Mittwoch, 13. August 2014

Heute vor 35 Jahren – 13. August 1979: Die »Cap Anamur« rettet »Boatpeople«

Eine Arche Noah für Flüchtlinge 

900.000 Vietnamesen versuchten zwischen 1975 und 1995 auf Booten aus ihrer Heimat zu fliehen, nachdem die Kommunisten 1975 den Vietnamkrieg gewonnen hatten und Hunger und Repression an der Tagesordnung waren. In kleinen, überladenen Booten harrten die Menschen zuweilen wochenlang auf dem Meer aus. Und das in ständiger Angst, denn Piraten stoppten immer wieder die »Nussschalen« der Flüchtenden, um deren letzte Habe zu rauben, die Frauen zu vergewaltigen und ganze Familien zu ermorden. 

 
Ein Flüchtlingsboot kentert beim Anlegen an die »Cap Anamur«, 1979

Der Kölner Journalist Rupert Neudeck und seine Ehefrau Christel wollten dieses Elend nicht länger mitansehen und gründeten 1979 die Initiative »Ein Schiff für Vietnam«. Sie machten medienwirksam auf das Schicksal der »Boatpeople« aufmerksam. Gemeinsam mit Heinrich Böll und anderen prominenten Schriftstellern und Politikern baten sie um finanzielle Unterstützung. In kurzer Zeit sammelte das Komitee über 1 Mio. DM an Spenden. Damit charterten sie ein großes Schiff, mit dem sie möglichst viele Flüchtlinge aufnehmen wollten, die »Cap Anamur«. Sie stach am 7. August in See und konnte am 13. August 1979, heute vor 35 jahren, die ersten Hilfesuchenden retten, die auch in Deutschland bleiben durften. Anders als Asylsuchende erhielten die Boatpeople sofort ein Bleiberecht, dank eines eigens für sie geschaffenen Gesetzes. 

Was am 13. August noch geschah: 
1876: Die ersten Bayreuther Wagnerfestspiele werden eröffnet. 
  Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

Dienstag, 12. August 2014

Vor 200 Jahren – Frühes 19. Jahrhundert: Fraunhofer als Pionier der Optik

Ein Autodidakt holt die Sterne vom Himmel 

Joseph von Fraunhofer (1787-1826) war ein genialer Forscher und Erfinder, der im Bereich der Optik bahnbrechend wirkte. Zudem verstand er es bestens, seine Forschungsergebnisse praktisch umzusetzen und die daraus resultierenden Produkte zu vermarkten. Er stellte sehr hochwertiges Glas her und verbesserte die Produktion optischer Linsen entscheidend. So ermöglichte er u. a. den Bau von Fernrohren mit einer Vergrößerung, die zuvor unvorstellbar war. Dabei hatte er sich alles Wissen über die Optik selbst angeeignet: Einer der bedeutendsten deutschen Naturwissenschaftler machte als Autodidakt Karriere. 
 
Werkstatt des Optikers und Physikers Joseph von Fraunhofer
(Stadtmuseum München, Anfang 19. Jh.)

Ein Unglück erwies sich im Nachhinein in gewisser Weise als Glücksfall für den wissbegierigen Jungen aus einer kinderreichen Familie: Als 1801 das Haus seines Lehrmeisters in München einstürzte, überlebte Joseph wie durch ein Wunder und wurde ob des großen Interesses der Öffentlichkeit an dem tragischen Vorfall bekannt und gefördert. Er konnte nun eine Schule besuchen und wurde schon mit 22 Jahren Teilhaber an einer Glashütte in Benediktbeuern, wo er neue Verfahren entwickelte und zu einem der besten Glasmacher seiner Zeit avancierte. 

Was am 12. August noch geschah: 
1969: In Londonderry eskaliert der Nordirlandkonflikt in Straßenschlachten zwischen Protestanten und Katholiken. 

