Freitag, 19. Juli 2013

Benoît B. Mandelbrot, (Er)finder der Fraktale

Benoît B. Mandelbrot (1924 – 2010) ist als "Vater der Fraktale" weltberühmt geworden. Die fantastisch geformte, stachlige Teilmenge der komplexen Ebene, die heute seinen Namen trägt, hat unzählige Profis wie Amateure zu computergrafischen Anstrengungen animiert, weil ihre Umgebung sich mit leichter Mühe so einfärben lässt, dass die unglaublichsten Strukturen zu Tage treten. Der Begriff "Fraktal" ist zu einem neuen Paradigma in der Mathematik und ihren Anwendungen avanciert; es soll Zeiten gegeben haben, in denen in jeder zweiten wissenschaftlichen Veröffentlichung zur Physik das Wort "Fraktal" vorkam. Mittlerweile sind die merkwürdigen Gebilde mit Rauheit auf jeder Größenskala, bei denen jeder beliebig kleine Teil dem Ganzen in einem gewissen Sinne ähnlich ist und die so merkwürdige Dimensionen wie 1,26186 aufweisen, im Schulunterricht angekommen.

In seiner Autobiografie, die postum von seiner Familie und engen Freunden vervollständigt wurde, beschreibt Mandelbrot seinen Lebensweg als ebenso rau und chaotisch wie ein Fraktal. In der Tat ist es ungewöhnlich, wenn ein Mathematiker die erste Fassung seines Hauptwerks erst mit 51 Jahren veröffentlicht und seine erste unbefristete Professorenstelle mit 75 antritt. Mandelbrot hat in seiner Karriere reichlich einstecken müssen – und später reichlich ausgeteilt. In seinem Buch drückt er sich dagegen stets sehr milde aus.

Bei der Schilderung der Kindheit und Jugend wird dem deutschen Leser unweigerlich etwas anders zumute. Um dem wachsenden Antisemitismus zu entgehen, zieht seine polnisch-jüdische Familie bereits 1936 nach Frankreich, wo Benoîts Onkel Szolem Mathematikprofessor ist, muss aber bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs um ihr Leben fürchten. Wenn der kleine Benoît nicht sehr viel Glück und zahlreiche selbstlose Helfer gehabt hätte, wüssten wir vielleicht heute noch nicht eine Vielzahl der augenscheinlich verschiedensten Phänomene unter dem gemeinsamen Konzept "Fraktal" zu verbinden.

mehr:
Geschichte eines mathematischen Außenseiters (Christoph Pöppe, Spektrum der Wissenschaft, 19.07.2013)
Mathematiker Benoît Mandelbrot: Vater des Apfelmännchens ist tot (Holger Dambeck, SPIEGEL, 17.10.2010) 
siehe auch:
Die besten Bildschirmschoner, Bild 7 (heise Online, 19.03.2019?)
Mandelbrot und Momentum: Effiziente Märkte (Wilhelm Berghorn, Universal Investment, 05.03.2019?)
Fraktale Geometrie -- Chaos und Ordnung (Dörte Haftendorn, Universität Lüneburg, 03.07.2003, PDF)
Fraktale biologische Strukturen: Chaos und Ordnung im Organismus (Manfred Sernetz, Universität Gießen, 2001)
»Chaosforschung«: Fraktale – Chaos – Ordnung (Jürgen Giesen, Vortrag, 30.01.1995, auf seiner Seite, PDF)
Selbstsichten, "implizites Wissen" und Gesellschaftsbilder: ein kognitionstheoretischer Streifzug durch soziale Wahrnehmungsfelder (Karl H. Müller, Institut für Höhere Studien, Wien, 1997)
Iteration (Asti’s PoVRay-Seite, Verfasser und Datum unbekannt)

