Donnerstag, 12. März 2015

US-amerikanische Propagandaforschung: Krieg um Köpfe und Macht

US-amerikanische Propagandaforschung
Nehmen wir einmal an, dass Leute vom Schlage eines Mike Ruppert oder eines Peter Dale Scott als Überbringer unbequemer Sichtweisen in den Massenmedien nicht zu Worte kommen, wer kommt denn dann zu Worte? Schlagen wir Crossing the Rubicon auf:

„Im Februar 2002 wurde enthüllt, dass die Bush-Administration unmittelbar nach den Anschlägen vom 11. September das Office of Strategic Influence (OSI) im Pentagon aktiviert hatte. Der Zweck des OSI … ist die Instrumentalisierung der großen Medien und der staatlich subventionierten Presseorganisationen, um die Menschen weltweit (und zuhause) über die Pläne und Aktivitäten der USA und die Motive und Überzeugungen ihrer Feinde zu belügen und in die Irre zu führen. Das Pentagon bezeichnete dieses Programm als ,Täuschung durch Information.’ Es gab etwas Protest von den Medien, denen es unangenehm war, in diesem Maße öffentlich bloßgestellt zu werden bei dem, was sie ohnehin schon taten. Aber die breite Öffentlichkeit reagierte mit aufrichtiger Empörung, bis Verteidigungsminister Rumsfeld am 26. Februar verkündete, er werde die Einheit auflösen. Aber die Täuschung endete hier noch nicht.

Am 18. November teilte Rumsfeld in einer Pressekonferenz mit, er habe den Namen OSI aufgegeben, aber er sorge nach wie vor dafür, dass die Aufgabe der ehemaligen Behörde erfüllt würde. Er sagte: ,Und dann gab es da das Office of Strategic Influence…Sie erinnern sich vielleicht daran. Und ,ach, du liebe Güte, ist das nicht schrecklich, Henny Penny, der Himmel fällt uns auf den Kopf.’ Am nächsten Tag ging ich hin und sagte: Gut, wenn Ihr darüber herfallen wollt, hier habt ihr den Kopf. Da habt Ihr den Namen. Den Namen könnt Ihr haben, aber ich werde tun, was ich tun muss, und das habe ich.’ Am 19. Dezember berichteten sowohl die New York Times, als auch der Salt Lake Tribune, die Aufgabe der Behörde werde weiterhin ausgeführt. Inzwischen hatte sich die Empörung gelegt.” (1)

Den in Crossing the Rubicon geschöpften Informationsgehalt aus dem Jahre 2004 gleichen wir ab mit einer Nachricht aus der International Herald Tribune vom 5. Februar 2009, Schlagzeile: AP Impact: Pentagon boosts spending on PR. Darin hieß es:

Während es zwei Kriege führt, erhöht das Pentagon stetig und dramatisch die Summen, die es ausgibt, um das zu gewinnen, was es als ,das menschliche Terrain’ der weltweiten öffentlichen Meinung bezeichnet. Dabei ruft es Bedenken hervor, indem es unter Verstoß gegen Bundesrecht in der Heimat Propaganda verbreitet.

Eine von Associated Press durchgeführte Untersuchung fand heraus, dass in den letzten fünf Jahren das Geld, das das Militär ausgibt, um im In- und Ausland Herzen und Köpfe zu gewinnen, in diesem Jahr Budgetplänen und Dokumenten des Verteidigungsministeriums zufolge um 63 Prozent auf mindestens 4,7 Milliarden Dollar angewachsen ist. Das ist fast genauso viel, wie es zwischen 2004 und 2006 für Schutzwesten der Streitkräfte im Irak und Afghanistan ausgegeben hat.“
(2)


siehe dazu auch:
- Bush verwandelte Pentagon in eine Propagandamaschine (AG Friedensforschung, aus Junge Welt, 09.02.2009) Sodann haben wie ein Beispiel dafür, wer statt Mike Ruppert und Peter Dale Scott in den Massen-Medien zu Worte kommt. Und da befinden wir uns dann mittendrin im Dilemma. Denn das allermeiste, das wir wissen, wissen wir aus den (Massen-)Medien. Ihnen entnehmen wir die Informationen, die unser Weltbild maßgeblich prägen. Sie bilden damit gleichsam, um ein altes Wort von Hans Magnus Enzensberger zu bemühen, eine ganze „Bewusstseinsindustrie“, die mit uns, den Rezipienten, allerhand „Schabernack“ anzustellen in der Lage ist. (3) So heißt es in einer Studie zur psychologischen Kriegsführung aus den 1950er Jahren, die den „Schabernack“ verbalisiert: „Wenn man jemanden sieben Jahre lang mit korrekten Informationen versorgt, wird er geneigt sein, am ersten Tag des achten Jahres die falsche Information zu glauben, wenn man der Ansicht ist, dass es notwendig ist, dass er das tut. Die erste Aufgabe ist es, die Glaubwürdigkeit und Authentizität seiner Propaganda aufzubauen und den Feind dazu zu überreden, einem zu vertrauen, obwohl man sein Feind ist.“ (4)

