Dienstag, 21. Juni 2011

Vor 51 Jahren: der letzte weiße 100-m-Weltrekordler

Nachdem seine Zeit von 10,0 Sekunden über 100 Meter bei einem Sportfest 1958 in Friedrichshafen wegen eines um einen Zentimeter zu hohen Bahngefälles nicht anerkannt worden war, lief Armin Hary bei einem Leichtathletik-Meeting im Züricher Letzigrund-Stadion endlich einen offiziell anerkannten Weltrekord.

Die Vorgeschichte zu seinem Rekord liest sich wie ein Krimi:
Die Funktionäre des DLV hatten seine Teilnahme zu verhindern versucht, angeblich wollte man Hary für die bevorstehende Olympiade in Rom (25. August bis 11. September!) schonen. Seine Teilnahmebestätigung für Zürich bekam er erst am Wettkampftag telefonisch durch die schweizerischen Veranstalter (11:30 Uhr). Da alle offiziellen Flüge ausgebucht waren, erreichte Hary Zürich erst wenige Stunden vor Wettkampfbeginn mit einem Transportflugzeug. Den ersten Lauf, der im folgenden Video zu sehen ist, gewinnt Armin Hary um 19:45 Uhr mit offziell gestoppten 10,0 Sekunden.

Nachträglich wird er wegen Fehlstarts disqualifiziert.
»Im Jahre 2004 erleichterte ein altgewordenen Kampfrichter sein Gewissen Armin Hary gegenüber. Er hatte damals sogar 9,8 Sekunden auf seiner Stoppuhr, traute sich aber schon mal gar nicht, sich zu dieser Zeit laut zu bekennen.« (freiewelt.net)
Hary ist aufgebracht und fordert mit Unterstützung des Sportjournalisten Gustav Schwenk einen zweiten Lauf.
»Und dann kam ein Journalist, der Gustav Schwenk, und sagt zu mir: Du, da gibt es einen Paragrafen in der Satzung vom Leichtathletikverband, da kannst du einen Lauf wiederholen, ohne dass der Lauf vorher angemeldet ist.« (dradio)
»Es war natürlich eine kolossale Nervenbelastung, da ich in 20 Minuten alles selbst machen musste und mich mit dem Kampfgericht rumschlagen musste, um überhaupt zu einem Ziel zu kommen.« (kalenderblatt.de)

In seinem Buch enthüllt Teske, dass die Zeitmessungs-Firmen Longines und Omega die TV-Aufnahmen von Harys Frühstart-Lauf untersucht haben. Ergebnis: Es war gar kein Frühstart!
Und: Elektronisch mitgestoppt (1960 wurde per Hand gestoppt) lief Hary in diesem Lauf 10,16 Sekunden.
Wie kommt jetzt die Zeit 9,9 Sekunden zustande?
Eine handgestoppte Zeit ist rund 0,24 Sekunden schneller als eine elektronische Messung. Teske: „Das bedeutet, die elektronisch gestoppten 10,16 Sekunden vom ersten Lauf minus der 0,24 Sekunden für die Handzeitnahme ergeben abgerundet 9,9 Sekunden.“
Teskes Urteil: „Wenn, wofür die von Longines und Omega erschaffenen Indizien sprechen, der erste Lauf kein Fehlstart war, hat das Kampfgericht Hary nicht nur um seinen ersten Weltrekord gebracht, sondern zugleich um den ersten Unter-10-Sekunden-Lauf.“
Hary sagt: „45 Jahre später kam beim Jubiläumssportfest in Zürich ein älterer Herr auf mich zu und erleichterte sein Gewissen mir gegenüber mit den Worten: Er habe sich damals geweigert, seine Uhr zum Ablesen den Kollegen hinzuhalten. Aus Scham über seine Zeitnahme. Der Unbekannte: ‚Ich hatte für Sie 9,8 Sekunden gestoppt...“ (aus bild.de)

Hary überredet zwei Teilnehmer aus dem ersten Lauf, noch einmal mit ihm zu laufen. Drei Männer starten also um 20:20 Uhr noch einmal. Und wieder gewinnt Hary, wieder in 10,0 Sekunden, und diesmal haben die Kampfrichter ein Einsehen: Weltrekord. Dieser wird erst – fast auf den Tag genau – acht Jahre später durch Jim Hines unterboten (9,95 Sekunden elektronisch gestoppt), der ihn seinerseits fast 15 Jahr innehat. (Am 3. Juli 1983 verbessert der US-Amerikaner Calvin Smith die Marke auf 9,93 Sekunden.)

Eine Zeitungsartikel:
Berliner Zeitung
Es ist viel gelogen worden, ein SPIEGEL-Interview mit Armin Hary
Armin Hary: Der endlos lange Sprint beim Tagesspiegel
Das AHA-Erlebnis bei der Frankfurter Rundschau

Hary wurde oft vorgeworfen, in den Startschuß »hineinzufallen«. Nach einem Artikel bei speedendurance.com bewertet die IAAF eine Reaktionszeit von weniger als 0,100 Sekunden als Fehlstart, weil mit der menschlichen Physiologie nicht vereinbar. Bei Hary wurde jedoch eine Reaktionszeit von 0,04 Sekunden nachgewiesen. Normal sind 0,132 Sekunden.

Bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 holte er zweimal Gold: über 100 Meter und in der 4x100m-Staffel.

Ein Jahr nach dem Olympiasieg war Armin Harys Karriere bereits zu Ende. Nach einer Sperre durch den Deutschen Leichtathletik-Verband wegen unkorrekter Spesenabrechnungen (Bahnfahrt statt PKW, es ging um 70 DM) und einer Knieverletzung durch einen Autounfall beendete er, frustriert durch das Verhalten der Funktionäre, 1961 seine Laufbahn und stieg ins Immobiliengeschäft ein.

SPIEGEL-Artikel aus dem Jahr 1960 über unsaubere Spesenabrechnungen im DLV. Da kann man heute nur den Kopf schütteln…

1980 verkauften der 53jährige Liegenschaftsreferent Karl Heinz Bald und der neun Jahre jüngere Armin Hary einige Grundstücke an die bayerische katholische Kirche. Dabei brachte Bald seinen ehemaligen Arbeitgeber nach Ansicht der Richter um 3 Millionen Mark. Hary wurde wegen Beihilfe zur Untreue in zwei Fällen in erster Instanz zu zwei Jahren Gefängnis, in zweiter zu eineinhalb Jahren mit Bewährung und 20.000 DM Geldstrafe verurteilt.

