Sonntag, 8. März 2015

Wie rettet man Idioten?

Wie deutsche und europäische Regulierer verhindern wollen, dass sich jährlich zehn Menschen unter der laufenden Dusche oder in der Badewanne zu Tode föhnen
Anders als bei den Kinderfingern, die sich ihre ersten Brandblasen an der heißen Herdplatte holen, gibt es für die Gefahr, die von elektrischen Haartrocknern in der Badewanne oder unter der Dusche ausgeht, meist keine Lernkurve. Auch wenn sich die Gefahren mit der Einführung der Fehlerstromschutzschalter deutlich verringert haben, so kommt es in Deutschland noch immer bis zu zehn mal pro Jahr vor, dass ein Nutzer mit dem Haarföhn unter der laufenden Dusche oder in der Badewanne zu Tode kommt.
Lesen beim Haartrocknen ist erlaub!t
Mit einem neuen Etikett sollen die Nutzer von Haartrocknen jetzt vor dem lebensgefährlichen Trocknen der Haare im Badezimmer gewarnt werden. Man war vor drastischen Maßnahmen wie dem Verbot von Steckdosen in Badezimmern oder der Begrenzung des Angebots auf fest an der Wand befestigte Haartrockner, wie sie als Diebstahlschutz in Hotels gebräuchlich sind, zurückgeschreckt, weil man wohl mit massivem Widerspruch rechnete und hat sich für neue Sicherheitsvorgaben bei der Vergabe des GS-Zeichens für Haartrockner festgelegt. So muss jetzt an der Anschlussleitung ab sofort ein Etikett angebracht werden, das per Piktogramm davor warnt, den Haartrockner in der Badewanne oder Dusche zu nutzen.

mehr:
- Steht uns jetzt die Haartrockner-Besitzkarte bevor? (Christoph Jehle, Telepolis, 07.03.2015)

NATO-Propaganda: Es regt sich Widerstand…

Spiegel: Kanzleramt kritisiert amerikanischen NATO-Europakommandanten
Philip Mark Breedlove ist seit knapp zwei Jahren Supreme Allied Commander Europe (Saceur) der NATO. Dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel zufolge sind nicht alle Regierungen der 28 NATO-Mitgliedsländer wirklich zufrieden mit dem, was er in dieser Position macht. Das soll letzte Woche bei einem Mittagessen des NATO-Rats von mehreren NATO-Botschaftern angesprochen worden sein.
Konkret wird kritisiert, dass Breedlove in seinen Äußerungen zum Ukrainekonflikt nicht so sachlich bleibt, wie es dieser sehr verantwortungsvolle Posten erfordern würde und dass er die Verantwortung Russlands übertreibt und häufig nicht beweisbare oder sogar nachweislich unwahre Behauptungen aufstellt.

So meinte der US-Luftwaffengeneral beispielsweise am 18. November 2014, die OSZE habe gemeldet, dass russische Panzer, Artillerie, Luftabwehrsysteme und Kampftruppen in die Ukraine einrücken". Tatsächlich hatte die OSZE jedoch nichts dergleichen verlautbart, sondern lediglich von Militärkonvois innerhalb des Separatistengebiets gesprochen.
mehr:
- "Gefährliche Propaganda" (Peter Mühlbauer, Telepolis, 07.03.2015)
siehe auch:
- Berlin sauer - Nato-General betreibt „gefährliche Propaganda“ gegen Russland (Focus, 08.03.2015)

