,2 Milliarden aus. Der Bundesrechnungshof war bereits 2016 von bis zu neun Milliarden Euro Kosten ausgegangen und hatte mangelnde Transparenz und Kontrolle durch den Bundestag beklagt.

mehr:
- Stuttgart 21: Tiefer, später, teurer (Wolfgang Pomrehn, Telepolis, 26.01.2018)

Fakten S21 (Themenfilm zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm) Gesamtfilm zu Stuttgart21 {16:36}

Am 20.01.2011 veröffentlicht
Bahnprojekt Stuttgart–Ulm
Informationsfilm zu Stuttgart 21 (S21) und die Neubaustrecke (NBS) Wendlingen--Ulm. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de und www.direktzustuttgart21.de
Themen dieses Films:
• Der neue Bahnhof entsteht
• Das Bahnprojekt Stuttgart--Ulm stärkt die Infrastruktur
• Die Stadt wächst zusammen -- das neue Stadtquartier
• Die Stadt wird schöner
• Stuttgart 21 schützt die Umwelt
• Stuttgart 21 stärkt die Wirtschaft in Stadt, Region und ganz Baden-Württemberg
• Stuttgart 21 ist demokratisch entwickelt und beschlossen  

Stuttgart 21 - eine Chronik - Eine Dokumentation von Harald Kirchner und Bernd Schlecker(360p_H.264-AAC) {28:51}

Am 11.04.2013 veröffentlicht
WirtschPolitikDOKUs

Stuttgart 21 Video eines weiteren Agent Provocateurs veröffentlicht {11:31}

Am 31.05.2013 veröffentlicht
dahast de
Stuttgart 21 Video eines weiteren Agent Provocateurs veröffentlicht

Stuttgart 21 eine Stadt vor dem Einsturz Siehe staufen 2 Teil {6:03}

Am 07.10.2010 veröffentlicht
derleitwolf1
Studie bemängelt Stuttgart 21-Baugrund
Geologe sieht Risiken beim Tunnel
Stuttgart - Nicht nur der Architekt Frei Otto, sondern auch von der Bahn beauftragte geotechnische und hydrologische Experten schätzen die geologischen Risiken beim Bau von Stuttgart 21 durchaus kritisch ein. Das Hamburger Magazin "Stern" zitiert in seiner heutigen Ausgabe aus einem angeblich bisher kaum bekannten geologischen Gutachten der Stuttgarter Firma Smoltczyk und Partner. » Das Unternehmen hatte im Jahr 2003 im Auftrag des Bauherrn Bahn den Stuttgarter Untergrund erkundet.
Die dem "Stern" vorliegende Studie belege, dass die geologische Struktur im Stuttgarter Talkessel "löchrig wie ein Schweizer Käse, mit Dolinen und Hohlräumen durchsetzt" sei, bilanziert der Autor des Berichts, Arno Luik. Das Gutachten beweise, wie tückisch der Stuttgarter Untergrund sei. Dies könne die Arbeiten verzögern und die Kosten in die Höhe treiben. Dem Bericht zufolge wurde die Studie nur einem kleinen Personenkreis - etwa dem Bahnhofsarchitekten Christoph Ingenhoven und der damaligen DB-Spitze - zugänglich gemacht.
Moralische Verantwortung zwingt Frei Otto zu massiver Kritik
Die Projektträger haben sowohl diese Ausführungen als auch die Vorwürfe des Architekten Frei Otto, der wegen unkalkulierbarer Risiken einen Stopp des umstrittenen Projekts fordert, zurückgewiesen. Die Äußerungen von Frei Otto, der Tiefbahnhof könne "überschwemmt" oder gar "wie ein U-Boot aus dem Meer aufsteigen", seien "fachlich nicht fundiert und entbehren einer soliden Grundlage", so der Projektsprecher Wolfgang Drexler. "In Stuttgart wurden bereits 40 Kilometer Tunnel gebaut, teilweise in denselben geologischen Schichten, und es ist bisher nichts passiert."
Der Architekt Frei Otto hatte 1997 zusammen mit Ingenhoven den Wettbewerb um den Bau des Tiefbahnhofs gewonnen. Vor etwa einem Jahr zog er sich aus der S-21-Projektgruppe wegen "wachsender Sicherheitsbedenken" zurück. Nachdem er sich vor einigen Tagen bereits via Stuttgarter Zeitung geäußert hat, müsse er nun erneut laut werden, sagte er dem "Stern". "Aus moralischer Verantwortung heraus kann ich nicht anders handeln. Die Summe der Unzulänglichkeiten zwingt mich dazu."
Ein einziger Krümel Gips kann zum sofortigen Baustopp führen

Stuttgart 21 eine Stadt vor dem Einsturz Siehe staufen Ministerpräsident Günther H Oettinger in Staufen 3Teil {2:25}

Am 07.10.2010 veröffentlicht
derleitwolf1
gleicher Info-Text wie obiges Video

Unfälle durch abschüssige Bahnsteige - Fragliche Sicherheit auch bei Stuttgart 21 - Frontal 21 {8:13}

Am 25.05.2016 veröffentlicht
S21kompakt
http://www.zdf.de/ 
Die Bahn behauptet, Stuttgart 21 könne trotz drastischer Bahnsteigneigung genauso sicher betrieben werden wie ein ebener Bahnhof. Doch Frontal21 liegen exklusiv Videos vor, die das Gegenteil zeigen.

