Die Psychologie betreffenden Posts habe ich in »Roths Psychoblog« eingestellt. Eine Liste der Musikvideos findet sich unter »Tornado’s Music Favourites« (siehe unter »Links«). Das Posten eines Videos schließt das Hinzufügen des Infotextes mit ein. (Ich bemühe mich, offensichtliche Werbung wegzulassen) Dieser gibt also nicht notwendigerweise meine Meinung wieder! Das verwendete Bild stammt aus Bob Dylan’s Video »Jokerman«. Ich speichere keine Daten!
Nach dem Aussterben der Jagiellonen-Dynastie wurde Polen 1572 eine Wahlmonarchie. Wenn der Adel den König wählte, versuchten stets auch ausländische Mächte, ihre Interessen einzubringen. Als König August II., der Starke, der Sachsen und Polen in Personalunion regierte, 1733 starb, unterstützten Russland, Preußen und Österreich die Thronfolge seines Sohnes Friedrich August. Frankreich und Schweden hingegen favorisierten Stanislaus I. Leszczynski, der
schon 1706-09 kurzfristig als Gegenkönig amtiert hatte.
Einzug des französischen Botschafters zu Friedensverhandlungen in Wien 1738,
Gemälde, um 1740
Stanislaus I. wurde 1733 erneut zum König gewählt, konnte sich aber im anschließenden Thronfolgekrieg nicht durchsetzen; russisch-sächsische Truppen zwangen ihn, nach Frankreich zu fliehen. Da viele Mächte in diesen Konflikt involviert waren, fanden auch einige militärische Auseinandersetzungen in Europa statt. Der Thronfolgekrieg endete faktisch 1735 in einem Vorfrieden zwischen Frankreich und Österreich in Wien, endgültig und formal am 18. November 1738
durch den Frieden von Wien.
Der sächsische Kurfürst Friedrich August II. erhielt
als August III. die polnische Krone. Stanislaus Leszczynski wurde mit den Herzogtümern Bar und Lothringen antschädigt. August II., der Starke (1670-1733) ■ Kurfürst von Sachsen seit 1694 ■ König von Polen, 1697-1706 und 1709-33 ■ trat für die polnische Krone zum Katholizismus über
Heute ist die Bedienung eines Computers ohne Maus kaum mehr vorstellbar. Entwickelt wurde sie bereits in den 1960er-Jahren, doch nachdem 1983 erst ein Apple-Computer damit bedient werden konnte, setzte sich der nützliche Positionsanzeiger mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows 95 vollends am PC-Markt durch.
Die erste, von Douglas Engelbart konstruierte Maus, 1968
Im Dezember 1968 strömten in San Francisco 1000 Computerspezialisten zusammen, um einen Vortrag und eine Multimedia-Präsentation des Computerpioniers Douglas Engelbart und seines Teams aus Programmierern und Hardware-Spezialisten zu folgen. Die Veranstaltung gilt in der Branche mittlerweile als legendär und als »Mother of all Demos«. Es ging um die Interaktion von Mensch und Maschine, um Hypertext, um schnelle Befehlseingaben und Cursor-Steuerung. Die präsentierte Maus war ein vergleichsweise klobiger Holzkasten mit einer roten Taste, einem Drehrad, das die Bewegungen des Geräts auf den Bildschirm übertrug und der Strippe, die ihr ihren Namen eintrug. Bereits 1967 hatte Engelbart seine Erfindung zum Patent angemeldet, am 17. November 1970 wurde es ihm erteilt. Allerdings lief es zu früh aus, als dass er mit seiner Erfindung reich geworden wäre.
Nach vielen Jahren literarischer Kastrationstätigkeit hat sich Alice Schwarzer nun in der scheinbaren Mitte unserer entmännlichten Gesellschaft niederlassen können. Gern gesehene Talkshow-GästIn schreibt sie inzwischen sogar für die BILD und nimmt auch an Unterhaltungssendungen für die ganze Familie teil. (Bitte keine Forderung nach Quellenangaben!) Wie lange habe ich mich an der Frau abgekämpft! Schon als Spät-Pubertierender war mir schleierhaft, wie junge Frauen in meiner Umgebung verbal auf männliches Verhalten draufhauen konnten, gleichzeitig aber von James Bond begeistert waren oder mit den schlimmsten Casanovas oder Macho-Arschlöchern in die Federn stiegen oder Beziehungen eingingen. Was war ich verwirrt! Ich tröstete mich mit dem Freud-Spruch: Die große Frage, die ich trotz meines dreißigjährigen Studiums der weiblichen Seele nicht zu beantworten vermag, lautet: 'Was will eine Frau?'