Freitag, 8. Juli 2011

Vor 65 Jahren: Die USA beginnen mit den ersten Atombombentests

Die Zerstörung eines Paradieses


Die Inseln des Bikini-Atolls liegen mitten im Pazifischen Ozean, fernab aller Schifffahrtslinien. Ihre Landfläche beträgt gerade einmal 6 km2. Bis 1946 lebten knapp 200 Menschen dort, die meisten auf der namensgebenden Hauptinsel. Dass der Name Bikini heute weltweit bekannt ist, liegt an zwei Ereignissen, die unmittelbar zusammenhängen: Vor 65 Jahren, am 1. Juli 1946 zündeten die USA auf Bikini zum ersten Mal eine Atombombe und wenige Tage später präsentierte der französische Modeschöpfer Louis Reard in Paris unter dem gleichen Namen einen zweiteiligen Badeanzug, den er in Anspielung auf die Vorgänge im Pazifik als »la premiere bombe an-atomique« bezeichnete, als erste anatomische Bombe. Dass sich die Menschen mehr über den freizügigen Badeanzug entrüsteten als über den Atombombenversuch, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zeitgeist jener Jahre.

Atompilz über Bikini nach einer Bombenzündung
Die Einwohner des Bikini-Atolls waren auf Nachbarinseln umgesiedelt worden, vor Ort waren stattdessen Zehntausende von Forschern, Technikern und Militärs, als die »Able« mit 23 kt Sprengkraft abgeworfen wurde. Sie war die erste von insgesamt 23 Atombomben, die in den nächsten zwölf Jahren auf dem Atoll zur Explosion gebracht wurden. Die Inseln sind bis heute nicht wieder besiedelt, allerdings sind sie auch kein Sperrgebiet mehr.
aus dem Brockhaus Tageskalender »Abenteuer Geschichte«


Der Einwand von Anonym (die ursprüngliche Überschrift lautete, wie im zitierten Kalenderblatt, »Die USA zünden die erste Atombombe«) ist völlig richtig, die Brockhaus-Tageskalender-Überschrift ist falsch. Gemeint ist der Beginn der Atomwaffentests. Ich zitiere im Folgenden Wikipedia-Einträge:

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Der erste Atombombentest fand am 16. Juli 1945 auf dem Gelände der White Sands Missile Range in der Nähe der Stadt Alamogordo (New Mexico, USA) unter dem Namen Trinity-Test (dt. Dreifaltigkeit) statt. [Kernwaffentest, Geschichte, Wikipedia]

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Am 6. August 1945, also 21 Tage nach dem ersten erfolgreichen Test bei Alamogordo, warf der Bomber Enola Gay die erste Atombombe (Sprengstoff: Uran-235), Little Boy genannt, über der Küstenstadt Hiroshima ab, wo sie um 8.15 Uhr Ortszeit in etwa 600 m Höhe über dem Boden detonierte. Rund 90.000 Menschen starben sofort, weitere 50.000 Menschen starben innerhalb von Tagen bis Wochen an der Strahlenkrankheit.
Am 9. August 1945 sollte der Bomber Bockscar die zweite Atombombe (Sprengstoff: Plutonium-239), Fat Man genannt, über Kokura abwerfen. Als dort auch nach drei Anflügen noch schlechte Sicht herrschte und der Treibstoff knapp wurde, wich der Kommandant auf das Alternativziel, die Küstenstadt Nagasaki, aus. Da auch dort die Wolkendecke zu dicht war, wurde das Stadtzentrum um mehrere Kilometer verfehlt. Weil zudem das Stadtgebiet hügeliger als das Hiroshimas ist, was die Ausbreitung der Druckwelle behinderte, waren dort weniger Opfer zu beklagen – obwohl Fat Mans Sprengkraft rund doppelt so stark war wie die von Little Boy. Dennoch kamen bei diesem Angriff 36.000 Menschen sofort ums Leben, weitere 40.000 Menschen wurden so stark verstrahlt, dass sie innerhalb von Tagen bis Wochen starben. [Kernwaffe, Einsatz gegen Hiroshima und Nagasaki, Wikipedia]
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Die Operation Crossroads [ dies ist die Testreihe, von der der Kalenderblatt-Artikel spricht, Anmerkung von mir ] war die zweite Kernwaffentestoperationder Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Sie umfasste zwei Nukleartests, Able und Baker, auf dem Bikini-Atoll im amerikanischen Treuhandgebiet Pazifische Inseln im Sommer 1946, jeder mit einem TNT-Äquivalent von 23 kT: Test Able war eine am 1. Juli 1946 von einer Boeing B-29 abgeworfene und in 158 Metern Höhe über der Lagune gezündete Mk.3-Implosionsbombe, Test Baker war eine Unterwasserzündung einer baugleichen Bombe in 27 Metern Tiefe und erfolgte am 25. Juli 1946.[1] Ein dritter geplanter Test, Charlie, sollte am 1. März 1947 in noch größerer Tiefe stattfinden, wurde jedoch abgesagt.[2]
Verlauf einer Kernwaffenexplosion 
An der Operation Crossroads waren insgesamt über 42.000 Soldaten, hauptsächlich Angehörige der US-Marine, und zivile Wissenschaftler beteiligt; darüber hinaus 149 Begleitschiffe und insgesamt 100 Zielschiffe sowie 156 Flugzeuge.[3] Die beiden Kernwaffentests waren die ersten Tests, die vor den Augen der Weltöffentlichkeit stattfanden. Über einhundert Reporter waren anwesend, ebenso militärische und wissenschaftliche Beobachter aus aller Welt, unter anderem aus der Sowjetunion.[4] [Operation Crossroads, Wikipedia; Bildnachweis der Animation: Kernwaffentest, Testorte, Wikipedia]
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Bei Wikipedia findet sich eine Liste bisheriger Kernwaffentests.


Für die Gruppe GTR hat Steve Howe ein Lied geschrieben, das später auch von Anderson, Bruford, Wakeman, Howe aufgeführt wurde, und zwar zu den britischen Kernwaffentests in Maralinga : Birthright (ursprünglich This World’s Big Enough)

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The song "Birthright" concerns the British nuclear tests at Maralinga and
incorporates some material originally written by Howe and Max Bacon for their post-GTR band Nerotrend. [Anderson Bruford Wakeman Howe_(album), Song notes, Wikipedia]
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birthright-ABWH [6:47]   Text (Songtexte.com)   
Hochgeladen am 22.04.2011
jon anderson
bill bruford
rick wakeman
steve howe


zuletzt aktualisiert am 20.05.2016

Donnerstag, 7. Juli 2011

Yes

Yes - Live 1971

Yes - Live 1971 von prograrities
The 'classic' "Fragile"/"Close To The Edge" line-up of Yes - Jon Anderson (vocals), Steve Howe (guitars), Rick Wakeman (keyboards), Chris Squire (bass) and Bill Bruford (drums) - caught in live performance in 1971. Includes excerpts from "Your Move", "Long Distance Runaround", "Heart Of The Sunrise", "Yours Is No Disgrace", "Mood For A Day" and "Perpetual Change".