Die Faszination der verborgenen Dimension (Fraktale) {52:29}

Veröffentlicht am 28.12.2013
Die Geschichte wiederholt sich. Willst du wirklich zusehen?
https://www.facebook.com/DieGeschicht...
Fraktale sind unregelmäßige, sich wiederholende Gebilde - in der Natur findet man sie in Wolkenformationen und Baumgeäst, Brokkolistrünken, zerklüfteten Gebirgszügen und sogar im Herzrhythmus des Menschen. Jahrhundertelang wurde angenommen, dass sich die unregelmäßigen fraktalen Gebilde außerhalb des mathematischen Verständnisses befänden, aber schließlich betraten Mathematiker auch dieses Neuland. Die Dokumentation geht der Frage nach, wie die Regeln der fraktalen Geometrie zu entschlüsseln sind.
Jahrhundertelang wurde angenommen, dass sich die unregelmäßigen fraktalen Gebilde außerhalb des mathematischen Verständnisses befänden, aber schließlich betraten Mathematiker auch dieses Neuland. Ihre bemerkenswerten Ergebnisse vertiefen unser Verständnis der Natur und regen eine Reihe von wissenschaftlichen, medizinischen und künstlerischen Innovationen an. Die Dokumentation zeigt vielfältige alltagstaugliche Anwendungen von Fraktalberechnungen, zum Beispiel bei der Vermessung von Küstenlinien, der Herstellung von Spezialeffekten im Film oder immer kleinerer Drahtantennen. Fraktale tragen auch zum besseren Verständnis der menschlichen Physiologie und zur Beantwortung der Frage bei, warum größere Tiere Energie effizienter nutzen als kleinere.
Michael Schwarz und Bill Jersey, die bei dieser Dokumentation für Regie und Produktion verantwortlich sind, verweben neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu einer ergreifenden mathematischen Kriminalgeschichte.
Quelle: http://www.arte.tv/de/woche/244,broad...

Fractals - The Colors Of Infinity, by Arthur C. Clarke {53:44}

Hochgeladen am 11.02.2011
No Beginning & No Ending, Shown & Proven in No Limit of Time...
Arthur C. Clarke presents this unusual documentary on the mathematical discovery of the Mandelbrot Set (M-Set), in the visually spectacular world of fractal geometry.
This show relates the science of the M-Set to nature in a way that seems to identify the hand of God in the design of the universe.
Dr. Mandelbrot in 1980 discovered the infinitely complex geometrical shape called the Mandelbrot Set, using a very simple equation with computers and graphics.

Deepest Mandelbrot Set Zoom Animation ever - a New Record! 10^275 (2.1E275 or 2^915) {5:11}

Hochgeladen am 26.01.2010
Music is "Research Lab" by Dark Flow (http://itunes.apple.com/us/album/subu... , http://amzn.com/B001U9YCG8 )
Read more geeky details and download the full-resolution video at http://fractaljourney.blogspot.com
Details:
The final magnification is 2.1x10^275 (or 2^915). I believe that this is the deepest zoom animation of the Mandelbrot set produced to date (January 2010).
Each frame was individually rendered at 640x480 resolution and strung together at 30 frames per second. No frame interpolation was used. All images were lovingly rendered by 12 CPU cores running 24/7 for 6 months.
Self-similarity (mini-brots) can be seen at 1:162:30, and at the end 5:00.

Fraktale 3D-Animation mit Mandelbulber - bizarre Höhlen {2:14}

Hochgeladen am 20.07.2011
Kamerafahrt in ein 3D- Fraktal mit dem Programm Mandelbulber - 
weitere Beispiele auf C-dK.de
http://www.computergrafiken-digitale-...
aktualisiert am 01.04.2019

Montag, 15. Juli 2013

Gleichberechtigung bei der Kreissparkasse Birkenfeld

Ich liebe meine Heimat. Das ist nicht besonders schwer, wenn man nicht da lebt. Einen griechischen Taxifahrer, der mir von seiner Heimat vorschwärmte, fragte ich, weshalb er nicht in Griechenland lebt. (Die Geschichte spielte sich 1986 ab, auf einer Fahrt von Gießen nach Frankfurt, als es das Wort »Rettungsschirm« noch nicht gab.) Seine Antwort: »Sind Sie wahnsinnig?« Den Rest der Fahrt unterhielt er mich mit Geschichten über die griechische Bürokratie.

Die Kreissparkasse Birkenfeld wirbt mit Ausbildungsplätzen. Beim Betrachten des Posters fühle ich mich in die miefige Kleinbürgerlichkeit meiner Heimat zurückversetzt. Ähnlich wie bei Familie Heinz Becker sind in gewissen Nahe-Regionen Dinge gang und gebe, bei denen ich Zahnschmerzen kriege.
Ausführlicher äußert sich der recrutainment-Blog. (Ich weiß, ich werde alt, aber »der« gefällt mir besser (und ist erlaubt), und mit Denglish werde ich mich wohl nicht mehr anfreunden.)