Stuttgart 21 - wie kam es dazu? Am Anfang stand eine Fehlentscheidung! #S21 #stuttgart21 {1:14:50}

Am 29.11.2017 veröffentlicht
S21Bau.TV
Stuttgart 21 eine Fehlentscheidung? Uwe Stuckenbrock ehemaliger Leiter der Projektgruppe Stuttgart 21 und der Abteilung „Städtebauliche Planung Mitte" im Stadtplanungsamt Stuttgart hat die Planung von Anfang an persönlich miterlebt und berichtet aus erster Hand über die Historie des Projektes.
Demnächst wieder aktuelle Berichte von der Baustelle! Möchtst Du automatisch informiert werden, wenn wir über den Stuttgart 21 Baufortschritt berichten? Dann abonniere unseren Kanal! https://goo.gl/J0HXKl
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Hintergrundinformation / background information
Was ist Stuttgart 21 ?
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Stuttgart 21 (auch kurz S21) ist ein in Bau befindliches Verkehrs- und Städtebauprojekt zur Neuordnung des Eisenbahnknotens Stuttgart.
Kernstück ist der Umbau des Kopfbahnhofes Stuttgart Hauptbahnhof in einen Durchgangsbahnhof. Die Zulaufstrecken werden in Tunnel verlegt und die frei werdenden Gleisflächen der Stadtentwicklung zur Verfügung gestellt.
Darüber hinaus entstehen mit dem Filderbahnhof am Flughafen, der S-Bahn-Station Mittnachtstraße und dem Abstellbahnhof Untertürkheim drei neue Bahnhöfe. Die im Projekt enthaltene Neubaustrecke Stuttgart--Wendlingen verbindet dabei den Hauptbahnhof über den Flughafen mit Wendlingen.
Was wird zur Zeit gebaut?
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Im Bereich des Stutgarter Bahnhofs hat der Rohbau für den Tiefbahnhofstrog begonnen: Im Baufeld 16, im Bereich des Mittleren Schlossgarten, wurden bereits die Bodenplatte und die Bahnsteige betoniert. Zur Zeit wird am Bau der sogenannten Kelchstützen gearbeitet. Während für drei Stützen schon das Unterteil betoniert wurde, wird bei der ersten Stütze momentan der wesentlich größere Oberteil eingeschalt.
Im Bereich des ehemaligen Kopfbahnhofs wird im Baufeld 12 bereits die Bodenplatte betoniert.
Die Hälfte der Zuführungstunnel ist inzwischen gegraben.
Ebenfalls werden zur Zeit die Tunnel der Stadtbahn, die dem Tiefbahnof im Weg sind verlegt.

Torwart hält alles mit dem Kopf. {4:45}

Am 23.11.2014 veröffentlicht

Die oberen Top Ten Deutschlands: konstant 40 Prozent des Volkseinkommens

Eine Studie zeigt, wie sich der Reichtum in Deutschland über 140 Jahre verteilt

Erstmals in Deutschland wird die Einkommensverteilung über einen Zeitraum von rund 140 Jahren präsentiert. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin hat einen entsprechenden Report vorgelegt.

Der Bericht basiert teilweise auf einem Diskussionspapier der World Wealth and Income Database 2017/18 ("Top incomes in Germany, 1871-2013"), er bildet außerdem die Grundlage für das Deutschland-Kapitel des World Inequality Report (WIR) 2018.

Beständige Top-Ten

Das Ergebnis der Untersuchung zeugt von Beständigkeit, zumindest was die oft zitierten oberen Zehntausend betrifft: Die Entwicklung der Spitzeneinkommen in Deutschland zeigt sich während des untersuchten Zeitraums überraschend stabil. Über alle politischen und ökonomischen Krisen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts hinweg hat sich der Einkommensanteil der Top-Ten-Prozent kaum verändert. Auf Basis von Steuerdaten lag er sowohl 1913 als auch 2013 bei rund 40 Prozent des Volkseinkommens.

Ausgewertet wurden Einkommensteuerdaten, die seit dem 19. Jahrhundert zur Verfügung stehen. Die Zahlen belegen unter anderem einen enormen Einkommenszuwachs von Spitzenverdienern während des 1. Weltkriegs (bis 1918). Die Situation im 2. Weltkrieg ist weniger gut dokumentierbar: Die Behörden stellten 1938 die Veröffentlichung von Einkommensteuerstatistiken ein und fingen erst 1949 wieder damit an. Die Aufbereitung der Zahlenreihe von gut 140 Jahren bietet offenbar aber auch sonst einige Probleme.

Zum einen werden jeweils unterschiedliche geographische Gebiete von der Zeitreihe abgedeckt. Zweitens, so gibt die Autorin Charlotte Bartels zu denken, waren bis zum Zweiten Weltkrieg nur Spitzenverdiener einkommensteuerpflichtig und somit in den Einkommensteuerstatistiken abgebildet.

Verlässliche Aussagen über die Einkommensanteile der unteren 50 Prozent seien daher erst ab der Nachkriegszeit möglich. Drittens benötige man bei der Darstellung administrativer Daten eine möglichst breite Kenntnis von Reformen während des Untersuchungszeitraums; nur so ließen sich Daten ggf. korrigieren und im Endeffekt dann überhaupt miteinander vergleichen.
mehr:
- Viel in den Händen weniger (Arno Kleinebeckel, Telepolis, 27.01.2018)

siehe auch:
- Reich vs. arm: Erfolgreiches Wirtschaften braucht Ungleichheit (Ralf-Dieter Brunowsky, Welt, 24.01.2018)
- Gleich weitermachen gleich Ungleichheit (Wlfried Müller, WissenBloggt, 24.01.2018)
- DIW-Studie zur Ungleichheit: Den 45 reichsten Deutschen gehört so viel wie der Hälfte der übrigen Bevölkerung? (Alexander Hagelüken, Süddeutsche Zeitung, 23.01.2018)
- Einkommen: Ungleich (Kolja Rudzio, ZON, 17.01.2018)
- Wachsende Ungleichheit: Daten beweisen, dass Deutschlands Mittelschicht abgehängt wird (Focus, 17.01.2018)
- Volkswirt Wagner im Gespräch : Wie geht es den Deutschen wirklich? (Patrick Bernau, FAZ, 16.01.2018)
- Fake News, Interpretation oder Sprache? – Die verarmende Mittelschicht (Post, 22.12.2017)
- Einkommen : Einkommens-Ungleichheit in Deutschland so groß wie 1913 (Piketty-Studie, ZON, 14.12.2017)
- Die derzeitige Stimmung in Deutschland: Zufriedenheit im Unbehagen (Post, 10.12.2017)
aktualisiert am 28.01.2018

