Russland Wo Gangster zu Künstlern werden: Peter Pomerantsevs bitter-bizzare Chronik des Putinismus
So schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr verstehen sich Russland und der Westen, der Krieg in der Ostukraine hat eine tiefe Kluft aufgerissen. Zunehmend schrille nationalistische Töne sorgen in Russlands Medien dafür, dass Wladimir Putins Rückhalt in der Bevölkerung nicht schwindet. Der Kreml hat die Sender unter Kontrolle, der Versuch, die öffentliche Wahrnehmung zu verzerren, ist ein fester Bestandteil von Putins Regierungsstil, seit er vor 15 Jahren erstmals ins Präsidentenamt kam. Doch der Putinismus wurzelt tiefer. Wie das neue Buch von Peter Pomerantsev deutlich macht, liegen seine Ursprünge in den Wirren der postsowjetischen Umwälzungen.
Pomerantsev, als Sohn russischer Emigranten in Großbritannien geboren, hat als Fernsehproduzent in Moskau fast ein Jahrzehnt lang Dokumentarfilme und Reality-Shows fürs russische Publikum hergestellt. Er kehrte in den frühen Nullerjahren in das Land seiner Eltern zurück, mitten in einem großen Ölboom, der vielen Russen einen gewissen Wohlstand einbrachte – einigen wenigen sogar enormen Reichtum. Besonders in der Hauptstadt erblühten der Glamour und die Extravaganz. Pomerantsevs Nothing Is True and Everything Is Possible ist eine unterhaltsame, bisweilen auch trostlose Chronik jener Jahre.
mehr:
- Jenseits von jedem (Tony Wood, Freitag, 25.02.2015)
Montag, 2. März 2015
Politik ohne Volk
Das Verhältnis vieler Bürger zur Politik ist gestört: Die einen verachten die Regierenden, die anderen haben längst mit ihnen abgeschlossen. Die Cicero-März-Ausgabe geht diesem Phänomen auf die Spur
Edward Clare, britischer Premierminister in Sue Townsends Politposse „Number Ten“, kommt nach einer Befragung im Parlament von Westminster zu einer erschütternden Erkenntnis: Er habe den Kontakt mit dem wahren Leben der Leute verloren, klagt er dem Bobby, der seit ewigen Zeiten den Eingang seines Amtssitzes bewacht. „Ich bin seit Jahren nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren und habe genauso lange keinen Liter Milch mehr gekauft oder auf eine Behandlung im staatlichen Krankenhaus gewartet.“ Ob ihn seine Berater nicht in Kontakt mit der Wirklichkeit hielten, fragt der Bobby. Darauf Clare, dem Vorbild Tony Blair nicht nur phonetisch ähnlich: „Die leben doch in der gleichen Blase wie ich, Jack!“
Abgehoben, entkoppelt, weit weg von der Wirklichkeit und ihren Problemen: Diesen Eindruck haben viele Menschen vom Politikbetrieb. Das Raumschiff Berlin zieht seine Kreise in einem eigenen Orbit. Die Besatzung aus Politikern und Hauptstadtjournalisten wird als kungelnde Einheit wahrgenommen, als politisch-publizistischer Komplex. Presse und Politik? Alles eine Bagage! Ein grober Vorwurf, der uns aber nachdenklich machen sollte.
Was läuft schief? Für die Titelgeschichte dieser Ausgabe ist ein Reporterteam von Cicero ausgeschwärmt in die zwei Welten, die nicht recht zueinanderfinden. Von einer Hamburger Hafenkneipe übers Berliner Kanzleramt bis zu einem Milchwirt im Allgäu. Wir haben mit Wählern gesprochen, die nicht mehr wählen wollen, und Angela Merkel dabei beobachtet, wie sie neben Ukrainekrise und Griechendrama versucht, in zwei Stunden dem wirklichen Leben der Menschen auf die Spur zu kommen. Bundestagspräsident Norbert Lammert stellt sich im Interview der Frage, weshalb es diese Distanz zwischen den Repräsentanten im Parlament und den Repräsentierten im Land gibt, was Politiker dagegen tun können und was das Pegida-Phänomen darüber aussagt.
mehr:
- Politik ohne Volk (Christoph Schwennicke, Cicero, 25.02.2015)
Ottfried Fischer - Höhlengleichnis [6:40]
In der Medizin oder der Psychologie bedeutet, so sagt uns Wikipedia, eine »Störung« eine erhebliche Abweichung im Erleben oder Verhalten (Störung, Wikipedia)
In der Physik wird der Begriff »Störung« verwendet, um einen Einfluß von außerhalb des Systems zu beschreiben (Störung, Wikipedia)
Bleiben wir bei der Psychologie: Stavros Mentzos hat eines der wenigen Lehrbücher der Psychotherapie geschrieben, welches ich ganz gelesen habe: »Lehrbuch der Psychodynamik«, Untertitel: »Die Funktionalität der Dysfunktionalität psychischer Störungen« (Googlebooks). Hier wird es allmählich wärmer: Das scheinbar »Gestörte« funktioniert nach Mechanismen, die uns nicht so leicht zugänglich sind. Es scheint Einflüsse auf das Geschehen zu geben die (so die physikalische Definition) von außerhalb des Systems her kommen, und – für uns – unerwartete Wirkungen zeigen. Mein Supervisor Scherf meinte immer: »Wenn ein Blitz aus heiterem Himmel kommt, stimmt was mit der Wetterbeobachtung nicht.«
Die Sonnenfinsternis am 29. Mai 1919 gab Beobachtern die Möglichkeit, Sterne zu photographieren, die zu diesem Zeitpunkt sehr nahe bei der Sonne standen. Auf den Aufnahmen erschienen die Sterne gegenüber ihrem »normalen« Position verschoben.
Was in diesem Fall als »Störung« interpretiert werden könnte (also eine Differenz zwischen dem Erwarteten und dem tatsächlich Beobachtbaren), war damals der Beweis für die Richtigkeit der Einsteinschen Voraussagen in der Allgemeinen Relativitätstheorie: Lichtteilchen werden aufgrund ihrer Masse von der Sonne abgelenkt. (Annus mirabilis, Wikipedia)
Einen Schritt zurück:
Die Verwendung des Begriffs »Störung« in der Physik beinhaltet das Verstehen bestimmter Abläufe als durch eine begrenzte Anzahl von Faktoren beeinflußte Zustandsveränderung.
Das Erste Newtonsche Gesetz lautet:
Übertragen auf die Psychologie: Bei dysfunktionalem Verhalten führt das Verhalten zu anderen als den intendierten bzw. erwarteten Ergebnissen. Homosexualität ist eine Ausrichtung in Bezug auf mögliche Sexualpartner, die für »normale« Menschen unerwartet ist. Machen wir uns bewußt: in wenigen Tagen jährt sich die Streichung des sogenannten Schwulenparagraphen 175 StGB zum einundzwanzigsten Mal: der Bundestag strich ihn am 15. März 1994 (20 Jahre Abschaffung §175 – Homosexualität: Ein Paragraf verschwindet, Abendzeitung, 11.06.2014). Bevor wir in Sochi Putin die buntlackierten Fingernägel zeigen (Bunte Fingernägel unerwünscht: Sotschi, der Sport und die Politik, Politik im Spiegel, 08.02.2014), erinnern wir uns: Noch 1962 hatte der der unter Konrad Adenauer vorgelegte Regierungsentwurf eines Strafgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland[18] die Aufrechterhaltung des § 175 wie folgt gerechtfertigt:
Zurück zur Physik: »Störung« bedeutet also, daß in unserem inneren Modell eines Versuchsablaufs nicht alle Wirkfaktoren enthalten sind. Wären sie dies, gäbe es keine Störung (also kein unerwartetes Verhalten). Die physikalische Verwendung des Begriffs »Störung« als eines Einflusses von außerhalb des Systems meint somit nicht das System da draußen in der Welt, sondern das Bild, welches wir von dem System im Kopf haben.Konkret: Wenn sich ein System anders verhält, als wir das erwarten, fehlt in unserem inneren Model des (äußeren) Systems mindestens ein Wirkfaktor.
Unsere neue Definition von »Störung« könnte also dann lauten »›Störung‹ bezeichnet die Diskrepanz zwischen dem tatsächlichen und dem erwarteten Geschehen.«
Die Realität ist nie das Problem. Das Problem sind immer nur wir (bzw. unsere inneren Blder), die entweder unrealistische Erwartungen (Löwe und Zebra sitzen gemeinsam am Lagerfeuer und mampfen am Spieß gebratene Marshmellows) oder nicht alle Wirkfaktoren auf dem Schirm haben.
Kurz zur Homosexualität: in den 20er Jahren wurde die Strafbarkeit homosexueller Handlungen mit dem Schutz der Volksgesundheit begründet.
In gestörten Familien finden wir Psychotherapeuten häufig einen sogenannten »Symptomträger«. Magersüchtige z.B. können solche Symptomträger sein. Die Systemischen Therapeuten sagen: »Das Problem ist eine Lösungsstrategie.« So verstanden wäre die psychosomatische Erkrankung des Symptomträgers der Versuch, die Störung (siehe Sündenbock, Begriffsherkunft, Wikipedia) einzugrenzen und zu isolieren. Ähnlich wie bei Angstanfällen wir die unangenehme Energier im Gesamtsystem an einem bestimmten Punkt entladen, und die Aufmerksamkeit wird auf den Entladungsvorgang gerichtet (und somit von der »Krankheit« als solcher abgelenkt).
Zurück zu dem Cicero-Artikel:
Der Artikel geht davon aus, dass in der Beziehung zwischen Politikern und dem Volk etwas schief läuft, dass etwas in der Beziehung zwischen »Raumschiff Berlin« und dem Volk »gestört« ist. Anscheinend verhält sich das Volk desinteressiert. Man stelle sich zwei Fußballmannschaften vor, und eine spielt nicht mit, und man fragt sich, weshalb dies so ist. Zu unserer Vorstellung von funktionierender Demokratie gehört, dass die beiden Mannschaften miteinander (bzw. gegeneinander) spielen. Wenn die Mannschaft des Volkes das Mitspielen verweigert, gibt es in der Demokratie ein Problem.
Ich habe gerade einen Patienten in Therapie, der das Mitspielen in der Familie verweigert. Die unausgesprochene Forderung von Seiten der Familie an mich als den Therapeuten lautet: »Mach, dass er wieder funktioniert«. Für mich ist völlig klar, dass der junge Mann nicht funktionieren will. Und als Patientenversteher ist es erst einmal meine Aufgabe, den jungen Mann zu verstehen. Sein »dysfunktionales« Verhalten hat eine Funktion, über die ich mir noch nicht im Klaren bin. Aber ich bin mir sicher: das gemeinsame Unbewusste der Beteiligten sieht dies im Moment als die beste Lösung zur Stabilisierung des Systems an. Möglicherweise ist ja das Desinteresse der Bevölkerung am politischen Geschehen etwas, dass das gemeinsame Unbewusste als die beste Strategie zur Stabilisierung des Systems ansieht. Diese Stabilisierungsstrategie ist nur auf der Oberfläche etwas, das »schief« läuft. Möglicherweise ist dies sowohl für das »Raumschiff Berlin« wie auch für die freiheitlich-demokratische Bevölkerung Deutschlands das ca. zurzeit Beste, was getan werden kann und Ausdruck der unbewussten Wünsche der Beteiligten.