Bio-Strom homemade, von glücklichen Menschen

Nun, sagen wir einmal, das folgende Gadget ist eher ungewöhnlich in seiner Stromerzeugung Es gibt Tage, da legt man sein Tablet zur Seite, schaut versonnen aus dem Fenster und sagt sich "ja, doch, so kann man die Welt auch zu einem Ökoparadies machen". Und dann braucht man erst einmal einen Kaffee.
Das Pornografieportal Pornhub ist jetzt nicht wirklich bekannt für Nachhaltigkeit. Die meisten Besucher halten sich dort auch nur für ein paar Minuten auf. Und ihre Motivation ist eher anderweitig zielgerichtet . Aber man kann es sich nicht verkneifen, freudig erregt auf ein Gadget einzugehen, das eben diese Website nun promoted.
Der Name "Wankband" hat wenig mit dem vielleicht Kennern bekannten Wankelmotor zu tun, deutet aber im wesentlichen schon darauf hin, wie nach dem Willen der Erfinder in Zukunft Strom erzeugt werden könnte. Zumindest mobil. Sozusagen.
Das Wankband also soll sich die Handbewegung zunutze machen, die vor allem bei der Betrachtung von Pornografie in wiederholtem Masse vorkommt. Die spontane Auf- und Abbewegung der Hand ist rein energietechnisch dann interessant, wenn an deren Unterarm dieses Band befestigt ist und die dortige Mechanik aus eben dieser Auf- und Abbewegung elektrische Energie gewinnt.

mehr:
- Das große Zittern um Strom (Harald Taglinger, Telepolis, 05.03.2015)

Samstag, 7. März 2015

"Wir brauchen einen linken Journalismus"

In zwei Wochen beginnt die Linke Medienakademie. Organisatorin Susanne Götze erklärt, was den Kongress so besonders macht und was im Medienbetrieb falsch läuft
mehr:
- "Wir brauchen einen linken Journalismus" (Feli Werdermann, der Freitag, 06.03.2015)

Erfolg in Hollywood: American Sniper

Über den unheimlichen Erfolg von Clint Eastwoods Irakkriegsfilm „American Sniper"
mehr:
- Zum Himmel hoch (Danny Leigh, Cicero, 04.03.2015)
Zitat:
Ein kleiner, aber bedeutsamer Rekord wurde am letzten Januarwochenende aufgestellt. Clint Eastwoods American Sniper hat an den Kinokassen in nur zwei Wochen 216,5 Millionen Dollar erlöst und damit Steven Spielbergs Saving Private Ryan (1998) den Rang als Kriegsfilm mit den höchsten US-Einspielergebnissen aller Zeiten abgelaufen. Und das ohne teure PR-Kampagne.

Der Film basiert auf der Autobiografie des verstorbenen Chris Kyle, der als Scharfschütze im Irak so viele Menschen umgebracht haben soll wie kein anderer – angeblich zwischen 160 und 255. Wie viele es genau waren, lässt sich ebenso wenig sagen wie vieles andere in einem Film, dessen angestrengter Patriotismus viele in Erstaunen versetzte, bei manchen die Empörung über den Irakkrieg wieder aufkeimen ließ und auch schon zu antimuslimischen Entgleisungen geführt haben soll.

Verdammte Barbaren
In Hollywood dürfte man derweil erkannt haben, dass hier ein riesiges Potenzial zu erschließen ist, und bereits eine Armada von neuen Kriegsfilmen in Auftrag gegeben haben. Wenn man nämlich bedenkt, dass es in den USA allein 2,6 Millionen Kriegsveteranen gibt, die im Irak und in Afghanistan gekämpft haben, und davon ausgeht, dass auch nur ein paar von ihnen in den vergangenen Wochen im Kino waren, erscheint der Erfolg nur folgerichtig. Mehr als die Hälfte der Veteranen leidet an physischen oder psychischen Problemen, sie sagen von sich selbst, sie hätten das Gefühl, vom zivilen Leben abgeschnitten zu sein – ein ganzes Meer von Leuten, die sich danach sehnen, gesehen und verstanden zu werden.

Widerstand in Ägypten

Sie sind Anwälte, Professoren, Autoren. Sie organisieren regelmäßig Protestaktionen. Die Familie um die Kairoer Regimekritikerin Leila Soueif hat viele Opfer gebracht: Zwei Kinder sitzen im Gefängnis, der Ehemann starb nach jahrezehntelangem Freiheitskampf. Das Schicksal dieser Familie zeigt, wie sich die Menschenrechte in Ägypten zunehmend verschlechtern
mehr:
- Intellektuellenfamilie im Widerstand – Die Manns von Ägypten (Elisabeth Lehmann, Khalid el Kaoutit, Cidero, 10.02.2015)


mein Kommentar: Wir können uns die Fingernägel noch so oft bunt anmalen und die demokratische Opposition feiern, die Leute sind einfach noch nicht so weit.