Freitag, 26. Januar 2018

Heute vor 90 Jahren – 26. Januar 1928: Titania-Palast in Berlin-Steglitz eröffnet | Kongo: Joseph Kabila

Ein Filmpalast setzt Maßstäbe 

Seit die Brüder Lumière und Edison Pionierarbeit für die »bewegten Bilder« geleistet hatten, eröffneten ab 1900 zahlreiche Lichtspielhäuser ihre Pforten und machten dem Bühnentheater Konkurrenz. 1927 gab es in Europa mehr als 21 600 Kinos. In Berlin-Neukölln war in diesem Jahr der Mercedes-Palast mit 2500 Plätzen die Nr. 1 der europäischen Filmtheater geworden. Die Eröffnung des Titania-Palasts machten zahlreiche internationale Stummfilm-Stars zu einem gesellschaftlichen Ereignis ersten Ranges. 
Postkarte der Schloßstraße in Berlin-Steglitz mit dem Titania-Palast,
Ende der 1920er Jahre
Das Großkino, ein nach außen schmuckloser Kubus im Stil der »Neuen Sachlichkeit«, wirkte mit seinem massiven Eckturm wie ein Wehrbau. Am schlanken, 30 m hohen Beleuchtungsturm setzten 27 auffällige Leuchtringe Akzente. Der Eingangsbereich war als prächtiges Foyer gestaltet. Dort gab es auch ein Cafe. Der große Saal hatte 1920 Plätze. Im Hausorchester spielten 60 Musiker. 
Berliner Gedenktafel am Haus Schloßstraße 4, in Berlin-Steglitz [Wikipedia]
Von Anfang an bot der Titania-Palast ein vielfältiges Kulturprogramm an. 1951 wurde hier die erste Berlinale eröffnet. Der Besucherrückgang ab den 1960er-Jahren ließ Abrisspläne aufkommen. Geschäfte zogen nun in den Titania-Palast ein. Seit den 1990ern gibt es auch wieder ein Kino, doch der alte Glanz ist dahin. 

Was am 26. Januar noch geschah:
2001: Joseph Kabila wird als Nachfolger seines getöteten Vaters Präsident der Demokratischen Republik Kongo.

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2018 

Paul Hindemith in Rehearsal - Symphony in E flat (3rd movement) (1940) {1:05}

Am 19.05.2016 veröffentlicht
Hindemith performs Hindemith  
Paul Hindemith (1895-1963): Symphony in E flat for Orchestra (1940); 3rd movement: Lebhaft.
Hindemith during a rehearsal with the Berliner Philharmoniker at the Titania Palast Steglitz in Berlin on 17/18 February 1949.

Paul Hindemith im Titania-Palast {0:45}

Am 17.04.2012 veröffentlicht
vergangenheitsverlag  
Mehr Geschichte erleben in der 1. multimedialen App mit Zeitreisefunktion (http://itunes.apple.com/app/zeitreise...
siehe auch/check out: Vergangenheitsverlag (http://www.vergangenheitsverlag.de)
Der deutsche Komponist Paul Hindemith gehörte zu den wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Während der nationalsozialistischen Diktatur wurde seine Musik als „entartet" diffamiert. Hindemith emigrierte in die USA und nahm 1946 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges kehrte er nach Europa zurück, wo er auf seinen Tourneen unter anderem bei den Berliner Philharmonikern im Titania-Palast auftrat.
Mehr Informationen unter
http://www.vergangenheitsverlag.de
http://itunes.apple.com/app/zeitreise...

Yehudi MenuhinSergiu Celibidache ▪ Rehearsal Brahms Violin Concerto ▪ 1949 {1:49}

Am 20.01.2015 veröffentlicht
Sonichtfreundchen  
Note: Utilize "CC"/"Turn on Captions" for English subtitles.
Berlin's Titania Palace in September 1949. Yehudi Menuhin rehearses the Violin Concerto of Brahms with the Berlin Philharmonic Orchestra under the baton of Sergiu Celibidache. Dates of the sold out performances were Sept. 21st + 22nd, 1949.
After the rehearsal a Berlin organ grinder serenades the big fellow musician. Menuhin and his wife Diana put a good face on the wailing matter.
By the way ...
in case you are wondering about that strange instrument the funny organ grinder puts onto his face:
http://www.noseflute.org/
https://en.wikipedia.org/wiki/Nose_wh...

Heute vor 17 Jahren – 26. Januar 2001: Joseph Kabila wird Präsident der Demokratischen Republik Kongo

Joseph Kabila Kabange (* 4. Juni 1971 in Hewa Bora, Sud-Kivu) ist seit dem 26. Januar 2001 Präsident der Demokratischen Republik Kongo. [Joseph Kabila, Wikipedia, abgerufen am 04.02.2018]
==========
 Kabila wurde im Wahlkampf der Ausverkauf der Rohstoffe des Landes vorgeworfen, an dem seine Familie verdiene[4]. Er verkaufte Vermögenswerte aus dem Bergbau zu umstrittenen tiefen Preisen. Im britischen Parlament wurden 59 Offshorefirmen publik gemacht, die mit Vermögenswerten handeln, 47 davon mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln.[7] […]
Am 19. Dezember 2016 endete Kabilas Amtszeit als Präsident der DR Kongo, ohne dass es einen Nachfolger gegeben hätte: Dessen eigentlich für November 2016 vorgesehene Wahl war auf 2018 verschoben worden. Kabila ließ verlautbaren, dass er gleichwohl weiterhin im Amt bleiben wolle. Trotz eines Demonstrationsverbotes kam es zu Protesten in verschiedenen Teilen des Landes. Mehrere Mobilfunk- und Internetanbieter sperrten die Zugänge zu FacebookTwitter und weiteren sozialen Medien.[8] [Joseph Kabila, Präsidentschaft seit 2001, Ende der Transitionsphase, Wikipedia, abgerufen am 04.02.2018]
==========

zum Kongo siehe:
- UN-Bericht: Flugzeug von Dag Hammarskjöld wurde wohl abgeschossen (Post, 19.10.2017)
- AIDS - Erbe der Kolonialzeit (Post, 27.11.2016)
- Ein Blick auf die Geschichte des Kongo (Post, 09.08.2016)
- Märtyrer des Kongo: Patrice Lumumba - gewählt, ermordet, verehrt (Post, 30.01.2016)