Yessongs - Yours is no disgrace

Yessongs - Yours is no disgrace von Elvenking7

YES - "Clap" written & performed by Steve Howe [3:28]
Live at the Rainbow Theatre, London, December 1972 Steve Howe: "It's the first song I ever wrote, and I think it's really a good piece. I wrote it on the 4th of August in 1969, when my oldest son, Dylan, was born. The very night that he was born, I finished the song. Originally, it was a dedication to Chet Atkins, but then it became a dedication to Dylan. It combined a lot of things I'd learned or imagined. I always wanted to write music, and when I decided to write solo guitar music, it was earth-shattering inside, because suddenly I was an independent person. I could stand up on stage and play Clap. That meant as much to me as it did to be in Yes." 
Taken from the YES live concert film 'YesSongs', available on DVD at Amazon.com 


Yes - "Relayer"

Yes - "Relayer" von prograrities
Selections from a Yes live performance focussing on the "Relayer" (1974) repertoire - "Gates Of Delirium", "Sound Chaser" and "To Be Over". The visuals are taken from the famous 1975 London Queens Park Rangers stadium concert, but the audio is from the Boston Gardens concert six months earlier due to the poor sonics of the QPR footage. Band consists of Jon Anderson (vocals, guitar), Steve Howe (guitar, vocals), Chris Squire (bass, vocals), Patrick Moraz (keyboards) and Alan White (drums, percussion).

Yes Live In Philadelphia (1979) Part 1- Siberian Khatru [10:48]

Yes playing at the Philadelphia Spectrum in June, 1979, during the Tormato supporting tour. The stage was a rotating platform in the center of the venue. This was the last tour before Jon Anderson and Rick Wakeman left the band; Anderson returned in 1983 and Wakeman in 1991. He left a few months later, again. 
Jon Anderson- Vocals, Acoustic Guitar, Percussion 
Steve Howe- Guitar, Vocals 
Chris Squire- Bass, Vocals 
Rick Wakeman- Keyboards 
Alan White- Drums 

Yes Acoustic: Guaranteed No Hiss (2004)


On January 26th, 2004, in a simultaneous live satellite transmission from a studio in Los Angeles, across multiple time zones, to cinemas throughout the United States of America, a 75 minute version of the film Yesspeak was premiered.

Following this live broadcast, the fans in the cinemas were treated to an exclusive, one time only, live performance from Yes. For the first time, the Yes classic line up of Jon Anderson, Steve Howe, Chris Squire, Alan White and Rick Wakeman, performed "Live and Unplugged." This is the recording of that digital transmission...Yes Acoustic.

Songs Include:
Tiger Rag
Long Distance Runaround
South Side Of The Sky
Show Me
Roundabout
Time Is Time
I've Seen All Good People

Die übrigen Videos kann man sich auf youtube ansehen…


zuletzt aktualisiert am 27.07.2014
 

Dienstag, 5. Juli 2011

+++good news +++ bad news+++


Das Zitat des Monats

• »Das kohlenstoffbasierte Weltwirtschaftsmode – also das Verbrennen von Öl, Gas und Kohle – ist ein unhaltbarer Zustand, weil es die Existenzgrundlagen zukünftiger Generationen gefährdet. Die  Transformation zur Klimaverträglichkeit ist daher moralisch ebenso geboten wie die Abschaffung der Sklaverei und die Ächtung der Kinderarbeit …

Wir müssen die Diktatur des Jetzt überwinden, also die umfassende Plünderung von Zukunft und Vergangenheit, nur um im winzigen  aktuellen Zeitfenster materiell unbeschwert leben zu können. Diese  Gegenwartsfixierung ist auf ihre Art undemokratisch, denn sie geht auf  Kosten unserer Nachkommen, die ihre Stimme nicht erheben können.  Deshalb sollte ein bestimmter Anteil der Parlamentssitze, vielleicht fünf  oder zehn Prozent, für solche Parlamentarier vorgehalten werden, die sich nur um die Interessen künftiger Generationen kümmern. Also  Ombudsleute für die Zukunft.«
Hans Joachim Sehnellnhuber (Klimaforscher)


Der Klub der Milliardäre

• Nie zuvor gab es mehr Dollarmilliardäre und nie war ihr Vermögen zusammengerechnet größer als im Jahr 2011. Weltweit hat der exklusive Klub 1.210 Mitglieder, 102 davon sind  Frauen. Sie verfügen über ein Gesamtvermögen von 4,5 Billionen Dollar. Das ist mehr als der US-Staatshaushalt für 2011, denn der beläuft sich  »nur« auf 3,8 Billionen Dollar. An der Spitze der Reichen-Liste steht mit  74 Milliarden der mexikanische Telekom-Mogul Carlos Slim. Allein im letzten Jahr konnte er sein Vermögen um sagenhafte 20,5 Milliarden steigern! 108 der 214 neuen Milliardäre stammen aus  Schwellenländern. Der Aufschwung dort ist rasant: In China ist die Zahl der Milliardäre mit 115 fast doppelt so hoch wie vor einem Jahr. In  Russland sind es mit 101 Milliardären zwei Drittel mehr. Da wundert es  kaum, dass Moskau als Stadt mit der höchsten Milliardärs-Dichte New  York den Rang abgelaufen hat.


Deutschland: Land der Analphabeten

• Die ersten Monate des Jahres waren reich an Skandalen und  Medienhypes. Zwischen Guttenberg-Affäre und Niedergang der FDP fiel  vor lauter Aufregung so manche Nachricht durchs Raster. Zum Beispiel  eine bemerkenswerte Studie des Bundesbildungsministeriums,  derzufolge in Deutschland mehr als sieben Millionen funktionale Analphabeten leben.

So nennt man Menschen, die nur mit Mühe kurze Sätze lesen und schreiben können; zwei Millionen sind nicht einmal dazu in der Lage.  Weitere 13 Millionen Erwachsene kommen in ihrer Formulierungsfähigkeit nicht über das Grundschulniveau hinaus. Erstaunlich, dass diese Studie weder zu Schlagzeilen in der Presse  noch zu erregten Debatten im Parlament führte. Dabei sind Millionen  Analphabeten sicherlich verheerender für unser Bildungssystem als eine gefälschte Doktorarbeit – und zahlenmäßig fallen sie mehr ins Gewicht als alle FDP-Wähler zusammen.