An diesem Punkt Sind meine psychotherapeutischen Fantasien gefragt: möglicherweise ist es für die Funktionsfähigkeit des Raumschiffes am günstigsten, wenn die Regierten desinteressiert sind. Wir desinteressiert ist, stört nicht (siehe: Stuttgart 21). Der wiederkehrende hohe Aufwand (finanziell und organisatorisch) bei den Transporten der Castor-Behälter ist für die Regierenden wahrscheinlich sehr aufwändig und frustrierend. In diesem Fall wäre es wohl tatsächlich einfacher, die Atomkraftgegner wären desinteressiert. In diesem Fall würde das Volk stören. Wenn man sich das Fußballspiel folgendermaßen vorstellt: auf der einen Seite spielt die Mannschaft »Volk«, und der Gegner wäre die Mannschaft »Flash« (also eine Mannschaft aus Spielern, die sich blitzschnell bewegen können, vielleicht auch (wie bei bei »Predator«) sich zeitweilig unsichtbar machen können, dann wäre der Grund dafür, dass die Mannschaft »Volk« nicht mitspielt, der, dass ihre Spieler aufgrund der Übermacht des Gegners und seiner übermächtigen Möglichkeiten völlig frustriert sind, weil es keine realistische Möglichkeit gibt, gegen diesen Gegner zu bestehen. Als bei den Demonstrationen damals in Stuttgart Demonstranten von Wasserwerfern blind gespritzt wurden, hatte ich sofort die Fantasie: »Jetzt herrscht so große Angst, die demonstrieren so schnell nicht wieder.« Wenn wir als Bild des Problem-Modells statt einem Fußball-ein Volleyball-Spiel nehmen und annehmen, dass der Mannschaft »Volk« der Blick auf das gegnerische Feld verwehrt ist, wäre dies ein möglicherweise noch eindrucksvolleres Modell: wie soll man sich gegen Bälle wehren, die mit großer Wucht quasi aus dem »Nichts« kommen?
siehe auch: Aus Angst vor der Mafia? Fünf Eigentore in den letzten vier Minuten!
(Blick.ch, 31.10.2014)
Die Schlussphase beim Spiel zwischen Sleman und Pemarang in Indonesien verläuft eher unkonventionell .
Was ist denn hier los?
Noch vier Minuten sind zu spielen beim Playoff-Spiel der indonesischen First Division (dritthöchste Liga) zwischen PSS Sleman und PSIS Semarang. Es steht 0:0.
Und dann fallen plötzlich noch fünf Tore – und erst noch alles Eigentore!
Was ist denn hier los? Noch vier Minuten sind zu spielen beim Playoff-Spiel der indonesischen First Division (dritthöchste Liga) zwischen PSS Sleman und PSIS Semarang. Es steht 0:0. Und dann fallen plötzlich noch fünf Tore – und erst noch alles Eigentore!
Edward Clare, britischer Premierminister in Sue Townsends Politposse „Number Ten“, kommt nach einer Befragung im Parlament von Westminster zu einer erschütternden Erkenntnis: Er habe den Kontakt mit dem wahren Leben der Leute verloren, klagt er dem Bobby, der seit ewigen Zeiten den Eingang seines Amtssitzes bewacht. „Ich bin seit Jahren nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren und habe genauso lange keinen Liter Milch mehr gekauft oder auf eine Behandlung im staatlichen Krankenhaus gewartet.“ Ob ihn seine Berater nicht in Kontakt mit der Wirklichkeit hielten, fragt der Bobby. Darauf Clare, dem Vorbild Tony Blair nicht nur phonetisch ähnlich: „Die leben doch in der gleichen Blase wie ich, Jack!“
Abgehoben, entkoppelt, weit weg von der Wirklichkeit und ihren Problemen: Diesen Eindruck haben viele Menschen vom Politikbetrieb. Das Raumschiff Berlin zieht seine Kreise in einem eigenen Orbit. Die Besatzung aus Politikern und Hauptstadtjournalisten wird als kungelnde Einheit wahrgenommen, als politisch-publizistischer Komplex. Presse und Politik? Alles eine Bagage! Ein grober Vorwurf, der uns aber nachdenklich machen sollte.
Was läuft schief? Für die Titelgeschichte dieser Ausgabe ist ein Reporterteam von Cicero ausgeschwärmt in die zwei Welten, die nicht recht zueinanderfinden. Von einer Hamburger Hafenkneipe übers Berliner Kanzleramt bis zu einem Milchwirt im Allgäu. Wir haben mit Wählern gesprochen, die nicht mehr wählen wollen, und Angela Merkel dabei beobachtet, wie sie neben Ukrainekrise und Griechendrama versucht, in zwei Stunden dem wirklichen Leben der Menschen auf die Spur zu kommen. Bundestagspräsident Norbert Lammert stellt sich im Interview der Frage, weshalb es diese Distanz zwischen den Repräsentanten im Parlament und den Repräsentierten im Land gibt, was Politiker dagegen tun können und was das Pegida-Phänomen darüber aussagt.
mehr:
- Politik ohne Volk (Christoph Schwennicke, Cicero, 25.02.2015)
Ottfried Fischer - Höhlengleichnis [6:40]
Hochgeladen am 02.06.2009
Ottfried Fischer am Aschermittwoch der Kabarettisten 2009
In der Medizin oder der Psychologie bedeutet, so sagt uns Wikipedia, eine »Störung« eine erhebliche Abweichung im Erleben oder Verhalten (Störung, Wikipedia)
In der Physik wird der Begriff »Störung« verwendet, um einen Einfluß von außerhalb des Systems zu beschreiben (Störung, Wikipedia)
Bleiben wir bei der Psychologie: Stavros Mentzos hat eines der wenigen Lehrbücher der Psychotherapie geschrieben, welches ich ganz gelesen habe: »Lehrbuch der Psychodynamik«, Untertitel: »Die Funktionalität der Dysfunktionalität psychischer Störungen« (Googlebooks). Hier wird es allmählich wärmer: Das scheinbar »Gestörte« funktioniert nach Mechanismen, die uns nicht so leicht zugänglich sind. Es scheint Einflüsse auf das Geschehen zu geben die (so die physikalische Definition) von außerhalb des Systems her kommen, und – für uns – unerwartete Wirkungen zeigen. Mein Supervisor Scherf meinte immer: »Wenn ein Blitz aus heiterem Himmel kommt, stimmt was mit der Wetterbeobachtung nicht.«
Die Sonnenfinsternis am 29. Mai 1919 gab Beobachtern die Möglichkeit, Sterne zu photographieren, die zu diesem Zeitpunkt sehr nahe bei der Sonne standen. Auf den Aufnahmen erschienen die Sterne gegenüber ihrem »normalen« Position verschoben.
Was in diesem Fall als »Störung« interpretiert werden könnte (also eine Differenz zwischen dem Erwarteten und dem tatsächlich Beobachtbaren), war damals der Beweis für die Richtigkeit der Einsteinschen Voraussagen in der Allgemeinen Relativitätstheorie: Lichtteilchen werden aufgrund ihrer Masse von der Sonne abgelenkt. (Annus mirabilis, Wikipedia)
Einen Schritt zurück:
Die Verwendung des Begriffs »Störung« in der Physik beinhaltet das Verstehen bestimmter Abläufe als durch eine begrenzte Anzahl von Faktoren beeinflußte Zustandsveränderung.
Das Erste Newtonsche Gesetz lautet:
»Ein Körper verharrt im Zustand seiner Bewegung, so lange keine äußere Kraft auf ihn einwirkt.«Wenn wir also eine Kugel auf einer idealen Oberfläche (also ohne Reibungsverlust) rollen sehen, und sie macht eine Kurve, dann kann man dies als »Störung« verstehen. Dann wirkt etwas von außerhalb des Systems auf die Kugel. Mit »System« ist in diesem Fall die Anzahl derjenigen Objekte und Kräfte gemeint, die wir – in unserem inneren Modell des Versuches - als wirkend ansehen.
Übertragen auf die Psychologie: Bei dysfunktionalem Verhalten führt das Verhalten zu anderen als den intendierten bzw. erwarteten Ergebnissen. Homosexualität ist eine Ausrichtung in Bezug auf mögliche Sexualpartner, die für »normale« Menschen unerwartet ist. Machen wir uns bewußt: in wenigen Tagen jährt sich die Streichung des sogenannten Schwulenparagraphen 175 StGB zum einundzwanzigsten Mal: der Bundestag strich ihn am 15. März 1994 (20 Jahre Abschaffung §175 – Homosexualität: Ein Paragraf verschwindet, Abendzeitung, 11.06.2014). Bevor wir in Sochi Putin die buntlackierten Fingernägel zeigen (Bunte Fingernägel unerwünscht: Sotschi, der Sport und die Politik, Politik im Spiegel, 08.02.2014), erinnern wir uns: Noch 1962 hatte der der unter Konrad Adenauer vorgelegte Regierungsentwurf eines Strafgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland[18] die Aufrechterhaltung des § 175 wie folgt gerechtfertigt:
» Ausgeprägter als in anderen Bereichen hat die Rechtsordnung gegenüber der männlichen Homosexualität die Aufgabe, durch die sittenbildende Kraft des Strafgesetzes einen Damm gegen die Ausbreitung eines lasterhaften Treibens zu errichten, das, wenn es um sich griffe, eine schwere Gefahr für eine gesunde und natürliche Lebensordnung im Volke bedeuten würde« (Wikipedia, § 175, Entwicklung in der alten Bundesrepublik)Noch Ende der 80er Jahre wurden Schwule in Deutschland nicht zur psychoanalytischen Ausbildung zugelassen!
Zurück zur Physik: »Störung« bedeutet also, daß in unserem inneren Modell eines Versuchsablaufs nicht alle Wirkfaktoren enthalten sind. Wären sie dies, gäbe es keine Störung (also kein unerwartetes Verhalten). Die physikalische Verwendung des Begriffs »Störung« als eines Einflusses von außerhalb des Systems meint somit nicht das System da draußen in der Welt, sondern das Bild, welches wir von dem System im Kopf haben.Konkret: Wenn sich ein System anders verhält, als wir das erwarten, fehlt in unserem inneren Model des (äußeren) Systems mindestens ein Wirkfaktor.
Unsere neue Definition von »Störung« könnte also dann lauten »›Störung‹ bezeichnet die Diskrepanz zwischen dem tatsächlichen und dem erwarteten Geschehen.«
Die Realität ist nie das Problem. Das Problem sind immer nur wir (bzw. unsere inneren Blder), die entweder unrealistische Erwartungen (Löwe und Zebra sitzen gemeinsam am Lagerfeuer und mampfen am Spieß gebratene Marshmellows) oder nicht alle Wirkfaktoren auf dem Schirm haben.
Kurz zur Homosexualität: in den 20er Jahren wurde die Strafbarkeit homosexueller Handlungen mit dem Schutz der Volksgesundheit begründet.
In gestörten Familien finden wir Psychotherapeuten häufig einen sogenannten »Symptomträger«. Magersüchtige z.B. können solche Symptomträger sein. Die Systemischen Therapeuten sagen: »Das Problem ist eine Lösungsstrategie.« So verstanden wäre die psychosomatische Erkrankung des Symptomträgers der Versuch, die Störung (siehe Sündenbock, Begriffsherkunft, Wikipedia) einzugrenzen und zu isolieren. Ähnlich wie bei Angstanfällen wir die unangenehme Energier im Gesamtsystem an einem bestimmten Punkt entladen, und die Aufmerksamkeit wird auf den Entladungsvorgang gerichtet (und somit von der »Krankheit« als solcher abgelenkt).
