Montag, 18. Juni 2012

Lachen ist gesund…


Ein Blinder kommt aus Versehen in eine Lesben-Bar. 
Er findet seinen Weg zu einem Barhocker und bestellt einen Drink.
Nachdem er eine Weile vor seinem Drink sitzt, fragt er den Barkeeper:
»He, willst du einen Blondinenwitz hören?«
In der Bar wird’s absolut totenstill und mir tiefer Stimme sagt seine
Nachbarin: »Bevor Sie den Witz erzählen, ist es nur fair – weil Sie blind
sind –, dass Sie fünf Dinge wissen sollten:
1. Die Barfrau ist eine Blondine. 
2. Der Rausschmeißer ist eine Blondine.
3. Ich bin eine 1,80 große. 120 kg schwere, blonde Frau, mit dem
schwarzen Gürtel in Karate.
4. Die Frau neben mir ist blond und ist professionelle Gewichtheberin.
5. Die Frau zu Ihrer Rechten ist blond und ist professionelle
Ringkämpferin. 
Nun denken Sie ernsthaft nach, mein Herr.
Wollen Sie immer noch diesen Blondinenwitz erzählen?«
Der blinde Mann denkt eine Sekunde nach, schüttelt seinen Kopf und
sagt: »Neeee … nicht, wenn ich ihn fünf mal erklären muss.«


*
Heinz lebt als Junggeselle mit seinem kranken Vater zu Hause und arbeitet für den Familienkonzern. Eines Tages entdeckt er, dass er nach dem Tod seines Vaters ein Riesenvermögen erben wird. Da beschließt er, sich eine Ehefrau zu suchen, mit der er dann gemeinsam seinen Reichtum teilen kann. Während eines Meetings über
Vermögensanlagen sitzt ihm die schönste Frau gegenüber, die er je gesehen hat.
»Ich mag ja aussehen wie ein gewöhnlicher Typ«, sagt er zu ihr, »aber in
ein paar Jahren wird mein Vater sterben, und dann erbe ich über 200
Millionen Euro.«
Beeindruckt bittet sie ihn um seine Visitenkarte, und drei Tage später ist sie seine
Stiefmutter!
Moral: Frauen sind einfach so viel besser darin, finanziell vorauszuplanen.


*
Nach dem Sex: 
SIE: »Schatz, du bist ein schlechter Liebhaber!« 
ER: »Wie kannst du das nach zwei Minuten beurteilen?«
aus der Osho-Times, Juni 2012

Sonntag, 17. Juni 2012

Pat Metheny nochmal

Pat metheny - first circle (from more travels dvd)  [8:41]
  
Hochgeladen am 25.08.2011
Pat metheny - first circle (from more travels dvd)

one of the best pmg's live video.

Pat Metheny & Metropole Orchestra t5 - North Sea Jazz Festival 2.wmv [8:20]

Hochgeladen am 03.12.2009
Pat Metheny & Metropole Orchestra t5 - North Sea Jazz Festival 2.wmv

Pat Metheny Group - Are You Going with Me? - 1989 [9:35]

Hochgeladen am 11.08.2009
Pat Metheny Group - Are You Going with Me? Festival International de Jazz de Montréal, Canada. July 3, 1989.

Anna Maria Jopek and Pat Metheny - This is not America [3:36] Text
 
Hochgeladen am 04.07.2008

David Bowie/Pat Metheny - This Is Not America (Promo Clip)

Hochgeladen am 28.08.2007
1985 EMI America Stereo.

ne033 Infotext»This Is Not America« is a song by jazz fusion band Pat Metheny Group and rock singer David Bowie, taken from the soundtrack for the film The Falcon and the Snowman. The instrumental, written by Metheny and Lyle Mays, is itself a song called »Chris« and was also included on the soundtrack for the film. »This Is Not America« adds additional drums courtesy of a Linn drum machine as well as Bowie’s vocal performance. Metheny later noted that Bowie’s words were »profound and meaningful -- and absolutely perfect for the film.«

The song, a midtempo ballad, was released as a single which reached #14 in the UK, and #32 in the US. The instrumental found on the single is not the song »Chris«, but a true instrumental of »This Is Not America«. The song later appeared on Bowie’s greatest hits compilation »Best of Bowie«, appearing on all but the Australian and Japanese pressings of that album.
(nicht mehr abrufbar)

pat metheny - last train home [5:14]

Hochgeladen am 06.07.2007
please pat... leave this up on youtube... more views mean more people turned onto your music... and more record buyers!

Pat Metheny Live In Switzerland [7:46]
 
Hochgeladen am 01.07.2007
Awesome!
Alter Info-Text:
(Estival Jazz Lugano, Schweiz, 9. Juli 2004)
Solo Acoustic Medley:
Phase Dance
Minuano 6/8
September 15th
First Circle
This ist Not America

Pat Metheny Group Chile 1987 - 08.If i Could - So May it Secretly Begin [14:53]
  
Hochgeladen am 14.10.2011
Pat Metheny Group Santiago de Chile 1987, Court Estadio Nacional.
MethenyChile.