Wegwerfberater

• Jede Zeit erzeugt ihre eigenen, Berufe. Ökologisch bedauerlich, aber  wahr: Der schnelle Konsum und das Wegwerfen sind das Schmieröl  unserer Wirtschaft. Da ist es nur naheliegend, dass es nun auch  Berater gibt, die dem überforderten Zeitgenossen beim Wegwerfen zur  Seite stehen! Der Durchschnittseuropäer besitzt heute 10.000  Gegenstände. Vieles davon wird nie benutzt, aber dennoch behalten.  Die meisten Leute glauben, dass ihr Leben umso reicher wird, je mehr
 sie besitzen – ein großes Missverständnis. Wenn man zu viele oder die falschen Dinge anhäuft, wirkt sich das negativ aus. Besitz kann  Menschen blockieren, sagt die britische Autorin Karen Kingston, die als führende Space-Clearing-Expertin gilt. Sie empfiehlt: Dinge einfach wegwerfen, die wir nicht benutzen, als ewig unerledigte Aufgaben herumliegen oder schlechte Erinnerungen wecken. Doch genau das fällt  den meisten schwer. Sofort kommt da die Frage: Wer weiß, wofür ich  das noch mal verwenden kann? Damit der ewige Sammler in uns
endlich schweigt, gibt es jetzt Wegwerfberater. Kein Zweifel, ein Beruf mit Zukunft!


Die Zahl des Monats: 6

• Unser Leben verlängert sich mir jedem Tag, den wir leben, um sechs Stunden. Es ist zwar möglich, dass wir morgen von einem Bus  überfahren werden, aber statistisch betrachtet gewinnen wir  unaufhaltsam Lebenszeit hinzu: zweieinhalb Jahre pro Jahrzehnt, drei  Monate pro Jahr, sechs Stunden pro Tag. Dieser Trend hält seit  anderthalb Jahrhunderten in unserer Hemisphäre an – dank medizinischem Fortschritt, abnehmender Kindersterblichkeit und  zunehmendem Wohlstand. Die hier heute geborenen Kinder werden mit hoher Wahrscheinlichkeit hundert Jahre alt – vor gerade mal 120 Jahren lag ihre Lebenserwartung noch bei 42 Jahren. Übrigens entspricht das der aktuellen Lebenserwartung in Malawi (Afrika).

aus der Osho-Times vom Juni 2011

Sonntag, 3. Juli 2011

Risiko Fernsehen – Wer viel fernsieht, ist früher tot

Europäer verbringen angeblich 40%, Amerikaner sogar 50% ihrer Freizeit vor dem Fernseher. Dafür bezahlen sie mit Diabetes, Herzinfarkt und vorzeitigem Tod. Pro zwei Stunden, die täglich vor dem Fernseher verbracht werden, steigt das Risiko für einen Typ-2-Diabetes um 20%, das Risiko für eine kardiovaskuläre Erkrankung um 15% und das Risiko eines vorzeitigen Todes um 13%, zeigt eine Metaanalyse aller prospektiven Kohortenstudien, die zwischen 1970 und 2011 zu diesem Thema veröffentlicht worden sind. Zahlreiche Studie haben gezeigt, dass durch Fernsehen Risikofaktoren für diese Ereignisse wie Adipositas oder Dyslipidämien gefördert würden. Welchen

Anteil Bewegungsmangel und welchen Anteil eine ungesunde Ernährung während des Fernsehens daran haben, sei noch zu klären. Die Forscher fordern außerdem Studien, die den Einfluss der neuen Medien auf das Risiko chronischer Erkrankungen untersuchen.

JAMA 2011; 302(23):2448-2455
aus MMW-Fortschr. Med. Nr. 26-28/2011

Manhattan Transfer, Soul Food To Go (1987)


Manhattan Transfer, Soul Food To Go von memmoria

sie können auch sehr anspruchsvoll:

Birdland Weather Report Manhattan Transfer [7:36]

Veröffentlicht am 17.09.2012
(ein Kommentar: »1981 Playboy Jazz Festival at the Hollywood Bowl«)

Freitag, 1. Juli 2011

Das Energiefeld des Menschen

Forschungen zum elektromagnetischen Feld lebender Organismen




Qigong und Akupunktur




die Lebensenergie




Energie verbleibt auch nach dem Tod im Körper

Donnerstag, 30. Juni 2011

FileMaker-Probleme nach Konvertierung

Vor einiger Zeit habe ich mein altes FileMaker auf die neueste Version geupdatet (oder: upgedatet). Nachdem ich zuvor nie Passwörter benutzt hatte, fragten mich manche Dateien nach einem Benutzernamen und einem Passwort. Das hat mich ganz kirre gemacht und mir viel Kopfzerbrechen bereitet, weil ich an meine eigenen Dateien nicht mehr drankam. Schließlich fand ich auf dem FileMaker-Forum nach langer Zeit eine Lösung, die ich hier wiedergebe:


Re: Konvertierung FM 5/6 Tool auf FM 9
Von: Michael Maass (10.04.2008 - 18:48)

> Betriebssystem: Mac OS 10.5.2
> FileMaker-Version: 9
> Relevante Informationen zu Hard- und Software: Tool BüroLeicht
>
> Wir machen seit Jahren die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung am Mac mit dem FM-Tool »BüroLeicht«. Das Tool ist genial einfach und lief schon unter FM 3 oder gar 2. - Bisher hat die Konvertierung der verschiedenen zusammenhängenden Dateien problemlos funktioniert. Jetzt unter OS 10.5.2 und mit FM 9 gibts ein Problem. Bei der Konvertierung von FM 5/6 nach FM 9 wird nach einem Passwort gefragt, das es gar nicht gibt. Wer hat damit Erfahrung?
>

FileMaker 6 kennt nur das Prinzip des Passwortes, aber einen Benutzernamen gibt es nicht. Ein leeres Passwort bedeutet nach der Konvertierung auch einen leeren Benutzernamen - theoretisch. Da das nicht sinnvoll ist, wird der Benutzername bei so einer Datei normalerweise auf "Admin" gesetzt. Probier es mal mit "Admin" als Benutzer und leerem Passwort oder Benutzer "Admin" und Passwort "Admin".

Die Migration ist allerdings eine Sache, die gut vorbereitet sein sollte. Lies Dir mal die Anleitungen von FileMaker dazu durch.

Kein Passwort ist niemals eine gute Idee. Es wäre in jedem Fall empfehlenswert, vor der Konvertierung allen Dateien ein Passwort für den vollen Zugriff zu geben, z.B. "admin". Nach der Konvertierung sind dann zunächst Username UND Passwort "admin". Das kann dann geändert werden.

Dienstag, 28. Juni 2011

Korrespondenz aus Moskau



 Rußlands neuer Adel

Den Aufstieg des KGB-Offiziers Wladimir Putin an die Spitze der Staatsmacht in Rußland begleitete eine große Entourage an ehemaligen Geheimdienstmitarbeitern. Diese haben die Routinen ihrer früheren Tätigkeit mit in die Politik eingebracht: Mißtrauen gegenüber öffentlichen Einrichtungen; strenge Kontrolle der Medien; ein Bewußtsein der Zugehörigkeit zu einer Elite mit Zugang zu Informationen, wie sie für einfache Sterbliche nicht verfügbar sind; reflexartiges Erklären politischer Veränderungen durch die Machenschaften konkurrierender (vor allem amerikanischer) Geheimdienste.

