Donnerstag, 9. Oktober 2014

Ein kurzer Kommentar zu fast allem

Anlaß für diesen Kommentar ist die neueste Meldung aus der Ukraine:
- Wer sabotiert die Aufklärung der Maidan-Todesschüsse? (Ulrich Heyden, Telepolis, 09.10.2014)
Valentin Naliwajtschenko, Chef des ukrainischen Geheimdienstes gab sieben Monate nach den Todesschüssen auf dem Majdan die Verhaftung von vier ehemaligen hochrangigen SBU-Offizieren bekannt, was von der Generalstaatsanwaltschaft demeniert wurde: Niemand sei in Haft. 

Ich weiß nicht, welchen Äußerungen von wem in der Ukraine man je hat trauen können. Entweder ich habe das Gefühl, da redet einer dummes Zeug 

(Timoschenko: Die acht Millionen Kazap [abwertende Bezeichnung von Russen] solle man »mit Atomwaffen erschießen.« 
[siehe Abgehörtes Timoschenko-Telefonat: "Dem Drecksack in die Stirn schießen"Benjamin Bidder, SPIEGEL Online, 25.03.2014])
 oder jemand lügt 
(Büro des Präsidenten Poroschenko: Nachdem dort eine russische Militärkolonne die Grenze durchbrochen hat, meldet die ukrainische Armee nun, die meisten Fahrzeuge der Kolonne seien zerstört worden. [Konflikt um Grenzverletzung: Ukraine meldet Angriff auf russischen MilitärkonvoiSPIEGEL Online, 15.08.2014, auch 
Kiew hält die Welt zum Narren, Propagandaschau, 15.08.2014])
 oder jemand lügt und spinnt gleichzeitig 
(ukrainischer Verteidigungsminister Walerij Geletej: Flughafen der ostukrainischen Stadt Luhansk sei möglicherweise mit nuklearen Gefechtsköpfen von einem Granatwerfer des Typs "2S4 Tjulpan" beschossen worden. 
Facebook-Propaganda: Kiews Verteidigungsminister erntet Spott für Bericht über Atomschlag, SPIEGEL Online, 22.09.2014, 
siehe auch 
Ukrainische Propaganda, Wikipedia).


Einer der maßgeblichen Akteure bei der Öffentlichkeitsarbeit der Regierung in Kiew ist das Ukraine Crisis Media Centre, das von verschiedenen PR-Agenturen finanziert wird, unter anderem vom amerikanischen Investor George Soros. Das Netzwerk, das Journalisten mit Informationen versorgt, ist überzeugt, dass „die Ukraine das Opfer einer ‚russischen Aggression‘ [ist] und die Behauptung einer rechtsradikalen Gefahr durch die neue Regierung Teil der russischen Propaganda“ sei.[484]
 (Krieg in der Ukraine seit 2014, Ukrainische Propaganda, Wikipedia)

Einen Staat, der solche Leute an seiner Spitze hat, will ich nicht in der EU haben. Für diesen Staat will ich auch nicht meine Kinder in den Krieg schicken. Für dieses Land will ich auch nicht viel Geld ausgeben, das landet sowieso nur bei den Oligarchen. Und für Medien, die jede ukrainische Aufgeregtheit als neuste Katastrophen-Meldung verkaufen, für die der böse Putin verantwortlich ist, will ich auch kein Geld ausgeben.

Zitat aus Realsatiriker Josef Joffe gibt Zugabe (Markus Kompa, Telepolis, 07.10.2014):

»Wir leisten uns den teuersten Rundfunk der Welt, weil wir keinen Volksempfänger, sondern unabhängigen Journalismus wollen - so jedenfalls der verfassungsgemäße Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. […] So machte der mit ca. einer halben Million Euro/Jahr an GEZ-Geldern ausgestattete heutige WDR-Intendant Tom Buhrow für die ultrakonservative deutsch-amerikanische Lobby Atlantik-Brücke e.V. 2009 den Festredner, wo er den US-Botschafter lobte, der nicht einmal die Sprache seines Gastlandes spricht. Auch ZDF-Starjournalist Claus Kleber, der ähnlich gut wie Buhrow verdient, ist mit seiner journalistischen Tätigkeit nicht so ausgelastet, als dass er nicht auch Zeit für das Kuratorium der Atlantik-Brücke hätte.«

Sollen die Ukrainer meinetwegen Knüppel, Decken und auch Gulaschkanonen kriegen (Kurdische Kämpfer lernen Umgang mit Bundeswehr-Gulaschkanonen, Hamburger Abendblatt, 09.10.2014), meinetwegen auch Gulaschkanonen, die fliegen können (Bundeswehr will Drohnen in die Ostukraine schicken, ZEIT, 04.10.2014). Aber die Denke dieser Leute ist mir so fremd, daß mir eine Orientierung – auch auf absehbare Zeit hin – völlig unmöglich erscheint.

Man sehe sich »die syrische Opposition« an. Was ist denn draus geworden? Inzwischen haben unsere Medien nicht zwei (böser Assad und gute Opposition) sondern drei Parteien in Syrien ausgemacht (böser Assad, böse islamische Opposition, die mit der IS gemeinsame Sache macht und wahrscheinlich gute pro-westliche Opposition). (US-Krieg gegen IS stärkt das Assad-Regime, Florian Rötzer, Telepolis, 09.10.2014) Na, dann kann ja die Suche nach den Verantwortlichen für die Giftgas-Angriffe von Neuem beginnen. (Giftgasangriff von Ghuta, Wikipedia) 

Auch mit der Türkei wird man irre: die Kurden sollen unterstützt werden, weil die gegen den IS kämpfen, aber von Erdogan wird die PKK weiterhin als terroristische Vereinigung eingestuft. Wie wär’s, wenn von der Leyen ein Gulasch-Kanonen-Drohnen-Bataillon aufstellt und den IS ferngesteuert mit Schweinehack beschießen ließe?

