Samstag, 23. Februar 2013

Der Klempner von Mumbai


Der Klempner von Mumbai

In einem Land wie Indien ist jeder Tropfen Wasser kostbar. Deshalb ist Aabid Surti zur Stelle, wo immer in Mumbai ein Hahn leckt. Der Einzelkämpfer will die Verschwendung stoppen

VON THOMAS KRAUSE

Der Sisyphos von Mumbai trägt eine graugrün karierte Schirmmütze und hellblaue Jeans. Der Stein, den er bergauf rollt, ist flüssig: Er will helfen, Wasser zu sparen. jeden Sonntagvormittag zieht Aabid Surti von Wohnungsr zu Wohnungstür und fragt, ob er kostenlos tropfende Wasserhähne reparieren darf.
An diesem Sonntag beginnt Surti seine Tour am Bahnhof Mira Road in einem Vorort der indischen Metropole. Es ist kurz nach zehn Uhr morgens, doch das Thermometer nähert sich bereits der 30-GradMarke. Am Motorrikscha-Stand vor dem Bahnhof besteigt Aabid Surti einen der dreirädrigen Motorroller, der knatternd in den Verkehrsstrom eintaucht. Mit dem Fahrtwind wehen Straßenstaub und Benzingeruch heran. Der Weg führt vorbei an zweistöckigen Häusern mit Flachdächern. Ich bin eine Ein-Mann-Nichtregierungsorganisation, sagt Surti. Er brauche kein Büro, um etwas für die Gesellschaft zu tun. Nur einen Klempner.
Ich wuchs auf der Straße auf, da lernte ich den Wert des Wassers zu schätzen”, sagt der 77-Jährige. „Später schmerzte es mich, wenn in den Häusern meiner Freunde ein Wasserhahn tropfte. Ich sagte ihnen immer wieder: Bestell' doch bitte einen Klempner! Aber die kommen halt nicht für so einen kleinen Job.
Über die Jahre hätten sich seine Freunde immer weniger an ihren tropfenden Hähnen gestört: Der Wassertank auf dem Dach läuft über, warum scherst du dich um ein paar Tropfen?, fragten sie. ,,2007 las ich in einem Artikel, dass pro Monat hundert Liter Trinkwasser verschwendet werden, wenn ein Wasserhahn einmal pro Sekunde tropft”, sagt Surti. Da wusste ich plötzlich, was zu tun war: Wenn ich nur einen einzigen Wasserhahn repariere, spare ich schon nach einem Jahr 1200 Liter Wasser!Manche Wasserhähne tropften fünf Monate, andere fünf Jahre lang, ohne dass sich jemand daran störe.
Sein heutiges Ziel ist der Mira-Darshan-Komplex, ein Haus mit Eigentumswohnungen. Sieben Stockwerke ragt das hellbraun und weiß angestrichene Gebäude empor. In einigen der vergitterten Fensternischen hängt Wäsche auf der Leine, in anderen sind Klimaanlagen montiert. Im Schaukasten an Aufgang 0 des Appartementhauses hängt ein Zettel mit einem blau-schwarzen Logo, das auch auf Surtis T-Shirt zu sehen ist. Save every Drop or Drop Dead” steht da. Spare jeden Tropfen, sonst gehst du den Bach runter. Das ist der Name von Surtis Initiative. Die Zettel hängt er immer montags dort auf, wo er am darauffolgenden Sonntag an die Türen klopfen will.
Im sechsten Stock erwarten ihn bereits seine Mitstreiter: Der Klempner Riyaz Khan, 42, und seine Assistentin Tejal Shah. Die 36-Jährige mit schwerem, schwarzem Zopf und einem kleinen goldenen Stecker im linken Nasenflügel klopft an die weiß lackierte Tür der Wohnung 173. Eine Luke öffnet sich und gibt den Blick frei auf das rundliche Gesicht einer Frau, die skeptisch die Gruppe vor ihrer Wohnungstür mustert. „Guten Tag! Haben Sie einen tropfenden Wasserhahn?”, fragt Shah. Wir sind von Drop Dead und wollen helfen, Wasser zu sparen. Deswegen reparieren wir kostenlos Wasserhähne.Das Gesicht hellt sich auf. Die Luke geht zu, die Tür öffnet sich. Alles, was der Klempner an Werkzeug braucht, trägt der hagere Mann mit dem mintgrünen Hemd in einer Plastiktüte bei sich. Er folgt der Hausherrin ins Badezimmer. Meist kommt er mit einem Schraubenzieher und einem Engländer, einem verstellbaren Schraubenschlüssel, aus. Khans Handgriffe sind geübt: Schraube lösen, die Abdeckung des Ventils abnehmen, mit dem Engländer das Ventil ein wenig fester anziehen, Abdeckung wieder draufsetzen, zuschrauben. Wenige Minuten ster tropfen zwei Wasserhähne weniger.
hrend einige Teile Mumbais fliend Wasser haben, sind andere Stadtviertel noch gar nicht ans Leitungsnetz angeschlossen. Dorthin wird Wasser mit Tankwagen geliefert. In einem Land, in dem Millionen Menschen täglich ums Überleben kämpfen, haben viele Menschen drängendere Probleme als die Umwelt zu schützen. Wer sich wie Surti um gesellschaftliche Belange statt um sein tägliches Auskommen kümmern kann, gilt schon als privilegiert.
Seinen relativen Wohlstand verdankt Surti seinen Begabungen. Er ist Autor von mehr als 80 chern, Schöpfer von Comicserien und Maler. Als ihm die Regierung des Bundesstaates Uttar Pradesh 2007 eine Auszeichnung für sein literarisches Lebenswerk verlieh, investierte er das Preisgeld von 100.000 Rupien (etwa 1700 Euro, das sind beinahe drei durchschnittliche indische Jahresgehälter) in das „Drop DeadProjekt. Zwar fehlt Surti die Zeit, um jeden Tag loszuziehen. Aber seit über fünf Jahren opfert er einen halben Tag pro Woche, damit andere Wasser sparen.