Im Jahr 2000 empfahl der damalige Chef des russischen Geheimdienstes FSB, Nikolai Patruschew, der russischen Gesellschaft seine Untergebenen in schmeichelhaftesten Tönen: „…unsere besten Mitarbeiter, der Stolz des FSB, arbeiten nicht um des Geldes willen. … Sie sind auf den ersten Blick verschieden, aber es gibt eine Eigenschaft, die sie gemein haben: Sie sind Staatsdiener, der ‚neue Adel’ der heutigen Zeit.


Konspirationsmanie

Die wichtigste Ressource dieser neuen Staatsmacht der nuller Jahre war die durch die Privatisierungswelle der neunziger Jahre traumatisierte Bevölkerung, die im Zuge der Reformen einen Großteil ihrer Ersparnisse aus Sowjetzeiten und ihre Zuversicht verloren hatte. Die Begriffe „Sicherheit“ und „Stabilität“, die der neue Mann an der Spitze und seine Entourage gebetsmühlenartig wiederholten, waren Balsam auf ihre frischen Wunden. Aus westeuropäischer Sicht waren die wichtigsten Errungenschaften der Jelzin-Zeit weitgehende Presse-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit; bis Ende der neunziger Jahre gab es keine politischen Gefangenen; der Präsident durfte kritisiert, selbst der erste Tschetschenienkrieg konnte 1996 beendet werden. Aber Massenverelendung ist kein guter Nährboden für Freiheit. Was nützt es, die Wahrheit zu erfahren, wenn man nichts ändern kann – so dachten damals viele einfache Russen. Was bringen uns all die Freiheiten, wenn die Gegenwart trostlos ist (mit Müh und Not verdient man genug, um sich über Wasser zu halten) und unsere Zukunft voll Ungewißheit? (Man kann von heute auf morgen entlassen werden.)

Die Kaste des „neuen Adels“, die unter dem Vorzeichen des zweiten Tschetschenienkrieges (seit 1999) an die Macht gekommen war, unterstellte die Medien einer rigiden Kontrolle, beseitigte die im Entstehen begriffene Gewaltenteilung, schaffte die Gouverneurswahlen ab und unterdrückte oder kriminalisierte die Opposition. Alles geschah, insbesondere nach dem 11. September 2001, unter dem Vorwand der Gewährleistung von Sicherheit angesichts einer von militantem Islamismus ausgehenden terroristischen Bedrohung.

„Wir werden die Terroristen überallhin verfolgen“, hat Wiadimir Putin vor zwölf Jahren versprochen: „Und wenn sie auf dem Flughafen sind, dann eben auf dem Flughafen. Wir werden sie – ich bitte, den Ausdruck zu entschuldigen auf der Toilette kriegen, sie schließlich auf dem Lokus kaltmachen. Damit ist Schluß, die Frage ist endgültig geklärt.“ Nach dem jüngsten Bombenanschlag auf dem Flughafen Domodedowo haben die Worte des heutigen Ministerpräsidenten von Flughäfen als Orten der Verfolgung von Terroristen einen bitter-ironischen Beigeschmack bekommen: Terroranschläge sind düsterer Alltag geworden; im Nordkaukasus geschehen sie fast täglich, und auch in Moskau fühlen sich die Menschen immer weniger sicher. Trotz des um ein Vielfaches erhöhten Budgets, das vor allem dem Föderalen Sicherheitsdienst FSB zur Verfügung steht, gelingt es nicht, den Terrorismus mit Waffengewalt zu unterdrücken.

Der „neue Adel“ hält sein Vorgehen streng geheim. Informationen, die an die Öffentlichkeit herausgegeben werden, können in der Regel nicht verifiziert werden. So waren in der Presse Berichte über die Liquidierung des tschetschenischen Feldkommandeurs Doka Umarow zu lesen, die detaillierte Beschreibungen seiner Leiche enthielten. Doch es erwies sich, daß Umarow nicht nur am Leben ist, sondern sogar für die jüngsten Anschläge die Verantwortung übernommen hat. Behauptungen, der Anschlag in Domodedowo sei gegen Ausländer gerichtet gewesen, wurden mit keinerlei Belegen untermauert.

Die Konspirationsmanie nimmt zuweilen groteske Formen an. Obwohl es in Wladimir Putins Residenz Nowo-Ogarjowo nahe Moskau ein gesondertes Gebäude für offizielle Empfänge, ein Gästehaus, eine Sporthalle und ein Schwimmbad gibt, traf die vor drei Monaten durchgeführte Volkszählung Putin und seine Gattin aus unerklärlichen Gründen in einer ähnlich eingerichteten Wohnung an, ausgestattet mit einem veralteten Fernseher und einem Kassettenrekorder, für den es längst keine passenden Kassetten mehr zu kaufen gibt. Alles darin erinnerte laut Beschreibung des Fachblattes Real Estate an „ein Hotel für Handelsvertreter oder eine konspirative Wohnung sowjetischer Geheimdienstler“.[1] Offenbar entspricht das den Vorstellungen, welche die Imageberater des russischen Ministerpräsidenten von der Wohnung eines durchschnittlichen Russen haben – ein weiterer Beweis dafür, wie lebensfremd sie geworden sind.


Kuschtschowkajasyndrom

Als der FSB-Chef behauptete, daß die Staatsbediensteten nicht des Geldes halber arbeiteten, unterschätzte er das Streben seiner Untergebenen nach persönlicher Bereicherung. Seit sie die Macht in Rußland übernommen haben, wuchs die Korruption um ein Vielfaches. Die sogenannten silowiki (die Angehörigen der Sicherheitsstrukturen) betrachten Unternehmer, insbesondere kleine und mittelständische, als „wandelnde Steaks“. (Dieser Ausdruck stammt vom Vorsitzenden Richter des russischen Verfassungsgerichtes, Waleri Sorkin.) Wenn nach Angaben der Obersten Ermittlungsbehörde die durchschnittliche Höhe von Bestechungen in Rußland 2010 etwa eintausend US-Dollar betrug, so lag sie in Moskau beim zwanzigfachen dieser Summe, und in manchen Fällen erreichten Schmiergeldzahlungen die 300.000-US-Dollar-Marke. Dabei beträgt die Höchststrafe für Bestechung nach dem geltenden Strafgesetzbuch 6.500 US-Dollar, die Höchstdauer der Haftstrafe für diesen Straftatbestand drei Jahre.