Zeitungsartikel:
Unheilige Geschäfte bei ZEIT-Online
Was macht eigentlich... Armin Hary? bei ARD Peking
Der FSV Frankfurt gratuliert Armin Hary zu seinem 70. Geburtstag bei FSV-Frankfurt.de
Armin Hary bei SZ-Online.de
Hary-Spurt, Hary-Sieg ein kritisches Interview mit Adi Dassler bei ZEIT-Online
Armin Hary - ebenso groß wie verkannt bei xing.com

1990 gründete Hary die Jugendsport-Förderagentur AHA-F, für Kinder aus sozial schwachen Familien, um sie während ihrer sportlichen Karriere zu begleiten. »Die meisten Kämpfer und Siegertypen kommen aus den hungrigen Bevölkerungsschichten, nicht aus den satten«, meint der Bergmannssohn Armin Hary. Er weiß, wovon er spricht.

Freitag, 17. Juni 2011

Jon Lord ist 70 geworden

Beinah wär’s mir durch die Lappen gegangen: Jon Lord, Deep-Purple-Keyboarder und bei Umfragen regelmäßig unter den besten 5 Rock-Keyboardern, wurde am 9. Juni 70 Jahre alt.
Ich habe ihre Musik nie so besonders gemocht, weil sie mir so dunkel und depressiv erschien. Mit zunehmendem Alter werde ich aber auch hier toleranter.

Eines von Deep Purples bekanntesten Stücke ist Child in Time, hier in zwei Versionen: eine aus dem Jahr 1970 und eine vom letzten Jahr mit Orchester:

Deep Purple - Child in Time HD 1970 ( UK TV show ) full version [9:34]

Hochgeladen am 12.07.2009
1970 Live at BBC ,UK
Key-Jon Lord,
Ds -Ian Paice,
G -Ritchie Blackmore,
Vo -Ian Gillan,
B -Roger Glover

JON LORD - Child In Time - Budapest 2010 [15:13]

Hochgeladen am 06.10.2010
18 September, 2010
Béla Bartók National Concert Hall - Palace of Arts (Müpa), Budapest, Hungary
The world premiere of Jon Lord's reworked Sarabande suite performed in full.
Complete concert: http://www.youtube.com/view_play_list...

An evening with Jon Lord including Sarabande and solo works and Deep Purple titles. Performed by Jon Lord with Attila Scholtz, Kasia Łaska, the Philharmonic Orchestra of Győr conducted by Márton Rácz and Cry Free - Hungarian Deep Purple Cover Band.
More: http://www.cryfree.hu

Sarabande suite:
- Fantasia
- Sarabande
- Aria
- Gigue
- Bourrée
- Pavane
- Caprice
- Finale

Pictures Of Home
The Sun Will Shine Again
Telemann Experiment
Wait A While
Lazy
Pictured Within
Perfect Strangers
Soldier Of Fortune
Child In Time

Eines der bekanntesten Rock-Stücke überhaupt ist Smoke on the Water, wieder in zwei Versionen: die erste von einem Live-Auftritt im Mai 1973 in New York, die zweite von einem Auftritt beim Jazz-Festival in Montreux im Jahr 2006

Deep Purple - Smoke On The Water HD 1973 (Live in USA) [4:46]

Hochgeladen am 25.07.2009
New York, May 1973 Key-Jon Lord,
Ds -Ian Paice,
G -Ritchie Blackmore,
Vo -Ian Gillan,
B -Roger Glover

Deep Purple - Smoke On The Water (Live At Montreux 2006) [6:27]

Hochgeladen am 06.06.2008
For more info -
http://www.eagle-rock.com/artist/deep...
http://smarturl.it/DeepPMon06dvdbrhd

Few bands are more closely associated with Montreux than Deep Purple and there was simply no other contender when it came to choosing the act to headline the closing night of the 40th Montreux Festival in 2006. The band duly delivered one of their finest live performances, sprinkling songs from their latest album Rapture Of The Deep through a set chock full of their classic tracks. There was even a brand new song Too Much Fun written especially for the occasion and, of course, a show-stopping performance of Smoke On The Water.

We all came out to Montereax,
On the Lake Geneva shoreline.
To make records with a mobile,
We didn't have much time.
But Frank Zappa and the Mothers,
Were at the best place around,
But some stupid with a flare gun,
Burned the place to the ground.
Smoke on the water and fire in the sky.
Smoke on the water...

They burned down the gambling house,
It died with an awful sound.
(Uh) Funky Claude was running in and out,
Pulling kids out the ground.
When it all was over,
We had to find another place.
But Swiss time was running out,
It seemed that we would lose the race.
Smoke on the water and fire in the sky.
Smoke on the water...

We ended up at the Grand Hotel.
It was empty cold and bare.
But with the Rolling truck Stones thing just outside,
Making our music there.
With a few red lights, a few old beds,
We made a place to sweat.
No matter what we get out of this,
I know I know we'll never forget.
Smoke on the water and fire in the sky.
Smoke on the water...
Die interessante Geschichte hinter dem Lied findet sich bei Wikipedia.
Der Text:
Words & music by Ritchie Blackmore, Ian Gillan, Roger Glover, Jon Lord and Ian Paice


We all came out to Montreux on the Lake Geneva shoreline
To make records with a mobile - We didn't have much time
Frank Zappa & the Mothers were at the best place around
But some stupid with a flare gun burned the place to the ground

Smoke on the water - A fire in the sky
Smoke on the water

They burned down the gambling house - It died with an awful sound
Funky Claude was running in and out, pulling kids out of the ground
When it all was over, we had to find another place
Swiss time was running out - It seemed that we would lose the race

Smoke on the water - A fire in the sky
Smoke on the water

We ended up at the Grand Hotel - It was empty, cold and bare
But with the Rolling Truck Stones Thing just outside making our music there
With a few red lights an' a few old beds, we made a place to sweat
No matter what we get out of this, I know... I know we'll never forget

Smoke on the water - A fire in the sky
Smoke on the water

Funky Claude ist Claude Nobs, der Gründer des Montreux Jazz Festival, dem, wie ich vor einiger Zeit bei einer Fernsehsendung über ihn erfuhr, Deep Purple das Lied schenken wollten. Nobs lehnte ab und drang auf die Veröffentlichung…

Hier ein Film über Claude Nobs:
Claude Nobs, Founder of Montreux Jazz Festival [6:53]

Hochgeladen am 14.05.2010
Claude Nobs, founder of the Montreux Jazz Festival, recalling the festival's beginnings at his home in Switzerland, along with some clips of past performers

und ein Interview bei gibson.com

Jacques Loussier - Prelude No 1 [2:32] (aus dem Wohltemperierten Klavier, BWV 846 – Noten bei Klavier-Noten.com)

Veröffentlicht am 20.10.2013
BBC documentary Jazz Piano Gold

Jacques Loussier - Jesu, Joy Of Man's Desiring [4:35]

Hochgeladen am 03.02.2009
plays bach

Nachdem Jacques Loussier (»Play Bach«) Jazz mit Klassik kommerziell erfolgreich verbunden hatte, probierten dies Rockgruppen ebenfalls. Ekseption war mir zu kommerziell.