Zurück zu dem Cicero-Artikel:
Der Artikel geht davon aus, dass in der Beziehung zwischen Politikern und dem Volk etwas schief läuft, dass etwas in der Beziehung zwischen »Raumschiff Berlin« und dem Volk »gestört« ist. Anscheinend verhält sich das Volk desinteressiert. Man stelle sich zwei Fußballmannschaften vor, und eine spielt nicht mit, und man fragt sich, weshalb dies so ist. Zu unserer Vorstellung von funktionierender Demokratie gehört, dass die beiden Mannschaften miteinander (bzw. gegeneinander) spielen. Wenn die Mannschaft des Volkes das Mitspielen verweigert, gibt es in der Demokratie ein Problem.
Ich habe gerade einen Patienten in Therapie, der das Mitspielen in der Familie verweigert. Die unausgesprochene Forderung von Seiten der Familie an mich als den Therapeuten lautet: »Mach, dass er wieder funktioniert«. Für mich ist völlig klar, dass der junge Mann nicht funktionieren will. Und als Patientenversteher ist es erst einmal meine Aufgabe, den jungen Mann zu verstehen. Sein »dysfunktionales« Verhalten hat eine Funktion, über die ich mir noch nicht im Klaren bin. Aber ich bin mir sicher: das gemeinsame Unbewusste der Beteiligten sieht dies im Moment als die beste Lösung zur Stabilisierung des Systems an. Möglicherweise ist ja das Desinteresse der Bevölkerung am politischen Geschehen etwas, dass das gemeinsame Unbewusste als die beste Strategie zur Stabilisierung des Systems ansieht. Diese Stabilisierungsstrategie ist nur auf der Oberfläche etwas, das »schief« läuft. Möglicherweise ist dies sowohl für das »Raumschiff Berlin« wie auch für die freiheitlich-demokratische Bevölkerung Deutschlands das ca. zurzeit Beste, was getan werden kann und Ausdruck der unbewussten Wünsche der Beteiligten.
An diesem Punkt Sind meine psychotherapeutischen Fantasien gefragt: möglicherweise ist es für die Funktionsfähigkeit des Raumschiffes am günstigsten, wenn die Regierten desinteressiert sind. Wir desinteressiert ist, stört nicht (siehe: Stuttgart 21). Der wiederkehrende hohe Aufwand (finanziell und organisatorisch) bei den Transporten der Castor-Behälter ist für die Regierenden wahrscheinlich sehr aufwändig und frustrierend. In diesem Fall wäre es wohl tatsächlich einfacher, die Atomkraftgegner wären desinteressiert. In diesem Fall würde das Volk stören. Wenn man sich das Fußballspiel folgendermaßen vorstellt: auf der einen Seite spielt die Mannschaft »Volk«, und der Gegner wäre die Mannschaft »Flash« (also eine Mannschaft aus Spielern, die sich blitzschnell bewegen können, vielleicht auch (wie bei bei »Predator«) sich zeitweilig unsichtbar machen können, dann wäre der Grund dafür, dass die Mannschaft »Volk« nicht mitspielt, der, dass ihre Spieler aufgrund der Übermacht des Gegners und seiner übermächtigen Möglichkeiten völlig frustriert sind, weil es keine realistische Möglichkeit gibt, gegen diesen Gegner zu bestehen. Als bei den Demonstrationen damals in Stuttgart Demonstranten von Wasserwerfern blind gespritzt wurden, hatte ich sofort die Fantasie: »Jetzt herrscht so große Angst, die demonstrieren so schnell nicht wieder.« Wenn wir als Bild des Problem-Modells statt einem Fußball-ein Volleyball-Spiel nehmen und annehmen, dass der Mannschaft »Volk« der Blick auf das gegnerische Feld verwehrt ist, wäre dies ein möglicherweise noch eindrucksvolleres Modell: wie soll man sich gegen Bälle wehren, die mit großer Wucht quasi aus dem »Nichts« kommen?
siehe auch: Aus Angst vor der Mafia? Fünf Eigentore in den letzten vier Minuten!
(Blick.ch, 31.10.2014)
Die Schlussphase beim Spiel zwischen Sleman und Pemarang in Indonesien verläuft eher unkonventionell .
Was ist denn hier los?
Noch vier Minuten sind zu spielen beim Playoff-Spiel der indonesischen First Division (dritthöchste Liga) zwischen PSS Sleman und PSIS Semarang. Es steht 0:0.
Und dann fallen plötzlich noch fünf Tore – und erst noch alles Eigentore!
Was ist denn hier los? Noch vier Minuten sind zu spielen beim Playoff-Spiel der indonesischen First Division (dritthöchste Liga) zwischen PSS Sleman und PSIS Semarang. Es steht 0:0. Und dann fallen plötzlich noch fünf Tore – und erst noch alles Eigentore!
Sonntag, 1. März 2015
Medienpropaganda anläßlich der Nemzow-Ermordung
Eine solche Schlagzeile habe ich eigentlich erwartet, denn wenn jemand in “Kreml-Nähe” erschossen wird, dann waren es bestimmt die Putin-Schergen direkt aus Putins Ankleidezimmer. Jedenfalls ist dies der – gewollt erweckte – Eindruck unserer Hauptflussmedien. Der oberkluge Röttgen weiß schon wer dahintersteckt und bekommt die Schlagzeile in der WELT.
mehr:
- Boris Nemzow von Putin persönlich erlegt (AltermannBlog, 01.03.2015)
Mein Kommentar:
Jemand hat Boris Nemzow erschossen. Und die Propaganda-Maschine läuft an:
- Röttgen sieht Verantwortung Putins für Nemzow-Mord (Jochen Gaukele, Die Welt, 28.02.2015)
Scharfer Angriff auf Wladimir Putin nach der Ermordung seines Kritikers Nemzow: CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen wirft Russlands Präsident "Aggression nach außen und Aggression im Inneren" vor.
====================
- Es ist nur Propaganda, wenn's die Russen machen (Post, 28.11.2014)
Der ungeklärte Mord an Boris Nemzow [2:22]
Unsere westliche Propaganda läuft wie geschmiert: Wir sind die Guten! Egal, was wir tun, wir sind die Guten! Und die anderen sind die Bösen. Wir brauchen auch nichts Böses zu tun(und wenn doch – siehe Irakkrieg mit mittlerweile 1,5 Millionen Toten und IS, dann haben wir uns leider geirrt, aber wir haben es gut gemeint), sind unsere Leitmedien-Chefs in den transatlantischen Think-Tanks doch äußerst effektiv gehirngewaschen: eine Tagung hier, ein Essen da, Hotel inklusive; man sieht sich, man trifft sich, man schüttelt sich die Hände und gehört dazu. (Projektive Identifizierung, Post, 01.03.2015)
Wie Röttgen Putin im Ukraine-Konflikt einschätzt, kann man hier nachlesen:
- „Putin hat keine Zukunftsvision für Russland“ (IP Online, 21.05.2014) – Brave Gymnasiasten-Naivität! Solche Fahnenträger werden gebraucht, stromlinienförmig, angepaßt und auf unserem Polit-Parkett erfolgreich. Die Leute glauben, was sie vor sich herbeten! Damit die Wähler, die die Ukraine finanzieren und damit auch den Krieg, den die Regierung in Kiew gegen das eigene Volk führt (in Syrien für den SPIEGEL inakezptabel: Brutaler Militäreinsatz in Syrien: Assad führt Krieg gegen das eigene Volk
, bei den nach Freiheit, Demokratie, sicheren Konten und Straffreiheit lechzenden ukrainischen Oligarchen kann unsere Leitmedien-Landschaft je mal ein Auge zudrücken), bei der Stange bleiben, benötigt es noch die mediale Dauerberieselung:
• Tagesschau sachlich und objektiv: »Putin, einsam und verlassen«
(Post, 19.11.2014), dazu:
- Angeblich einsamer Putin im Bild: “Tagesschau”-Chef Gniffke kanzelt Kritiker ab (Meedia, 18.11.2014)
- Gleichgeschaltete Propaganda vom “isolierten Putin”
(Propagandaschau, 16.11.2014)
• Ukraine 15 – Die – zumindest teilweise – Vernichtung eines gepanzerten russischen Phantom-Konvois (Post, 15.08.2014)
Es hat sich anscheinend kaum ein Reporter eines Leitmediums gewundert, daß dieser Konvoi aus gepanzerten russischen Fahrzeugen nach vier Tagen aus den Medien verschwunden war…
• Manche Katastrophen-Meldungen schaffen es auch gar nicht in die Medien, weil sie für den Geschmack unserer Konsumenten einfach zu bescheuert sind:
- Facebook-Propaganda: Kiews Verteidigungsminister erntet Spott für Bericht über Atomschlag (SPIEGEL Online, 22.09.2014); na, da habe ich mir grad selbst widersprochen, macht nix… oder
- Resolution 758 / Ukraine Freedom Support Act (Gert Ewen Ungar, Nutzerbeitrag, Der Freitag)
Am 4.12. verabschiedete das Abgeordnetenhaus des US-Kongresses mit 411 zu 10 Stimmen die Resolution 758. Das an Diktaturen erinnernde Abstimmungsergebnis blieb in den deutschen Medien ebenso unkommentiert, wie die Resolution trotz ihrer enormen politischen Tragweite ebenfalls unerwähnt blieb. Der US-Kongress verabschiedete am 11.12. den Ukraine Freedom Support Act. Obama hat den Ukraine Freedom Support Act unterzeichnet, der damit Gesetz ist. Auch das war den deutschen Qualitätsmedien bestenfalls eine Randnotiz wert, ein Ausleuchten der Konsequenzen erfolgte nicht. Daher müssen wieder mal die Blogs die aufklärende Arbeit leisten, die der Qualitätsjournalismus sich weigert zu erbringen. Einen Vorteil hat das, denn in den Blogs darf man ohne Rücksicht auf die transatlantische Anbindung des Chefredakteurs formulieren. Diese Freiheit liest sich dann so: Beide Texte, die Resolution 758 ebenso wie der Ukraine Freedom Support Act sind erschütternde Dokumente größenwahnsinnigen Denkens, ohne jeden Bezug zur Realität, bis ins Komma verlogen, die Tatsachen verdrehend, reine Heuchelei.
Seit Immanuel Kant wissen deutsche Gymnasiasten, daß politische Institutionen zur Wahrheitsfindung ungeeignet sind… Aber da das Denken bekanntermaßen Zeit braucht, lassen es unsere – Dank transatlantischer Think-Tanks – gleichgeschalteten Medien mit Verdächtigungen, Schuldzuweisungen, Befürchtungen und einer einheitlichen Sprachregelung dauerregnen.
