Sonntag, 4. Februar 2018

Wir leben im Zeitalter des Affentheaters

Die Unfähigkeit der deutschen Politik, überhaupt noch zukunftsfähige politische Entscheidungen zu treffen, wird immer offensichtlicher - Ein Kommentar

Klimapolitik? Kein wirkliches Thema bei den Koalitionsverhandlungen.

Verkehrswende? Aber doch nicht mit den Autoparteien CDU/CSU und SPD.

Agrarwende? Die Lobbyisten des Deutschen Bauernverbandes wissen sie zu verhindern. Brauchen wir überhaupt noch eine neue Bundesregierung, wenn uns ohnehin die Wirtschaft und ihre Lobbisten regieren?

Offenbar bewirken zehn Affen, die von der Autoindustrie für ein Diesel-Greenwashing missbraucht wurden, mehr als Jahre lange mühevolle Aufklärungsarbeit der Umweltverbände. Jetzt plötzlich geben sich alle bestürzt und geloben Besserung. Wir leben im Zeitalter des Affentheaters. "Die Affen", schreibt Gerald Traufetter im "Spiegel", "sind zum Symbol für den dramatischen Werteverfall in den Chefetagen geworden".

mehr:
- Das Affen-Theater der deutschen Autoindustrie (Franz Alt, Telepolis, 04.02.2018)

mein Kommentar:
Es ist schon verwunderlich, wenn Angela Merkel zum viertel Mal gewählt wird und erst nach ihrer Wahl Themen wie Pflegenotstand, Probleme in den Schulen oder überhaupt ihre Art zu regieren breiter diskutiert wird.
Überhaupt scheint mir in diesen Zeiten sehr viel interessanter zu sein darüber nachzudenken, über was nicht geredet wird anstatt sich die Köpfe darüber zu zerbrechen, über was geredet wird.
Ich schlage vor, unser Zeitalter »Zeitalter des Bumerangs« zu nennen. Bumerangs flogen schon immer, deren Flugbahnen bekommen allerdings heutzutage immer kleinere Radien.

siehe dazu:
- Ikonoklasmus als Aktionskunst (Peter Mühlbauer, Telepolis, 02.02.2018)


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