Montag, 25. Juli 2011

Buchempfehlung: Frank Schätzling, Limit

Seinen »Schwarm« finde ich überschätzt. »Limit« hat deutliche Schwächen, die ersten 200 Seiten muß man sich durch »Schwarzwaldklinik« auf Science Fiction durchkämpfen. Aber dann…
Das Buch kann man sehr gut weglesen.

zwei Rezensionen:
in der FAZ
und im Stern

Sonntag, 24. Juli 2011

Bloß raus hier

Ohne Netz und Internet arbeitet man wieder konzentriert. Die Sehnsucht nach solchen Zonen wächst.
mehr bei ZEIT Online

Freitag, 22. Juli 2011

Keith Emerson und sein Moog-Synthesizer

Zur Geschichte des Moog-Synthesizers habe ich bei synthopia.com zwei Videos gefunden:




Emerson verwendet hier nach dem Stück »America« aus Bernsteins »Westside-Story« und der Blue Rondo à la Turk-Composition von Dave Brubeck die Toccata und Fuge in d-moll von Johann Sebastian Bach.

Und auf der Suche nach youtube-Kennziffern bin ich noch auf folgende Videos gestoßen:





Wenige Jahre zuvor gab’s noch keinen Synthesizer, Emerson spielte bei den Nice noch auf der Hammond-Orgel:



Karelia Suite Op. 11 von Jean Sibelius
Schlagzeuger Brian Davison verstarb vor zwei Jahren an einem Hirntumor.



Hang on to a Dream basiert auf einem Stück des Folkmusikers und Komponisten Tim Hardin.

Mehr aus einer Verlegenheit heraus spielten Emerson, Lake & Palmer vier der zehn Bilder von Modest Mussorgskis »Bilder einer Ausstellung«: Pictures at an Exhibition. Das wurde, glaube ich, ihre erfolgreichste Platte.



Greg Lake steuerte selbst ein Bild bei:




Als Zugabe auf der Platte gab’s noch Kim Fowleys rockige Variation (1962) des Marsches der Zinnsoldaten aus Tschaikowskis Nussknacker.



Mein ELP-Lieblingsstück für lange Zeit war Karn Evil 9:



Weil es damals noch Langspielplatten gab, mußte die 1st Impression aufgeteilt werden:







Ziemlich verrückte Sachen hat er auch gemacht:





Und hier noch die beiden neuesten Videos, die ich bei youtube gefunden habe (2008 und 2009):



Classic Rock – auf japanisch

Als vor kurzem der japanische Unglückskonzern Tepco eine Trauerfeier abhielt für die Opfer der Atomkatastrophe, kam mir der Gedanke, das folgende Viedo zu untertiteln: Die Vorstandsmitglieder singen für die Opfer. Der Titel des altbekannten Rocksongs, auf dessen Entstehungsgeschichte ich vor kurzem verwiesen habe, schien mir zu passen wie die Faust aufs Auge. Aber es erschien mir dann doch zu pietätlos. Trotzdem hier das Video, auf das mich Oster aufmerksam gemacht hat, Danke.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Wettkampf im Schneckenweitspucken

Jedes Jahr findet Mitte Juli im französischen Fischerort Moguériec in der Bretagne ein ganz besonderer Wettbewerb statt. Profis und Amateure kämpfen um den Titel als bester Strandschneckenweitspucker.

Die Schnecken: Am Morgen des Wettbewerbs sammeln Helfer am Strand die Schnecken, die in den folgenden Stunden durch die Luft gespuckt werden. Nach dem Wettbewerb werden die Tiere wieder unversehrt in den Sand gelegt – und erholen sich dort erst einmal von ihren Flügen.
Die Regeln: Jeder Teilnehmer steckt sich eine Schnecke in den Mund, nimmt Anlauf und spuckt sie aus. Je weiter sie fliegt, desto besser. Rekordhalter ist der Einheimische Alain Jourden, der locker über 10 m kommt. Die beste Frau schafft es etwa halb so weit.

Schneckenweitspucken - MyVideo

Kuriose Wettbewerbe:

Seit fast 20 Jahren gibt es in Finnland eine Weltmeisterschaft im Gummistiefelweitwurf. Der Rekord liegt bei über 65 m.

In Gloucester (England) gibt es seit 200 Jahren alljährlich einen Wettbewerb im Käserollen. Die Teilnehmer werfen einen Käse einen Abhang hinunter und rennen hinterher. Gewonnen hat, wer als Erster mit seinem Käse den Fuß des Hügels erreicht hat.

