Mittwoch, 5. Oktober 2016

Humanitäre Katastrophe in Syrien? – Wir sind die Guten!

Syrien UN-Bericht verweist auf Schuld des Westens an größter humanitärer Katastrophe seit dem 2. Weltkrieg
Die russische Nachrichtenagentur Sputnik meldete am heutigen 3. Oktober und beruft sich auf einen Beitrag des Onlinemagazins The Intercept samt Quellenangabe:

"Die von den USA und der EU verhängten Sanktionen gegen Syrien haben die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg verursacht, wie die Webseite „The Intercept“ unter Berufung auf einen Uno-Bericht schreibt. Demnach beeinflussen die Sanktionen vor allem die syrische Bevölkerung negativ und erschweren die Arbeit der Hilfsorganisationen. Der 40-seitige interne Uno-Bericht, der bereits im Mai 2016 veröffentlicht worden war, zu dem „The Intercept“ jedoch erst jetzt Zugang bekam, bezeichnet die amerikanischen und europäischen Maßnahmen gegen Syrien als „das komplizierteste und weitreichendste Sanktionsregime, das jemals verhängt wurde“. Die antisyrischen Sanktionen destabilisierten demnach maßgeblich die Wirtschaft des Landes, wobei sie ein selbstversorgendes Land in eine hilfsbedürftige Nation verwandelten. Zurzeit sei Syrien von Medikamenten-, Lebensmittel-, Treibstoff-, Wasserpumpen- und Ersatzteil-Lieferungen abhängig. Diese aber würden wegen der eingeschränkten Maßnahmen Washingtons verhindert. Außerdem dürften keinerlei Waren, deren US-Produktionsanteil zehn Prozent übersteigt, nicht mehr nach Syrien transportiert werden. Um diese Sanktionen zu überwinden, müssten die Hilfsorganisationen eine spezielle Lizenz beantragen, wobei aber die Kosten für Rechtsanwaltsbüros den Wert der exportierten Waren selbst überbieten würden. ..."

mehr:
- UN: Westen schuld an humanitärer Katastrophe (Hans Springstein, Freitag-Community, 03.10.2016, beachte auch die Kommentare!)
von einem Kommentator verlinkt:
- Louay Hussein: Die Europäer sollten in Bezug auf uns nicht ihre eigenen demokratischen Prinzipien verraten (AG Friedensforschung, ursprünglich: neues deutschland, Dienstag, 24. Juli 2012)

siehe auch:

- Syrien: Die US-Blame-Game-Strategie knirscht (Post, 25.09.2016)
SYRIEN, von Bomben und Lügen heimgesucht (AlterMannBlog, 28.09.2016)
- Syrien: Ein militärischer Sieg Russlands ist die nächste rote Linie (Post, 12.02.2016)
- Wüstenflüsse, wie ein Diktator verrückt wird, westliche Werte und ein moderater Moderator (Post, 23.07.2016, dort verlinkt und Textauszug aus:)
- Das Great-Man-Made-River-Projekt (Angelika Gutsche, Freitag-Community, 13.05.2015)
- Syrien: Putin über die Verweigerung der USA verärgert (Post, 15.10.2015)

Westen soll 2012 russischen Syrien-Friedensplan ohne Assad ignoriert haben (14.10.2015)
- Syrien: Es darf gebombt werden (Post, 11.10.2015)



»Weil wir am Recht festhalten, es stärken und nicht dulden, dass es durch das Recht des Stärkeren ersetzen wird, stellen wir uns jenen entgegen, die internationales Recht brechen, fremdes Territorium annektieren und Abspaltung in fremden Ländern militärisch unterstützen. Deshalb stehen wir ein für jene Werte, denen wir unser freiheitliches und friedliches Zusammenleben verdanken. Wir werden Politik, Wirtschaft und Verteidigungsbereitschaft den neuen Umständen anpassen.« [Bundespräsident Gauck in seiner Rede zum 75. Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs am 1. September 2014 in Danzig]






Wäre es besser, wenn wir‘s nicht wüßten? Wikileaks hat Geburtstag

 HauptartikelVeröffentlichungen von WikiLeaks
Das erste Material mit Öffentlichkeitswirkung veröffentlichte WikiLeaks 2007. Thema war Korruption in Milliardenhöhe in der Familie des ehemaligen kenianischen Präsidenten Daniel arap Moi. Es wurde am 31. August 2007 im Guardian veröffentlicht.[64] 2008 drehten sich die Veröffentlichungen um interne Dokumente der Julius Baer Bank & Trust Company, Inhalte der Scientology-Kirche, die Mitgliederliste der British National Party und Internetsperrlisten verschiedener Länder. Im selben Jahr gab es auch erste Rechtsstreitigkeiten mit dem Religious Technology Centre, einer Unterorganisation der Scientology-Kirche.
2009 publizierte WikiLeaks ein internes Dokument[65] der Kaupthing-Bank, den Minton-Report über toxische Abfälle in der Elfenbeinküste, einen Entwurf des geheimen Abkommens zwischen der Europäischen Union und den USA zur Auswertung und Weitergabe europäischer Bankdaten an die USA, Nachrichten von Funkmeldeempfängern (Pagern) am Tag der Terroranschläge am 11. September 2001E-Mails von Wissenschaftlern der Climatic Research Unit der University of East Anglia, Auszüge aus den geheimen Toll-Collect-Verträgen und einen Feldjäger-Report zu einer umstrittenen Bombardierung zweier Tanklaster in Afghanistan.
2010 veröffentlichte WikiLeaks ein Dokument über mögliche PR-Strategien der US-amerikanischen Geheimdienste in Deutschland und Frankreich und Planungsdokumente zur Loveparade 2010. Ebenfalls in diesem Jahr wurde eine neue Linie in der Veröffentlichungspraxis eingeschlagen. So wurde mit dem Video zu den Luftangriffen in Bagdad vom 12. Juli 2007 erstmals Material veröffentlicht, das mit Sicht auf den Endkonsumenten journalistisch aufbereitet war und mit Collateral Murder einen griffigen Titel erhielt. Außerdem wurde mit der Publikation des Afghan War Diarys und der Iraq War Logs intensiv mit verschiedenen Medienunternehmen zusammengearbeitet. Beide Publikationen waren jeweils die größte Veröffentlichung von Dokumenten des Militärs der USA.
Für internationales Aufsehen sorgte ab dem 28. November 2010 die Veröffentlichung von rund einer Viertelmillion diplomatischer US-Berichte über zahlreiche Regierungen und deren Mitglieder in aller Welt. Sie wurde als Cablegate bekannt. Bis zum 20. August 2011 waren in verschiedenen Tranchen 19.791 Dokumente veröffentlicht.[66] In den folgenden Tagen wurde das Tempo der Freigabe massiv erhöht und zehntausende weitere Dokumente innerhalb kurzer Zeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.[67][68] Am 27. August belief sich die Zahl der einsehbaren Depeschen auf 143.014.[69] Etwa zeitgleich wurde durch einen Pressebericht bekannt, dass eine als cables.csv bezeichnete verschlüsselte Datei von 1,73 Gigabyte Umfang ebenso wie der dazugehörige Schlüssel im Internet verfügbar sei. Sie enthielt die vollständige, unredigierte Sammlung der Botschaftsdepeschen.[70][71] Nach der Datenpanne gab WikiLeaks selbst die komplette Sammlung der Depeschen frei.[72] [Wikileaks, Wikipedia, abgerufen am 05.10.2016]

