Die Psychologie betreffenden Posts habe ich in »Roths Psychoblog« eingestellt. Eine Liste der Musikvideos findet sich unter »Tornado’s Music Favourites« (siehe unter »Links«). Das Posten eines Videos schließt das Hinzufügen des Infotextes mit ein. (Ich bemühe mich, offensichtliche Werbung wegzulassen) Dieser gibt also nicht notwendigerweise meine Meinung wieder! Das verwendete Bild stammt aus Bob Dylan’s Video »Jokerman«. Ich speichere keine Daten!
Ideengeschichte Thomas Wagner spricht mit den neuen Rechtsintellektuellen. Sie knüpfen an den Geist von 1968 an
Als am Wochenende die amerikanische Neue Rechte, die Alt-Right-Bewegung und der Klu Klux Klan durch Charlottesville marschierten, skandierten sie: „You will not replace us!“ – „Ihr werdet uns nicht ersetzen.“ Da das Pronomen „you“ und das Nomen „jew“ akkustisch schwer zu differenzieren sind, konnte man auch hören: „Der Jude wird uns nicht ersetzen.“
Die Parole von der Ersetzung baut eine beunruhigende Brücke in die Alte Welt. Die Idee des „grand remplacement“ stammt von dem Franzosen Renaud Camus. Er geht davon aus, dass die europäischen Völker durch Masseneinwanderungen mit anderen „ausgetauscht“ werden sollen. Die Drahtzieher dieses gespenstischen Vorgangs beschreibt Blogger und Publizist Martin Sellner so: „Nationale und internationale Konzerne, die sich durch das Fehlen von Einwanderungsgrenzen eine Lohnkostenminderung und vom Abbau ethnokultureller Gemeinschaften eine Erleichterung ihres Wirtschaftstreibens erwarten.“ Aber auch Parteien auf Stimmenfang. Camus’ Buch ist eine Bibel der Neuen Rechten, es ist in Götz Kubitscheks Antaios-Verlag erschienen. Sellner ist der Kopf der österreichischen Identitären. mehr: - Kubitschek träumt (Mladen Gladić, der Freitag 33/2017)
Überwachung Die sächsische Justiz hat jahrelang Bürger abhören lassen. Ihr Vergehen: Sie haben sich gegen rechts engagiert. Man benutzte sie als Lockvögel
Es war so ähnlich wie früher im Stasi-Staat. Beamte in Zivil folgten Holger S. (Name geändert) mit ihrem Dienstwagen. Sie beobachteten ihn in der Freizeit. Sie machten Aufnahmen. „Ich habe ein Foto vorliegen, bei dem ich gerade meine Einkäufe in den Kofferraum meines Autos lege“, sagt S. konsterniert. Der Mann war einer der führenden Leute bei der „Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig“, einem bekannten örtlichen Fußballverein. Die Fans des Viertligisten gelten als links, als engagiert, manchmal eifernd. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Überwachung an. Sie ging offenbar davon aus, dass sie über die BSG Chemie Aktionen gegen Rechtsradikale und Neonazis ermitteln könnte.
Es war eine gigantische Abhörmaßnahme, die sich gegen 14 Leipziger richtete. Allein über Holger S. wurden 24.000 Seiten von Abschriften der Mitschnitte angelegt. Die Behörden wollten so nachweisen, dass der Beschattete einer kriminellen linken Vereinigung angehört habe. Die Gruppe soll in 16 konkreten Fällen Rechtsextreme angegriffen haben. „Die Personen wurden als Nazis beschimpft, verunglimpft und verprügelt“, hatte Oberstaatsanwalt Oliver Möller die Vorwürfe im Herbst, kurz nach Bekanntwerden der Überwachung, begründet. Um den vermeintlichen Tätern auf die Spur zu kommen, warf die Dresdner Justiz ein regelrechtes Big-Brother-Netz aus. 32 Telefonanschlüsse wurden observiert und dabei 838 Telefonkontakte abgefangen. Nach drei Jahren, unzähligen Stunden Ermittlungsarbeit und hunderttausenden Blatt Papier war das Ergebnis bescheiden: Aus Mangel an Beweisen wurde das Verfahren im November 2016 eingestellt.
mehr: - Unter Verdacht (Martin Linke, der Freitag 32/2017, 10.08.2017)
In der ersten Hälfte des Juli schien es in Deutschland nur ein Thema zu geben. Die linke Militanz bei den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg wurde von einer ganz großen Koalition zu einer Generalabrechnung mit allen gemacht, die es wagten, noch daran zu erinnern, dass es Gewalt nicht nur bei einem Teil der Protestierer gibt. Nicht nur linke Zentren wie die Rote Flora waren zum Abschuss freigeben, auch das politisch sehr gemäßigte Gängeviertel in Hamburg geriet in den Fokus, weil es sich mit der Roten Flora solidarisiert hat.
Auch in Frankfurt wurde die Schließung von linken Zentren gefordert, weil die sich ebenfalls mit den Hamburger Floristen solidarisiert haben. Da die meisten dieser Zentren rechtsgültige Verträge haben, konnte die Politik des kurzen Prozesses nicht umgesetzt werden. Doch die Kampagne hat durchaus politische Folgen, die AfD sieht sich bestätigt, wenn ihre Parolen gegen die Linke von einer ganz großen Koalition vor- oder nachgebetet werden. Nun macht die Rechtspartei Wahlwerbung mit der Parole: "Den linken Terror stoppen."
Auch wer in den Tagen nach dem Hamburger Gipfel auf die Polizeigewalt und die Einschränkung der Grundrechte verwies, musste sich schon vorwerfen lassen, linke Militanz zu verteidigen. Das zeigte sich besonders deutlich, als der CDU-Rechtsaußen Wolfgang Bosbach eine Talkshow verlies, weil die linke Publizistin Jutta Ditfurth es wagte, über Polizeigewalt zu reden und dabei eigene Beobachtungen zur Grundlage machte. Bosbach sah damit die Polizei beleidigt, die er mit seinem Abgang ausdrücklich unterstützen wollte. Doch auch der Hamburger SPD-Bürgermeister hat nach dem G20-Gipfel mehrmals jegliche Polizeigewalt rundweg abgestritten. mehr: - G20: Die Eskalation begann mit der Ernennung von Dudde zum Polizeichef (Peter Nowack, Telepolis, 17.08.2017)
Das Hamburger Verwaltungsgericht hat die Auflagen gegen ein Protest-Camp auf der Elbhalbinsel Entenwerder bestätigt. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin dürfen die G20-Gegner weiterhin keine Schlafzelte aufstellen sowie Küchen und Duschen errichten. Es würden weiter keine Übernachtungen geduldet, twitterte die Polizei.
Beim OVG waren am Montagvormittag zudem zwei weitere Beschwerden von Gipfelgegnern anhängig. Sie gehen gegen die Allgemeinverfügung der Polizei vor, wonach es beim G20-Gipfel am 7. und 8. Juli in einem 38 Quadratkilometer großen Gebiet keine Demonstrationen geben darf. Konkret geht es um den Ort der Abschlusskundgebung der Großdemo am 8. Juli - die Gegner wollen zum Heiligengeistfeld ziehen - und um Proteste im Gängeviertel.
Weitere für den 7. Juli angemeldete Demonstrationen bleiben nach Mitteilungen des Verwaltungsgerichts vom Montag verboten: die Versammlungen „Gutes Leben für alle statt Wachstumswahn“ und „Freihandel Macht Flucht“.
Auf der Grünfläche in Entenwerder hatten G20-Gegner am Sonntag mehrere Zelte errichtet, nachdem es eine Entscheidung des Hamburger Verwaltungsgerichts für ein Protestcamp auf der Elbhalbinsel gegeben hatte. Die Polizei aber verbot das Übernachten in dem Camp.
Ein Lager oder auch aus dem Englischen übernommen Camp, ist ein Ort, an dem mehrere Personen meist provisorisch untergebracht sind. Lager haben somit meist einen kurzfristigen Charakter, können aber durchaus und unter bestimmten Umständen, die von Bauweise und Zweckbestimmung abhängen, auch für längere Zeit genutzt werden.
Ursprünglich bezeichnete Lager wohl einfach das Nachtlager, d. h. die Stelle, an der sich jemand niederlegte, um die Nacht zu verbringen. Noch heute wird in der Jägersprache der Ruheplatz bestimmter Tiere als Lager bezeichnet. [Lager (Camp), Wikipedia, abgerufen am 08.09.2017]
Victor Craft
Eine spannende Diskussionsrunde über die linksextremistische Gewalt und die Ausschreitungen in Hamburg während des G20-Gipfels. Wolfgang Bosbach ...Eine spannende Diskussionsrunde über die linksextremistische Gewalt und die Ausschreitungen in Hamburg während des G20-Gipfels. Wolfgang Bosbach ...
Sandra Maischbergers Talk über die G20-Krawalle in Hamburg endet im Eklat: Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach verlässt nach einer hitzigen Diskussion vor ...
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Eklat: Bosbach verlässt Sendung, Grüne verweigert sich Rauswurf | G20-Talk bei Maischberger 12.07.17 Maischberger vom 12.07.2017 Gäste: Wolfgang ...
Nach einem Streit mit Jutta Ditfurth. Thema: Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat? Die schweren Krawalle rund um den G20-Gipfel sorgen für Entsetzen ...
x mein Kommentar: »Die schweren Krawalle […] sorgten für Entsetzen.« Das Thema des Maischberger-Talks lautete: »Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?« Folgendermaßen wurden die Talk-Teilnehmer vorgestellt: - Wolfgang Bosbach, CDU-Innnen-Experte - Jutta Ditfurth, ehemalige Grünen-Chefin und Publizistin - Joachim Lenders, Hamburger Polizeihauptkommissar - Jan van Aken, Linken-Politiker, hat die Demonstration organisiert - Katharina Barley, Bundes-Familienministerin - Hans-Ulrich Jörges, stern-Journalist
»Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?«
[Thema des Maischberger-Talks]
Der Philosoph behandelt eine Frage;
wie eine Krankheit.
Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und die Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.
eXceed2k
Ausschnitt aus dem Film "Feuerzangenbowle"!