Da ich es nicht geschafft habe, das Video einzubinden, hier der Link.
Man achte auf den Spruch am Bildunterrand. Für den Fall, daß es inzwischen ein anderer sein sollte: »Natürlich muss man die Männer nehmen, wie sie sind. Aber man darf sie nicht so sein lassen.«

Fragwürdige Verordnungen: Frauen, Demente und Alkoholabhängige

Bedenkliche Trends hat der neue Barmer GEK-Arzneimittelreport aufgedeckt. Demnach erhalten knapp 14 Prozent der alkoholabhängigen Menschen in Deutschland starke Schlafmittel mit hohem zusätzlichen Suchtpotenzial verordnet. Jeder dritte Demenzkranke bekommt danach regelmäßig starke Beruhigungsmittel trotz erhöhtem Sterblichkeitsrisiko.

Und fast die Hälfte der 20 absatzstärksten Antibabypillen des Jahres 2010 enthalten neuartige Hormone mit einem doppelt so hohen Thromboembolierisiko wie bewährte ältere Präparate.

Der Autor der Studie, Prof. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen, sieht die Entwicklung mit Sorge: "Sowohl bei neuen, patentfähigen Antibabypillen, bei Neuroleptika für demenzkranke Menschen als auch bei Benzodiazepinen für alkholkranke Menschen gibt es seit Jahren Mare Gegenanzeigen und Warnhinweise. Trotzdem wirdweiter in kritischer Größenordnung verschrieben."

Demenzkranke erhalten beispielsweise sechsmal häufiger Neuroleptika als Patienten ohne Demenz. Gleichzeitig ist seit Jahren bekannt, daß Demenzkranke nach Einnahme von Neuroleptika eine 1,6- bis 1,7-fach erhöhte Sterblichkeitsrate gegenüber der Placebogruppe aufweisen. Gesundheitsexperte Glaeske: "Hier erhält eine Patientengruppe mit erhöhtem Sterblichkeitsrisiko Medikamente, deren Wirksamkeit teilweise nicht belegt ist."
Quelle: BARMER-GEK
aus der niedergelassene Arzt 7/2011

Gesundheitsfürsorge – Armutsbevölkerung

Die Ergebnisse einer akutellen Auswertung zeigen, daß nicht mehr nur obdachlose Personen die Gesundheitsfürsorge in Anspruchm sondern zunehmend auch eine "Armutsbevölkerung" mit festem Wohnsitz. Die Patienten komen nicht mehr überwiegend wegen Hauterkrankungen (2010: zehn Prozent) oder Verletzungen (2010: sieben Prozent), sondern auch mit chronischen Leiden, wie psychischen Erkrankungen (2010: 14 Prozent) oder Herz-Kreislauf-Krankheiten (2010: 17 Prozent) zur Gesundheitsfürsorge.
Quelle Ärztekammer Niedersachsen
aus: der niedergelassene Arzt 7/2011

Deutsche Patienten – Weltrekord bei Arztbesuchen

Deutsche Patienten sind Weltmeister bei der Anzahl von Arztbesuchen pro Jahr: So ging jeder Deutsche im Jahr 2008 laut einer Studie der Barmer-GEK im Schnitt 18 Ma! zu einem Arzt.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Antonius Schneider, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der TU München am Klinikum rechts der Isar, suchte nach einer Erklärung für diese hohe Zahl. Für ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler die Zahlen von 1000 Patienten in 13 Hausarztpraxen in Oberbayern aus dem Jahr 2010 aus.

Die Forscher fanden heraus, dass besonders Patienten mit psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen häufig zum Arzt gehen. Bei diesen Patienten ist die Wahrscheinlichkeit für außergewöhnlich lange Arbeitsunfähigkeit (länger als zwei Wochen jährlich) fünf Ma! höher als bei den anderen Patienten.

"In deutschen Hausarztpraxen bleiben dem Mediziner durchschnittlich nur sechs bis zehn Minuten Zeit pro Patient. Kein Wunder also, dass diese Patienten immer wiederkommen, bis die Ursachen ihrer komplexen gesundheitlichen Störungen ausreichend erkannt und behandelt werden", so Schneider.