Julian Assange hat anlässlich des Wikileaks-Jubiläums weitere Enthüllungen versprochen. Die Bedeutung des bisherigen Archivs verglich er mit der Bibliothek von Alexandria.

Am 4. Oktober 2006 registrierte Julian Assange die Domain wikileaks.org. Zehn Jahre später zog der Mitinitiator der Enthüllungsplattform in einer Live-Videoschaltung aus seinem Londoner "Domizil" in den Roten Salon der Volksbühne in Berlin Resümee und kündigte für die nächsten zehn Wochen umfangreiche weitere Publikationen an. Es werde um den US-Wahlkampf, Krieg, Öl, Google und Massenüberwachung gehen. Mit dem ersten Set sei noch im Lauf der Woche zu rechnen. Wikileaks sitze insgesamt auf einem Fundus von einer Million unveröffentlichter Dokumente.

Staatsfeind Assange
Vorab gab es Gerüchte, dass Assange schon zum Geburtstag selbst Materialien veröffentlichen werde, die für Hillary Clinton weitere Steine auf dem Weg zur US-Präsidentschaft werden könnten. Zu ihrer Zeit als Außenministerin hatte sie das Gesicht von Wikileaks zum US-Staatsfeind erhoben, nachdem 2010 auf der Seite nicht nur tausende brisante Dokumente zum Irak- und Afghanistan-Krieg aufgetaucht waren, sondern auch rund 250.000 diplomatische US-Depeschen rund um ihr Ressort das Licht der Öffentlichkeit erblicken sollten.

Assange habe nicht vor, Clinton "zu zerstören". Mit dieser Behauptung sei er wieder einmal falsch zitiert worden. Anhänger des republikanischen Herausforderers Donald Trump sei er nicht. Wikileaks hatte im Juli bereits zehntausende E-Mails des Democratic National Committee (DNC) als ersten Teil einer Hillary-Serie ins Netz gestellt. Daraufhin warf die Vorsitzende der Dachorganisation der Demokraten, Debbie Wasserman Schultz, das Handtuch. Die Clinton-Kampagne äußerte den Verdacht, dass hinter dem Leak russische Hacker und "staatliche Akteure" steckten.

mehr:
- 10 Jahre Wikileaks: Enthüllungen zu US-Wahlkampf, Google und Massenüberwachung angekündigt (Stefan Krempl, Heise news, 04.10.2016)

WikiLeaks Top 10 [5:27]

Veröffentlicht am 03.10.2016
WikiLeaks has published 10 million documents over the last 10 years -- an average of 3,000 documents per day. What are the top 10? To support go to https://wikileaks.org/donate

siehe auch:

Wikileaks: Assange kündigt neue Veröffentlichungen an (ZON, 04.10.2016)
- Fehlt es an Verantwortung? (Paul Hildebrandt, der Freitag, 04.10.2016)
- Wikileaks und die Selbstverzwergung (Jörg Wittkewitz, Telepolis, 02.11.2011)
- Clinton über Julian Assange: "Können wir den Kerl nicht einfach 'drohnen'"? (Peter Mühlbauer, Telepolis, 04.10.2016)

mein Vorschlag für das Unwort des Jahres: »drohnen« (keine Chance!)
Welches »Qualitätsmedium« hat darüber berichtet?

Das neoliberale Narrativ: Wir sind verkehrt!

Oder: Was sind eigentlich psychische Störungen?
Es hört sich an wie eine Pressemitteilung unter vielen: "Psychischen Störungen mit neuem Magnetresonanztomographen auf den Grund gehen". Mit dieser Überschrift wies eine Mitarbeiterin für "Unternehmenskommunikation" der Uniklinik Hamburg-Eppendorf vor Kurzem darauf hin, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft auf Antrag von zwei Professoren rund vier Millionen Euro zur Verfügung stellt.

Mit dem Geld soll ein neuer Magnetresonanztomograph angeschafft und ein bestehendes Gerät aktualisiert werden. Herzlichen Glückwunsch also - und vier Millionen Euro zur Erforschung psychischer Störungen sind doch eine gute Sache, oder nicht?

In der Pressemitteilung des "Unternehmens" Uniklinik Hamburg-Eppendorf heißt es konkreter, beforscht sollten Ursachen von Schmerzen, Angst und die Plastizität des Gehirns werden. Wenn man bedenkt, dass laut Schätzungen des Dresdner Epidemiologen Hans-Ulrich Wittchen und seiner Kollegen jährlich 14% beziehungsweise 61,5 Millionen der Menschen in den EU-Ländern an einer Angststörung leiden, scheint die Förderung angemessen. Angststörungen sind dieser Forschung zufolge übrigens die häufigsten psychischen Störungen, gefolgt von Schlaflosigkeit und Depressionen (jeweils 7%).