Andreas Kümmert: Ich gehör’ Euch nicht

Andreas Kümmert will nicht für Deutschland beim ESC antreten. Die Aufregung um seine Entscheidung zeigt, dass der freie Wille im Showbusiness offenbar nichts zählt.
mehr:
- xxx (Carolin Ströbele, Zeit, 06.03.2015)
Zitat:
Insofern zeigt dieser ESC-Abend nicht nur eine Umkehr in der Unterhaltungskultur, sondern auch ein seltsames deutsches Demokratieverständnis. In einem Land, in dem fast als ein Drittel der Menschen ihren Bundestag nicht wählt und sich nicht mal die Hälfte für die Europawahl interessiert, gibt es Riesenalarm, wenn der per Zuhörer- und Zuschauervoting bestimmte Singvogel plötzlich den Käfig verlässt. Als ob ein Mensch, sobald er von einer Anzahl x zu etwas bestimmt worden ist, zum nationalen Eigentum mutiert und keinen freien Willen mehr haben darf.

ESC-Vorentscheid 2015-SKANDAL-Andreas Kümmert will nicht/full video [4:47]

Veröffentlicht am 05.03.2015
Riesen Aufreger in den letzten Minuten des ESC-Vorentscheids „Unser Song für Österreich“! Gewinner Andreas Kümmert lehnt das Ticket zum Eurovison Song Contest 2015 in Wien ab.
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Giant Scandals in the final minutes of the ESC preliminary decision, "Our Song for Austria " ! Winner Andreas going rejects the ticket to the Eurovision Song Contest 2015 in Vienna.

mein Kommentar:
Wir stehen vor dem Ergebnis unserer werbegetränkten instant-light-Geiz-ist-geil-Medienwelt: Es geht alles, man muß es nur wollen, es geht sofort, ganz einfach und ohne Konsequenzen (Du darfst!). Manchmal denke ich, ich bin in eine Dauerwerbesendung hineingestolpert, aus der ich nicht mehr rauskomme: Geiz ist geil, wir sind der Papst, wir sind die Guten. Das Ergebnis unserer perfekt inszenierten Medien-Verblödung. Wie habe ich vor kurzem gelesen: Die Leute fressen alles, solange sie nicht aus ihrer Komfortzone rausmüssen.

Andreas Kümmert: If You Don't Know Me By Now | The Voice of Germany 2013 | Live Show [2:57]

Veröffentlicht am 29.11.2013
Mit "If You Don't Know Me By Now" überzeugt uns Andreas Kümmert wieder mal: Von diesem Mann und dieser Stimme kann man gar nicht genug hören. Never, never, never...
Mehr Auftritte findet ihr hier: http://bit.ly/16dB1zs
Die Show zur Show auf Etage7: http://bit.ly/176vmMc
Der offizielle Youtube-Kanal von The Voice of Germany. It's new, but still The Voice! Der Hip-Hop-Musiker Max Herre und der finnische Rocker Samu Haber (Sunrise Avenue) suchen gemeinsam mit Nena und The BossHoss "The Voice of Germany". In den Blind Auditions heißt es für die Coaches Ohren spitzen, denn sie können die Talente nur anhand ihrer Stimme beurteilen. Deutschlands erfolgreichste Musikshow startet in die Blind Auditions - und die Coaches Nena, Max Herre, Samu Haber, Alec Völkel aka Boss Burns und Sascha Vollmer aka Hoss Power nehmen auf den berühmtesten roten Drehstühlen Deutschlands Platz. Dort heißt es Ohren spitzen: Wer hat den feineren Hörsinn? Wer hat das bessere Gespür? Wer holt sich „The Voice of Germany" in sein Team?
Die neue Staffel „The Voice of Germany" - ab 17. und 18. Oktober 2013 immer donnerstags auf ProSieben und freitags in SAT.1, jeweils 20.15 Uhr
Impressum: http://www.studio71.com/impressum/