Pat Metheny Group-Phase Dance [7:47]
  
Hochgeladen am 06.10.2011
Kalamazoo 4-11-81

PAT METHENY - ABOVE THE TREETOPS [6:05]
 
Hochgeladen am 22.08.2007
New Jersey 1992

Pat Metheny Trio - James (live - Belgrade) [7:23]
  
Hochgeladen am 28.10.2011
27.10.11, live @ 27.Belgrade Jazz Festival, Sava Centar, Belgrade, w/ Larry Grenadier and Bill Stewart

Pat Metheny - Paul Wertico - Follow Me ( live ) [6:01]

Hochgeladen am 07.06.2007
Imaginary Day live (2001).

4. Pat Metheny & Lyle Mays - It's For You (As Falls Wichita, So Falls Wichita Falls 1981) [8:20]

Veröffentlicht am 12.08.2015

Pat Metheny Sueño con México [9:17]

Veröffentlicht am 16.01.2015

siehe auch:
Flucht in eine andere Welt (Peter Henning, ZEIT Online, Artikelserie »Platte meines Lebens«, 20.11.2008)
Was Metheny und Mays – unterstützt von der Percussionistenlegende Naná Vasconcelos – zelebrierten, war von einer bezwingenden Originalität; angefangen bei dem Titelstück, dessen lautmalerische Klangtupfer anmuteten wie Morsezeichen aus einer anderen Welt. Und je länger ich mich an Mays’ kryptischen Synthesizerklängen wärmte, über denen Methenys Tonfolgen seiner 12-saitigen Elektrischen dahinschwebten wie ein Vogel über einer endlosen Wüstenlandschaft, desto sicherer hatte ich das Gefühl, auf etwas Großes gestoßen zu sein. Nie zuvor war es einer einzelnen Platte auf Anhieb gelungen, mich zum Verräter an allen bisherigen Musikvorlieben werden zu lassen

zuletzt aktualisiert am 11.09.2015

Samstag, 16. Juni 2012

Noch ein Gedicht…

Thou wouldst be loved? – then let thy heart
From its present pathway part not;
Being everything which now thou art,
Be nothing which thou art not.
So with the world thy gentle ways,
Thy grace, thy more than beauty,
Shall be an endless theme of praise.
And love a simple duty. [1845]

Du willst, daß man dich liebt, so weiche
Nie davon, was dein Wesen ist.
Bleibe nur immerdar die Gleiche,
Sei nichts, was du nicht wirklich bist.
Dann wird auch deine sanfte Weise,
Die mehr als Schönheit noch besticht,
Verleiten alle Welt zum Preise
Und Liebe werden – eine Pflicht.

Edgar Allan Poe an die Schriftstellerin Frances S. Osgood
 
aus E.A. Poe »Das Werk«, erhältlich bei Zweitausendeins
aus dem Englischen von Hedda Eulenberg

Freitag, 15. Juni 2012

Zahl des Monats: 53,5 Millionen


Die Zahl der Krankheitstage wegen psychischer Erkrankungen steigt rapide: Gab es 2001 bundesweit noch 33,6 Millionen, so waren 2010 schon 53,5 Millionen Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen zu verzeichnen.


Nach Angaben des Arbeitsministeriums ist diese Entwicklung vor allem auf wachsenden Stress zurückzuführen. Auch der flexible Einsatz des Personals und »diskontinuierliche Beschäftigungsverhältnisse« hätten zu der exorbitanten Steigerung beigetragen. Besonders hart seien Leiharbeiter betroffen. Viele arbeiteten unter Rahmenbedingungen, »die die Gesundheit negativ beeinflussen können«.


Die Zunahme der psychischen Erkrankungen bedeutet nicht nur eine Vervielfachung von Leiden, sondern kostet auch viel Geld. Allein im letzten Jahr sind für die Behandlung und Reha von psychischen Störungen, die auf Probleme am Arbeitsplatz zurückzuführen waren, Kosten von mehr als 6,3 Milliarden Euro entstanden.
Osho Times, Juni 2012

Das Easterlin-Paradox


US-Ökonom Richard Easterlin hat viele Untersuchungen über den Zusammenhang von Wohlstand und Glück gemacht. Dabei stellte er fest, dass die Lebenszufriedenheit in einem Land langfristig nicht mir wachsendem Wohlstand zunimmt. Man spricht vom Easterlin-Paradox.


Für Deutschland gilt dieses Paradox in besonderem Maße: Hier ist das Glück in den letzten drei Jahrzehnten trotz stetig gestiegenem Bruttoinlandsprodukt sogar gesunken. Und noch paradoxer ist, dass die Menschen in den reichen Nationen stärker mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. Forscher der WHO haben kürzlich die Häufigkeit von 18 psychischen Störungen in sieben Entwicklungsländern und sieben der wohlhabendsten Nationen der Welt ermittelt. Der Befund: Die Menschen in den reichen Ländern litten durch die Bank weg häufiger unter psychischen Störungen. Der Wissenschaftsjournalist Bas Kast erklärt das Wohlstandsparadox in seinem neuen Buch („Ich weiß nicht, was ich wollen soll") wie folgt:


„Geld und Reichtum führen tendenziell zur Auflösung alter, traditioneller Gemeinschaften, enger Familienbande und verlässlicher Freundschaften, und damit zu Einsamkeit und Isolation. Überspitzt formuliert könnte man sagen: In unserer Wohlstandsgesellschaft haben wir fast alles im Überfluss, nur eins nicht - zwischenmenschliche Nähe."
Osho-Times , Juni 2012

Donnerstag, 14. Juni 2012

Vorratsdatenspeicherung – Jeden Tag 315.036,54 Euro Strafe

Das Gezerre in der deutschen Regierung über ein Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung hat die Kommission in Brüssel befremdet. Klagen musste sie als Hüterin der Verträge.