In einem Artikel mit dem Titel „Grabjat wse“ [„Es stehlen doch alle“] stellte ein seit 34 Jahren tätiger Unternehmer kürzlich mit Verbitterung fest: „Illegal unternehmerisch tätig zu sein, mit allen dazugehörenden Risiken und Gefahren, war in der Sowjetunion einfacher, als es im heutigen Rußland legal zu tun!“[2] Nach Meinung der Vereinigung russischer Kaufleute und Unternehmer entspricht das Verhältnis zwischen Staatsmacht und Unternehmertum im heutigen Rußland dem Stand von der Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Reformen des Zaren Alexander II. und die Abschaffung der Leibeigenschaft noch bevorstanden: Die Unternehmer sind voll und ganz dem Willen der Staatsbeamten ausgeliefert und stehen deshalb der Gesellschaft gleichgültig gegenüber. Das führt dazu, daß selbst bei einem Ölpreis von einhundert US-Dollar pro Barrel das Kapital aus Rußland abfließt und der Staatshaushalt ein Defizit aufweist.

In meiner letzten Korrespondenz (Verrohung und Verführung, Lettre International 91) berichtete ich über einen Massenmord in der nordkaukasischen Ortschaft Kuschtschowskaja. Mittlerweile haben die Ermittlungen ergeben, daß hinter diesem Massenmord ein Mann stand, der Parlamentsabgeordneter, Unternehmer und Bandenchef in einer Person ist. Seine Schutzpatrone hatte er auf allen Ebenen – bis hinauf zum Leiter der Abteilung für Bekämpfung des organisierten Verbrechens. Im russischen Journalismus gibt es seitdem einen neuen Terminus: das „Kuschtschowskajasyndrom“. Er bezeichnet das Verschmelzen von kriminellen Strukturen, Geschäftswelt und allen drei Staatsgewalten. Eine ähnliche Beschreibung enthält der von WikiLeaks veröffentlichte Briefwechsel zwischen der Amerikanischen Botschaft in Rußland und dem Außenministerium der USA; Rußland wird darin als „korrupte, autoritäre Kleptokratie“ bezeichnet, die sich um die Führungsgestalt Wladimir Putin geschart habe und in der Staatsbeamte, Oligarchen und die organisierte Kriminalität miteinander verflochten seien und einen wahrhaften Mafiastaat bildeten.


Die nächste Zukunft

Wie sieht die Zukunft der russischen „Machtvertikale“ aus? Wird Rußland dem Beispiel Tunesiens und Ägyptens folgen, deren Bevölkerungen es geschafft haben, ihre Staatsführer zu vertreiben? Wird es sich durch Reformen, wie Präsident Medwedew sie vorschlägt (der allerdings bisher noch nichts zu ihrer Umsetzung getan hat), von der „autoritären Kleptokratie“ befreien können, oder wird der Vielvölkerstaat in Teilfürstentümer zerfallen? Auf die alles durchdringende Korruption und die Terroranschläge antworten verzweifelte Russen bisher stets mit dem Ruf nach einer stärkeren Rolle des Staates.

Im Vergleich mit Ägypten und Tunesien verfügt Rußland über sehr viel bedeutendere natürliche Ressourcen, und der Anteil der Jugend, die in den arabischen Ländern den Motor der Protestbewegung bildet, ist in der russischen Bevölkerung viel geringer. Demographisch steht Rußland noch schlechter da als Westeuropa. Außerdem hat der Nahe Osten weder den militanten Atheismus der Sowjetmacht noch den Großen Terror erlebt und blickt nicht wie Rußland auf die Erfahrung von zwei Weltkriegen zurück, die Millionen und Abermillionen von Leben forderten und die sozialen Instinkte der heutigen Russen entscheidend geprägt haben.

Die russischen Eliten stellen dabei keine Ausnahme dar. Das Verhalten der russischen Führungselite entbehrt augenscheinlich jeder Logik. Es kursieren Gerüchte über ihren märchenhaften Reichtum, doch ungewöhnlich ist dabei nicht, daß die Führungselite diesen Reichtum verbirgt, sondern der Umstand, daß sie einen offenen Konflikt mit Westeuropa ausgetragen und gleichzeitig ihre Familien dorthin umgesiedelt hat. Indem der „neue Adel“ seinen Haß auf den Westen theatralisch in Szene setzt, erschwert er sich selbst den Zugang zu seinen Familien und seinem Geld. In der OSZE wird die Frage diskutiert, ob Staatsbeamten, die sich an der gerichtlichen Abstrafung von Michail Chodorkowski beteiligt haben, das Einreiserecht in die EU entzogen werden soll; die russische Opposition besteht auf einem solchen Schritt. Lettland verweigerte dem ehemaligen Bürgermeister von Moskau Juri Luschkow bereits die Aufenthaltserlaubnis aufgrund von ihm geäußerter Beleidigungen.

Angesichts der strengsten Konspiration, in der sich der „neue Adel“ aus alter Gewohnheit übt, drängt sich das Sprichwort auf: „Bildung schützt vor Torheit nicht.“ Auch eine erfahrene Spinne verfängt sich bisweilen im eigenen Netz.
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Aus dem Russischen von Elena und Dirk Uffellmann

[1] „Putin pokasal wsem, kak on schiwjot“. In: Real Estate, 19. Oktober 2010
[2] Ilja Chandrikow, „Grabjat wse. Kak maly i sredni bisnes pereschil 2010 god“. Auf: www.kasparov.ru, 11. Januar 2011

aus Lettre 92, Frühjahr 2011

Montag, 27. Juni 2011

Delphine Picarat beim Internationalen Feuerwerkswettbewerb in den Herrenhäuser Gärten in Hannover

Ankündigung auf der Feuerwerk Fanpage
Ankündigung bei hannover.de (und auch hier)
Artikel in der Hannoverschen Allgemeinen 2009



Homepage Intermède

Vor 170 Jahren: Borsig liefert die erste Lokomotive aus

Der Pionier der Industrialisierung Preußens

Johann Friedrich August Borsig (1804-1854) gründete im Alter von 33 jahren seine eigene Maschinenbaufabrik und Eisengießerei am Oranienburger Tor in Berlin. Zuerst wurden dort vor allem Dampfmaschinen für die Rübenzuckerproduktion gefertigt, dann kam 1841 die Lokomotive als zukunftsweisendes Transportmittel hinzu. Nach kurzer Zeit avancierte Borsig zum »Lokomotiven-König« von Berlin, seine Fabrik zu einem der größten Industriebetriebe der Stadt.
Die erste Lokomotive lieferte er am 24. Juni 1841 an die Berlin-Anhalter-Bahn. Produzierte das Unternehmen im ersten Jahr nur eine Lok, stellte es 1847 bereits 67 Stück her. Sieben Jahre später wurde die 500. Lokomotive ausgeliefert. Die Belegschaft wuchs innerhalb von zehn Jahren von 50 Arbeitern auf 1100 an. Da Borsigs Maschinen effektiver arbeiteten als alle anderen, verdrängten sie die ausländische Konkurrenz vom deutschen Markt. Dem findigen Unternehmer war nur ein kurzes Leben vergönnt: Der Mann des Fortschritts starb im Juli 1854 in Berlin mit gerade mal 50 Jahren.
aus dem Brockhaus-Kalender Abenteuer Geschichte