Ekseption Peace Planet (Badinerie From Suite No 2 In B Minor) [3:34]

Veröffentlicht am 03.12.2013
Ekseption Peace Planet (Badinerie From Suite No 2 In B Minor)

A La Turka - Ekseption [2:27]

Hochgeladen am 16.01.2010

Ekseption - The 5th (Goud van oud) [3:12]

Hochgeladen am 04.02.2012
The 5th. Ekseption live in Veronica's Goud van Oud 1991.

Rick van der Linden - Keyboards
Rein van den Broek - Trumpet
Dick Remelink - Sax
Huib van Kampen - Sax
Frans Muys van de Moer - Bassguitar
Peter de Leeuwe - Drums

Genial finde ich auch heute noch die Nice-Version des 1. Satzes vom Brandenburgischen Konzert Nr. 3 von Johann Sebastian Bach. (Die hier ist leider nicht so gut wie die Studio-Verson vom ihrem zweiten Album Ars longa vita brevis)

Nice – Brandenburger Live 1969

Veröffentlicht am 12.11.2013

An der Hammond-Orgel/Moog-Synthesizer Keith Emerson, der später bei Emerson, Lake & Palmer berühmt werden sollte und für mich noch vor Jon Lord, aber erst nach Rick Wakeman zu den besten Keyboardern aller Zeiten gehört.


Die Nice-Version des »America«-Themas aus Leonard Bernsteins West Side Story aus dem Jahr 1968 ist – unter der Verwendung des neuen Moog-Synthesizers, der hier Granateinschläge vermitteln soll,– ein Protest gegen den Vietnam-Krieg.

The Nice - America (Live on British TV "How It Is" 1968) [3:59]

Hochgeladen am 15.08.2008
The Nice performing America.
"America" is originaly an arrangement of Leonard Bernstein, and Emerson says it is the first ever instrumental protest song.
It also includes pieces of Dvořák's New World Symphony.
"America is pregnant with promises and anticipation, but is murdered by the hand of the inevitable."

Hier erklärt Emerson den Moog-Synthesizer:

Keith Emerson xplains his Moog Modular and synths rig in ELP 1993 tour. [1:29]

Hochgeladen am 19.04.2010
Keith Emerson talks about his giant Moog Modular synth and keyboards rig during the Emerson, Lake & Palmer worldwide 1993/94 tour, here in NYC.

Hier spielt er die Tastatur von der verkehrten Seite:

Keith Emerson master keyboard [10:07]

Hochgeladen am 15.03.2010
Keith Emerson was the driving force behind the 70s mega group Emerson Lake And Palmer. To say that Keith is a colourful character is a gross understatement. His stage antics are the stuff of legend. If you are a Hammond organ Keith is your sworn enemy, over the years he has burned them, blown them up, attacked the keyboard with sharp knives, and generally abused them.j

Fanfare for the common man by Aaron Copland 1990

Keith Emerson:keyboards
Simon Phillips:drums
Jeff Baxter:guitar
Joe Walsh:guitar
John Entwistle:bass guitar
Rick Livingstone:vocal

Aber auch Jon Lord hat keine Berührungsängste mit der Klassik. Hier vergehen sich Deep Purple an Mozarts Krönungsmesse:

Jon Lord – Kroenungsmesse (Mozart) [3:12]

Hochgeladen am 25.06.2008
Jon Lord (keyboards), David Coverdale (vocals), Glenn Hughes (bass guitar), Tony Ashton (keyboards), Ray Fenwick (lead guitar) & Pete York (drums).
Montaje musical con "The Munich Chamber Opera Orchestra" (Eberhard Schoener) y "The Toelz Boys' Choir".

Die Sarabande-Suite aus den 80ern und 2010
JON LORD Sarabande Suite Live '88 [10:49]

Veröffentlicht am 26.10.2014
0:03 Sarabande.
4:08 Bouree.
7:57 Gigue.
Written by Jon Lord.

Pete York's Super Drumming German TV (1988).

Jon Lord: keyboards.
Pete York, Bill Bruford: drums.
Peter Wölpl: guitar.
Rick Keller: flute.
Wolfgang Schmid: bass.
Gerd Wilden Jr.: keyboards.
JON LORD - Sarabande Suite - Pavane - Budapest 2010 [7:51]

Hochgeladen am 06.10.2010
18 September, 2010
Béla Bartók National Concert Hall - Palace of Arts (Müpa), Budapest, Hungary
The world premiere of Jon Lord's reworked Sarabande suite performed in full.
Complete concert: http://www.youtube.com/view_play_list...

An evening with Jon Lord including Sarabande and solo works and Deep Purple titles. Performed by Jon Lord with Attila Scholtz, Kasia Łaska, the Philharmonic Orchestra of Győr conducted by Márton Rácz and Cry Free - Hungarian Deep Purple Cover Band.
More: http://www.cryfree.hu

Sarabande suite:
- Fantasia
- Sarabande
- Aria
- Gigue
- Bourrée
- Pavane
- Caprice
- Finale

Pictures Of Home
The Sun Will Shine Again
Telemann Experiment
Wait A While
Lazy
Pictured Within
Perfect Strangers
Soldier Of Fortune
Child In Time
x

Eine Gegenüberstellung von Jon Lord und Rick Wakeman:
Rick Wakeman And Jon Lord Awesome Solos Live [10:59]

Veröffentlicht am 09.12.2012
Rick Wakeman - Anne Boleyn Live - 1.( Classic Rock Legends DVD) - 2.( The Six Wives of Henry VIII DVD ) .... Jon Lord - Paint It Black Live - Deep Purple - Come Hell Or High Water DVD

Rick-Wakeman Classic Rock Legends (DVD) - Featuring, 'Catherine Parr', 'Elizabethan Rock', 'Make Me A Woman', 'Anne Boleyn' and 'Journey To The Centre Of The Earth' ....
http://www.amazon.co.uk/Rick-Wakeman-...