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Montag, 11. August 2014

Robin Williams ist tot

Man hat ihm ja vieles abgenommen, den manischen Radiosprecher in Vietnam, den ernsten Therapeuten, den pathetischen Lehrer. Den Einsamen und den Überdrehten. Aber dass er eine Frau sein solle, das dann doch nicht. Es war viel zu offensichtlich, dass unter den Kleidern von Mrs. Doubtfire ein Faxenmacher steckte, der alle zum Narren hielt. Nur die Figuren in der Komödie «Mrs. Doubtfire» (1993) schienen es nicht zu bemerken, und das war der Clou: dass sich da einer ein zweites Gesicht gibt, die Gesten mit zu hoher Spannung überlastet und das Leben bis zum Anschlag aufdreht, sodass alle rundherum wie vom Blitz getroffen werden.  
mehr:
- «Ich sterbe! Ich sterbe!» (Tagesanzeiger.ch, 12.08.2014)

Robin Williams in "Good Morning Vietnam" ft. Louis Armstrong - What A Wonderful World [2:44]


Veröffentlicht am 11.08.2014 
Keine Beschreibung verfügbar

Robin Williams war, wie ich heute gelesen habe, einer der wenigen Hollywood-Schauspieler mit Tiefgang und ist für mich ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie die Bewältigungsversuche von Leid Geniales hervorzubringen imstande sind…

http://static4.solarmovie.is/images/movies/1560169_big.jpg

siehe auch

[Great Movie Scenes] Good Will Hunting - Park Scene [4:45]


Hochgeladen am 23.07.2007 
Just a terrific scene. I don't know what else to say. Great acting by Robin Williams. You call actually feel what he is saying.
A little background: Matt Damon sees a painting in Robin Williams office, who plays his psychiatrist, and assumes he knows everything about him by just looking at it. Needless to say, Robin Williams is pissed, and this is their next meeting.

Good Will Hunting - Superphilosophy [4:25]

Hochgeladen am 28.12.2009 
This is a very interesting conversation in Good Will Hunting, I really love this movie :)

Famous Movie Scene: Good Will Hunting "It's Not Your Fault" HD [4:12]

Hochgeladen am 24.08.2011 
Famous Movie Scenes
Good Will Hunting (1997)
"It's Not Your Fault"
Actors In This Scene:
Matt Damon
Robin Williams
Stellan Skarsgård
For Entertainment and Expression Purposes
I Do Not Own The Rights To This Film
Property of Miramax Films

- Good Will Hunting: An Oral History (Boston Magazine, Januar 2013) 

Robin Williams' final sign off in "Good Morning Vietnam" [1:49]

Veröffentlicht am 11.08.2014 
End of the movie; this part always stuck with me. Now that he's gone, I felt it couldn't be more relevant. Godspeed, Genie, you're free.

Robin Williams Fans Turn GOOD WILL HUNTING Bench into Memorial [0:28]

Veröffentlicht am 12.08.2014 
The news of Robin Williams‘ death last night hit everyone hard. In Boston, fans decided to pay tribute to one of Hollywood’s funniest stars by turning the bench from 1997′s Good Will Hunting (which earned Williams his Oscar for Best Supporting Actor) into a makeshift memorial. Since Monday night, fans have been visiting Boston Public Garden to leave flowers and write messages by the bench.
A petition has also been started to create a bronze statue of Williams sitting on the bench.
R.I.P. Robin Williams: Fans Turn GOOD WILL HUNTING Bench into Memorial
by Michael Choi Posted: August 12, 2014
ROBIN WILLIAMS MEMORIAL IN BOSTON – The news of Robin Williams‘ death last night hit everyone hard. In Boston, fans decided to pay tribute to one of Hollywood’s funniest stars by turning the bench from 1997′s Good Will Hunting (which earned Williams his Oscar for Best Supporting Actor) into a makeshift memorial. Since Monday night, fans have been visiting Boston Public Garden to leave flowers and write messages by the bench.
Here’s the iconic scene from Good Will Hunting:
Source: Boston.com
aktualisiert am 20.10.2017

Samstag, 9. August 2014

Heute vor 500 Jahren – 9. August 1514: Ulrich von Wittenberg schlägt Bundschuhaufstand nieder

»Kein Herr als Kaiser, Gott und Papst« 

Die Lebensverhältnisse der Bauern im deutschen Südwesten waren zu Beginn des 16. jahrhunderts äußerst bescheiden. Steigende Abgaben und Missernten verschärften die Lage und bedrohten die Bauern in ihrer Existenz. Unter dem Symbol des Bundschuhs erhoben sich die Bauern seit Ende des 15. Jahrhunderts zu Aufständen, die als Vorläufer des Bauernkriegs von 1524 bis 1526 gelten. 
 