Aabid Surti (oben) repariert mit seiner Initiative „Spare jeden Tropfen, sonst gehst du den Bach runter” kostenlos Wasserhähne. Jeden Sonntag besucht er mit seinem Team, dem Klempner Ryaz Khan (Mitte) und seiner Assistentin Tejal Shah, Haushalte in Mumbai

Was passiert, wenn du etwas Gutes für die Gesellschaft tun möchtest?”, fragt Surti. Das ganze Universum hilft dir!Trotzdem bringt auch ehrenamtliches Engagement Kosten mit sich: Die Bezahlung seiner Mitstreiter und die Ersatzteile kosten Geld. Deshalb lässt er T-Shirts mit dem „Drop Dead”-Logo bedrucken und verteilt diese gegen Spenden. Dass er kein Geld von denen nimmt, deren Wasserhähne er repariert, hat einen einfachen Grund: „Die Leute würden sofort denken, ich wolle ein Geschäft machen”, sagt Surti. 
Am Ende jeder Reparatur klebt Shah einen Aufkleber mit dem „Drop Dead”-Logo im Bad auf die Fliesen. In den Jahren 2007 und 2008 tat sie das insgesamt 3841 Mal das waren ihre Rekordjahre. „Nach meinen Berechnungen haben wir damit geholfen, mehr als vier Millionen Liter Wasser zu sparen”, sagt die Assistentin. Mit dem rechten Daumen reibt sie über den Sticker, damit dieser auch gut hält. „Zum einen ist der Aufkleber ein Zeichen, dass wir hier waren. Zum anderen ist er eine Erinnerung an die Bewohner, weiterhin Wasser zu sparen.” Der Aufkleber ist so eine permanente, aber höfliche Ermahnung. Stockwerk für Stockwerk arbeitet sich der kleine „Drop Dead”-Trupp in dem Wohnhaus nach unten.
„Ich kann nicht zusehen, wie das blaue Gold einfach so im Abfluss verschwindet”, sagt Surti. „Das motiviert mich.” Der Sisyphos von Mumbai hat sich eine Aufgabe gesucht, die er nie zu Ende bringen kann. „Gerade weil es eine unerfüllbare Aufgabe ist”, sagt er, „muss jemand beim ersten Tropfen anfangen.”
aus Greenpeace Magazin 2.13

Freitag, 22. Februar 2013

Mit 400 Sachen über die Piste

Eigentlich hatte William Campbell seinen Sohn von England nach Deutschland geschickt, um das Metier des Diamantenhandels zu erlernen, doch Malcolm Campbell (1885-1949) entdeckte nicht nur die Reize der funkelnden Steine, sondern auch seine Passion für Autos, kräftige Motoren und hohe Geschwindigkeit. Er begann seine Rennkarriere auf dem Motorrad, 1906 gewann er sein erstes Rennen. 1910 stieg er aufs Auto um und war auch auf vier Rädern erfolgreich: 1927 und 1928 siegte er bei zwei Grand-Prix-Rennen in Frankreich. 
Malcom Campbell (l.) vor seinem »Bluebird« in Daytona Beach, Florida, 1933

Daneben aber wollte Campbell den Geschwindigkeitsrekord brechen. Für seinen gigantischen Feuerstuhl »Bluebird II«, ausgerüstet mit einem 1400 PS starken Flugzeugmotor, suchte er ständig nach geeigneten Strecken. Er testete Gelände in Südafrika und Argentinien und entschied sich schließlich für Daytona Beach. Mit 435,51 km/h stellte er dort am 22. Februar 1933 einen neuen Weltrekord für Landfahrzeuge auf. Später steigerte er die Marke noch und auch zu Wasser brach er viermal den bestehenden Weltrekord. 