The Six Wives of Henry VIII DVD | Release: 05/10/2009
http://www.eagle-rock.com/artist/D9DD...

1. Henry's Fanfare
2. Tudorture "1485"
3. Catherine of Aragon
4. Kathryn Howard
5. Jane's Prelude
6. Jane Seymour
7. Defender of the Faith
8. Katherine Parr
9. Anne of Cleves
10. Anne Boleyn
11. Tudorock
12. Tudorture "1485" reprise .........

Deep Purple - Come Hell Or High Water
Filmed in Birmingham, England, on November 9, 1993)
http://www.amazon.com/Deep-Purple-Com...

1-Highway Star
2-Black Night
3-Talk About Love
4-Twist in the Tale
5-Perfect Strangers
6-Beethoven
7-Knocking at Your Back Door
8-Anyone's Daughter
9-Child in Time
10-Anya
11-The Battle Rages On
12-Lazy
13-Space Truckin'
14-Woman from Tokyo
15-Paint It Black
16-Smoke on the Water.

Hier spielen die beiden zusammen (Sunflower Jam 2011):



Und zum Schluß Highway Star: Mit Jakob Samuel 2010 und eine kurze Keyboard-Sequenz






Meister an der Hammond-Orgel: Deep-Purple-Legende Jon Lord ist tot (SPIEGEL Online, 16.07.2012)
Er war an einigen der größten Hits in der Geschichte der Rockmusik beteiligt, sein Spiel auf der Hammond-Orgel gilt als legendär. Jetzt ist Jon Lord, langjähriger Tastenvirtuose der englischen Hardrock-Band Deep Purple, im Alter von 71 Jahren gestorben.



zuletzt aktualisiert am 17.01.2016

Heute wäre Tony Scott 90 Jahre alt geworden

Tony Sott (1921-2007) spielte mit Buddy Rich, Duke Ellington, Billie Holiday und Harry Belafonte.
Er trat 1961 auf dem ersten Jazzfestival in Hongkong ebenso auf wie 1962 beim ersten japanischen Jazzfestival. In Japan spielte er 1964 mit Hōzan Yamamoto auf der Shakuhachi und Shinichi Yuize auf der Koto die Platte „Music for Zen Meditation“ ein, die eine der ersten Ethnojazz-Produktionen ist und sich zum Bestseller entwickelte. Dieses Album machte Scott, den Pionier der Weltmusik, über die Jazz-Szene hinaus bekannt.

Tony Scott – Music for an African Friend


mit den Indonesian All Stars – Gambang Suling


Tony Scott Septet _ Sunday Scene


mit Bucky Pizzarelli – Blues for Charlie Parker


Da das Original nirgendwo zu finden ist, hier leider nur ein Remix

Mittwoch, 15. Juni 2011

Vorlagen für PowerPoint

Bei Martin Vogel gibt es eine sehr hilfreiche Auflistung von Links zu guten und kostenlosen PowerPoint-Vorlagen.

Die OpenOffice.org-Impress-Vorlage Chalkboard (Kreidetafel) sieht aus
wie eine grüne Schultafel mit Holzrahmen, auf die mit Kreide
geschrieben werden kann.

Der amerikanische Traum lockt

Im 19. Jahrhundert war Europa von gesellschaftlichem Wandel geprägt. Die Bevölkerung bekam diesen Umbruch täglich zu spüren: Arbeitslosigkeit, Platzmangel und fehlende Bürgerrechte ließen viele Menschen von einem besseren Leben träumen. Die USA versprachen Arbeit, Land und Freiheit, was eine Massenauswanderung in die Neue Welt zur Folge hatte. Zwischen 1821 und 1914 verließen insgesamt 44 Mio. Europäer den Kontinent.

Italienische Auswanderer bei der Ankunft in New York, um 1910
Es gab vier wichtige Häfen: Liverpool, Le Havre, Bremerhaven und Hamburg. Von dort aus ging es rund 5000 sm über den Atlantik. Eine solche Überfahrt dauerte in der Regel 40 bis 50 Tage. Englische Schiffe hatten einen schlechten Ruf, weil sie oft von Krankheiten heimgesucht wurden und die Versorgung der Passagiere jämmerlich war. In deutschen Häfen und auf deutschen Schiffen gab es wesentlich strengere Vorschriften, durch die die Überfahrt deutlich weniger riskant war. Wer endlich im Hafen von New York ankam, hatte es aber noch keineswegs geschafft. Zunächst wurden die Einwanderer untersucht und schlimmstenfalls zurückgeschickt. Für die Gesunden begann das neue Leben mit der Suche nach Arbeit und Unterkunft. Viele fanden das erhoffte Glück, aber etliche scheiterten auch und kehrten enttäuscht zurück.
vom Brockhaus Tageskalender Abenteuer Geschichte
Steinkaulenberg auf rundumio.de
Wortlaut des Brasilienliedes (aus Iris, Nr. 75, 15.4.1825, bei googlebooks)
etwas andere Version bei auswanderung-rlp.de
Auswanderung aus Rheinland-Pfalz
Musikantenland-Museum Burg Lichtenberg (mit Film)

Der Erfinder des gepolsterten Tischtennisschlägers

Viele Erfindungen und Entdeckungen entstehen aus einer eher zufälligen Beobachtung. So war es auch beim Tischtennisschläger mit Polsterung.


http://www.tischtennis.net/bilder/alte_schlaeger.jpg
Bild von tischtennis.net
In der Apotheke: 1902 plagten einen jungen Tischtennisspieler namens E. C. Goode rasende Kopfschmerzen. Er ging in die Apotheke und besorgte sich Tabletten. Als er bezahlen wollte, fielen ihm einige Münzen auf die weiche Gummiunterlage an der Kasse – und sie sprangen hoch.