Und Transatlantiker Josef Joffe darf, nachdem er gegen Die Anstalt eins draufgekriegt hat (Realsatiriker Josef Joffe gibt Zugabe, Markus Kompa, Telepolis, 07.10.2014) einen neuen Profilierungsversuch unternehmen und in seinem Blatt die moralische Trommel rühren:

- Der Sklavenstaat – Ein UN-Bericht brandmarkt den IS-Terror gegen Muslime (ZEIT Online, 09.10.2014)
Glaubt er wirklich, daß dieses »Wir sind die Guten, da sind die Bösen«-Gebrabbel noch zieht? (Der Artikel ist sinnigerweise unter der Rubrik »Zeitgeist« erschienen.) Ich habe dieses Gutmenschentum satt, ich will Realität! 

Realität in Deutschland ist, daß vier bis dahin erfolgreiche Steuerfahnder, die sich mit Liechtensteiner Schwarzgeld-Konten befaßten, 1999 per Gefälligkeitsgutachten für paranoid erklärt und in den Zwangs-Ruhestand versetzt wurden und der Fall 15 Jahre später noch nicht aufgeklärt ist. (Steuerfahnder-Affäre, Wikipedia; Artikelsammlung bei Rudolf Schmenger) 


Realität in den deutsch-amerikanischen Beziehungen ist, daß der Botschafterposten der Amis in Deutschland käuflich ist und der Botschafter noch nicht einmal der deutschen Sprache mächtig zu sein braucht. [William Timken, Wikipedia] 
Realität in den deutsch-amerikanischen Beziehungen ist, »dass von amerikanischen Stützpunkten in Deutschland Einsätze bewaffneter ferngesteuerter Luftfahrzeuge weder geflogen noch befehligt werden«, wie die US-Regierung der deutschen versichert hat, aber das Gegenteil der Fall ist. (Drohnenkrieg der USA »Ohne Ramstein wäre das unmöglich«, Tagesschau, 03.04.2014; siehe auch: Drohnenopfer verklagen Bundesregierung UPDATE, Telepolis, 16.10.2014; Der Tod kam auch aus Ramstein, Telepolis, 17.10.2014)

Rise Up Against Saddam Hussein - Three Kings Scene [2:21]


Hochgeladen am 05.01.2011
A scene from the movie Three Kings in where George Clooney attempts to acquire automobiles belonging to the disbanded Iraq military

Realität im Irak ist, daß in zehn Jahren Krieg 1,5 Millionen Menschen durch direkte Gewalteinwirkung zu Tode gekommen sind. (Body Count - Opferzahlen nach 10 Jahren Krieg gegen den Terror, AGFriedensforschung Kassel, 18.05.2012; Beachte: nicht mitgezählt sind die durch Flucht, Hunger und medizinische Mangelversorgung Gestorbenen. Beachte auch: »Trotzdem beziehen sich fast alle Medien bezüglich der Opferzahlen im Irak bis heute auf den Irak Body Count, ein Projekt das weniger als 10% der Kriegsopfer registriert.«
Laut UN-Bericht sind durch den Vormarsch des IS in acht Monaten 24.000 Zivilisten ums Leben gekommen. Das sind hochgerechnet auf ein Jahr 36.000 Tote. Da muß sich der IS aber ranhalten, um an den Irak-Krieg heran zu kommen. Zynisch? Ja!

Are We Shooting? - Three Kings [1:13]


Hochgeladen am 27.09.2008
Scene From Three Kings

Zynische Realität in den USA ist, daß im Zeitraum von 1900 bis 1985 in den USA 350 Menschen zum Tode verurteilt [wurden], deren Unschuld später bewiesen wurde. Bei 23 von ihnen wurde erst postum die Unschuld festgestellt.[7] (Quelle: Amnesty International, zitiert in Todesstrafe in den Vereinigten Staaten, Wikipedia) Seit der Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 sind in den USA 22 Menschen hingerichtet worden, die zur Tatzeit unter 18 Jahre alt waren. (Todesstrafe in den Vereinigten Staaten, Wikipedia) 
Zynische Realität ist weiterhin, daß es »nach Zählungen des Death Penalty Information Center seit 1976 bei mindestens 44 Hinrichtungen ernsthafte Probleme gab« (117 Minuten Todeskampf nach Giftspritze, Bild, 10.10.2014), allein 2014 kämpften drei Verurteilte 25, 43 und 117 Minuten mit dem Tod. (Verunglückte Hinrichtungen – Wenn die Giftspritze zum Folterinstrument wird, Focus, 24.07.2014)

3sat Kulturzeit: Gespräch mit Horst-Eberhard Richter über den Film Dead Man Walking [11:47]


Hochgeladen am 23.02.2012

Zynische Realität in unserer westlichen Welt ist, daß Jean Ziegler (Jean Ziegler, ein wahrhaftiger Mensch, Post vom 10.09.2013), ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, 2008 bis 2012 und seit 2013 wieder Mitglied des Beratenden Ausschusses des Menschenrechtsrates der UN, der behauptet, daß alle fünf Sekunden ein Kind an Hunger stirbt und daß jedes dieser Kinder ermordet worden ist („Ich bin so radikal, weil ich die Opfer kenne“, Tagesspiegel, 07.01.2013), wegen seiner Äußerungen von Privatleuten und Institutionen mit Klagen überzogen, 2011 mit 6 Millionen EUR in die Privatinsolvenz ging.

Zynische Realität in unserer westlichen Welt ist, daß das hinter verschlossenen Türen verhandelte (»Freiheit und Demokratie!«, juchuu) Transatlantische Freihandelsabkommen unter anderem die Privatisierung der Wasserversorgung ermöglichen (das ist euphemistisch formuliert!!) soll (Wasser wird Ware, junge Welt, zitiert nach AG Friedensforschung, 09.12.2013), ein Vorhaben, das unter Garantie keine Verbesserungen sondern den Bürger nur mehr Geld kosten wird. 

(Water Makes Money - Wie private Konzerne aus Wasser Geld machen, Post vom 16.02.2013, Braunschweig: Stadt muß Verdopplung der Schulden durch Privatisierung einräumen, Piratenwiki, 06.06.2013; »Water makes Money«, Neue Rheinische Zeitung; Water Makes Money, Wikipedia) 

Realität ist, daß Realität in unseren Medien nicht (mehr) abgebildet sondern, nach Interessengesichtspunkten verzerrt, verkauft wird. 