"Neues aus der Republik Kongo." - Mit offenen Karten | ARTE {11:48}

Am 27.07.2017 veröffentlicht
der Wolpertinger.  
Die Republik Kongo liegt in Zentralafrika, beiderseits des Äquators. Das Land grenzt an Gabun, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, die angolanische Exklave Cabinda sowie auf einer Länge von 170 km an den Atlantik. Das Land ist mit 342.000 km² etwa so groß wie Deutschland.
86 % der Einwohner des Landes sind Christen und es gibt eine animistische und eine muslimische Minderheit, aber die Religionen sind nicht immer klar voneinander getrennt. Die wichtigsten Volksgruppen sind die Bakongo, die etwa die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, die Bateke und die Mbochi.
1960 wurden Mittelkongo und Belgisch-Kongo unabhängig. Beide nannten sich Republik Kongo und man unterschied sie meistens nach dem Namen ihrer Hauptstadt: Kongo-Léopoldville bzw. Kongo-Kinshasa und Kongo-Brazzaville. Kongo-Kinshasa hieß anschließend Zaire und nennt sich heute Demokratische Republik Kongo. Kongo-Brazzaville hieß eine Zeitlang „Volksrepublik Kongo“ und nennt sich inzwischen wieder Republik Kongo.
Das Land ist sehr reich, im Gegensatz zu seinen Einwohnern. Denn über die Hälfte von ihnen verfügen über weniger als den Gegenwert von 1,25 US-Dollar (nach Kaufkraftparität) pro Tag und leben somit der Definition der Weltbank zufolge in absoluter Armut. Ein Drittel der Bevölkerung leidet an Unterernährung.
Die Republik Kongo – nicht zu verwechseln mit der Demokratischen Republik Kongo – liegt in Zentralafrika. MIT OFFENEN KARTEN beschäftigt sich mit den Widersprüchen des Landes, das über zahlreiche Bodenschätze verfügt, in dem aber ein Drittel der Bevölkerung unterernährt ist.
Die Republik Kongo – nicht zu verwechseln mit der Demokratischen Republik Kongo – liegt in Zentralafrika. MIT OFFENEN KARTEN beschäftigt sich mit den Widersprüchen des Landes, das über zahlreiche Bodenschätze verfügt, in dem aber ein Drittel der Bevölkerung unterernährt ist.
Beitragslänge: 11.48 Minuten
Erstausstrahlung: Mai 2014
Literatur: http://ddc.arte.tv/zur-das-thema/neue...
Quelle: ddc.arte.tv/de

Schatten über dem Kongo (1 / 11) {9:36}

Am 27.07.2017 veröffentlicht
robczyk2  
Im Jahr 1885 wurde auf der Kongo-Konferenz in Berlin der belgische König Leopold II. als Herrscher über den Kongo eingesetzt. Damit begann eine beinahe beispiellose Geschichte von Ausbeutung und Verfolgung mit millionenfachem Mord an der Bevölkerung, deren Auswirkungen bis heute reichen. Seine brutale Tyrannenherrschaft raubte dem Land alle kostbaren Naturschätze und kostete etwa 10 Millionen Menschen das Leben.

Doku: Black Heart, White Men, Das Leiden des Kongo {1:44:31}

Am 26.12.2015 veröffentlicht
Mad Madursklix  

Joseph Kabila: The DR Congo president who won't step down - BBC News {1:54}

Am 19.12.2016 veröffentlicht
BBC News
The president of the Democratic Republic of Congo, Joseph Kabila, is due to end his term in power on Monday but he is not stepping down. There is growing concern that street protests will erupt in the country.
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Wir sind uns mal einig: Bitcoin ist doof! … oder?

Der heftige Kursturz des Bitcoin senkt den Preis, aber nicht den Wert. Denn die Kryptowährungen stehen für ein dezentrales Finanzsystem und eine Welt, die Hunger auf Experimente hat.

Platzt jetzt die Blase? Es scheint, als ob viele Finanz-Experten erleichtert aufatmen. Endlich passiert das, was sie die ganze Zeit vorausgesagt haben. Bitcoin und die restlichen Kryptowährungen fallen auf den Wert, der ihnen zusteht: null. Seit Dezember hat Bitcoin immerhin mehr als 50 Prozent seines Kurses eingebüßt.

Viele andere Coins sind auch in den Keller gerauscht. Es wird verzweifelt nach Gründen gesucht. Verbote in Korea oder das chinesische Neujahrsfest, zu dem traditionell Anlagen in Bargeld gewandelt werden, um Geschenke zu kaufen. Doch langsam. Ist es wirklich eine Blase, die gerade platzt?

Im vergangenen Jahr hat es eine eindrucksvolle Rallye bei Kryptowährungen gegeben. Alle Ampeln standen das ganze Jahr auf Grün. Es ging nur noch nach oben. Wer früh mit übersichtlichen 250 Euro zum Beispiel in Ether eingestiegen war, durfte sich am Ende des Jahres über den Gegenwert eines Luxusurlaubes in der Karibik freuen. Das lockte schließlich auch viele Nicht-Experten und Abenteurer in den Markt.

mehr:
- Wer an eine Bitcoin-Blase glaubt, hat null kapiert (Frank Schmiechen, Welt, 20.01.2018)

Donnerstag, 25. Januar 2018

Widerstand gegen Trump

Hält der US-Präsident allem stand? Die Empörung der Zivilgesellschaft zeigt jedenfalls keine Erfolge. Ein Politologe erklärt, woran das liegen könnte.

