Donnerstag, 27. September 2012

Heute vor 190 Jahren – 27. September 1822: Jean-François Champollion stellt sein System zur Entzifferung der Hieroglyphen vor

Wunderkind lüftet das Rätsel der Hieroglyphen 

Jean-François Champollion (1790-1832) stammte aus einer Buchhändlerfamilie und galt früh als Wunderkind. Noch bevor er in die Schule ging, brachte er sich selbst das Schreiben bei, lernte bald mehrere orientalische Sprachen und wurde im Alter von 15 Jahren in die Akademie der Wissenschaften in Grenoble aufgenommen. Champollions besonderes Interesse galt seit der Kindheit dem alten Ägypten und den Hieroglyphen. Er wollte zuwege bringen, was bereits viele versucht hatten, aber noch niemandem gelungen war - die rätselhaften ägyptischen Schriftzeichen zu entziffern. Zu Diensten war ihm dabei der Stein von Rosetta, ein Fragment aus schwarzem Basalt, der einen identischen Text in Hieroglyphen, in demotischer Schrift und in Griechisch trägt. 

Champollion, der Stein von Rosetta und das Titelblatt seines Briefes an M. Dacier (Ed. Firmin Didot, 1822)
[Quelle: Huffingtonpost.fr]
Champollion erhielt eine Kopie der Inschrift und stürzte sich in die Arbeit. Im September 1822 war die Nuss geknackt: In großer Erregung lief er zu seinem Bruder, rief »Je tiens I'affaire!« (Ich hab's raus!) und fiel daraufhin für fünf Tage ins Fieber. Bald war er wieder auf der Höhe und legte vor der Académie française seine bahnbrechenden Erkenntnisse dar. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Mittwoch, 26. September 2012

Heute vor 125 Jahren – 26. September 1887: Patentantrag für einen Tonträger

Der Wegbereiter der Schellackfreuden
Werbeplakat von Emil Berliners Grammophone Co., um 1890
 »Ein neues Prinzip und ein neuer Apparat, um alle Arten von Tönen zu reproduzieren, einschließlich gesprochener Worte« - so beschrieb der US-amerikanische Elektrotechniker und Tüftler Emil Berliner aus Washington in seinem Patentantrag vom 26. September 1887 den Sinn und Zweck des von ihm entwickelten Tonträgers und des Apparats zum Abspielen desselben. Damit waren Schallplatte und Grammophon erfunden, eine technische Errungenschaft, die Menschen in aller Welt Musik, Vergnügen und Unterhaltung ins Haus brachte und das Alltagsleben ganzer Generationen prägte.

Emil Berliner (1851-1929) entstammte einer jüdischen Familie aus Hannover. 1870 ging er nach Amerika, um nicht im preußischen Militär dienen zu müssen. Er schlug sich in der Neuen Welt u. a. als Flaschenspüler in einem chemischen Labor durch, arbeitete als Buchhalter und versuchte sich an allerlei Erfindungen. 1877 verkaufte er ein selbst entwickeltes Mikrofon und verdiente damit sein erstes Geld als Erfinder. Später gründete er Grammophon- und Schallplattenfirmen in den USA und Europa, in Hannover die »Deutsche Grammophon Gesellschaft«.

Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012



Angaben von Rarelyplayed auf youtube:
Titel: Loreley
Interpret: wahrscheinlich Emil Berliner selbst
Erscheinungsjahr: ca. 1889/1890
Platte: 5 Zoll (= 12,5cm) Ø, einseitig, Hartgummi, ca. 110 UpM
Katalognummer: 55


Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das geht mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Dienstag, 25. September 2012

387 v. Chr.: Brennus erteilt den Römern eine Lehre


Brennus erteilt den Römern eine Lehre

Zur Zeit der Wende zum 4. vorchristlichen Jahrhundert waren die Kelten in Norditalien eingewandert, hatten die Poebene in Besitz genommen und auch Beutezüge nach Mittelitalien unternommen. 387 v. Chr. schlugen sie Römer und Latiner in der Schlacht an der Allia, einem Nebenfluss des Tibers, und nahmen schließlich auch Rom ein. Allein das Kapitol soll ihnen nicht in die Hände gefallen sein, weil das berühmte Schnattern der Gänse die Verteidiger früh­zeitig gewarnt habe.


Für die Freigabe Roms verlangten die Kelten ein Lösegeld von über 300 kg Gold. Beim Wiegen des Schatzes beschuldigten die Römer die Kelten, mit falschen Gewichten zu arbeiten. Sie vergaßen dabei allerdings, dass die Regeln immer von den Siegern gemacht werden. Brennus hatte nur Spott für den Einwand der Geschlagenen übrig und warf auch noch sein Schwert in die Waagschale. Er kommentier­te die Demütigung mit den Worten »Vae victis!«, »Wehe den Be­siegten!« – So überlieferte es zumindest mehr als drei Jahrhunderte später der griechische Schriftsteller Plutarch.
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012 

Montag, 24. September 2012

Vor 1390 Jahren: 622 – Das Jahr der Flucht

Der islamische Kalender heißt im Arabischen »Kalender der Auswanderung« und spielt damit schon im Namen auf den Beginn seiner Zeitrechnung an: 622 – das Jahr der Flucht des Propheten Mohammed (ca. 570-632) aus seiner Geburtsstadt Mekka nach Medina. In seiner Heimatstadt war er mit der religiösen Botschaft, die er vom Erzengel Gabriel empfangen zu haben meinte, auf großen Widerstand gestoßen. In Medina aber wurde er zum religiösen Führer und Staatsmann, der bis zu seinem Tod 632 ganz Arabien unter seine Herrschaft brachte.