. Wie lange habe ich versucht, es Frauen recht zu machen! Bis ich als Therapeut mit einer Reihe von Patientinnen konfrontiert wurde, denen man es nicht recht machen kann… Wer meine Blogs verfolgt hat, hat mitbekommen, daß ich gegen Alices ZEIT-Artikel über das Attentat von Winnenden geschrieben habe (Gewalt durch Männer, Gewalt durch Frauen: Im Inneren des Walfischs, vom 11.05.2009), über die Entlassung von Goslars Gleichstellungsbeauftragter Monika Ebeling (Monika Ebeling als Gleichstellungsbeauftrage vom Rat der Stadt Goslar abgewählt, vom 28.5.2011), ich habe über ein Antifeminismustreffen geschrieben (2. Internationales Antifeminismus-Treffen vom 25. Juni 2011, vom 31.5.2011) und Frauengewalt (vom 28.5.2011). Auch habe ich auf einen Kommentar in der ZEIT zu den Kommentaren über die Finanzkrise hingewiesen. (»Natürlich nehmen wir den Mann mit«, Psychoblog-Post vom 22.4.2012) Vor kurzem nun habe ich beschlossen, auf feministische Artikel nicht mehr einzugehen. Wenn die Frauen und Männer, die solche Artikel schreiben oder lesen, das brauchen (oder zu brauchen glauben), dann ist das so. Dem Ausagieren von Bedürfnissen ist mit vernünftigen Argumenten nicht beizukommen. Nicht nur Sex sells, auch Opfer sells (siehe Niki de Saint Phalle, die vermeintlich ihr ganzes Leben lang den sexuellen Mißbrauch ihres Vaters publikumswirksam verarbeitete), und wenn unsere sich aufgeklärt gebende Gesellschaft etwas von den 68ern gelernt hat, ist das die Fähigkeit, sich moralisch zu empören. Wir sind immer die Guten, und wer da querschießt (Philipp Jenninger, Eva Herman, Thilo Sarrazin), wird abgesägt. Fertig! (Begriffsherkunft Sündenbock bei Wikipedia) Über die Tatsache, daß wir für das Vermeiden fundierter öffentlicher Debatten werden bezahlen müssen, weil wir damit politisch rechten Kräften das Feld überlassen, lasse ich mich nicht weiter aus. (Auch das ist eine Entwicklung, der man sich nicht entgegenstemmen kann. Wir sind gerade dabei, die Zunahme des politische Nationalismus auf der ganzen Welt zu erleben…) Die sofortige Positionierung von Alice Schwarzer bezüglich der angeblichen Vergewaltigung von »Claudia D.« durch Wetterfrosch Kachelmann und ihr schnell veröffentlichtes Buch (seltsam, einige Links zur Schwarzer-Homepage funktionieren nicht) habe ich ausgehalten, ohne mich in meinem Blog zu Wort zu melden. Auch habe ich nichts über die drohende Verschärfung des Prostitutionsgesetzes geschrieben. Alice Schwarzer hat gelernt, daß sich das Sex-Bäh-Bäh bezahlt macht. In Angela Merkels Zeiten gestaltet Politik nicht, sie läuft der öffentlichen Meinung einfach hinterher. Auch das ist zur Zeit so, und das wird sich auch wieder ändern. Alice Schwarzer ist nun mal der Meinung, daß Prostitution abgeschafft gehört. Medienwirksam und politisch-selbstkritisch-korrekt lautet der Untertitel ihres Buches »ein deutscher Skandal«. Und 90 deutsche Promishaben sich von Alice bequatschen lassen, politische Korrektheit zu demonstrieren und einen offenen Brief an Kanzlerin Merkel zu schreiben. (Angie wird natürlich wieder genauso klar Stellung beziehen wie zu Fukushima.) Was an dem Skandaldeutschist, darüber wird sich Alice in einigen Talkshows, zu denen sie eingeladen werden wird, publikumswirksam auslassen können. (Übrigens entsteht der Skandal hauptsächlich durch die Vermengung von Prostitution und Menschenhandel. Vielleicht forscht irgendwann ja mal jemand über die Ursachen von Prostitution. Und vielleicht hat Alice Schwarzer ja auch einen Rat für geile Behinderte:Wenn Behinderte Lust haben, Christian Maier, ZEIT Online, 07.01.2014)
Denn viele erwachsene Behinderte haben unerfüllte sexuelle Bedürfnisse. Manche von ihnen grapschen, andere werden traurig oder aggressiv. Doch mit mehrfach Behinderten oder Autisten kann man unmöglich in den Puff gehen. [aus o.g. ZEIT-Artikel]
siehe auch: - Sex-positiver Feminismus (Wikipedia) - Annie Sprinkle (Wikipedia) Was mich erschreckt, ist die Verschärfung der Prostitutionsgesetzgebung in mehreren europäischen Staaten: - in Schweden wird Prostitution als erzwungene Handlung bzw. geschlechtsspezifische Gewalttat und als ernstes soziales Problem verstanden. Straftatbestand ist „die grobe Verletzung der Integrität einer Frau“. Bestraft wird der Freier. (Quelle: Bundesministerium für Familie usw.) - Norwegen hat seit 2004 ein ähnliches Gesetz. (Quelle: Menschenhandel heute: »Den Prostituierten hilft das „feministische“ Prostitutionsgesetz am wenigsten«) - In Frankreich sind seit 60 Jahren die Bordelle geschlossen, die französische Frauenministerin möchte Prostitution ganz abschaffen. Zukünftig sollen die Freier bestraft werden. (Quelle: SPIEGEL) Daß die Gesellschaft auf einigen Augen blind ist, ist (notwendige?) Tatsache und vorläufig und nicht so schnell veränderbar. Es ist gut wenn wir Schubladen haben, und es ist praktisch, wenn die Anzahl der Schubladen nicht zu groß wird, das behindert den Überblick. Wir bejubeln Menschen wie Frank Ribéry oder Oliver Kahn für ihre sportlichen Einsatz und wollen von der anderen Seite der Medaille nichts wissen. Das Sexualleben von Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn dürfte inzwischen hinlänglich breitgetreten worden sein. Wer stellt sich die Frage, was der Job, den diese Menschen machen, mit diesen Menschen macht oder welches seelische Kostüm jemanden für einen solchen Job prädestiniert? Wenn ich mal Muße habe, schreibe ich einen Post über Valéry Giscard d’Estaing (, dem Affären mit Mireille Darc, Marthe Keller, Lady Di und einer der Frauen von Bokassa nachgesagt werden – ein Cousin soll inzwischen gößter Grundbesitzer der Republik Zentralafrika sein). Und Willy Brand war ebenfalls kein Kostverächter. (Damals hielten die Journalisten noch den Mund.) Was mich jetzt wirklich freut ist, daß Alice Schwarzer allmählich Gegenwind bekommt: Podiumsdiskussion mit Alice Schwarzer zum Thema Prostitution {6:05}