- »Es gibt ein NATO-Netzwerk in den deutschen Medien« (Post, 13.09.2014)
zu den mit eindeutigen Assoziationen verbundenen Schlagworten, die ständig auf unseren Geist herabprasseln zählen:
- OSZE-Beobachter (obwohl es gar keine waren, siehe: Gabriele Krone-Schmalz bei Frank Elstner über Ukraine, Militärbeobachter in Zivil und die Notwendigkeit eines sauberen Journalismus, Post, 24.11.2014)
- prorussische Separatisten (die sind nicht für den Anschluß an Russland, die sind für ihre russischen Wurzeln, für ihre Geschichte und ihre Kultur, die ihnen die Kiewer Regierung wegnehmen will. -- Ukraine 7 – Der Sprachen- bzw. ethnische Konflikt als Teil des Ukraine-Konfliktes (03.05.2014, zuletzt aktualisiert am 27.09.2014)
- Völkerrechtsbruch (Die NATO hat im Jugoslawienkrieg selbst das Völkerrecht gebrochen – siehe: Frieden muss gestiftet werden, Post, 24.11.2014 –, von den USA im Irakkrieg 2003 ganz zu schweigen…)
- Annexion der Krim (Annexion – Sprache: So wird Realität hergestellt, Post, 14.02.2015)
• manches findet wohl nicht den Weg in die Leitmedien, weil dies die Weltanschauung der Medienkonsumentenstören würde. Bis zu den von Merkel und Hollande angestrengten Waffenstillstandsverhandlungen in Kiew war das Schwimmen im Fahrwasser der USA angesagt:
Aachener Friedenspreis 2014 Gabriele Krone Schmalz hält die Laudatio 01 09 2014 Bananenrepublik [28:01]
- Der Aufruf der 60: störende Abweichler (Post, 12.12.2014)
Anfang November des letzen Jahres hatte der Journalist Volker Bräutigam die Nase voll von der katastrophisierenden Dauerberieselung und erhob Beschwerde beim NDR-Rundfunktrat:
Zwei der vielen Falschaussagen seien hier im Wortlaut wiedergegeben:
„(...) Seit Monaten stellt die NATO fest, dass immer wieder russische Kampfflugzeuge den nordeuropäischen Luftraum verletzen. (...)“
„ (...) Die Luftraumverletzungen über dem Baltikum und über Finnland und Schweden finden teilweise auch über dem Festland statt (...)“
Beide Behauptungen sind nachweislich falsch, was fraglos auch dem sachkundigen BW-Intimus bewusst war. Luftraumverletzungen führen seitens der Regierungen der betroffenen Staaten zu sofortigen und öffentlich erhobenen Protesten, sowohl bei der verantwortlichen Regierung als auch bei den internationalen Flugsicherheitsbehörden. Proteste gegen vonrussischen Militärmaschinen verursachte Luftraumverletzungen sind aktuell aber nicht bekannt. Dass der Autor die Ereignisse nicht nur wissentlich falsch darstellte - die NATO selbst hat am 29.10. betont, es habe keinerlei Luftraumverletzungen von russischen Fliegern gegeben; das ist in den DLF-Nachrichten auch so gemeldet worden - sondern dass R. Clement es in böswilliger und agitatorischer Absicht formulierte, belegen folgenden Sätze:
(...) „Noch hat die NATO diese Maschinen nicht abgeschossen, sondern eskortiert und abgedrängt. Wie lange die Allianz das aber so gestalten wird, ist offen. Denn die hier eklatante Verletzung des Luftraums würde auch schärfere Maßnahmen erlauben. (...)
Ich darf Sie auffordern, nicht nur diese Zitate, sondern den gesamten Beitrag im Lichte der gesetzlich festlegten Programmgrundsätze des DeutschlandRadio-Staatsvertrages zu würdigen:
§6(Gestaltung der Sendungen): „(...)In den Sendungen der Körperschaft soll ein objektiver Überblick über das Weltgeschehen (...) vermittelt werden (...)“
„(...) Die Sendungen sollen (...) der Verständigung unter den Völkern dienen. (...)“
§7 (Berichterstattung) „(...) Die Berichterstattung soll umfassend, wahrheitsgetreu und sachlich sein. (...) Berichte sind sorgfältig zu prüfen. (...)“
mehr:
- Russische Fernbomber über der Nordsee – Kein Grund zur Aufregung (dcrc, 28.04.2014)
- "Massive Luftraumverletzungen" – Experte: Moskau könnte es zu weit treiben (Rolf Clement)
Die Nato spricht noch von russischen "Manövern", doch "Sicherheitsexperte" Rolf Clement ist sich sicher: 28 russische Kampfflugzeuge sind in den letzten zwei Tagen in europäischen Luftraum eingedrungen - erstmals sogar bis in ein Seegebiet westlich von Portugal. "Das waren massive Luftraumverletzungen, wie wir sie bislang nicht gekannt haben", so Clement im Deutschlandfunk. Nato-Abfangjäger drängten die Maschinen ab - in Zukunft könnte sich die Nato dazu gezwungen sehen, die russischen Jets abzuschießen, befürchtet Clement.
Piet Klocke-Ruhe bewahren [6:03]
Veröffentlicht am 27.03.2013
- Agitatorisch, kriegshetzerisch (Hintergrund, 06.11.2014), siehe auch
- ARD-Desinformation zur Ukraine: Beschwerde beim NDR-Rundfunkrat durch Ex-Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam (barth-engelbarth, 29.04.2014)
An diesem Punkt will ich’s mal gut sein lassen. Wer sich eine Zusammenfassung des Medienzirkus um den Abschuß von MH 17 antun will, bitte:
- Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung (Post, 27.07.2014)
- Medienkritik – Das Publikum weiss mehr als wir (TagesWoche, 17.12.2014)
Christoph Hörstel:
Einkreisung Russlands durch die NATO [15:06]
mehr:
- Boris Nemzow von Putin persönlich erlegt (AltermannBlog, 01.03.2015)
Mein Kommentar:
Jemand hat Boris Nemzow erschossen. Und die Propaganda-Maschine läuft an:
- Röttgen sieht Verantwortung Putins für Nemzow-Mord (Jochen Gaukele, Die Welt, 28.02.2015)
Scharfer Angriff auf Wladimir Putin nach der Ermordung seines Kritikers Nemzow: CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen wirft Russlands Präsident "Aggression nach außen und Aggression im Inneren" vor.
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Propaganda (von lateinisch propagare ‚weiter ausbreiten, ausbreiten, verbreiten‘) bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten oder Herrscher erwünschten Reaktion zu steuern.[1] (Propaganda, Wikipedia)====================
- Es ist nur Propaganda, wenn's die Russen machen (Post, 28.11.2014)
Der ungeklärte Mord an Boris Nemzow [2:22]
Veröffentlicht am 12.03.2015
Sabine Schiffer über mediale Zuweisungen und Vorverurteilungen
Sabine Schiffer über mediale Zuweisungen und Vorverurteilungen
Ist die Bezeichnung „Kremlkritiker“ schon eine Schuldzuweisung in eine bestimmte Richtung? In der Berichterstattung über den Mord an dem Oppositionellen Boris Nemzow werden Zuweisungen eingestreut, die eine Schuld des Kremls nahelegen, obwohl der Fall nach wie vor ungeklärt ist. Am 1.3. titelte die BZ: „Der Kremlmord! und eine Lokalzeitung aus Bayern überschrieb ihren Artikel: „Mord in Sichtweite des Kremls“. Auf tagesschau.de hieß es bereits in den ersten Berichten, dass der Mord in der „Nähe des Kremls“ ausgeführt worden sei beziehungsweise auf einer Brücke, die sich „unmittelbar am Kreml“ befindet. In der Berichterstattung geht man teilweise so weit, dass der Eindruck entsteht, die Ermittlungen in alle Richtungen seien ein geschicktes Ablenkungsmanöver Putins. Dabei sollte man sich – so Schiffer - genau diese „Ermittlungen in alle Richtungen“ in Deutschland und anderswo wünschen. In Fälle wie dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine MH17, den NSU-Morden oder auch dem Oktoberfestattentat von 1980 kann man durch Vertuschungen, Vorurteile oder Versäumnisse bis heute keine schlüssigen Erklärungen vorweisen. Wie der Mord an Nemzow sind auch diese Fälle nach wie vor ungeklärt und sollten medial als solches behandelt werden.
Dr. Sabine Schiffer ist Gründerin des Institutes für Medienverantwortung. Für weltnetz.tv produziert sie regelmäßig ihre Kolumne Wikipedia ist keine Quelle
http://weltnetz.tv/
Dr. Sabine Schiffer ist Gründerin des Institutes für Medienverantwortung. Für weltnetz.tv produziert sie regelmäßig ihre Kolumne Wikipedia ist keine Quelle
http://weltnetz.tv/
Unsere westliche Propaganda läuft wie geschmiert: Wir sind die Guten! Egal, was wir tun, wir sind die Guten! Und die anderen sind die Bösen. Wir brauchen auch nichts Böses zu tun(und wenn doch – siehe Irakkrieg mit mittlerweile 1,5 Millionen Toten und IS, dann haben wir uns leider geirrt, aber wir haben es gut gemeint), sind unsere Leitmedien-Chefs in den transatlantischen Think-Tanks doch äußerst effektiv gehirngewaschen: eine Tagung hier, ein Essen da, Hotel inklusive; man sieht sich, man trifft sich, man schüttelt sich die Hände und gehört dazu. (Projektive Identifizierung, Post, 01.03.2015)
Wie Röttgen Putin im Ukraine-Konflikt einschätzt, kann man hier nachlesen:
- „Putin hat keine Zukunftsvision für Russland“ (IP Online, 21.05.2014) – Brave Gymnasiasten-Naivität! Solche Fahnenträger werden gebraucht, stromlinienförmig, angepaßt und auf unserem Polit-Parkett erfolgreich. Die Leute glauben, was sie vor sich herbeten! Damit die Wähler, die die Ukraine finanzieren und damit auch den Krieg, den die Regierung in Kiew gegen das eigene Volk führt (in Syrien für den SPIEGEL inakezptabel: Brutaler Militäreinsatz in Syrien: Assad führt Krieg gegen das eigene Volk
, bei den nach Freiheit, Demokratie, sicheren Konten und Straffreiheit lechzenden ukrainischen Oligarchen kann unsere Leitmedien-Landschaft je mal ein Auge zudrücken), bei der Stange bleiben, benötigt es noch die mediale Dauerberieselung:
• Tagesschau sachlich und objektiv: »Putin, einsam und verlassen«
(Post, 19.11.2014), dazu:
- Angeblich einsamer Putin im Bild: “Tagesschau”-Chef Gniffke kanzelt Kritiker ab (Meedia, 18.11.2014)
- Gleichgeschaltete Propaganda vom “isolierten Putin”
(Propagandaschau, 16.11.2014)
• Ukraine 15 – Die – zumindest teilweise – Vernichtung eines gepanzerten russischen Phantom-Konvois (Post, 15.08.2014)
Es hat sich anscheinend kaum ein Reporter eines Leitmediums gewundert, daß dieser Konvoi aus gepanzerten russischen Fahrzeugen nach vier Tagen aus den Medien verschwunden war…
• Manche Katastrophen-Meldungen schaffen es auch gar nicht in die Medien, weil sie für den Geschmack unserer Konsumenten einfach zu bescheuert sind:
- Facebook-Propaganda: Kiews Verteidigungsminister erntet Spott für Bericht über Atomschlag (SPIEGEL Online, 22.09.2014); na, da habe ich mir grad selbst widersprochen, macht nix… oder
- Resolution 758 / Ukraine Freedom Support Act (Gert Ewen Ungar, Nutzerbeitrag, Der Freitag)
Am 4.12. verabschiedete das Abgeordnetenhaus des US-Kongresses mit 411 zu 10 Stimmen die Resolution 758. Das an Diktaturen erinnernde Abstimmungsergebnis blieb in den deutschen Medien ebenso unkommentiert, wie die Resolution trotz ihrer enormen politischen Tragweite ebenfalls unerwähnt blieb. Der US-Kongress verabschiedete am 11.12. den Ukraine Freedom Support Act. Obama hat den Ukraine Freedom Support Act unterzeichnet, der damit Gesetz ist. Auch das war den deutschen Qualitätsmedien bestenfalls eine Randnotiz wert, ein Ausleuchten der Konsequenzen erfolgte nicht. Daher müssen wieder mal die Blogs die aufklärende Arbeit leisten, die der Qualitätsjournalismus sich weigert zu erbringen. Einen Vorteil hat das, denn in den Blogs darf man ohne Rücksicht auf die transatlantische Anbindung des Chefredakteurs formulieren. Diese Freiheit liest sich dann so: Beide Texte, die Resolution 758 ebenso wie der Ukraine Freedom Support Act sind erschütternde Dokumente größenwahnsinnigen Denkens, ohne jeden Bezug zur Realität, bis ins Komma verlogen, die Tatsachen verdrehend, reine Heuchelei.