 Das islamische Jahr ist an die Mondphasen gebunden und zählt daher nur 354 Tage. Um zu wissen, in welchem Jahr der islamischen Zeitrechnung sich die Welt befindet, reicht es daher nicht, von der aktuellen Jahreszahl des christlichen Kalenders 622 Jahre abzuziehen, man muss schon ein wenig mehr rechnen. Die Formel lautet: 1,03125 x (christliches Jahr - 622). Also befinden wir uns 2012 nach dem islamischen Kalender im Jahr 1433.

Brockhaus - Abenteuer Geschichte 201

Heute vor 150 Jahren – 24. September 1862: Bismarck wird preußischer Ministerpräsident.

»Lehrer und Schüler«, Karikatur auf Bismarck und Napoleon III., 
Illustration aus dem »Kladderadatsch«, 1862 
Vom Parkett auf den Ministersessel
Datei:Fürstin Orloff.jpg
Fürstin Katharina Orlowa [aus Wikipedia]
Schon im April 1862 hatte Otto von Bismarck (1815-1898) gehofft, einen Sprung auf der Karriereleiter zu tun und zum preußischen Ministerpräsidenten berufen zu werden. Der erzkonservative Jun­ker musste sich jedoch noch einige Monate gedulden: Nach seiner Gesandtentätigkeit in St. Petersburg wurde er nun Botschafter in Paris. Dort lernte er Kaiser Napoleon III. kennen, hatte eine Liebes­affäre mit einer russischen Fürstin [Fürstin Katharina Orlowa, der Ehefrau des russischen Gesandten in Belgien Nikolai Alexejewitsch Orlow] und wurde aufgrund seiner wenig eleganten Haltung auf dem Parkett zur Zielscheibe der französischen Karikaturisten.
In Preußen gerieten die Konservativen derweil in die politische Bre­douille, da die erstarkten Liberalen im Abgeordnetenhaus die geplante Heeresreform blockierten, und riefen daher Bismarck im September 1862 per Eiltelegramm zurück nach Berlin. Am 22. September gab Bis­marck König Wilhelm I. zu verstehen, dass er im Konflikt zwischen Parla­ment und königlichem Regiment immer und gehorsam auf der Seite des Regenten stehen werde. Daraufhin ernannte der König ihn zum preußi­schen Ministerpräsidenten, wenige Tage später zusätzlich zum Außenmi­nister. Der erste Schritt zur großen politischen Karriere war getan, neun Jahre später wurde Bismarck Kanzler des Deutschen Reichs.

Was am 24.9. noch geschah:
1969: In Chicago beginnt der Prozess gegen die auf einer Anti-Viet­namkrieg-Demonstration verhafteten »Chicago Eight«.
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012 

Sonntag, 23. September 2012

Jango Edwards in Bremen

Am 15. November wird der Clown Jango Edwards in Bremen auftreten.
Der Mann sprengt alle Grenzen…








Auf youtube gibt’s noch mehr Videos. Schade, daß die Qualität manchmal nicht so toll ist…



Hier sind die neusten Szenen aus seinem aktuellen Programm zu finden.

Samstag, 22. September 2012

Heute vor 220 Jahren – 22. September 1792: In Frankreich wird die Erste Republik gegründet.



Der Freiheitsbaum wird aufgestellt, Aquarell von Etienne Bericourt, 1792 
Der König auf der Flucht
Im Sommer 1792 ging es in Paris hoch her: Zwei Jahre nach Beginn der Großen Revolution hatten die radikalen Kräfte unter den Auf­ständischen und in den neu geschaffenen Institutionen die Ober­hand gewonnen. Die militärische Intervention der europäischen Nachbarn gegen das revolutionäre Frankreich schürte die Furcht vor der Reaktion der alten Machthaber.
Am 10. August 1792 stürmte eine aufgebrachte Menge den könig­lichen Tuilerienpalast, es gab Hunderte Tote auf beiden Seiten. König
Ludwig XVI. hatte sich mit seiner Familie schon vor Beginn des Angriffs in die Nationalversammlung begeben, um dort Schutz zu finden. Die National­versammlung aber setzte den König vorläufig ab
und löste sich selbst auf: Eine neu zu wählende Versammlung, der Nationalkonvent, sollte über das Schicksal des Monarchen entschei­den und eine Verfassung erarbeiten. Das neue Organ sorgte für Klarheit: Am 21. September 1792 erklärte es die Monarchie für ab­geschafft, gründete die Republik und führte eine neue Zeitrechnung ein. Der 22. September 1792 war der erste Tag des Jahres 1 der Ersten Republik

Ludwig XVI. (1754-1793)
König von Frankreich 1774-92
 verheiratet mit der österreichischen Kaisertochter Marie Antoinette
 am 21. Januar 1793 auf der Guillotine hingerichtet
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012