Sissy2004
Am 15.11.2013 veröffentlicht
14.11.2013
Niederschrift des Diskussionsausschnitts durch Matt Lehmann (Danke!):
Nachdem Sabine Constabel von jungen osteuropäischen Frauen erzählte, von
denen die meisten ungebildet seien und von denen viele in Deutschland
bereits krank ankämen aufgrund schlechter medizinischer Versorgung in
ihren Heimatländern, meldete sich eine bulgarische Sexarbeiterin zu
Wort: „3 Jahre arbeite ich im Laufhaus in Berlin, 4 Jahre vorher
Artemis, 6 Jahre in anderem Laden. Ich hab noch nie eine Bulgarin
getroffen, welche von sie sprechen, wo sie krank waren. ... 2 Frauen
haben Schutz gesucht, die haben [die Polizei kontaktiert]. Wo treffen
Sie diese Frauen?“ Bevor Constabel antworten kann, interveniert
Alice Schwarzer: „Das ist doch einfach grotesk und dermaßen
unglaubwürdig. Also, wir wissen jetzt einfach, 90 bis 95% der Frauen
sind in schweren Notlagen und müssen sich... [Zwischenruf: „Wo sind die
Zahlen?“]...können und müssen sich in Deutschland unter
menschenunwürdigen Umständen prostituieren. Da gibt es anscheinend ein
paar Prozent sehr fröhlicher Prostituierter, bitteschön, unbenommen. Wie
werden nicht hinter Ihnen herstiefeln und Ihnen das verbieten. So, es
gibt hier um ein anderes Problem. Bitte, wer will noch was sagen? Ach
so, Entschuldigung. Sabine Constabel wollte etwas...“ Sabine
Constabel: „Ich finde, es war ‘ne klare Frage, ich kann drauf antworten.
Die Frage war ja wie ich die treffe oder wie ich auf die komm‘. Das ist
ziemlich einfach. Also, wir haben Sprachmittlerinnen, Bulgarinnen, und
die Bulgarinnen gehen in die Bordelle, die Bulgarinnen machen den
Kontakt in die Modellwohnungen, sie sind auf der Straße, sind da
ziemlich schnell bekannt unter den Frauen, und das Problem sind immer
die Frauen, die nicht Deutsch sprechen oder nicht genügend Deutsch
sprechen, und die kommen dann letztendlich über die Sprachmittlerinnen.
Die rufen die an, haben die Telefonnummer, und kommen dann so in die
Beratung. Alice Schwarzer: „Okay, der Herr hat sich schon länger
gemeldet. Wenn man ihm... Er kämpft sich grad zum Mikro. Da ist er auch
schon.“ Tanja Gangarova (Fachreferentin Migration, Deutsche AIDS-Hilfe) „Ja, guten Abend...“ Alice Schwarzer: „Ich würde sagen, noch zwei, drei Fragen, dann...“ Tanja
Gangarova: „Also, ich würde nur gerne zwei, drei Kommentare abgeben.
Mein Name ist Tanja Gangarova, ich bin Sozialwissenschaftlerin und ich
leite die Bereiche Migration und Sexarbeit und Internationales bei dem
Bundesverband der deutschen AIDS-Hilfe. Wir sind ein Verband, was
mittlerweile aus 130 Organisationen besteht, und im Namen dessen stehe
ich heute da, weil wir grundsätzlich den Appell gegen Prostitution
ablehnen, und ich sag‘ Ihnen dazu, hier findet auch heute eine ganz
gefährliche Vermengung von Sexarbeit und Menschenhandel statt. [Applaus]
Aus unserer Sicht kann eine konstruktive Kommunikation erst dann
geschehen, wenn [es] eine klare Trennung zwischen diesen zwei Bereichen
gibt. Für den Menschenhandel gibt es in Deutschland, nicht nur in der
Sexarbeit, auch in jedem anderen gesellschaftlichen Zusammenhang das
Strafrecht, und das ist auch gut so. Nicht nur Sexarbeiterinnen, auch
Sexarbeiter, denn Sie vergessen das auch noch [Applaus] entscheiden sich
selbständig, selbst wenn sie aus prekären Situationen kommen, denn ich
komme selber aus Bulgarien, sind sie handelnde Subjekte.“ Alice
Schwarzer versucht zu unterbrechen, aber Tanja Gangarova fügt an:
„Letzter Kommentar. Ich habe international in diversen Ländern
gearbeitet und ich kann Ihnen aus der Präventionsperspektive sagen, dass
Verbote und Kriminalisierung haben noch nie dazu geführt, dass es keine
Sexarbeit mehr gibt. [Applaus] Alice Schwarzer: „Wir haben schon verstanden. Frau Constabel möchte...“ Tanja
Gangarova: „Ich würde sehr gerne sagen auch etwas zu dem schwedischen
Modell, weil das ist alles Quatsch. Das schwedische Modell hat dazu