Donnerstag, 5. März 2015

Großbritannien Neuer Straftatbestand für Sozialarbeiter und Kommunalpolitiker

Organisierten Kindsmissbrauch durch Gangs gab es nicht nur in Rotherham, sondern auch in zahlreichen anderen britischen Ortschaften
Im letzten Jahr kam heraus, dass in der mittelenglischen Ortschaft Rotherham 16 Jahre lang über 1.400 pubertierende Mädchen systematisch missbraucht wurden. Teilweise vergewaltigte man sie in Gruppen, beutete sie als Zwangsprostituierte aus, kennzeichnete sie mit Brandzeichen am Gesäß und verkaufte sie weiter. Die Opfer waren vor allem Mädchen aus der Unterschicht – die Täter Männer pakistanischer Herkunft, die sich die Kinder mit Alkohol und kleinen Geschenken gefügig machten, sie verprügelten oder damit drohten, sie anzuzünden (nachdem sie sie vorher mit Benzin übergossen hatten).

Die Fälle schlugen im letzten Jahr auch deshalb Wellen in britischen Medien, weil Mädchen und deren Eltern den Missbrauch immer wieder bei der Polizei gemeldet hatten, ohne dass diese etwas unternommen hätte. Ein Grund dafür war offenbar die Angst von Polizisten, von Vorgesetzten wegen Verstößen gegen "Diversity"-Richtlinien bestraft oder kritisiert zu werden. Einen wissenschaftlichen Mitarbeiter des Innenministeriums, der die Führung der Polizei von Rotherham 2002 darauf aufmerksam gemacht hatte, sagte man, er solle so etwas nicht noch einmal machen und stellte ihn anschließend kalt.
This girl identified the five men who allegedly abused her to South Yorkshire police. No one was then prosecuted [Police files reveal vast child protection scandal, Andrew Norfolk, Times, 24.09.2012]
Ein am Dienstag veröffentlichter neuer Untersuchungsbericht zeigt der britischen Öffentlichkeit jetzt, dass Rotherham kein Einzelfall war: Vergleichbare Fälle gab es unter anderem in Rochdale, dem Großraum Manchester, Newcastle, Derby, Telford, Birmingham und der Grafschaft Oxfordshire. Dort wurden über 16 Jahre hinweg mindestens 373 Mädchen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren jahrelang systematisch von Gangs missbraucht. Auch hier wandten sich Opfer immer wieder an die Behörden – und fanden dort lange kein Gehör. Teilweise gab man ihnen selbst die Schuld für die Vorkommnisse und stellte sie als verkommene kleine Luder dar. 
Auch in Oxfordshire gab es einen mutigen Angestellten, der seine Vorgesetzten in einer Serie von E-Mails immer wieder darauf hinwies, dass er mit eigenen Augen beobachten konnte, wie eine Gruppe von Männern beständig einer gefährdeten 13-Jährigen auflauterte und vor der Wohnung ihrer Eltern herumlungerte. Die Vorgesetzten reagierten auf diese E-Mails mit dem Hinweis, der Mann sei "unprofessionell" - und mit der Aufforderung, keine solchen Mails mehr zu schreiben.
mehr:
- Neuer Straftatbestand für Sozialarbeiter und Kommunalpolitiker (Peter Mühlbauer, Telepolis, 05.03.2015)

Solche Dinge lassen sich nur mit der Presse lösen. Der Filz zwischen Tätern,Politikern und Teilen der Verwaltung ist so dicht, daß nur eine unabhängige Presse da hineinkomt und darüber berichten kann.Siehe Belgien:
- Reale Pädophilie in Europa und die Vertuschung! (Reimers, Nutzerbeitrag, der Freitag, 18.03.2011)

Journalismus unter Druck: Studie beleuchtet Probleme in den Medien

Umfrage zeigt Einschränkungen in der Berichterstattungsfreiheit


Wie schlimm ist es um den Journalismus bestellt? Eine Studie aus der Schweiz hat die Arbeitsbedingungen für Journalisten in der Alpenrepublik untersucht und geht der Frage nach, ob die Freiheit der Berichterstattung gegeben ist. Die Ergebnisse lassen aufhorchen: Ein zunehmender ökonomischer Druck auf die Redakteure, Eingriffe in die Pressefreiheit und geringe Zeitressourcen sind Bestandteil problematischer Arbeitsbedingungen, denen sich Journalisten ausgesetzt sehen. Ein Telepolis-Interview mit Professor Manuel Puppis von der Universität Freiburg (Schweiz).
mehr:
- Journalismus unter Druck: Studie beleuchtet Probleme in den Medien (Marcus Klöckner, Telepolis, 02.03.2015) Zitat:
Verschlechterte Arbeitsbedingungen, eingeschränkte Pressefreiheit, Medien in der Krise, Auswirkungen der Medienkrise auf die Demokratie, das sind einige der Schlagworte, die sich in Ihrer Studie "Arbeitsbedingungen und Berichterstattungsfreiheit in journalistischen Organisationen" finden lassen. Worum genau geht es in Ihrer Studie?