Dass die EU-Kommission Deutschland verklagte, war am Donnerstag [31.05.2012] in Brüssel für niemanden mehr eine Überraschung. Die Bundesregierung hat die europäische Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung trotz mehrfacher Aufforderung nicht ins deutsche Recht übertragen. Da blieb der Kommission als „Hüterin der Verträge“ am Ende nichts anderes übrig, als vor Gericht zu ziehen. Emotionslos und in knappen Worten trug der Sprecher von Innenkommissarin Malmström die Klagegründe vor: Deutschlands Verweigerung habe negative Folgen für den Binnenmarkt (weil deutsche Telekommunikationsfirmen in dieser Frage anders behandelt werden als die in anderen EU-Ländern) und sie hindere die deutsche Polizei daran, schwere Verbrechen zu verfolgen (weil sie keinen Zugriff auf Telekommunikationsdaten hat).

Auffällig war allerdings die Höhe des beantragten Zwangsgeldes: Täglich 315036,54 Euro soll die Bundesregierung bis zur Verabschiedung des geforderten Gesetzes als Strafe zahlen, wenn sie vom Europäischen Gerichtshof verurteilt wird. Das ist einer der höchsten Beträge, den die Kommission je in einem Verfahren zur Innenpolitik beantragt hat. Die Summe wird nach einer Formel berechnet, die die Größe des Mitgliedslands genauso berücksichtigt wie die Schwere des Verstoßes. Für Deutschland liegt die Spanne zwischen 13.436 und 807.786 Euro am Tag. Mit ihrer Forderung hat die Kommission deutlich gemacht, dass sie hier kein Kavaliersdelikt sieht, sondern einen ernsthaften Bruch des EU-Rechts. In Berlin hatte man noch vor ein paar Wochen mit deutlich weniger gerechnet.

Mittwoch, 13. Juni 2012

Heute vor 40 Jahren – 13. Juni 1972: 14 Schriftsteller solidarisierten sich in einem offenen Brief mit Heinrich Böll