Christopher Simpson weist in seinem Buch The Science of Coercion: Communication Research and Psychological Warfare 1945-1960 darauf hin, dass der Begriff psychological warfare 1941 in den englischen Sprachgebrauch überging – als eine Übertragung des Nazi-Begriffs „Weltanschauungskrieg“, den Simpson definiert als „die angeblich wissenschaftliche Anwendung von Propaganda, Terror und staatlichem Druck als Mittel zur Sicherung eines ideologischen Siegs über seine Feinde“. (5) Der Wall Street-Anwalt William Donovan, der das neugeschaffene Office of Strategic Services (OSS) leitete, „betrachtete das Verständnis der psychologischen Nazi-Taktiken als eine wichtige Quelle für ,amerikanisierte‘ Versionen“ solcher Operationen in der Zukunft und schob viele Initiativen zur Erprobung dieses Feldes innerhalb der US-Regierung an. (6)

Die gleiche Stiftung, von der wir sahen, dass sie die War and Peace Studies (siehe: William Domhoff, The Council on Foreign Relations and the Grand Area: Case Studies on the Origins of the IMF and the Vietnam War) des Council on Foreign Relations finanzierte, die zwischen 1939 und 1945 stattfanden, tat sich zur selben Zeit auch bei der Erforschung der psychologischen Kriegsführung hervor: die 1913 gegründete Rockefeller Foundation. (siehe: Der Gaither-Bericht und die »Raketenlücke, in Kees van der Pijl, Vordenker der Weltpolitik, ss. 250 ff.; siehe auch: Zur Raketenlücke, PeterHall)

mehr:
- Zur Kunst der psychologischen Kriegsführung (LarsSchall, 11.03.2015, gefunden über einen Kommentar beim AltenMann)
Zitat:
[…] und die Menschen ergeben sich mit vollständiger Fügsamkeit in unsere formenden Hände. Die derzeitigen pädagogischen Gepflogenheiten verschwinden aus unseren Köpfen und ungehindert durch Tradition übertragen wir unseren eigenen guten Willen auf eine dankbare und empfängliche Landbevölkerung. Wir werden nicht versuchen, aus diesen Leuten oder einem ihrer Kinder Philosophen oder Gelehrte oder Männer der Wissenschaft zu machen. Wir müssen nicht Schriftsteller, Pädagogen, Dichter oder Literaten unter ihnen aufziehen. Wir werden nicht nach den Keimen für große Künstler, Maler, Musiker, noch nach Anwälten, Ärzten, Predigern, Politikern, Staatsmännern suchen, von denen wir reichlich haben.
Die Aufgabe, die wir uns gestellt haben, ist sowohl eine sehr einfache als auch eine sehr schöne, die Menschen, wie wir sie vorfinden, auszubilden für ein vollkommen ideales Leben, dort wo sie sind. So werden wir unsere Kinder anleiten und sie lehren in einer perfekten Art und Weise die Dinge zu tun, die ihre Väter und Mütter in einer unvollkommenen Weise tun, in ihrem Zuhause, in den Handwerksbetrieben und auf der Farm. 
(Frederick Taylor Gates, Occasional Letter No. 1, General Education Board, zitiert in Paolo Lionni, The Leipzig Connection: Sabotage of the US Educational System, veröffentlicht auf SNTP.Net unter: http://www.sntp.net/education/leipzig_connection_6.htm)


Umgang mit Regimekritikern in Aserbeidschan
Bisher unbemerkt von der Öffentlichkeit bietet die Schweiz dem aserbaidschanischen Journalisten und Menschenrechtsaktivisten Emin Huseynov Schutz in ihrer Botschaft in Baku. Dies zeigen Recherchen der «Rundschau». Der 35-Jährige fürchtet um sein Leben, weil er das Regime kritisiert hat.
mehr:
- Aserbaidschan: Schweiz beschützt Journalist in Botschaft (Serena Tinari und Georg Häsler Sansano, 11.02.2015, SRF)

Emin Huseynov spending his 35th birthday in hiding in Azerbaijan [1:32]

Veröffentlicht am 03.12.2014
Since August 2014, the human rights defender Emin Huseynov of Azerbaijan has been forced into hiding. He is spending his 35th birthday on 4 December in hiding. At the occasion of our birthday, we repeat our call upon Azerbaijani authorities to immediately and unconditionally drop all pending charges against him.