geführt, dass Prostitution nicht mehr sichtbar ist auf der Straße. [Rest
nicht hörbar, Gangarova weist darauf hin, dass sich die Situation für
Sexarbeiterinnen nicht verbessert hat.] [Tosender Applaus] Alice
Schwarzer: „Also, ich darf Ihnen sagen, dass die EMMA gerade mit der
schwedischen Botschaft im Frühjahr einen Kongress plant, und da lassen
wir mal die Leute kommen und werden sie genau befragen, und sie können
es berichten. Auf Unruhe im Publikum reagiert Alice Schwarzer mit der
Bemerkung: „Ideologie sticht Realität, ‘ne? Ihr wollt das einfach nicht
hören.“ [Gelächter von Schwarzers Gegner_innen, Applaus von ihren
Unterstützer_innen] „Ich erlebe das nicht zum ersten Mal.“ siehe auch: - Quatsch, der sich Feminismus nennt (der Freitag, 23.07.2014) Debatten Am angeblichen Genderwahn, dem Binnen-I oder der Sichtweise auf Geschlecht als soziales Konstrukt arbeiten sich Feuilletonisten und Kolumnisten gern ab. - Prostitution – Tun Sexarbeiterinnen ihre Arbeit gern? (Feuilleton der FAZ vom 19.11.2013) Sex für Menschen mit Behinderungen (2018) Sexualbegleitung {29:01}
Wie entwertend Alice Schwarzer mit Menschen, die eine andere Meinung haben, umgeht (und wie souverän Esther Vilar das nimmt), sieht man hier an einem Video aus dem Jahr 1975.
ALICE SCHWARZER vs. ESTHER VILAR | Die ganze Sendung! {42:41}
FMD's TV-Channel
Am 16.01.2014 veröffentlicht
Im Februar 1975 strahlte das WDR Fernsehen ein unmoderiertes Streitgespräch zwischen Alice Schwarzer (Journalistin und Publizistin) und Esther Vilar (Autorin) aus, welches darauf in den Massenmedien ausführlich kommentiert wurde. Vilar hatte in ihrem Buch "Der dressierte Mann" mit der These provoziert, dass nicht die Frau durch den Mann unterdrückt werde, sondern umgekehrt der Mann durch die Frau. Das Buch war in feministischen Kreisen sehr umstritten, da es, so die Meinung der Kritikerinnen, sexistische Vorurteile weiterverbreite. Schwarzer erklärte unter anderem, Vilar sei zynisch, eine Verräterin am eigenen Geschlecht und "nicht nur Sexistin, sondern Faschistin". In dieser Auseinandersetzung hob Alice Schwarzer nachdrücklich hervor, dass das Ziel des feministischen Kampfes keineswegs eine Angleichung an die männliche Lebensform sei.
Original-Titel der Sendung 1975:
"ALICE KONTRA ESTHER - EIN STREITGESPRÄCH ZWISCHEN ESTHER VILAR und ALICE SCHWARZER"
"Nicht unsere Integrierung ist wünschenswert, nicht die Vermännlichung der Frauen, sondern die Vermenschlichung der Geschlechter."
- Alice Schwarzer (1975)
"Die Frauen können wählen, und das ist es, was sie den Männern so unendlich überlegen macht: Jede von ihnen hat die Wahl zwischen der Lebensform eines Mannes und der eines dummen, parasitären Luxusgeschöpfes - und so gut wie jede wählt für sich die zweite Möglichkeit. Der Mann hat diese Wahl nicht."
- Esther Vilar ("Der dressierte Mann", 1971)
Infos zu Alice Schwarzer: http://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Sc...
Infos zu Esther Vilar: http://de.wikipedia.org/wiki/Esther_V...
Akte Christian Wulff - Absturz eines Bundespräsidenten [Doku] {28:12}
DokuTV
Am 15.11.2013 veröffentlicht
Die Akte Christian Wulff - Absturz eines Bundespräsidenten
Der Fall Wulff ist einzigartig: ein rasanter Aufstieg bis ins höchste Staatsamt, dann der brutale Absturz -- persönlich wie politisch. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik steht ein ehemaliger Bundespräsident vor Gericht.
Der Franzose Paul Cornu (1881-1944) war einer jener Tüftler, Erfinder und Visionäre, mit denen die Geschichte der Luftfahrt begann. Im normannischen Lisieux fabrizierte und reparierte er u. a. Fahrräder. Eines Tages wollte er sich nicht mehr mit der Fortbewegung auf der Erde begnügen. Im Alter von 24 Jahren entwickelte er den ersten Prototypen eines Helikopters: Er besaß zwei Rotoren, die an den Enden eines Metallrahmens befestigt waren, und einen 2 PS starken Motor. Die Maschine machte vor Publikum einige Sprünge in die Luft und bestärkte Cornu in dem Glauben, auf dem richtigen Weg zu sein. Er fand Sponsoren und begann Ende 1906, eine solidere Version zu konstruieren.
Zum 100-jährigen Jubiläum 2007 wurde der Flug mit dem
»fliegenden Fahrrad« nachgestellt
Mit einem V-förmigen Rahmen, zwei gegenläufigen Drehflügeln und einem 24 PS starken Motor ging Cornu am 13. November 1907 in die Geschichte der Fliegerei ein. In etwa 20 Sek. Flugzeit erreichte das »fliegende Fahrrad" etwa 30 cm Höhe - es war der erste freie Hubschrauberflug. Der erste Helikopter erwies sich jedoch als nicht steuerbar und Cornu gab das Projekt wenig später auf. Der Durchbruch bei der Hubschrauberkonstruktion ließ noch Jahrzehnte auf sich warten.