==========
Entstehung und Verfälschung des Titels  
Böll schrieb den Text zwischen dem 23. und 26. Dezember 1971. Der Titel lautete ursprünglich Soviel Liebe auf einmal, ein ironischer Bezug auf eine Überschrift der Bild in der Weihnachtszeit. Gegen den ausdrücklichen Wunsch Bölls wurde der Titel in der Spiegel-Redaktion abgeändert. Der einer Textpassage des Essays („Will Ulrike Meinhof, daß es so kommt? Will sie Gnade oder wenigstens freies Geleit?“) entlehnte Titel ist insofern höchst problematisch, als er durch die – von Böll selbst nicht benutzte – Anrede mit dem Vornamen eine persönliche Vertrautheit zwischen Böll und dem RAF-Mitglied Meinhof suggeriert, die tatsächlich jedoch nicht bestand.[1]
Inhalt
Im Text wendet Böll sich gegen die Bild, welche am 23. Dezember 1971 unter der Überschrift Baader-Meinhof-Bande mordet weiter über diverse Straftaten berichtete, welche der RAF zugeschrieben wurden, ohne dass deren Tatbeteiligung im Einzelfall nachgewiesen wurde. Anlass für den Bild-Artikel war der Banküberfall am 22. Dezember 1971, bei dem der Polizist Herbert Schoner erschossen wurde. Hauptkritikpunkt Bölls war die Berichterstattung, welche als Tatsache hinstellte, was seinerzeit noch nicht gesicherte Erkenntnis war:
„Wo die Polizeibehörden ermitteln, vermuten, kombinieren, ist Bild schon bedeutend weiter: Bild weiß.“
Er kritisierte Bild mit äußerst scharfen Worten und warf ihr implizit die zwangsläufig folgende Eskalation der Gewalt vor:
„Das ist nicht mehr kryptofaschistisch, nicht mehr faschistoid, das ist nackter Faschismus. Verhetzung, Lüge, Dreck. Diese Form der Demagogie wäre nicht einmal gerechtfertigt, wenn sich die Vermutungen der Kaiserslauterer Polizei als zutreffend herausstellen sollten. In jeder Erscheinungsform von Rechtsstaat hat jeder Verdächtigte ein Recht, daß, wenn man schon einen bloßen Verdacht publizieren darf, betont wird, daß er nur verdächtigt wird. Die Überschrift »Baader-Meinhof-Gruppe mordet weiter« ist eine Aufforderung zur Lynchjustiz. Millionen, für die Bild die einzige Informationsquelle ist, werden auf diese Weise mit verfälschten Informationen versorgt.“
Da die Gruppe um Ulrike Meinhof Bölls Schätzung nach nur mehr sechs Mitglieder hatte, sei es abwegig, von einem nationalen Notstand auszugehen, wie ihn die Berichterstattung der Bildzeitung nahelege. Doch auch Meinhof selbst wurde von Böll scharf kritisiert: 
„Kein Zweifel – Ulrike Meinhof lebt im Kriegszustand mit dieser Gesellschaft. Jedermann konnte ihre Leitartikel lesen. jedermann kann […] das Manifest lesen, das nach dem Untertauchen der Gruppe geschrieben ist. Es ist inzwischen ein Krieg von 6 gegen 60 000 000. Ein sinnloser Krieg, nicht nur nach meiner Meinung, nicht nur generell, auch im Sinne des publizierten Konzeptes.“ 
Nachwirkung
In konservativen Kreisen galt Böll seitdem als „Sympathisant des Terrorismus“, was ihn nach eigenem Bekunden sehr kränkte und im Widerspruch zu den sehr RAF- und Gewalt-kritischen Grundaussagen des Essays stand.[2] Zum Beispiel bezeichnete der Chefredakteur der Wochenzeitung Christ und WeltUlrich Frank-Planitz, Böll in einem vom Südwestfunkverantworteten Fernsehkommentar als „salonanarchistischen Sympathisanten“ der RAF, woraufhin Böll in einem Telegramm an SWF-Intendant Helmut Hammerschmidt gegen die „faschistisch-verleumderische Tendenz“ des Kommentars protestierte und seine Mitarbeit bei dem Sender aufkündigte. Kurz darauf kündigte er ebenso seine Zusammenarbeit mit anderen Institutionen auf, darunter das ZDF und das Goethe-Institut.[3]
Vor allem konservative Politiker bezogen öffentlich Stellung gegen Böll, darunter Hans Karl FilbingerBernhard VogelRudolf Titzck (alle CDU), Bruno Merk (CSU) und die Junge Union, aber auch Karl Hemfler (SPD).[4] Der nordrhein-westfälische Minister für Bundesangelegenheiten Diether Posser (SPD) veröffentlichte im Spiegel vom 24. Januar 1972 einen Kommentar, in dem er Böll unter anderem kritiklose Übernahme von Verlautbarungen der RAF sowie gefährliche Verharmlosung der Gruppe vorwarf und zu dem Fazit gelangte, dass der im Zorn entstandene Essay Bölls unsachlich und übertrieben gewesen sei.[5] Böll antwortete darauf am 31. Januar mit einem Beitrag „Verfolgt war nicht nur Paulus“, in dem er Posser in mehreren Punkten zustimmte und zusammenfasste:[6]
„Die Wirkung meines Artikels entspricht nicht andeutungsweise dem, was mir vorschwebte: eine Art Entspannung herbeizuführen und die Gruppe, wenn auch versteckt, zur Aufgabe aufzufordern. Ich gebe zu, daß ich das Ausmaß der Demagogie, die ich heraufbeschwören würde, nicht ermessen habe.“
In seinem am 29. Januar 1972 in der Süddeutschen Zeitung abgedruckten Artikel Man muß zu weit gehen stellte Böll klar:
„Ich habe die Gruppe um Ulrike Meinhof relativiert – ja. Verharmlost nein. Ich habe versucht, die Proportionen zurechtzurücken. Nichts weiter.“
Weiter bemerkte er:
„Der Spiegel-Artikel hat Schwächen, weniger in dem, was drin steht, als in dem, was nicht drin steht; es fehlt eine umfassende Studie über die Eskalation: von der Erschießung Benno Ohnesorgs bis zum Attentat auf [Rudi] Dutschke.“
Obgleich Böll auch vorher schon seine politische Meinung öffentlich geäußert hatte, begann mit dieser Schrift gewissermaßen seine „politische Karriere“ und eine entsprechende Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.[7] Am 1. Juni 1972 – dem Tag der Verhaftung von Andreas BaaderJan-Carl Raspe und Holger Meins – kam es zu einem Böll verärgernden Polizeieinsatz in seinem Wohnhaus, um die Identität eines befreundeten Ehepaars zu überprüfen, das ihn besuchte.[8]
1974 griff Böll die im Essay erstmals thematisierte kritische Wechselbeziehung von Boulevardjournalismus und linksradikaler Protestbewegung in der Erzählung Die verlorene Ehre der Katharina Blum erneut auf. In der Rezeption wurde auch die Kontroverse von 1972 aufgegriffen.
[Will Ulrike Gnade oder freies Geleit?, Wikipedia, abgerufen am 20.05.2020 – Hervorhebung von mir]
==========

Als Heinrich Böll 1972 für einen menschlichen Umgang mit den Terroristen der RAF plädierte, geißelten ihn einige Politiker als Sympathisanten. Daraufhin kritisierten 14 Schriftsteller am 13. Juni 1972 in einem offenen Brief an den Bundestag den Umgang mit unbequemen Staatsbürgern.


„Es kann kein Zweifel bestehen: Ulrike Meinhof hat dieser Gesellschaft den Krieg erklärt. Es ist inzwischen ein Krieg von sechs gegen 60 Millionen. Ein sinnloser Krieg. Ulrike Meinhof will möglicherweise keine Gnade. Trotzdem sollte man ihr freies Geleit bieten, einen öffentlichen Prozess.“


Diese Sätze schrieb der Schriftsteller Heinrich Böll im Januar 1972 im Magazin „Der Spiegel“ und handelte sich damit heftige Kritik ein; er hatte nicht nur für eine faire Behandlung der Terroristin Ulrike Meinhof geworben, sondern auch der Springerpresse und insbesondere der „Bild“-Zeitung eine demagogische Berichterstattung und Volksverhetzung vorgeworfen.