Bauer mit Bundschuhfahne (Holzschnitt, 1514)


Die Fahne mit dem Bild eines mit Riemen gebundenen Bauernschuhs war das Symbol der Aufständischen. Ziele der Bundschuh-Bauernerhebung waren die Abschaffung der Leibeigenschaft, die Verteilung der kirchlichen Güter und der freie Zugang aller Dorfbewohner zur Allmende (Wälder, Wiesen, Wasser). Als Herrn wollten die Anhänger des Bundschuhs lediglich den Kaiser anerkennen. Auch in Württemberg hatte der Bauernkrieg seine Vorboten: Ulrich von Württemberg (1487-1550) schlug heute vor 500 Jahren die Bewegung des »Armen Konrad« im Remstal nieder. Er musste den Bauern dennoch politisch entgegenkommen, da sie ihm seine Politik und seinen ausschweifenden Lebensstil finanzierten. Noch im selben jahr gewährte der Fürst im Tübinger Vertrag verfassungsmäßig festgeschriebene Mitspracherechte. 

Was am 9. August noch geschah: 
 1945: Die US-amerikanische Luftwaffe wirft eine Atombombe über Nagasaki ab
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Freitag, 8. August 2014

IN MEMORY OF THE 373 CHILDREN KILLED IN GAZA


gaza advert

- Save The Children listet die Toten im Gaza-Streifen in einer ganzseitigen Anzeige auf (Huffington Post, 08.08.2014)
Das ist eine der bewegendsten Werbekampagnen seit Langem: Die Hilfsorganisation Save the Children hat eine Liste mit 373 Namen von Kindern in britischen Tageszeitungen veröffentlicht, die in Gaza getötet wurden, einige der genannten Opfer waren nur wenige Monate alt. 
Save the Children hat die Anzeige in britischen Medien geschaltet, um die Welt daran zu erinnern, wie dringend ein dauerhafter Frieden in der Region wäre.

Heute vor 40 Jahren – 8. August 1974: Richard Nixon scheitert an der Watergate-Affäre

US- Präsident auf Abwegen 

Er ist der erste und bislang einzige US-Präsident, der zurücktreten musste: Richard Nixon (1913-1994) gab heute vor 40 Jahren bekannt, dass er am folgenden Tag wegen der sogenannten Watergate-Affäre sein Amt niederlegen werde. Er kam damit einer drohenden Amtsenthebung durch den Kongress zuvor. 
 
Nach seinem Tücktritt verabschiedet sich Richard Nixon von den Mitarbeitern des Weißen Hauses, 9.8.1974

Im März 1973 berichteten US-Medien erstmals über Hinweise, nach denen der Präsident verantwortlich für einen Einbruch in den Watergate-Gebäudekomplex sei, in dem sich das Wahlkampfhauptquartier der Demokratischen Partei befand. Schnell verdichteten sich die Gerüchte zur Gewissheit. Nixon hatte am Ende seiner ersten Amtszeit im Frühjahr 1972 den Auftrag erteilt, dort einzubrechen, Abhöranlagen zu installieren und Unterlagen der politischen Gegner zu entwenden. Nach einer Reihe weiterer Enthüllungen über Fälle von Amtsmissbrauch sah sich Nixon zum Rücktritt gezwungen. Gerald Ford übernahm das Amt des Präsidenten und erließ später eine Amnestie für Nixon, die diesen vor rechtlichen Konsequenzen bewahrte. Dennoch ist sein Name seither mit einer der schwersten innenpolitischen Krisen der Vereinigten Staaten verbunden. 

