Freitag, 26. Oktober 2018

Heute vor 63 Jahren – 26. Oktober 1955: Österreich erklärt seine Neutralität

Unabhängig und neutral 

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs eroberten die Alliierten auch Österreich. Das Land wurde wie Deutschland in vier Besatzungszonen, die Hauptstadt Wien, wie Berlin, in vier Sektoren eingeteilt. Am 27. April 1945 wurde die Unabhängigkeit Österreichs proklamiert, die Parteien SPÖ, ÖVP und KPÖ gründeten sich und der frühere Staatskanzler Karl Renner bildete eine Allparteienregierung. Ihm folgten in freien Wahlen Politiker der ÖVP als Bundeskanzler in Koalitionsregierungen. Die Versorgungslage der Bevölkerung war wie in Deutschland prekär, der Schwarzhandel blühte und man versuchte, »Normafität« herzustellen und die Beteiligung der 1938 von Hitler »angeschlossenen« Österreicher an den nationalsozialistischen Ver¬brechen zu »vergessen«. 

Österreichs Politiker lavierten im Kalten Krieg zwischen West und Ost. Sie drängten auf einen kompletten Truppenabzug der ehemaligen Kriegsalliierten und auf die eigene staatliche Souveränität, die mit dem Staatsvertrag vom 15. Mai 1955 Realität wurde. Nach dem Abzug der Besatzungsmächte beschloss der Nationalrat, das Parlament, am 26. Oktober 1955 die »immerwährende Neutralität« des Landes nach Schweizer Vorbild. Dazu erhielt die Verfassung einen Zusatz in Form eines Neutralitätsgesetzes. Österreich erklärt darin, keinem Militärbündnis beizutreten und keine ausländischen Militärstützpunkte im Land zuzulassen. Seit 1965 ist der 26. Oktober Nationalfeiertag.
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2018

Baumeister der Republik 1 - Karl Renner {47:59}

geschichte welt
Am 13.04.2016 veröffentlicht 
Baumeister der Republik 1 - Karl Renner - Vater zweier Republiken
Es gibt keinen Politiker, der so eng mit der Identität Österreichs verbunden ist wie Karl Renner. Gleich zweimal innerhalb von 33 Jahren war der Sozialdemokrat, der schließlich von 1945 bis zu seinem Tod im Jahr 1950 Bundespräsident war, Geburtshelfer eines neuen Staates - der Ersten und der Zweiten Republik. Bei der Errichtung der Ersten Republik 1918 verkörperte Renner als ehemaliger k.u.k.- Beamter die geistigen Hinterlassenschaften der Monarchie, spiegelte mit seiner sozialistischen Grundeinstellung aber gleichzeitig das Fundament der neuen demokratischen Republik. Bei der Errichtung der Zweiten Republik vermittelte er zwischen den alliierten Besatzungsmächten, zwischen Sozialisten und Christdemokraten, zwischen Kommunisten und allen anderen gesellschaftlichen und politischen Gruppen, aus denen das neue Österreich hervorging. Umstritten ist Renner hingegen vor allem für seine Befürwortung des Anschlusses an das Deutsche Reich bei der Volksabstimmung im April 1938. Außerdem wird ihm vorgeworfen, dass er nach 1945 die Opferrolle Österreichs mitbegründet und sich gegen Reparationszahlungen an die jüdischen Opfer ausgesprochen hat.

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