„Ich kann nicht begreifen, dass irgendein Politiker einem solchen Blatt noch ein Interview gibt.“


Im bewaffneten Kampf der Roten Armee Fraktion hatte es zu diesem Zeitpunkt die ersten Toten gegeben, die Gruppe um Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof befand sich auf der Flucht, und einige Intellektuelle galten unter Politikern als Wegbereiter des Terrorismus. Der damalige Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher erklärte in einem Interview:

„Es ist unbestritten, dass die Terroristen Unterstützung und Sympathie bei verschiedenen Leuten finden, nicht nur, dass man sie beherbergt, sondern auch dadurch, dass man ihre gewalttätigen Handlungen bagatellisiert oder beschönigt.“

Andere gingen noch weiter. Der CDU-Abgeordnete Friedrich Vogel sprach in einer Bundestagsdebatte über innere Sicherheit im Juni 1972 von „den Bölls und Brückners“ als intellektuellen Helfershelfern des Terrors und stellte damit – neben Heinrich Böll – den Psychologie-Professor Peter Brückner an den Pranger. Daraufhin richteten 14 Schriftsteller am 13. Juni 1972 einen offenen Brief an den Deutschen Bundestag.

„Die unterzeichneten deutschen Schriftsteller warnen vor einer abermaligen Zerstörung der Keime einer freiheitlich demokratischen Grundordnung in Deutschland unter dem Vorwand ihrer Verteidigung. Die Verfolgung von definierbaren Straftaten wie Bombenanschlägen und sonstigem Terror ist eine Sache, die Diskriminierung politischer Gesinnungen ist eine vollständig andere.“
mehr:
- Protest gegen den Vorwurf der „geistigen Mittäterschaft am Terrorismus“ (Otto Langels, Deutschlandfunk, Kalenderblatt, Archiv, 13.06.2012)

siehe auch:

Deutschland und die RAF - Die Öffentlichkeit {43:49 – Start bei 27:26 – Reporter: »Du bist berühmt geworden!«}

Schnorbi
Am 02.04.2016 veröffentlicht 

Siehe auch:
- Michael "Bommi" Baumann ist tot – Benno Ohnesorgs Tod als Fanal (Post, 21.07.2016)
aktualisiert am 20.05.2020


Montag, 11. Juni 2012

Fraunhofer Institut stellt Sicherheitsmängel bei Cloud-Lösungen fest

Das Fraunhofer Institut hat die Sicherheit von Dropbox, Wuala, Team Drive & Co. untersucht – mit einem ernüchternden Ergebnis 
In der Studie »On the Security of Cloud Storage Services« nimmt das Fraunhofer Institut Cloud Me, Crashplan, Dropbox, Mozy, Teamfdrive, Ubuntu One und Wuala in verschiedenen Kategorien unter die Lupe. In der Kategorie »Registrierung« schneiden Cloud Me, Dropbox und Wuala schlecht ab, weil Sie die Mail-Adresse der User nicht verifizieren. Auch bei der »Datenübertragung« hat das Fraunhofer Institut einiges zu beanstanden: Crashplan, Teamdrive und Wuala nutzen keine SSL/TLS-Verschlüsselung, sondern eigene Verschlüsselungsmethoden, deren Schutz nicht bekannt sind. Cloud Me setzt gar keine Verschlüsselung zur Datenübertragung ein. Sobald die Daten auf dem Cloudspeicher angekommen sind, liegen sie dort offen sichtbar für den Speicheranbieter – es sei denn, sie verschlüsseln die Daten. Das tun zwar alle getesteten Anbieter, aber nicht optimal: Mozy verschlüsselt die Dateinamen nicht, Wuala nutzt eine Methode, die serverseitig verwundbar ist. Und Cloud Me, Dropbox und Ubuntu One verzichten auf eine client-seitige Verschlüsselung, der User muss sich auf die Anbieter verlassen. Wir empfehlen daher, mit einem Tool wie Truecrypt die Daten schon auf dem Rechner zu verschlüsseln, bevor Sie diese hochladen. Bei der »Datenweitergabe« versagen laut Institut Cloud Me, Dropbox, Teamdrive und Wuala. Zumindest bei der Weitergabe an nicht angemeldete Nutzer über eine lange URL. Cloud Me soll die URL nicht verschleiern, Dropbox mache nicht klar, was genau geteilt wird, und Teamdrive zeige Schwächen beim Ausladen einmal eingeladener User. Bei Wuala könne man User-Daten sammeln, weil der User-Name in den Links integriert ist. Bei Cloud Me könnten sogar Suchmaschinen die freigegebenen Daten indizieren. pcw
aus Macwelt 07/12

Es ist einfach zu verführerisch, diese Zur-Verfügung-Stellung von Bequemlichkeit, zu verführerisch, als daß die Menschen nachdenken und hinterfragen. Es nützt auch nichts zu warnen, es muß einfach einmal genügend wehtun…