Realität ist, daß unsere Leitmedien zunehmend durch US-amerikanische Denke infiltriert werden. 
Realität ist, daß unsere westliche Wirtschaft unsere westliche Demokratie zunehmend aushebelt. 
Realität ist, daß unser freiheitlich-demokratisches Leben immer weniger von ethischen Regeln und immer mehr durch kurzfristige materielle Interessen bestimmt wird. 
Realität ist, daß die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen eine Geschwindigkeit angenommen haben, die besonnenes Nachdenken immer schwieriger macht. 
Realität ist, daß Besonnenheit gefragt ist. Die Frage lautet: Wer interessiert sich für Besonnenheit?

Stoiber 10 Minuten Transrapid [1:16]


Hochgeladen am 17.10.2006
Rede Stoibers zum Transrapid

Through an interpreter, one of his soldiers asked one of the Americans if he believed in God. The American shook his head no and said he didn’t. Overhearing the conversation, Hasanzada quickly ordered the interpreter not to respond. But it was no use: the Afghan soldier had seen the American’s body language and understood. “My soldier got very upset, quit the army within days, and gave his salary to poor local people,” says Hasanzada. “At least he didn’t react with his Kalashnikov.” (aus Afghanistan: ‘Green on Blue’ Killings Explained, Sami Yousafzai, Newsweek, 27.08.2012)

Unverständlich? Wie wär’s, wenn wir die Frage des afghanischen Soldaten an den Amerikaner ein wenig freier übersetzen: »Beruht Dein Handeln auf moralischen Grundsätzen?« oder »Führst Du ein Leben, welches moralischen Grundsätzen gehorcht?« Wäre dann die Reaktion des afghanischen Soldaten nachvollziehbar?


Nach einer Geschichte, die ich gehört (und hoffentlich richtig erinnert) habe, besuchte Präsident Truman den befreundeten James E. Hoover, den Begründer des FBI, der 1956 COINTELPRO institutionalisierte. In Hoovers Bücherregal entdeckte Truman die drei Bände von Marx’ Kapital und fragte Hoover, warum er diese Bücher lese. Hoover soll geantwortet haben: »Man muß kennen, was man bekämpfen will.«


Was wissen wir über den IS? Wer macht sich Gedanken über den IS? 

Wieviel sind uns moralische Grundsätze noch wert? 
Wie unterscheiden sich die moralischen Grundsätze der US-Amerikaner von den moralischen Grundsätzen des IS? (Die Frage meine ich absolut ernst!) 
Oder hat der IS keine Moral? 
Oder haben die US-Amerikaner keine Moral? 

Warum ist der afghanische Soldat gegangen?



aktualisiert am 06.02.2016

Heute vor 25 Jahren – 9. Oktober 1989: Große Montagsdemonstration in Leipzig

»Wir sind das Volk« 

Schon die Friedensgebete der evangelischen Kirche, die seit 1982 regelmäßig in der Leipziger Nikolaikirche stattfanden, waren dem DDR-Regime ein Dorn im Auge. Im Herbst 1989 wurde die Stadt dann die Geburtsstätte und das Zentrum der Montagsdemonstrationen und damit der Ausgangspunkt der friedlichen Revolution in der DDR. Die Staatsmacht reagierte zunächst mit Härte und Ordnungsstrafen auf die Protestzüge, doch statt abzuschrecken, führte die harte Reaktion zu einer weiteren Solidarisierung der Menschen. 
Leipziger Demonstranten mit einem Transparent
»Wir wollen keine Gewalt, wir wollen Veränderungen«, 9.10.1989
Am 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der DDR, gingen die Sicherheitskräfte gewaltsam gegen die Demonstranten vor: 150 Verletzte auf beiden Seiten waren die Bilanz. Für die Demonstration am 9. Oktober zog die Regierung Tausende Sicherheitskräfte zusammen. Bekannte Bürger der Stadt riefen zur Besonnenheit auf, doch niemand wusste, was an diesem Abend geschehen würde. 70.000 Menschen versammelten sich, zogen über den Innenstadtring, forderten »freie Wahlen« und »Veränderungen«. Die große Menschenmenge ließ das Regime von einem Einschreiten absehen. Alles verlief friedlich. Einen Monat später fiel die Mauer. 

Zitat Kurt Masur 
»Ich weiß von vielen Menschen, die alles riskiert haben, die sich von ihren Eltern verabschiedet haben an diesem Tag.« (Kurt Masur, Wikipedienberg – Abenteuer Geschichte 2014
Am 9. Oktober 1989, dem Tag der Leipziger Montagsdemonstrationen, gehörte Masur zu den sechs prominenten Leipzigern (neben den Sekretären der SED-Bezirksleitung Kurt Meyer, Jochen Pommert und Roland Wötzel, dem Kabarettisten Bernd-Lutz Lange und dem Theologen und Stasi-Mitarbeiter Peter Zimmermann), die den Aufruf Keine Gewalt! verfassten. Dieser Aufruf wurde während der Demonstration mehrfach über die Lautsprecher des Leipziger Stadtfunks verbreitet und trug so maßgeblich zu deren friedlichen Ablauf bei. Am 27. Dezember 1989 wurde Masur erster Ehrenbürger der Stadt Leipzig nach der politischen Wende in der Deutschen Demokratischen Republik. 2014 erhielt Masur für seine Engagement bei der Friedliche Revolution die Goldene Henne in der Kategorie "Politik".[12] (Kurt Masur, Wikipedia)

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“

Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UNHRC) hat den früheren schweizerischen Abgeordneten und angesehenen Vorkämpfer für die Menschenrechte Jean Ziegler, der in der Vergangenheit auch UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung gewesen ist, zum Leiter der Sonderkommission des Rats zur Untersuchung der Aktivitäten der Geierfonds berufen. Die Resolution wurde dem UNHRC von Argentinien vorgeschlagen und am 26. September von den Mitgliedern beschlossen. Sie verurteilt die Aktivitäten der Geierfonds als Verletzung der Menschenrechte und des Rechts auf Entwicklung und schuf die aus 18 internationalen Experten bestehende Untersuchungskommission.
mehr:
- Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“ (Bürgerrechtsbewegung Solidarität, 08.10.2014)