İlham Əliyevin çıxışları (compilation) [6:10]
Veröffentlicht am 23.12.2012

Umgang mit Regimekritikern in der Türkei
Die Türkei wird zu einem autoritären Staat, nun sollen Kritiker offenbar auch mit Beleidigungsklagen mundtot gemacht werden
In der Türkei wird es zunehmend ungemütlich nicht nur für Journalisten, sondern für alle Menschen, die Kritisches gegenüber der Regierung und vor allem gegenüber Präsident Recep Tayyip Erdoğan oder seinen Regierungschef Ahmet Davutoğlu im Internet äußern. Erdogan, der sich selbst einen prächtigen Palast bauen ließ, um seine Bedeutung zu unterstreichen, hat bereits die Unabhängigkeit der Justiz untergraben, Tausende von Polizisten, aber auch Richter und Staatsanwälte wurden entlassen oder versetzt, weil sie der Korruption auch in der Regierung nachgegangen sind. Mit einem Sicherheitsgesetz, das bald verabschiedet wird, wird die Versammlungsfreiheit geknebelt. Demonstrationen und Proteste wie 2013 soll es nicht mehr geben. Dem Geheimdienst wurden vor kurzem erhebliche erweiterte Befugnisse gegeben, seine Mitarbeiter müssen Strafverfolgung praktisch nicht mehr fürchten und neue Einschränkungen wurden für das Internet durchgesetzt, schon jetzt sind Zehntausende von Websites blockiert (Türkei: Bürgerrechte ade). Seit einiger Zeit mehren sich die Klagen gegen Menschen, die den Präsidenten oder seinen Regierungschef beleidigt haben sollen.

mehr:
- Der türkische Präsident sieht sich immer öfter beleidigt (Florian Rötzer, Telepolis, 12.03.2015)

Das Nachrichtengeschäft in Lettland
Lettische Medien in der Krise
Ein Journalist, der in Lettland eine vom Mainstream abweichende Meinung vertritt, muss Polizei und Justiz nicht fürchten. Die lettische Verfassung garantiert die Meinungs- und Pressefreiheit. Trotzdem liest und hört sich das in den elektronischen Medien, Zeitungen und Webportalen Dargebotene hierzulande ziemlich gleichförmig an. Investigatives konzentriert sich auf die Enthüllung von Korruptionsfällen. Über Alternativen zur Regierungspolitik, ihren Austeritätskurs und ihrer Nato-konformen Außenpolitik gibt es in den lettischsprachigen Leitmedien kaum Debatten. Zur wirtschaftsliberalen Kritik an der neuen griechischen Regierung oder der russlandskeptischen Berichterstattung sind abweichende Einschätzungen rar gesät.

mehr:
- Von extremistischen Griechen und aggressiven Russen (Udo Bongartz, Telepolis, 11.03.2015)

Ukraine im Griff des IWF
Die damit verbundenen Auflagen könnten für Unruhen sorgen
Der IWF hat gestern beschlossen, der Ukraine einen vierjährigen Kredit über 17,5 Milliarden zu gewähren und damit das Land vor der drohenden Staatspleite zu retten, bzw. diese hinauszuschieben. Es wäre kaum denkbar gewesen, dass der IWF zu einer anderen Entscheidung hätte kommen können, da der Westen uneingeschränkt hinter Kiew gegen die "russische Aggression" steht. Den Kredit nicht zu gewähren, hätte nicht nur bedeutet, dass die Ukraine bankrott geht, sondern auch, dass die militärische Aufrüstung zusammenbricht.
Allerdings kommt der Kredit nicht den ukrainischen Menschen zugute, erfüllt werden lediglich Schuldenpflichten. Das könnte demnächst ähnlich wie in Griechenland zu Protesten gegen die Regierung führen, weil die Bevölkerung unter den mit den Krediten verbundenen Sparmaßnahmen noch mehr leiden wird.

mehr:
- IWF bewilligt Milliardenkredit an die Ukraine (Florian Rötzer, Telepolis, 12.03.2015)


US-Geheimdienstbericht – Die Daseinsberechtigung
Der Nationale Geheimdienstdirektor Clapper warnt vor wachsender Instabilität, zunehmenden Cyberangriffen und mehr Konflikten weltweit, die von Moskau unterstützten Separatisten würden Mariupol angreifen
Die mit mindestens 80 Milliarden US-Dollar jährlich ausgestatteten US-Geheimdienste beeindrucken zwar mit ihren umfassenden Lauschprogrammen, mit denen möglichst alle Daten erfasst werden sollen, besonders hervorgetreten sind sie aber mit konkreten Warnungen oder zweckdienlichen Einschätzungen der politischen Lage, beispielsweise was den Ukraine-Konflikt oder den Islamischen Staat betrifft, nicht.

mehr:
- US-Geheimdienstbericht: Normalität der unvorhersehbaren Instabilität (Florian Rötzer, Telepolis, 01.03.2015)


TTIP und die Sicherheit im www
Mit fünf Prämissen fordert TeleTrusT von EU-Politikern ein stärkeres Beachten der hiesigen IT-Sicherheit bei TTIP. Vor allem die Bereiche des Datenschutzes und der Sicherheit durch Standards sorgen den Verband.