Freitag, 8. Juni 2012

Erinnerung: Hipgnosis und 10cc

»Vor allem in den 1970er Jahren setzte Hipgnosis Maßstäbe bei der innovativen Gestaltung des Erscheinungsbilds von Rock- und v.a. Art-Rock-Alben, die hier zu einer eigenen Kunstform erhoben wurde. Dieses Verdienst wirkt – in Kompendien und Rock-Lexika – bis heute nach.« (aus Wikipedia)

Eine Coversammlung (u.a. Ummagumma und Atom Heart Mother von Pink Floyd, Peter Gabriel I und II, Eve von Alan Parsons Project, Do They Hurt! von Brand X) findet sich bei no4ko4.com

Eins der Cover, die mir am besten gefielen, war das von »How Dare You?« der Gruppe 10cc.
Frontcover [Quelle: Neptunepinkfloyd]
Bei no4ko4 kann man sich die Bilder ansehen
(Man achte jeweils auf das Pärchen im Hintergrund. Alle Figuren auf dem Front- und dem Back-Cover kommen auf dem doppelseitigen Bild innen ebenfalls vor.)

10cc How Dare You! Gatefold artwork by Aubrey Powell [2:06]

Veröffentlicht am 20.12.2012
Aubrey Powell of Hipgnosis talks to Hypergallery about the design that he and Storm Thorgerson produced for 10cc's album, How Dare You!, as he signed the limited edition print published by Hypergallery in London, 2012.

Und auf youtube habe ich sogar noch eine Live-Aufnahme meines Lieblingsliedes auf der Schallplatte gefunden: (man achte auf den Instrumentalpart ab 2:25)

I'm Mandy, Fly Me - Live 1982 [5:31] (Text)

Hochgeladen am 15.08.2007
Live version of one of the favourites from the original line-up but this one by 10cc Mark II recorded at Wembley in 1982 - specially for popitinpete!

Und da ich schon mal dabei bin: Hier sind zwei der schönsten Stücke von 10cc:

10cc - I m Not In Love [5:13] (Text)

Hochgeladen am 23.12.2009
1975) 10cc are an English art rock band who achieved their greatest commercial success in the 1970s. The band initially consisted of four musicians -- Graham Gouldman, Eric Stewart, Kevin Godley, and Lol Creme -- who had written and recorded together for some three years, before assuming the "10cc" name in 1972. 
For the most part, 10cc featured two strong songwriting teams, one 'commercial' and one 'artistic', but both teams injected sharp wit into lyrically dextrous and musically varied songs. Stewart and Gouldman were predominantly pop-song-writers, who created most of the band's accessible songs. By way of contrast, Godley and Creme were the predominantly experimental half of 10cc, featuring an Art School sensibility and cinematic inspired writing. Every member was a multi-instrumentalist, singer, writer and producer. Most of the band's albums were recorded at their own Strawberry Studios (North) in Stockport and Strawberry Studios (South) in Dorking, with most of those engineered by Stewart.
10 cc-Dreadlock Holiday [4:39] (Text)

Hochgeladen am 02.12.2010

zuletzt aktualisiert am 17.11.2015
 

Mittwoch, 6. Juni 2012

Heute vor 30 Jahren – 6. Juni 1982: Die israelische Armee marschiert in den Libanon ein.


Einmarsch in den Libanon
Heute vor 30 Jahren marschierte die israelische Armee in den Südlibanon ein. Damit begann der fünfte israelisch-arabische Krieg, der bis 1985 andauerte. Auslöser war ein Attentat auf den israelischen Botschafter Shlomo Argov in London, verübt von der Abu-Nidal-Gruppe, die vermutlich für den irakischen Geheimdienst arbeitete. Obwohl die PLO nichts mit den Attentätern zu tun hatte, diente der Anschlag als Rechtfertigung für die Operation »Frieden für Galiläa«, die der damalige Verteidigungsminister Ariel Scharon leitete. Sein Ziel war es, die militärische und politische Präsenz der PLO im Libanon zu beenden.
Israelischer Panzer in Damour im Libanon, Juni 1982
Scharons Armee stand bereits am 9. Juni vor den Toren Beiruts. Zwei Tage später wurde ein Waffenstillstand vereinbart, der von palästinensischen und schiitischen Truppen kontrollierte Westteil Beiruts wurde über zwei Monate belagert. Die Versorgung der dort lebenden 80 000 Menschen war kaum möglich, bei den permanenten Bombardements starben Tausende. Angesichts der rücksichtslosen Vorgehensweise sah sich Israel einer Welle der Kritik ausgesetzt. Sogar die Israel-freundliche »New York Times« beklagte das »Libanon-Gemetzel«.
Brockhaus – Abenteuer Geschichte

Heute vor 68 Jahren – 6. Juni 1944: Landung der Alliierten in Frankreich

Alliierter Sturm auf die »Festung Europa« 

Into the Jaws of Death, berühmtes Foto der Landung von Truppen der US-Army
am D-Day am Omaha Beach  (aus Wikipedia)

  Als »D-Day« wird in der angelsächsischen Welt gemeinhin der 6. Juni 1944 bezeichnet, der Tag, an dem die Alliierten in der Normandie landeten, um den entscheidenden Schlag zur Befreiung Europas von der Naziherrschaft zu führen. Die Invasionsstreitmacht umfasste 6000 schwimmende Einheiten, davon 4000 speziell entwickelte Landungsboote, mit denen in der ersten Phase der Offensive 150000 Mann angelandet werden sollten. Unterstützt wurde die Landung von 15000 Kampfflugzeugen. An fünf Strandabschnitten zwischen Cherbourg und Caen sollten die amerikanischen, kanadischen und britischen Verbände zunächst die deutschen Verteidigungsstellungen bekämpfen, um erste Brückenköpfe einrichten zu können. Als die Küste unter Kontrolle war, konnten enorme Kontingente an Soldaten und Material angelandet werden, um den Angriff über Paris auf Deutschland weiterzuführen. 