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Wegen massiver Kritik an Schweizer Politik, Wirtschaft, Finanzwesen sowie deren Institutionen in seinen Publikationen wurde er immer wieder als „Landesverräter“ angegriffen und von mehreren Instituten und Privatpersonen, zum Teil erfolgreich, zivil- und strafrechtlich belangt. Die Verurteilungen zu Schadensersatzleistungen trieben ihn in den wirtschaftlichen Ruin. Im Jahr 2011 soll sein Schuldenstand nach eigener Aussage bei 5,5 bis 6 Millionen Euro gelegen haben, die vor allem aus verlorenen Prozessen wegen Rufschädigung und ähnlichem stammen, die durch von ihm zuvor kritisierte Unternehmer und Banken angestrengt wurden.[3][7]Ziegler meinte dazu in einem Interview, dass ihn alleine die Bezeichnung eines bekannten Schweizer Wirtschaftsanwalts als „Geier“ 320'000 Schweizer Frankengekostet habe, der allerdings später rechtskräftig als Betrüger verurteilt worden und daher nun legal auch so bezeichnet werden dürfe. Moussa Traoré, der 23 Jahre Präsident von Mali (einem der ärmsten Länder der Welt) war, bekam 180'000 Franken Schadensersatz zugesprochen. Ziegler hatte ihn als „Kleptokrat“ bezeichnet und geschrieben, dass dieser zwei Milliarden US-Dollar aus der Staatskasse auf sein Privatkonto in der Schweiz verschoben habe, während die Menschen in seinem Land an Hunger starben. Traoré wurde später in Mali wegen der Veruntreuung von Staatsgeldern zum Tode verurteilt.[3] Die Bezeichnung des chilenischen Diktators Augusto Pinochet als „Faschist“ sei dagegen mit 2'000 Franken Bussgeld wegen „übler Nachrede“ eher günstig gewesen. Ziegler hat ferner mehrfach öffentlich bekannt, wegen der Prozessschulden insolvent zu sein. Das Haus, in dem er wohne, gehöre daher seiner Frau, und sein Auto sei nur geleast.[3]
[Jean Ziegler, Leben, Wikipedia, abgerufen am 24.02.2019]
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siehe auch:
- Jean Ziegler – ein wahrhaftiger Mensch (Post, 10.09.2013)

Jean Ziegler - Der Optimismus des Willens [Offizieller Trailer] {1:47}

W-film Distribution
Am 03.02.2017 veröffentlicht 
Homepage - http://wfilm.de
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Instagram - https://www.instagram.com/wfilmdistri...
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Der junge Jean Ziegler war 1964 bei der ersten Weltzuckerkonferenz der UNO in Genf der Chauffeur von Che Guevara. Als Ziegler den großen Revolutionär fragte, ob er ihn denn nicht mit nach Kuba nehmen könnte, antwortete ihm Guevara, dass Ziegler in Genf bleiben müsse, um gegen den Kapitalismus zu kämpfen. Seit diesem schicksalhaften Moment kämpft der Schweizer als Schriftsteller, Redner, Professor und mit politischem Engagement bei der UNO gegen die Ungerechtigkeiten der Welt und den Einfluss mächtiger Oligarchen.
Doch als der heute 82-Jährige nach Kuba reist, trifft er die karibische Insel im Wandel vor und sieht plötzlich all seine Ideen auf dem Prüfstein. Ob Ziegler in seinen Bestrebungen siegreich war? Oder hat das kapitalistische Monster, wie Guevara zu sagen pflegte, die Oberhand behalten?
(Quelle: filmstarts.de)
„Jean Ziegler – Der Optimismus des Willens“ wurde uraufgeführt auf dem Internationalen Filmfestival in Locarno und startet am 23. März 2017 in den deutschen Kinos. Jean Ziegler wird zusammen mit Regisseur Nicolas Wadimoff in Köln zu Gast sein bei der Deutschlandpremiere am 18. März im Odeon Kino. Außerdem erscheint am 13. März das neue Buch von Jean Ziegler „Der schmale Grat der Hoffnung“ im Verlag C. Bertelsmann, das er in Frankfurt (16.3.), Köln (17.3.) und Berlin (22.3.) vorstellen wird.
Website: http://jeanziegler.wfilm.de/
Facebook: https://www.facebook.com/jeanziegler....

"Hunger ist ein organisiertes Verbrechen" - Prof. Jean Ziegler - Der Optimismus des Willens {1:32:16}

MrMarxismo
Am 15.04.2018 veröffentlicht 
"Hunger ist ein organisiertes Verbrechen" - Prof. Jean Ziegler - Der Optimismus des Willens
Fakt ist:
"Hunger im 21.Jahrhundert ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Lebensmittel stehen jederzeit an jedem Ort der Welt zur Verfügung, wenn auch zu einem hohen Preis.
Das ist das Fazit eines Symposions an der Harvard-Universität, wo sich vor einiger Zeit namhafte Forscher über das "Phänomen Somalia" gebeugt haben.
Heutzutage seien Hungersnöte immer von Menschen gemacht, so die Forscher."
Quelle:
FAZ (23.2.2012)
"Der Hunger tötet weltweit ungefähr 100.000 Menschen täglich. Kaum jemand spricht über diesen Völkermord, von Abhilfe ganz zu schweigen."
Prof. Jean Ziegler (Ex-UN - Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung)
Während 20% der Menschheit in den reichen Ländern ca. 80% der Ressourcen verbrauchen, (USA ca. 6% verbrauchen ca. 50% aller Ressourcen) hungern gleichzeitig weltweit mehr als 1 Milliarde Menschen (vielfach Kleinbauern, ohne eigenes Land oder ausreichend bezahlte Lohnarbeit) und es sterben Viele an armutsbedingten Krankheiten...
Weltweit gibt es nicht nur einen großen Nahrungsmittelüberfluss, sondern es werden auch viele Millionen Tonnen Lebensmittel bewusst vernichtet!
Fakt ist:
Nach Angaben der FAO könnte die heutige Landwirtschaft kann ca.12 Mrd. Menschen ernähren!
Sie schreiben: „Der dritte Weltkrieg gegen die dritte Welt hat längst begonnen. 54 Millionen Menschen sind 2016 gefallen.“
Das ist doch polemisch gemeint, oder?
Nein, das ist durch Fakten belegt. Diese Menschen sterben durch Kriege, Hunger, Kindersterblichkeit, durch verseuchtes Wasser oder an sich längst besiegte Epidemien.
Wer konkret führt diesen Krieg?
Wir leben unter der Weltdiktatur des globalisierten Finanzkapitals.
Die Oligarchie der 500 größten Konzerne kontrolliert 52,8 Prozent des Weltbruttosozialproduktes, also aller in einem Jahr produzierten Reichtümer.
Das ist eine Machtfülle, wie sie kein König, Kaiser, Papst je hatte.
Die Konzerne entschwinden jeder staatlichen Kontrolle und folgen nur einer Strategie: Profitmaximierung. Heute sind in den USA die Milliardäre ja direkt an der Macht.
Ist der Kapitalismus reformierbar?
Glaube ich nicht.
Die Grundprinzipien sind seit 200 Jahren Konkurrenz, Marktwillkür und Monopolisierung von Macht. Dem gegenüber lebt in uns der Wille zu einer ganz anderen Gesellschaft, die nach dem Prinzip organisiert ist: von jedem nach seinen Fähigkeiten, für jeden nach seinen Bedürfnissen."
Quelle:
Prof.Jean Ziegler