Manuel Puppis: In unserer Studie haben wir die Arbeitsbedingungen von Schweizer Journalistinnen und Journalisten sowie Einschränkungen in der Berichterstattungsfreiheit untersucht. Uns ging es einerseits darum herauszufinden, wie der Arbeitsalltag in den Redaktionen heute aussieht und welche Veränderungen es in den letzten fünf bis zehn Jahren gab. Andererseits interessierten wir uns dafür, wie frei sich Medienschaffende fühlen, über Werbekunden, das eigene Unternehmen oder medienpolitische Fragen zu schreiben.

Manuel Puppis: Ein Teil der Krise ist sicher hausgemacht. Das ist rückblickend zwar einfach gesagt, aber es war wohl ein Fehler, die ganze Zeitung gratis online zu stellen. Gleichzeitig hat man sich mit Gratispendlerzeitungen wie "20 Minuten" eine Konkurrenz für die eigenen Kaufzeitungen geschaffen. Heute bekunden die Verlage zum Teil große Mühe, sogenannte Paywalls einzuführen und die Leserinnen und Leser wieder zur Kasse zu bitten. Zudem wurde bei vielen Zeitungen unterdessen so stark gespart, dass man sich fragen muss, ob überhaupt noch ein Produkt angeboten werden kann, für das die Leser bereit sind zu zahlen.

Auch journalistische Innovationen wurden lange Zeit nicht angegangen. Aber natürlich ist die Lage für die traditionellen Medien schwierig: die Aufmerksamkeit der Nutzerinnen und Nutzer, und damit auch die Werbung, sind zu einem guten Teil ins Internet abgewandert. Und zwar nicht einfach zu den Onlineablegern von Zeitungen und Rundfunk, sondern hauptsächlich zu Social Media und Suchmaschinen, die mit Journalismus nichts zu tun haben.


In Ihrer Studie sprechen Sie auch von Selbstzensur und einer Schere im Kopf. Was genau haben Sie in diesem Zusammenhang herausgefunden?

Manuel Puppis: Wir wollten wissen, wie "selbstverständlich" es in der Redaktion ist, bestimmte Einflüsse auf die Berichterstattung zuzulassen. Und gerade bei diesen Fragen waren wir über die Ergebnisse überrascht. Jeder dritte Befragte stimmt zu, dass es in starker Weise als selbstverständlich gilt, Werbekunden möglichst positiv darzustellen und bei Berichten über Medienpolitik der Position des eigenen Unternehmens zu entsprechen. Und fast jeder zweite Befragte sagt, dass es selbstverständlich ist, positive Meldungen über das eigene Medienunternehmen zu bringen. Das spiegelt die ganz alltäglichen Auswahlentscheidungen und Darstellungsweisen im Journalismus wider. Das Medienunternehmen oder die Werbeabteilung müssen in diesen Fällen nicht mehr bei der Redaktion anklopfen und um mehr Rücksicht bitten, denn das ist bereits eingespielt - und entsprechend bedenklich für die Autonomie und Qualität des Journalismus.

Welche Auswirkungen haben die von Ihnen kenntlich gemachten Problemlagen? Sie gehen auch davon aus, dass die Verhältnisse innerhalb der Medien negative Auswirkungen für Demokratien haben.


Manuel Puppis: Journalismus - ob online oder offline - ist teuer. Wenn für Journalismus nicht genügend Ressourcen zur Verfügung stehen, ist zu befürchten, dass darunter die Berichterstattung leidet. Sowohl die Information der Bürgerinnen und Bürger als auch die Kritik- und Kontrollfunktion der Medien sind davon betroffen. Entsprechend ist die Finanzierungskrise im Journalismus potenziell auch eine Krise der Demokratie.