Das Bild habe ich von Oster. Sein Kommentar: »Da weiß man, wer nach oben gehört!« – Danke!


Montag, 8. Juli 2013

Heute vor 70 Jahren – 8. Juli 1943: Der Chef der Résistance stirbt

Held und Märtyrer der Resistance 

 »Tritt ein, Jean Moulin, mit Deinem Gefolge des Schreckens. Mit allen, die wie Du in den Kellern gestorben sind, ohne ihr Schweigen gebrochen zu haben.« Mit diesen Worten eröffnete der französische Kulturminister André Malraux 1964 seine Gedenkrede anlässlich der Überführung der Asche von Jean Moulin ins Pariser Pantheon, die nationale Ruhmeshalle. Malraux würdigte den Anführer der Resistance ganz ausdrücklich auch im Namen der vielen anonymen Märtyrer, die im Widerstand gegen die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkriegs ihr Leben verloren hatten. (siehe: Hommage d'André MALRAUX à Jean MOULIN auf youtube, Einbetten deaktiviert)

Jean Moulin (1899-1943) hatte sich im September 1941 mit Charles de Gaulle in London getroffen und war vom Führer des »Freien Frankreich« beauftragt worden, die verschiedenen Widerstandsgruppen zu vereinigen. Im Juni 1943 wurde er verraten, von der Gestapo verhaftet und gefoltert. Doch die Namen von anderen Kämpfern gab er nicht preis. Moulin starb am 8. Juli 1943 in einem Zug, der ihn von Paris in ein deutsches Konzentrationslager bringen sollte. Heute tragen viele Schulen und Straßen in Frankreich seinen Namen. Erster Präsident der Dritten Republik (1870-1940) in Frankreich war Adolphe Thiers
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 




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Mittwoch, 26. Juni 2013

Heute vor 50 Jahren – 26. Juni 1963: Kennedy sagt: »Ich bin ein Berliner.«

Vor zweitausend Jahren war 
 der stolzeste Satz, den ein Mensch 
sagen konnte, der: 
 »Ich bin ein Bürger Roms!« 
 Heute ist der stolzeste Satz, den 
jemand in der freien Welt sagen kann: 
»Ich bin ein Berliner!« 

John F. Kennedy, 1963


Ein Zeichen im geteilten Berlin 

 Die Mauer trennte Berlin seit zwei Jahren und der Kalte Krieg befand sich in einer sehr heißen Phase, als US-Präsident John F. Kennedy am 26. Juni 1963 [15. Jahrestag der Berliner Luftbrücke] nach Berlin kam, um den Menschen in der »Frontstadt« Mut zuzusprechen und der Solidarität des amerikanischen Volks zu versichern. In Begleitung von Bundeskanzler Konrad Adenauer und Willy Brandt, seinerzeit Regierender Bürgermeister von Berlin, fuhr er im offenen Wagen durch eine begeisterte Menschenmenge zum Schöneberger Rathaus und hielt dort seine berühmt gewordene Rede.

Brandt, Kennedy und Adenauer: Beim Berlin-Besuch von US-Präsident John F. Kennedy im Juni 1963 Berlin 1963 fahren Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Willy Brandt (SPD) mit dem Staatsgast im offenen Wagen durch West-Berlin. Zwei Jahre zuvor hatte Brandt Adenauer politisch in den Schatten gestellt, als er bei Kennedy scharf gegen die Tatenlosigkeit der Alliierten während des Mauerbaus protestierte. Adenauer dagegen war kritisiert worden, weil er nach dem 13. August 1961 nicht umgehend in die geteilte Hauptstadt gereist war. Bei der Bundestagswahl im September 1961, bei denen Brandt als SPD-Kanzlerkandidat der SPD antrat, hatte Adenauers CDU/CSU-Koalition ihre absolute Mehrheit im Parlament verloren. [Quelle: einestages.spiegel.de]

 Er geißelte die Mauer als beredtes Zeugnis dafür, dass das kommunistische System versagt habe, das der »Menschlichkeit ins Gesicht« schlage, und verwies darauf, dass die Demokratie - bei allen Schwierigkeiten, die es gebe - es nie nötig gehabt habe, die Menschen daran zu hindern, woanders hinzugehen. Er pries die Vitalität der Berliner, mit der sie der »18-jährigen Belagerung« der Stadt standgehalten hätten. Am Schluss der frenetisch bejubelten Rede wiederholte er noch einmal die Wendung, die allen im Gedächtnis blieb: »Ich bin ein Berliner.« 