Was am 13. Novemher noch geschah: 1994: In Schweden stimmt die Mehrheit der Bevölkerung für den Beitritt zur EU.
Lange stand der Erste Weltkrieg im historischen Bewusstsein im Schatten des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. In den letzten bei den Jahrzehnten jedoch hat er wieder die Aufmerksamkeit gewonnen, die er als »Urkatastrophe« des blutigen 20. Jahrhunderts verdient. Der »Große Krieg« – wie er in Frankreich genannt wird – war der erste »moderne« Krieg und führte in eine Epoche hemmungsloser Gewaltpolitik. Er hat die Geschichte des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt.
In New Yorks 42. Straße feiern Menschen die Kapitulation Deutschlands,
November 1918
Als der Erste Weltkrieg (1914-18) heute vor 95 Jahren mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrags zu Ende ging, hatte er weltweit etwa 9 Mio. Soldaten und 6 Mio. Zivilisten das Leben gekostet. Tiefgreifende politische und soziale Umwälzungen waren die Folge, Monarchien zerbrachen, revolutionäre Wirren heizten die Situation an. Das weltwirtschaftliehe System war in seinen Grundlagen erschüttert, Inflation und Hungerkrisen brachten
Not und Elend über die Bevölkerung. Das Trauma der Niederlage und der »Demütigungen« durch die folgenden Friedensverträge schufen in Deutschland den Nährboden für den Nationalsozialismus.
Edgar Reitz’ mit Preisen überhäufte Filmstaffel-Trilogie Heimat entwickelte sich in einer für den Filmemacher prekären finanziellen Situation aus einem Dokumentarfilm über seine (und auch meine) Heimat, den Hunsrück.
Heimat-Trilogy (Heimat / Heimat II / Heimat 3) - Deutscher Trailer mit engl. UT
[6:30]
Heimat Edgar Reitz Intro Folge 4 1938
[2:52]
Veröffentlicht am 03.02.2010
Heimat ist der Titel einer Film-Trilogie von Regisseur und Autor Edgar Reitz
Der erste Film der Trilogie (»Heimat – eine deutsche Chronik«) wurde 1981/82 gedreht und erzählt in elf Episoden von durchschnittlich eineinhalb Stunden Länge die Geschichte Bauersfrau Maria Simon in dem fiktiven Ort Schabbach in der näheren Umgebung der Edelsteinstadt Idar-Oberstein zwischen ihrem 19. (1919) und 82. Lebensjahr (1982). Diesen Film muß man einmal gesehen haben. Der zweite Film (»Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend«, 13 Teile von je fast 2 Stunden Länge) begleitet Hermann Simon, Marias Sohn, vom Abitur 1960 über das Musikstudium in München bis zu seiner Rückkehr nach Schabbach 1970. Der dritte Teil (»Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende«, 6 Teile von ca. 90 Minuten Länge) führt die Personen der beiden ersten Filme wieder zusammen und beschreibt die gesellschaftlichen Veränderungen nach der deutschen Wiedervereinigung in den Jahren 1989 bis 2000. Der Epilog (»Heimat-Fragmente – Die Frauen«) besteht aus einem Zusammenschnitt nicht verwendeter Szenen aus der Trilogie. In der Rahmenhandlung geht es um die Suche nach den Wurzeln von Hermann Simons Tochter Lulu.
Filmkulissen (DIE ANDERE HEIMAT) in ,,Schabbach" Gehlweiler. Schaulustige, Bewohner & Pferdegespanne
[22:02]
Veröffentlicht am 12.09.2013
http://www.gmvideoproduktion.de/ Ausschnitte aus einem 38 Min. Doku. Film. Ein Dorf verwandelte sich für den neuen Edgar Reitz-Film ,,Die andere Heimat"
Mit der Kamera an zwei Besucher Tagen das Geschehen spontan aufgenommen. Sehr viele Besucher im Ort, auch eine Familie aus Brasilien im Gespräch. Hinter den Kulissen, im ,,Schnee", staunende Besucher. Bei Schlierschied zufällig die ,,Auswanderer" mit Pferden u. Kutschen kurz vor dem Dreh noch interviewt und später bei den richtigen Filmaufnahmen aus der Ferne den Ablauf gefilmt. Bonus: Eindrücke von Gehlweiler ,,Schabbach" nach den Drehtagen 4 Monate danach.
2012 drehte Edgar Reitz (mit nunmehr 80 Jahren) in dem Ort Gehlweiler (37 Kilometer von Idar-Oberstein) sein Alterswerk: »Die andere Heimat«, ein Prequel, das in den Jahren 1840 bis 1843 spielt und die Geschichte eines Träumers erzählt, der nach Südamerika auswandern will und es dann schließlich doch nicht tut.