Zum Jahrestag der Amtseinführung Donald Trumps werden derzeit Dutzende Bücher auf den amerikanischen Markt geworfen, die vor dem Untergang der US-Demokratie warnen. Angesichts dieses politischen Pessimismus können sich die Resultate des selbstdeklarierten "Widerstands" gegen Trump aus der Zivilgesellschaft nach zwölf Monaten eigentlich sehen lassen: Mit Ausnahme des großen Steuergeschenks an die 0,1 Prozent hat Trump kein großes Gesetz zustande gebracht - und die Steuersenkung für die Happy Few hätte ein konventioneller republikanischer Präsident wohl auch durchgesetzt.

Steven Bannon, der die Welt wieder so "aufregend" machen wollte wie in den Dreißigerjahren, ist aus dem Trump'schen Universum verbannt. Ein Demokrat hat zum ersten Mal seit Menschengedenken einen Senatssitz im tiefsten Süden, in Alabama, gewonnen. Und in allen Wählergruppen verliert Trump stetig an Zustimmung.
mehr:
- Die Fehler der Trump-Gegner (Jan-Werner Müller, Süddeutsche Zeitung, 19.01.2018)

siehe auch:
Rechtsradikalismus in den USA – Der abtrünnige Sohn von Amerikas Ultrarechten (Johanna Bruckner, Süddeutsche Zeitung, 18.01.2018)
- Timothy Snyder im Interview: "Trump will die Politik zerstören" (Interview von Sacha Batthyany, Süddeutsche Zeitung, 16.01.2018)

Dienstag, 23. Januar 2018

Heute vor 105 Jahren – 23. Januar 1913: Militärputsch bringt Jungtürken an die Macht

Jungtürken übernehmen das Ruder 

Die Bewegung der Jungtürken im Osmanischen Reich entstand 1889 zunächst als Geheimbund. Mit der nationalen Modernisierungsbewegung sympathisierten zahlreiche türkische Beamte und Offiziere. Zunächst kämpften die Jungtürken für eine konstitutionelle Monarchie gegen den despotischen Sultan Abdülhamid II. (reg. 1876-1909). Im Juli 1908 probten sie den Aufstand, bildeten in Mazedonien eine Gegenregierung und übernahmen schließlich die Macht in Konstantinopel. 1909 ersetzten sie Abdülhamid durch den gefügigen Mehmed V. (reg. 1909-18). Die instabilen Verhältnisse begünstigten die Balkankriege, deren ungünstiger Verlauf 1912 zum Sturz der Jungtürken führte. 
Jungtürken-Führer Enver Pascha (Mitte) organisierte 1908 in Thessaloniki
eine Revolte gegen die Regierung in Konstantinopel
Daraufhin putschten sich im Januar 1913 die Jungtürken-Führer Enver Pascha (1881-1922), Talaat Pascha (1872-1921) und Cemal Pascha (1872-1922) als Triumvirat an die Macht. Während des Ersten Weltkrieges agierten sie extrem nationalistisch. Ihre Regierung ist hauptverantwortlich für die Deportation und Ermordung Hunderttausender Armenier im Osmanischen Reich (ab 1915). Die militärische Niederlage des Osmanischen Reichs 1918 führte zum Sturz der Jungtürken, ihre Führer emigrierten. Talaat Pascha und Cemal Pascha wurden von Exil-Armeniern ermordet, Enver Pascha fiel im heutigen Tadschikistan im Kampf gegen sowjetische Truppen. Die Ideen der Jungtürken griff ein erfolgreicher Weltkriegsgeneral auf, der zum Gründer der modernen Türkei wurde: Mustafa Kemal Pascha
Atatürk. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2018
Der Untergang des Osmanischen Reiches {49:25}
Am 25.08.2016 veröffentlicht
MyDokuChannel      
Mit den von den Mächten eingeforderten Reformen gingen zunehmend wirtschaftliche Probleme einher. In den „Kapitulationen“ genannten Handelsverträgen wurde der Markt im Osmanischen Reich für die Europäer geöffnet, und die Einfuhrzölle lagen unter den Ausfuhrzöllen. Durch die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit des osmanischen Handwerks wurde das Osmanische Reich zum Importeur von europäischen Waren und der Aufbau einer eigenen Industrie unterbunden. Unterdessen fanden die Unruhen auf dem Balkan kein Ende. Nach einem Krieg gegen Serbien 1876 wurde in Istanbul eine internationale Konferenz einberufen, auf der die Zukunft des Balkan diskutiert wurde. Um seine Reformbereitschaft zu demonstrieren, kündigte der durch einen Staatsstreich an die Macht gekommene Abdülhamid II. eine liberale Verfassung an, die ein parlamentarisches System eingeführt hätte. Als Ergebnis der Konferenz fassten die Mächte eine Autonomie sowohl für zwei Provinzen auf bulgarischem Gebiet als auch für Bosnien und Herzegowina ins Auge. Als die „Hohe Pforte“ dies ablehnte, erklärte Russland den Krieg, besetzte den gesamten europäischen Teil der Türkei und rückte auf Istanbul vor. Nach der Entscheidungsschlacht am Schipkapass im Januar 1878 war der Sieg der russischen Truppen nicht mehr zu verhindern. Ende Januar 1878 bat das Osmanische Reich um den Abschluss eines Friedensvertrages.