Welche Auswirkungen haben die von Ihnen kenntlich gemachten Problemlagen? Sie gehen auch davon aus, dass die Verhältnisse innerhalb der Medien negative Auswirkungen für Demokratien haben.Manuel Puppis: Journalismus - ob online oder offline - ist teuer. Wenn für Journalismus nicht genügend Ressourcen zur Verfügung stehen, ist zu befürchten, dass darunter die Berichterstattung leidet. Sowohl die Information der Bürgerinnen und Bürger als auch die Kritik- und Kontrollfunktion der Medien sind davon betroffen. Entsprechend ist die Finanzierungskrise im Journalismus potenziell auch eine Krise der Demokratie

Ihre Studie hat sich auf die Schweiz konzentriert. Was meinen Sie: Sind die Ergebnisse auch auf die deutsche Medienlandschaft zu übertragen?

Manuel Puppis: Das Institut für Demoskopie Allensbach hat erst kürzlich eine Studie zur "Pressefreiheit in Deutschland" veröffentlicht. Und hier zeigen sich tatsächlich ähnliche Entwicklungen. Knapp die Hälfte der befragten Zeitungsjournalisten sagt, dass sie öfters Eingriffe in die Pressefreiheit erleben und dass dies in den letzten Jahren zugenommen hat. Auch sagen 74 Prozent der Befragten, dass sie oft zu wenig Zeit für Hintergrundrecherchen und das Schreiben ihrer Artikel haben.

Auch unsere Daten bestätigen, dass Journalisten und Journalistinnen der Tageszeitungen, aber auch der Wochenpresse, von diesen Entwicklungen besonders stark betroffen sind. Darüber hinaus gibt es auch eine Studie des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), die verschlechterte Arbeitsbedingungen und einen zunehmenden Einfluss von Werbekunden und Medienunternehmen nachweist

Kommentar prof. Ratsam:
dann sollen sie ihren »oberen« mal weniger geld zahlen...oder die sich selber .. 
man weiss das ja schon von den herren aufsichtsräten und vorsitzenden ... etc. pp. blabla ich glaub nicht das ein herr joffe, kornelius & andere beim spiegel&co, die meinten etwas leiten zu müssen, unter einem mehrfachen 6stelligen betrag nach hause gehen.

Mein Kommentar: 
Hier kann sich jeder an die eigene Nase fassen. Für die paar Cent, die ich jedesmal bei der CityPost, oder beim Amazon-Bücherkauf spare, muß ich das Arbeitslosengeld für eine Fachkraft an Arbeitslosengeld draufzahlen. Genauso beim 6er-Pack Socken bei Aldi: 3,99 € sind verlockend. Wär’ ja schön blöd, wenn ich das Schnäppchen nicht mitnehmen würde. Mit meinem Schnäppchen-Kauf finanziere ich die Ausbeutung von Nähern in China und schwäche die Hersteller in Deutschland, die mit Arbeitslosengeld-, Kranken- und Rentenversicherungsbeiträgen nicht mehr konkurrenzfährig sind.
Was wir brauchen, sind weltweite Standards, sonst schnäppchen wir unsere Wirtschaft zu Tode.


Mittwoch, 4. März 2015

Get Ready for BRICS plus Germany

Just as much of Europe is stagnant German economic ties with Asia are growing rapidly. Eventually politcs has to catch up with economics
Winston Churchill once said, “I feel lonely without a war.” He also badly missed the loss of empire. Churchill’s successor – the ‘Empire of Chaos’ – now faces the same quandary. Some wars – as in Ukraine, by proxy – are not going so well.

And the loss of empire increasingly manifests itself in myriad moves by selected players aiming towards a multipolar world.

So no wonder US ‘Think Tankland’ is going bonkers, releasing wacky CIA-tinted “forecasts” where Russia is bound to disintegrate, and China is turning into a communist dictatorship. So much (imperial) wishful thinking, so little time to prolong hegemony.