Die Idee: Nachdem die Kopfschmerzen abgeklungen waren, überlegte Goode, dass vermutlich auch ein Tischtennisball auf einer Gummiunterlage hüpfen würde. Er besorgte sich eine solche Unterlage, schnitt sie zurecht und klebte sie auf seinen Tischtennisschläger. Der Ball wurde schneller, und er konnte ihn sogar noch in eine Drehung versetzen.
von: Wissen für Kids 2011

Japaner gehen in die Offensive
1925 war bereits der Deutsche Tischtennisbund ( DTTB; Sitz in Frankfurt am Main ) ins Leben gerufen worden, auf einer Konferenz 1926 in Berlin, an der fünf Länder teilnahmen, wurde auch die International Table Tennis Federation ( ITTF; Sitz in Hastings ) gegründet. Im Sektor der Beläge bahnte sich eine weitere Entwicklung an. Es wurde mit dicken Schaumstoffmatten experimentiert. Diese Technik wurde in Japan vollendet. Mit ihren neuen Belägen erreichten die Bälle Geschwindigkeiten, die bisher für unvorstellbar gehalten wurden. Ab diesem Zeitpunkt war Japan die neue Macht im Tischtennis. Der internationale Tischtennisverband verbot diese Form des Belages 1959, weil er einen Imageverlust des Tischtennis befürchtete. Das neue Spiel der Japaner war für den Verband uninteressant, es war zu schnell und zu berechenbar. Die neuen Beläge durften nur noch eine Gesamtdicke von maximal vier Millimetern vorweisen und ihr Oberbelag durfte nicht mehr aus Schaumstoff bestehen. Hieraus entwickelten sich die heutigen "Sandwich" -Beläge, bestehend aus einer Schaumstoffschicht als Unterlage und einer Noppenmatte als Oberbelag. Durch diese nun geregelte Belagsituation entstand das Offensivspiel in der heutigen Form. Vorreiter war wieder einmal Japan, das einen Schlag erfand, der den Europäern viele Probleme bereitete: Der Topspin war geboren. Ab diesem Zeitpunkt kamen für die nächsten 30 Jahre alle Weltmeister aus dem asiatischen Raum.  
von randerath.net, Geschichte des Tischtennis

Fakten über Tischtennis

Heute haben Tischtennisschläger sogenannte Sandwichbeläge – als Unterlage dient eine Schaumstoffschicht, darauf kommt eine Noppenmatte.

Tischtennis wurde Ende des 9. Jahrhunderts zunächst in England gespielt. Ob es auch dort erfunden wurde oder in Indien, ist bis Heute umstritten.

Ein Schmetterball kann eine Geschwindigkeit von 180 km/h erreichen.
von: Wissen für Kids 2011

Was ist ein Pyrrhussieg?

redensarten.net erklärt es.
Und bei Wikipedia finden sich Beispiele für Pyrrhussiege:


    Montag, 13. Juni 2011

    Vor 20 Jahren: Russlands erstes frei gewähltes Staatsoberhaupt

    Es war ein Demokratie-Debüt in der langen Geschichte Russlands, als die russischen Bürger vor 20 Jahren, am 12. Juni 1991, erstmals ihr Staatsoberhaupt in einer allgemeinen, freien und geheimen Wahl bestimmen konnten. Eine Mehrheit entschied sich für Boris Jelzin, der damit Präsident der sowjetischen Teilrepublik Russland wurde. Politische Freunde und Verbündete Jelzins schlugen ebenfalls Kandidaten der Kommunisten aus dem Rennen und gewannen die Wahl um das Bürgermeisteramt der wichtigsten russischen Städte: Moskau und St. Petersburg.
    Boris Jelzin inmitten seiner Anhänger am Tag nach der Wahl
    Boris Jelzin wurde 1931 in einem Dorf im Ural geboren. Nach dem Studium zum Bauingenieur hatte er eine steile Karriere in der Kommunistischen Partei gemacht und war 1985 auf Vorschlag des damaligen KP-Generalsekretärs Michail Gorbatschow Parteichef von Moskau geworden. Während der Perestroika kritisierte er Gorbatschows Reformen als zu langsam und wurde abgesetzt. Wenige Monate nach seiner Wahl zum Präsidenten scheiterte ein Putschversuch der sowjetischen Hardliner gegen Gorbatschow am Widerstand Jelzins. 1999 trat Jelzin ein halbes Jahr vor Ablauf seiner zweiten Amtsperiode zurück, er starb 2007.
    Stichwort Perestroika:
    - russisch für Umbau, Umgestaltung
    - 1985/86 eingeleiteter Prozess zur Demokratisierung der Sowjetunion
    - als politischer Begriff von Michail Gorbatschow eingeführt
    aus dem Brockhaus-Tageskalender Abenteuer Geschichte 2011

    Sonntag, 12. Juni 2011

    Chick Corea wird heute 70 Jahre alt

    https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjrdjfNqVc8277r0-P3aHm331WFpJNFaUF7WpIjP-8S5brYYjWZ1GsBC-oLLb4L4y2MyW9x6cnJt1eOA4HlcxejDM6OlIFZSyfCOzwqXjf5Dg0mGyQneaNqNCP_vPX1f-g5jrpN/s1600/Return%20To%20Forever%20-%20Romantic%20Warrior.jpg

    Romantic Warrior, das sechste Studio-Album von Return to Forever mit Chick Corea (Keyboards), Stanley Clarke (elektrischer und akustischer Bass), Lenny White (Schlagzeug, Percussion) und Al Di Meola (elektrische und akustische Gitarre), war die erste Platte, die mich mit Fusion-Jazz (oder Jazz-Rock) bekannt machte.

    (Bilder von lastfm.de)






















    Studio-Aufnahme 1976


    frei‬‏


    live beim the Montreux Jazz Festival 2008


    Hymn Of The Seventh Galaxy (von der "Returns Live" DVD)‬‏


    Würdigungen zum 70. Geburtstag:


    Seit 2008 tourt er mit seinen damaligen Kollegen um die Welt.
    2011 ist er zu vier Konzerten auch in Deutschland.

    Samstag, 11. Juni 2011

    Alles ist Zwischenlager

    Die Rede vorn sicheren Endlager für Atommull ist eine Mär. Ein Zwischenruf

    ________________
    Von Norbert Copray

    Nun geht auch der neue Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) auf die Suche nach einem sogenannten Endlager. Zu Recht durchbricht er die Einigkeit der südlichen Bundesländer, die zwar gern Atomkraftwerke bauen und deren Strom nutzen, aber das Endlager lieber im Norden unterbringen. Jetzt kommt Bewegung in dieses abgekartete Spiel. Allerdings hat sich Kretschmann die irreführende Rede vom Endlager zu eigen gemacht, wie viele andere Menschen auch.