Türken, Türkei & Atatürk.Der erste Welt Krieg und seine Auswirkungen. Islam und Nationalismus?Teil 1 {49:42}

Am 08.06.2015 veröffentlicht
MyDokuChannel      
Der erste Teil der Preisgekrönten Dokumentation
Türken, Türkei & Atatürk . Der erste Weltkrieg und seine Auswirkungen.
Geburt der Jön - Türken (Jung - Türken)

Mustafa Kemal Atatürk - Die Geburt einer Republik {51:38}

Am 08.06.2015 veröffentlicht
IndyCamFilms      
Mustafa Kemal Atatürk wurde 1881 geboren. Von heftigem und leidenschaftlichem Naturell, machte er zuerst beim Militär Karriere. 1908/09 nahm er am Aufstand der Jungtürken teil, und im Ersten Weltkrieg führte er eine Armee. 1920 rief er die erste Große Nationalversammlung ein, deren Präsident er drei Jahre lang war. Seine bahnbrechende Leistung war die Abschaffung des Sultanats.
Auf der Grundlage des zerfallenden Osmanischen Reiches schuf er einen neuen, homogenen Staat. Vor allem zwischen 1924 unddem Beginn der 30er Jahre modernisierte Mustafa Kemal Atatürk die noch weitgehend ländliche und stark religiös geprägte Gesellschaft seines Landes. Seine Reformen veränderten den Alltag der Türken von Grund auf. Er duldete keinerlei Protest, und bis zu seinem Tod 1938 nahm sein Regime immer autoritärere Züge an.

KenFM-Spotlight: Uli Gellermann über Seriosität und Russophobie in der Tagesschau

Die Tagesschau ist die erfolgreichste Nachrichtensendung im Deutschen Fernsehen. Meldungen, die es in die Tagesschau geschafft haben, sind relevant oder genauer geben vor relevant zu sein.

Neutral im Sinne von ausgewogen oder unparteiisch ist und war die Tagesschau nie. Das aber konnte den Machern stets egal sein, denn die Quoten sind bis heute extrem hoch und extrem stabil. Damit leistet das Produkt Tagesschau das, was die Erfinder dieser Nachrichtensendung als Ziel vorgaben. Die Massen sollten auf ein neues Feindbild eingeschworen werden. Den Kommunismus. Es ging um variable Konditionierung.

Den Kommunismus als DAS Böse kannten die Deutschen noch von Adolf Hitler. So lag es nahe, die seinerzeit ihm Propaganda-Ministerium geschulten Fachkräfte auch bei der Tagesschau zu beschäftigen. Die DNA der Tagesschau ist die Deutsche Wochenschau, die von 1940 bis 1945 in den Kinos gezeigt wurde, um die Nation auf Linie zu bringen. Die neue Gehirnwäsche begann konkret im Dezember 1952 und war für viele Bürger der BRD lange alternativlos.
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Montag, 22. Januar 2018

Die neue "Nationale Verteidigungsstrategie" der USA: Achse des Bösen 2.0

Die neue "Nationale Verteidigungsstrategie" der USA erklärt China und Russland neben Nordkorea und Iran zu den größten Sicherheitsbedrohungen

Jetzt wird es klar. Die Zeit des Antiterrorkampfs wird als beendet erklärt. Die war bestimmt von Strategien, gegen verstreute, mäßig bewaffnete Gruppen mit ebenfalls kleinen Einheiten (Schwärmen) vorzugehen und sich auf einen Stadtkrieg vorzubereiten. Die Wirklichkeit war allerdings in den asymmetrischen Kriegen anders, da die Gegner massiv aus der Luft mit Drohnen, Flugzeugen und Raketen angegriffen wurden, um dann lokale Bodentruppen als Söldnerheere vorrücken zu lassen. Aber mit diesen Spielereien im Klein-Klein ist jetzt Schluss. Die neue Nationale Verteidigungsstrategie der USA macht klar: Die Zeit nach dem Ende des Kalten Kriegs ist vorbei, wir kehren zurück in die Zeit, wo große Truppenverbände gegeneinander antreten und schweres, d.h. teures Gerät gefragt ist.

Die Sicht dürfte die von Verteidigungsminister Jim Mattis und vom Sicherheitsberater HR McMaster sein, beide ehemalige Militärs, die ihre militärische Weltsicht offenbar pflegen, begünstigt durch die Haltung von Donald Trump, mit der überlegenen Militärmacht und dem größeren roten Knopf letztlich die Dinge regeln zu können.

Erst einmal wird wie immer beschworen, wie unsicher die Welt geworden ist, weswegen es wichtig ist, die Verteidigungsausgaben hoch zu halten. Die globale Unordnung nehme zu, die lange bestehende, auf Regeln bestehende internationale Ordnung - die amerikanische, müsste man hinzufügen - erodiere, die "Sicherheitsumgebung" werde komplexer und volatiler. Die USA habe eine "freie und offene Ordnung" vertreten. Natürlich ist alles immer unsicherer als jemals zuvor. Nicht Terrorismus ist die primäre Herausforderung, sondern die "zwischenstaatliche strategische Konkurrenz", schlicht die Wiederaufnahme des Wettrüstens zwischen den USA und "revisionistischen" Konkurrenten.

Als Gegner werden vor allem – in der Reihenfolge – China und Russland, Nordkorea und Iran genannt. Auf dem neuen Schlachtfeld sei nicht mehr sicher, dass die US-Streitkräfte überlegen sind (sonst gäbe es ja keinen Anlass, die Rüstung hochzufahren). Notwendig seien tödlichere, resilientere und innovativere Streitkräfte, da aus Sicht des Pentagon einzig militärisch gedacht wird und nur Stärke Frieden erhält.