 Was am 22. Februar noch geschah: 
 1635: Kardinal Richelieu fordert die Académie française auf, über die Reinheit der französischen Sprache zu wachen. 
Académie française, 23, quai de Conti, Paris [Bild aus Wikipedia]
 Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013

Donnerstag, 21. Februar 2013

Schriftverwaltung am Mac

Immer wieder schleichen sich Schriftduplikate ein, von denen man erstmal nichts mitkriegt.
Nachdem mir das zum x-ten Mal passiert ist, habe ich ein wenig gesucht:
Font-Management in OSX, PDF-Datei zum Downloaden
(nachdem ich vor kurzem zwei Trojaner auf meiner Festplatte entdeckt habe – ich empfehle Sophos – nochmal zu meiner Sicherheit: ich übernehme keinerlei Verantwortung)
- Mac OS X Leopard Missing Manual von Davi Pogue (gogglebooks)

Mittwoch, 20. Februar 2013

Heute vor 50 Jahren – 20. Februar 1963: Uraufführung des Schauspiels »Der Stellvertreter«

Die Frage nach Schuld und Mitschuld 

 Rolf Hochhuths Drama »Der Stellvertreter« bleibt das umstrittenste Theaterstück der deutschen Nachkriegsgeschichte, obwohl noch eine Reihe von Skandalen folgte. Tausende von Kritiken, Artikeln, Essays und Stellungnahmen beschäftigen sich mit dem »christlichen Trauerspiel«, das heute vor 50 Jahren, am 20. Februar 1963, unter der Regie von Erwin Piscator an der Berliner Freien Volksbühne uraufgeführt wurde. Das Erstlingswerk des bis dahin unbekannten jungen Dramatikers war Gegenstand leidenschaftlicher Debatten und machte den Autor weltweit berühmt. 
Dieter Borsche als Papst Pius XII. in der Berliner Uraufführung des Stücks »Der Stellvertreter«, 1963

 Im Mittelpunkt des Schauspiels steht eine einzige Frage: Durfte Papst Pius XII. als Stellvertreter Christi auf Erden zur Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten schweigen oder hätte er in einem klaren öffentlichen Aufruf, in einem flammenden Appell die Christen zum Widerstand aufrufen und das Konkordat mit dem Dritten Reich brechen müssen? Hochhuths Antwort ist deutlich: Pius XII. war die einzige Instanz, die den Völkermord noch hätte stoppen können, aber der Papst hat versagt, weil ihm der Besitzstand der Kirche wichtiger war. Damit war 1963 ein Skandal vorprogrammiert. 



youtube-Info:
Kaum ein anderes Stück war im Nachkriegsdeutschland so viel diskutiert wie "Der Stellvertreter". Kein anderes Stück ging so offen mit der katholischen Kirche ins Gericht. Wo blieb die Intervention des Vatikans warum schwieg der Stellvertreter Gottes, Papst Pius XII, zu den Judendeportationen? Warum siegte politisches Kalkül über die Menschlichkeit? 

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 Schon die bloße Ankündigung eines Stückes über Papst Pius XII und den Holocaust entfachte damals eine heftige Diskussion. Für das HR-Hörspiel stellte sich die Frage, ob an dieser Diskussion nur die Theaterbesucher beteiligt sein sollten oder die weitaus größere Öffentlichkeit der Radiohörer. Und wie konnte man das Stück möglichst rasch ins Programm bringen? Erwin Piscator war damit einverstanden, eine Radiofassung seiner Inszenierung mit der kompletten Besetzung der Uraufführung in einem Berliner Studio aufzunehmen. Eine Protestwelle bisher unbekanntem Ausmaßes überschwemmte daraufhin den HR. Als der Rohschnitt der Studioaufnahmen in Frankfurt eintraf, stand das Funkhaus am Dornbusch wegen einer Bombendrohung bereits unter Polizeischutz. Dennoch gab der Intendant Werner Hess grünes Licht für die Sendung. 
-Hermann Naber

 Was am 20.2. noch geschah: 
1810: Der Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer wird hingerichtet. 
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013

Dienstag, 19. Februar 2013

Vor 1500 Jahren – 750-550 v. Chr.: Die Große Kolonisation der Griechen

Magna Graecia - Großgriechenland 

 Eine erste, begrenzte Kolonisation gab es schon im 11. und 10. vorchristlichen Jahrhundert, als Griechen aus dem Mutterland auf Ägäisinseln und an die Küste Kleinasiens zogen und Siedlungen anlegten. Um 750 allerdings setzte die »Große Kolonisation« ein, in deren Zuge das griechische Siedlungsgebiet auf weite Teile des MitteImeerraums und die Küsten des Schwarzen Meeres ausgedehnt wurde. In Süditalien und auf Sizilien, an der französischen und der spanischen Küste, in Nordafrika, auf Zypern und in Kleinasien sowie rund ums Schwarze Meer entstanden exterritoriale Besitzungen. 
Gründungen der griechischen Kolonisation im 11.-6. Jh. v. Chr.
 Ursachen der Kolonisation waren Übervölkerung und Landnot auf dem griechischen Festland sowie wirtschaftliche Interessen. Die Griechen besaßen die nautischen Fähigkeiten und ausreichend Kenntnisse über die fernen Gebiete, um sich an jenen Orten niederzulassen, die für den Handel von strategischer Bedeutung waren. Für die europäische Geschichte war die Kolonisation eine wichtige Triebkraft, da sie zu einem fruchtbaren Kulturaustausch führte. 