Whereas the Russian Federation’s invasion of, and military operations on, Ukrainian territory represent gross violations of Ukraine’s sovereignty, independence, and territorial integrity and a violation of international law, including the Russian Federation’s obligations under the United Nations Charter;
In Anbetracht des Einmarschs der Russischen Föderation in die Ukraine und in Anbetracht der militärischen Operationen der Russischen Föderation auf ukrainischem Gebiet, was eine grobe Verletzung der Ukrainischen Souveränität, ihrer Unabhängigkeit und territorialen Integrität darstellt, darüber hinaus gegen internationales Recht verstößt und einen Verstoß gegen die UN-Charta darstellt; (Übersetzungen: GEU)Piet Klocke 7 T 7 K Hund [1:34]
Hochgeladen am 07.06.2009
Heiratsantrag
Im Dezember 2014 verabschiedete der US-Kongress einstimmig den „Ukraine Freedom Support Act“.[516] Das Gesetz sieht erstmals Rüstungsexporte für die Ukraine vor. Der Kongress genehmigt der US-Regierung im laufenden Haushaltsjahr 100 Millionen US-Dollar und jeweils 125 Millionen US-Dollar in den darauf folgenden beiden Jahren. Mit diesen Mitteln solle die USA die ukrainischen Streitkräfte unter anderem mit „Panzerabwehrwaffen, Munition, Artillerieaufklärungsradar, Feuerleitsysteme und Überwachungsdrohnen“ ausstatten, um „die Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine wiederherzustellen“. Weiterhin wird die US-Regierung dazu aufgefordert, für ukrainische Waffenproduzenten, die bisher vor allem nach Russland exportierten, „angemessene alternative Märkte“ zu finden.[517] Am 16. Dezember 2014 erklärte Präsident Barack Obama das Gesetz unterzeichnen zu wollen. Er habe zwar Bedenken, weil sich die USA in diesem Fall nicht mit ihren Verbündeten über neue Strafmaßnahmen abgestimmt hätten, das Gesetz verschaffe ihm aber einen Spielraum für neue Sanktionen.[518] (Krieg in der Ukraine 2014, Internationale Reaktionen auf die Krise, USA, Wikipedia, zweitletzter Absatz)
Seit Immanuel Kant wissen deutsche Gymnasiasten, daß politische Institutionen zur Wahrheitsfindung ungeeignet sind… Aber da das Denken bekanntermaßen Zeit braucht, lassen es unsere – Dank transatlantischer Think-Tanks – gleichgeschalteten Medien mit Verdächtigungen, Schuldzuweisungen, Befürchtungen und einer einheitlichen Sprachregelung dauerregnen.
- »Es gibt ein NATO-Netzwerk in den deutschen Medien« (Post, 13.09.2014)
zu den mit eindeutigen Assoziationen verbundenen Schlagworten, die ständig auf unseren Geist herabprasseln zählen:
- OSZE-Beobachter (obwohl es gar keine waren, siehe: Gabriele Krone-Schmalz bei Frank Elstner über Ukraine, Militärbeobachter in Zivil und die Notwendigkeit eines sauberen Journalismus, Post, 24.11.2014)
- prorussische Separatisten (die sind nicht für den Anschluß an Russland, die sind für ihre russischen Wurzeln, für ihre Geschichte und ihre Kultur, die ihnen die Kiewer Regierung wegnehmen will. -- Ukraine 7 – Der Sprachen- bzw. ethnische Konflikt als Teil des Ukraine-Konfliktes (03.05.2014, zuletzt aktualisiert am 27.09.2014)
- Völkerrechtsbruch (Die NATO hat im Jugoslawienkrieg selbst das Völkerrecht gebrochen – siehe: Frieden muss gestiftet werden, Post, 24.11.2014 –, von den USA im Irakkrieg 2003 ganz zu schweigen…)
- Annexion der Krim (Annexion – Sprache: So wird Realität hergestellt, Post, 14.02.2015)
• manches findet wohl nicht den Weg in die Leitmedien, weil dies die Weltanschauung der Medienkonsumentenstören würde. Bis zu den von Merkel und Hollande angestrengten Waffenstillstandsverhandlungen in Kiew war das Schwimmen im Fahrwasser der USA angesagt:
Aachener Friedenspreis 2014 Gabriele Krone Schmalz hält die Laudatio 01 09 2014 Bananenrepublik [28:01]
Veröffentlicht am 18.07.2015
alter Info-Text: Veröffentlicht am 04.09.2014
alter Info-Text: Veröffentlicht am 04.09.2014
Bananenrepublik auf http://www.facebook.com/Stimmbuerger - Google+: https://plus.google.com/u/0/106701079... und https://twitter.com/Stimmbuerger Quelle:
Aachener Friedenspreis e.V.: http://www.aachener-friedenspreis.de/...
Das Manuskript http://www.aachener-friedenspreis.de/...
Videoquelle: Daniel Becker https://www.youtube.com/channel/UCNLc...
http://www.aachener-friedenspreis.de/...
Aachener Friedenspreis e.V.: http://www.aachener-friedenspreis.de/...
Das Manuskript http://www.aachener-friedenspreis.de/...
Videoquelle: Daniel Becker https://www.youtube.com/channel/UCNLc...
http://www.aachener-friedenspreis.de/...
- Der Aufruf der 60: störende Abweichler (Post, 12.12.2014)
Anfang November des letzen Jahres hatte der Journalist Volker Bräutigam die Nase voll von der katastrophisierenden Dauerberieselung und erhob Beschwerde beim NDR-Rundfunktrat:
Zwei der vielen Falschaussagen seien hier im Wortlaut wiedergegeben:
„(...) Seit Monaten stellt die NATO fest, dass immer wieder russische Kampfflugzeuge den nordeuropäischen Luftraum verletzen. (...)“
„ (...) Die Luftraumverletzungen über dem Baltikum und über Finnland und Schweden finden teilweise auch über dem Festland statt (...)“
Beide Behauptungen sind nachweislich falsch, was fraglos auch dem sachkundigen BW-Intimus bewusst war. Luftraumverletzungen führen seitens der Regierungen der betroffenen Staaten zu sofortigen und öffentlich erhobenen Protesten, sowohl bei der verantwortlichen Regierung als auch bei den internationalen Flugsicherheitsbehörden. Proteste gegen vonrussischen Militärmaschinen verursachte Luftraumverletzungen sind aktuell aber nicht bekannt. Dass der Autor die Ereignisse nicht nur wissentlich falsch darstellte - die NATO selbst hat am 29.10. betont, es habe keinerlei Luftraumverletzungen von russischen Fliegern gegeben; das ist in den DLF-Nachrichten auch so gemeldet worden - sondern dass R. Clement es in böswilliger und agitatorischer Absicht formulierte, belegen folgenden Sätze:
(...) „Noch hat die NATO diese Maschinen nicht abgeschossen, sondern eskortiert und abgedrängt. Wie lange die Allianz das aber so gestalten wird, ist offen. Denn die hier eklatante Verletzung des Luftraums würde auch schärfere Maßnahmen erlauben. (...)
Ich darf Sie auffordern, nicht nur diese Zitate, sondern den gesamten Beitrag im Lichte der gesetzlich festlegten Programmgrundsätze des DeutschlandRadio-Staatsvertrages zu würdigen:
§6(Gestaltung der Sendungen): „(...)In den Sendungen der Körperschaft soll ein objektiver Überblick über das Weltgeschehen (...) vermittelt werden (...)“
„(...) Die Sendungen sollen (...) der Verständigung unter den Völkern dienen. (...)“
§7 (Berichterstattung) „(...) Die Berichterstattung soll umfassend, wahrheitsgetreu und sachlich sein. (...) Berichte sind sorgfältig zu prüfen. (...)“
mehr:
- Russische Fernbomber über der Nordsee – Kein Grund zur Aufregung (dcrc, 28.04.2014)
- "Massive Luftraumverletzungen" – Experte: Moskau könnte es zu weit treiben (Rolf Clement)
Die Nato spricht noch von russischen "Manövern", doch "Sicherheitsexperte" Rolf Clement ist sich sicher: 28 russische Kampfflugzeuge sind in den letzten zwei Tagen in europäischen Luftraum eingedrungen - erstmals sogar bis in ein Seegebiet westlich von Portugal. "Das waren massive Luftraumverletzungen, wie wir sie bislang nicht gekannt haben", so Clement im Deutschlandfunk. Nato-Abfangjäger drängten die Maschinen ab - in Zukunft könnte sich die Nato dazu gezwungen sehen, die russischen Jets abzuschießen, befürchtet Clement.
Piet Klocke-Ruhe bewahren [6:03]
Veröffentlicht am 27.03.2013
- Agitatorisch, kriegshetzerisch (Hintergrund, 06.11.2014), siehe auch
- ARD-Desinformation zur Ukraine: Beschwerde beim NDR-Rundfunkrat durch Ex-Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam (barth-engelbarth, 29.04.2014)
An diesem Punkt will ich’s mal gut sein lassen. Wer sich eine Zusammenfassung des Medienzirkus um den Abschuß von MH 17 antun will, bitte:
- Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung (Post, 27.07.2014)
- Medienkritik – Das Publikum weiss mehr als wir (TagesWoche, 17.12.2014)
Christoph Hörstel:
Einkreisung Russlands durch die NATO [15:06]
Veröffentlicht am 05.01.2015
Christoph Hörstel im Interview mit iranischem Rundunk über die aktuelle Weltpolitik um Russland.
Quelle AntikriegTV: https://www.youtube.com/watch?v=WTUNT...
Quelle AntikriegTV: https://www.youtube.com/watch?v=WTUNT...
Wladimir Putin: Der Westen führt einen Vernichtungskrieg gegen Russland [15:51]
Veröffentlicht am 01.07.2015
18 Dezember 2014. Ausschnitte aus der großen Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau. Wladimir Putin beantwortete die Fragen bezüglich der aktuellen Beziehungen zwischen Russland und dem Westen. Quelle RT.
Alte info: Veröffentlicht am 19.12.2014
Der Westen, angeführt von den USA, hat auf die Zerstörung Russlands abgezielt. Ausgewählte Ausschnitte aus der großen Pressekonferenz mit Russlands Staatspräsident Wladimir Putin am 18 Dezember 2014 in Moskau. Quelle RT: https://www.youtube.com/watch?v=IVFEi...
aktualisiert am 08.07.2016
Samstag, 28. Februar 2015
Carolin Kebekus – Frauenstreß
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, Schwanz-ab-Alice totzuschweigen, aber Carolin Kebekus ist zu klasse:
Carolin Kebekus über Alice Schwarzer [7:00]
Carolin Kebekus über Alice Schwarzer [7:00]
Veröffentlicht am 27.02.2014
Ausschnitt aus den WDR " Mitternachtsspitzen " vom 22.02.2014
Carolin Kebekus ist bekannt dafür, dass sie die Dinge unverholen und zum Teil auch recht derbe anspricht - doch damit spricht sie vielen Menschen direkt aus der Seele...
Carolin Kebekus ist bekannt dafür, dass sie die Dinge unverholen und zum Teil auch recht derbe anspricht - doch damit spricht sie vielen Menschen direkt aus der Seele...