Die öffentliche Meinungsbildung lässt sich also sehr wirkungsvoll bereits dadurch steuern, dass man zunächst die ‚Ränder‘ dessen festlegt, was noch als ‚vernünftig‘ anzusehen ist. Wer also die Ränder des in der Öffentlichkeit sichtbaren Meinungsspektrum markieren kann und damit die Ränder des ‚vernünftigerweise Akzeptablen‘, der hat schon einen großen Teil des Meinungsmanagements erreicht. In einer neoliberalen, also ‚marktkonformen‘ Konzeption von ‚Demokratie‘ ist es naheliegenderweise besonders wichtig, den linken Rand des ‚Zulässigen‘ – also dessen, was man noch ‚verantwortlich‘ vertreten kann – zu markieren. Beispielsweise können die herrschenden Eliten die Auffassungen von Jürgen Habermas als das Äußerste deklarieren, was wir ‚in unserer liberalen Demokratie‘ vernünftigerweise zu akzeptieren bereit sind. Positionen, die radikaler sind und deutlicher auf das Zentrum der Macht zielen, werden dann bereits durch diese nahezu unsichtbare Markierung der Grenzen des ‚Akzeptablen‘ für die Öffentlichkeit als ‚Unverantwortlich‘ gekennzeichnet. Sie gehören damit nicht mehr zum Bereich dessen, was ‚sinnvoll‘ diskutiert werden kann. [„Warum schweigen die Lämmer?“ Demokratie, Psychologie und Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements, Rainer Mausfeld,
Vortrag an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, am 22. Juni 2015, gefunden auf den NachDenkSeiten, PDF, S. 5 unten]
- Das nachträgliche G20-Theater gerät zur Provinzposse (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 13.07.2017) mein Kommentar: Wenn Bosbach, den staatstragenden Naiven spielend, Grenzen zu ziehen versucht, die sich einfach nicht ziehen lassen, dann kommt sowas dabei raus:
»Mich interessiert nur, ob Konsequenzen gezogen werden. Es ist atemberaubend, dass hier der Polizei auch nur der Ansatz eines Vorwurfs gemacht wird. […] Es ist pures Glück, dass es keine Toten gab. Das waren bürgerkriegsähnliche Zustände. […] Wenn der Staat ein 'Wehret den Anfängen!' nicht beherzigt, werden die Zustände immer schlimmer.« [Bosbach in der Talkshow, zitiert in: TV-Kritik "Maischberger: "Bosbach verlässt Talkrunde - seine Gegnerin bleibt sitzen, Axel Wolfsberger, Focus, 13.07.2017]
mein Kommentar: Mit dem ersten Satz hat sich Bosbach selbst abgeschossen. Warum der Staat versagt hat (Thema der Talkrunde), scheint ihn nicht zu interessieren. Jutta Ditfurth, die minutenlang versucht, den Ablauf der Demonstration, wie sie ihn wahrgenommen hat, zu beschreiben, wird ständig von Bosbach unterbrochen und nach ihren politischen und rechtlichen Überzeugungen befragt. (Ich habe nach dem wiederholten Ansehen des Diskussionsverlaufs immer stärker den Eindruck, daß Bosbach von vorneherein auf Krawall gebürstet war.)
Bei Sandra Maischberger brachte am vergangenen Mittwoch Jutta Ditfurth mit ihrem Mix aus frech, böse und unbelehrbar fast die gesamte Talkrunde gegen sich auf. Das war schon vor der Wende so, als sie noch Chefin der Grünen war. Nach guter einer Stunde hatte sich der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach so sehr aufgeregt, dass er empört die Runde verließ: „Frau Ditfurth ist persönlich, vom Verhalten und von ihrer – in Anführungszeichen – Argumentation unerträglich“, war das letzte, was er in der Gesprächsrunde noch sagte. Später sollte er erklären: „Talkshows machen nur dann Sinn, wenn alle die Bereitschaft mitbringen, sich ernsthaft mit der Position des Gegenübers zu beschäftigen und ihn ausreden zu lassen“. [Streit Nach Bosbach-Abgang geht weiter: Jutta Ditfurth reicht Maischberger-Entschuldigung noch nicht, Meedia, 14.07.2047]
mein Kommentar: »frech, böse und unbelehrbar« Da würde ich mir doch mal wünschen, daß das an konkreten Szenen der Talkrunde festgemacht wird. Daß Ditfurth – außer natürlich Bosbach und Lenders – die »gesamte Talkrunde gegen sich aufbrachte«, kann ich nicht feststellen. Im Gegenteil: mich haben die aggressiven Äußerungen von Bosbach und Lenders – und daß die beiden ständig van Aken und Ditfurth ins Wort fielen – von Anfang an gestört. Bewundernswert ist die Ruhe und Gelassenheit, die van Aken ausstrahlte! Es gibt in der Psychotherapie den Begriff der »Szene in der Szene«: Damit ist gemeint, daß sich die emotionale Dynamik eines Themas, über das Therapeut und Patient reden, im Gespräch über das Thema »reinszeniert«, das Gesprächspaar Therapeut-Patient quasi von der emotionalen Dynamik des Themas »infiziert« werden und sich diese emotionale Dynamik im Verhalten der beiden wieder abbildet. In gleicher Weise verstehe ich diese Diskussionsrunde, die wohl einen professionellen Begleiter gebraucht hätte: die emotionale Dynamik der G20-Demo (Bosbach & Co.: Wir haben sowas von recht, da brauchen wir uns auf Deine Argumente gar nicht einlassen!) bildete sich in der Talkrunde wieder ab.
Kurioserweise beantwortete gerade diese verunglückte Sendung ihre eigene Frage sehr anschaulich. Warum versagte der Staat? Er versagte, weil unverantwortlicherweise Leute eingeladen waren, die einander nicht grün sind, kein Interesse an gedeihlichem Austausch haben - und keinen Zentimeter weichen wollten. [Bosbach verlässt Studio – Bei G20 eskaliert sogar der Maischberger-Talk, Arno Frank, SPON, 13.07.2017]
Hamburg hat gezeigt, was Demokratie in diesem Land noch wert ist, nämlich nichts.
Journalisten wird ihre Akkreditierung entzogen, genehmigte Demonstrationen werden durch die Polizei in brutaler Art und Weise bereits nach 5 Minuten aufgelöst, weit über 30 qkm werden zur 'No-Go-Area' erklärt, Demonstranten am Schlafen und Essen gehindert, nur damit sich 20 Politiker sich gegenseitig die Eier schaukeln können (sorry Mrs Merkel) und das alles in einem sog. 'demokratischen' Staat. [Maischberger-Sendung zum G20-Gipfel: Bosbach flieht vor Jutta Ditfurth, taz, Kommentar von Virilio, 13.07.2017, 18:36h]
Man muss nicht Jutta Ditfurths Position vertreten, wenn man ihr aufmerksam zuhört, um zu begreifen, weshalb nach ihrer Beobachtung es zu den gewaltsamen Ausschreitungen in Hamburg kam. Ditfurth kennt die Szene seit Jahren und beurteilt diese aus soziologischer Sicht. Hört man ihren Aussagen genau zu, so wird deutlich, dass die Gewalt sich offenbar schrittweise aufgebaut hat und vermutlich im Anfangsstadium zu wenig für die Deeskalation getan wurde.
Dass einige Polizisten offenbar auch Journalisten, die über die Vorgänge vor Ort berichten wollten, tätlich angegriffen haben, zeugt von mangelnder Gelassenheit einzelner Polizisten und vor allem von einer Personalschulung, die diskutiert werden muss. Choleriker sollten nach meiner Ansicht bei solch sensiblen Einsätzen außen vor bleiben, weil das Eskalieren einer Situation dadurch vorprogrammiert ist. […]
Meinen Eindruck, dass Wolfgang Bosbach die Kritik Jutta Ditfurths am Verhalten übergriffiger Polizisten, die sie gegenüber Bosbachs Parteifreund Joachim Lenders (Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in Hamburg) äußerte, spontan zum Schweigen bringen wollte, werde ich allerdings nicht los.
Wer deeskalieren möchte, auch bei zukünftigen Veranstaltungen, muss die Akteure beider Seiten der Barrikaden ganz genau unter die Lupe nehmen und darf sich keine Denkverbote auferlegen. Hier helfen nur schonungslose Analysen. [Helga König, Sonntagskolumne, Gedanken zur Ethik und Kultur, 16.07.2017]
Bosbach spricht Ditfurth die Bereitschaft ab, »sich ernsthaft mit der Position des Gegenüber zu beschäftigen und ihn ausreden zu lassen« – ein Vorwurf, der eins zu eins auf ihn selber zutrifft – etwas, was ich bei Paargesprächen immer wieder beobachte, wenn sich die beiden ineinander verhakt haben, und wo man schon ziemlich stabil und souverän sein muß, um da noch dazwischen zu kommen. Mein Fazit: Bosbach wollte von Anfang an das, was er sich für den G20-Gipfel gewünscht hätte: dazwischen gehen und aufräumen und klar zeigen, wer hier das Sagen hat. Das kann man natürlich tun, zum Verständnis trägt das rein gar nichts bei. siehe auch: - Die Schuld der anderen (Jakob Augstein, der Freitag, 13.07.2017) Zitat:
Die G20 stehen für ein Weltmachtsystem, in dem acht Menschen ebenso viel besitzen wie 3,7 Milliarden. Diese Zahl ist der Inbegriff schierer Gewalt. Und auch der Gipfel selbst, der eine stolze, freie Stadt als Geisel nahm, war ein Akt der Gewalt. Hunderttausende von selbstbewussten Bürgern wurden zu Statisten einer quasi-monarchischen Show degradiert, die alle Werte konterkariert, die wir gerade im Zeitalter der Globalisierung hochhalten müssen.