Auf gesundheitspolitischer Ebene wird derzeit viel über eine verpflichtende Kodierung aller Diagnosen diskutiert. Um die zahlreichen Konsultationen nach den sogenannten Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) abrechnen zu können, müssten die Ärzte eine Unmenge von Diagnosen sammeln. "Auf Praxisebene macht das wenig Sinn – die Bürokratie würde nur noch mehr von der für die Patienten notwendigen Gesprächszeit wegnehmen", schlussfolgert Schneider.
Quelle: Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
zitiert nach der niedergelassene Arzt 7/2011

Dienstag, 19. Juli 2011

Die Schulden der USA

Die im Folgenden verwendeten Zahlen sind der »Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie« von Rudolf Sponsel entnommen. (Link)

Die Zahlentabelle

Die grafische Darstellung
(eventuell mit Rechtsklick neues Fenster öffnen)

Man beachte die Schuldenzunahme (grün), ab Carter und vergleiche mit der Größenzunahme der blauen Balken.
Siehe dazu auch die Zusammenfassung »Bush/Obama« der GIPT.
Auf meiner Google-Suche nach den Begriffen »Kapitalismus« und »Schneeballsystem« bin ich auf viele seltsame Seiten mit teilweise furchtbaren Layouts und abstrusen Ideen gestoßen. Folgendes scheint mir lesenswert:
Kurzdefinition von Fareus
Wiederholt sich die Geschichte? Das will ich doch gar nicht wissen!
Das Prinzip eines Pyramiden- oder Kettenbriefspiels ist schnell erklärt: Alle Teilnehmer erwarten, nach ihnen würden weitere Spieler einsteigen, aus deren Einsatz dann die Rückzahlung des eigenen Spielgeldes bestritten sowie das – zumeist sagenhafte – Gewinnversprechen der Organisatoren eingelöst wird. Weil die ganze Nummer logischerweise nur solange funktionieren kann, als neu hinzutretende Teilnehmer gefunden werden, andernfalls alle übrigen noch im Spiel befindlichen Spieler alles verlieren, sind derartige Kettenbriefspiele üblicherweise gesetzlich verboten. Bis auf eines, zufällig das größte Pyramidenspiel überhaupt: Der Kapitalismus.
Eine Erklärung der Law-News.ch zu Schneeballsystemen
Vermögen tut not (SPIEGEL-Artikel aus dem Jahr 1963 über Erich Wirrwa – toller Name!)
Schlechte Karten (ZEIT-Artikel aus dem Jahr 1988)
Bundestags-Kommission fordert die Tobin-Steuer (SPIEGEL vom 25.06.2002)
Mikrofinanzierung entwickelt sich zum Schneeballsystem (Artikel bei der Wirtschaftswoche)
Der Offenbarungseid (SPIEGEL vom 29.09.2008)
Das große Schuldenspiel (Artikel bei Süddeutsche.de vom 02.01.2009)
Kapitalismus per Kettenbrief (bei ZEIT online)
Buchbesprechungen von John Perkins: Bekenntnisse eines Economic Hit Man (post vom 04.11.2010)
- im Deutschlandradio
- bei eco-world.de
-und bei Nokturnal Times (mit Videos)
Kurz, Schwarzbuch des Kapitalismus (bei Wikipedia)
sein Buch bei scribd.com
Pimco: FED betreibt ein Schneeballsystem (bei Infokrieger-News mit Link zu einem FTD-Artikel)
Frank Schäffler, FDP: Schneeballsystem muss beendet werden. Nein zu Euro-Stabilisierungsgesetz (MMnews.de)
So viele Zeitarbeiter wie nie (Tagesschau)





zum Schluß noch ein Zitat des Ökonomen John Maynard Keynes (1883-1946):

„Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden.“

Samstag, 16. Juli 2011

Heute vor 350 Jahren: Erste Banknoten in Europa

Die Bank von Stockholm gab erstmalig im Jahr 1661 Geldscheine heraus, um eine Panik unter der Bevölkerung wegen der Abwertung des Münzgeldes zu verhindern. Bereits zuvor war in Großbritannien die Entwicklung von Papiergeld erforscht und geplant worden. In Deutschland wurden mehr als vierzig Jahre später in Köln die ersten Banknoten herausgegeben, kurz danach gefolgt von Paris. Während Europa das Papiergeld erst im Siebzehnten Jahrhundert entdeckte, war es in Asien als Zahlungsmittel schon seit langem bekannt. Die ältesten überlieferten Geldscheine stammen aus dem China des 14. Jahrhunderts.
von Kalenderblatt.de

aus dem Wikipedia-Artikel über Papiergeld:

Mit dem Aufschwung des Handels sowie dem steigenden Wert einzelner Transaktionen wurden zunehmend größere Mengen an Münzen benötigt. Aufgrund der relativ hohen Fälschungsgefahr konnten Münzen nicht mit beliebig hohem Nennwert ausgestattet werden. Bei großen Geldbeträgen war der Gebrauch von Münzen wegen der hohen Anzahl benötigter Einzelmünzen unhandlich, so dass sich die Notwendigkeit eines bequemeren Zahlungsmittels ergab. Sowohl diese Notwendigkeit als auch Geldsorgen von Fürsten haben die Entwicklung des Papiergelds als einer neuen Zahlungsform eingeleitet, die heute jedoch selbst zunehmend durch elektronische Girokonten, Geld- und Kreditkarten übernommen wird.