 Epochen der griechischen Antike 
1200-800 »dunkle Jahrhunderte« 
 800-500 archaische Zeit 
 500-336 klassische Zeit 
 336-30 hellenistische Zeit 
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013

Sonntag, 17. Februar 2013

Nathalie And The Loners


Nathalie And The Boners "Too Much" [2:33]


Nathalie and the loners - fuckorlove. [3:30]


Nathalie And The Loners_Poster Guy [3:06]


Nathalie And The Loners - Pretty Sad [3:12]


Heute vor 161 Jahren – 17. Februar 1852: Die Eremitage wird für die Bevölkerung geöffnet

Der Louvre Russlands 

 Der Sammelleidenschaft der russischen Zarin Katharina II. (1762-96) verdankt eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt seine Existenz: die Eremitage in Sankt Petersburg. Während ihrer Regierungszeit kaufte Katharina in West- und Mitteleuropa systematisch große Sammlungen auf und ließ 1775 neben dem St. Petersburger Winterpalast die Kleine Eremitage (Einsiedelei) errichten, da in der Residenz nicht mehr genug Platz war, um die Bilder zu hängen. Es folgten die Neue und die Große Eremitage. Gegen Ende der Herrschaft Katharinas umfasste die Sammlung etwa 4000 Gemälde. Zugänglich war die Kunst jedoch nur der höfischen Gesellschaft. 


Treppenhaus der Eremitage in Sankt Petersburg, Russland, 2004
 Erst unter Katharinas Nachfolger, Zar Nikolaus I., konnte die mittlerweile auch um russische Kunst erweiterte Sammlung seit dem 5. Februar 1852 (nach dem seinerzeit in Russland geltenden julianischen Kalender [= 17. Februar 1852 nach dem heute geltenden gregorianischen Kalender]) unter Einschränkungen auch von der normalen Bevölkerung besucht und bestaunt werden. Heute ist die Eremitage mit über 3 Mio. Exponaten eines der größten Kunstmuseen der Welt. Zur Sammlung gehören Gemälde der bedeutendsten europäischen Maler, u. a. Meisterwerke von Rembrandt, Rubens, Matisse, Gauguin und Picasso. 

 Was am 17. Februar noch geschah: 
 146 v. Chr.: Mit der Eroberung Karthagos durch römische Truppen endet der Dritte Punische Krieg
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Heute vor 113 Jahren – 17. Februar 1900: Samoa wird deutsches Protektorat

Ein Platz an der Sonne 

 Die Zeit von etwa 1870 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 ging als das Zeitalter des Imperialismus in die Geschichte ein. Die europäischen Großmächte strebten danach, in weit entfernten Regionen der Erde Kolonien und Schutzgebiete unter ihre Kontrolle zu bringen. Waren zunächst vor allem wirtschaftliche Interessen ausschlaggebend, so traten bald strategische Aspekte hinzu. Mit großer Selbstverständlichkeit und rassistischem Dünkel gingen die Europäer daran, die »unterentwickelten« Gebiete der Welt unter sich aufzuteilen. 

»Der Wasserrutsch vom hohen Felsen«,
Plakat der deutschen Kolonialherren, um 1900
 Das Deutsche Reich trat vergleichsweise spät in diesen Wettlauf um einen kolonialen »Platz an der Sonne« ein. Mitte der 1880er-Jahre gewann Berlin Kolonien und Schutzgebiete in Afrika sowie im Südpazifik. Der letzte Erwerb war der westliche Teil der Samoa-Inseln im Südpazifik, der am 17. Februar 1900 unter deutsches Protektorat gelangte. Was der entscheidende Antrieb war, die Vulkaninseln am anderen Ende der Welt dem Machtbereich einzuverleiben, ist umstritten. Nach Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg teilten die Alliierten die deutschen Kolonien unter sich auf. 



youtube-Info:
Der dritte Teil der Dokumentation behandelt die Südsee als Projektionsfläche europäischer Phantasien vom Paradies, welche auf die kulturelle Wirklichkeit der einheimischen Inselbewohner trafen. Als besonderer Kontrast zwischen den Kulturen wird der rituelle Kannibalismus der Ureinwohner Papua-Neuguineas hervorgehoben. Als Beispiel für die Sehnsucht nach der Freiheit von den Zwängen der Heimat dient der deutsche Aussteiger August Engelhardt. Seine Neigung zum Nudismus und Vegetarismus wird als Grund für die Übersiedelung nach Deutsch-Neuguinea und den Rückzug auf eine eigene Insel angeführt. Dort habe er eine Lebensgemeinschaft „der ersten deutschen Hippies" begründete. Auch die Angehörigen der Kolonialverwaltung gelten im Film, verglichen mit den Verhältnissen in Deutschland, als freizügig, was Party-Szenen bei der emanzipierten Halb-Samoanerin Emma Forsayth-Coe (Queen Emma) sowie die Mischehe des Statthalters Albert Hahl verdeutlichen. Laut dem interviewten Forscher Hermann Hiery ist diese Ungezwungenheit unter anderem auf die süddeutsch geprägte, unpreußische Zusammensetzung des Verwaltungsapparats zurückzuführen. Als Gegenpol dient der Pater Matthäus Rascher, ein deutscher Missionar auf der Insel Neupommern im Bismarckarchipel. Rascher wird als rigoroser Bekämpfer der Promiskuität unter den Inselbewohnern dargestellt. Die Ermordung des Paters und seiner Ordensschwestern am 13. August 1904 zeigt die Folgen des europäischen Missionseifers. Eine Mittelstellung zwischen den Positionen Engelhardts und Raschers nimmt die Rolle von Wilhelm Solf als ehemaliger Gouverneur Deutsch-Samoas ein. Einst für seine gemäßigte Kolonialpolitik bei den Einheimischen geachtet, trat er nach seiner Rückkehr in Deutschland für die Rassentrennung in den deutschen Kolonien mittels Eheverordnung ein. Der Historiker Horst Gründer interpretiert dies als Versuch Solfs, insbesondere die samoanischen Frauen vor Übergriffen zu schützen. Es kam indes dennoch zu deutsch-samoanischen Kindern, was durch Interviews mit heutigen Nachkommen gezeigt wird.