Jean Ziegler: "Wir leben in einer kanibalischen Weltordnung" {28:18}
MDR KULTUR
Am 24.03.2017 veröffentlicht 
Auch in "Der schmale Grat der Hoffnung" widmet sich der Schweizer Soziologe, Politiker und Autor Jean Ziegler der Globalisierungskritik. Bernd Schekauski spricht mit ihm.
zuletzt aktualisiert am 24.02.2019

IPPNWforum: Fukushima

Im IPPNWforum Nr. 138 finden sich ein interessantes Interview über Fukushima (S. 34):- Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel. (IPPNWforum 138, S. 22)
- 6 Fragen an … Mako Oshidori, Journalistin und Unterhaltungskünstlerin aus Japan (S. 34)
Zitat:
In einem Interview wurde mir berichtet, dass die Todeszahlen der Arbeiter von Tepco geschönt werden. Das heißt die Liquidatoren, die außerhalb der Arbeitszeiten starben, werden in der Statistik nicht beachtet. Bis zur Katastrophe von 2011 galten 100 Millisievert (mSv) über fünf Jahre als Grenzwert für die Arbeiter. Danach wurde er auf 250 mSv in einem Jahr erhöht. Manche Arbeiter erhielten Strahlendosen von bis zu 678 mSv. Seit 2012 sind es wieder 100 mSv in fünf Jahren. Arbeiter, die jetzt dem Grenzwert nahekommen, werden entlassen, da man sonst die Kosten für eine Krebsuntersuchung übernehmen müsste.
Die Zeitschrift kann man sich online hier ansehen. 
dazu auch:
- Wachrütteln und über Atomkraft aufklären – Mako Oshidori recherchiert die Fukushima-Folgen (3sat, 11.03.2014)

Mass media interrupts free-lance journalist's accusing the gov't of another Fukushima worker's death {8:05}

Hochgeladen am 25.10.2011
Makorine of Oshidori, a comedienne of Yoshimoto Kogyo Co., Ltd. and beginning journalist of News for the People in Japan(NPJ) knew that a young worker in Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant had been exposed to 60 millisievert(mS), had been ordered to stay at home in August and had died of myocardial infarction in Octorber.
While neither the gov't nor TEPCO will only anounce his death but both say they need not know the death because he was exposed just to a dose of 60mS, less than 100mS, the limit.
But Oshidori claims the gov't should know of the worker' death even if he was exposed to a dose less than 100mS. But Parliamentary Secretary Sonoda tries to repeat an evasive answer.
That time, Naoki Otake of Sanke Shinbun bursts out interrupting her question again somehow in the integrated press conference held in the headoffice of TEPCO on Oct 24 2011.
Naoki Otake interrupts Oshidori's question on Oct 17 2011:
When will Ministry of Economy quit a cozy relationship with TEPCO?:
http://www.youtube.com/watch?v=jJDeyI... (6:45)

The website of Osidori (in Japanese):
http://oshidori.laff.jp/
http://oshidori-mako.laff.jp/ (diary of Makorine)
http://twitter.com/intent/user?screen...)

The website of News fot the People in Japan (in Japanese):
http://www.news-pj.net/

The original video by IWJ:
http://www.ustream.tv/recorded/18081533

About the donation for IWJ:
http://iwakamiyasumi.com/archives/3338

"Fukushima außer Kontrolle", AKW Neckarwestheim, 09.03.14: Detlev Schauwecker, Oshidori Mako {22:21}

Veröffentlicht am 14.03.2014

Heute vor 66 Jahren – 8. Oktober 1958: Der erste Herzschrittmacher wird implantiert

Neuer Schwung für das Herz 

Arne Larsson war erst 43 Jahre alt, doch im Herbst 1958 schien sein Leben vorbei zu sein. Seine Herzrhythmusstörungen hatten sich infolge einer Infektion erheblich verschärft. Das Herz des Schweden schlug nur noch 28-mal in der Minute, er verlor fast stündlich das Bewusstsein und musste mehrmals täglich wiederbelebt werden. Eben in jenen kritischen Tagen las seine Frau in der Zeitung, dass der Kardiologe Åke Senning in Stockholm an der Entwicklung eines Herzschrittmachers arbeitete, und sie überredete ihn zu einer Notoperation. 
Frühes Modell eines Herzschrittmachers, 1961
Unter Vollnarkose öffnete Senning eine Vene im Oberarm, schob zwei Leitungen zum Herzen und verankerte sie dort. Danach pflanzte er den batteriebetriebenen Taktgeber in eine Hauttasche im Brustbereich und verband Kabel und Schrittmacher. Die Herzfrequenz des Patienten erhöhte sich, ausreichend Blut wurde transportiert. Fünf Monate hielt die erste Batterie, dann wurde sie ausgetauscht. Arne Larsson konnte fortan ein aktives Leben führen, Sport treiben und Flugreisen unternehmen. Er wurde 86 Jahre alt, 26 Herzschrittmacher hielten ihn 43 Jahre lang auf Trab. 

Was am 8. Oktober noch geschah: 
1910: In Dübendorf bei Zürich wird der erste Flughafen der Schweiz eingeweiht. 