    Das Wort Endlager suggeriert, es sei möglich, Atommüll ein für alle Mal also für die gesamte notwendige Abklingzeit zu entsorgen beziehungsweise zu vergraben. Doch das ist Unsinn, wenn man sich die geologischen Veränderungen der Erde, der Kontinente und des Klimas vor Augen führt. Gewaltige und in diesem Ausmaß nicht vorhergesehene Erdbeben und Tsunamis haben daran gerade erst deutlich erinnert. Die jüngsten Vulkanausbrüche in der Eifel liegen rund 11 000 Jahre zurück, und bis heute gilt sie als aktives Vulkangebiet. Die letzte Eiszeit in Norddeutschland, aus der die heutige Berg- und Seenlandschaft hervorgegangen ist, liegt weniger als 20 000Jahre zurück. Ein Endlager, das diese Bezeichnung verdient, müsste für das Fünfzigfache der Zeit seit der letzten Eiszeit geologisch sicher sein. Geologen oder andere Naturwissenschaftler, die dies behaupten, befinden sich schon lange nicht mehr auf dem Boden der Wissenschaft, sondern der Gefälligkeitspolitik.

    Denn langlebige radioaktive Stoffe wie bestimmte Arten des Urans und des Plutoniums müssen bis zu einer Million Jahre und länger gelagert werden. Uran 235 hat eine Halbwertszeit von 703,8 Millionen Jahren. Es ist ein Hauptbestandteil der atomaren Produktion. Ein anderes Uranisotop hat sogar eine Halbwertszeit von 4,4 Milliarden Jahren, so lange etwa, wie die Erde gerade mal existiert. Häufig produziert und genutzt ist Plutonium 239 mit einer Halbwertszeit von 24 110 Jahren.

    Ein Endlager für solche Zeiträume wird es niemals geben. Daher ist ein atomares Endlager ein Widerspruch in sich selbst und eine gewollte Irreführung des Volkes. Es ist unmöglich. Jedes vorläufige Lager muss daher so lokalisiert, gebaut und verwaltet werden, dass dort mit allen erdenklichen Risiken umgegangen werden kann. Dazu gehört auch, bei zunehmenden geologischen, politischen und anderen Gefährdungen die Abfälle zurückholen zu können, um sie in ein anderes, sichereres Lager zu überführen. Das aber hat immense Kosten zur Folge. Die Atomtechnologie ist eine ökonomische, technische und politische Hypothek für die nächsten 3000 Generationen. Mit der Mär vom Endlager muss Schluss sein. Alles ist Zwischenlager. •

    aus Publik-Forum 10/2011
    Norbert Copray ist Herausgeber von Publik-Forum.

    Eine traditionelle Form der Geldanlage

    In der Zeit vor der großen Finanzkrise machten sich vermeintlich aufgeklärte Menschen mit Vorliebe über alte Damen lustig, die ihr Bargeld unter der Matratze oder im Schlafzimmerschrank versteckten, statt es auf die Bank zu bringen. Der große Banken-Crash zeigte dann, dass diese traditionelle Form des Sparens durchaus nicht die schlechteste war. Auch im Mittelalter hoben jene, die Geld hatten, ihre Münzen (Papiergeld gab es noch nicht) und Wertgegenstände oftmals im Schlafgemach auf, um sie vor Diebstahl zu schützen: auf der hohen Kante.

    Die hohe Kante war ein kleiner, waagerecht verlaufender Balken am Bettgestell oder auf der Innenseite des Baldachins, der über dem Bett hing. Dort wurden die Münzen gestapelt: Wer viel auf der hohen Kante hatte, war also finanziell gerüstet. Von dem Baldachin und der daran befestigten Gardine rührt übrigens noch eine andere Redewendung her. Wenn der Gatte abends spät nach Hause kam und auch noch alkoholisiert zu sein schien, hielt die Dame des Hauses gern die Gardinen fest verschlossen und schimpfte ihn aus: Sie hielt ihm eine Gardinenpredigt.
    aus dem Brockhaus Tageskalender »Abenteuer Geschichte«

    Mommy will kill me!

    Freitag, 10. Juni 2011

    Stell dir vor es ist Wahl – und es gibt kein Wahlrecht

    Schwarz-Gelb lässt die vom Verfassungsgericht gesetzte Frist zur Neuregelung des Wahlrechts verstreichen – und riskiert damit eine Staatskrise.
    mehr bei ZEIT online

    Von einem negativen Stimmgewicht spricht man, wenn eine Partei durch weniger Stimmen Mandate hinzugewinnt – oder Mandate verliert, wenn sie mehr Stimmen bekommt. Bei Bundestagswahlen ist das schon mehrfach geschehen. Nach Berechnungen von wahlrecht.de hätte beispielsweise bei der Wahl 2002 die SPD ein Bundestagsmandat hinzugewonnen, hätten alle 46.322 SPD-Wähler eines bestimmten Wahlkreises nicht gewählt. Der Grund: Die "fehlenden" 46.322 Stimmen wären zu wenige gewesen um Auswirkungen auf die Anzahl der bundesweiten SPD-Zweitstimmenmandate zu haben. An ihnen hätte sich nichts geändert. Bei der Verteilung der sozialdemokratischen Zweitstimmenmandate auf die einzelnen Bundesländer hätte es aber eine Verschiebung gegeben: Das Bundesland mit den "fehlenden" Stimmen (im vorliegenden Beispiel Thüringen) hätte ein SPD-Zweitstimmenmandat weniger bekommen, ein anderes Bundesland (hier: Bremen) eines mehr. An der Gesamtzahl der thüringischen SPD-Sitze hätte sich dennoch nichts geändert, denn die Partei gewann dort damals mehr Direktmandate, als ihr nach Zweistimmenergebnis zustanden. Diese Überhangmandate wären ihr trotz der "fehlenden" Stimmen geblieben. Bremen aber hätte einen SPD-Abgeordneten mehr in den Bundestag schicken können, die SPD-Fraktion dort wäre einen Sitz größer gewesen, als sie es tatsächlich war. (aus dem oben verlinkten Artikel auf ZEIT online)
    Ich habe schon vor einiger Zeit (Post vom 17. März) beklagt, wie nachlässig die Regierung mit den Gesetzen umgeht, hier ist der nächste Fall. Sowas ist nicht mehr sauber!