 Was am 17. Februar noch geschah: 
 1962: Eine große Sturmflut überschwemmt und verwüstet Teile Hamburgs. 
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013


Samstag, 16. Februar 2013

Heute vor 50 Jahren – 16. Februar 1963: Die Beatles erstmals an der Spitze der britischen Hitparade

Mit der Single »Please Please Me« stürmt die britische Popgruppe The Beatles erstmals die Spitze der britischen Hitlisten. Bis Jahresende ist die neue Gruppe mit sieben Titeln gleichzeitig in den britischen Top Twenty vertreten.



Aufnahme eines Konzertes in Washington

Water Makes Money - Wie private Konzerne aus Wasser Geld machen

Water makes Money lief am 12. Februar auf Arte, robuste Magenschleimhaut empfohlen:

Water Makes Money Wie private Konzerne aus Wasser Geld machen {1:15:04}


Veröffentlicht am 26.01.2015
Wasserfälle
Die Politik will unser wichtigstes Nahrungsmittel, unser Trinkwasser, in die Hände privater Geschäftemacher verhökern! Wehren wir uns heute dagegen, bevor es zu spät ist! Tretet unserer Gruppe bei Facebook bei www.facebook.com/wasserfaelle und besucht uns auf unserer Webseite www.wasserfaelle.org - Es ist Zeit die Verantwortung in die eigenen Hände zu nehmen!

Info-Text am 30.06.2013:
Die französischen Konzerne Veolia und Suez zählen zu den Großen im wachsenden Weltmarkt der privaten Wasserversorgung. Sie sind auf allen fünf Kontinenten präsent und kaum eine Woche vergeht ohne Neuerwerbungen. Doch ausgerechnet im Heimatland Frankreich haben sie schnell wieder an Boden verloren. Anfang 2010 mussten beide Konzerne an ihrem Hauptsitz Paris die Wasserversorgung an die Stadt zurückgeben.

Private Konzerne versorgen rund 80 Prozent der französischen Bevölkerung mit Trinkwasser. Doch im ganzen Land schwindet das Vertrauen in ihre Seriosität, denn die Wahrheit über das Gebaren der Konzerne drängt an die Oberfläche: Wasserzähler werden dem Kunden faktisch doppelt berechnet, der Austausch von Bleileitungen erfolgt nur teilweise, dringende Reparaturen werden dem Verbraucher als Neuanschaffung in Rechnung gestellt. Inzwischen liegen die Wasserpreise bei privaten Betreibern in Frankreich um 20 bis 60 Prozent höher als bei öffentlichen Versorgern. Skandalös sind auch die üblichen geheimen Deals der Wassermultis mit den Kommunen: Der Konzern kauft sich bei der Gemeinde ein, um Wasser zu liefern oder Abwasser zu entsorgen. Diese 200 oder 300 Millionen Euro oder mehr gelten als Kaufsumme oder auch als Geschenk an die Kommune. Doch die Zahlung der Konzerne entpuppt sich dann als Kredit, der von den Wasserkunden über 20 oder 30 Jahre mit Zins und Zinseszins in dreifacher Höhe zurückgezahlt werden muss.
Beispiele in Frankreich und Braunschweig machen ein System sichtbar, das den Wasserkonzernen erlaubt, ihren globalen Expansionskurs zu finanzieren - ein System, das inzwischen viele Franzosen motiviert, die Rückkehr zur kommunalen Wasserversorgung anzustreben.
Noch schockierender ist die Tatsache, dass in Frankreich die Ressource Wasser mittlerweile in einem bedenklichen Zustand ist. Dabei liegt die Lösung nah und ist absolut kostengünstig: die Ausweisung von Wasserschutzgebieten, auf denen nur Biolandwirtschaft erlaubt ist. Nur die Multis verdienen daran nichts. Zusätzlich würde ein sinkender Wasserverbrauch die Rendite der Konzerne schmälern. Aber in Frankreich wächst zusehends das Bewusstsein, die Melkkuh der Konzerne für ihre globalen Expansionspläne zu sein, und es baut sich eine Rekommunalisierungswelle auf. Und auch in anderen europäischen Ländern sowie in Lateinamerika, Afrika und den USA kommt es immer häufiger zur Rückkehr der Wasserversorgung in die Hände der Bürgerinnen und Bürger