Was am 8. August noch geschah: 
1967: Malaysia, die Philippinen, Indonesien, Singapur und Thailand gründen in Bangkok die »Vereinigung Südostasiatischer Staaten« (ASEAN). 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Donnerstag, 7. August 2014

Johan Huizinga, Herbst des Mittelalters

Ein Klassiker der Geschichtsschreibung 


Fast 100 Jahre alt ist die Studie des niederländischen Historikers Johan Huizinga (1872-1945) über die Lebensformen des 14. und 15. Jahrhunderts, doch sein Meisterwerk »Herbst des Mittelalters« liest sich weithin wie ein brillantes Beispiel moderner Geschichtsschreibung. Jeder, der sich für die Welt des Mittelalters interessiert, sollte sich dem Vergnügen hingeben, dieses Buch zu lesen. 1919 erschien die niederländische Erstausgabe, bald folgten Übersetzungen in mehr als ein Dutzend Sprachen. Die deutsche Übersetzung (1924) war die früheste und fand so viel Widerhall, dass sie schon 1930 in dritter Auflage erschien. 

Huizinga war vornehmlich Kulturhistoriker, seine Darstellung schwelgt in bildhafter Anschauung des alltäglichen Lebens und verbindet die historische und psychologische Analyse. Die politischen Kräfte bleiben außerhalb der Betrachtung. Huizinga betrachtet das 14. und 15. Jahrhundert nicht wie üblich als Ursprung und Beginn der Renaissance, sondern als Epoche der Vollendung und des Absterbens der »überreifen« Kultur des Mittelalters. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Mittwoch, 6. August 2014

Vor 7000 Jahren – Prähistorie: Die Megalithkultur

Europas älteste Bauwerke 

Um 5000 vor unserer Zeitrechnung begannen die Menschen in Westeuropa, zunächst vor allem nahe der Atlantikküste, riesige Steine aufzustellen und kolossale Grabanlagen zu errichten. Nach dem griechischen »mega« für »groß« und »lithos« für »Stein« fasst die Wissenschaft diese archaischen Bauwerke unter dem Begriff »Megalithkultur« zusammen. Da es keine schriftlichen Zeugnisse aus dieser Zeit gibt und da bisher auch keine aussagekräftigen Siedlungsspuren entdeckt wurden, geben diese megalithischen Bodendenkmäler und ihre Trägergruppen den Forschern erhebliche Rätsel auf. 
 
Luftbild von Stonehenge, Steinkreis bei Salisbury (Foto, 2010)

 Die Zentren der Megalithkultur liegen auf der Iberischen Halbinsel, in Westfrankreich, dort vor allem in der Bretagne, und auf den Britischen Inseln. Der Steinkreis in Stonehenge im Südwesten Englands, wo die Arbeiten an der Anlage wohl um 2600 v. ehr. begannen, ist einer der bekanntesten Bauten der Megalithkultur. Die Tatsache, dass er etwa 2000 Jahre jünger ist als die ältesten Zeugnisse der Bretagne, weist darauf hin, wie lange sich die Megalithkultur in Europa gehalten hat. 

Was am 6. August noch geschah: 
1990: Wegen des Einmarschs in Kuwait verhängt der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen den Irak
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Filitosa, Corsica [5:21]

Hochgeladen am 25.02.2011 
Filitosa is a megalithic site in southern Corsica. The period of occupation spans from the end of the Neolithic era and the beginning of the Bronze Age, until around the Roman times in Corsica.

Dienstag, 5. August 2014

Heute vor 80 Jahren – 5. August 1934: Franklin D Roosevelt verkündet den »New Deal«

Neues Spiel, neues Glück

Stadtverwaltungen forderten Restaurantbesitzer auf, Essensreste von den Tellern zu kratzen und sie an Arbeitslose zu verteilen, jedes fünfte Kind in New York war unterernährt, Menschen standen in endlosen Schlangen vor den Suppenküchen. Solche Szenen prägten das Bild der USA der frühen 1930er-Jahre. Nach dem Börsencrash 1929, der in Europa als »Schwarzer Freitag« in die Geschichte einging, war der amerikanische Traum vom nicht endenden Wirtschaftswachstum geplatzt. 
 