DIE ANDERE HEIMAT - Trailer #1
[2:24]
Veröffentlicht am 22.07.2013 Erster Trailer für "DIE ANDERE HEIMAT" von Edgar Reitz. Kinostart 3.10.13
DIE ANDERE HEIMAT - Trailer #2
[2:21]
Veröffentlicht am 22.07.2013 Zweiter Trailer für "DIE ANDERE HEIMAT" von Edgar Reitz. Kinostart 3.10.13
Der fast vier Stunden lange Film läuft als »Special« am 10.11. in den Hochhaus-Lichtspielen in der Matinee um 11:00 Uhr sowie im Kino am Raschplatz am Mittwoch, den 13.11. um 14:30 h und um 19:15 h. Auf der Heimat-Fanpage gibt es alles mögliche Wissenswerte um die Heimat-Filme, unter anderem auch einen Link zu einem Artikel beim Volksfreund über Reitz’ verstorbenen Bruder Guido, dem er den Film gewidmet hat. Wer sich »Die andere Heimat« ansieht, versteht den Zusammenhang. Filmkritik der FAZ
Making of Heimat
[01:47]
Veröffentlicht am 22.08.2013 "Making of Heimat" porträtiert Edgar Reitz bei der Arbeit an seinem neuen Spielfilm "Die andere Heimat". Mit diesem Spielfilm versucht Edgar Reitz sowohl an seine weltberühmte "Heimat"-Trilogie, als auch an sein im Schatten stehendes Kinofrühwerk anzuknüpfen. Der Dokumentarfilm "Making of Heimat" beobachtet alle Produktionsschritte dieser Arbeit und blickt aus der Perspektive von Edgar Reitz auf die seltsame Welt der Filmherstellung.
Bayerischer Rundfunk: Making of Heimat (Sendedatum: 05.11.2013, 22:45h) - Bildergalerie
Nach über fünf Jahren systematischer Entrechtung und sozialer Isolierung, die auf eine stufenweise »Entjudung« aller Lebensbereiche der deutschen Gesellschaft zielten, markierte die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 den Auftakt zur Phase brachialer kollektiver Gewalt gegen die jüdischen Bürger. Als Vorwand für die organisierte Judenjagd diente dem Regime das Attentat auf einen Beamten der deutschen Botschaft in Paris.
Brennende Synagoge in Bielefeld, 9.11.1938
Auf Weisung der NS-Führung übte die SA unter der aktiven Mithilfe ganz gewöhnlicher Bürger ,,Vergeltung« an den Juden. Überall im Deutschen Reich standen Synagogen in Flammen, juden wurden öffentlich misshandelt und getötet, ihre Geschäfte und Wohnungen zerstört und geplündert. In der Nacht und an den folgenden Tagen wurden 30.000 jüdische Männer verhaftet und in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt. Prügel und Demütigungen sollten den Willen der Menschen brechen und sie zur Auswanderung ohne ihre wirtschaftlichen Güter bewegen.
Für die entstandenen Sachschäden machte man die Opfer verantwortlich und legte ihnen eine kollektive »Sühneleistung« in Form einer Sondersteuer in Höhe von 1 Mrd. Reichsmark auf.
Was am 9. November noch geschah: 1989:Die Grenzen der DDR werden geöffnet, ein erster Schritt zur Wiedervereinigung der bei den deutschen Staaten.
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013
Die Nationalsozialisten lehnten die Psychoanalyse ab (siehe Wikipedia), die Bedeutung, die Freud den Trieben zuwies, widersprach der die arische Rasse verherrlichenden Nazi-Ideologie.
Anläßlich der Kundgebung der Deutschen Studentenschaft »wider den undeutschen Geist« wurden Freuds Bücher – zusammen mit denen 93 weiterer Autoren – am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz verbrannt. (sieheWikipedia)
Wilhelm Reich, der 1930 in die KP eingetreten und 1933 vor allem wegen seines Buches »Massenpsychologie und Faschismus« (der ersten größeren, aus psychoanalytisch-gesellschaftskritischer Sicht geschriebene Auseinandersetzung mit dem Feschismus) wieder ausgeschlossen worden war, wurde auf Betreiben Freuds 1934 aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen (sieheWikipedia). Er emigrierte erst nach Österreich, dann nach Dänemark, nach Verlust seiner Aufenthaltsgenehmigung nach Norwegen und schließlich 1939 in die USA.
Die DPG musste ihren Namen aufgeben und die Mitglieder sich in das März 1936 errichtete Deutsche Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie, unter der Leitung von Matthias Heinrich Göring („Göring-Institut“), eingliedern lassen (Arbeitsgruppe A). 1938 wurde die DPG auf Behördenanweisung offiziell aufgelöst. (sieheWikipedia)
C. G. Jung, 1910-14 Präsident der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung, hatte 1913/14 mit Freud gebrochen und versuchte, mit abwertenden Artikeln über die jüdische Psychoanalyse sich den Nationalsozialisten anzubiedern. (siehe »C. G. Jung und der deutsche Faschismus«, Punkte 4.1-4.4, bei hausarbeiten.de)
Sigmund Freud wurde nach dem Anschluß Österreichs am 13. März 1938 von der Gestapo mit Hausdurchsuchungen und Befragungen seiner Tochter Anna gegängelt und konnte nach Intervention einiger bekannter Persönlichkeiten, zähen Verhandlungen und Zahlung einer »Reichsfluchtsteuer«, die Marie Bonaparte vorstreckte, am 4. Juni 1938 das Land verlassen. Vier seiner fünf Schwestern wurden in Konzentrationslagern ermordet.