Samstag, 25. Juni 2011

Heute vor 110 Jahren… Picasso stellt aus

In der Galerie Vollard wurde die erste Ausstellung des 18-jährigen spanischen Malers Pablo Picasso eröffnet. Mit wenig Resonanz. Beide zur Ausstellung erscheinenden Kritiker reagieren ablehnend und unterstellen dem Künstler eine zu große Beeinflussung durch französische Maler.
Datei:Bateau Lavoir for wikipedia by davequ.jpg
Das Atelierhaus Bateau-Lavoir, Foto aus heutiger Zeit.
Das ursprüngliche Gebäude fiel 1970 einem Brand zum Opfer. [Bild aus Wikipedia]
Picassos Frühwerk wurde durch die Einflüsse von Henri Toulouse-Lautrec und Honore Daumier geprägt. 1904 entschloss sich Picasso, in Paris zu bleiben und richtete dort sein Atelier ein. Picasso zeichnete sich durch Vielfalt und Eigenständigkeit aus, welche seinen Ruhm begründete. Neben unzähligen Gemälden trat er auch als Bildhauer, Keramiker und Grafiker hervor. [kalenderblatt.de]

»Jeder möchte die Kunst verstehen. Warum versucht man nicht, die Lieder eines Vogels zu verstehen? Warum liebt man die Nacht, die Blumen, alles um uns herum, ohne es durchaus verstehen zu wollen? Aber wenn es um ein Bild geht, denken die Leute, sie müssen es ›verstehen‹.« (weitere Picasso-Zitate auf kunstdirect.net)

https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhSo9wVHljEE-axFC3uI_OHEf1GBOt8P_C_K5wvfVuB9616-pcTSGCGkOf-umlSKnaqDyNrCh3BJphCXUpOi65aFRqYlWU848wzcB5iTbtdJJMG5BcKbpKWRdjC6iQq7icp8roq/s1600/picasso-guernica.jpg
Guernica (1937)

Freitag, 24. Juni 2011

Vor 70 Jahren: Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion beginnt

Deutsche Panzer bei einem Vormarschstop in einem russischen Dorf
Auftakt zum Vernichtungskrieg
Unternehmen Barbarossa 1941/42 [dtv-Atlas Geschichte, unbedingt zu empfehlen!]































Auf breiter Front zwischen der Ostsee und den Karpaten eröffnete Deutschland heute vor 70 Jahren den Krieg gegen die Sowjetunion, die seit 1939 Ostpolen und Teile Finnlands sowie 1940 die baltischen Staaten und Bessarabien besetzt hattte. Als das »Unternehmen Barbarossa« am 22. Juni 1941 um 3.15 Uhr begann, kam der Angriff für die Rote Armee trotz aller Warnungen überraschend. Sowohl Großbritannien als auch die USA hatten den zukünftigen Verbündeten auf die bevorstehende deutsche Offensive hingewiesen. Stalin aber betrachtete die Hinweise von seiten der Westmächte als Provokation. Die deutsche Artillerie eröffnete das Feuer und überraschte viele Rotarmisten in Grenznähe im Schlaf. Als um 7.15 Uhr vom Kreml die Weisung an die Grenztruppen erging, den Gegner zu vernichten, waren die Grenzen an vielen Stellen schon durchbrochen.

Mit dem größten Truppenaufmarsch aller Zeiten sollte das kommunistische Riesenreich in einem Blitzkrieg überrannt und bis Herbst 1941 besiegt werden. Drei Millionen deutsche sowie 600.000 Soldaten aus Italien, Ungarn, Finnland, Rumänien und der Slowakei griffen auf einer 1500 Kilometer breiten Front zwischen Ostsee und Schwarzem Meer an. Nach den spektakulären Erfolgen der Wehrmacht in Polen und im Westfeldzug glaubte nicht nur Hitler an einen weiteren schnellen Sieg, auch die Alliierten waren vom baldigen Zusammenbruch der Sowjetunion überzeugt. Was folgte, war ein Vernichtungskrieg ohne Beispiel und der Anfang vom Ende des Hitlerregimes.
Chronik Tageskalender/Brockhaus -Abenteuer Geschichte 2011

Dieser Tag ist nicht einfach nur einer von vielen Geschichtsdaten. Dieser Tag markiert den Anfang vom Ende des »tausendjährigen« Dritten Reiches. Wenn Hitler gewonnen hätte – und ich halte dies für sehr wohl möglich (wenn auch für politisch inkorrekt) – hätte er heute bei uns den Status eines deutschen Napoléon. Und dann hätte bei den Nürnberger Prozessen Stalin auf der Anklagebank gesessen. Und dann würden die 68er wohl ungefähr jetzt – also 40-50 Jahre später – beginnen. Und dann würden wir in den kommenden Jahren Szenen wie am Platz des Himmlischen Friedens oder in Nordafrika und ähnliche Verhältnisse wie in der Türkei – u. a. auch in Bezug auf den Genozid an den Armeniern 1915/16 – erleben. Und vielleicht würden dann die Flugzeugterroristen nicht in die Zwillingstürme sondern in die Große Halle stürzen. (Siehe auch »Vaterland«.)

Im Internet gibt es viele Diskussionen darüber, warum was nicht geklappt hat, darunter natürlich auch viele Seiten mit Überschrift in Fraktur.
Die klarste und beeindruckendste Begründung für den Fehlschlag des Russlandfeldzuges liefert
Er sieht die Hauptursache in dem zu späten Beginn der Operation. Churchill und Roosevelt hätten mittels Geheimdienstoperationen den Volksaufstand auf dem Balkan geschürt, der Hitler zwang, zuerst einmal dort einzugreifen (Balkanfeldzug):

Die »Schweinerei auf dem Balkan«, wie Churchill es nannte, wurde von Churchill und Roosevelt initiiert, weil man wußte, Hitler beabsichtige im Mai Russland zu überfallen.
Churchills Kalkül dabei ging dahin, Hitler zu zwingen, den Russlandfeldzug verschieben zu müssen, so dass die deutsche Wehrmacht in den harten russischen Winter kommt, für den sie überhauptnicht gerüstet ist, denn er (Churchill) befürchtete (nicht zu unrecht), dass, wenn der Wehrmacht in Russland im kommenden Sommer ebenso ein Blitzkrieg glückte wie in Frankreich, sie den Krieg gewinnen könne.
Somit müsse – so Churchill – der Winter den deutschen Vormarsch zum stehen bringen vor Moskau.
Mit einem brennenden Balkan an der rechten Flanke wäre der Überfall auf Russland ein noch gewagteres Unternehmen gewesen. Also blieb Hitler nichts anderes übrig, als »Barbarossa« zu verschieben und den Balkan zurück zu erobern - wie es Churchill wollte! Hitler nannte das dann auch bezeichnenderweise »Operation Strafe«.
In Anbetracht meiner Teil-These, dass die Wehrmacht im Osten möglicherweise erfolgreich gewesen wäre, wenn sie den ursprünglichen Angriffstermin hätte einhalten können, war diese Tat Churchills letztendlich mit kriegsentscheidend!