Beschäftige einer Arbeitsmaßnahme im Rahmen des »New Deal«, 1935

Anders als sein Vorgänger Herbert Hoover, der auf die Selbstheilungskräfte des Marktes vertraute, setzte US-Präsident Franklin D. Roosevelt (1882-1945) auf massive Interventionen des Staates. »New Deal« nannte Roosevelt das ambitionierte Programm, das er heute vor 80 Jahren verkündete. Die wesentlichen Komponenten waren: Überwachung der Börsen, Arbeitszeitverkürzung, Investitionen in die Infrastruktur, Einführung einer Sozialversicherung und von Mindestlöhnen sowie ein Steuersystem mit niedrigen Steuer sätzen für Einkommensschwache und extrem hohe Steuersätze – bis zu 90% – für Spitzenverdiener. Roosevelt gilt als der am weitesten »links« stehende Präsident, den die USA jemals hatten.  

New Deal
▪︎ englische Wendung für »Neuverteilung der Karten«
▪︎ Roosevelts Wahlkampfslogan von 1932
▪︎ bezeichnet seine Wirtschafts- und Sozialreformen
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Montag, 4. August 2014

Sonntag, 3. August 2014

Die Welt in Zahlen, August 2014

Umsatz der Musikindustrie weltweit im Jahr 2012, in Milliarden Euro 11
Umsatz mit Kunstwerken und Antiquitäten weltweit im Jahr 2012, in Milliarden Euro  47
Mitgliederverlust der katholischen Kirche in Deutschland zwischen 2002 und 2012, in Prozent  8
Mitgliederverlust der evangelischen Kirche in Deutschland zwischen 2002 und 2012, in Prozent  11
Anstieg der Kirchensteuereinnahmen der katholischen Kirche in Deutschland in dieser Zeit, in Prozent  21 
Anstieg der Kirchensteuereinnahmen der evangelischen Kirche in Deutschland in dieser Zeit, in Prozent  13
Anteil polnischer Unternehmer, die glauben, dass die Konkurrenz Geschenke an Regierungsbeamte macht, um Vorteile zu erhalten, in Prozent  97,5
Anteil der Studienkredite in den USA, deren Schuldner älter als 40 sind, in Prozent  31
Durchschnittliches Lebenseinkommen eines Universitätsabsolventen in den USA, in US-Dollar  1 420 000
Durchschnittliches Lebenseinkommen eines Schulabsolventen in den USA, in US-Dollar  770 000
Jährlicher Urlaubsanspruch in Japan, in Tagen 18
Durchschnittliche Zahl der Urlaubstage, die ein japanischer Arbeitnehmer jährlich verfallen lässt 11
Jährlicher Urlaubsanspruch in Frankreich, in Tagen  30
Durchschnittliche Zahl der Urlaubstage, die ein französischer Arbeitnehmer jährlich verfallen lässt  0
Zementproduktion in den USA zwischen 1910 und 2012, in Milliarden Tonnen  5,2
Zementproduktion in China zwischen 2010 und 2012, in Milliarden Tonnen  6,2
Faktor, um den das Gehalt eines deutschen Dax-Vorstands durchschnittlich höher ist als das eines Angestellten eines Dax-Unternehmens  53
Faktor, um den das Gehalt eines amerikanischen Vorstands durchschnittlich höher ist als das eines Angestellten eines US-Unternehmens  296
Zahl der Flugzeugabstürze zwischen 1994 und 2013, bei denen Menschen ums Leben kamen  395
davon Abstürze wegen technischen Versagens 68
davon Abstürze wegen menschlichen Versagens 192
Zahl ausländischer Touristen in Deutschland im Jahr 2012, in Millionen  30
Zahl ausländischer Touristen in Frankreich im Jahr 2012, in Millionen  83
Zahl der essbaren Insektenarten 1900
Ausgaben der Europäischen Union zur Erforschung von Insekten als Nahrungsmittelquelle, in Millionen Euro  3