 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012


Sonntag, 16. Juni 2013

Idar-Oberstein – Bilder aus acht Jahrzehnten

Hier der Link

Edelsteinstadt Idar-Oberstein um 1924 - kurz.mpeg [29:40]

Hochgeladen am 29.02.2012 
Geschichte der Schmuck- und Edelsteinindustrie in Idar-Oberstein

Hier gibt’s weitere Photos aus Idar-Oberstein: d-55743.de

Idar-Oberstein [12:31]

Hochgeladen am 11.10.2010 
Idar-Oberstein mit seinen Sehenswürdigkeiten

In den Edelstein-Stollen bin ich als kleiner Junge noch selbst rumgekrabbelt: Drachenschnur außen an einem schweren Stein festbinden, Taschenlampe und dann ab durch die Mitte. Jetzt ist’s bequemer:

crystal mine an guided tour in idar-oberstein Germany (video by ben&hanny) [03:29]

Veröffentlicht am 12.12.2011 
een te bezichtigen edelstenen mijn in idar-oberstein, vlakbij het Roompot park in Oberhambach "hambachtal"

Nachdem er einige Male nun schon langsam gestorben ist, denken Idar-Obersteiner seit etwas eineinhalb Jahren darüber nach, daß der berühmteste Sohn der Stadt in den Hunsrück zurückkommt:


Bruce Willis goes Idar-Oberstein [02:59]

Hochgeladen am 10.03.2011
Bruce Willis, geboren in Idar-Oberstein, kommt zurück in seine Heimat!
Ein Aprilscherz des SWR-Wochenspiegel. :)



Die Stimmung in I-O ist bei jungen Leuten oft nicht die glücklichste:

Unser Idar-Oberstein.mpg [4:34]

Hochgeladen am 06.11.2011
Ein kleines video über unsere stadt ist aber leider nicht alles was mann hier sieht hier läuft vieles nicht richtig ich hoffe es denken einige leute mal darüber nach !!!!
musik nicht von mir !!!!

Die Nachfahren der Brasilien-Auswanderer sprechen in der 7. Generation immer noch »de Honnsregger Platt«

Brasilianer sprechen Hunsrücker Dialekt [03:03]
Hochgeladen am 10.03.2011
Ca. 1 000 000 Menschen wanderten in den letzten 3 Jahrhunderten aus ganz Deutschland nach Brasilien aus. Jedoch war es der Hunsrücker Dialekt, der sich durchsetzte und den die Auswanderer nun schon in der 7. Generation pflegen und am Leben erhalten.
Vor kurzen besuchten sie ihre Heimat ...


Zum Schluß noch die Felsenkirche:
church in the rocks in idar-oberstein germany (video by ben&hanny) [2:26]
Veröffentlicht am 07.12.2011
kerk in de rots bij idar-oberstein, vlakbij het Roompot park Oberhambach


angesichts des Videos fällt mir noch ein Witz ein:

Rückwärts
Fährt ein Idarer mit seinem Auto rückwärts den Schloßberg hoch. Unterwegs fragt ihn ein Obersteiner: „Warom fierst dou dann rickwärts lo ruff?“ Antwortet der Idarer: „Eesch honn gehiert, lo uwe kann ma net drehe“ und fährt weiter. Nach einer halben Stunde kommt der Idarer wieder rückwärts den Schloßberg runter. Fragt ihn der Obersteiner: „Warom fierst dou dann jetza ach nochmol rickwärts lo ronner?“ Antwortet der Idarer: „Ejh, lo uwe konnt ma doch drehe.“

aus »Reesche Leit onn areme Deiwel« (mehr)

Auf youtube kann man sich noch weitere Videos ansehen.
Wie euphemistisch auch einige Kommentare, die dort zu finden sind, auch klingen, der Rückgang der Einwohnerzahl von 45.000 etwa Mitte der 70er Jahre auf jetzt 30.000 spricht für sich.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Bob Dylan – My Back Pages



My Back Pages - The 30th Anniversary Concert - 1992 from Marcelo Staub on Vimeo
mit Neil Young, Roger McGuinn, Tom Petty, Eric Clapton und George Harrison