- Water Makes Money (Wikipedia)
- ein Artikel zum Film bei Greenpeace (09.09.2010)
- Rekommunalisierung öffentlicher Dienstleistungen in der EU (Susanne Halmer, Barbara Hauenschild, Österreichische Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung, März 2014, PDF)
Braunschweig: Stadt muß Verdopplung der Schulden durch Privatisierung einräumen (piratenwirken.de, 06.06.2013)
Übersichtsartikel von Christine Wicht auf den Nachdenkseiten (28.01.2013) zur von der EU angestrebten Privatisierung der Wasserversorgung
- Privatisierung von Wasser schlägt Wellen (braunschweig-spiegel, 01.11.2010)
Blaues Wunder in Braunschweig (taz, 07.10.2010) 
- Wasserwirtschaft in Deutschland bei arte (13.02.2013)
- Wassprivatisierung und die Folgen (Braunschweig Online, Datum unbekannt)
- Petition gegen Privatisierung der Wasserrechte in der EU
- WasserinBürgerhand

Wasserprivatisierung - Wie aus Wasser Geld wird | odysso - Wissen im SWR {5:30}


Veröffentlicht am 19.03.2015
SWR 
Trinkwasserversorgung privatisieren, um die Stadtkasse zu sanieren – ein Konzept, das weltweit Schule gemacht hat. Auch in Stuttgart und das nicht ohne Folgen.
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ARD Monitor 13.12.2012 Geheimoperation Wasser - EU fördert Wasserprivatisierung {7:56}

Veröffentlicht am 24.01.2013
Privatisieren würde bedeuten das wir unser Lebenswichtiges Wasser in die Hand von Privaten geben würden die sich dann darum kümmern.
Das heisst sie werden Profit orientiert handeln und möglicherweise wird unsere Wasser Qualität schlechter da sie Chlor oder andere billige Mittel zur desinfizierung und reinigung des Wasser nutzen können.
Es könnte schlimmsten Falle dazu kommen,dass sie Genveränderte Substanzen ins Wasser hinzufügen könnten die nach Jahren zu Krankheiten führen können.
Im Endeffekt geschieht nichts in der Politik aus Zufall,wir alle wissen wie Menschenverachtend unsere Politiker sind und wie sie den Geldgierigen Konzernen hinterher rennen. Wir müssen entgegen wirken indem wir uns zusammen tun und politisch aktiv werden bzw. unterschriften sammeln auf dieser Seite:
http://www.right2water.eu/de
Unterzeichnet hier um die Chance einer neu Verhandlung zu erhöhen !
(Neu Verhandlung ab 1million unterzeichnungen)

Wem gehört das Wasser? Wie Nestlé Profit macht, während Menschen dursten. {8:34}

Veröffentlicht am 27.04.2015
Für viele von uns ist Trinkwasser in Plastikflaschen zu kaufen völlig alltäglich. Doch was wir zu günstigem Preis trinken, müssen Menschen in Südafrika teuer bezahlen.
Tut euch selbst und anderen etwas Gutes: Verzichtes auf Wasser in Plastikflaschen und filtert euer Leitungswasser.
Testet unsere spring-time 420 gratis. Denn wir bieten eine Alternative zum Schutz unserer Ressourcen.
http://www.gesundes-wasser-trinken.de

Der verschwenderische Umgang mit Wasser - 08.2015 {2:39}

Veröffentlicht am 06.09.2015
ARD berichtet am 24.08.2015
(Mehr Infos wie wir hier in Deutschland Wasser sparen können, ohne uns einzuschränken, gibt es bei uns: info@anyxing.de oder unter http://www.gesundes-wasser-trinken.de)
Wasser wird in den kommenden Jahrzehnten wichtiger werden als Öl. In einer Studie der UN heißt es, noch nie sei die Erde so durstig gewesen. Die Deutschen tragen das Ihre dazu bei.
Wir in Deutschland haben es gut: Wasser ist keine Mangelware. Es fließt aus der Leitung und in Flüssen, wie dem Rhein. Trinkwasser verbrauchen wir zwar weniger als in den 90ern - aber immer noch 120 Liter pro Tag.
Virtuelle Rechnung
Tatsächlich ist es noch sehr viel mehr: Unser virtueller Wasserverbrauch schließt auch die Produktion von Lebensmitteln und Konsumgütern in den Herstellungsländern mit ein. Und da kommt eine Menge zusammen.
Für einen einzigen Becher Kaffee werden 130 Liter Wasser zur Herstellung benötigt.
Ein Baumwollshirt verschlingt ganze 2.700 Liter. Baumwolle ist eine der durstigsten Pflanzen überhaupt. Sie muss bewässert werden und wird meist in trockenen Gebieten angebaut.
Getopt wird das von einem Steak - 15.500 Liter Wasser, das das Rind trinkt und das zur Futterherstellung draufgeht.
Der absolute Spitzenverbraucher ist jedoch das Auto - da kommt keiner drüber. 400.000 Liter Wasser werden zur Produktion benötigt.
Alles in allem beträgt unser täglicher virtueller Wasserbrauch: knapp 4000 Liter, etwa 26 Badewannen. Wie kann man es besser machen? Die gute alte Regel: regional und saisonal einkaufen - am besten Bio-Produkte, denn die verschmutzen die Umwelt weniger.
Bei uns ist Wasser zum Glück - noch - keine Mangelware. Aber jeder Liter, den wir mehr verbrauchen, fehlt anderswo auf der Welt.