Siehe auch:
Post im Geschichtsforum.de

Goebbels notierte in seinen Tagebüchern: "Der Führer sieht etwas angegriffen aus. Der Fall Jugoslawien ergrimmt ihn sehr. In den USA gibt man nun auch offiziell zu, dass Roosevelt ein wenig der Belgrader Operettenrevolution nachgeholfen habe. Churchill triumphiert in seiner Rede über Jugoslawien. Der Führer ist empört."

Übrigens: Ein Oberbefehlshaber Hitlers lieferte damals das "Bon"mot: "Herr Feldmarschall, wenn Jugoslawien keinen Widerstand leistet, wie lange brauchen Sie dann, es zu besetzen?"
Antwort: "24 Stunden!"
Frage: "Und wenn die Jugoslawen Widerstand leisten?"
Antwort: "Zwölf Stunden!"
Erstaunte Frage: "Wieso?"
Antwort: "Dann fallen die Begrüssungsreden weg."

Quellen zum Putsch in Jugoslawien:
Garnett, David: "The Secret History of PWE (Political Warfare Executive) 1939-1945".
Howe, Ellic: "The Black Game. British Subversive Operations Against the Germans During the Second World War".
(anderer Post im gleichen Forum)

Gobbels in seinem Tagebuch: »Das ist der einzige Weg. Und haben wir gesiegt, wer fragt uns nach der Methode. Wir haben sowieso soviel auf dem Kerbholz, dass wir siegen müssen, weil sonst unser ganzes Volk, wir an der Spitze mit allem, was uns lieb ist, ausradiert werden.« (zit. nach u.a. dradio)

Malanowski – Meine Waffe heißt Adolf Hitler (SPIEGEL 39/87)
"Wir haben sowieso so viel auf dem Kerbholz…" (ZEIT 9.10.1987)
Hitlers Mittelmeer-Strategie (de.althistory.wikia.com)
Der Russland-Feldzug Operation Barbarossa Überfall auf die Sowjetunion, vor 70 Jahren. (weltkrieg.cc)
Ein Überfall sieht anders aus (politikforen.net)



Viktor Suworow spricht [in seinem Buch] eine klare Sprache und behauptet, daß der Zweite Weltkrieg im wesentlichen von Stalin und dem kommunistischen Regime in der Sowjetunion entfesselt wurde. Und zwar mit einem klaren Ziel, Deutschland und den Westen auf dem Schlachtfeld ausbluten zu lassen, um später, zu einem für Stalin geeigneten Zeitpunkt, der deutschen Wehrmacht in den Rücken zu fallen und Europa zu sowjetisieren. Viktor Suworow behauptet auch, daß Hitler Stalins Pläne erst im Sommer 1940 durchschaute und mit seinem Überfall auf die Sowjetunion dem Angriff der Roten Armee um zwei Wochen zuvor kam... Wladimir Sinelnikow und Igor Schewzow berichten in diesem spannenden 18-teiligen Film über den ehemaligen sowjetischen Geheimdienstagenten Wladimir Resun (Viktor Suworow) und lassen zusammen mit ihm ein authentisches Panorama der damaligen Ereignisse vor unseren Augen erstehen. Unzählige historische Aufnahmen aus den russischen Archiven zerstören den Mythos über die angebliche Ahnungslosigkeit der sowjetischen Führung und belegen auf eindrucksvolle Art und Weise die gewaltigen Vorbereitungsmaßnahmen der Sowjetunion zu einem heimtückischen Angriffskrieg.

(aus der Beschreibung des Films)

weitere Teile bei youtube

siehe auch den Wikipedia-Artikel Präventivkriegthese, Debatte in den 80er und 90er Jahren

Donnerstag, 23. Juni 2011

Mittelstand ist abgebrannt

David Böcking beim SPIEGEL über die Griechische Privatwirtschaft

Mittwoch, 22. Juni 2011

Vor 200 Jahren: Beginn der deutschen Turnbewegung

Strecksprung fürs Vaterland

Deutschlands erster öffentlicher Turnplatz befand sich in Berlin, seinerzeit vor den Toren der Stadt in Neukölln, nördlich des späteren Flughafens Tempelhof. Auf dem im 17. Jahrhundert als Hasengehege genutzten Gelände erstreckt sich heute ein 50 ha großer Park, der passenderweise »Hasenheide« heißt. Im frühen 19. Jahrhundert kam »Turnvater Jahn« regelmäßig mit seinen Zöglingen dorthin. Er hatte die Idee, eine Anlage mit Turngeräten, Kletterbäumen, Sprunggruben und Laufbahnen zur Ertüchtigung der Jugend zu bauen. Am 19. Juni 1811 nahmen die Berliner Kinder und Jugendlichen den Platz mit Begeisterung in Besitz. Der Übungsbetrieb lief in strenger deutscher Ordnung ab, mit Riegen und Vorturnern, mit Kür und Pflicht sowie Vorträgen über vaterländische Geschichte in den Pausen.
Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) war Lehrer und glühender Nationalist. Das Turnen sollte so auch vornehmlich dem Zweck dienen, die deutsche Jugend wehrfähig zu machen. Deren »Verweichlichung« war nämlich seines Erachtens die Ursache für die »nationale Demütigung« der deutschen Länder durch Napoleon und seine Besatzungstruppen.

Gedicht auf Jahn
Das Deutsche war verpönt, verbannt,
Verschwunden Ehr' und Treu.
Da büßten Viele ein den Muth;
Bei all dem Trug und Wahn;
Doch echtes deutsches Mannesblut
Pocht in der Brust von Jahn!

aus: Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2011

Dienstag, 21. Juni 2011

Vor 51 Jahren: der letzte weiße 100-m-Weltrekordler

Nachdem seine Zeit von 10,0 Sekunden über 100 Meter bei einem Sportfest 1958 in Friedrichshafen wegen eines um einen Zentimeter zu hohen Bahngefälles nicht anerkannt worden war, lief Armin Hary bei einem Leichtathletik-Meeting im Züricher Letzigrund-Stadion endlich einen offiziell anerkannten Weltrekord.