    Die Geschichte einer Qualtinger-Pointe

    Als Helmut Qualtinger sich in den Sechzigerjahren von der Kleinkunst zurückzog und zum großen Bedauern des Publikums tatsächlich nie wieder im Kabarett auftrat, spielte er Theater, drehte Filme und betätigte sich als Autor satirischer Kurzgeschichten. Eine davon - sie trägt den Titel "Wienfilm" - zählt zu seinen köstlichsten, und sie führt uns zu einer Qualtinger-Schnurre, deren Pointe ihm leider erst posthum widerfuhr, was umso bedauerlicher ist, als sie zu erleben wohl ganz nach seinem Geschmack gewesen wäre. In Qualtingers "Wienfilm"-Satire kommt es im Foyer eines Wiener Vorstadtkinos zu einem Dialog zwischen dem Film-Operateur und einer Besucherin. Hier ein kurzer Ausschnitt:

    Besucherin: "Der Johannes Heester, der Theo Lingens, der Heinz Rühmann und der Willi Forster, das sind meine Buam! Und der Hörbinger!" Kino-Operateur (korrigiert sie): "Hörbiger!" Besucherin: "Das is der Bruder!"

    Das Reizvolle an dieser kleinen satirischen Szene von Helmut Qualtinger ist natürlich, dass die Kinobesucherin alle Namen ihrer Lieblinge (außer den von Heinz Rühmann) falsch aufsagt, was dem Ganzen eine sehr wienerische Note verleiht. Besagter Dialog zwischen Kino-Operateur und Besucherin ist in dem 1986 im Langen Müller Verlag von Brigitte Sinhuber herausgegebenen "Qualtinger-Buch" in völlig richtiger (weil falscher) Schreibweise nachzulesen. Zwölf Jahre später wurde eine neue "Qualtinger-Gesamtausgabe", diesmal im Deuticke Verlag, veröffentlicht. Wobei darin einmal mehr die Satire "Wienfilm" in Druck ging, und zwar im Band 3 auf Seite 264.

    Der Lektor schlägt zu

    Hier freilich schlug der übereifrige Lektor zu. Er las Heester, Lingens, Forster, Hörbinger und erkannte sofort mit lektoraler Gründlichkeit, dass da etwas nicht stimmen konnte. Und er verbesserte die Namen. So ist jetzt in dem Buch zu lesen:

    Besucherin: "Der Johannes Heesters, der Theo Lingen, der Heinz Rühmann und der Willi Forst, das sind meine Buam! Und der Hörbiger!" Kino-Operateur (korrigiert sie): "Hörbiger!" Besucherin: "Das is der Bruder!" Womit die ganze, schöne Qualtinger-Satire zu Tode korrigiert wurde. Ein geradezu klassischer Pointenmord. Entdeckt wurde dieser nach Erscheinen der "Qualtinger-Gesamtausgabe" von Heinz Holecek, der mich damals schon auf die Vernichtung der Pointe seines Freundes aufmerksam machte. Nun aber hat er das Programm "Heinz Holecek liest und singt Helmut Qualtinger" zusammengestellt, das er von 23. bis 25. April in der Kleinkunstbühne "Brennessel" (1080 Wien, Auerspergstraße 19) präsentiert. Und dreimal dürfen Sie raten, welche Satire er darin in der richtigen (weil falschen) Version vorträgt. Natürlich die "Wienfilm". "Qausi", schau oba! georg.markus

    Copyrighthinweis: © Kurier - Wien, 2009.

    gefunden bei unart-forum

    Heute vor 108 Jahren: Theo Lingen, »Komiker aus Versehen« und heimlicher Intellektueller

    Eine der schlimmsten Gestalten, die mir Anfang der 70er in der deutschen Öffentlichkeit begegneten, war Theo Lingen. Bei Filmen wie »Wir haun’ die Pauker in die Pfanne!« oder »Hurra, die Schule brennt!« drehte sich bei mir ob des gestelzten und plumpen Humors und der hilflosen Lehrer der Magen um:



    Wie jemand über sowas lachen konnte, ist mir auch heute noch unbegreiflich. Mir tat es weh. Auf die Youtube-Kommentare einzugehen erspare ich mir.



    Alexander Golling als Studienprofessor Blaumeier sagt in obigem Ausschnitt aus »Hurra, die Schule brennt!«, nachdem durch das Öffnen der Tafel einen Eimer Wasser abbekommen hat: »Lauter blöde Hunde hat man hier zu unterrichten!« Heute würde er wegen dieser Äußerung möglicherweise eine Anzeige an den Hals bekommen. Golling spielte 1970 (neben Horst Frank, Christine Schuberth, Ralf Wolter, Walter Sedlmayr und Monika Dahlberg) auch in dem Film »Ein Glöcklein unterm Himmelbett« von Oskar Maria Graf mit, der in seiner Wikipedia-Filmographie verständlicherweise nicht aufgeführt ist. Die Ankündigung des Films in Moviepilot: »Die ›Dorfmatratze‹ eines bayerischen Alpendörfchens wurde dermaßen angebumst, dass es dabei zur Schwangerschaft gekommen ist. Nur wer ist der Erzeuger und kommt damit für den Unterhalt auf? Die Suche nach dem Vater gestaltet sich als Streifzug durch das Liebesleben der Ortsbewohner…«
    So war die Zeit…
    Dazu paßt übrigens aus die Meldung der msn-news von heute: Schläge und Mobbing: Schulleiter will Polizeischutz – Schlägereien, Erpressung und Mobbing unter Schülern, Drohungen und demolierte Autos der Lehrer - weil die Lage an der Kopernikus-Hauptschule in Garbsen bei Hannover eskaliert, hat der Direktor Polizeischutz für seine Schule gefordert. zum Artikel der HAZ