The acronym that all these “forecasts” dare not reveal is BRICS (Brazil, Russia, India, China, and South Africa). BRICS is worse than the plague as far as the ‘Masters of the Universe’ that really control the current - rigged - world system are concerned. True, the BRICS are facing multiple problems. Brazil at the moment is totally paralyzed; a long, complex, self-defeating process, now coupled with intimations of regime change by local ‘Empire of Chaos’ minions. It will take time, but Brazil will rebound.

That leaves the “RIC” – Russia, India and China - in BRICS as the key drivers of change. For all their interlocking discrepancies, they all agree they don’t need to challenge the hegemon directly while aiming for a new multipolar order.

The BRICS New Development Bank (NDB) – a key alternative to the IMF enabling developing nations to get rid of the US dollar as a reserve currency – will be operative by the end of this year. The NDB will finance infrastructure and sustainable development projects not only in the BRICS nations but other developing nations. Forget about the Western-controlled World Bank, whose capital and lending capacity are never increased by the so-called Western “powers.” The NDB will be an open institution. BRICS nations will keep 55 percent of the voting power, and outside their domain no country will be allowed more than 7 percent of votes. But crucially, developing nations may also become partners and receive loans.

mehr:
- Get Ready for BRICS plus Germany (Pepe Escobar, Russia Insider, 04.03.2015)
siehe auch:
- Germany's future lies East (Asia Times, 03.03.2015)
- Seidenstraßenstrategie (Wikipedia)

Folker Hellmeyer: Die neue Seidenstraße Moskau-Peking - eine Bedrohung für den Westen? {13:36}


Privatinvestor TV
Am 10.09.2015 veröffentlicht
Wenn wir dieser Tage über die Lage an den Börsen sprechen, müssen wir auch über die Politik reden! Denn es sind nicht mehr nur die Unternehmen selbst, die mit ihren Umsätzen und Gewinnen die Kurse bewegen. Nein, es sind zunehmend die Politiker, die Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung nehmen - sei es in der Griechenland-Krise, der Ukraine-Frage, den Russland-Sanktionen, oder auch der Flüchtlingskrise. Der Chef-Analyst der Bremer Landesbank Folker Hellmeyer weist im Interview mit PrivatinvestorTV auch auf die interessante Achse Moskau-Peking und das Entstehen einer "neuen Seidenstraße" zwischen beiden Metropolen hin.

mein Kommentar: 
kein Wunder, wenn den Amis der Arsch auf Grundeis geht…
BRICS ist der einzige Ausweg, aus der Bevormundung durch die USA rauszukommen, dafür muß Angie halt einige Kröten schlucken…
aktualisiert am 22.03.2016

Zar Wladimir I. - Was will Putin wirklich? – Deregulierte Wrestling-Show statt sachlicher Diskussion

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Dienstag, 3. März 2015

Die nächste Eskalation im Wirtschaftskrieg: Putin ruiniert die französischen Dessous-Macher

Frankreichs Unterwäsche ist weltberühmt und weltweit beliebt. Das hilft der Industrie leider wenig – weil Russinnen nun per Gesetz Baumwoll-Schlüpfer tragen sollen. Mit seltsamer Begründung.

Sie schweben über die Bühne, lächeln verführerisch in die Kamera, tanzen gehüllt in Spitzenbodys, knappe Höschen, funkelnde BHs und halterlose Strümpfe so, als ob gerade die Party des Jahres steigt. Immerhin scheut die französische Lingerie-Marke Etam keinen Aufwand, wenn Dienstagabend im edlen Molitor-Schwimmbad im Westen von Paris ihre neueste Show stattfindet (ETAM LIVE SHOW auf der Paris Fashion Week, PR Newswire27.02.2015). Gleich 80 langbeinige Schönheiten, dazu Rap-Star Snoop Dogg sowie vier andere bekannte Sänger, Gruppen und DJs hat der französische Wäsche-Spezialist engagiert, um Victoria's Secret aus den USA Konkurrenz zu machen.

Das vor fast hundert Jahren in Berlin von Max Lindemann gegründete Familienunternehmen mit Sitz in Paris ist längst einer der führenden Lingerie-Hersteller Europas. Französische Unterwäsche ist weltberühmt. Wie die Französinnen gilt sie als sexy und verführerisch. Auch sonst könnten die Ausgangsvoraussetzungen besser nicht sein. Denn Frankreich ist mit unzähligen Boutiquen spezialisierter Ketten wie eben Etam, Princesse Tam-Tam, Orcanta und Darjeeling ein Paradies für Liebhaber feinster Spitzen. Gleichzeitig sind die Französinnen Europameisterinnen beim Kauf von Unterwäsche.