Eine Absenkung des hiesigen IT-Sicherheitsniveaus befürchtet der Bundesverband IT-Sicherheit (TeleTrusT) durch das transatlantische Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA (TTIP – Transatlantic Trade and Investment Partnership). Vor allem die Bereiche des Datenschutzes und der Sicherheit durch eine zunehmende Standardisierung sorgen den Verband. TeleTrust kritisiert außerdem, dass nationale Institutionen wie das BSI nicht direkt in die Verhandlungen involviert sind.

mehr:
- Bundesverband IT-Sicherheit TeleTrusT warnt vor TTIP (heise online, 09.03.2015)

Schöne fremde Welt - Ultraorthodoxe Aussteiger in Israel [4:29]

Hochgeladen am 17.05.2011
Zwischen Moderne und Mittelalter liegen in Israel oft nur wenige Meter. In Vierteln wie Mea Shearim in Jerusalem leben ultraorthodoxe Juden abgeschottet von der modernen Welt, die Religion bestimmt ihren Alltag.
Nur wenige, die in der streng-religiösen Gemeinschaft aufwachsen, wagen den Ausbruch und verlassen ihre Familien. Die Aussteiger müssen erst lernen, sich in der modernen Welt zurechtzufinden -- eine schwierige Herausforderung.
Geschichten aus Jerusalem und Tel Aviv
Julia Temmen, Monika Hippold und Sonja Peteranderl von der Deutschen Journalistenschule in München (DJS) sind im März 2011 nach Israel gereist, um die Geschichten junger Aussteiger mit der Kamera zu dokumentieren. Im dabei entstandenen Kurzfilm „Schöne neue Welt" erzählt Meny Speyer, 26, wie es war, in einer ultra-orthodoxen Familie aufzuwachsen und später ein ganz neues Leben zu entdecken.
Die Herbert Quandt-Stiftung hat das Projekt im Rahmen des Programms „Trialog der Kulturen" mit einem Reisekostenzuschuss ermöglicht.

Leviathan – Eine Geschichte um Macht

Der Wal und die Wahrheit: Hiob trifft "Michael Kohlhaas": Andrey Zvyagintsevs Film "Leviathan"
"Akhnaten" heißt die Oper von Phil Glass, die zu Anfang und zu Ende dieses Films aus allen Kino-Boxen dröhnt, zu deutsch "Echnaton". Benannt nach jenem altägyptischen Pharao, der gegen den etablierten ägyptischen Götterhimmel rebellierte, den Monotheismus einführen wollte - und damit scheiterte. Solche Referenzen, solche Bezüge zum Großen der Menschheitskultur und zugleich zu Geschichten vom Kampf der Menschen gegen die göttliche Ordnung, vom Widerstand gegen die Macht, gibt es viele in "Leviathan", dem großartigen, widersprüchlichen, anstrengenden, faszinierenden vierten Film des Russen Andrey Zvyagintsev, der hier selbst so eine zeitlose und doch ganz gegenwärtige Geschichte erzählt.

mehr:
- Putins Russland, Thomas Hobbes und der Kampf gegen das Establishment (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 12.03.2015)

Sonntag, 8. März 2015

Wie rettet man Idioten?

Wie deutsche und europäische Regulierer verhindern wollen, dass sich jährlich zehn Menschen unter der laufenden Dusche oder in der Badewanne zu Tode föhnen
Anders als bei den Kinderfingern, die sich ihre ersten Brandblasen an der heißen Herdplatte holen, gibt es für die Gefahr, die von elektrischen Haartrocknern in der Badewanne oder unter der Dusche ausgeht, meist keine Lernkurve. Auch wenn sich die Gefahren mit der Einführung der Fehlerstromschutzschalter deutlich verringert haben, so kommt es in Deutschland noch immer bis zu zehn mal pro Jahr vor, dass ein Nutzer mit dem Haarföhn unter der laufenden Dusche oder in der Badewanne zu Tode kommt.
Lesen beim Haartrocknen ist erlaub!t
Mit einem neuen Etikett sollen die Nutzer von Haartrocknen jetzt vor dem lebensgefährlichen Trocknen der Haare im Badezimmer gewarnt werden. Man war vor drastischen Maßnahmen wie dem Verbot von Steckdosen in Badezimmern oder der Begrenzung des Angebots auf fest an der Wand befestigte Haartrockner, wie sie als Diebstahlschutz in Hotels gebräuchlich sind, zurückgeschreckt, weil man wohl mit massivem Widerspruch rechnete und hat sich für neue Sicherheitsvorgaben bei der Vergabe des GS-Zeichens für Haartrockner festgelegt. So muss jetzt an der Anschlussleitung ab sofort ein Etikett angebracht werden, das per Piktogramm davor warnt, den Haartrockner in der Badewanne oder Dusche zu nutzen.