Warum im Gehirn suchen?
Es soll hier nicht darum gehen, dass diese und ähnliche Schätzungen wahrscheinlich viel zu hohe Zahlen suggerieren, die wiederum eine wichtige Funktion in Forschungsanträgen erfüllen, nämlich deren gesellschaftliche und vor allem ökonomische Relevanz untermauern. Stattdessen soll es um die überraschende Frage gehen, warum Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überhaupt das Gehirn untersuchen, um Grundlagen psychischer Störungen zu entdecken.

"Ja, wo denn sonst?", würde jetzt vielleicht ein alter Bekannter vom Typ karrierestrebender junger Psychiater aus dem Bürgertum und von der Eliteschule fragen. "Ja, wo denn sonst!", würde es ein Ausrufungszeichen zutreffender beschreiben. Schließlich ginge es ihm um eine triviale Feststellung und keine Frage, auf die er allen Ernstes eine Antwort erwartete. Dass dies keineswegs so trivial ist, soll im Folgenden verdeutlicht werden.

Als Wissenschaftstheoretiker fallen mir nämlich eine Reihe anderer Möglichkeiten ein; als solcher kommt es mir vor, als folgten viele Forscherinnen und Forscher der Logik des Betrunkenen, der unter der Laterne seine verlorenen Schlüssel sucht, weil dort eben am meisten Licht ist. Den Schlüssel könnte man auch hochtrabend als "die Grundlagen zum Aufschließen der Haustüre" nennen.

mehr:
- Wenn Psychologie politisch wird: Milliarden zur Erforschung des Gehirns (Stephan Schleim, Telepolis, 05.10.2016)
siehe auch:
- Die Neoliberalisierung der Universität (Post, 24.08.2016)
- Ist die Psychopharmakologie verrückt geworden? – Kapitalismus-infizierte Wissenschaft (Post, 31.01.2016)
- Die olympische Devise "citius, altius, fortius" und ihr Urheber Henri Didon (Norbert Müller, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Fachbereich Sport, 17.11.2008, PDF)
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Word for Mac: Gesamtseitenzahl

Der Versuch, die Anzahl aller zu einem Dokument gehörenden Seiten in das Dokument einzufügen, kann einen schon wahnsinnig machen! In allen möglichen Foren bekommt man was von Felder, Feldfunktionen und geschweiften Klammern erzählt…
Also:

1. Im Menü »Einfügen« den Befehl »Feld…« wählen.

2. In dem Dialogfeld »Nummerierung« wählen (blöde neue Rechtschreibung!) und in das Feld oberhalb des Wortes »Beschreibung« eingeben: NUMPAGES. Word fügt dann in der Liste »Feldnamen« automatisch »NumPages« ein.


3. fertig!

Irgendwo habe ich gelesen, man könne die Funktion im Menüband unterbringen…


Montag, 3. Oktober 2016

Realität im Informationszeitalter

Für Neil Postman ist das Informationszeitalter mit einem exponentiellen Wachstum von Informationen verbunden, über die die Menschheit zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügen kann. Das stetige Wachstum der verfügbaren Menge an Informationen beginnt ihm zufolge bereits mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg.[3] Postman weist ausdrücklich die Engführung der Standarddefinition des Begriffs Informationszeitalter zurück: „Nichts wäre irreführender als die Behauptung, die Computertechnologie habe das Informationszeitalter hervorgebracht. Die Druckpresse hat damit begonnen, und seither sind wir nicht mehr von ihr losgekommen.“
Robert Darnton behauptet, dass jedes Zeitalter ein Informationszeitalter gewesen sei.[4] Er begründet das damit, dass Informationen in der Kommunikation zwischen Menschen immer schon die Form der Nachricht angenommen hätten und dass diese Form ein „Artefakt“ sei.
Gert Scobel fragt sich zwar, „ob nicht die Einführung der Schrift den Anfang des Informationszeitalters markiert“, gibt aber zu bedenken, dass seit der internationalen Vernetzung digitaler Daten sich völlig neue Strukturen ergeben hätten, die es geboten erscheinen ließen, von einer Informationsgesellschaft im engeren Wortsinn zu sprechen.[5] [Informationszeitalter in weiter gefassten Wortbedeutungen, Wikpedia]
WAG THE DOG - Beispiel, wie politisch-gesteuerte Medienmanipulation funktioniert ! (5:14 min) [5:18]

Veröffentlicht am 15.02.2013

Kurzer Ausschnitt (ca. 5 min) aus dem US-SPIELFILM von 1997 "WAG THE DOG - Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt" über politisch-beeinflusste Medienmanipulation.

Auch wenn es sich nur um eine fiktive Spielfilm-Szene handelt, macht diese Szene doch sehr anschaulich deutlich, welche technischen Möglichkeiten heute vorhanden sind, um einen politischen Schwindel in den Medien zu veröffentlichen und zu propagieren...

Für eine halbe Milliarde US-Dollar wurde eine britische PR-Agentur beauftragt, gefälschte Videos unter die Menschen zu bringen, um die Zuschauer verfolgen zu können
Es hat sich auf westlicher Seite eingebürgert, Russland eine hybride Kriegsführung vorzuwerfen. Dabei wird so getan, also würde dies dem Nato-Westen völlig fremd sein, weswegen man sich nur verteidigen müsse. Dabei ist hybride Kriegsführung, zumindest wenn man den Schwerpunkt auch auf die Beeinflussung der Information legt, was einst u.a. Informations-Operation, Propaganda, psychologische Kriegsführung und dann Medienkrieg hieß, natürlich nicht neu und hat sich seit dem Kosovokrieg in Zeiten des Internet drastisch verschärft.