Die Anstalt ist die Rache des Mainstreams an sich selbst
"Die Anstalt ist die Rache des Mainstreams an sich selbst" Max Uthoff im Gespräch mit Julia Jentsch [34:14]
Veröffentlicht am 05.01.2015
produziert von Julia Jentsch, http://rasendeReporterin.de
Ende 2014 war Max Uthoff trotz seiner starken Erkältung und dem noch zu absolvierenden Soloprogramm im Mainzer Unterhaus so tapfer, mir nochmal ein Interview zu geben.
Seit unserem letzen Gespräch im Februar hat sich einiges getan. Der damals frisch berufene Co-Anstaltsleiter hatte bereits zu diesem Zeitpunkt -zusammen mit Claus von Wagner- mit der ersten Sendung einen fulminanten Auftakt für ein ebenso grandioses Anstaltsjahr bereitet.
Im Dezember warfen wir nicht nur einen Blick zurück auf 2014, sondern sprachen natürlich auch über Vorsätze und Pläne für das Neue Jahr. Weitere Themen sind u.a. der Mindestlohn, ein bedingungsloses Grundeinkommen gepaart mit einer Maschinensteuer, die Idee des Auswanderns und die Frage warum es so schwierig ist, öffentlich Kritik am Geldsystem zu üben. Ich hoffe trotzdem, dass genau diese Problematik 2015 einer breiten Öffentlichkeit bekannt wird, damit endlich alternative Systeme in den allgemeinen Fokus gerückt und diskutiert werden.
Viel Spaß mit dem Video!
Übrigens ist nicht nur die Anstalt, sondern auch das aktuelle Soloprogramm von Max Uthoff „Gegendarstellung“ absolut sehenswert. Termine: http://www.cooltouragentur.de/pop.php...
Herzlichst,
Julia Jentsch
Ende 2014 war Max Uthoff trotz seiner starken Erkältung und dem noch zu absolvierenden Soloprogramm im Mainzer Unterhaus so tapfer, mir nochmal ein Interview zu geben.
Seit unserem letzen Gespräch im Februar hat sich einiges getan. Der damals frisch berufene Co-Anstaltsleiter hatte bereits zu diesem Zeitpunkt -zusammen mit Claus von Wagner- mit der ersten Sendung einen fulminanten Auftakt für ein ebenso grandioses Anstaltsjahr bereitet.
Im Dezember warfen wir nicht nur einen Blick zurück auf 2014, sondern sprachen natürlich auch über Vorsätze und Pläne für das Neue Jahr. Weitere Themen sind u.a. der Mindestlohn, ein bedingungsloses Grundeinkommen gepaart mit einer Maschinensteuer, die Idee des Auswanderns und die Frage warum es so schwierig ist, öffentlich Kritik am Geldsystem zu üben. Ich hoffe trotzdem, dass genau diese Problematik 2015 einer breiten Öffentlichkeit bekannt wird, damit endlich alternative Systeme in den allgemeinen Fokus gerückt und diskutiert werden.
Viel Spaß mit dem Video!
Übrigens ist nicht nur die Anstalt, sondern auch das aktuelle Soloprogramm von Max Uthoff „Gegendarstellung“ absolut sehenswert. Termine: http://www.cooltouragentur.de/pop.php...
Herzlichst,
Julia Jentsch
The untold story of the Maidan massacre
A day of bloodshed on Kiev's main square, nearly a year ago, marked the end of a winter of protest against the government of president Viktor Yanukovych, who soon afterwards fled the country. More than 50 protesters and three policemen died. But how did the shooting begin? Protest organisers have always denied any involvement - but one man told the BBC a different story.
mehr:
- The untold story of the Maidan massacre (Gabriel Gatehouse, 12.02.2015, BBC News)
Ukraine coup analysis & problems with Gabriel Gatehouse investigation into Feb 2014 Maidan Kiev [4:12]
mehr:
- The untold story of the Maidan massacre (Gabriel Gatehouse, 12.02.2015, BBC News)
Ukraine coup analysis & problems with Gabriel Gatehouse investigation into Feb 2014 Maidan Kiev [4:12]
Veröffentlicht am 13.02.2015
Andriy Parubiy [right] co-founder of the Neo-Nazi Social-National Party of Ukraine (subsequently renamed Svoboda) was appointed Secretary of the National Security and National Defense Committee (RNBOU). (Рада національної безпеки і оборони України), a key position which overseas the Ministry of Defense, the Armed Forces, Law Enforcement, National Security and Intelligence. The RNBOU is central decision-making body. While it is formally headed by the president, it is run by the Secretariat with a staff of 180 people including defense, intelligence and national security experts.
Parubiy was one of the main leaders behind the Orange Revolution in 2004. His organization was funded by the West. He is referred to by the Western media as the “kommandant” of the EuroMaidan movement. Andriy Parubiy together with party leader Oleh Tyahnybok is a follower of Ukrainian Nazi Stepan Bandera, who collaborated in the mass murderer of Jews and Poles during World War II.
http://www.globalresearch.ca/the-u-s-...
A day of bloodshed on Kiev's main square, nearly a year ago, marked the end of a winter of protest against the government of president Viktor Yanukovych, who soon afterwards fled the country. More than 50 protesters and three policemen died. But how did the shooting begin? Protest organisers have always denied any involvement - but one man told the BBC a different story.
"I was shooting downwards at their feet," says a man we will call Sergei, who tells me he took up position in the Kiev Conservatory, a music academy on the south-west corner of the square.
"Of course, I could have hit them in the arm or anywhere. But I didn't shoot to kill."
Sergei says he had been a regular protester on the Maidan for more than a month, and that his shots at police on the square and on the roof of an underground shopping mall, caused them to retreat.
There had been shooting two days earlier, on 18 February. The 19th, a Wednesday, had been quieter, but in the evening, Sergei says, he was put in contact with a man who offered him two guns: one a 12-gauge shotgun, the other a hunting rifle, a Saiga that fired high-velocity rounds.
He chose the latter, he says, and stashed it in the Post Office building, a few yards from the Conservatory. Both buildings were under the control of the protesters.
Shevchenko contacted the man in charge of security for the protesters, Andriy Parubiy, known as the Commandant of the Maidan.
"I sent a group of my best men to go through the entire Conservatory building and determine whether there were any firing positions," Parubiy says.
Meanwhile the MP, Andriy Shevchenko, was getting increasingly panicked phone calls.
"I kept getting calls from the police officer, who said: 'I have three people wounded, I have five people wounded, I have one person dead.' And at some point he says, 'I am pulling out.' And he says, 'Andriy I do not know what will be next.' But I clearly felt that something really bad was about to happen."
Andriy Parubiy, now deputy speaker of the Ukrainian parliament, says his men found no gunmen in the Conservatory building.
http://www.bbc.co.uk/news/magazine-31...
Parubiy was one of the main leaders behind the Orange Revolution in 2004. His organization was funded by the West. He is referred to by the Western media as the “kommandant” of the EuroMaidan movement. Andriy Parubiy together with party leader Oleh Tyahnybok is a follower of Ukrainian Nazi Stepan Bandera, who collaborated in the mass murderer of Jews and Poles during World War II.
http://www.globalresearch.ca/the-u-s-...
A day of bloodshed on Kiev's main square, nearly a year ago, marked the end of a winter of protest against the government of president Viktor Yanukovych, who soon afterwards fled the country. More than 50 protesters and three policemen died. But how did the shooting begin? Protest organisers have always denied any involvement - but one man told the BBC a different story.
"I was shooting downwards at their feet," says a man we will call Sergei, who tells me he took up position in the Kiev Conservatory, a music academy on the south-west corner of the square.
"Of course, I could have hit them in the arm or anywhere. But I didn't shoot to kill."
Sergei says he had been a regular protester on the Maidan for more than a month, and that his shots at police on the square and on the roof of an underground shopping mall, caused them to retreat.
There had been shooting two days earlier, on 18 February. The 19th, a Wednesday, had been quieter, but in the evening, Sergei says, he was put in contact with a man who offered him two guns: one a 12-gauge shotgun, the other a hunting rifle, a Saiga that fired high-velocity rounds.
He chose the latter, he says, and stashed it in the Post Office building, a few yards from the Conservatory. Both buildings were under the control of the protesters.
Shevchenko contacted the man in charge of security for the protesters, Andriy Parubiy, known as the Commandant of the Maidan.
"I sent a group of my best men to go through the entire Conservatory building and determine whether there were any firing positions," Parubiy says.
Meanwhile the MP, Andriy Shevchenko, was getting increasingly panicked phone calls.
"I kept getting calls from the police officer, who said: 'I have three people wounded, I have five people wounded, I have one person dead.' And at some point he says, 'I am pulling out.' And he says, 'Andriy I do not know what will be next.' But I clearly felt that something really bad was about to happen."
Andriy Parubiy, now deputy speaker of the Ukrainian parliament, says his men found no gunmen in the Conservatory building.
http://www.bbc.co.uk/news/magazine-31...
Dienstag, 24. Februar 2015
Ukrainekrise – Was sagen Psychotherapeuten dazu?
Psychotherapie wird in erster Linie mit individuellem Leid in Verbindung gebracht. Aber kann sie auch bei gesellschaftlichen Konflikten vermitteln, etwa bei der aktuellen Ukrainekrise? Ukrainische und russische Psychotherapeuten haben das vergangenes Wochenende zumindest versucht, bei einer Konferenz auf neutralem Ort: in Wien.
UKRAINEKRISE13.12.2014 Die Psychoanalyse kennt vielfältige Anwendungen: einerseits im medizinischen Bereich, andererseits als Kultur- und Gesellschaftstheorie. Das bezeugt bereits das Werk Sigmund Freuds, der im Jahr 1932 in einem Brief an Albert Einstein der Frage "Warum Krieg?" nachging. Darin äußerte er sich eher skeptisch über die Möglichkeiten Gewalt und Krieg zu beenden; einige spätere Psychoanalytiker sahen das differenzierter.
mehr.
- Ukrainekrise – Was sagen Psychotherapeuten dazu? (science.orf.at, 13.12.2014)
So der zypriotisch-amerikanische Psychoanalytiker Vamik Volkan, der gemeinsam mit Politikern und Wissenschaftlern in den 80er und 90er Jahren einflussreiche Vertreter von verfeindeten Gruppen in Krisenregionen (Nahostkonflikt, Zypernkonflikt, u.a.) zu sogenannten "inoffiziellen diplomatischen Treffen" zusammenbrachte. Auch Alfred Pritz, der Rektor der Sigmund Freud Privatuniversität und Mitorganisator der Konferenz, sieht in einem derartigen Treffen ein positives Vorbild, das für eine Annäherung der verfeindeten Gruppen auf neutralem Boden dienen kann.
Den Standpunkt des Anderen verstehen
"Psychotherapie kann die Menschen zum Reden bringen und zuhören. Sie hilft dabei, den Standpunkt des Anderen zu verstehen, was eine sehr wichtige Leistung ist." Denn dadurch könnten auch Konflikte zwischen Großgruppen, wie Völker oder Nationen, besser verstanden werden, meinte er am Rande der Veranstaltung. Die Konferenz solle "zeigen, dass es besser ist, mit Wörtern als mit Waffen zu konkurrieren."
Ambitionen eine derartige Tagung ins Leben zu rufen seien im Juni entstanden, als die ukrainisch-psychotherapeutische Dachgesellschaft eine Konferenz zur Krise in der Ukraine veranstaltete. Die russischen Psychotherapeuten seien jedoch nicht gekommen, da sie die Situation als zu gefährlich einschätzten.