Die Friedenspreisträgerin Carolin Emcke twitterte: „Jede TV-Minute, die der Gewalt der Hooligans gewidmet wurde, war eine Minute, in der nicht die Beschlüsse der #G20 kritisiert werden konnten.“ Dabei ist gar nicht vorstellbar, dass friedliche Proteste gegen den Gipfel auch nur annähernd so viel Beachtung gefunden hätten wie die gewalttätigen Auseinandersetzungen. Machen wir uns nichts vor: ein paar pflichtschuldige Bilder, ein paar wohlwollende Worte – das wäre es gewesen. Erst die Gewalt macht den Protest gegen G20 erwähnenswert. Denn auch wenn dieser Gedanke in der gegenwärtigen Aufwühlung wie ein Affront erscheint: Natürlich hat auch die Gewalt der Demonstranten eine politische Dimension. Und dabei kommt es nicht einmal darauf an, ob der gewaltbetrunkene Randalierer sich dessen selber bewusst ist.
Die Gewaltdemonstranten haben Autos angezündet. Das ist eine Straftat. Vorstellbar wäre noch der Hinweis, dass die Besitzer dieser Autos, die sich unschuldig und unbeteiligt wähnen, plötzlich daran erinnert werden, dass sie beides eben nicht sind – unschuldig und unbeteiligt. Denn das Auto, das eine Familie in Hamburg-Ottensen gekauft und bezahlt hat und das da am Wochenende angezündet wurde, ist selber kein wertneutraler Gegenstand, sondern ein politisches Objekt.
Es besteht aus Rohstoffen, die unter den Terms of Trade einer von den G20 beherrschten Welt gefördert und gehandelt wurden: Kupfer aus Chile, Bauxit aus Guinea oder Seltene Erden aus China – geschürft, transportiert, verarbeitet unter Bedingungen, die man mit gutem Gewissen weder den Menschen noch dem Planeten zumuten kann. Aber die Familie aus Ottensen hat kein schlechtes Gewissen. Wir alle haben kein schlechtes Gewissen.
Wir erkennen die Gewalt nicht, die wir selber ausüben. Nur die, die wir selber erfahren.
Ich glaube, dass die Krise heute viel mit Gier zu tun hat. Das Über-Ich ist ziemlich zurückgedrängt, die Sexualität völlig befreit, die doppelte Moral der Nachkriegsjahre längst aufgegeben. Das wollten wir alle, das haben wir mithilfe der Psychoanalyse sehr unterstützt. Aber die so genannte Spaßgesellschaft, die ihrer Gier freien Lauf lässt, kann doch auch nicht das Richtige sein. Ein Großteil der Menschen ist interessenlos. Da lauert die Gefahr! Das tägliche Brot soll jeder haben, aber auch das tägliche Brot der Bildung, sonst werden immer wieder Kriege entstehen, die alles zerstören. Es ist klar, dass es Ungleichheit geben muss und immer geben wird, schon deswegen, damit sich Leistung, Erfindung oder Lust am Denken entwickeln können. Ohne wäre es auch wahnsinnig langweilig … Aber die Chancengleichheit als soziales Gleichgewicht, die müsste man doch einrichten können! Das wird einem immer bewusster, je älter man wird. Deswegen ist die Psychoanalyse nach wie vor gut, weil sie die Gleichgültigkeit dieser Krise aufdeckt: Das Gewissen, das Über-Ich ist hier verlogen. Der Fundamentalismus ist kein Gegengewicht zur absoluten Morallosigkeit. Wir wollen die Welt ändern, aber wie? Panik führt zu Extremen, zum Auseinanderbrechen der demokratischen Gesellschaft. Vor allem, wenn sie so jung und fragil ist, wie sie es damals, 1929, war. Hoffentlich ist sie das heute nicht mehr.
Man muss intensiver überlegen, was man dagegen tun kann. Warum ist dieses und jenes passiert? Es geht um Erinnerungsarbeit, um die „Unfähigkeit zu trauern“. Wir wollten nur noch Profit, aber woher das Geld stammt, das wollten wir nicht mehr wissen. Auslöser war doch wohl die blanke Gier. Ich selbst habe zu Geld eigentlich keine Beziehung. Die Lust, mehr Geld zu haben, als ich benötige, um das kaufen zu können, was ich brauche und liebe, diese Lust ist bei mir praktisch nicht vorhanden. Geld, das nur herumliegt, das ist doch Quatsch! Aber die Angst, die nun aufgetaucht ist, ist nicht ganz schlecht, denn wir brauchen Angst, um voranzukommen. Das große Zähneklappern kann ich aber nicht erkennen. Es scheint, als blieben wir diesmal vernünftig. [Margarete Mitscherlich: "Wissen Sie, wie es ist, wenn man tot ist?", Margarete Mitscherlich im Interview, Journal Frankfurt 24/2009]
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Der damalige Innenminister Claudio Scajola äußerte in der Öffentlichkeit, dass die Polizei „ihre Aufgabe würdevoll erfüllt“ habe. Der damalige Vizeminister Gianfranco Fini sagte, dass die Demonstranten bekommen hätten, „was sie verdienten“.[55] [G8-Gipfel in Genua 2001, Aufarbeitung, Wikipedia, abgerufen am 19.08.2017]
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Die Ereignisse in der Polizeikaserne und die Gerichtsverfahren veranlassten die britische Zeitung The Guardian zu der Aussage: „Genoa tells us that when the state feels threatened, the rule of law can be suspended. Anywhere.“ (Genua sagt uns, dass, wenn der Staat sich bedroht fühlt, die Herrschaft des Gesetzes außer Kraft gesetzt werden kann – überall.)[62][G8-Gipfel in Genua 2001, Aufarbeitung, Wikipedia, abgerufen am 19.08.2017]
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Seit dem Gipfel und verstärkt nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 gilt nach dem Summit policing der Grundsatz, für G8/G20-Gipfel einen Ort zu wählen, der möglichst abgelegen ist und gut abgesichert werden kann. Laut Tony Blair soll verhindert werden, dass die publizistische Wirkung von Protesten den Gipfel in den Augen der Öffentlichkeit ruiniert.[1][G8-Gipfel in Genua 2001, Wikipedia, abgerufen am 19.08.2017]
========== mein Fazit: Für mich war der G20-Gipfel nicht nur eine mittelalterlich anmutende Herrschaftsdemonstration des Staates, er war – bewußt oder unbewußt – auch eine medial aufbereitete Inszenierung, die von der organisierten Gewalt des Kapitalismus ablenken und die G20-Demonstranten zu entpolitisieren versuchte! Und die mediale Aufbereitung mittels einer Talkrunde mit einem auf Krawall gebürsteten Bosbach, der den Rechtsstaat raushängen läßt und einer standhaften Jutta Ditfurth, die mit ihrer »Unbelehrbarkeit« die ganze Runde gegen sich aufbrachte… Da kann sich jeder seinen eigenen Reim drauf machen. siehe auch: - Dumm gelaufen – Der Hamburger G 20-Gipfel und der Wahlkampf (Joachim Hirsch, LinksNetz.de, August 2017) - G20-Gipfel: Ausschluss von Journalisten vom G20-Gipfel war fehlerhaft (ZON, 19.08.2017, beachte auch die Kommentare!) mein Kommentar: Man genieße den Sprachgebrauch: der Ausschluß war nicht »falsch« sondern »fehlerhaft«! Na sowas – »teilweise falsche BKA-Informationen«! Das hätte ich mir nie im Leben vorstellen können! :-)
»Wäre es meine Talkshow gewesen, hätte ich Ditfurth Hausverbot erteilt, und sie gebeten, zu gehen. Natürlich bin ich absolute Meinungsfreiheit, und dennoch muss ich mir in meinem Haus nicht unbedingt alles anhören, was ich im Grunde für durchgeknallt halte.«
- Contradictio in adiecto (Wortwuchs.net) Natürlich nicht, lieber absolute Meinungsfreiheit, zwingt Dich ja keiner! Und hinterfrage keinesfalls Dein Wertesystem! Auch Du darfst wählen! Wir haben ja Meinungsfreiheit, auch für Durchgeknallte…
Alt-Right Viele Kritiker des Neoliberalismus übersehen den Rassismus Donald Trumps. Das ist leichtfertig
Rassismus begleitet die Geschichte der USA von Beginn an. Als am 4. Juli 1776 die Gründerväter die Unabhängigkeitserklärung mit der Präambel unterzeichneten, dass alle Menschen gleich und frei geboren seien, empfanden sie es als Selbsverständlichkeit, dass schwarze Menschen davon ausgenommen wurden. Seitdem ringt das Land mit den Folgen der „Ursünde“, wie Barack Obama die Sklaverei nannte. Und es stimmt auch, dass die heutigen Rassisten bereits in den Jahren von Obamas Präsidentschaft wieder erstarkten. Ein Schwarzer im Weißen Haus – das war für viele „White Supremacists“ ein Beweis ihrer kruden Verfallsthesen. Im Internet und in ihren Talk-Radios warnten sie vor einem „Genozid an Weißen“.
Trotz dieser langen Vorgeschichte gilt: Der rassistische Hass, der sich gerade in dem 40.000-Einwohner-Ort Charlottesville austobte, ist ohne einen Präsidenten Donald Trump so nicht vorstellbar. In der Universitäts-Stadt versammelten sich Tausende Neonazis, Ku-Klux-Klan-Anhänger, rechte Paramilitärs und Vertreter der „alternativen Rechten“, der Alt-Right. Trauriger Höhepunkt war das Attentat eines Rechtsextremen, der sein Auto in eine Gegendemonstration lenkte. Die 32-jährige Heather Heyer starb, 19 Menschen wurden verletzt.