Amel Karboul – Geliebt und gehasst

Die Unternehmensberaterin Amel Karboul kehrte nach mehr als 20 Jahren in ihre Heimat Tunesien zurück, um Ministerin zu werden. Eine Politikerin wie sie hat das Land noch nicht gesehen. Porträt einer Frau, die niemanden kalt lässt.
mehr:
- Amel Karboul – Geliebt und gehasst (brand eins, August 2014)

Vor 2044 Jahren – August 30 v. Chr.: Das Ende des Ptolemäerreichs in Ägypten

Die letzte Blüte des Pharaonenreichs 

Mit der Eroberung Ägyptens durch Alexander den Großen 332/31 v. Chr. wurde das Land am Nil aus dem untergehenden Perserreich gelöst und der Herrschaft des makedonischen Königs und Feldherren unterstellt. Nach dem Tod Alexanders (323 v. Chr.) regierte in Ägypten die makedonische Dynastie der Ptolemäer, die das alte Ägypten zu seiner letzten Blütezeit führte. Das Ptolemäerreich erstreckte sich nach maßvoller Expansion schließlich bis Syrien und Zypern, bis an die Westküste Kleinasiens und bis auf die Ägäischen Inseln. Ab Mitte des 2. vorchristlichen Jahrhunderts war es weitgehend von der Gunst Roms abhängig. Die Dynastie und das Reich der Ptolemäer endeten mit dem Tod der Pharaonin Kleopatra im Jahr 30 v. Chr.

»Nadel der Kleopatra«, Obelisk im ägyptischen Alexandria
(Aquarell von Eduard Hildebrandt, 1862)
Residenzstadt und Herz des Ptolemäerreichs war Alexandria. Berühmte Bauwerke und Institutionen wie der Leuchtturm von Pharos, die bedeutendste Bibliothek der antiken Welt, Palast und Tempelanlagen machten die Küstenstadt zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum, das im gesamten Mittelmeerraum einen legendären Ruf genoss. Auch in römischer Zeit blieben der Ruhm und die Bedeutung der Stadt noch jahrhundertelang erhalten.

Kleopatra (69-30 v. Chr.) 
▪︎ ägyptische Königin 51-30 v. Chr.
▪︎ hatte mit Iulius Caesar einen Sohn
▪︎ war die Geliebte von Marcus Antonius
▪︎ nahm sich nach der Schlacht bei Actium das Leben
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Samstag, 2. August 2014

KenFM im Gespräch mit: Hans-Christof von Sponeck

KenFM im Gespräch mit: Hans-Christof von Sponeck (Teil 1) [1:08:59]