Eine bessere Version findet sich bei:
- Bob Dylan performs My Back Pages at his 30th anniversary concert - video (The Guardian, 12.02.2014)

The 30th Anniversary Concert Celebration auf Wikipedia (mit einer höchst beeindruckenden Set-List)


Erste Veröffentlichung auf Bob Dylans viertem Studio-Album »Another Side of Bob Dylan«

Album-Rezension bei folkmusic.about

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Bei Teilen der Folkszene sorgte das Album für Befremden. So veröffentlichte Irwin Silber in der von ihm herausgegebenen Folk-Zeitschrift Sing Out! einen offenen Brief an Dylan, in dem er seiner Sorge Ausdruck verlieh, der Sänger drohe durch die Begleitumstände von Ruhm und Erfolg den Kontakt zur Basis zu verlieren, was auch in seinen neuen Liedern zum Ausdruck komme.[4] Der Folksänger Phil Ochs hingegen verteidigte im Broadside Magazine Dylans Recht auf Wandel.[5] [Another Side of Bob Dylan, Wikipedia, zuletzt abgerufen am 03.02.2018]
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Das Lied (man bedenke, daß Dylan damals 23 Jahre alt war!) interpretiert das englische Wikipedia wie folgt:
Dylan criticizes himself for having been certain that he knew everything and apologizes for his previous political preaching, noting that he has become his own enemy "in the instant that I preach."[2][5][6] Dylan questions whether one can really distinguish between right and wrong, and even questions the desirability of the principle of equality.[7] The lyrics also signal Dylan's disillusionment with the 1960s protest movement and his intention to abandon protest songwriting.[5][6][8] The song effectively analogizes the protest movement to the establishment it is trying to overturn.[4] [My Back Pages, Writing, recording and performance, 2. Abs., engl. Wikipedia, zuletzt abgerufen am 03.02.2018]

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Crimson flames tied through my ears
Rollin' high and mighty traps
Pounced with fire on flaming roads

Using ideas as my maps

"We'll meet on edges, soon," said I
Proud 'neath heated brow
Ah, but I was so much older then
I'm younger than that now.

Purpurne Flammen schlugen mir aus den Ohren,
Errichteten hohe und mächtige Schranken,
Unter meinen lodernden Tritten begann der Asphalt zu schmoren
Während ich folgte den Feuerzeichen meiner Gedanken.
„Bald ist's soweit", rief ich, „seht euch vor!"
Mein Stolz kannte keine Grenzen mehr.
Ah, doch das war, als ich noch älter war,
Ich bin jünger geworden seither.

Half-cracked prejudice leaped forth
"Rip down all hate," I screamed
Lies that life is black and white
Spoke from my skull, I dreamed
Romantic facts of musketeers
Foundationed deep, somehow
Ah, but I was so much older then
I'm younger than that now.


Kam mir ein Vorurteil in die Quere,
Schrie ich „Nieder mit allem Haß!"
Ich glaubte blind dem Lügenmärchen,
Im Leben sei Schwarz und Weiß das einzige Maß.
Ich hatte romantische Träume von Musketieren,
Das beeindruckte mich irgendwie sehr.
Ah, doch das war, als ich noch älter war,
Ich bin jünger geworden seither.

Girls' faces formed the forward path
From phony jealousy
To memorizing politics
Of ancient history
Flung down by corpse evangelists
Unthought of, though, somehow
Ah, but I was so much older then
I'm younger than that now.


Gesichter von Mädchen begleiteten mich
Mit gespielter Eifersucht.
Dann das Auswendiglernen historischer Fakten
Aus irgendeinem alten Buch,
Mit dem mich tote Prediger traktierten.
Ich verstand es nicht recht, nichtmal ungefähr.
Ah, doch das war, als ich noch älter war,
Ich bin jünger geworden seither.

A self-ordained professor's tongue
Too serious to fool
Spouted out that liberty
Is just equality in school
"Equality," I spoke the word
As if a wedding vow
Ah, but I was so much older then
I'm younger than that now.


Eines selbsternannten Professors Zunge,
Sehr wichtig und manieriert,
Verkündete, daß Gleichheit
In der Erziehung unsere Freiheit garantiert.
„Gleichheit", ich sagte das Wort
Als ob ich in der Kirche wär.
Ah, doch das war, als ich noch älter war,
Ich bin jünger geworden seither.