mehr:
- Steht uns jetzt die Haartrockner-Besitzkarte bevor? (Christoph Jehle, Telepolis, 07.03.2015)

NATO-Propaganda: Es regt sich Widerstand…

Spiegel: Kanzleramt kritisiert amerikanischen NATO-Europakommandanten
Philip Mark Breedlove ist seit knapp zwei Jahren Supreme Allied Commander Europe (Saceur) der NATO. Dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel zufolge sind nicht alle Regierungen der 28 NATO-Mitgliedsländer wirklich zufrieden mit dem, was er in dieser Position macht. Das soll letzte Woche bei einem Mittagessen des NATO-Rats von mehreren NATO-Botschaftern angesprochen worden sein.
Konkret wird kritisiert, dass Breedlove in seinen Äußerungen zum Ukrainekonflikt nicht so sachlich bleibt, wie es dieser sehr verantwortungsvolle Posten erfordern würde und dass er die Verantwortung Russlands übertreibt und häufig nicht beweisbare oder sogar nachweislich unwahre Behauptungen aufstellt.

So meinte der US-Luftwaffengeneral beispielsweise am 18. November 2014, die OSZE habe gemeldet, dass russische Panzer, Artillerie, Luftabwehrsysteme und Kampftruppen in die Ukraine einrücken". Tatsächlich hatte die OSZE jedoch nichts dergleichen verlautbart, sondern lediglich von Militärkonvois innerhalb des Separatistengebiets gesprochen.
mehr:
- "Gefährliche Propaganda" (Peter Mühlbauer, Telepolis, 07.03.2015)
siehe auch:
- Berlin sauer - Nato-General betreibt „gefährliche Propaganda“ gegen Russland (Focus, 08.03.2015)

Bio-Strom homemade, von glücklichen Menschen

Nun, sagen wir einmal, das folgende Gadget ist eher ungewöhnlich in seiner Stromerzeugung Es gibt Tage, da legt man sein Tablet zur Seite, schaut versonnen aus dem Fenster und sagt sich "ja, doch, so kann man die Welt auch zu einem Ökoparadies machen". Und dann braucht man erst einmal einen Kaffee.
Das Pornografieportal Pornhub ist jetzt nicht wirklich bekannt für Nachhaltigkeit. Die meisten Besucher halten sich dort auch nur für ein paar Minuten auf. Und ihre Motivation ist eher anderweitig zielgerichtet . Aber man kann es sich nicht verkneifen, freudig erregt auf ein Gadget einzugehen, das eben diese Website nun promoted.
Der Name "Wankband" hat wenig mit dem vielleicht Kennern bekannten Wankelmotor zu tun, deutet aber im wesentlichen schon darauf hin, wie nach dem Willen der Erfinder in Zukunft Strom erzeugt werden könnte. Zumindest mobil. Sozusagen.
Das Wankband also soll sich die Handbewegung zunutze machen, die vor allem bei der Betrachtung von Pornografie in wiederholtem Masse vorkommt. Die spontane Auf- und Abbewegung der Hand ist rein energietechnisch dann interessant, wenn an deren Unterarm dieses Band befestigt ist und die dortige Mechanik aus eben dieser Auf- und Abbewegung elektrische Energie gewinnt.

mehr:
- Das große Zittern um Strom (Harald Taglinger, Telepolis, 05.03.2015)

Samstag, 7. März 2015

"Wir brauchen einen linken Journalismus"

In zwei Wochen beginnt die Linke Medienakademie. Organisatorin Susanne Götze erklärt, was den Kongress so besonders macht und was im Medienbetrieb falsch läuft
mehr:
- "Wir brauchen einen linken Journalismus" (Feli Werdermann, der Freitag, 06.03.2015)

Erfolg in Hollywood: American Sniper

Über den unheimlichen Erfolg von Clint Eastwoods Irakkriegsfilm „American Sniper"
mehr:
- Zum Himmel hoch (Danny Leigh, Cicero, 04.03.2015)
Zitat:
Ein kleiner, aber bedeutsamer Rekord wurde am letzten Januarwochenende aufgestellt. Clint Eastwoods American Sniper hat an den Kinokassen in nur zwei Wochen 216,5 Millionen Dollar erlöst und damit Steven Spielbergs Saving Private Ryan (1998) den Rang als Kriegsfilm mit den höchsten US-Einspielergebnissen aller Zeiten abgelaufen. Und das ohne teure PR-Kampagne.