Besonders deutlich wurden die Anstrengungen des Pentagon und der US-Regierung nach 9/11 und seit der Vorbereitung des Kriegs gegen den Irak mit einer Propagandamaschinerie mitsamt dreisten Lügen, die man allerdings damals Saddam Hussein vorwarf, der als Figur des Bösen Milosevic und dann Osama bin Laden ablöste. Heute ist es Wladimir Putin.

Schon zur Vorbereitung des Golfkriegs 1991 hatte die in den USA sitzende (Lobby)Organisation Citizens for a Free Kuwait ein Jahr zuvor die PR-Agentur Hill and Knowlton beauftragt, finanziert durch Kuweit. Bekanntlich schickte die Agentur schließlich ein fünfzehnjähriges kuweitisches Mädchen, die als Krankenschwester "Nayirah" auftrat, in den Menschenrechtsausschuss, wo sie in einer öffentlichen Anhörung erzählte, dass irakische Besatzer angeblich mit Gewehren in Krankenhäuser eingedrungen und Säuglinge aus den Brutkäsen geholt und auf den kalten Boden geworfen oder verkauft hätten.


Möglicherweise auch nach dem "erfolgreichen" Vorbild, aber auch aufgrund gängiger Praxis etwa der CIA während des Kalten Kriegs beauftragte das Pentagon schon im Oktober 2001 die Werbefirma Rendon, um den Krieg gegen den islamischen Terrorismus besser zu verkaufen, um dann den Aufbau eines Office for Strategic Influence anzugehen (Das Pentagon will für bessere Propaganda sorgen). Das war dann noch zu öffentlich, ebenso wie das Lauschprojekt TIA (Total Information Awareness), so dass man den Plan öffentlich beerdigte, aber einzelne Projekte (Pentagon denkt über Geheimprogramm zur Manipulation der öffentlichen Meinung in befreundeten Ländern nach) weiter trieb ("Das Netz muss wie ein feindliches Waffensystem bekämpft werden").

Wie jetzt als Beispiel das Bureau of Investigative Journalism berichtet, beauftragte das Pentagon die britische PR-Firma Bell Pottinger, die u.a. für Margarete Thatcher und Asma al-Assad, die Frau des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, für über 500 Millionen US-Dollar, um im Irak ein geheimes Propagandaprogramm aufzubauen und zu betreiben. Neben dem Pentagon waren auch die CIA und der Nationale Sicherheitsrat beteiligt, die Auftragsergebnisse sollen von General David Petraeus, dem damaligen Kommandeur der Koalitionstruppen im Irak, unterzeichnet worden sein. Petraeus war danach CIA-Chef und musste wegen einer Beziehungsaffäre zurücktreten.

mehr:
- Der hybride Krieg des Pentagon im Irak (Florian Rötzer, Telepolis, 03.10.2016)

Die Anstalt - Berichterstattung aus der Ukraine [53:01]

Veröffentlicht am 25.09.2014
Sendung vom 23.09.2014

siehe auch:
- Church Committee (Wikipedia, zuletzt abgerufen am 03.10.2016)
- Operation Northwoods (Wikipedia, zuletzt abgerufen am 03.10.2016)
- Unsere Welt besteht aus Geschichten (Post, 17.12.2015)
- Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (16.07.2016)


Samstag, 1. Oktober 2016

Am Ende des Aufklärungszeitalters

Die Warnzeichen sind allzu lange ignoriert worden. Die Informationsmedien laufen Gefahr, im Online-Zeitalter den Wettlauf mit den Propagandisten zu verlieren.
Seit Pegida-Trupps auf der Strasse «Lügenpresse» skandieren, ist der Vertrauensverlust gegenüber dem Journalismus offensichtlich – allerdings mit einem Zungenschlag, der in die Irre führt. Nur wenige Redaktionen verbreiten absichtlich Falschinformationen. Es hat andere Gründe, weshalb wir, wie die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel jüngst konstatierte, in «postfaktischen Zeiten» angelangt zu sein scheinen.

Die Aufmerksamkeitsökonomie, in der wir leben, verwandelt sich zusehends in eine Desinformationsökonomie, in der es sich für bestimmte Akteure rechnet, vor allem über die sozialen Netzwerke massiv Falschmeldungen, Konspirationstheorien und anderen «Bullshit» zu verbreiten. Im Folgenden geht es um jüngste Erkenntnisse von Medienforschern, die in der Zusammenschau Risiken und Nebenwirkungen moderner Kommunikationstechnologien erkennbar machen.

Viele Medienmacher sind wohl erst durch die schrillen Töne der neuen Rechten darauf aufmerksam geworden, wie prekär es um die Glaubwürdigkeit des Journalismus bestellt ist. Als gingen sie solche Erkenntnisse nichts an, haben sie zuvor beharrlich ignoriert, was Forscher seit Jahrzehnten konstatierten: den schleichenden Verfall des Vertrauens in die Medien. Es geht seit langem um Machtverschiebungen zwischen Journalismus, Public Relations und Propaganda, inzwischen aber auch darum, wie rasant sich in den Echokammern der sozialen Netzwerke Unfug ausbreitet, wie Algorithmen sowie Roboter, sogenannte Social Bots, dies verstärken – und wie gering derzeit die Chancen sind, durch Aufklärung dem Trend entgegenzuwirken.

mehr:
- «Bullshit» verdrängt Journalismus – Am Ende des Aufklärungszeitalters (Stephan Russ-Mohl, Neur Zürcher Zeitung, 01.10.2016)

siehe auch:

- Der Geist steht nicht mehr links (Alexander Kissler über die Rede von Michel Houellebecq, Cicero, 29.09.2016)
- Michel Houellebecq – Europa steht vor dem Selbstmord (Michel Houellebecq, Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2016)

Michel Houellebecq Portrait (ZDF Aspekte) [5:26]

Veröffentlicht am 07.04.2014
Karte und Gebiet ist ein Roman des französischen Schriftstellers Michel Houellebecq. Er erschien 2010 unter dem Originaltitel La carte et le territoire und wurde mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Die deutsche Übersetzung von Uli Wittmann wurde 2011 im DuMont Buchverlag veröffentlicht.