Plan zur Operation Overlord und der begleitenden Bomberoffensive,
mit den deutschen Stellungen am 6. Juni 1944
 Bereits wenige Tage nach der Landung zeichneten sich militärische Erfolge ab, obwohl die gewaltigen alliierten Verbände zunächst nur schleppend vorankamen. Ende August 1944 wurde Paris befreit, bald standen die Truppen an der Grenze zum Deutschen Reich. 
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012 

Dienstag, 5. Juni 2012

Heute vor 231 Jahren: 5. Juni 1771 – Prinz Ernst August wird geboren

Ernst August I. von Hannover:
 Mit 66 Jahren auf den Königsthron!


1771 Am 5. Juni wird Prinz Ernst August im Londoner Buckingham Palast geboren. Er ist der fünfte Sohn König Georgs III. von Großbritannien und Irland und Königin Sophie Charlotte

1786 Ernst August wird zunächst von Hauslehrern erzogen. Im Sommer 1786 geht er gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Prinz August Friedrich und Prinz Adolph Friedrich zum Studium nach Göttingen. Dort stehen sie unter der persönlichen Aufsicht des berühmten Mathematikers und Physikers Georg Christoph Lichtenberg

1791 Prinz Ernst August und sein Bruder Adolph Friedrich treten in die hannoversche Armee ein. Dort erhält Ernst August eine Kavallerie- und Taktikausbildung. Obwohl er sehr kurzsichtig ist, erweist er sich als ausgezeichneter Reiter und Schütze. Wegen seiner guten Leistungen wird Ernst August nach nur zwei Monaten zum Rittmeister (Hauptmann der Kavallerie) ernannt. 

1792 Im März erhält Ernst August das Patent eines Obersten der 9. Hannoverschen leichten Dragoner. 1793 wird er zum Kommandeur der 1. Kavalleriebrigade ernannt. 

1793 Während des ersten Koalitionskrieges gegen das revolutionäre Frankreich (1792-97) ist Ernst August in Flandern stationiert und dient unter seinem älteren Bruder Friedrich, Herzog von York, dem Oberbefehlshaber der vereinigten britischen, hannoverschen und österreichischen Truppen. 

1794 In der Schlacht von Tourcoing verliert er sein linkes Auge und kehrt zur Genesung nach England zurück. Dies ist sein erster Besuch in der Heimat seit 1786. 

1798 Ernst August wird zum Generalleutnant befördert und 1803 zum General. 

1799 Am 29. August ernennt König Georg III. seinen Sohn Ernst August zum 1. Herzog von Cumberland und Teviotdale und Earl of Armagh. 

1815 Am 29. Mai heiratet er in Neustrelitz seine Cousine Prinzessin Friederike, die Tochter Karls II., Großherzog von Mecklenburg-Strelitz. 

1837 Am 20. Juni stirbt König Wilhelm IV. von Großbritannien und Irland. Da er – wie vorher schon sein Bruder Georg IV. – keine erbberechtigten Nachkommen hinterlassen hat, folgt ihm seine Nichte Victoria auf den Thron. Sie ist das einzige Kind Prinz Eduards, des verstorbenen vierten Sohnes von König Georg III. Da die Erbfolgegesetze in Hannover einen männlichen Erben vorsehen, kann Victoria nicht Königin von Hannover werden. Stattdessen wird ihr Onkel, der Herzog von Cumberland, im Alter von 66 Jahren als Ernst August I. König von Hannover und Herzog von Braunschweig-Lüneburg. Damit ist die 123-jährige Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover beendet. 

1851 Ernst August gilt als reaktionärer Monarch. Bei seinem Amtsantritt 1837 hebt er die relativ freiheitliche Verfassung, die seine Vorgänger 1833 erlassen haben, wieder auf. [siehe Göttinger Sieben] Er stirbt am 18. November 1851 in Hannover. Der König und seine Gemahlin Königin Friederike finden ihre letzte Ruhe in einem Mausoleum im malerischen Berggarten, der zu den berühmten Herrenhäuser Gärten in Hannover gehört. Errichtet worden war das Bauwerk bereits in den Jahren 1842 bis 1847 nach Plänen des Hofbaumeisters Georg Ludwig Friedrich Laves


Wussten Sie schon, dass…
 
… Ernst August unter Bridge-Spielern durch die "Duke of Cumberland Hand" bekannt ist? 
Ihren Namen verdankt diese Kartenverteilung der folgenden Anekdote: Als Ernst August bei einer Bridge-Partie in der englischen Stadt Bath ein ganz hervorragendes Blatt erhielt, erklärten ihm seine Mitspieler, dass sie die Karten in einer bestimmten Reihenfolge geordnet hätten und er trotz aller Stärken seines Blattes keinen einzigen Stich gewinnen könne. Der Herzog von Cumberland soll £ 20.000 dagegen gewettet haben, die er prompt verlor. 