Public Private Partnership | Vortrag | Werner Rügemer | ethecon Tagung 2012 {38:49}

ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie
Am 23.02.2018 veröffentlicht 
ethecon - Stiftung Ethik und Ökonomie
ethecon ist im Gegensatz zu den vielen Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen eine der wenigen Stiftungen „von unten“ und folgt dem Leitmotiv „Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung!“. Nur mit der Entwicklung und Durchsetzung umweltgerechter und menschenwürdiger Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle werden sich drohende ökologische und soziale Katastrophen abwenden lassen. ethecon arbeitet mit Vision und Perspektive, weit über den Generationenwechsel hinweg.
www.ethecon.org Black und Blue Planet Awards
Bereits seit 2006 verleiht ethecon jährlich die beiden internationalen Positiv- und Negativ-Preise, den Internationalen ethecon Blue Planet Award für herausragenden Einsatz für Erhalt und Rettung des „Blauen Planeten“ sowie der Internationalen ethecon Black Planet Award für schockierende Verantwortung für Ruin und Zerstörung der Erde.

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Der Publizist Werner Rügemer hat auf der Grundlage des Verlaufs bisheriger ÖPP-Projekte und Recherchen vor Ort eine „Spur des Scheiterns“ diagnostiziert. Verschiedene Formen des Scheiterns seien festzustellen:
  • Der Investor geht bereits in den ersten Jahren in die Insolvenz, die öffentliche Hand muss die Verpflichtungen des Investors übernehmen und mit Verlust neu beginnen, so beim Freizeit- und Badepark der Stadt Leimen in Baden-Württemberg und bei zahlreichen weiteren Bäderprojekten wie der Keitum-Therme auf Sylt.[34]
  • Der Investor steigert durch Nachforderungen die Miete weit über die anfangs vereinbarte Höhe, so etwa bei den 90 Schulen des Landkreises Offenbach und bei der Hamburger Elbphilharmonie.[35]
  • Beim Warnow-Tunnel in Rostock und beim Trave-Tunnel in Lübeck erwies sich die Kalkulation der Investoren HochtiefBilfinger Berger und Bouygues als geschönt; deshalb wurden die Laufzeiten der Verträge von 30 auf 40 bzw. 50 Jahre erhöht, sodass Einwohner und andere Autofahrer länger Maut zahlen müssen und das Eigentum an den Tunnels erst später als vereinbart an die Kommunen übergeht.[36]
  • Schließlich scheitern Projekte, weil der Investor seine vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllen kann, so etwa beim Projekt des digitalen Bürgerportals, das die Stadt Würzburg mit der Bertelsmann-Tochterfirma Arvato vereinbart hatte „Würzburg integriert!“.[37]
Diese vielfältigen Formen des Scheiterns führt Rügemer auf Strukturelemente des ÖPP-Verfahrens zurück: Geheimhaltung der Verträge, private SchiedsgerichtsbarkeitForfaitierung mit Einredeverzicht (Verkauf der Mietforderungen an eine Bank), hohe Transaktions- und Beraterkosten, Zugehörigkeit der einschlägigen Berater zur organisierten ÖPP-Lobby, Alleinbestimmungsrecht des Investors bei den Subunternehmen u. a. Auch in Wirtschaftskreisen wird ÖPP inzwischen heftig kritisiert: „Bei ÖPP verdienen Konzerne, Banken und Berater das große Geld. Gemeinsam mit der öffentlichen Hand haben sie ein intransparentes System geschaffen ‒ zulasten von Mittelstand und Steuerzahlern.“[38]
[Öffentlich-private Partnerschaft, Kritik von Werner Rügemer, Wikipedia, abgerufen am 02.09.2019]
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Aufgrund rückläufiger Katalog- und Zeitschriftenauflagen gründete Arvato mit Axel Springer und Gruner + Jahr das Unternehmen Prinovis.[31] 2005 wurden unter diesem Dach sämtliche Tiefdruckereien der Beteiligten zusammengefasst, was Prinovis zum Marktführer in Europa machte.[32] Parallel begann Arvato, Dienstleistungen für den öffentlichen Sektor anzubieten.[33] Erster Kunde in diesem Bereich war der Kreis East Riding of Yorkshire.[34] Arvato übernahm etwa den Einzug lokaler Steuern oder die Auszahlung von Sozialleistungen.[35] In den folgenden Jahren gewannen Distribution und Logistik stärker an Bedeutung: 2007 wurden die Geschäftsfelder Direct Services und Logistics Services unter Arvato Services vereinigt.[36] In Deutschland gewann das Unternehmen weitere Kunden für diesen Bereich, wozu neben Verlagen beispielsweise auch Unternehmen der IT- und High-Tech-Branche sowie Internet- und Mobilfunkunternehmen zählten.[29] Zum Jahreswechsel 2007/2008 wurde Rolf Buch neuer Vorstandsvorsitzender von Arvato,[37] nachdem Hartmut Ostrowski zum Nachfolger von Gunter Thielen als Bertelsmann-CEO ernannt worden war.[38] Unter seiner Führung brachte Arvato unter anderem das Bonusprogramm DeutschlandCard auf den Markt.[39] Während Ostrowski die internationale Expansion forciert hatte, legte Buch den Fokus wieder stärker auf den Heimatmarkt Deutschland.[40][Arvato, Wandel des Geschäftsmodells, Wikipedia, abgerufen am 02.09.2019]
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zu Arvato siehe auch:
Bertelsmann in Britain (Inside Bertelsmann, Mai 2017 – PDF, S. 20ff. – Man suche nach »arvato«)
Bertelsmann in Aktion (Post, 29.02.2008)
- Bertelsmann macht Staat (Post, 30.04.2007)


