Montag, 21. September 2015

Flüchtlingskrise? Verantwortung? – Die USA sind im Wahlkampf!!

Washington riskiert im Wahlkampf lieber den Bruch der über den Ukraine-Konflikt gekitteten transatlantischen Einheit als ein Eingeständnis der VerantwortungDie US-Regierung steht unter enormen Druck wegen der Flüchtlingskrise, in die Europa gefallen ist, weil sich die Politiker trotz des lange anhaltenden Kriegs in Syrien und im Irak sowie den Folgen der Intervention in Libyen und der sich ebenso abzusehenden verschlechternden Bedingungen in Afghanistan blind gestellt haben. Die USA ist mit ihren Kriegen, unterstützt durch unterschiedlich besetzte Koalitionen der Willigen, die treibende Kraft gewesen, die die Bedingungen geschaffen haben, die Millionen von Menschen in der Region zur Flucht getrieben haben und die jetzt auch zunehmend in Europa nach einer sicheren Zukunft suchen.

Der von Washington begonnene Krieg gegen den IS hat bislang keine positiven Ergebnisse gezeigt, die Menschen in den Lagern der Nachbarstaaten Syriens sind verzweifelt, die Welthungerorganisation WFP hat schon länger gewarnt, dass ihr das Geld fehlt, all die Flüchtlinge mit dem Notwendigsten zu versorgen. Die verzweifelte Suche von Washington, möglichst viele in die Koalition einzubinden, weil wegen der Spannungen mit Russland der UN-Sicherheitsrat gelähmt ist, führte nur zu neuen Konflikten. Die Türkei nutzt die Gelegenheit, um einen Krieg gegen die kurdische PKK zu führen, Saudi-Arabien und andere Golfstaaten, um einen ähnlichen Luftkrieg im Jemen zu veranstalten. Beides verschlimmert die Situation und wird zu neuen Flüchtlingsströmen führen.

mehr:
- US-Regierung nur zur symbolischen oder jämmerlichen Antwort auf die Flüchtlingskrise bereit (Florian Rötzer, Telepolis, 21.09.2015)

mein Kommentar: Deutschland und die meisten EU-Staaten sind so lange im Windschatten der USA gesegelt, die wissen nicht, was sie wollen – außer gegen Gewalt sein… Was ist so schlimm dran, wenn wir sagen: O.K., den Assad lassen wir in Ruhe, er ist das geringere Übel? Ich hätte schon Saddam Hussein in Ruhe gelassen.


Sie haben ein Schwarzweißbild ohne Zwischentöne von sich selbst, von ihren Mitmenschen und von der ganzen Welt. In ihrem Leben gibt es keine Stabilität. Sie stehen immer am Rand des Abgrunds und leben in einem Aufruhr der Gefühle, der sich nie beruhigt und der Nahestehende mit sich fortzureißen droht. Und hinter all der lärmenden Erregung verbergen sich Identitätsverlust und ungeheure Leere. [aus Yoram Yovell, Der Feind in meinem Zimmer, über die Borderline-Persönlichkeitsstörung]

siehe auch:
Putin präsentiert den USA Sündenkatalog (Ulrich Heyden, Telepolis, 25.10.2014)
Putin ohne Maulkorb - Valdai Rede auf Deutsch 2014 [38:12] 

Veröffentlicht am 26.10.2014
Gorbatschow zur Valdai Rede: "Die Rede war erschütternd. Ich glaube, dass es ein solches Statement seit der ganzen Zeit der Regierung Putins nicht gegeben hat. Vielleich deshalb, weil die Situation dies fordert. In den Hauptzügen bin ich mit allen Gedanken einverstanden, die er geäußert hat." https://www.facebook.com/Antimaidan.d...

Es folgt die deutsche Übersetzung der Rede von Wladimir Putin auf dem Valdai Forum 2014. Diese Rede findet zu einem sehr bedeutenden Zeitpunkt statt und wird von Politexperten als eine seiner bedeutendsten Reden gesehen. Wie alle wichtigen Reden von wichtigen russischen Politikern, findet sich diese Rede nicht unverfälscht in den deutschen Medien. Daher sahen wir Bedarf in einer Vertonung in der deutschen Sprache. Für weitere Informationen insbesondere über die Ukraine findet Ihr unsere Gruppe Antimaidan deutsch auch auf Facebook.

(Anmerkung: Ton und Bild sind sehr zeitversetzt.)

Quelle Text: http://www.chartophylakeion.de/blog/2...

Textauszug der im obigen Video vorgelesenen deutschen Übersetzung (ab 9:40):
Ich werde nicht müde mich dessen zu wundern, wie unsere Partner, Mal ums Mal, wie man bei uns in Rußland zu sagen pflegt, auf ein und dieselbe Harke treten. Das heißt: immer wieder dieselben Fehler begehen. Seinerzeit sponserten sie extremistische islamistische Bewegungen für den Kampf gegen die Sowjetunion, und in Afghanistan haben diese ihre Abhärtung bekommen. Daraus entstanden sowohl die Taliban als auch die Al-Kaida. Der Westen hat, wenn diese schon nicht unterstützt, so doch mindestens seine Augen davor verschlossen. Und ich würde sagen, er hat den Einfall internationaler Terroristen nach Rußland und in die Länder Zentralasiens tatkräftig, informationsmäßig, politisch und finanziell unterstützt. Das haben wir nicht vergessen.