Die 1939 in Berlin geborene Französin Beate Klarsfeld ist in Deutschland vor allem durch spektakuläre Aktionen bekannt geworden, mit denen sie ehemalige Nationalsozialisten enttarnen wollte. Das größte Aufsehen erregte dabei ihre Handgreiflichkeit gegen Kurt Georg Kiesinger: Heute vor 45 Jahren, am 7. November 1968, schlug sie Kiesinger während des CDU-Parteitags in Berlin ins Gesicht, um damit auf dessen NSDAP-Mitgliedschaft und leitende Position in der Rundfunkpropaganda aufmerksam zu machen. Ein Schnellgericht verurteilte sie zu einem Jahr Gefängnis, später wurde das Urteil in vier Monate auf Bewährung umgewandelt.
Bete Klarsfeld und ein Saaldiener auf der Zuschauertribüne
des Bundestags in Bonn, April 1968
Beate Klarsfeld hatte in Paris ihren späteren Mann, Serge Klarsfeld, kennengelernt, einen Juden, dessen Vater als Resistance-Kämpfer in Auschwitz ermordet worden war. Gemeinsam ging das Paar daran, auf Nationalsozialisten aufmerksam zu machen, die Schuld auf sich geladen hatten, aber dennoch unbehelligt weiterleben konnten. Zudem sammelten und veröffentlichen sie die Namen
der etwa 80.000 ermordeten französischen Holocaustopfer.
Von den Klarsfelds enttarnt ■ Kurt Lischka, verantwortlich für die Deportation der französischen Juden ■ Klaus Barbie, Gestapo-Chef von Lyon [u.a. mitverantwortlich für den Tod von JeanMoulin] ■ Alois Brunner, Mitarbeiter eies SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann
Die Abbasiden waren eine arabisch-islamische Kalifendynastie, die 750 die Dynastie der Omaijaden militärisch besiegte und ablöste. 762 verlegten sie die islamische Hauptstadt von Damaskus nach Bagdad, das sich in Bezug auf Politik und Handel rasch zum Zentrum der arabischen Welt entwickelte und innerhalb eines halben Jahrhunderts zur wahrscheinlich größten Stadt der Welt expandierte.
Die Macht der Abbasiden reichte von der Iberischen Halbinsel über Nordafrika und die Arabische Halbinsel bis zum Kaukasus und nach Afghanistan.
Tor der mittelalterlichen Stadtmauer von Bagdad, Irak, 1977
Die Blütezeit erlangte das Reich unter Kalif Harun-ar-Raschid, mit dessen Regierungszeit (786-809) eine der bedeutendsten Epochen der arabischen Geschichte begann. Es ist die Periode, die später mit den »Geschichten aus Tausendundeiner Nacht« in Verbindung gebracht wird. Harun residierte in einem Komplex aus prächtigen Palästen und Moscheen, versammelte die fähigsten Köpfe an seinem Hof und förderte Kultur und Wissenschaft wie kein anderer vor ihm. Sein Sohn ließ die berühmten Texte der Antike kopieren und nach Bagdad schaffen; dazu beauftragte er Übersetzungen bedeutender zeitgenössischer Werke der Medizin, der Wissenschaft und der Philosophie.
Was am 6. Novemher noch geschah: 1962: Die UNO beschließt aufgrund der Apartheidpolilik ein Embargo gegen Südafrika.
Zu Beginn des Jahres 1979 hatte die Islamische Revolution im Iran zur Absetzung von Schah Reza Pahlavi und der Rückkehr des Ajatollah Chomeini aus dem Exil geführt. Am 1. April rief Chomeini die Islamische Republik aus. Bürgerliche und linke Oppositionelle, aber auch rivalisierende Ajatollahs wurden verfolgt und hingerichtet. Anfang November rief Chomeini indirekt zur Besetzung der amerikanischen Botschaft in Teheran auf: »Es ist deshalb Sache der Schüler, Studenten und Theologiestudenten, mit aller Kraft die Angriffe gegen die USA und Israel zu verstärken, sodass sie die USA zwingen können, den abgesetzten und kriminellen Schah auszuliefern.«
Freigelassene Geiseln auf einer Pressekonferenz,
im Hintergrund Fotos des Ajatollah Chomeini, Teheran 18.11.1979
Am 4. November 1979 drangen einige Hundert iranische Studenten in die US-Botschaft ein und erklärten 65 US-Bürger zu ihren Gefangenen, die gegen den Schah ausgetauscht werden sollten. Wenig später wurden 13 US-Bürger und fünf Angehörige anderer Staaten freigelassen. 52 US-Bürger blieben jedoch in Geiselhaft – 444 Tage lang. Erst im Januar 1981 konnten sie nach einem iranisch-amerikanischen Abkommen das Land verlassen. Im Gegenzug gaben die USA iranisches Auslandsvermögen frei.
Was am 4. November noch geschah: 1707: Mit dem Act of Union stimmt das schottische Parlament der Vereinigung Schottlands mit dem Königreich England zu.
»Macht der Dreifaltigkeit«, »König der Könige«, «Der Auserwählte Gottes«, »225. Nachfolger des Königs Salomon« – Haile Selassie, Kaiser von Äthiopien (1930-36 und 1941-74) schmückte sich mit einer ganzen Reihe von wohlklingenden Titeln. In den Straßen der Hauptstadt Addis Abeba war er häufig in einem offenen roten Automobil unterwegs, hinter ihm ein Page, der einen mit Münzen und goldenen Troddeln geschmückten Seidenschirm über ihn hielt, eskortiert von einem Trupp Reitern im Galopp.
Haile Selassie mit Krone, umrahmt von Geistlichen in Addis Abeba,
Äthiopien, 1931
1892 in der
Provinz Ras geboren, gelangte Tafari Makkonen nach einem Putsch am 2.