    Zurück aber zu Theo Lingen: Sein Überlebenskampf in der deutschen Nachkriegs-/post 68-Kultur zwang ihn wie auch andere renommierte Künstler zu eher zweifelhaften Engagements. Hans-Peter Feldmann hat nun vor kurzem (9.2.-12.6.2011) eine Installation im Sprengel-Museum ausgestellt, in der sich ein mir völlig unbekannter Theo Lingen zeigte. (Interview mit Peter Feldmann bei monopol-magazin)

    drei Dinge sind mir von meinem Besuch im Sprengel-Museum in Erinnerung geblieben:
    - während sich Heinz Rühmann 1938 von seiner jüdischen Frau scheiden ließ, blieb er mit seiner jüdischen Frau Marianne Zoff, die er Bertolt Brecht ausgespannt hatte, verheiratet. (Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion – »Komiker aus Versehen«; Marius Hetzel, Die Anfechtung der Rassenmischehe in den Jahren 1933-1939 bei googlebooks)
    -Theo Lingen setzte sich während der Nazizeit nachweislich mehrfach für Verfolgte ein. (digitalvd.de, Rezension von Rolf Aurich, Wolfgang Jacobsen: Theo Lingen. Das Spiel mit der Maske, Aufbau Verlag bei nachkritik)
    er rezensierte Egon Friedells Kulturgeschichte der Neuzeit
    Wissenswertes:
    - »Die Uraufführung der Physiker wurde zum „Theatererfolg der Saison“.[16] Unter der Regie von Kurt Horwitz spielten Hans Christian Blech, Gustav Knuth und Theo Lingen die drei Physiker sowie Therese Giehse die Mathilde von Zahnd.« (aus wikipedia)

    Schmankerl:
    - ein Beschwerdebrief von Dr. Anneliese Bretschneider, Gutachterin beim Kulturpolitischen Archiv des Amtes Rosenberg (offiziell »Amt Kunstpflege beim Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP), die fordert, »das weitere Aushängen dieser ins jüdische verzerrten Wiedergabe von« Plakaten mit dem »ausgesprochen rassefremd, vielleicht sogar jüdisch« aussehenden Theo Lingen zu verbieten. (Ernst Offermanns, Die deutschen Juden und der Spielfilm der NS-Zeit bei googlebooks) – über Frau Bretschneider läßt sich auch einiges googeln
    - über den Einstieg Theo Lingens in die Rolle des Mackie Messer 1929 in Bertolt Brechts Dreigroschenoper (Ulrich Liebe, Verehrt, verfolgt, vergessen bei googlebooks) Nach dem großen Erfolg der Dreigroschenoper engagierte Brecht ihn für weitere Stücke, z.B. "Mann ist Mann" (1931) oder "Die Mutter" (1932).

    Zitate:
    »Es gibt immer ein Stückchen Welt, das man verbessern kann - sich selbst.«
    »Ich bin nur ein stehen gebliebener Expressionist. Ich mache nur weiter, was ich Anfang der Zwanziger Jahre gelernt habe. Ich turne Ausdruck. Ich spiele weiter pathetisch. Da das alte Pathos perdu ist, wirkt das heute komisch. Die Leute lachen, weil ich so unzeitgemäß ausdrucksemsig bin.«

    eine Anekdote:
    Theo Lingen war ein Frühaufsteher und Liebhaber druckfrischer Zeitungen. Wenn in der Hotelhalle des Hamburger Vier Jahreszeiten gegen sieben Uhr die Morgenblätter angeliefert wurden, wartete er schon perfekt angezogen im grauen Anzug, weißen Hemd und Krawatte. Er ging hinter den gläsernen Zeitungsstand, nahm mit weißen Handschuhen „Die Welt“ und las. Als sparsamer Mensch faltete er sie anschließend korrekt wieder zusammen und steckte sie zurück. Bei diesem liebenswerten Dauergast wurde so eine Marotte gern übersehen.
    Eines Morgens, Lingen hatte sich wie üblich in sein Lieblingsblatt vertieft, erschien ein anderer Gast und verlangte ein Exemplar der „Welt„. Lingen reichte dem Mann eine Zeitung, der sah ihn verblüfft an, Lingen kassierte das Geld, und der Gast ging kopfschüttelnd zum Frühstücken ins Restaurant Haerlin. Während Oberkellner Rudolf Botor ihm den Kaffee eingoss, sagte er: „Sagen Sie mal, Ihr Zeitungsverkäufer da draussen sieht aber verdammt nach Theo Lingen aus!“ Botor antwortete: „Das ist Theo Lingen.“ Der frühe Gast blickte mißbilligend auf Botor und sagte kein Wort mehr. Er fühlte sich augenscheinlich auf den Arm genommen. Dabei hätte dem Mann klar sein müssen, daß ein Hotel Lingens liebste Bühne war.
    Unzählige Male hat er im Theater und in Filmen Kellner und Diener gespielt. Dem Vier Jahreszeiten blieb er mehr als zwanzig Jahre treu, wenn er zum Filmen nach Hamburg kam. Er spielte häufig Theater in Hamburg, er führte Regie, meist im Thalia Theater. (gefunden bei studi.wordpress.com)



    Von September 1975 bis kurz vor seinem Tod 1978 moderierte Theo Lingen die Sendung »Lachen Sie mit Stan und Ollie« im ZDF.

    Mittwoch, 8. Juni 2011

    Heute vor 25 Jahren: Der Hamburger Kessel – Atomkraftgegner machen sich in die Hosen

    Bei einem Polizeieinsatz gegen protestierende Atomkraftgegner kam es in St. Pauli zu einem Skandal. Weit über 800 Personen wurden bis zu 15 Stunden von der Polizei eingekesselt und festgehalten. Der als »Hamburger Kessel« bezeichnete Einsatz wurde im Oktober desselben Jahres vom Verwaltungsgericht Hamburg für rechtswidrig erklärt und jede der eingekesselten Personen erhielt umgerechnet 100 Euro Schadensersatz.
    aus Kalenderblatt.de



    Fünf Stunden lang wird den Eingeschlossenen, die laut Innensenator Rolf Lange „Gewalttäter“, „polizeibekannte Sympathisanten der RAF“, „Leute aus der Hafenstraße und sogenannte Autonome“ sind, der Gang zur Toilette verwehrt.

    Der Hamburger Kessel war Auslöser zur Gründung des »Hamburger Signals«, einer Vereinigung Hamburger Polizisten, die sich öffentlich gegen diesen Polizeieinsatz aussprachen. Aus dem Hamburger Signal ging die Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten hervor. 

    Dienstag, 7. Juni 2011

    »Es muss erst viele Tote geben, bis wir aufwachen«

    Er warf den deutschen Gesundheitsbehörden schon 1998 "verheerende Verharmlosung und Gleichgültigkeit" gegenüber EHEC vor. Der ARD-Journalist Klaus Weidmann veröffentlichte in den 90er Jahren seine Recherchen über das Bakterium und verglich das deutsche EHEC-Management mit dem der USA und Japans. Im tagesschau.de-Interview erklärt er, was Deutschland von anderen Ländern lernen kann.