Und doch kämpft der Spezialzweig der französischen Modeindustrie mit dem Niedergang. So wurden in den letzten Jahren zahlreiche bekannte Dessous-Marken übernommen, Produktionsstandorte in Frankreich geschlossen und Hunderte von Stellen gestrichen. Nun ereilte die französische Lingerie-Industrie die nächste Hiobsbotschaft, da mit Les Atelières der nächste Unterwäscheproduzent vor dem Aus steht. Der Dessoushersteller aus der Nähe von Lyon ist pleite. Dabei war der Ex-Wirtschafts-Minister Arnaud Montebourg nicht müde geworden, Les Atelières als Vorbild für Produkte "made in France" zu loben.

Immerhin handelte es sich um eine Kooperative, die hochwertige Dessous in Frankreich in Handarbeit fertigte – als eine der letzten französischen Unterwäschemarken. Denn fast alle von ihnen haben die Produktion längst in Niedriglohnländer in Nordafrika verlegt, um mit den aus Asien von Modeketten wie H&M importierten Billig-BHs und -Slips mithalten zu können. Etam etwa verfügt zwar noch immer über eine Produktionsstätte in Mouvaux bei Lille in Nordfrankreich, doch der Großteil der Lingerie-Kollektion der Gruppe wird in Tunesien hergestellt.

Russland-Krise lähmt französische Dessous-Hersteller
Les Atelières wurde jedoch nicht nur die Billig-Konkurrenz zum Verhängnis. Dem Dessoushersteller, der eine eigene Linie vertrieb, aber auch für andere Marken als Zulieferer arbeitete, setzte auch der Einbruch des russischen Marktes zu. Das liegt nicht nur an der Wirtschaftskrise dort, sondern auch einem im Juli in Kraft getretenen Einfuhrverbot für Spitzenunterwäsche in die sogenannte Eurasische Wirtschaftsunion, zu der Russland, Kasachstan und Weißrussland gehören.


mehr:
- Wirtschaft – Russlands Rache – Höschen-Verbot ruiniert französische Dessousmacher (Die Welt)
siehe auch:
- Cette fois, c'est (vraiment) la fin pour les ex-Lejaby (Challenges, 17.02.2015)
Le tribunal de commerce de Lyon a prononcé la liquidation judiciaire de la coopérative des "Atelières", composée notamment d'ex-ouvrières de Lejaby.

mein Kommentar:
krieg ich Deine Hubschrauber-Träger nicht, will ich auch Deine Höschen nicht.

Показ Estelle haute creation и Х.О. в галереях "Времена года" [3:44]

Veröffentlicht am 28.08.2012

Ex-Lejaby - Muriel Pernin "Il nous faut entre 500 000 et 1 million d'euros" [5:37]

Veröffentlicht am 06.03.2014
Arnaud Montebourg monte au créneau pour sauver cette petite entreprise composée d'ex ouvrières de Lejaby, désormais spécialisée dans la lingerie haute gamme. Un symbole du made in France. Muriel Pernin la fondatrice est soulagée. Bourdin & Co est une émission d'information dans laquelle interviennent en direct les acteurs de l'actualité.

mein Kommentar:
krieg ich Deine Hubschrauber-Träger nicht, will ich auch Deine Höschen nicht.

À bord du BPC Mistral [4:00]

Veröffentlicht am 24.06.2014
45eNord.ca visite le Bâtiment de projection et de commandement (BPC Mistral).

Igitt, naß und kalt! Dnn doch liebe noch’n bißchen Unterwäsche…

[+16] GRAND DEFILE SEXY LINGERIE 2014-2015 [2:48]

Veröffentlicht am 14.10.2014
[+16] GRAND DEFILE SEXY LINGERIE 2014-2015

Renaud - Mistral Gagnant [2:59] Text und Übersetzung bei Renaud en boche
Hochgeladen am 07.05.2010
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