Beitrag: Anna Bernard
Schnitt und Gestaltung: Philipp Müller-Dorn

Michel Houellebecq: Vermessenheit als Weltanschauung (Sternstunde Philosophie, 1.5.2011) [58:12]

Veröffentlicht am 03.01.2014
Im Gespräch mit Juri Steiner erklärt der Zyniker vom Dienst, woran er glaubt und was es mit der Magie des Regionalen auf sich hat.

Homepage Sternstunde Philosophie: http://www.srf.ch/sendungen/sternstun...
Mehr Kultur: http://www.srf.ch/kultur

- Ken Jebsen über Medien und Manipulation - Der Sturz des Meinungsmonopols (Post, 11.04.2016)
- Fünfte versus Vierte Gewalt: Journalismus unter Beschuss (Post, 10.04.2016)
- Abgeschrieben (Post, 09.04.2016)

NSU: Vorsätzliche Aktenvernichtungen beim Bundesverfassungsschutz

Bundesanwaltschaft weiß Bescheid und unternimmt nichts


Die Aktenvernichtungen im Bundesamt für Verfassungsschutz nach dem Auffliegen des NSU-Trios im November 2011 geschahen vorsätzlich und nicht wie bisher kolportiert aus Versehen. Für diese Feststellung präsentierte der Untersuchungsausschuss des Bundestages bei seiner letzten Sitzung am Freitag Belege. Die Bundesanwaltschaft kennt den Sachverhalt seit mindestens zwei Jahren und unternahm nichts.
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Nach der Vernichtung von Beweismaterial im Falle des NSU-Tatverdächtigen Jan Botho Werner, veranlasst durch die oberste Ermittlungsbehörde selbst, rückt damit der nächste Fall von Spurenverwischung durch Sicherheitsbehörden in den Fokus. Es sind Vorgänge, die Jahre zurückliegen und die belegen, wie sehr die Aufklärung des Mordkomplexes durch Behörden behindert wird. Der NSU-Skandal endet nicht 2011, sondern fand danach unter anderen Vorzeichen seine Fortsetzung und reicht bis in die Gegenwart.

Am 4. November 2011 wurde das NSU-Trio bekannt. Am 11. November veranlasste ein Referatsleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Köln die Löschung von Akten zu mindestens sieben Quellen im rechtsextremen Thüringer Heimatschutz (THS), in dem sich auch die NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe bewegt hatten.

Die Aktenvernichtung sei der damaligen chaotischen Ermittlungssituation geschuldet gewesen, so die offizielle Version, wie sie auch dem ersten NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages noch 2012 und 2013 erzählt worden war. Jetzt erfährt man: Der Bundestag wurde getäuscht, die Aktenvernichtung geschah aus Vorsatz, um die Verantwortung des Amtes, die drei Untergetauchten nicht gefasst zu haben, zu verschleiern.

mehr:
- NSU-Ausschuss deckt auf: Vorsätzliche Aktenvernichtungen beim Bundesverfassungsschutz (Thomas Moser, Telepolis, 01.10.2016)
siehe auch:
- Oberstaatsanwältin Anette Greger: Übereinstimmende DNA an drei Tatorten wahrscheinlich verunreinigt (Georg Lehle, Friedensblick, 30.09.2016)

mehr zum NSU


Brauner Terror - Blinder Staat - Die Spur des Nazi-Trios [42:50]


Veröffentlicht am 11.09.2012
Erstausstrahlung: ZDF Frontal 21 Dokumentation 26 06 2012  
14 Jahre lang lebten die Neonazis Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos im
Untergrund, verübten Morde, Bombenanschläge und Raubüberfälle, ohne dass die Ermittler ihnen auf die Spur kamen. Die Frontal21-Dokumentation zeichnet das Leben und die Taten der Terroristen nach und belegt das Versagen von Verfassungsschutz und Polizei.
Angehörige der Täter und der Opfer, Zeugen der Taten sowie verantwortliche Ermittler nehmen Stellung zu einer in der Geschichte der Bundesrepublik einmaligen Verbrechensserie.
War es die Eitelkeit einzelner Ermittler, die verhinderte, dass das Trio gefasst werden konnte? Zeugen der rassistischen Morde berichten in der Dokumentation, dass ihre Aussagen über die beobachteten Täter bewusst ignoriert wurden. Die Spur zu den Neonazis ging immer wieder verloren, weil die Fahnder irrtümlich ausländische Verbrecherkartelle hinter den Morden an acht Türken, einem Griechen und einer Polizistin vermuteten. Wären die Ermittler der richtigen Spur zum Nazi-Trio gefolgt, hätten sie den Fall an übergeordnete Behörden abgeben müssen. Das aber, so belegen Dokumente, sollte verhindert werden.
Ex-Verfassungsschutzchef gesteht Fehler
Der frühere Thüringer Verfassungsschutzchef Helmut Roewer gesteht Fehler des Geheimdienstes bei der Observation des Neonazi-Trios ein. So habe man die Beschaffung der Mordwaffen nicht bemerkt. "Das haben wir nicht gesehen", sagt Roewer in der Dokumentation: "Damit muss man leben."
Die Eltern von Uwe Böhnhardt berichten, wie sie sich drei Mal mit den Untergetauchten treffen konnten, ohne dass Polizei und Verfassungsschutz eingriffen. Dabei wurden die Telefone der Familien intensiv abgehört und der Bekanntenkreis des Trios jahrelang überwacht. "Wenn wir als Eltern Gelegenheit haben, sie zu treffen, mit ihnen zu telefonieren, dann ist es nicht vorstellbar, dass die Behörden das nicht mitbekommen haben", sagt Brigitte Böhnhardt im Frontal21-Interview.
Scheitern der Ermittlungsbehörden
Die Dokumentation schildert mit Hilfe von Zeitzeugen den Werdegang des Trios Zschäpe, Böhnhardt. Mundlos von den frühen neunziger Jahren bis zum Ende der Terrorzelle im November 2011 und dokumentiert das Scheitern der Ermittlungsbehörden, deren Fahnung über ein Jahrzehnt erfolglos blieb.
weitere Informationen unter:
Website: http://rassismus-toetet.de
Facebook: https://www.facebook.com/rassismus.totet
Twitter: https://twitter.com/rassismustoetet
Audiostreams zum Thema: http://www.mixcloud.com/rassismus_toetet