Nur wer, so die altbekannte Logik, der Drohung mit Gewalt eine ebensolche Drohung entgegensetzt, ist vernünftig. Und diese Vernunft wird mit Angst geschürt. Wenn man nicht hochrüstet, verlören die USA an Einfluss auf allen Gebieten (der offenbar nur militärisch gewahrt werden kann), löst sich die Allianz der Alliierten auf und sinkt der Zugang zu Märkten. Das wiederum führe zu einem "Niedergang des Wohlstands und des Lebensstandards". Wohlstand, so die Botschaft, kann nur militärisch aufrechterhalten werden.

mehr:
- Pentagon: Nach dem Terrorismus rüsten für zwischenstaatliche Kriege (Florian Rötzer, Telepolis, 20.01.2018)

Eisenhower's "Military-Industrial Complex" Speech Origins and Significance {3:16}

Am 19.01.2011 veröffentlicht
US National Archives
President Dwight D. Eisenhower's farewell address, known for its warnings about the growing power of the "military-industrial complex," was nearly two years in the making. This Inside the Vaults video short follows newly discovered papers revealing that Eisenhower was deeply involved in crafting the speech, which was to become one of the most famous in American history. The papers were discovered by the family of Eisenhower speechwriter Malcolm Moos and donated to the Eisenhower Presidential Library and Museum. Eisenhower Library director Karl Weissenbach and presidential historian and Foundation for the National Archives board member Michael Beschloss discuss the evolution of the speech.
Inside the Vaults includes highlights from the National Archives in the Washington, DC, area and from the Presidential libraries and regional archives nationwide. These shorts present behind-the-scenes exclusives and offer surprising stories about the National Archives treasures. See more from Inside the Vaults at http://www.youtube.com/playlist?list=...

mein Kommentar:
Die Amis brauchen immer jemanden, der ihnen Angst macht…

Eine kurze Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika {3:12}

Am 19.01.2011 veröffentlicht
burly1988
Micheal Moore's Film "Bowling for Columbine" enthält die zusammenfassung der kleinen Geschichte von Amerika. Diese Animierte Version erzählt in kurzer Zeit alles was man wissen muss. Warum die Amerikaner alle Waffen tragen, warum sie immer Angst haben und warum es den Ku-Klux-Klan gibt. Eine sehr schöne, lustige Geschichte.... mehr Dokumentationen auf.
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Des Kaisers neue Algorithmen

Das Big-Data-Programm ist nicht besser als eine Zufallsgruppe von Menschen, die aus dem Bauch heraus entscheiden

Eine Studie stellt Programme bzw. Algorithmen in Frage, die Vorhersagen über künftiges Verhalten von Menschen machen (preditive analytics). In den USA wird das Programm Correctional Offender Management Profiling for Alternative Sanctions (COMPAS), das mittlerweile equivant heißt, vielfach auch von Gerichten eingesetzt, um das Risiko abzuschätzen, ob Straftäter wieder rückfällig werden. Solche Beurteilungen haben Folgen für die Betroffenen und können beispielsweise das Strafmaß beeinflussen. Aber das Programm, das angeblich neutral viele Parameter in die Vorhersage einbezieht, arbeitet nicht besser als Menschen, die keine Ahnung von der Rechtsprechung haben.

Predictive Analytics oder Vorhersageprogramme, die mit großen Datenmengen (Big Data) und Maschinenlernen arbeiten, werden für viele Zwecke eingesetzt oder entwickelt. So will man damit das Risiko von Erkrankungen oder die Wahrscheinlichkeit des Begehens von Straftaten in der Zukunft berechnen, um präventiv handeln zu können. Sagt das Programm, dass etwa in einem Stadtviertel zu einer bestimmten Zeit vermehrt Einbrüche oder Gewaltverbrechen zu erwarten sind, werden dort verstärkt Polizeikontrollen durchgeführt. Mit Prädiktiven Algorithmen kann auch die Kreditfähigkeit, die Jobeignung oder die beste Möglichkeit errechnet werden, wann und wo Werbung geschaltet oder Angebote gemacht werden sollen.

Die Wissenschaftler des Dartmouth College haben mit COMPAS bzw. equivant eines der Programme untersucht, die Entscheidungen mit nachhaltigen Folgen beeinflussen. Das Programm kam 1998 auf den Markt, seit 2000 wurden eine Million Angeklagte beurteilt, mit welcher Wahrscheinlichkeit sie innerhalb von zwei Jahren wieder rückfällig werden können. Dafür werden 137 Eigenschaften der geprüften Person ausgewertet. Untersuchungen stellten bereits heraus, dass das Programm nicht zuverlässig ist und rassistische Vorurteile pflegt. Es bezieht zwar nicht direkt die ethnische Herkunft der Personen ein, die aber durch verschiedene Merkmale einfließt. Zwar ist die Genauigkeit der Vorhersage bei Weißen und Schwarzen in etwa gleich hoch, aber es werden doppelt so viele Schwarze falsch beurteilt als Weiße. Rückfälligkeit wird danach beurteilt, ob Menschen erneut in Haft kommen. Allein das verzerrt bereits das Bild, weil Schwarze beispielsweise wegen Drogen viermal so häufig wie Weiße inhaftiert werden.

mehr:
- Algorithmus zur Vorhersage der Rückfälligkeit von Straftätern: Blendwerk an Komplexität (Florian Rötzer, Telepolis, 19.01.2018)

mein Kommentar:
Wie lange wird es dauern, bis mir eine Flugreise mit der Begründung verwehrt wird, daß jemand, der so aussieht wie ich in der Stadt XY heute einen Bombenanschlag ausführen wird?

Newtons instabiles Universum

Von Newton zum Big Bang und der Ausdehnung des Raums

Im Jahr 1687 erschien Isaac Newtons Fundamentalwerk "Philosophiæ Naturalis Principia Mathematica". Mit der ausführlichen Darlegung der Gravitationstheorie wurden zum ersten Mal die Planetenbewegungen und die Keplerschen Gesetze auf nachvollziehbare mathematische Grundlagen reduziert. Heute ist das Gravitationsgesetz Schulwissen: Die Gravitationskraft zwischen zwei Körpern ist proportional zum Produkt ihrer jeweiligen Massen und umgekehrt proportional zum Quadrat ihrer Entfernung.