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

IPPNWforum: Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel.

Im IPPNW-Forum Nr. 138 finden sich einige interessante Artikel über die Ukraine. Ich empfehle vor allem den Übersichtsartikel von Kai Ehlers
- Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel. (IPPNWforum 138, Juni 2014 S. 22)
Die Zeitschrift kann man sich online hier ansehen. 

ebenfalls empfehlenswert:
- Assoziationsabkommen und EU-Expansionspolitik – Die Rolle der EU im Eskalationsprozess in der Ukraine (S. 24)
- Die Wahrheit stirbt im Krieg zuerst – Deutsche Medien und die Krise in der Ukraine (S. 26)
- Das Ziel ist Russland, gemeint sind andere – Die EU steht vor dem Scherbenhaufen einer ihr aufoktroyierten Politik (S. 27)
- Ukraine – ein mit System organisiertes Chaos – Vorschläge für eine Deeskalation und friedliche Überwindung des Konflikts (S. 28)

Dienstag, 7. Oktober 2014

Zitat: Ruhrgebiet




Im Land der Gruben und Schlote 

 Der Redakteur und Schriftsteller Gustav Koepper (1872-1969) veröffentlichte 1899 unter dem Titel »In Plutos Reich« eine Reihe von Reiseberichten aus dem Ruhrgebiet, das zu jener Zeit gewöhnlich noch als »Rheinisch-Westfälischer Industriebezirk« bezeichnet wurde. Per Eisenbahn machte er sich auf die Reise durch die Städte und Industrieanlagen an Emscher und Ruhr und schilderte ausführlich seine Eindrücke. Insbesondere widmete er sich dem Bergbau sowie der Eisen- und Stahlindustrie. Er unternahm eine Grubenfahrt und eine Bootsfahrt durch den Ruhrorter Hafen, besichtigte das kruppsche Gussstahlwerk und berichtete vom Leben unter Tage und an den Hochöfen, von einer Welt also, die den meisten Deutschen in jener Zeit völlig fremd war. Die Faszination, die von den Fabriken der Schwerindustrie ausging, führte in der Zeit der Hochindustrialisierung vor dem Ersten Weltkrieg eine ganze Reihe von Korrespondenten aus dem Reich ins Kohlerevier. Ihre Reiseberichte, die häufig in Form mehrteiliger Folgen in den großen deutschen Zeitungen erschienen, stießen bei den Lesern auf große Resonanz.
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

Links aus Safari per Mail versenden

Nach meinem Umstieg von Firefox auf Safari war ich enttäuscht, weil es keinen Menübefehl gibt, über den man Links per Mail verschicken kann. Dann kam mir der folgende Artikel unter…


Nicht selten stößt man beim Surfen durch das weltweite Netz auf interessante Webseiten, die man gerne mit anderen teilen möchte. 

Statt die URL über die Zwischenablage in eine Mail einzufügen, kann Safari über die Tastenkombination "Umschalten-Befehl-I" die Adresse der aktuellen Seite direkt in eine neue E-Mail einfügen. Mail muss dabei nicht geöffnet sein, sondern wird bei Bedarf gestartet. Als Betreff fügt diese Methode den Titel der Seite ein. Wem das zu wenig ist, lässt einfach die Umschalttaste weg. Dann kopiert Safari statt der URL gleich die gesamte Website samt aller Links in die Mail. 

Wer hingegen einen Link, den er auf einer Webseite gefunden hat, weiterleiten will, klickt den Link in der Seite an und verschiebt die Maus dann bei gedrückter Maustaste auf Mail. Auch so wird Mail gestartet und der Link in eine neue Mail eingetragen. Zieht man weitere Links in die Mail, werden vermeintlich nur die Link-Texte übernommen. Beim Empfänger sind diese dann anklickbar.
gefunden in der Macwelt, 22.01.2011

Montag, 6. Oktober 2014

Vor 2553 Jahren – Oktober 539 v. Chr.: Perser erobern Babylon

Die »Mutter aller Städte« fällt an die Perser 

Ausgehend von seinem Stammland am Persischen Golf eroberte der iranische Stamm der Perser im 6. vorchristlichen Jahrhundert innerhalb weniger Jahrzehnte ein Reich, das sich schließlich vom Nil bis nach Indien, vom Schwarzen Meer bis zum Arabischen Meer erstreckte. 
Rekonstruierter Palast des Nebukadnezar in Babylon (Foto, 2002)
Der Begründer und Eroberer dieses persischen Großreichs war Kyros II. (600-530 v. Chr.). Er schaltete zunächst die »inneriranische Konkurrenz« aus und besiegte dann den Lyderkönig Krösus, womit er auch die griechischen Städte an der Küste Kleinasiens unter persische Kontrolle brachte. Im Osten gab es kaum Widerstand gegen den persischen Expansionsdrang und in wenigen Jahren war die Grenze zu China erreicht. Schließlich wandte sich Kyros dem Babylonischen Reich zu, das innerlich zerrissen war. Fast ohne Kampfhandlungen gab sich das einst mächtige Reich dem Angreifer preis: Im Oktober 539 v. Chr. zog Kyros mit der persischen Armee in Babylon ein, wo er mit Blumen begrüßt wurde und dem Volk eine Zeit des Friedens verkündete. Der König ging als Kyros der Große, Begründer des ersten Weltreichs, in die Geschichte ein. 

Was am 6. Oktober noch geschah: 
1981: Bei einer Militärparade wird der ägyptische Staatspräsident Anwar as-Sadat von radikalen Moslems ermordet.
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

The Assassination of Anwar El Sadat {2:33}

WorldsAssasinations
Hochgeladen am 18.11.2008
On 6 October 1981, the month after the crackdown, Sadat was assassinated during the annual victory parade in Cairo. A fatwā approving the assassination had been obtained from Omar Abdel-Rahman, a cleric later convicted in the U.S. for his role in the 1993 World Trade Center bombing. Sadat was protected by four layers of security and the army parade should have been safe due to ammunition-seizure rules. However, the officers in charge of that procedure were on hajj to Mecca.