3 Jahre NSU Ermittlung: Pannen und Skandale oder: NSUpps die Pannenshow (Heute Show 07.11.14) [6:00]

Veröffentlicht am 09.11.2014
Drei Jahre NSU-Skandal und zahlreiche Pannen: Vernichtung von zur Ermittlung relevanten Akten, Verharmlosung rechter Terrornetzwerke, bewusste Ermittlungen in die falsche Richtung bis zur Behinderung von Ermittlungen durch den Verfassungsschutz. Wie blind sind die Ermittler auf dem rechten Auge? Christian Ehring und Oliver Welke in "NSUpps die Pannenshow"!
© ZDF 2014 ● Alle Rechte vorbehalten ● Die Heute Show - Immer Freitags um 22.30 Uhr im ZDF.

NSU und latenter Rassismus (Die Anstalt vom 17.11.2015) [3:10]

Veröffentlicht am 21.11.2015
Die Nazis sind nicht das Problem.
Das Problem ist das "Wir-und-Die"-Denken. Das Problem ist, dass Deutsche anderen Deutschen das Recht, sich "deutsch zu fühlen" (was auch immer das sein mag) absprechen, nur weil sie andere Vorfahren, Hautfarbe oder Muttersprache besitzen (und nur _manchmal_ einen anderen Pass, weil man hier "Staatsangehörigkeit" nicht politisch, sondern kulturell zu begreifen versucht).
Das Problem ist, dass diese Gesellschaft immer noch denkt —wenn auch latent—, dass "Deutsch-Sein" eine biologische Eigenschaft ist.
Das Problem ist der strukturelle und latente Rassismus, und zwar in der MITTE unserer Gesellschaft.
Das Problem, das sind wir.

Die Anstalt und der NSU-VS-Komplex [11:03]

Veröffentlicht am 02.06.2015
Die Satire-Sendung ›Die Anstalt‹ widmete sich am 26.5.2015 dem Ge-Heim-Dienstwesen in und mit der BRD – wieder einmal exzellent in Szene gesetzt, mit Wortwitz, bitterer Ironie und mit einem Gespür für Details.
Ein ausgezeichneter Obduktionsbericht.
Zum Beispiel der Umstand, wie man mit Skandalen nicht untergeht, sondern aufblüht … Frage: »Wie machen Sie das, dass nach jedem Skandal Ihr Etat erhöht wird?« Antwort: »Das ist … geheim.«
Oder die Frage nach der Demokratie … BoND fragt im Vorhof der Bundeskanzlerin: »Kann ich jetzt rein?« Antwort: »Nö, die ist beschäftigt. Die Demokratie ist im Haus.« BoND zeigt sich irittiert und neugierig: »Ach, gibt’s die noch?«
Oder die Frage nach dem kriminellen Führungspersonal des Verfassungsschutzes … »Acht von zwölf Präsidenten des Verfassungsschutzes hatten Dreck am Stecken. Im Grunde genommen müßten die sich eigentlich selbst als kriminelle Vereinigung einstufen.«
Die Anstalt zeigt dazu ein eigens erstelltes Fahndungsplakat mit den dazugehörigen Straftatbeständen: • Verfassungsschutzpräsident Otto Hahn – Hochverrat • Verfassungsschutzpräsident Hubert Schrubbers – NaziJustiz • Verfassungsschutzpräsident Günther Nollau – Ausspähung des Bundeskanzlers • Verfassungsschutzpräsident Richard Meier – fahrlässige Tötung • Verfassungsschutzpräsident Heribert Hellenbroich – Landesverrat • Verfassungsschutzpräsident Ludwig Holger Pfahls – Steuerbetrug • Verfassungsschutzpräsident Eckardt Werthebach – Geheimnisverrat • Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm – Ermittlungsbehinderung, Aktenvernichtung
Oder die Frage nach dem staatseigenen Untergrund in Form gedeckter Nazis und geführter Neonazis. So wurde der Kriegsverbrecher Eichmann durch den BND geschützt, indem er seinen Aufenthaltsort verheimlichte … »Eichmann ist doch schon lange her … Wir haben doch ganz frische Nazis, haufenweise, die jahrelang unter den Augen des Verfassungsschutzes geraubt und gemordet haben.« Der Mann vom BfV widerspricht: »Moment einmal, der NSU waren drei Fanatiker …«
»Ich habe gehört, dass es sich dabei eher um ein ganzes Nazi-Netzwerk gehandelt haben soll …«
Der Mann vom BfV bessert nach: »Ja, wir waren aber ganz nahe dran …«
Der Mann vom BND krätscht dazwischen: »Puhh, das ist gut … Ich würde sogar sagen, dass er mittendrin war, anstatt nur dabei, die Hälfte der V-Leute waren vom Verfassungsschutz …«
Die dort gezeigten Grafiken wurden der Satiresendung ›Die Anstalt‹ zur Verfügung gestellt.
Im Laufe der Recherchen zum Buch ›Der NSU-VS-Komplex‹ stellte sich mir – wie vielen anderen auch –die Frage, wie man bestimmte Schlussfolgerungen/Zwischenergebnisse anschaulich komprimieren kann, ohne die Komplexität und Vielschichtigkeit zu verwischen.
Aus diesen Überlegungen ist die Idee erwachsen, drei Grafiken zu erstellen, die die verschiedenen ›Perspektiven‹ zum NSU-VS-Komplex präsentieren:
Das erste illustriert die Version der Generalbundesanwaltschaft, der Anklage und des OLG in München, aber auch der meisten Medien: Der NSU bestand aus drei Mitgliedern, zwei sind tot und das Letzte schweigt.
Die zweite Grafik dokumentiert das Selbstverständnis des NSU, der sich immer als ›Netzwerk von Kameraden‹ verstanden hat und versteht: »Der Nationalsozialistische Untergrund ist ein Netzwerk von Kameraden mit dem Grundsatz Taten statt Worte«.
Die Namen, die wir ausgewählt haben, benennen Neonazis, die politisch und ideologisch das Konzept der ›führerlosen‹ Terrors unterstützt haben und die den NSU durch zahlreiche Unterstützungsleistungen ermöglicht und getragen haben: durch die Bereitstellung von Wohnungen, Papieren, Geld, Waffen u.sw.. Sie stehen auch auf der (konspirativen) Telefon- und Adressliste, die in der Garage in Jena 1998 gefunden wurde und das ›Who is who‹ der Neonazisszene abbildet.
Die dritte Grafik soll die Wirklichkeit wiedergeben: Zahlreiche Neonazis, die zum Netzwerk des NSU gehör(t)en, waren nicht nur ›Kameraden‹, sondern auch V-Leute der Polizei und des Verfassungsschutzes bzw. des Bundesnachrichtendienstes/BND. In welchen Quantität und Qualität der NSU vom Staatsanteil durchzogen ist, gibt diese dritte Grafik sicherlich eindrucksvoll wider.
Auch hier haben wir nicht alle bislang namentlich bekannten V-Leute im Nahbereich des NSU aufgeführt, sondern eine Auswahl getroffen – die man ggf. ergänzen/anders treffen kann.