In a soldier's stance, I aimed my hand
At the mongrel dogs who teach
Fearing not that I'd become my enemy
In the instant that I preach

My existence led by confusion boats
Mutiny from stern to bow
Ah, but I was so much older then
I'm younger than that now.


Zum Kampf entschlossen wies ich mit der Hand
Auf die Lehrer, diese räudigen Hunde,
Ohne zu bedenken, daß ich in meinem Predigerzorn
Mir selber zum Feind werden konnte.
Mein Weg führte durch umkämpftes Gebiet,
Meuterei ergriff das ganze Heer.
Ah, doch das war, als ich noch älter war,
Ich bin jünger geworden seither.


Yes, my guard stood hard when abstract threats
Too noble to neglect
Deceived me into thinking
I had something to protect

Good and bad, I define these terms
Quite clear, no doubt, somehow
Ah, but I was so much older then
I'm younger than that now.

Ja, ich parierte, wenn drohende abstrakte Stimmen,
Die so taten, als ob sie's besser wüßten,
Mich täuschten und mir die Überzeugung eingaben,
Daß ich etwas verteidigen müßte.
Gut und Böse zu unterscheiden,
Fällt mir heute nicht mehr schwer,
Ah, doch damals war ich viel älter als heute,
Ich bin jünger geworden seither.
(Übersetzung gefunden bei golyr)


Auf dem englischen Wikipedia gibt es im Artikel zum Song »My Back Pages« einen sehr interessanten Link zu drei Dokumenten bezüglich einer Veranstaltung im Dezember 1963, bei der Bob Dylan ein Preis verliehen wurde. Gegen Ende der Rede sage Dylan folgendes:
»I got to admit that the man who shot President Kennedy, Lee Oswald, I don't know exactly where — what he thought he was doing, but I got to admit honestly that I too – I saw some of myself in him. I don't think it would have gone – I don't think it could go that far. But I got to stand up and say I saw things that he felt, in me – not to go that far and shoot. (Boos and hisses) You can boo but booing's got nothing to do with it. It's a – I just a – I've got to tell you, man, it's Bill of Rights is free speech […]« [Quelle: folgender Link]
- Bob Dylan and the NECLC (Corliss Lamont)
The National Emergency Civil Liberties Committee (NECLC), founded in 1951 and known for many years simply as the Emergency Civil Liberties Committee (ECLC), annually held a Bill of Rights Dinner which gathered together members and friends of the organization and provided a setting for the presentation of the group's Tom Paine Award (As I Went Out One Morning, Wikipedia), given once yearly since 1958 in recognition of distinguished service in the fight for civil liberty. The recipient of the 1963 award was singer/songwriter Bob Dylan who accepted the award on December 13 at the Dinner in New York, which also featured noted author James Baldwin.

What follows here is a most remarkable set of three documents: first, Bob Dylan's extemporaneous speech, probably typed out later from an audio tape, then an eloquent letter in defense of Dylan and of youth itself from Corliss Lamont, who was then Chairman of the ECLC, and finally, a most beautiful and poetic explanation by Dylan himself analyzing and expressing his tumult of feelings on the occasion. 
Read on.....

zu dem Vorfall bei der Preisverleihung siehe auch:
- Nur eine Stimme die singt (in: Robert Sheldon, Bob Dylan - No Direction Home: Sein Leben, seine Musik 1941-1978)

The Nice - My Back Pages {9:13}

Am 11.05.2014 veröffentlicht
Schlangen Buiz
The Nice - My Back Pages (Keith Emerson with The Nice)

siehe die Kritik des Nice-Albums Elegy:
- Elegy – Worst Album ever (George Sarostin, Only Solitaire, ca. 2000/2001)
As to "My Back Pages", yes, Lee can't sing but, tell me, who would you rather hear : Lee Jackson or Ashley Holt ??!!! Now be honest! (That's a tough choice, actually. Can I just strangle both of them? Or myself? - G.S.). But, to end on a positive note, one of the things I love about this song is the very skillful way in which Keith wove parts of the first movement of Bach's sixth Brandenburg Concerto around the Dylan tune. Clever stuff indeed. [KommentarKenneth Willis, 01.02.2001, Hervorhebung von mir]
Keith Jarrett Trio - My Back Pages {6:48}

Am 15.05.2011 veröffentlicht
lumaz71
..Bob Dylan's song...live in Aarhus, Denmark, 1969...
zuletzt aktualisiert am 03.02.2018