Der Film basiert auf der Autobiografie des verstorbenen Chris Kyle, der als Scharfschütze im Irak so viele Menschen umgebracht haben soll wie kein anderer – angeblich zwischen 160 und 255. Wie viele es genau waren, lässt sich ebenso wenig sagen wie vieles andere in einem Film, dessen angestrengter Patriotismus viele in Erstaunen versetzte, bei manchen die Empörung über den Irakkrieg wieder aufkeimen ließ und auch schon zu antimuslimischen Entgleisungen geführt haben soll.

Verdammte Barbaren
In Hollywood dürfte man derweil erkannt haben, dass hier ein riesiges Potenzial zu erschließen ist, und bereits eine Armada von neuen Kriegsfilmen in Auftrag gegeben haben. Wenn man nämlich bedenkt, dass es in den USA allein 2,6 Millionen Kriegsveteranen gibt, die im Irak und in Afghanistan gekämpft haben, und davon ausgeht, dass auch nur ein paar von ihnen in den vergangenen Wochen im Kino waren, erscheint der Erfolg nur folgerichtig. Mehr als die Hälfte der Veteranen leidet an physischen oder psychischen Problemen, sie sagen von sich selbst, sie hätten das Gefühl, vom zivilen Leben abgeschnitten zu sein – ein ganzes Meer von Leuten, die sich danach sehnen, gesehen und verstanden zu werden.

Widerstand in Ägypten

Sie sind Anwälte, Professoren, Autoren. Sie organisieren regelmäßig Protestaktionen. Die Familie um die Kairoer Regimekritikerin Leila Soueif hat viele Opfer gebracht: Zwei Kinder sitzen im Gefängnis, der Ehemann starb nach jahrezehntelangem Freiheitskampf. Das Schicksal dieser Familie zeigt, wie sich die Menschenrechte in Ägypten zunehmend verschlechtern
mehr:
- Intellektuellenfamilie im Widerstand – Die Manns von Ägypten (Elisabeth Lehmann, Khalid el Kaoutit, Cidero, 10.02.2015)


mein Kommentar: Wir können uns die Fingernägel noch so oft bunt anmalen und die demokratische Opposition feiern, die Leute sind einfach noch nicht so weit.

Andreas Kümmert: Ich gehör’ Euch nicht

Andreas Kümmert will nicht für Deutschland beim ESC antreten. Die Aufregung um seine Entscheidung zeigt, dass der freie Wille im Showbusiness offenbar nichts zählt.
mehr:
- xxx (Carolin Ströbele, Zeit, 06.03.2015)
Zitat:
Insofern zeigt dieser ESC-Abend nicht nur eine Umkehr in der Unterhaltungskultur, sondern auch ein seltsames deutsches Demokratieverständnis. In einem Land, in dem fast als ein Drittel der Menschen ihren Bundestag nicht wählt und sich nicht mal die Hälfte für die Europawahl interessiert, gibt es Riesenalarm, wenn der per Zuhörer- und Zuschauervoting bestimmte Singvogel plötzlich den Käfig verlässt. Als ob ein Mensch, sobald er von einer Anzahl x zu etwas bestimmt worden ist, zum nationalen Eigentum mutiert und keinen freien Willen mehr haben darf.

ESC-Vorentscheid 2015-SKANDAL-Andreas Kümmert will nicht/full video [4:47]

Veröffentlicht am 05.03.2015
Riesen Aufreger in den letzten Minuten des ESC-Vorentscheids „Unser Song für Österreich“! Gewinner Andreas Kümmert lehnt das Ticket zum Eurovison Song Contest 2015 in Wien ab.
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Giant Scandals in the final minutes of the ESC preliminary decision, "Our Song for Austria " ! Winner Andreas going rejects the ticket to the Eurovision Song Contest 2015 in Vienna.

mein Kommentar:
Wir stehen vor dem Ergebnis unserer werbegetränkten instant-light-Geiz-ist-geil-Medienwelt: Es geht alles, man muß es nur wollen, es geht sofort, ganz einfach und ohne Konsequenzen (Du darfst!). Manchmal denke ich, ich bin in eine Dauerwerbesendung hineingestolpert, aus der ich nicht mehr rauskomme: Geiz ist geil, wir sind der Papst, wir sind die Guten. Das Ergebnis unserer perfekt inszenierten Medien-Verblödung. Wie habe ich vor kurzem gelesen: Die Leute fressen alles, solange sie nicht aus ihrer Komfortzone rausmüssen.