Tagesschau - Celler Loch [2:02]

Hochgeladen am 03.12.2007
Als Celler Loch wurde ein Loch bekannt, das 1978 in die Außenmauer der JVA Celle gesprengt wurde. Der Anschlag war vom Verfassungsschutz fingiert worden...

Das Celler Loch ist kein Einzelfall - NDR [6:07]

Hochgeladen am 02.01.2010
Extra 3 deckt die geheimsten Sprengstoffanschläge der GSG 9 auf. Ein Bericht vom 16.05.1986

Das Puddingattentat auf Humphrey [1:36]

Hochgeladen am 10.07.2009
Ausschnitt zum geplanten Pudding-Attentat auf den amerikanischen Vizepräsidenten

Fritz Teufel - oder: Warum haben Sie nicht geschossen? Dokumentarfilm/Interview in der Groni50 [1:01:12]

Veröffentlicht am 22.03.2012

Günther Jauch im Gespräch mit Fritz Teufel 1988 [8:10]

Veröffentlicht am 07.07.2014
Günther Jauch im Gespräch mit Fritz Teufel 1988
Ausschnitt aus der TV-Show 'Na siehste'
siehe auch:
- Fritz Teufel ist tot (Nada Weigelt, news.de, 07.07.2010)
- Zum Tod von Fritz Teufel – Die Späße, die ihr kennt (Lorenz Jäger, FAZ, 07.07.2010)
- ALT-68ER: Fritz Teufel mit 67 Jahren gestorben (welt.de, 07.07.2010)
- Fritz Teufel gestorben: "Er verstand die Welt nicht, in der er lebte" (Interview mit Rainer Langhans, SPON, 07.07.2014)

Erwin Pelzig über Sächsische Demokratie und die NSU - Neues aus der Anstalt 13.12.2011 - HD [5:17]


Hochgeladen am 20.12.2011
Erwin Pelzig in "Neues aus der Anstalt" vom 13.12.2011 über Sächsische Demokratie, den Neonaziaufmarsch in Dresden und die NSU. In HD.

Erwin Pelzig: Was ist Wahrheit? Was ist Lüge? Was ist verlogen? Unsere Lebenslüge bricht zusammen! [4:44]

Veröffentlicht am 11.02.2016
Februar 2016: Der Politische Aschermittwoch mit Erwin Pelzig.
►Glaube denen die Wahrheit suchen und zweifle an denen die Wahrheit gefunden haben! ◄

Freihandel und Flüchtlinge

Anlässlich der TTIP-Proteste, ein Blick zurück auf die vergessenen desaströsen Freihandelsdeals der EU, die Afrika aufgenötigt wurden
Freihandel macht mobil, zumindest die politische Opposition gegen die windigen Freihandelsabkommen zwischen der EU einerseits sowie den USA und Kanada anderseits (TTIP und CETA) kann sich über massenhaften Zulauf freuen, wenn sie zu Großdemonstrationen aufruft. Zuletzt protestierten rund 320 000 Menschen gegen die verheerenden Folgen solcher "transatlantischer" Freihandelsdeals (Proteste gegen TTIP statt soziale Kämpfe im eigenen Land), bei denen soziale Standards geschleift, und demokratische Rechte unterhöhlt werden.

Angesichts der Dynamik dieser Proteste gegen das drohende neoliberale - und letztendlich postdemokratische - Freihandelsregime, muss zugleich deren Einseitigkeit und Blindheit verwundern. Hort des Bösen sind für viele Demonstranten immer nur die USA, während die entsprechenden Machenschaften Europas nicht wahrgenommen werden. Nur zwei Wochen vor der Großdemonstration gegen TTIP, bei der Deutschland mutig dem berüchtigten angloamerikanischen Chlorhuhn die Stirn bot, wurden Kenia und Ruanda nach Brüssel zitiert, um ein in der Region heftig umstrittenes Freihandelsabkommen mit der EU in aller Stille zu unterzeichnen.

mehr:
- Freihandel und Flüchtlinge (Tomasz Konicz, Telepolis, 01.10.2016)

siehe auch:

- Jean Ziegler – ein wahrhaftiger Mensch (Post, 10.09.2013)
- Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“ (Post, 09.10.2014)
- ISIS und wir: menschenverachtende Barbaren gegen degenerierte Weicheier (Post, 30.10.2014)
- Der Kannibalismus und die Doppelzüngigkeit des Westens (Post, 16.11.2014)
- Einfluss von Wirtschaftsinteressen auf EU-Gesetzgebung (Post, 01.06.2015)
- EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa« (Post, 23.09.2015)
- Westafrika: Europa erzeugt die Flüchtlinge selbst (Post, 02.08.2016)

siehe auch:
- Vorläufiger Dauerzustand (Anja Krüger, Freitag, 30.09.2016)