Die Vorgeschichte zu seinem Rekord liest sich wie ein Krimi:
Die Funktionäre des DLV hatten seine Teilnahme zu verhindern versucht, angeblich wollte man Hary für die bevorstehende Olympiade in Rom (25. August bis 11. September!) schonen. Seine Teilnahmebestätigung für Zürich bekam er erst am Wettkampftag telefonisch durch die schweizerischen Veranstalter (11:30 Uhr). Da alle offiziellen Flüge ausgebucht waren, erreichte Hary Zürich erst wenige Stunden vor Wettkampfbeginn mit einem Transportflugzeug. Den ersten Lauf, der im folgenden Video zu sehen ist, gewinnt Armin Hary um 19:45 Uhr mit offziell gestoppten 10,0 Sekunden.

Nachträglich wird er wegen Fehlstarts disqualifiziert.
»Im Jahre 2004 erleichterte ein altgewordenen Kampfrichter sein Gewissen Armin Hary gegenüber. Er hatte damals sogar 9,8 Sekunden auf seiner Stoppuhr, traute sich aber schon mal gar nicht, sich zu dieser Zeit laut zu bekennen.« (freiewelt.net)
Hary ist aufgebracht und fordert mit Unterstützung des Sportjournalisten Gustav Schwenk einen zweiten Lauf.
»Und dann kam ein Journalist, der Gustav Schwenk, und sagt zu mir: Du, da gibt es einen Paragrafen in der Satzung vom Leichtathletikverband, da kannst du einen Lauf wiederholen, ohne dass der Lauf vorher angemeldet ist.« (dradio)
»Es war natürlich eine kolossale Nervenbelastung, da ich in 20 Minuten alles selbst machen musste und mich mit dem Kampfgericht rumschlagen musste, um überhaupt zu einem Ziel zu kommen.« (kalenderblatt.de)

In seinem Buch enthüllt Teske, dass die Zeitmessungs-Firmen Longines und Omega die TV-Aufnahmen von Harys Frühstart-Lauf untersucht haben. Ergebnis: Es war gar kein Frühstart!
Und: Elektronisch mitgestoppt (1960 wurde per Hand gestoppt) lief Hary in diesem Lauf 10,16 Sekunden.
Wie kommt jetzt die Zeit 9,9 Sekunden zustande?
Eine handgestoppte Zeit ist rund 0,24 Sekunden schneller als eine elektronische Messung. Teske: „Das bedeutet, die elektronisch gestoppten 10,16 Sekunden vom ersten Lauf minus der 0,24 Sekunden für die Handzeitnahme ergeben abgerundet 9,9 Sekunden.“
Teskes Urteil: „Wenn, wofür die von Longines und Omega erschaffenen Indizien sprechen, der erste Lauf kein Fehlstart war, hat das Kampfgericht Hary nicht nur um seinen ersten Weltrekord gebracht, sondern zugleich um den ersten Unter-10-Sekunden-Lauf.“
Hary sagt: „45 Jahre später kam beim Jubiläumssportfest in Zürich ein älterer Herr auf mich zu und erleichterte sein Gewissen mir gegenüber mit den Worten: Er habe sich damals geweigert, seine Uhr zum Ablesen den Kollegen hinzuhalten. Aus Scham über seine Zeitnahme. Der Unbekannte: ‚Ich hatte für Sie 9,8 Sekunden gestoppt...“ (aus bild.de)

Hary überredet zwei Teilnehmer aus dem ersten Lauf, noch einmal mit ihm zu laufen. Drei Männer starten also um 20:20 Uhr noch einmal. Und wieder gewinnt Hary, wieder in 10,0 Sekunden, und diesmal haben die Kampfrichter ein Einsehen: Weltrekord. Dieser wird erst – fast auf den Tag genau – acht Jahre später durch Jim Hines unterboten (9,95 Sekunden elektronisch gestoppt), der ihn seinerseits fast 15 Jahr innehat. (Am 3. Juli 1983 verbessert der US-Amerikaner Calvin Smith die Marke auf 9,93 Sekunden.)

Eine Zeitungsartikel:
Berliner Zeitung
Es ist viel gelogen worden, ein SPIEGEL-Interview mit Armin Hary
Armin Hary: Der endlos lange Sprint beim Tagesspiegel
Das AHA-Erlebnis bei der Frankfurter Rundschau

Hary wurde oft vorgeworfen, in den Startschuß »hineinzufallen«. Nach einem Artikel bei speedendurance.com bewertet die IAAF eine Reaktionszeit von weniger als 0,100 Sekunden als Fehlstart, weil mit der menschlichen Physiologie nicht vereinbar. Bei Hary wurde jedoch eine Reaktionszeit von 0,04 Sekunden nachgewiesen. Normal sind 0,132 Sekunden.

Bei den Olympischen Spielen in Rom 1960 holte er zweimal Gold: über 100 Meter und in der 4x100m-Staffel.

Ein Jahr nach dem Olympiasieg war Armin Harys Karriere bereits zu Ende. Nach einer Sperre durch den Deutschen Leichtathletik-Verband wegen unkorrekter Spesenabrechnungen (Bahnfahrt statt PKW, es ging um 70 DM) und einer Knieverletzung durch einen Autounfall beendete er, frustriert durch das Verhalten der Funktionäre, 1961 seine Laufbahn und stieg ins Immobiliengeschäft ein.

SPIEGEL-Artikel aus dem Jahr 1960 über unsaubere Spesenabrechnungen im DLV. Da kann man heute nur den Kopf schütteln…

1980 verkauften der 53jährige Liegenschaftsreferent Karl Heinz Bald und der neun Jahre jüngere Armin Hary einige Grundstücke an die bayerische katholische Kirche. Dabei brachte Bald seinen ehemaligen Arbeitgeber nach Ansicht der Richter um 3 Millionen Mark. Hary wurde wegen Beihilfe zur Untreue in zwei Fällen in erster Instanz zu zwei Jahren Gefängnis, in zweiter zu eineinhalb Jahren mit Bewährung und 20.000 DM Geldstrafe verurteilt.

Zeitungsartikel:
Unheilige Geschäfte bei ZEIT-Online
Was macht eigentlich... Armin Hary? bei ARD Peking
Der FSV Frankfurt gratuliert Armin Hary zu seinem 70. Geburtstag bei FSV-Frankfurt.de
Armin Hary bei SZ-Online.de
Hary-Spurt, Hary-Sieg ein kritisches Interview mit Adi Dassler bei ZEIT-Online
Armin Hary - ebenso groß wie verkannt bei xing.com

1990 gründete Hary die Jugendsport-Förderagentur AHA-F, für Kinder aus sozial schwachen Familien, um sie während ihrer sportlichen Karriere zu begleiten. »Die meisten Kämpfer und Siegertypen kommen aus den hungrigen Bevölkerungsschichten, nicht aus den satten«, meint der Bergmannssohn Armin Hary. Er weiß, wovon er spricht.