Andreas Kümmert: If You Don't Know Me By Now | The Voice of Germany 2013 | Live Show [2:57]

Veröffentlicht am 29.11.2013
Mit "If You Don't Know Me By Now" überzeugt uns Andreas Kümmert wieder mal: Von diesem Mann und dieser Stimme kann man gar nicht genug hören. Never, never, never...
Mehr Auftritte findet ihr hier: http://bit.ly/16dB1zs
Die Show zur Show auf Etage7: http://bit.ly/176vmMc
Der offizielle Youtube-Kanal von The Voice of Germany. It's new, but still The Voice! Der Hip-Hop-Musiker Max Herre und der finnische Rocker Samu Haber (Sunrise Avenue) suchen gemeinsam mit Nena und The BossHoss "The Voice of Germany". In den Blind Auditions heißt es für die Coaches Ohren spitzen, denn sie können die Talente nur anhand ihrer Stimme beurteilen. Deutschlands erfolgreichste Musikshow startet in die Blind Auditions - und die Coaches Nena, Max Herre, Samu Haber, Alec Völkel aka Boss Burns und Sascha Vollmer aka Hoss Power nehmen auf den berühmtesten roten Drehstühlen Deutschlands Platz. Dort heißt es Ohren spitzen: Wer hat den feineren Hörsinn? Wer hat das bessere Gespür? Wer holt sich „The Voice of Germany" in sein Team?
Die neue Staffel „The Voice of Germany" - ab 17. und 18. Oktober 2013 immer donnerstags auf ProSieben und freitags in SAT.1, jeweils 20.15 Uhr
Impressum: http://www.studio71.com/impressum/

Donnerstag, 5. März 2015

Großbritannien Neuer Straftatbestand für Sozialarbeiter und Kommunalpolitiker

Organisierten Kindsmissbrauch durch Gangs gab es nicht nur in Rotherham, sondern auch in zahlreichen anderen britischen Ortschaften
Im letzten Jahr kam heraus, dass in der mittelenglischen Ortschaft Rotherham 16 Jahre lang über 1.400 pubertierende Mädchen systematisch missbraucht wurden. Teilweise vergewaltigte man sie in Gruppen, beutete sie als Zwangsprostituierte aus, kennzeichnete sie mit Brandzeichen am Gesäß und verkaufte sie weiter. Die Opfer waren vor allem Mädchen aus der Unterschicht – die Täter Männer pakistanischer Herkunft, die sich die Kinder mit Alkohol und kleinen Geschenken gefügig machten, sie verprügelten oder damit drohten, sie anzuzünden (nachdem sie sie vorher mit Benzin übergossen hatten).

Die Fälle schlugen im letzten Jahr auch deshalb Wellen in britischen Medien, weil Mädchen und deren Eltern den Missbrauch immer wieder bei der Polizei gemeldet hatten, ohne dass diese etwas unternommen hätte. Ein Grund dafür war offenbar die Angst von Polizisten, von Vorgesetzten wegen Verstößen gegen "Diversity"-Richtlinien bestraft oder kritisiert zu werden. Einen wissenschaftlichen Mitarbeiter des Innenministeriums, der die Führung der Polizei von Rotherham 2002 darauf aufmerksam gemacht hatte, sagte man, er solle so etwas nicht noch einmal machen und stellte ihn anschließend kalt.
This girl identified the five men who allegedly abused her to South Yorkshire police. No one was then prosecuted [Police files reveal vast child protection scandal, Andrew Norfolk, Times, 24.09.2012]
Ein am Dienstag veröffentlichter neuer Untersuchungsbericht zeigt der britischen Öffentlichkeit jetzt, dass Rotherham kein Einzelfall war: Vergleichbare Fälle gab es unter anderem in Rochdale, dem Großraum Manchester, Newcastle, Derby, Telford, Birmingham und der Grafschaft Oxfordshire. Dort wurden über 16 Jahre hinweg mindestens 373 Mädchen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren jahrelang systematisch von Gangs missbraucht. Auch hier wandten sich Opfer immer wieder an die Behörden – und fanden dort lange kein Gehör. Teilweise gab man ihnen selbst die Schuld für die Vorkommnisse und stellte sie als verkommene kleine Luder dar. 
Auch in Oxfordshire gab es einen mutigen Angestellten, der seine Vorgesetzten in einer Serie von E-Mails immer wieder darauf hinwies, dass er mit eigenen Augen beobachten konnte, wie eine Gruppe von Männern beständig einer gefährdeten 13-Jährigen auflauterte und vor der Wohnung ihrer Eltern herumlungerte. Die Vorgesetzten reagierten auf diese E-Mails mit dem Hinweis, der Mann sei "unprofessionell" - und mit der Aufforderung, keine solchen Mails mehr zu schreiben.
mehr:
- Neuer Straftatbestand für Sozialarbeiter und Kommunalpolitiker (Peter Mühlbauer, Telepolis, 05.03.2015)