As air force Mirage jets flew overhead, distracting the crowd, a troop truck halted before the presidential reviewing stand, and a lieutenant strode forward. Sadat stood to receive his salute, whereupon the assassins rose from the truck, throwing grenades and firing assault rifle rounds. The attack lasted about two minutes. Photographer Bill Foley captured one of the last shots of a living Sadat. The photograph is titled "The Last Smile." The lead assassin Khalid Islambouli shouted "Death to Pharaoh!" as he ran towards the stand and shot Sadat. After he fell to the floor people around Sadat threw chairs on his body to try to protect him from the bullets. Eleven others were killed, including the Cuban ambassador a Omani general and a Coptic Orthodox bishop, and 28 were wounded, including James Tully, the Irish Minister for Defence, and four U.S. military liaison officers. Sadat was then rushed to a hospital, but was declared dead within hours. This was the first time in Egyptian history that the head of state had been assassinated by an Egyptian citizen. Two of the attackers were killed and the others were arrested by military police on-site. Islambouli was later found guilty and was executed in April 1982.

In conjunction with the assassination, an insurrection was organized in Asyut in Upper Egypt. Rebels took control of the city for a few days and 68 policemen and soldiers were killed in the fighting. Government control was not restored until paratroopers from Cairo arrived. Most of the militants convicted of fighting received light sentences and served only three years in prison.


Samstag, 4. Oktober 2014

Entscheidung am Majdan

Eine Phänomenologie der ukrainischen Revolution
(…)
Beginn der Revolte
Wiktor Juschtschenko und Julija Tymoschenko erwiesen sich als derartige Enttäuschung, daß 2010 Janukowytsch zurückkam und über Tymoschenko triumphierte – die er kurz darauf einsperren ließ. Janukowytschs Hochburg ist der Donbass, das Donez-Steinkohlebecken, die ostukrainische Bergbauregion. Für viele dort ist er der Lokalmatador, der es zu etwas gebracht hat. Nicht, daß ihn dort „jemand wirklich mögen“ würde, der Mann ist eklig, lächerlich und ungebildet – aber trotzdem, so spekuliert Jurko, im Donbass denkt man eben, das ist einer von uns. Und darauf waren sie stolz. Wie auch immer, einmal mehr wurde die Ukraine von einem Gangster regiert, der vor dem Kreml buckelte. Janukowytsch und die Oligarchen auf seiner Seite beuteten ein verarmtes Land aus. Die Ukraine machte etwas durch, was an Nicolae Ceauşescus Herrschaft in Rumänien erinnerte. Janukowytsch und seine Familie bauten sich goldene Villen, während das gewöhnliche Volk hungerte, fror oder sein Leben bei einer Explosion in einem unregulierten Bergwerk lassen mußte, in dem die Arbeitsbedingungen nicht über das 19. Jahrhundert hinausgekommen waren. Ein kleiner, aber feiner Unterschied zu Ceauşescu, Hitler und Stalin, ja selbst zu Wladimir Putin, bestand darin, daß Janukowytsch kein großartiges Narrativ bot, kein Versprechen auf Transzendenz. Er war einfach – und völlig ungeniert – ein Gangster. („Er ist nicht nur ein Gangster“, sagte mir mein Freund Ivan Krastev, ein Politanalytiker. „Er ist ein kleiner Gangster.“ Ein Gedanke, zu dem der polnische Außenminister Radosław Sikorski meinte: „Na ja, die Summen, die da im Spiel waren, waren alles andere als klein.“)

mehr:
- Entscheidung am Majdan (Marci Shore, Lettre International Nr. 106, Herbst 2014)

Jurko Prochasko [Wikipedia]

Hat die Ukraine eine Zukunft? - im Gespräch mit Jurko Prochasko (3sat) [6:16]

Veröffentlicht am 02.05.2014
Hat die Ukraine eine Zukunft? Und ist es die, die sie mal hatte? Das fragen wir den ukrainischen Schriftsteller Jurko Prochasko.
Quelle: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=pl...
Jurko Prochasko ist ein ukrainischer Essayist, Germanist, Schriftsteller und Übersetzer.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Jurko_Pr...

Zitat Tina Mendelsohn:
»Wahrscheinlich hat uns Shakespeare auch etwas über die Auflösung der Ukraine zu sagen. Darüber, daß etwas scheinbar Intaktes, Gesundes, die Ukraine mit ihren Oligarchen und schönen Femen-Mädchen, Anwärter auf die EU, sich plötzlich in verfeindete Gruppen auflöst.«

Ukraine: action des Femen devant le Parlement [0:50]

Veröffentlicht am 12.12.2012 Plusieurs militantes du mouvement Femen ont manifesté seins nus, mercredi 12 décembre à Kiev contre la corruption des députés devant le Parlement ukrainien. Durée: 00:50

Dieser erste Satz Mendelsohns spannt den Rahmen für das folgende Interview auf. Tina Mendelsohn beschreibt die Ukraine in einem etwas sorgenvoll-ratlosen Sandmännchen-Erzählton, der eine märchenhafte Idylle (oder ein idyllisches Märchen) von Oligarchen und oben-ohne herumlaufenden Protest-Mädchen – vielleicht ja auch noch jodelnd und im Dirndl – beschreibt. Fehlt nur noch der Bauernhof und gackernde Hühner. 
Und da bricht plötzlich Zwist auf in dieser Idylle? 
Wie blöde muß man sein? 

Auf diesem intellektuellen Niveau geht es weiter. Zitat:
»Der Streit geht durch die Betten […] Die Ehe ist in Gefahr, weil die eine pro-russische Gefühle hat, und der Ehemann auf der ukrainischen Seite steht.«
Na, dann hat der deutsche Superstar-Geschädigte, der sich auf 3sat verirrt hat, ja gleich vorgekaut bekommen, um welchen Konflikt – nämlich den zwischen dem machtgierigen Rußland und der armen, hilflosen, kleinen Ukraine – geht.