Und was tat Trump? Er sprach von schlimmer Gewalt auf „vielen Seiten“. Im Netz wurde er dafür von Neonazis bejubelt, die sehr genau registrierten, dass der Präsident eben nicht die „White Supremacists“ verurteilte. 48 Stunden später rang er sich den Satz ab: „Rassismus ist böse.“ Überzeugt klang das nicht. Trump hat immer wieder die Nähe zur extremen Rechten gesucht und im Wahlkampf rassistische Botschaften verbreitet. Das alles ist bekannt, und so kann der rassistische Exzess von Charlottesville auch nicht wirklich überraschen. Wenn der Hater-in-Chief im Weißen Haus sitzt, fühlen sich viele Hassgetriebene ermutigt, sich ihrer letzten moralischen Fesseln zu entledigen.
mehr: - Hater-in-Chief (Jan Pfaff, der Freitag 33/2017)
- Trumps Pressekonferenz: Lehrstunde in Nazi-Verharmlosung (Sascha Lobo, SPON, 16.08.2017) Jan Pfaff erklärt uns im Freitag, wie leichtfertig es möglicherweise ist, wenn die Neobliberalismus-Kritiker den latenten Rassismus Donald Trumps übersehen, und Sascha Lobo nimmt für uns im Spiegel Trumps Argumentations-Ketten unter Zuhilfenahme der eristischen Dialektik Schopenhauers Satz für Satz auseinander und weist nach, daß Amerikas Rechtsextreme sich diese Rechthaber-Taktik auf ihren Internet-Foren zunutze machen. Wikipedia lehrt uns:
Heute wird diese Form der Argumentation auch als Rabulistikbezeichnet. Die Bedeutungen von Logik und Dialektik sind heute klar voneinander abgegrenzt. Dies ist aber eher eine Folge der Neubestimmung der Dialektik durch Schopenhauers Rivalen Hegel. [Eristische Dialektik, Eristik, Logik und Dialektik, abgerufen am 17.08.2017]
Wann haben ethische Maßstäbe die USA je daran gehindert, ein anderes Land anzugreifen? Da gab es noch keinen Trump. Wieviele Menschen sind von der politisch korrekten Elite der USA (also Politikern, die Frauen eben nicht an die Möse greifen und genau gelernt haben, was sie vor Kameras oder Reporten sagen und nicht sagen dürfen) in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg getötet oder ins Elend geworfen worden? Wieviele Länder sind von eben diesen sauberen und nicht-gestörten Politikern und Wirtschaftbossen bedrängt, destabilisiert oder ins Machtvakuum expediert worden?
Alan Shore Closing Argument On The Abuses Of Government {4:00}
Veröffentlicht am 11.09.2014
Epic closing argument from ABC's Boston Legal that illustrates the erosion of our Constitutional liberties and abusive government. This can no longer be defined as a Republican versus Democrat issue. Both parties are equally responsible, as are we, the electorate, for we continue to vote the same quality of politician(s) into office over and over.
Was regen wir uns über den Umgang mit Schwulen in Russland auf. Denen geht’s besser, als den Schwarzen noch in den 60er/70er Jahren in den USA. Wieviele Milliarden US-Dollar hat Trump in die Ukraine gepumpt, um einen politischen Umsturz zu provozieren? Wieviele Soldaten, Kanonen und Raketen-Abschußbasen ließ Trump an der Grenze zu Russland stationieren, um den gestörten Putin in seinen aggressiven Weltmachtbestrebungen zu beschränken? Und wieviele Medien und Politiker haben Trump zugejubelt, als er nach einem erneuten sytischen Giftgas-Massakter ein paar Löcher in eine Startbahn geschossen hat? Große Teile der US-amerikanischen Bevölkerung sind nun mal rassistisch, und große Teile der russischen Bevölkerung sind nun mal homophob. Und sowohl der russische wie auch der amerikanische Präsident müssen dieser Tatsache Rechnung tragen. dazu: - USA und der "Westen": Too big to fail? (Willy Wimmer, Freie Welt, 17.08.2017) Wir reden hier ständig über die falschen Dinge. Daß Trump eine entsetzliche Kindheit gehabt haben muß, steht für mich genauso fest, wie die Tatsache, daß es bisher kein US-Nachkriegspräsident geschafft hat, den militärisch-industriellen Komplex unter Kontrolle zu bringen – und die Tatsache, daß sich unsere eingemerkelten [von eingenordeten] Post-Pegida-Journalisten jetzt des öfteren bemühen, während der Ukraine-Krise verlorengegangenes Vertrauen wieder herzustellen – wenn es nicht gerade um Russland geht. Die Welt ist weder unter Putin noch unter Trump besser oder schlechter geworden, nur anders. Und über dieses »anders« könnte man sich ja mal irgendwann in Ruhe unterhalten… Unsere bekannten Schubladen funktionieren nicht mehr so gut, und die Fassaden bröckeln (Meinungsvielfalt sei Dank?) deutlich schneller als früher – als alles noch viel besser war? Ein Letztes: Unser Problem heißt nicht Trump sondern USA. Wenn Trump vom Fenster weg ist, kommt der nächste TTIP-Vorstoß. Werden wir uns dem unterwerfen, weil uns unter Trump so sehr der Arsch auf Grundeis gegangen ist, daß wir nur noch erleichtert sind, daß es keinen Krieg gegeben hat und in der Folge dankbar alles durch- und abwinken???
Seit Jahren steht Mehmet Scholl als Fußballexperte vor der ARD-Kamera. Nun ist es zum Krach gekommen: Scholl ließ zwei Sendungen ausfallen, offenbar passte ihm nicht, dass der Sender über Dopingvorwürfe berichten wollte.
Aufmerksame TV-Zuschauer dürften irritiert gewesen sein. Am vergangenen Mittwoch, kurz vor dem Confed-Cup-Halbfinale zwischen Portugal und Chile, stand nicht wie üblich Mehmet Scholl als Fußballexperte vor der ARD-Kamera, sondern Thomas Hitzlsperger. Der Grund dafür: Streit zwischen Scholl und dem Sender.
Scholl, 46, soll sich im Vorfeld der Sendung geweigert haben, über die Dopingvorwürfe gegen das russische Nationalteam zu sprechen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Stattdessen habe Scholl über die Erfolge der DFB-Mannschaften sprechen wollen. Einig wurden sich der Experte und die ARD-Redaktion nicht - also soll Scholl vor Sendebeginn das Studio verlassen haben. Auch das zweite Halbfinale zwischen Deutschland und Mexiko ließ er aus, jeweils sprang Hitzlsperger ein.
Die ARD bestätigte dem SPIEGEL den Disput. "Ja, es gab eine Meinungsverschiedenheit", teilte Sportkoordinator Axel Balkausky auf Anfrage mit. Das sei jedoch an sich nicht außergewöhnlich. Man werde das Thema "intern klären". Ob tatsächlich die Dopingberichterstattung Streitanlass gewesen ist, ließ Balkausky unkommentiert.
Dass Scholl mit dem Doping-Thema nichts anzufangen weiß, ist nicht neu. Schon in der Vergangenheit hatte der ehemalige Profi des FC Bayern behauptet, zu dopen ergebe im Fußball keinen Sinn, weil der Sport zu komplex sei. Ein fragwürdiger Standpunkt, den viele aktuelle und ehemalige Fußballer vertreten. Verschiedene Anti-Doping-Experten sehen das anders. Und dass im Fußball gedopt wurde und wird, gilt als sicher.
mehr: - Streit um Dopingberichterstattung: Scholl boykottierte ARD-Sendungen (SPON, 05.07.2017) n24 berichtet:
Confed Cup: Weshalb Mehmet Scholl sich wirklich zurück zog {0:47}
Veröffentlicht am 05.07.2017
Der Ex-Fußballprofi Mehmet Scholl ist während des Confed Cups plötzlich von der ARD-Bildfläche verschwunden. Angeblich fühlte er sich unwohl. Wie die Bild berichtet, soll seine Abreise ganz andere Gründe gehabt haben.
Scholl zu dem Konflikt im Telefoninterview:
Mehmet Scholl explains his boykott in the ARD! [Ger] {2:10}
Veröffentlicht am 08.08.2017
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Seit Scholl bei den beiden Halbfinalspielen des Confed Cups fehlte, gab es Berichte über die Gründe. In seiner Sendung Mehmets Schollplatten im Bayerischen Rundfunk sagte er dazu, dass er vor den Partien über das Thema Doping sprechen sollte. Er habe gesagt: „Ich möchte, dass diese Story für diesen schönen Tag draußen bleibt. Da haben die gesagt, die bleibt nicht draußen und ich darf mich nicht ins Programm einmischen. Da habe ich gesagt: Ich gehe. Und dann bin ich gegangen.“ Diese Aktion wird von den Medien als Grund der Vertragsauflösung angenommen.[20] [Mehmet Scholl, Sportkommentator und Moderator, Wikipedia, abgerufen am 16.08.2017]
(Was Scholl sagte, ist oben in dem Telefoninterview zu hören…)
========== Der Spiegel überschrieb: »Scholl boykottierte ARD-Sendungen« Die Süddeutsche Zeitung hat verstanden: »Mehmet Scholl hat nicht verstanden, worum es geht« rp Online (10.08.2017) wiegelt ab: »Kein großer Verlust« und Oliver Fritsch macht in seinem Kommentar in der Zeit klar: »Dieser Sport braucht keinen Sprücheklopfer, er braucht Journalismus.« (Mehmet Scholl : Es ist nicht mehr die Zeit für lustige Sprüche, ZON, 10.08.2017), nachdem ihn zwei Tage zuvor der Satiriker Leo Fischer auf dem Zeit-Twitter-Account für tot erklärt hatte: - Fake-Meldung auf Twitter: „Zeit Magazin“ erklärt Mehmet Scholl für tot (Focus, 10.08.2017) mein Kommentar: Daß gerade die Doping-Vorwürfe gegen Russland (gerade auch, da in diesem Jahr der Confed-Cup in Russland stattgefunden hat) immer wieder auf die erste Seite gehoben werden, hat doch ein seltsames »Geschmäckle«. (siehe: Sport, Staats-Doping und zweierlei Maß, Post, 14.08.2018) Daß in Russland gedopt wird, kommt auf die Titelseite, daß in Deutschland ähnlich systematisch gedopt wurde (jetzt, wo’s rauskommt, sind wir natürlich sauber), kommt unter ferner liefen. Und das Geschmäckle wird bei der Lektüre über Scholls Rausschmiß bei der ARD stärker, wenn man bedenkt, daß sich alle unsere Mainstream-Medien über den Rauswurf Scholls ähnlich äußern. In keiner Zeitung oder keinem Fernsehbericht wurde Scholls Rauswurf bedauert oder sogar kritisiert. Unterschiedlich waren nur Anzahl und Inhalt der Begründungen, weshalb Scholl nach acht Jahren als Co-Kommentator einfach nicht mehr tragbar war. Unisono berichten die Leitmedien, er wolle nicht über Doping im Sport reden und er habe zweimal die Sendung geschwänzt und/oder er habe sich schon mehrfach verplappert und/oder er wolle der Redaktion in ihre Sendungsgestaltung reinreden. Auf jeden Fall sollte für jeden unbedarften Leser nachvollziehbar sein, daß Scholl sein Geld – aus welchem Grund auch immer – einfach nicht mehr wert ist – und daß das aber auch rein gar nichts mit den ständigen Medien-Sticheleien gegen Russland zu tun hat, wo Scholl keine Lust hat sich dafür mißbrauchen zu lassen. … unisono bei allen Leitmedien! Ich bin gespannt, wem nächstes Jahr was aufstößt, wenn unsere eingenordeten Leitmedien (»Lügenpresse« ist ja inzwischen »Unwort des Jahres«, und »gleichgeschaltet« ist zu braun) über die Fußball-WM in Russland berichten…
Prof. Heinz-Josef Bontrup ist der Muhammad Ali der deutschen Wirtschaftswissenschaftler.