So sei die Idee entstanden, die Konferenz in Wien, auf neutralem Boden, zu wiederholen. "Die offiziellen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland sind an einem derart niedrigen Punkt angekommen, wie wir es seit dem Fall des Eisernen Vorhangs nicht für möglich gehalten haben", meinte Jutta Edthofer vom Außenministerium in ihrer Eröffnungsrede. "Gerade da auf politische Ebene die Frage der Schuld im Vordergrund steht und sich die Fronten zunehmend verschärften, gilt den Beteiligten der Konferenz die volle Unterstützung."
Zitat (aus dem Beitrag von Mikhail Reshetnikov):
Die Protestbewegung, die sich anfänglich gegen die ukrainische Regierung und die Oligarchie gerichtet habe, habe sich zunehmend auf alte antirussische Feinbilder verschoben, so Reshetnikov. Drohungen, die russische Sprache als zweite Amtssprache abzuschaffen, wurden als Zerstörung der eigenen Identität aufgefasst - und das habe Forderungen nach einer autonomen Ostukraine hervorgerufen.
UKRAINEKRISE13.12.2014 Die Psychoanalyse kennt vielfältige Anwendungen: einerseits im medizinischen Bereich, andererseits als Kultur- und Gesellschaftstheorie. Das bezeugt bereits das Werk Sigmund Freuds, der im Jahr 1932 in einem Brief an Albert Einstein der Frage "Warum Krieg?" nachging. Darin äußerte er sich eher skeptisch über die Möglichkeiten Gewalt und Krieg zu beenden; einige spätere Psychoanalytiker sahen das differenzierter.
mehr.
- Ukrainekrise – Was sagen Psychotherapeuten dazu? (science.orf.at, 13.12.2014)
So der zypriotisch-amerikanische Psychoanalytiker Vamik Volkan, der gemeinsam mit Politikern und Wissenschaftlern in den 80er und 90er Jahren einflussreiche Vertreter von verfeindeten Gruppen in Krisenregionen (Nahostkonflikt, Zypernkonflikt, u.a.) zu sogenannten "inoffiziellen diplomatischen Treffen" zusammenbrachte. Auch Alfred Pritz, der Rektor der Sigmund Freud Privatuniversität und Mitorganisator der Konferenz, sieht in einem derartigen Treffen ein positives Vorbild, das für eine Annäherung der verfeindeten Gruppen auf neutralem Boden dienen kann.
Den Standpunkt des Anderen verstehen
"Psychotherapie kann die Menschen zum Reden bringen und zuhören. Sie hilft dabei, den Standpunkt des Anderen zu verstehen, was eine sehr wichtige Leistung ist." Denn dadurch könnten auch Konflikte zwischen Großgruppen, wie Völker oder Nationen, besser verstanden werden, meinte er am Rande der Veranstaltung. Die Konferenz solle "zeigen, dass es besser ist, mit Wörtern als mit Waffen zu konkurrieren."
Ambitionen eine derartige Tagung ins Leben zu rufen seien im Juni entstanden, als die ukrainisch-psychotherapeutische Dachgesellschaft eine Konferenz zur Krise in der Ukraine veranstaltete. Die russischen Psychotherapeuten seien jedoch nicht gekommen, da sie die Situation als zu gefährlich einschätzten.
So sei die Idee entstanden, die Konferenz in Wien, auf neutralem Boden, zu wiederholen. "Die offiziellen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland sind an einem derart niedrigen Punkt angekommen, wie wir es seit dem Fall des Eisernen Vorhangs nicht für möglich gehalten haben", meinte Jutta Edthofer vom Außenministerium in ihrer Eröffnungsrede. "Gerade da auf politische Ebene die Frage der Schuld im Vordergrund steht und sich die Fronten zunehmend verschärften, gilt den Beteiligten der Konferenz die volle Unterstützung."
Zitat (aus dem Beitrag von Mikhail Reshetnikov):
Die Protestbewegung, die sich anfänglich gegen die ukrainische Regierung und die Oligarchie gerichtet habe, habe sich zunehmend auf alte antirussische Feinbilder verschoben, so Reshetnikov. Drohungen, die russische Sprache als zweite Amtssprache abzuschaffen, wurden als Zerstörung der eigenen Identität aufgefasst - und das habe Forderungen nach einer autonomen Ostukraine hervorgerufen.
Die Ostukrainer hingegen meinen: "Wir wollen unsere Geschichte und unsere Identität beibehalten, so leben, wie wir es für richtig halten. Wir würden die Westukrainer auch nicht daran hindern, nach ihrer Art und Weise zu leben." Menschen in Lugansk und Donetsk hätten ein Recht auf Autonomie, so Reshetnikov.
Darum wären beidseitige Trauer um jene, die ihr Leben verloren haben, Versöhnung und ein Konsens von großer Wichtigkeit. "Wenn wir jedoch versuchen, uns gegenseitig zu beweisen, wer ein Held war und wer nicht, dann wird es keinen Frieden für drei bis fünf Generationen unserer Kinder geben. Wollen wir das?", fragte Reshetnikov.
mein Kommentar:
leider ist ja »Lügenpresse« und nicht »Putin-Versteher« zum Unwort des Jahres gewählt worden.
mein Kommentar:
leider ist ja »Lügenpresse« und nicht »Putin-Versteher« zum Unwort des Jahres gewählt worden.
Mittwoch, 18. Februar 2015
Freiheit, Demokratie und Fürsorgepflicht
Soldat sein heißt »Dienst an der Waffe« zu leisten. So heißt das bei uns in Deutschland.
Deutschland ist, neben den USA, aber nicht nur ein demokratischer sondern auch ein kapitalistischer Staat. Der Kapitalismus europäischer Prägung ist abgemildert durch die soziale Marktwirtschaft.
Wieviel unsere Demokratie bzw. unsere soziale Marktwirtschaft wert ist, bzw. wie solide diese Begriffe sind
Der Begriff ist interpretationsbedürftig[2]und wird wegen seiner Vieldeutigkeit zuweilen auch als politisches Schlagwort angesehen.[3] [Soziale Marktwirtschaft, Wikipedia]
zeigt sich, wenn Soldaten während ihres Dienstes zu Schaden kommen – und Kosten verursachen.
- 'Uncertain Radiological Threat': US Navy Sailors Search for Justice after Fukushima Mission (Alexander Osang, SPIEGEL Online International, 05.02.2015)
In March of 2011, the aircraft carrier USS Ronald Reagan rushed to Japan to help after the disastrous tsunami. Since then, many sailors from that ship have fallen ill, possibly as a result of exposure to radiation from the Fukushima nuclear meltdown. They will soon have their day in court.
On March 11, 2011, the American aircraft carrier USS Ronald Reagan received orders to change course and head for the east coast of Japan, which had just been devastated by a tsunami. The Ronald Reagan had been on its way to South Korea when the order reached it and Captain Thom Burke, who was in charge of the ship along with its crew of 4,500 men and women, duly redirected his vessel. The Americans reached the Japanese coastline on March 12, just north of Sendai and remained in the region for several weeks. The mission was named Tomodachi.
The word tomodachi means "friends." In hindsight, the choice seems like a delicate one. Three-and-a-half years later, Master Chief Petty Officer Leticia Morales is sitting in a café in a rundown department store north of Seattle and trying to remember the name of the doctor who removed her thyroid gland 10 months ago. Her partner Tiffany is sitting next to her fishing pills out of a large box and pushing them over to Morales. […]
In the meantime, the Defense Department had presented Congress with the results of a study focusing on the Navy's part of Operation Tomodachi. The study concluded that even those sailors who had spent the whole time on USS Ronald Reagan's flight deck had not been exposed to dangerous levels of radiation. The report also found that their exposure to contaminated water during the mission did not exceed the total radiation experienced by passengers on cross-country airline flights. Furthermore, the report found, cancer caused by radioactivity develops much slower than that experienced by the ill sailors.
A Pentagon representative thanked Congress for its interest in the health of military personnel and said they had checked everything but found nothing suspicious.
Letitia Morales, meanwhile, was left with an endocrinologist whose name she couldn't remember, her thick medical files and the stories of a couple of other comrades on the flight deck who had also fallen ill.
siehe auch:
- Posttraumatische Belastungsstörungen bei Bundeswehrsoldaten (Post, 11.02.2015)
- Bundeswehr: „Radaropfer“ werden entschädigt (FAZ, 21.06.2001)
Zitat: Nach Angaben des Arbeitsstabes waren seit Gründung der Bundeswehr etwa 90.000 Mann in allen Waffengattungen mit der Wartung, Instandhaltung und Prüfung von einigen tausend Radargeräten beschäftigt. Eine größere Zahl dieser Personen sei schwer erkrankt. Der Bericht geht von 400 bis 1000 Personen aus. 250 Soldaten hätten Antrag auf Anerkennung einer Wehrdienstbeschädigung gestellt. […]
Der Bericht fand aber auch Fälle, in denen Soldaten nicht oder nur unzureichend belehrt wurden, Vorgesetzte mit Bemerkungen wie „Es herrscht Krieg! Haben Sie sich nicht so“ die Beachtung von Schutzvorschriften unterbanden oder Soldaten eigenmächtig Sicherheitsvorschriften außer Acht ließen. Die Kommission appelliert auch an Scharping, die Entschädigung und Versorgung zügig abzuwickeln. Einzelne Verfahren liefen schon seit zehn Jahren.
Scharping sagte zu, „möglichst streitfreie und großzügige Lösungen“ noch dieses Jahr zu suchen. Er wolle bis an die Grenze dessen gehen, was das Gesetz vorschreibe. Der Minister sagte zu, die Bundeswehr werde die früheren Arbeitsverhältnisse der mit Strahlung in Berührung gekommenen Mitarbeiter aufklären. Auch solle es organisatorische Veränderungen geben.
Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bezeichnet die Pflicht, zum Wohlergehen der Mitarbeiter Sorge zu tragen. […]
Deutschland ist, neben den USA, aber nicht nur ein demokratischer sondern auch ein kapitalistischer Staat. Der Kapitalismus europäischer Prägung ist abgemildert durch die soziale Marktwirtschaft.
Wieviel unsere Demokratie bzw. unsere soziale Marktwirtschaft wert ist, bzw. wie solide diese Begriffe sind
Der Begriff ist interpretationsbedürftig[2]und wird wegen seiner Vieldeutigkeit zuweilen auch als politisches Schlagwort angesehen.[3] [Soziale Marktwirtschaft, Wikipedia]
zeigt sich, wenn Soldaten während ihres Dienstes zu Schaden kommen – und Kosten verursachen.
- 'Uncertain Radiological Threat': US Navy Sailors Search for Justice after Fukushima Mission (Alexander Osang, SPIEGEL Online International, 05.02.2015)
In March of 2011, the aircraft carrier USS Ronald Reagan rushed to Japan to help after the disastrous tsunami. Since then, many sailors from that ship have fallen ill, possibly as a result of exposure to radiation from the Fukushima nuclear meltdown. They will soon have their day in court.
On March 11, 2011, the American aircraft carrier USS Ronald Reagan received orders to change course and head for the east coast of Japan, which had just been devastated by a tsunami. The Ronald Reagan had been on its way to South Korea when the order reached it and Captain Thom Burke, who was in charge of the ship along with its crew of 4,500 men and women, duly redirected his vessel. The Americans reached the Japanese coastline on March 12, just north of Sendai and remained in the region for several weeks. The mission was named Tomodachi.