Tina Mendelsohn führte am 30. April mit Bazon Brock dieses so wunderschön in die Hose gegangene Interview über die scheinbar unangemessene Männerfreundschaft zwischen Ex-Bundeskanzler Schröder und Wladimir Putin. (Ukraine 9 – Wider die veröffentlichte Meinung, Post vom 11.05.2014, letztes Video)
Mein ehemaliger Ausbilder Wolfgang Scherf sagte so schön: 
»Wenn was aus heiterem Himmel kommt, dann stimmt was mit der Wetterbeobachtung nicht.«
Erster Satz des leider verstorbenen Peter Scholl-Latour im Interview mit Alfred Schier (Dialog Spezial, Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik?, Post vom 25.03.2014):
»Man hat ja gar nicht zur Kenntnis genommen, daß die Ukraine kein geeintes Land ist.«

Weil Scholl-Latour sich von dem »Freiheit und Demokratie«-Parfum des Westens nicht benebeln ließ und auf seiner illusionslosen Sicht beharrte, geriet er im politisch korrekten öffentlich Diskurs der letzten Jahre immer mehr in die rechte Ecke.

Die westliche Haltung in der sich seit Jahren (!!) anbahnenden Ukraine-Krise ist von einer Würgereiz erzeugenden Ignoranz geprägt, von der ich mir ständig unsicher bin, ob diese böswillig oder einfach nur borniert ignorant ist. Dabei erhärtet sich bei mir der Verdacht, daß auf Seiten von USA und NATO diese Borniertheit eher böswillig, auf Seiten von Journalisten und EU-Politikern eher borniert ignorant ist.

- Diese leere Muschel, die übrig geblieben ist… (Die ZEIT, 31.12.2004)
- Aktuelle Entwicklungen in der ukrainischen Literatur (Länder-Analysen, Ukraine, 24.06.2008)
- Künstler in der Ukraine – "Zielscheibe des Staatsterrors" (Deutschlandradio Kultur, 29.01.2014)
- Ukraine: Vier Autoren im Gespräch „Die da oben dürfen alles, alle anderen dürfen nichts“ (Frankfurter Allgemeine, 07.02.2014)
- Verklärung und Verbitterung in der Ukraine (IC-MN, 22.02.2014)
- „Sie nennen das Krise, ich nenne es Revolution!“ (The European, 14.05.2014)
- Die Ukraine, Putin und Europa – Ehre und Bitterkeit (tagesspiegel, 21.05.2014)
- Von Mythen, Märchen und Realpolitik (NovinkiBlog, 03.06.2014)
- Die Mitte liegt wieder ostwärts (Die Welt, 21.06.2014)
- Ukraine-Konflik – "Die Sprachverwirrung ist enorm" (Deutschlandfunk, 17.08.2014)



Je länger ich mich mit dem Ukraine-Thema befasse, desto mehr erhärtet sich meine Einschätzung, daß die gegeneinander agierenden Parteien – 
 ukrainisches Volk versus Oligarchen – 
sich beide Unterstützung suchend in die Arme des Westens (die Oligarchen sind da ambivalenter) zu stürzen versuchten und hier auf das geostrategische Glatteis gerieten. Die Ukraine hat halt das Pech, daß sich die USA seit Ende des Zweiten Weltkriegs ständig durch Ausdehnung ihres Einflusses abzusichern versuchen und Rußland seinen Hinterhof genauso sauber halten will. Das macht die USA ja nicht anders. (Das 7.800 km von Dallas entfernte Chile betrachteten die USA 1970 ja auch als Hinterhof, siehe: Heute vor 44 Jahren – 4. September 1970: Salvador Allende wird zum Präsidenten Chiles gewählt, Post vom 04.09.2014) Das hat mit Demokratie nichts zu tun, hier geht es nur um machtstrategisches Kalkül. Tina Mendelsohn macht es uns vor: Wir träumen von Idyllen, während im Hintergrund die Strippenzieher am Machen sind.

siehe dazu auch:
- Der Krieg der Oligarchen (Lutz Brangsch, Linksnet, 27.06.2014)
Der Bürgerkrieg in der Ukraine hat offensichtlich gemacht, dass die heute gängigen Maßstäbe der Bewertung politischer Prozesse untauglich sind. Die in vielen Analysen internationaler Konflikte präsente Unterstellung einer Homogenität nationaler Interessen sowie eine Trennung nationaler und internationaler Entwicklungen führen in die Irre. Etikettierungen wie »pro-russisch“, »pro-ukrainisch«, »pro europäisch« oder »Putin-Versteher« verstellen den Blick auf die Interessen der jeweiligen Konfliktparteien und blenden die Komplexität von Widersprüchen in einer globalisierten Welt aus. Es gibt weder den abstrakt bösen Putin noch den abstrakt guten Majdan. Reflexhafte Zuschreibungen von »Gut« und »Böse« sind auch gefährlich, weil es in der Region eine Reihe von Konflikten gibt, in die sowohl die EU als auch die USA seit Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts in irgendeiner Form verwickelt sind.

Die Konflikte in der Ukraine müssen daher einerseits als soziale Probleme und die Art und Weise ihrer Bearbeitung sowie andererseits als ein Ringen um internationale Führungsansprüche verstanden werden. Im Folgenden soll es darum gehen, beide Dimensionen der gegenwärtig stattfindenden Kämpfe zu betrachten.


siehe auch:
- IPPNWforum: Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel. (Post vom 08.10.2014)
- Wer sabotiert die Aufklärung der Maidan-Todesschüsse? (Ulrich Heyden, Telepolis, 09.10.2014)
Alle paar Monate werden neue Verhaftungen verkündet, aber die Aufklärung kommt nicht voran - Folge einer Taktik? 
Der Chef des ukrainischen Geheimdienstes SBU gab die "Festnahme und Verhaftung" von vier ehemaligen SBU-Offizieren bekannt, nannte aber keine Namen. Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte dagegen, Niemand sei in Haft. Der ukrainische Innenminister fürchtet Image-Verlust wegen rechter Ausschreitungen.

"Zum jetzigen Zeitpunkt sind vier Verräter verhaftet, Offiziere mit hohem Dienstgrad", erklärte der Chef des ukrainischen Geheimdiensts SBU, Valentin Naliwajtschenko, am Sonnabend in einer Sendung des ukrainischen Fernseh-Kanals Espreso.tv. Zwei weitere für Todesschüsse auf dem Maidan verantwortliche Abteilungsleiter nicht näher benannter ukrainischer Strukturen seien auf der Flucht und wahrscheinlich in Russland, erklärte der SBU-Chef. Die Namen der Verhafteten und Flüchtigen nannte Naliwajtschenko nicht.