Erst nachdem es schreckliche Terrorangriffe auf dem Territorium der Vereinigten Staaten selbst gegeben hat, kam das Verständnis für die allgemeine Bedrohung, die der Terrorismus darstellt. Ich möchte daran erinnern, daß wir damals die Ersten waren, die das Volk der Vereinigten Staaten unterstützt haben. Wir reagierten wie Freunde und Partner auf die schreckliche Tragödie des 11. September. Im Verlauf der Gespräche mit Führungskräften der USA und Europas spreche ich ständig von der Notwendigkeit, gemeinsam gegen den Terrorismus als eine Herausforderung von weltweiter Bedeutung vorzugehen. Mit dieser Herausforderung kann man sich nicht abfinden. Man kann sie nicht eingrenzen oder Doppelstandards zur Anwendung bringen. Man erklärte sich mit uns einverstanden, aber es verging nicht viel Zeit, und alles kehrte wieder zum Alten zurück.
Es folgte die Einmischung sowohl im Irak als auch in Lybien. Und gerade dieses Land wurde an die Grenze des Zerfalls gebracht. Warum hat man es denn eigentlich dahin gebracht? Es steht doch jetzt noch an diesem Abgrund und ist ein Übungsplatz für Terroristen geworden. Alleine der Wille und die Umsicht der jetzigen ägyptischen Führung haben es gestattet, Chaos und extremistische Exzesse in diesem Schlüsselland der arabischen Welt zu vermeiden. In Syrien gingen die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten wie in guten alten Zeiten daran, Terrorbrigaden direkt mit Finanzen und Waffen zu versorgen. Die Aufstockung ihrer Mannkraft durch Söldner aus verschiedenen Ländern zu begünstigen.

[ab 11:35]
Gestatten Sie die Frage: Woher haben die Rebellen Geld, Waffen und Militärexperten? Woher kommt denn all das? Wie ist es zu erklären, daß diese berüchtigte sogenannte ISIS zu einer gewaltigen de facto Armeegruppierung werden konnte? 
Was deren finanzielle Zuströme angeht, so sind das zum heutigen Tag nicht nur Einkünfte aus dem Drogengeschäft, deren Produktion übrigens im Verlauf der Stationierung der internationalen Kräfte in Afghanistan nicht nur um ein paar Prozent, sondern um das Vielfache gestiegen ist. Das wissen wir alle. Sondern diese Finanzen resultieren auch aus dem Verkauf von Erdöl, das in Gebieten das von Terrosten kontrolliert wird, gefördert wird. Sie verkaufen es zum Spottpreis. Sie fördern und transportieren es ungehindert. Aber es gibt ja solche, die es kaufen, weiterverkaufen und daran verdienen, ohne darüber nachzudenken, daß sie damit Terroristen finanzieren, die früher oder später auch auf ihr Gebiet kommen werden. Und sie werden kommen, um die Saat des Todes in ihren Ländern auszusäen. 

Und woher kommen neue Rekruten? Im Irak sind infolge des Sturzes Saddam Husseins staatliche Institutionen, einschließlich der Armee, zerstört worden. Wir haben es damals noch gesagt: Seid vorsichtig! Wohin habt ihr diese Leute vertrieben? Auf die Straße. Und was sollen sie dort machen? Vergeßt nicht: Ob es gerecht oder ungerecht war, aber sie saßen an den Hebeln eines nach regionalem Maßstab durchaus großen Staates.
Und wohin treibt ihr sie? Was haben wir als Ergebnis? Zehntausende Soldaten und Offiziere, ehemalige Baath-Partei-Aktivisten, die auf die Straße gesetzt worden sind. Und sie sind es, die heute die Einheiten der Rebellenbanden auffüllen. Vielleicht ist es ja das, worin das Geheimnis der Operationsfähigkeit der ISIS besteht. Sie handeln vom militärischen Gesichtspunkt aus sehr effektiv. Wir haben es mit wirklichen Profis zu tun. Rußland hat mehrfach vor einseitigen gewaltsamen Aktionen, vor Einmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten, vor dem Anbandeln mit Extremisten und Radikalen gewarnt und darauf bestanden, daß man jene Gruppierung, die gegen die syrische Zentralregierung vorgeht, vor allem die ISIS, Aktivisten (?) terroristischer Organisationen sind. Und was war das Ergebnis? Es gab keine Reaktion.

Mitunter bekommt man den Eindruck, daß unsere Kollegen und Freunde ständig mit den Ergebnissen ihrer eigenen Politik kämpfen. 

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