November 1930 als Haile Selassie I. auf den Thron und an die Macht. Der
Negus leitete die Modernisierung des Landes ein, erließ eine Verfassung,
schaffte den Sklavenhandel ab, baute die ersten Oberschulen, sicherte
aber auch seine absolute Machtposition. Haile Selassie genoss im Ausland
hohes Ansehen, lange Zeit galt er als charismatischer Führer des
afrikanischen Kontinents, da er 1963 die »Organisation der Afrikanischen Einheit«
gegründet hatte. In den frühen 1970erJahren verlor er den Rückhalt in
der Bevölkerung, im Februar 1974 wurde er von Militärs entmachtet.
Rastafari (=> Wikipedia-Artikel) ■ religiöse Bewegung der Karibik ■ entstand in den 1930er-Jahren ■ nach Haile Selassie (Tafari aus Ras) benannt ■ verehrt den einstigen Kaiser Haile Selassie als Messias
Im Februar 1992 unterzeichneten die Vertreter der damals zwölf Mitgliedsländer der Europäischen Gemeinschaften (EG) im niederländischen Maastricht den Gründungsvertrag der Europäischen Union (EU). Damit sollte »eine neue Stufe bei der Verwirklichung einer immer engeren Union der Völker Europas« betreten werden. Der rein wirtschaftliche Zweck der Gemeinschaft, die Vollendung des gemeinsamen Marktes, hatte ihren politischen Auftrag stets überlagert. Zu den Zielen der EU zählte neben der Einführung einer Wirtschafts- und Währungsunion nun auch die Entwicklung einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik. Die Maastrichter Beschlüsse traten am 1. November 1993 in Kraft. Die Abschaffung der stationären Kontrollen an den Binnengrenzen und damit die Reisefreiheit für die Bürger regelt das Schengener Abkommen von 1985, das am 26. März 1995 vollständig in Kraft trat. Nach mehreren Erweiterungen zählen mittlerweile 24 Länder zum sogenannten Schengen-Raum.
Die Osterweiterung der EU nach dem Zusammenbruch des Ostblocks erfolgte bisher in zwei Schritten: Zum 1. Mai 2004 traten acht Staaten aus Mittel- und Osteuropa sowie Malta und Zypern bei, zum 1. Januar 2007 Bulgarien und Rumänien.
Der Reformationstag ist dem Theologen Martin Luther (1483-1546), der Entstehung der evangelischen Kirche und den Grundlagen ihres Glaubens gewidmet. Das Datum, an dem die Protestanten diesen Feiertag begehen, variierte zunächst, so wurde er etwa an Luthers Geburts- oder Todestag gefeiert. 1667 entschied Sachsens Kurfürst Johann Georg, dass der Reformationstag am 31. Oktober zu feiern sei.
Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen (rechts)
mit dem Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich Wilhelm,
zeitgenössisches Gemälde
Der Kurfürst wählte den Tag, an dem Martin Luther seine 95 Thesen zum Ablass veröffentlichte, was als Beginn der Reformation angesehen wird. Die in Latein verfassten Thesen waren – den Gepflogenheiten der Zeit entsprechend – als Aufforderung zum akademischen Disput gemeint. Ob der Reformator die Thesen auch an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen hat, ist umstritten.* Nachdem es lange üblich war, den Anschlag ins Reich der Legende zu verweisen, lebte die Diskussion vor einigen Jahren infolge eines Handschriftenfundes wieder auf. In einer Luther-Bibel von 1540 fand sich eine Notiz des Theologen und Luther-Zeitgenossen Georg Rörer: »Im Jahr 1517 am Vorabend von Allerheiligen sind in Wittenberg an den Türen der Kirchen die Thesen über den Ablass von Doktor Martin Luther vorgestellt worden.«
Luthers 36. These ■ Jeder Christ, der wirklich bereut, hat Anspruch auf völligen Erlass von Strafe und Schuld, auch ohne
Ablassbrief.
[…] Ich habe gar nichts gegen die Menge; Doch kommt sie einmal ins Gedränge, So ruft sie, um den Teufel zu bannen, Gewiß die Schelme, die Tyrannen. […] Was ich sagen wollt, Verbietet mir keine Zensur! Sagt verständig immer nur, Was jedem frommt, Was ihr und andere sollt; Da kommt, Ich versichr’ euch, so viel zur Sprache, Was uns beschäftigt auf lange Tage.
O Freiheit süß der Presse! Nun sind wir endlich froh; Sie pocht von Messe zu Messe In dulci jubilo. Kommt, laßt uns alles drucken Und walten für und für; Nur sollte keiner mucken, Der nicht so denkt wie wir.
Was euch die heilige Preßfreiheit Für Frommen, Vorteil und Früchte beut? Davon habt ihr gewisse Erscheinung: Tiefe Verachtung öffentlicher Meinung. […] Nichts schmerzlicher kann den Menschen geschehn, Als das Absurde verkörpert zu sehn.
Dummes Zeug kann man viel reden, Kann es auch schreiben, Wird weder Leib noch Seele töten, Es wird alles beim alten bleiben.
Dummes aber, vors Auge gestellt, Hat ein magisches Recht; Weil es die Sinne gefesselt hält, Bleibt der Geist ein Knecht. […] Das Tüchtige, und wenn auch falsch, Wirkt Tag für Tag, von Haus zu Haus; Das Tüchtige, wenn’s wahrhaft ist, Wirkt über alle Zeiten hinaus.
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