Unter den Bedingungen der neoliberalen Globalisierung werden Wissenschaft und Bildung heute radikaler denn je auf die Kapitalinteressen zugeschnitten. Ein wachsender Einfluß von Auftragsforschung und Sponsoren aus der Wirtschaft, Umstrukturierung der Hochschulen nach angloamerikanischen Vorbildern und zunehmende Privatisierung zeugen davon. Beispielsweise richtete die "Lidl-Stiftung" kürzlich der TU München 20 Professuren ein. Und Bertelsmann liefert neben seinen Expertisen eine "Monitor-Lehrerbildung". All das bewirkt Umstellungen von Zielen und Inhalten der Forschung und Lehre, der Studienbedingungen, eine Teilprekarisierung des akademischen Arbeitsmarktes und die folgenschwere Verwertung wissenschaftlicher Errungenschaften für Profitinteressen. Dabei hat nicht nur die militärische Auftragsforschung inhumane und desaströse Folgen, wie die Abgastests für die Automobilindustrie am Universitätsklinikum Aachen zeigte. Selbst die dringend benötigte ökologische Forschung bewegt sich häufig auf der Einbahnstraße neoliberal-marktwirtschaftlicher Opportunität.
[Jobst-Heinrich Müller, Hochschulen unter Kapitalherrschaft, Rotfuchs/199, 2018]

Neues aus der Anstalt - Pelzig umgeht ZDF Verbot und zählt EU für den Wasserwahn aus (3:08 min) {3:07}

Veröffentlicht am 23.01.2013
Da Einblendung von Petitionen beim ZDF verboten sind - machte Erwin Pelzig gestern bei Neues aus der Anstalt einen genialen Schachzug !
Gegen die Privatisierung von Wasser duch die EU stellte er die Internetadresse
http://www.right2water.eu/de
auf einen alten R4 , denn Auto mit Werbung ist ja erlaubt

Wasserprivatisierung - Erwin Pelzig - Wem gehört das Wasser?  {4:45}

Veröffentlicht am 28.04.2015
Ein Recht auf Wasser - für uns Deutsche ziemlich alltäglich und normal. Noch? Erwin Pelzig nimmt sich dem Thema mal an.
Die eigene Trinkwasserqualität lässt sich zu Hause zumindest durch einen eigenen Wasserfilter sichern.
Gratis Testgerät anfragen unter http://www.gesundes-wasser-trinken.de
Wasser ist die lebenswichtigste Ressource der Erde. Der Kampf um den Besitz der weltweiten Wasser-Reserven hat längst begonnen. Mehrere Weltkonzerne liefern sich ein Wettrennen um die besten Trinkwasserquellen - allen voran Coca Cola, Pepsi und Nestlé, der größte Lebensmittelhersteller des Planeten. Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht, erklären die Vereinten Nationen. Die Getränkehersteller halten es dagegen für "blaues Gold", ein Produkt, das seinen Preis haben müsse. Nur, wer soll dafür wie viel bezahlen - und wer verdient daran? Die Wassergiganten kaufen rund um den Globus die besten Quellen auf und machen schon heute damit Milliarden Gewinne. Die weltweite Wasserprivatisierung hat ihren Preis, in manchen Regionen stieg er um bis zu 200 Prozent. Dort wo die großen Wasserkonzerne abpumpen, regt sich vielerorts Widerstand in den betroffenen Kommunen. Die Dokumentation folgt den Spuren der Milliardengeschäfte mit dem Wasser rund um den Globus. Nestlé hat die Strategie für diese Geschäfte vorgegeben.
Wir empfehlen dazu noch diesen Bericht von ARD und ZDF: http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/progr...
alter Info-Text:
Veröffentlicht am 30.03.2013
Update: 07.05.2013 "EU-Petition gegen Wasserprivatisierung nimmt letzte Hürde", http://www.heise.de/tp/artikel/39/390...
Auszug aus der ZDF-Sendung "Neues aus der Anstalt" vom 26.03.2013.
Bezug: Plan der EU, die Privatisierung der Wasserversorgung zu erleichtern.
Unterstützen auch Sie die Initiative "Right2Water":
http://www.right2water.eu/de/node/5
Mögliche, katastrophale Folgen der Privatisierung des Wassers werden z.B. hier skizziert:
Water makes money: http://www.youtube.com/watch?v=dLaVwY...
Wem gehört das Wasser: http://www.youtube.com/watch?v=6RQS8K...
Bottled life: http://www.youtube.com/watch?v=30w4Hn...
Flow - Wasser ist Leben: http://www.youtube.com/watch?v=7FYsNE...

mein Kommentar:
Man nenne mir ein einziges Beispiel in Europa, wo ÖPP funktioniert hat, und ich lösche diesen Post!
Ich nenne jeden Politiker, der heutzutage noch versucht, die Wasserrechte zu privatisieren entweder einen Dummkopf oder einen Verbrecher. Da werden Finanzkonstrukte gebastelt, die noch in 30 Jahren bezahlt werden müssen: von wem wohl?
zuletzt aktualisiert am 02.09.2019