Zum Gravitationsgesetz kam Newton nicht ohne Vorgänger. Kepler hat dafür einen entscheidenden Beitrag geliefert, als er u.a. postulierte, dass die Planeten elliptischen Bahnen, mit der Sonne in deren Brennpunkt, folgen. Dass unsere Sonne die Planeten durch die Wirkung einer Anziehungskraft in diese Bahnen zwingen würde, war Kepler einleuchtend. Allerdings dachte er, dass die Kraft umgekehrt proportional zum einfachen Abstand zwischen den Himmelkörpern und von "magnetischer" Art wäre.

Magnetische Fernwirkung war seit der Antike bekannt, d.h. eine ähnliche Kraft könnte Himmelkörper womöglich aneinander binden. Das war immerhin eine bessere Hypothese als Aristoteles Vorstellung der Himmelkörper als Feuer, das leichter als Erde und Wasser wäre, und deswegen am Himmel zu finden ist.

mehr:
- Newtons instabiles Universum (Raúl Rojas, Telepolis, 21.01.2018)

Keplersche Gesetze – Umlaufbahnen von Planeten {5:46}

Am 30.03.2015 veröffentlicht
TheSimplePhysics
Die Keplerschen Gesetze von Johannes Kepler beschreiben ziemlich genau, wie Planeten, also auch unsere Erde, um die Sonne fliegen. Und wenn das nicht interessant ist, dann weiß ich auch nicht weiter. :p

siehe auch:
- Das Poincaré-Abenteuer (Post, 06.01.2009)

What is the Poincare Conjecture? {3:26}

Am 19.02.2015 veröffentlicht
World Science Festival
Is it possible to deduce the shape of the universe without stepping outside of it? Henri Poincaré thought so. Similar to how the Greeks were able to discern the spherical nature of the earth (and even its rough diameter) using mathematics, he proposed that we should be able to make conclusions about our universe. Stanford University mathematician Keith Devlin explains the Poincaré Conjecture, which became a legendary problem in mathematics, with the help of a short animation.
Watch the Full Program Here: https://youtu.be/_PnnzB-1LcI
Original Program Date: June 3, 2011
The World Science Festival gathers great minds in science and the arts to produce live and digital content that allows a broad general audience to engage with scientific discoveries. Our mission is to cultivate a general public informed by science, inspired by its wonder, convinced of its value, and prepared to engage with its implications for the future.


Warum die Blockchain eine fürchterlich überhypte Technologie ist

Der Blockchain wird großes Weltveränderungspotenzial nachgesagt. Doch die Widersprüche zwischen dem öffentlichen Image und der Realität der Technologie wecken Zweifel.

Eigentlich sollte der folgende Text in meinem Newsletter erscheinen. Jedoch wurde er schnell deutlich zu lang für eine E-Mail, weswegen ich mich entschlossen habe ihn als eigenständigen Text zu veröffentlichen. Normalerweise versuche ich in meinem Newsletter regelmäßig über Technologien zu schreiben und ihre Auswirkungen, Entwicklung und Bedeutung einzuordnen. Entsprechend war mein Ziel, dies auch für die Blockchain zu tun.

Nur hier ist das Problem: Es ist für mich fast unmöglich zu einer klaren Aussage zur Blockchain zu kommen oder eine finale Einschätzung abzugeben. Je tiefer man in die Materie einsteigt, desto mehr Widersprüche scheinen sich zwischen dem öffentlichen Image von Blockchain und der Realität der Technologie aufzutun.

mehr:
- Warum die Blockchain eine fürchterlich überhypte Technologie ist (Johannes Klingebiel, t3n, 18.01.2018)

siehe auch:
- Bitcoins: Alle reden von der Absahn-Blase, wer vom Energieverbrauch? (Post, 19.12.2017)

Freitag, 19. Januar 2018

Ausgebremste Steuerfahnder

Die Steuerfahnder in Wuppertal kauften Steuer-CDs und trieben Schwarzgeld in Milliardenhöhe ein, gestützt von der SPD in Nordrhein-Westfalen. Nun regiert Schwarz-Gelb und deren neue Politik vertreibt die Spitzenbeamten.

Die Wuppertaler Steuerfahndung ist legendär für ihren entschlossenen Kampf gegen Steuersünder. Doch nun, so fürchten viele Beamte, könnten diese Zeiten vorbei sein.

Mit Sandra Höfer-Grosjean und Volker Radermacher hat die bisherige Führungsspitze ihre Kündigung eingereicht. Ende Februar soll Schluss sein, dann wechseln die beiden in die freie Wirtschaft, zur Kanzlei Deloitte Legal.

Es ist kein einfacher Schritt, zu dem sich die beiden Beamten entschlossen haben. Die Bitte um Entlassung aus dem Staatsdienst bedeutet den Verzicht auf einen sicheren Arbeitsplatz, hohe Pension und großzügige Beihilfe bei den Gesundheitskosten. Wer Familie hat, wie die beiden, wird sich die Entscheidung nicht leicht gemacht haben.

Zudem sind Steuerfahnder meist überzeugt von ihrer Aufgabe - auf die andere Seite zu wechseln ist da eine schwierige Angelegenheit. Warum also der Wechsel?

mehr:
- Abgang der Top-Steuerfahnder – Früher gefeiert, heute brüskiert (Barbara Schmid, SPON, 19.01.2018, siehe auch die Links unten)
siehe auch:
- Cum-Ex und kein Ende (Post, 14.01.2018)
- Cum-Ex-Geschäfte vor der Verjährung (Post, 05.11.2017)
- Maschmeyer: Schmarotzer mit Heiligenschein (Post, 04.03.2016)
Für paranoid erklärte Steuerfahnder werden rehabilitiert (Post, 02.01.2016, siehe auch die Links!)
- Rudolf Schmenger im Interview (Post, 30.07.2013)

mein Kommentar:
Alle reden von Umverteilung…
… wir auch!
Leistung soll sich wieder lohnen!