Er provoziert den Gegner noch während dieser in seiner Ecke sitzt, um ihn dann mit ein paar gut platzierten Argumenten auf die Matte zu schicken.
Wer Bontrup mal live an der Westfälischen Hochschule erlebt hat, muss zugeben, dass sich der Profi für Arbeitsökonomie vor allem für den lohnabhängigen Arbeiter in den Ring wirft.
Bontrup ist stocksauer und dafür gibt es einen Grund. Er rechnet Merkel & Co. seit Jahren vor, dass echte Vollbeschäftigung in Deutschland möglich wäre und, dass dabei alle Seiten gewinnen können.
Als Sprecher der „Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik“ hat Bontrup auch im Deutschen Bundestag immer wieder versucht, die jeweiligen Wirtschaftsminister für seine Ideen eines fairen Arbeitsmarktes zu begeistern. Oft, sehr oft, hatte er dann aber das Gefühl, dass die, die ihm gegenüber saßen, von der Materie nur oberflächlich etwas verstanden.
Wirtschaftswissenschaft ist, anders als Physik oder Chemie, keine Naturwissenschaft. Der untersuchte Gegenstand, der Markt, wurde von Menschen gemacht, kennt keine festen Regeln, sondern gehorcht eher einer Ideologie.
Gerade deshalb will sich Prof. Bontrup nicht mit dem Status Quo abfinden. Es gibt eine Alternative zu Hartz IV, Niedriglohnsektor, Lohndumping und Altersarmut.
Es geht um einen fairen Verteilerschlüssel. Mehr echte Mitbestimmung durch den Arbeitnehmer und das Beenden der Lobby-Politik, die vor allem den großen Kapitalbesitzern dient, während immer mehr Menschen um ihren Job bangen müssen, Überstunden schieben oder aber wegrationalisiert werden.
Bontrup ist kein Theoretiker, er kennt alle Seiten des Marktes: Werkbank, Forschung und Wissenschaft. Das macht seine Argumente und Kritik so plausibel.
Kaum geht der Gong, knallt er der Politik 90 Minuten einen vor den Latz. Er will eine andere Ordnung im System selbst und keine Brosamen der Beschwichtigung.
Inhaltsübersicht:
00:01:51 Arbeitgeber und Arbeitnehmer vs. Unternehmer und abhängig Beschäftigte
00:12:51 Ungleiche Vermögensverteilung und ihre Rolle bei Finanzkrisen
00:20:33 Der Beginn der Massenarbeitslosigkeit und mögliche Wege aus der Krise
00:39:10 Wohin steuert Deutschland?
00:55:17 Der Lebenszyklus der Gewerkschaften
01:15:43 Heinz-Josef Bontrups Konzept zur Beendigung der Massenarbeitslosigkeit
01:30:17 Das widersprüchliche Verhältnis eines demokratischen Staates zu einer autokratischen Wirtschaft
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27. Pleisweiler Gespräch mit Prof. Michael Hartmann - die wirkliche Lage der Vermögensverteilung {1:11:43}
Am 01.08.2017 veröffentlicht
NachDenkSeiten
Am vergangenen Sonntag (30.07.2017) kamen fast 300 Gäste zu Vortrag und Diskussion mit dem Eliteforscher Michael Hartmann. Er bot viele Einsichten in die wirkliche Lage der Einkommens- und Vermögensverteilung und zu den Hintergründen. Zum Beispiel: Die Verteilung der Einkommen und Vermögen ist schlimmer als man bei Kenntnisnahme der veröffentlichten Erhebungen und Statistiken denken könnte. Denn die Einkommen an der Spitze wie am unteren Ende werden von Befragungen und Statistiken kaum erfasst.
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Über die SPD, Trump, den US-Imperialismus & China- Prof. Michael Hartmann im Gespräch mit MrMarxismo {19:59}
Am 26.12.2017 veröffentlicht
MrMarxismo
Über Trump, den US-Imperialismus & China - Prof. Michael Hartmann im Gespräch mit MrMarxismo
Fundstücke:
„Professor Yang, die Familie von Chinas Premier Wen Jiabao soll 2,7 Milliarden Dollar angehäuft haben.
Reichtum in einem sozialistischen Land – wie passt das zusammen?“
(…)
Prof. Dali Yang (Chicago): „Geht es der Elite nicht gut, dann hat sie keinen Anreiz für weitere Reformen.“
(…)
„Die Korruption ist also noch nicht so gravierend, dass sie das Wachstum der Wirtschaft bedrohen würde.“
(…)
„Man muss sich auch klarmachen, dass die Geschäfte von Wens Familie nach chinesischem Recht größtenteils nicht einmal verboten waren.“
(…)
„In Chinas Metropolen leben eine Million Millionäre und 600 Milliardäre.
Auf dem Land leben die Massen in Armut. Zerreißt die Ungleichheit das Land?“
(…)
„Heute ist der Reichtum ungleicher verteilt als nahezu überall sonst auf der Welt.“
(…)
„Die Länder, in denen die höchste Ungleichheit herrscht, sind in der Regel wenig demokratisch“.
Quelle:
Kernsätze aus einem Interview mit Prof. Dali Yang , FAZ (4.11.2012)
Dass die Diktatur (im bürgerlichen Sinne) des chinesischen Staatskapitalismus etwas (außer dem Namen) mit "Kommunismus" zu tun hat, ist mehr als nur "zweifelhaft".
Mehr Infos:
Meine Playlist: China´s (Staats-) Kapitalismus
https://www.youtube.com/playlist?list...
Fazit:
"Ohne Demokratie kein Sozialismus, aber ohne Sozialismus keine Demokratie!"
Rosa Luxemburg
PS:
"Ein Verein freier Menschen die mit gemeinschaftlichen Produktionsmitteln ihre Bedürfnisse befriedigen" ist zur Zeit (leider) immer noch nicht Realität!
Also eine "Utopie", die noch nie verwirklicht wurde!
Die bürgerliche Demokratie und die kapitalistische Produktionsweise waren allerdings z.B. im Jahr 1492 auch eine "Utopie"...
Prof. Michael Hartmann - Warum werden durch die "Globalisierung" die Reichen immer reicher? {28:52}
Am 05.03.2013 veröffentlicht
MrMarxismo
Meinhard Schmidt-Degenhard im Gespräch mit Prof. Michael Hartmann (hr, 24.02.2013)
Mehr Infos von Prof. Michael Hartmann: https://www.youtube.com/watch?v=AAyYR...
„Ich brauche Dich“, sagt die Schlaftablette, „mach bitte schön den Mund auf und sag aaah!“ – Das wirkt! Eine Partei und ein Volk machen den Mund auf, schlucken brav und die Schlaftablette macht, wie bisher schon, auch den Tag zur Nacht! – Nicht, dass ich Ihnen zu nahetreten möchte, Frau Merkel, aber Wahrheit ist keine Beleidigung.
Es ist nun einmal so: Wenn ich Sie sehe, sinken mir die Mundwinkel herunter und die Lider gleich mit. Wissen Sie, ich denke an Zeiten, als das Griechenland-Problem noch für knapp 40 Milliarden zu lösen war. Zukünftig dürften in Wahrheit keine 400 Milliarden mehr reichen. Meinen Sie auch, dass Sie da was verschlafen haben? So schlaftablettenmäßig? Nein, klar, Ihre Rente ist sicher…
Oder, was ich auch so bei mir denke:
Bei uns gibt es doch ziemlich viel Leute, die keinen Cent auf die Seite kriegen und bei denen am 20. Monatsende ist. Sie kennen solche Leute nicht, aber eine gute Bekannte von mir – ihr Mann hat sie recht frühzeitig verlassen – hat drei Kinder alleine großgezogen und dabei in der mobilen Altenpflege gearbeitet. Später, als die Kinder groß waren, deutschlandweit. Bis ein Burn Out sie stoppte. Für längere Zeit. Da war sie aber schon über 60. Heute kriegt sie 700 Euro Rente. Das zwingt sie mit ihren 67 Jahren, vier Tage in der Woche ein paar Stunden im Kindergarten in der Küche zu arbeiten. Angestellt bei der Caritas, einem Arbeitgeber, wie ich ihn keinem wünsche. So kriegt sie noch 350 Euro. Ohne die geht´s gar nicht. Gut, sie hat Kinder, die würden sie nie hängen lassen, aber wie sagte sie mir kürzlich: "So lange ich auf den eigenen Beinen stehen kann, will ich nicht anderen zur Last fallen." mehr: - Die politische Schlaftablette (Johannes G. Klinkmüller, Freie Welt, 06.12.2016) Da der Link nicht mehr funktioniert, hier der restliche Text:
Tja, die Rentenreform, Frau Merkel, oder dieses grandiose Gesetz, das den Leiharbeitern so unendlich hilft - ach, da fällt mir ein:
Könnten Sie uns endlich mal den Vertrag mit Erdogan zeigen! Wie sich das liest, wenn Menschen gegeneinander aufgerechnet werden!