Papiergeld der Hongwu-Ära, ca. 1380

China ist das erste Land der Welt, in dem Papiergeld genutzt wurde. In der westchinesischen Stadt Chengdu wurde Papiergeld bereits in der frühen Nördlichen Song-Dynastie (960–1127) herausgegeben.[1] Um 1024 wurde Papiergeld als Notgeld zur Finanzierung eines Krieges eingesetzt, als Münzen knapp geworden waren. Marco Polo entdeckte 1276 auf einer seiner Reisen kaiserliche Banknoten aus Papier, die als allgemeines Zahlungsmittel verwendet wurden. 1402 wurde in China das Papiergeld wieder abgeschafft, da es oft vorkam, dass Kaiser gewaltige Mengen von Banknoten drucken ließen, ohne deren Deckung zu beachten. Es kam daher immer wieder zu starken Inflationen in China.


Schwedische Banknote, 1663
In Europa wurde Papiergeld erst viel später eingeführt; so fand die erste Ausgabe von Papiergeld 1483 in Spanien statt, damals jedoch noch als (vorübergehender) Ersatz für fehlendes Münzgeld. Die Bank von Amsterdam begann ab 1609 mit der Schaffung von Buchgeld, ging hierbei aber sehr umsichtig vor, indem das Geldinstitut jahrzehntelang auf jederzeit ausreichende Deckung durch Münzen achtete. Am 16. Juli 1661 waren durch die Bank von Stockholm, einer privaten Notenbank, die ersten offiziellen Banknoten in Europa emittiert worden[2] – jedoch mangels Vertrauens mit mäßigem Erfolg. In England erteilte König William 1694 dem schottischen Kaufmann Paterson als Gegenleistung für einen Großkredit die Genehmigung zur Gründung der Bank of England und das Recht zur Ausgabe von (anfangs handgeschriebenen) Banknoten.

In großem Stil wurde Papiergeld erstmals in Frankreich unter Finanzminister John Law in der kurzen Zeitspanne von 1718 bis 1720 verwendet; diese Episode endete jedoch in einem Fiasko[3]. Weitere Etappen in Europa waren zum Beispiel die sächsischen und preußischen Staatspapier- und Tresorscheine des 18. Jahrhunderts, in Österreich wurden erstmals 1762 sogenannte Bancozettel des Wiener Stadtbanco ausgegeben und in der Zeit der Französischen Revolution kamen in Frankreich um 1791 die Assignaten auf. Ab dem 19. Jahrhundert wurde die Banknote allgemein in Deutschland als Zahlungsmittel neben der Münze akzeptiert.

Das Vertrauen in Papiergeld beruhte ursprünglich darauf, dass es von jedermann jederzeit in Münzgeld umgetauscht werden konnte. Dieses Vertrauen war durch ausreichende Bestände an Münzgeld in den Schatzkammern des Herausgebers begründet und wurde durch verbale Zusicherung des Umtausches in Münzgeld auf der Banknote meist in Textform bekräftigt. Als historisches Überbleibsel ohne praktische Bedeutung sind solche Zusicherungen heute noch auf den Banknoten zahlreicher Länder zu lesen. Ein Beispiel aus England: Bank of England: I promise to pay the bearer on demand the sum of 5 Pounds (hier in Sterlingsilber gemeint).

Pat Metheny - What's It All About (2011)



Eine Einführung von Pat Metheny

»After nearly 40 recordings under his own name, this is the first Pat Metheny album where there is not a single Metheny composition represented. This is a personal view of ten classic songs, some very well known, some less so, filtered through the harmonic and melodic ideology of a modern master with a most individual approach.«

Cherish (Terry Kirkman)


Alfie (Burt Bacharach & Hal David)


Garota de Ipanema (Antonio Carlos Jobim)


That's The Way I Always Heard It Should Be (Carly Simon)


And I Love Her (John Lennon & Paul McCartney)


Vielleicht macht es ja Lust auf mehr…

Und hier noch zwei Stücke, die mit der neuen CD nichts zu tun haben:

Are You Going With Me?


Last Train Home


…und ein Solo mit seiner legendären Pikasso