… Ernst August 1796 in die Freimaurerei aufgenommen wurde? 
 Ab 1828 war er Großmeister der von ihm gegründeten Großloge des Königreichs Hannover. 1866 ging sie in der preußischen Großloge Royal York zur Freundschaft auf, nachdem Hannover von Preußen annektiert worden war und nun auch dort die Kabinettsorder Friedrichs des Großen wirksam wurde, nach der alle Freimaurer des Landes in einer der drei altpreußischen Großlogen sein mussten. 

… man sich in Hannover gern "unterm Schwanz" eines Pferdes verabredet? 
Im Jahre 1861 wurde auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs in Hannover ein imposantes Standbild enthüllt: Es zeigt König Ernst August I. hoch zu Ross. Auch heute noch ist dieses Reiterdenkmal ein beliebter und bekannter Treffpunkt
aus einem Werbeblatt der MDM Braunschweig
 

Sonntag, 3. Juni 2012

Heute vor 69 Jahren – 3. Juni 1943: Uraufführung von Jean-Paul Sartres »Die Fliegen«

mehr:
- 3.6.1943: "Die Fliegen" uraufgeführt (KalenderBlatt der Deutschen Welle) und
- Die Fliegen (Wikipedia)

Jean-Paul Sartre Portrait 1/2 [7:54]

Hochgeladen am 16.12.2011
Jean-Paul Sartre (1905-1980) Autor, Philosoph, Publizist und Humanist!

Jean-Paul Sartre Portrait 2/2 [8:18]


Noch eine Anmerkung zum KalenderBlatt:

Zitat: »In dessen Zelle im Hochsicherheitsgefängnis Stuttgart-Stammheim besucht er den Terroristen Andreas Baader, in Sartres Augen ein moderner Orest. Denn er habe ›aufrichtig versucht, Prinzipien in die Tat umzusetzen‹.«

Dazu gibt es andere Quellen. In einem Film über Hans-Joachim Klein (Klein fuhr zusammen mit Daniel Cohn-Bendit Sartre nach Stammheim) sagte dieser, wie ich mich zu erinnern glaube, Sartre habe nach dem Besuch Baader »ein Arschloch« genannt. Die taz (Erich Fromm – Die Kunst der Abfuhr, 10.09.2004) schreibt dazu: »Inoffiziell soll Sartre Cohn-Bendit mitgeteilt haben, dass er Baader für einen Idioten hielt, einen Narren, ungebildet.«
Also: Vorsicht mit Zitaten!
siehe dazu auch:
- Sartre in Stammheim (Wolfgang, Kraushaar, Lettre International 80, Frühjahr 2008)

Noch ein Sartre-Zitat:
Der Schmerz, das Bedürfnis, die Leidenschaft, die menschliche Mühsal sind nackte, durch Erkenntnis weder überschreitbare noch abwandelbare Realitäten. (Marxismus und Existentialismus, frz. 1960)
Zitat gefunden bei Emil Kaufmann, Macht und Arbeit, Jean-Paul Sartre und die europäische Neuzeit, S. 61 (google books)

Samstag, 2. Juni 2012

Heute vor 45 Jahren – 2. Juni 1967: Tödlicher Zwischenfall bei Schahbesuch


Das Echo eines Schusses

Bei einer Anti-Schah-Demonstration heute vor 45 Jahren, am 2. Juni 1967, starb der 26-jährige Student Benno Ohnesorg in Berlin [heute: Schillerstraße 29] durch einen Schuß in den Hinterkopf. Abgefeuert hatte die Kugel der Polizist Karl-Heinz Kurras.



Der 2. Juni gilt als Wendepunkt in der Studentenbewegung. Die Ermordung Ohnesorgs und der spätere Freispruch für den Polizisten Kurras durch das Gericht waren für die rebellischen Studenten der Beweis für die Repressivität des Staatsapparats der BRD. Ohnesorgs Tod diente allen gewaltbereiten Gruppen als Legitimation für ihre Aktionen, er wurde zum Märtyrer und Kurras zur Symbolfigur eines autoritären Staats stilisiert. Erst 42 Jahre später kam eine groteske Pointe ans Licht: Kurras war Mitglied der SED und arbeitete für die Stasi. Die Akten in der Birthler-Behörde belegen: Der Schütze stand ideologisch denen nah, die damals demonstrierten. Die SED profitierte in zweierlei Hinsicht von der Tat ihres Agenten: Sie diente als Beweis für die reaktionären Strukturen in der BRD und der Radikalisierung der Studentenbewegung.

Schweigemarsch zum Tod von Benno Ohnesorg in Hannover, Juni 1967

Benno Ohnesorg (1940-1967)
• Lehre als Schaufenster-Dekorateur, holte Abitur nach
• Studium der Romanistik und Germanistik in Westberlin
• sein Freund, der Schriftsteller Uwe Timm, veröffentlichte 2005 über ihn das Buch »Der Freund und der Fremde«
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2012