Überhaupt, wie Sie das machen, mit so schwierigen Männern klarzukommen! In Deutschland räumen Sie sie ja seit Jahren erfolgreich aus dem Weg – manche sagen, viele verlassen schon freiwillig die CDU –, aber international geht das nunmal nicht immer.
Bestimmt kommen Sie auch mit Trump klar. Ich weiß schon, wie Sie lächeln, wenn Sie ihm vor den Kameras die Hand schütteln. Hoffentlich verplappert er sich nicht und sagt Ihnen, mit wem Sie in der letzten Zeit so alles telefoniert haben.
Deutschland schwimmt, verglichen mit anderen Staaten, im Geld. Könnten Sie mal weniger nach Brüssel rüberschieben und stattdessen für Ihr Land sorgen.
So recht habe ich auch nicht verstanden, dass unser Bundesumweltministerium gewiss mit Ihrem Wissen bis zu 5 Millionen ganz zufällig in der heißen Phase des US-Wahlkampfs in die Clinton-Foundation eingezahlt hat. Schade nur, dass sich Hillary nun nicht persönlich bei Ihnen bedanken wird. Aber wie alles Geld, für das Sie verantwortlich sind, ist es ja bestens angelegt. Nur, wissen Sie, meine Bekannte z.B. hat nichts davon . . .
Keine Ahnung, warum die Leute politikverdrossen sind. Sie wissen aber schon, dass es sowas gibt in "Ihrem" Land? – Komisch, aber ich denke immer, Deutschland ist gar nicht Ihr Land.
Wie Sie das übrigens wieder hingekriegt haben, dass die Maut jetzt doch kommt! So kriegt man die Schwesternpartei zum Schlafen. Ein Anruf bei Juncker und die Sache läuft. Für 2,50 Euro.
Können Sie bei Gelegenheit sagen, was Sie dem Juncker dafür zugemauschelt haben?
Ehrlich gesagt, ist es mir ein Schleier, dass Leute noch so auf Sie abfahren. Aber so ist das, wenn Sie die Menschen verschleiern.
Eigentlich waren Sie ja mal gegen ein Verbot der Vollverschleierung, mittlerweile sind Sie dafür – und wie! Ihre Parteitagsrede lässt grüßen! – Wir kennen ja Ihre Liebe zu Kehrtwendungen.
Im Übrigen haben Sie ein ganzes Volk schon lange vollverschleiert.
Unnachahmlich, wie Sie das immer machen, zu sagen, was das Volk hören will.
Im zwölften Jahr ihrer Kanzlerschaft ist sie im Begriff, das Rollenmodell einer postmodernen und postideologischen Politikerin zu perfektionieren.
Ausgerechnet sie, der Kritiker gern vorhielten, ihr fehle das Wahlkämpfer-Gen, macht jetzt hypermodernen Wahlkampf: einen Wahlkampf, bei dem Politik von Inszenierung nicht mehr zu unterscheiden ist und der – das ist die eigentliche Pointe – sich gegen eine Politik richtet, welche die Kanzlerin selbst zu verantworten hat. […]
Es ist die Vollendung eines virtuosen Zirkels, der einen Großteil der verfügbaren Positionen in der politischen Debatte miteinschließt. Als Anbieterin eines solchen politischen Pauschalangebots, das für Willkommenskulturschaffende und Grenzpfosten gleichermaßen attraktiv wirkt, ist Merkel europaweit stilprägend. […]
Ideologische Rundumversorgung à la Merkel macht Schule. Kein Wunder, dass da kaum noch eine Opposition weiß, wogegen sie opponieren soll.
Unterdessen glauben Umfragen zufolge mehr als zwei Drittel der Deutschen zufolge nicht an die Versprechen der CDU-Vorsitzenden, die Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen und Steuerentlastungen vorzunehmen. 72 Prozent der Befragten des ZDF-Politbarometers gehen davon aus, dass die Union ihr Versprechen nicht einhalten werde. Selbst 59 Prozent der Unionsanhänger vertrauten der Kanzlerin bei dieser Ankündigung im Wahlprogramm der Union nicht, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen.
Auch bei der Befragung für den ARD-Deutschlandtrend hatten 78 Prozent angegeben, sie nähmen der CDU-Vorsitzenden das Versprechen von Steuersenkungen nach der Wahl angesichts der Krise nicht ab und halten dies für unglaubwürdig.
Volker Pispers - Angela Merkel und ihr Duktus (Neues aus der Anstalt 10/2013) {5:34}
3sat, Kulturzeit, März 2013 Mutti ist die Best(i)e Die heimliche Diktatur der Mütter Gespräch mit dem Psychoanalytiker und -therapeuten Dr. Torsten Milsch über sein Buch "Mutti ist die Best(i)e"
"Das Mutti-System ist eine hermetisch geschlossene Gruppe mit genau zwei Hierarchiestufen: Erstens Mutti und zweitens alle Anderen."
Kurzbeschreibung bei Amazon: "Niemand hat je die Herrschaft der Mütter hinterfragt. Sie sind schließlich liebevoll und wollen immer nur das Beste. Aber es gibt nicht nur liebevolle und sorgende Mütter, sondern auch viele, die ihre Macht missbrauchen, damit ihre Kinder abhängig bleiben. Wie gefährlich ein Machtmissbrauch solcher »Muttis« ist, zeigt der Arzt und Psychoanalytiker Torsten Milsch am »Mutti-Syndrom« von Kontrollzwang, Unterdrückung und Bevormundung in Familie und Gesellschaft. Bestimmte Mütter, die »Muttis«, entscheiden alternativlos alleine, was falsch und was richtig für ihre Familie ist. Sie kontrollieren Tagesablauf, Freizeit und Kontakte, sie dulden keine abweichende Meinung. Mutti-Kinder lernen so schon früh, dass sie nur gemocht werden, wenn sie immer brav sind. Das macht sie abhängig von der Zuwendung von außen, eigene Gefühle verdrängen sie und werden unglückliche und unselbstständige Mutti-Männer und Mutti-Frauen. Sie leben abhängig machende »Mutti-Muster« in ihren Familien und Firmen sowie in »Mutti-Systemen« wie Medien, Parteien und Religionen. Torsten Milsch weist aus 30-jähriger Erfahrung als Arzt und Psychoanalytiker den Weg aus Machtmissbrauch und Pseudo-Liebe: Beziehungsbildung mit Aufklärung, Empathie und Dialog für Freiheit und Verantwortung in Familie, Beruf und Gesellschaft."
Lässt man die Merkel-Jahre Revue passieren, findet man mehrere große Entscheidungen ohne Plan und abrupte opportunistische Wenden – mit gravierenden Konsequenzen für die gesellschaftliche Stabilität und den Wohlstand in Deutschland. Das von ihren Spin Doctors gezeichnete Bild einer Physikerin, die alle Dinge „vom Ende her denkt“, die quasi naturwissenschaftlich die Konsequenzen, Chancen und Risiken abwägt, ist Fiktion. Offensichtlich ist der Kontrollverlust in der Flüchtlingskrise. Aber auch in der Euro-Krise fehlte ihr die klare Sicht. Und mit der ruckartigen Energiewende hat sie ein industriepolitisches Abenteuer gestartet, das sie planwirtschaftlich angeht. Der Ausgang ist ungewiss.
Loriot Bundestagsrede {2:24}
Veröffentlicht am 28.05.2009
Die Bundestagsrede von Loriot -Vicco von Bülow als Karl-Heinz Stiegler MdB. Die KOMMENTARE zu diesem Video habe ich DEAKTIVIERT. Den unfreiwilligen Schwachsinn des gemeinen Web- und YouTube-Kommentators kann man wahrscheinlich nur verkraften wenn man selbst auch nur soweit zählen kann wie man Finger hat. Und wenn Mama und Papa Geschwister sind hilft das bestimmt auch.
„Meine Damen und Herren! Politik bedeutet, und davon sollte man ausgehen, das ist doch, ohne darum herum zu reden, in Anbetracht der Situation, in der wir uns befinden. Ich kann meinen politischen Standpunkt in wenigen Worten zusammenfassen: Erstens das Selbstverständnis unter der Voraussetzung, zweitens und das ist es was wir unseren Wählern schuldig sind, drittens die konzentrierte Beinhaltung als Kernstück eines zukunftweisenden Parteiprogramms. Wer hat denn, und das muss vor diesem hohen Hause einmal unmissverständlich ausgesprochen werden. Auch die wirtschaftliche Entwicklung hat sich in keiner Weise, das kann auch von meinen Gegnern nicht bestritten werden, ohne zu verkennen, dass in Brüssel, in London die Ansicht herrscht, die Regierung der Bundesrepublik habe da und, meine Damen und Herren, warum auch nicht? Aber wo haben wir denn letzten Endes, ohne die Lage unnötig zuzuspitzen, da meine Damen und Herren liegt doch das Hauptproblem. Bitte denken Sie doch einmal an die Altersversorgung. Wer war es denn, der seit 15 Jahren, und wir wollen einmal davon absehen, dass niemand behaupten kann, als hätte sich damals, so geht es doch nun wirklich nicht. Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass die Fragen des Umweltschutzes, und ich bleibe dabei, wo kämen wir sonst hin, wo bliebe unsere Glaubwürdigkeit? Eins steht doch fest, und darüber gibt es keinen Zweifel, wer das vergisst, hat den Auftrag des Wählers nicht verstanden. Die Lohn- und Preispolitik geht von der Voraussetzung aus, dass die mittelfristige Finanzplanung, und im Bereich der Steuerreform ist das schon immer von ausschlaggebender Bedeutung gewesen. Meine Damen und Herren, wir wollen nicht vergessen, draußen im Lande, und damit möchte ich schließen, hier und heute stellen sich die Fragen, und ich glaube, Sie stimmen mit mir überein, wenn ich sage, letzten Endes, wer wollte das bestreiten. Ich danke Ihnen."