KenFM
Am 02.08.2014 veröffentlicht
Hans-Christof von Sponeck gehörte zu den ersten Wehrdienstverweigerern der damals jungen Bundesrepublik Deuschland. Im Anschluss entschied er sich für eine Bewerbung bei den Vereinten Nationen. Seit 1968 verbrachte er über 30 Jahre im Dienste der UN und war in dieser Zeit neben den Zentralen in New York und Genf unter anderem in Ghana, Pakistan und Botswana im Einsatz.
Seine letzte Station war der Irak. Von Sponeck legte 2000 aus Protest gegen die Sanktionspolitik der USA nach 17 Monaten in Bagdad das Amt nieder. 500 000 verhungerte Kinder als „Preis“, um das Land wieder auf „West-Kurs“ zu bringen, widersprachen allem, was er in der Menschenrechtscharta als richtig erkannt hatte.
Hans-Christof von Sponeck ist offiziell im Ruhestand. In der Realität ist der heute 75-jährige so umtriebig wie nie zuvor. So lehrte er beispielsweise bis vor kurzem im Zentrum für Konfliktforschung an der Universität Marburg und gibt Seminare an der Universität Basel. Zudem veröffentlicht er Artikel und Sachbücher.
Hans-Christof von Sponeck entstammt der alten Militärfamilie von Sponeck. Sein Vater, Hans Emil Otto Graf von Sponeck, 1888 geboren, kämpfte im Ersten und Zweiten Weltkrieg für Deutschland. Nachdem er seiner Einheit beim Russlandfeldzug 1941 eigenmächtig den Rückzug befahl, da die Rote Armee seine Truppe sonst aufgerieben hätte, wurde er am 23. Dezember 1942 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde von Adolf Hitler jedoch in eine lebenslange Haft umgewandelt.
Im Zuge des Hitlerattentates vom 20. Juli 1944 jedoch wurde die Haftstrafe durch Himmler erneut in eine Todesstrafe umgewandelt und General von Sponeck hingerichtet.
Damals war unser Gesprächspartner 5 Jahre alt. Der Tod des Vaters und die spätere Beschäftigung mit der deutschen Geschichte haben Hans-Christof von Sponeck tief geprägt und eine andere als eine militärische Laufbahn einschlagen lassen.
Hans Christoph von Sponeck hat sich ohne Wenn und Aber dem Frieden verschrieben, zu dem es seiner Meinung nach keine Alternative gibt.
Kooperation statt Konkurrenz.
Demut statt Überheblichkeit.
Humanismus statt Militarismus.
Wir trafen den langjährigen UN-Diplomat in der Nähe Freiburgs und sprachen mit ihm über die Bilanz seiner Arbeit und die aktuellen Krisenherde der Welt, den Irak, die Ukraine und Gaza. Das Gespräch dauerte rund 120 Minuten und hat uns als Redaktion tief beeindruckt. Hans-Christof von Sponeck gehört zu den intellektuellen Lichtblicken in diesem Land. Für ihn sind Ethik und Moral keinen Mode, die man mal mehr, mal weniger vor sich her trägt.
Die Zentrale Botschaft, die wir aus dieser Begegnung mitnehmen konnten, lautet:
Frieden ist möglich, wenn wir, die Bürger, endlich den Mut aufbringen, den Kriegstreibern in allen Bereichen zu widersprechen.
Teil Zwei: http://www.youtube.com/watch?v=TcJJ1-...
http://www.kenfm.de
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http://www.twitter.com/wwwkenfmde
http://kenfm.de/unterstutze-kenfm

KenFM im Gespräch mit: Hans-Christof von Sponeck (Teil 2) [56:15]

KenFM
Am 05.08.2014 veröffentlicht
Gleicher Info-Text wie oben

Freitag, 1. August 2014

Heute vor 100 Jahren – 1. August 1914: Das Deutsche Reich erklärt Russland den Krieg

Der »Große Krieg« – der Erste Weltkrieg 

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs endete eine ungewöhnlich lange Phase relativen Friedens in Europa: Mehr als vier Jahrzehnte lang hatte es keinen großen militärischen Konflikt mehr unter Europas Mächten gegeben. Als ein bosnisch-serbischer Nationalist jedoch am 28. Juni 1914 in Sarajevo den österreichisch-ungarischen Thronfolger erschoss, löste dieses Attentat zunächst heftige diplomatische, dann militärische Aktivitäten aus, die schließlich in den Ersten Weltkrieg führten. 

Abfahrt eines Truppentransports von einem Berliner Bahnhof, August 1914
Am 28. Juli 1914 erklärte Österreich-Ungarn mit deutscher Rückendeckung Serbien den Krieg, schon am folgenden Tag beschossen österreichische Truppen Belgrad. Daraufhin ordnete Russland, Verbündeter Serbiens, am 30. Juli die Gesamtmobilmachung seiner Truppen an, was wiederum Deutschland die Gelegenheit gab, das Zarenreich als Aggressor hinzustellen und Russland heute vor 100 Jahren, am 1. August 1914, den Krieg zu erklären. Aufgrund von Bündnisverpflichtungen waren wenige Tage später alle europäischen Großmächte, ab April 1917 auch die USA, in den Krieg verwickelt, der 9 Mio. Soldaten und 6 Mio. Zivilisten das Leben kostete. 

Kriegführende Parteien 1914  
▪︎ Entente – Großbritannien, Frankreich, Russland 
▪︎ Mittelmächte – Deutschland, Österreich-Ungarn, Osmanisches Reich 
  
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Donnerstag, 31. Juli 2014