KenFM im Gespräch mit: Jean Ziegler [1:19:57]

Veröffentlicht am 28.05.2015
KenFM
Jean Ziegler ist eine lebende Legende. Der Professor für Soziologie kann als der bekannteste deutschsprachige Globalisierungskritiker bezeichnet werden. Trotz seiner 81 Jahre strotzt der Mann nur so vor Optimismus. Sein Ziel bleibt es, den entfesselten Raubtierkapitalismus endlich in die Mülltonne der Geschichte zu schicken. 
Ziegler hat sich in all den Jahren, auch als UN-Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung, nie mit der globalen Ungerechtigkeit des vorherrschenden Wirtschaftssystems abgefunden.
Er schrieb zahlreiche Bücher, in denen er Ross und Reiter benannte, und wurde dafür von Konzernen und Banken in den wirtschaftlichen Ruin geklagt. Doch Jean Ziegler gibt nie auf.
Alle 5 Sekunden verhungert ein Kind, obwohl der Planet heute locker 12 Milliarden Menschen ernähren könnte. Ziegler nennt diesen Umstand Mord, doch er glaubt an die Empathie des Menschen.
Ziegler hatte große Lehrer. Er war mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir befreundet, arbeitete vorübergehend als Chauffeur von Che Guevara, erlebte den Freiheitskampf des Thomas Sankara, und hat sich von der Aufrichtigkeit dieser Idole anstecken lassen.
Wir trafen den Schweizer Menschenrechtsaktivisten an seiner Universität in Genf und erlebten einen Mann, dessen aktuelles Buch „Verändere die Welt - Warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen“ als Kampfschrift gedacht ist.
http://www.randomhouse.de/Buch/Aender...
Ziegler zieht im Buch Bilanz, stellt die Frage: "Was soll ein Intellektueller?“, um die Antwort nachzureichen. Ein Intellektueller soll bewaffnen! Mit Argumenten, denen Taten folgen. Taten gegen Untaten.
Ziegler ruft im Gespräch mit KenFM mehr denn je zum Widerstand, zum zivilen Ungehorsam gegen ein Wirtschaftssystem auf, das für seinen Profit ohne Skrupel über Leichen geht.
„Besetzt Ramstein!“ und „Kommt nach München zum Anti-G7-Gipfel“ sind Botschaften, die wir aus Genf mitgenommen haben, um sie der Community, der „Genration @“, ans Herz zu legen.
Werdet Aktivisten. Übernehmt Verantwortung für die Ungerechtigkeit auf diesem Globus. Solidarität statt Konkurrenz!
Ändert die Welt. Heute!
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Pro/Contra: Jutta Ditfurth, Jean Ziegler u.a. zu "Ungerechte Welt, arm u. reich" [52:41]

Veröffentlicht am 05.10.2012
Pro und Contra - Der AustriaNews Talk am 01.10.2012 (PULS4)
"Ungerechte Welt: Warum werden die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer?"
TeilnehmerInnen: Jutta Ditfurth, Eric Frey, Reinhold Lopatka, Jean Ziegler
Moderation: Corinna Milborn

http://www.puls4.com/austrianews/Pro-...

http://www.jutta-ditfurth.de/

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Freitag, 30. September 2016

George Soros – Die Macht eines Multimilliardärs

Neue Hacker-Plattform DCLeaks enthüllt die Macht eines Milliardärs
Soros wird gefeiert als genialer Mega-Spekulant, Philanthrop und liberaler Globalisierungskritiker. Doch die Soros-Leaks enthüllen auch eine beängstigende Machtanhäufung beim reichsten Hedgefond-Manager der Welt.

Der Milliardär hat's schwer. Erst bringt Wikileaks eine E-Mail, die zeigt wie "Dear Hillary" Clinton Rat von Soros in Sachen Unruhen in Albanien bekommt, dann kommt die neue Plattform DCLeaks mit weiteren Sensationen, etwa einem Botschafter-Brunch in Kiew 2014, der Soros' Förderung der "Maidan-Revolution" (Kritiker sprechen von einem Putsch) belegt.

Das könnte Soros mühsam aufgebautes liberales Image kosten, wie er es z.B. durch Unterzeichnung einer Pro-Snowden-Petition an Obama aufgebaut hat. Soros' mächtige Open Society Foundation (OSF) ist global aktiv, fördert NGOs, Netzmedien und politische Gruppen, wie die Leaks belegen, auch in der europäischen Hackerbewegung. Könnte mehr dahinter stecken als rein karitatives Engagement eines superreichen Philanthropen für liberale, "offene" Gesellschaften?

Obwohl "Megaspekulant" George Soros als Bezwinger des Britischen Pfundes eine Berühmtheit und sein politisches Engagement in Osteuropa Legende ist, haben die Soros-Leaks bemerkenswert wenig Resonanz in den Medien gefunden. Die enthüllende Plattform DCLeaks, die sich selbst als "American Hacktivists" bezeichnet, aber von US-Medien als Instrument "russischer Hacker" bezeichnet wird, machte mehr Schlagzeilen mit E-Mails der Clintons oder des Nato-Generals a.D. Breedlove (siehe General Breedlove - oder wie man lernen soll, Bomben zu lieben).

mehr:
- "Dear Hillary" - Politik und Philanthropie in den Soros-Leaks (Thomas Barth, Telepolis, 30.09.2016)

siehe auch:
- George Soros, seine Ukraine-Investitionen und der Maidan (Post, 08.04.2016)

"... und die jenigen, die gewählt werden haben nichts zu entscheiden." {1:18}

xj900gerry
Veröffentlicht am 18.04.2011
Der bayrische Ministerpräsident bei "Pelzig" (28.05.2010) - Eher nachdenklich stimmend als komödienhaft
Link: komplette Sendung