Aber es geht bei dieser Art des Regierens etwas verloren, und das ist Respekt. Merkels Art des Pragmatismus ist respektlos gegenüber Argumenten und Überzeugungen, und sie ist respektlos gegenüber dem politischen Prozess. Es ist bezeichnend, dass sie sich darüber beklagt, dass die Einführung der Ehe für alle nun zu einem politischen Streitthema wird, dabei ist genau das angemessen: Eine offene Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Positionen, mit der Möglichkeit, sich auch als Partei klar zu positionieren. Merkel hat diese Auseinandersetzung jahrelang verhindert und will ihr selbst jetzt noch entgehen, wo sie sich nicht mehr verhindern lässt?
Umgekehrt geht auch der Respekt für die Politikerin Merkel verloren. Ihre schier grenzenlose Flexibilität, ihr Prinzip der Prinzipienlosigkeit, ist zweifellos ein entscheidender Grund für ihren Erfolg. Man konnte sich darauf verlassen, dass sie sich im entscheidenden Moment durch keine eigenen Überzeugungen davon abhalten lassen würde, bislang gepflegte Sicherheiten über Bord zu werfen. Eine Nichtüberzeugungstäterin, das schien in dieser verwirrenden, sich rasant ändernden Welt die beste Regierungschefin zu sein.
Aber gleichzeitig wächst - nicht nur bei Martin Schulz - der Wunsch nach einer Politikerin, mit der man sich inhaltlich auseinandersetzen kann. Die auf einem Fundament von Überzeugungen und Werten handelt, und mit Leidenschaft und Argumenten erklärt, wenn sie ihre Position ändert.
Merkel redet darüber, worüber man reden müsste, ohne darüber zu reden. […]
In der ARD hat sie heute das Gegenteil gesagt, aber wer wäre überrascht, wenn sie übermorgen wieder das Gegenteil sagt […]
Tja. Hat die Kanzlerin den Eindruck, […]? Man weiß es nicht. Man wird es nie erfahren. Es ist aussichtslos, sie zu fragen. […]
Und tatsächlich ist ja das Interview immerhin insofern sachdienlich, als es die fehlende Bereitschaft der Kanzlerin, Antworten zu geben, für jeden, der sie sehen will, sichtbar macht. […]
Aber dass es so normal geworden ist, dass eine Kanzlerin sich systematisch und dreist der kleinsten inhaltlichen Festlegung verweigert, dass so ein Interview wie das in der „Zeit“ gar keinen Schluckauf in dieser Hinsicht mehr auslöst. Und dass diese Kanzlerin größte Zustimmungswerte im Volk genießt und mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen kann, die zukünftige Regierung zu führen. Das bestürzt mich dann doch.
Dieter Hildebrandt - Helmut Kohl: Der Mond ist aufgegangen {4:01}
Veröffentlicht am 05.10.2010
Dieter Hildebrandt stellt das Gedicht "Der Mond ist aufgegangen" von Matthias Claudius in der für Helmut Kohl typischen Vortragsart dar.
Innerhalb der Partei werden Missstände unter den Teppich gekehrt. Wer mit seiner Kritik Gefahr läuft öffentlich wahr genommen zu werden, wird auf möglicherweise parteischädigendes Verhalten hingewiesen und darf „froh sein“, dass man nicht gegen ihn vorgeht. Eigentlich ist genau diese Unterwürfigkeit gegenüber dem Nächsthöheren in der Hierarchie „gelebter Orient“.
Das Streiten haben wir nicht nur verlernt, es ist verpönt. Die Meinungsbildung in der Partei ist Sache der Vorsitzenden, vorzugsweise hinter verschlossenen Türen oder im Rahmen eines Gespräches mit einer Modezeitschrift. Vorschläge, die nicht der Linie von Parteifunktionären (die Basis ist und bleibt irrelevant) entsprechen, werden ignoriert; mal freundlich dezent, mal mit dem Verdrehen der Augen. Parteiarbeit ist fast ausschließlich auf die Organisation von Mehrheiten ausgerichtet. Die Basis traut sich nicht Gedachtes auszusprechen und begrenzt sich selbst auf Wahlplakatdienstleistungen.
Hypnotische Auslöser - einfach erklärt {4:30}
Veröffentlicht am 08.09.2015
Was sind die so genannten "Anker" oder "Trigger", die in der Hypnose Gefühle oder sogar Aktionen auslösen können? Wie schafft es ein Hypnotiseur, das jemand nur auf ein einziges Wort hin plötzlich in Hypnose fällt? Antworten zu diesen und mehr Fragen gibt es hier - einfach erklärt und anschaulich dargestellt! Viel Spaß :)
mein Kommentar: Das geistert mir schon länger im Kopf herum: Könnte es sein, daß Merkels fallende Mundwinkel und ihre »Raute« nichts anderes sind als Hypnose-»Trigger«? (Angela Merkel als Milton-Erickson-Schülerin? Siehe den vorletzten Link ganz unten im Post) Der Kabarettist Jens Neutag: Angela Merkel - Eine Bilanz {4:54}
Veröffentlicht am 17.05.2016
Wer Jens Neutag noch nicht kennt, wird einen der besten Kabarettisten Deutschlands erleben www.jensneutag.de www.kabarett-news.de/Jens-Neutag-Infoseite.html
Weil es der Union an einem übergeordneten, integrativen Politik- und Wertemodell für eine christdemokratische Partei in einer zunehmend säkularen Gesellschaft mangelt. Erst ein solcher Überbau jedoch würde den diversen Einzelpolitiken und -projekten Sinn verleihen, es möglich machen, sie mit langfristigen, übergreifenden Zielen zu verbinden.
Den parteiinternen Diskurs darüber hat Angela Merkel stets gemieden und der CDU auf Grundlage ihrer unumwundenen Machtposition ein irgendwie moderneres, aber eben auch beliebigeres Antlitz verliehen. Nun, da der Erfolg ausbleibt, wird die Misere der Partei offensichtlich. Die CDU steckt mitten in der Identitätskrise, denn sie hat keine Identität.
Politik lässt sich eben nicht im Labor machen – nicht einmal von einer promovierten Physikerin. Politik im Allgemeinen und Parteipolitik im Besonderen lebt von Ideen, Visionen und Werten – und vom demokratischen Streit darüber. Nur so entstehen Wettbewerb und belastbare Bindungen, nicht über den Vollzug vermeintlicher Sachzwänge und erst recht nicht durch eine Politik hektischer Handlungssimulation vor Landtagswahlen.
Das setzt freilich Willen und Fähigkeit voraus, die eigenen Werte zu reflektieren und sie programmatisch in den Diskurs einzubringen. Doch sind Werte wie "Freiheit", "Wohlstand" und "Gerechtigkeit" in den Programmen aller Parteien zu abstrakten Leerformeln ohne Aussage- und Orientierungskraft geworden. Vom Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung ganz zu schweigen. Gerade dieses Dokument macht deutlich, dass diese Unbestimmtheit kurzfristig zwar gewisse Vorteile zu versprechen mag, schon mittelfristig aber zum Problem wird. Es fehlt die Linie, es fehlt das Projekt.
Führung in der Politik bedeutet mehr, als ein Amt zu erobern und zu verteidigen. Und wer Politik auf Problemlösung und technokratisches Management reduziert, beraubt eine Gesellschaft der Offenheit der Wege und der Möglichkeit des Konflikts darüber. Der Erfolg der Grünen – das ist letztlich auch ein Protest des Bürgertums gegen diese Selbstabdankung demokratischer Politik.
„Mutti“, die populärste Merkel-Lesart, wurde, was wunder im Kreise so vieler Analytiker, heiß diskutiert. Und kritisiert. Die Einschätzung, die „Kinder“-Bürger überließen sich Merkel allzu kindlich („regressiv eingerastetes Vertrauen“ nennt es der Freiburger Analytiker Tilmann Moser), fand nicht nur die Berliner Analytikerin und Politikwissenschaftlerin Angelika Ebrecht-Laermann „etwas eindimensional“. Es stecke „etwas Diffamierendes“ im Wort Regression. […]
Am Ende steht eine „am Rednerpult, die zwischen Königin und Schutzmantelmadonna changiert“, die Bannung von Aggression und Gefahr sei allerdings vom Kopf in die Hände gerutscht, in die berühmte Merkel-Raute. Für Ebrecht-Laermann ist es Sigmund Freuds Raute. Der habe die geometrische Figur in der frühen „Traumdeutung“ als Symbol des weiblichen Genitals gelesen. Es löse den Schrecken der Kastration aus, seine „öffentliche Zurschaustellung durch die Kanzlerin“ nehme ihm den aber wieder. Wie überhaupt die Merkel-Ära eine „Krise der politischen Repräsentation“ bedeute. Sie werde spannungslos, verflache, erschlaffe. […]
Was will die Frau also? Das Rätsel Merkel wurde an jenem Wochenende in Frankfurt nicht gelöst. Wenn selbst die Fachleute ratlos sind – was einige selbst offen eingestanden –, wird es uns wohl noch eine Zeit lang beschäftigen.
Veröffentlicht am 16.10.2012 The Establishment Blues, or This is not a song, it's an Outburst
Lyrics: The mayor hides the crime rate council woman hesitates Public gets irate but forget the vote date Weatherman complaining, predicted sun, it's raining Everyone's protesting, boyfriend keeps suggesting you're not like all of the rest
Garbage ain't collected, women ain't protected Politicians using, people they're abusing The mafia's getting bigger, like pollution in the river And you tell me that this is where it's at
Woke up this morning with an ache in my head I splashed on my clothes as I spilled out of bed I opened the window to listen to the news But all I heard was the Establishment's Blues.
Gun sales are soaring, housewives find life boring Divorce the only answer smoking causes cancer This system's gonna fall soon, to an angry young tune And that's a concrete cold fact
The pope digs population, freedom from taxation Teeny Bops are uptight, drinking at a stoplight Miniskirt is flirting I can't stop so I'm hurting Spinster sells her hopeless chest
Adultery plays the kitchen, bigot cops non-fiction The little man gets shafted, sons and monies drafted Living by a time piece, new war in the Far East Can you pass the Rorschach test?
It's a hassle it's an educated guess. Well, frankly I couldn't care less.