The word tomodachi means "friends." In hindsight, the choice seems like a delicate one. Three-and-a-half years later, Master Chief Petty Officer Leticia Morales is sitting in a café in a rundown department store north of Seattle and trying to remember the name of the doctor who removed her thyroid gland 10 months ago. Her partner Tiffany is sitting next to her fishing pills out of a large box and pushing them over to Morales. […]
In the meantime, the Defense Department had presented Congress with the results of a study focusing on the Navy's part of Operation Tomodachi. The study concluded that even those sailors who had spent the whole time on USS Ronald Reagan's flight deck had not been exposed to dangerous levels of radiation. The report also found that their exposure to contaminated water during the mission did not exceed the total radiation experienced by passengers on cross-country airline flights. Furthermore, the report found, cancer caused by radioactivity develops much slower than that experienced by the ill sailors.
A Pentagon representative thanked Congress for its interest in the health of military personnel and said they had checked everything but found nothing suspicious.
Letitia Morales, meanwhile, was left with an endocrinologist whose name she couldn't remember, her thick medical files and the stories of a couple of other comrades on the flight deck who had also fallen ill.
siehe auch:
- Posttraumatische Belastungsstörungen bei Bundeswehrsoldaten (Post, 11.02.2015)
- Bundeswehr: „Radaropfer“ werden entschädigt (FAZ, 21.06.2001)
Zitat: Nach Angaben des Arbeitsstabes waren seit Gründung der Bundeswehr etwa 90.000 Mann in allen Waffengattungen mit der Wartung, Instandhaltung und Prüfung von einigen tausend Radargeräten beschäftigt. Eine größere Zahl dieser Personen sei schwer erkrankt. Der Bericht geht von 400 bis 1000 Personen aus. 250 Soldaten hätten Antrag auf Anerkennung einer Wehrdienstbeschädigung gestellt. […]
Der Bericht fand aber auch Fälle, in denen Soldaten nicht oder nur unzureichend belehrt wurden, Vorgesetzte mit Bemerkungen wie „Es herrscht Krieg! Haben Sie sich nicht so“ die Beachtung von Schutzvorschriften unterbanden oder Soldaten eigenmächtig Sicherheitsvorschriften außer Acht ließen. Die Kommission appelliert auch an Scharping, die Entschädigung und Versorgung zügig abzuwickeln. Einzelne Verfahren liefen schon seit zehn Jahren.
Scharping sagte zu, „möglichst streitfreie und großzügige Lösungen“ noch dieses Jahr zu suchen. Er wolle bis an die Grenze dessen gehen, was das Gesetz vorschreibe. Der Minister sagte zu, die Bundeswehr werde die früheren Arbeitsverhältnisse der mit Strahlung in Berührung gekommenen Mitarbeiter aufklären. Auch solle es organisatorische Veränderungen geben.
Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bezeichnet die Pflicht, zum Wohlergehen der Mitarbeiter Sorge zu tragen. […]
In Deutschland ergibt sich die Fürsorgepflicht aus §§ 617 bis 619 BGB als Nebenpflicht aus dem Arbeitsverhältnis, die aus weiteren Gesetzen ergänzt wird (z.B. Fürsorgepflicht des Arbeitgebers für den Handlungsgehilfen, § 62 HGB). Der Arbeitgeber ist danach gehalten, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die jeden Beschäftigten vor Gefahren für Leib, Leben und Gesundheit schützen. Hierzu bestehen bereits eine Reihe von gesetzlichen Schutzvorschriften, etwa
Der Arbeitgeber hat sich im Rahmen des Arbeitsverhältnisses auch um den Schutz anderer Rechtsgüter des Arbeitnehmers (wie Ehre, Eigentum, Gleichbehandlung oder Probleme aus Sprachschwierigkeiten ausländischer Arbeitnehmer) zu kümmern.
Unabdingbar besteht eine Fürsorgepflicht des Dienstherrn für erkrankte Hausangestellte in § 617 BGB. Die Fürsorgepflicht erstreckt sich zudem auf die Einhaltung öffentlich-rechtlicher Bestimmungen, besonders zur ordnungsgemäßen Entrichtung von Sozialabgaben.
Montag, 16. Februar 2015
Lupenreine Demokraten
Über Putin wird ständig geredet. (Volker Pispers: »Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur!«) Über Gerhard Schröders Äußerung (»Putin ist ein lupenreiner Demokrat!«) zu lächeln gehört zur Zeit zu den freiheitlich-demokratischen Grundpflichten – genauso, wie Putin für einen lupenreinen Narzißten zu halten.
Doch Demokratie ist labil. Sie hat zur Voraussetzung, daß es in der Gesellschaft einen breiten Konsens bezüglich bestimmter Sachverhalte gibt.
Wie in unseren Medien mit Pegida und den ostukrainischen Rebellen umgegangen wird, zeigt, wie groß die Anstrengungen sind, die unsere herrschende Elite glaubt, unternehmen zu müssen, um die Leute, die in unserem System leben, bei der Stange halten zu können. Wer etwas sagt, was nicht in den benötigten Konsens paßt, wird totgeschwiegen oder desavouiert. Die Angst ist groß im System.
Und mich beschleicht immer öfter der Verdacht, daß die Amerikaner die Begriffe »Freiheit und Demokratie« dazu verwenden, ihr kapitalistisches System zu exportieren. Natürlich bin ich nicht gegen Freiheit und Demokratie. Ich bin froh, daß ich hier meine Meinung äußern kann, ohne, wenn ich aus der Tür rauskomme, zusammengeschlagen zu werden. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut! Um was es im Konflikt mit Russland geht, ist erst in zweiter Linie eine Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Staatsphilosophien. Im Grunde genommen ist es eine Auseinandersetzung zwischen oben und unten. In jedem System gibt es eine Elite, die die Menschenwie Kühe sieht: Ein Oligarch – egal in welchem System – stellt Brot und Spiele (bzw. im Kuh-Jargon Gras und Unterhaltung) zur Verfügung und hofft, daß er für seine Investitionskossten möglichst viel Milch bekommt.
Cows chasing a RC car around a field [3:21]
Was im alten Rom gegolten hat, gilt– durch Internet und den ganzen uns zur Verfügung stehenden Elektronik-Krams mit all seinen Möglichkeiten zur Ersatzbefriedigung modifiziert – auch für uns heute: Wir werden unterhalten, bekommen ununterbrochen erzählt, wie die Welt ist, laufen munter irgendwelchen Autochen – oder virtuellen Realitäten – hinterher – und werden gemolken.
Doch Demokratie ist labil. Sie hat zur Voraussetzung, daß es in der Gesellschaft einen breiten Konsens bezüglich bestimmter Sachverhalte gibt.
Wie in unseren Medien mit Pegida und den ostukrainischen Rebellen umgegangen wird, zeigt, wie groß die Anstrengungen sind, die unsere herrschende Elite glaubt, unternehmen zu müssen, um die Leute, die in unserem System leben, bei der Stange halten zu können. Wer etwas sagt, was nicht in den benötigten Konsens paßt, wird totgeschwiegen oder desavouiert. Die Angst ist groß im System.
»Laut Michael Katz und anderen Forschern wurden Schulen dazu entworfen, Menschen auf ein Leben innerhalb eines sie beherrschenden Systems vorzubereiten, be i dem wenige Menschen von den Mühen vieler profitieren. […]Sie [Schulen] wurden gegründet, um ein Wirtschaftssystem aufrechtzuerhalten, das von den Menschen verlangt, dass sie für äußerliche Belohnungen arbeiten und nicht dafür, dass die Menschen über den Wert dessen, was sie tun, nachdenken. Eines der Dinge, das ich beim Fortgeschrittenenstudium entdeckte, war, wie gefährlich es ist, Psychologie getrennt von sozialen Strukturen zu betrachten und zu glauben, dass Leiden nur dadurch entstünde, dass mit den Menschen etwas nicht stimmt. (Marschall Rosenberg, Eine Sprache des Mitgefühls, Interview, Leseprobe Arbor Verlag, PDF)Wir beten »Freiheit und Demokratie« an wie ein Goldenes Kalb. Nur: Wir beachten dabei nicht, daß es Gegenden auf der Erde gibt, bei denen die Voraussetzungen für Freiheit und Demokratie nicht geschaffen sind.
Und mich beschleicht immer öfter der Verdacht, daß die Amerikaner die Begriffe »Freiheit und Demokratie« dazu verwenden, ihr kapitalistisches System zu exportieren. Natürlich bin ich nicht gegen Freiheit und Demokratie. Ich bin froh, daß ich hier meine Meinung äußern kann, ohne, wenn ich aus der Tür rauskomme, zusammengeschlagen zu werden. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut! Um was es im Konflikt mit Russland geht, ist erst in zweiter Linie eine Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Staatsphilosophien. Im Grunde genommen ist es eine Auseinandersetzung zwischen oben und unten. In jedem System gibt es eine Elite, die die Menschenwie Kühe sieht: Ein Oligarch – egal in welchem System – stellt Brot und Spiele (bzw. im Kuh-Jargon Gras und Unterhaltung) zur Verfügung und hofft, daß er für seine Investitionskossten möglichst viel Milch bekommt.
Cows chasing a RC car around a field [3:21]
Veröffentlicht am 27.07.2013
Cows chasing a RC car around a field
Was im alten Rom gegolten hat, gilt– durch Internet und den ganzen uns zur Verfügung stehenden Elektronik-Krams mit all seinen Möglichkeiten zur Ersatzbefriedigung modifiziert – auch für uns heute: Wir werden unterhalten, bekommen ununterbrochen erzählt, wie die Welt ist, laufen munter irgendwelchen Autochen – oder virtuellen Realitäten – hinterher – und werden gemolken.
Labels:
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Menschenrechte,
Psychologie,
Sprache,
Wirtschaft
Samstag, 14. Februar 2015
Der US-amerikanische Staat schützt seine Bürger vor dem Schmutz Frank Zappas
Frank Zappa on Crossfire [21:17]
Seltsames Volk, diese Amerikaner, sie benutzen Agents provocateurs, um die Köpfe ihrer Landsleute sauber zu halten, haben aber anscheinend keine so großen Probleme damit, die Weltöffentlichkeit zu belügen.
Hochgeladen am 06.10.2006
Zappa on CNN's Crossfire in 1986. Discussing copyright. Zappa's the man!
Für das Verständnis einiger seiner Texte ist ein Zwischenfall bedeutsam, der sich im Frühjahr 1965 im Studio Z zutrug, dem ehemaligen Pal Recording Studio, in dem Zappa inzwischen wohnte. Für die akustische Untermalung eines „Herrenabends“ sollte er ein Tonband mit Geräuschen sexueller Aktivitäten produzieren. Zappa und seine damalige Freundin setzten sich vor die Studiomikrofone und erledigten den Auftrag. Beide wurden einige Tage später bei der Übergabe des Bandes verhaftet – der Auftraggeber entpuppte sich als Detective Sergeant der Bezirkspolizei. Zappa wurde wegen „Verschwörung zur Pornografie“ zu sechs Monaten Haft verurteilt. Zehn Tage Haft musste er absitzen, die Reststrafe wurde auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Der Rockjournalist Barry Miles beschreibt die für Zappa bedeutsame Episode ausführlich und schlussfolgert: „Zelle C war ein Trauma fürs Leben, und in mancherlei Hinsicht war er den Rest seiner Karriere damit beschäftigt, sein pornografisches Tonband Amerika in den Rachen zu stopfen, immer und immer wieder. Er würde den Amerikanern schon zeigen, wie ihr Land wirklich war.“[4] (Wikipedia, Frank Zappa, Leben)
Seltsames Volk, diese Amerikaner, sie benutzen Agents provocateurs, um die Köpfe ihrer Landsleute sauber zu halten, haben aber anscheinend keine so großen Probleme damit, die Weltöffentlichkeit zu belügen.
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