„Mutti“ ist eine Chiffre, die nur scheinbar die Erkenntnis der ödipalen Struktur der Beziehung aus männlicher Sicht belegt. Die schwach verborgene Boshaftigkeit des Prädikats besteht darin, dass es genau das aufruft, was Angela Merkels Biografie nicht hergibt, was traditionelle, christlich-konservative Lebensentwürfe für Frauen aber nun einmal vorsehen: Mutterschaft.
Spätestens nach Merkels Wiederwahl 2013 schien es, als hätte sich ihr eigenes politisches Lager mit dem Fremdkörper an der Parteispitze weitgehend abgefunden. Alle anderen richteten sich mehr oder minder gemütlich ein in Merkels scheinbar visionslosem Pragmatismus. […]
Selbst die Opposition wirkte nicht mehr ernsthaft unzufrieden. Eine Naturwissenschaftlerin, die, so der allseits gepflegte Merkel-Mythos, die „Dinge stets vom Ende her“ denke, schien letztlich nicht fehlbesetzt zu sein, um Deutschland und Europa durch flackernde Krisenjahre zu steuern.
Das Erste, November 2014 ARD-Themenwoche "Toleranz" Gerhard Polt über Toleranz ... Kabarett und die ARD-Themenwoche "Toleranz" - man könnte meinen, das passt nicht zusammen. Es passt aber, wenn sich der Meister der geschliffenen Pointen, Gerhard Polt, überhöht und satirisch brillant zum Thema äußert. Pointiert und kraftvoll sinniert er über den Begriff "Toleranz" und stellt erst einmal lakonisch fest, dass Toleranz kein deutscher Begriff ist: Das Tolerieren ist schließlich nicht der Deutschen Stärke! Mit dem ihm eigenen Humor zitiert Gerhard Polt auch bei diesem heiklen Thema wie selbstverständlich den engstirnigen Bürger, der wenig reflektiert, aber dafür lautstark seine Meinung propagiert.
Als Mädchen noch Poesiealben hatten und keine Facebook-Pinnwände, sah man sich gelegentlich vor die Aufgabe gestellt, sich empathische Sinnsprüche abzutrotzen. Gott sei Dank gab es Klassiker, auf die man zurückgreifen konnte. Einer ging so: „Wenn die Flüsse aufwärts fließen und die Hasen Jäger schießen und die Mäuse Katzen fressen, dann erst will ich dich vergessen.“
Der Spruch kommt mir in den Sinn, wenn ich dieser Tage an Angela Merkel denke. Denn die Zeit, die das ewige Gedenken sichern sollte, weil sie nie kommt – sie ist gekommen. Die Kanzlerin hat es geschafft, dass, politisch gesehen, die Flüsse aufwärts fließen. Ihr eigener vor allem. Wenn jemand als Regierungschef einen groben Schnitzer begeht, und knapp zwei Jahre später erneut der 40-Prozent-Marke in den Umfragen und einer dritten Wiederwahl im September zustrebt, dann ist das nichts weniger als eine tiefe Verneigung wert.
Tun wir kurz das, was das vergessliche Wahlvolk in seiner Mehrheit nicht tut: Erinnern wir uns. Angela Merkel öffnete in einem historisch einmaligen Akt die Grenzen und ließ unkontrolliert Menschen im Millionenmaßstab ins Land. Dieser von ihr hergestellte Ausnahmezustand dauerte 180 Tage an und wurde von anderen beendet, allen voran von einem österreichischen Außenminister, der die Grenzen wieder schloss. Seither ist Deutschland ein anderes Land. Politisch und gesellschaftlich.
Das von manchen prognostizierte Wirtschaftswunder durch die Zuwanderung ist ausgeblieben, stattdessen haben sich Kriminalität und mörderische Gewalt in markant höherem Maße eingestellt. Die Angst vor Attentaten ist keine Phobie, sondern begründet. Köln, Berlin, Ansbach, Freiburg und Würzburg stehen als Chiffren dafür.
Die Versorgung und Unterbringung der Migranten kostet Bund, Länder und Kommunen jedes Jahr im Schnitt der Berechnungen und nach Auswertung der Kosten von 2016 etwa 50 Milliarden Euro. Finanzminister Wolfgang Schäuble hortet jeden Euro an Überschuss, um ihn für die notwendige und gebotene Hilfe der zumeist jungen Männer bereitzuhalten. Langfristig werden 400 Milliarden Euro an Qualifizierungskosten veranschlagt, wie die Heinrich-Böll-Stiftung erheben ließ. Den etwa 50 Milliarden jedes Jahr (das sind nur die ganz direkten Kosten für Verpflegung, Unterbringung und Beschulung) stehen unverändert 100 bis 140 Milliarden Euro an Investitionsstau bei der öffentlichen Infrastruktur gegenüber, der sich nicht zuletzt in den bald zwölf Regierungsjahren Merkels eingestellt hat. Mit anderen Worten: Hätte man das Geld für die Sanierung von Schulen, Straßen und öffentlichen Einrichtungen ausgegeben statt für die Akuthilfe der Flüchtlinge, Deutschland erstrahlte in ganz neuem Glanz. […]
Und doch ist Angela Merkel auf dem Weg zur ihrer vierten Amtszeit. Es ist Zeit, dieser Kanzlerin Respekt zu zollen. So zu irren und zu fehlen und doch zu bleiben, das ist zwar keine Staatskunst. Aber allerhöchste Machtkunst.
Dieter Hildebrandt über Politik in Deutschland {12:06}
Dieter Hildebrandt über politisches Kabarett in Deutschland Ausschnitte aus "Kabarett, Kabarett" Doku von Josef Rödl, Deutschland 2010 3sat - Juni 2012
Dieter Hildebrandt Zitate: "... dass man sich auch vor dem Eventualfall schützen muss, dass der Staat zum Terroristen wird." "Wenn man verboten wird, muss man die Gunst der Stunde nutzen." -------------------------------------- Der Dokumentarfilm "Kabarett, Kabarett" geht auf Spurensuche quer durch die aktuelle Kabarettszene und erinnert an die Anfänge, Höhe- und Wendepunkte des politischen Kabaretts in West- und Ostdeutschland. Eine amüsante, geistreiche und zum Nachdenken provozierende Momentaufnahme und Zeitreise. Die interessantesten, streitbarsten und unterschiedlichsten Querdenker im deutschsprachigen Kabarett sprechen direkt und unverblümt über ihre Kunst und ihre Kunstfiguren. Sie verraten, was sie antreibt und wer oder was sie zur satirischen Höchstform auflaufen lässt: Politiker, Provinzler, Kleinbürger, Großkopferte und nicht zuletzt sie selbst. Sie entlarven Zensur im neuen Gewand und reflektieren über die Schlagkraft einer Pointe.
Film von Josef Rödl, Deutschland 2010 ------------------------------------------------------------ Neuester Eurokraten-Irrsinn, Intolerantes Toleranzpapier Die EU will Kritik am Feminismus, Religionen, Politikern, etc. verbieten http://www.heise.de/tp/news/Intoleran... ------------------------------------------------------------- Das Kartell der Staatsplünderer - Partei-Stiftungen als Selbstbedienungsladen http://www.welt.de/politik/deutschlan...
mein Kommentar: In einem Land, in welchem Bundestagspräsidenten (Philipp Jenninger), die beim Erzählen einer wahren Geschichte nicht dran denken, sich publikumswirksam die Haare zu raufen und sich den Kopf auf dem Rednerpult blutig zu schlagen, innerhalb weniger Tage von einem politisch korrekten Shitstorm aus dem Amt getrieben werden, in einem Land, in welchem Buchautoren (Eva Hermann) von einer pennenden Journalistin mißverstanden werden, was sie nicht gesagt haben widerrufen und sich dafür entschuldigen sollen, in sogenannten Talkshows öffentlich hingerichtet und vom höchsten Gericht für die Falschversteherin auch noch verantwortlich gemacht werden, in einem Land, in welchem Bankvorstände (Thilo Sarrazin), wenn sie politisch Unkorrektes in Buchform niederlegen, dieses öffentlich auch noch zu wiederholen wagen, nicht breit diskutiert sondern gedrängt werden, ihr Amt niederzulegen; in einem Land, in welchem Kritik als »Anti-ismus« desavouiert wird, sprießen Scheren in den Köpfen und breitet sich im Land eine alternativlose Grabesstille aus.
Prof. Norbert Bolz über Thilo Sarrazin und linke Medien.mp4 {9:59}
Veröffentlicht am 03.11.2010
Norbert Bolz, Professor für Medientheorie Medienwissenschaft Medienberatung diskutiert u.a. mit Ulrike Draesner (Schriftstellerin) über Political Correctness, Peter Sloterdijk, Thilo Sarrazin, linke Medien, Intoleranz und direkter Demokratie.
[…] Ich habe gar nichts gegen die Menge; Doch kommt sie einmal ins Gedränge, So ruft sie, um den Teufel zu bannen, Gewiß die Schelme, die Tyrannen. […] Was ich sagen wollt, Verbietet mir keine Zensur! Sagt verständig immer nur, Was jedem frommt, Was ihr und andere sollt; Da kommt, Ich versichr’ euch, so viel zur Sprache, Was uns beschäftigt auf lange Tage.
O Freiheit süß der Presse! Nun sind wir endlich froh; Sie pocht von Messe zu Messe In dulci jubilo. Kommt, laßt uns alles drucken Und walten für und für; Nur sollte keiner mucken, Der nicht so denkt wie wir.
Was euch die heilige Preßfreiheit Für Frommen, Vorteil und Früchte beut? Davon habt ihr gewisse Erscheinung: Tiefe Verachtung öffentlicher Meinung. […] Nichts schmerzlicher kann den Menschen geschehn, Als das Absurde verkörpert zu sehn.
Dummes Zeug kann man viel reden, Kann es auch schreiben, Wird weder Leib noch Seele töten, Es wird alles beim alten bleiben.
Dummes aber, vors Auge gestellt, Hat ein magisches Recht; Weil es die Sinne gefesselt hält, Bleibt der Geist ein Knecht. […] Das Tüchtige, und wenn auch falsch, Wirkt Tag für Tag, von Haus zu Haus; Das Tüchtige, wenn’s wahrhaft ist, Wirkt über alle Zeiten hinaus.
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