Solche Dinge lassen sich nur mit der Presse lösen. Der Filz zwischen Tätern,Politikern und Teilen der Verwaltung ist so dicht, daß nur eine unabhängige Presse da hineinkomt und darüber berichten kann.Siehe Belgien:
- Reale Pädophilie in Europa und die Vertuschung! (Reimers, Nutzerbeitrag, der Freitag, 18.03.2011)

Journalismus unter Druck: Studie beleuchtet Probleme in den Medien

Umfrage zeigt Einschränkungen in der Berichterstattungsfreiheit


Wie schlimm ist es um den Journalismus bestellt? Eine Studie aus der Schweiz hat die Arbeitsbedingungen für Journalisten in der Alpenrepublik untersucht und geht der Frage nach, ob die Freiheit der Berichterstattung gegeben ist. Die Ergebnisse lassen aufhorchen: Ein zunehmender ökonomischer Druck auf die Redakteure, Eingriffe in die Pressefreiheit und geringe Zeitressourcen sind Bestandteil problematischer Arbeitsbedingungen, denen sich Journalisten ausgesetzt sehen. Ein Telepolis-Interview mit Professor Manuel Puppis von der Universität Freiburg (Schweiz).
mehr:
- Journalismus unter Druck: Studie beleuchtet Probleme in den Medien (Marcus Klöckner, Telepolis, 02.03.2015) Zitat:
Verschlechterte Arbeitsbedingungen, eingeschränkte Pressefreiheit, Medien in der Krise, Auswirkungen der Medienkrise auf die Demokratie, das sind einige der Schlagworte, die sich in Ihrer Studie "Arbeitsbedingungen und Berichterstattungsfreiheit in journalistischen Organisationen" finden lassen. Worum genau geht es in Ihrer Studie?

Manuel Puppis: In unserer Studie haben wir die Arbeitsbedingungen von Schweizer Journalistinnen und Journalisten sowie Einschränkungen in der Berichterstattungsfreiheit untersucht. Uns ging es einerseits darum herauszufinden, wie der Arbeitsalltag in den Redaktionen heute aussieht und welche Veränderungen es in den letzten fünf bis zehn Jahren gab. Andererseits interessierten wir uns dafür, wie frei sich Medienschaffende fühlen, über Werbekunden, das eigene Unternehmen oder medienpolitische Fragen zu schreiben.

Manuel Puppis: Ein Teil der Krise ist sicher hausgemacht. Das ist rückblickend zwar einfach gesagt, aber es war wohl ein Fehler, die ganze Zeitung gratis online zu stellen. Gleichzeitig hat man sich mit Gratispendlerzeitungen wie "20 Minuten" eine Konkurrenz für die eigenen Kaufzeitungen geschaffen. Heute bekunden die Verlage zum Teil große Mühe, sogenannte Paywalls einzuführen und die Leserinnen und Leser wieder zur Kasse zu bitten. Zudem wurde bei vielen Zeitungen unterdessen so stark gespart, dass man sich fragen muss, ob überhaupt noch ein Produkt angeboten werden kann, für das die Leser bereit sind zu zahlen.

Auch journalistische Innovationen wurden lange Zeit nicht angegangen. Aber natürlich ist die Lage für die traditionellen Medien schwierig: die Aufmerksamkeit der Nutzerinnen und Nutzer, und damit auch die Werbung, sind zu einem guten Teil ins Internet abgewandert. Und zwar nicht einfach zu den Onlineablegern von Zeitungen und Rundfunk, sondern hauptsächlich zu Social Media und Suchmaschinen, die mit Journalismus nichts zu tun haben.


In Ihrer Studie sprechen Sie auch von Selbstzensur und einer Schere im Kopf. Was genau haben Sie in diesem Zusammenhang herausgefunden?

Manuel Puppis: Wir wollten wissen, wie "selbstverständlich" es in der Redaktion ist, bestimmte Einflüsse auf die Berichterstattung zuzulassen. Und gerade bei diesen Fragen waren wir über die Ergebnisse überrascht. Jeder dritte Befragte stimmt zu, dass es in starker Weise als selbstverständlich gilt, Werbekunden möglichst positiv darzustellen und bei Berichten über Medienpolitik der Position des eigenen Unternehmens zu entsprechen. Und fast jeder zweite Befragte sagt, dass es selbstverständlich ist, positive Meldungen über das eigene Medienunternehmen zu bringen. Das spiegelt die ganz alltäglichen Auswahlentscheidungen und Darstellungsweisen im Journalismus wider. Das Medienunternehmen oder die Werbeabteilung müssen in diesen Fällen nicht mehr bei der Redaktion anklopfen und um mehr Rücksicht bitten, denn das ist bereits eingespielt - und entsprechend bedenklich für die Autonomie und Qualität des Journalismus.

Welche Auswirkungen haben die von Ihnen kenntlich gemachten Problemlagen? Sie gehen auch davon aus, dass die Verhältnisse innerhalb der Medien negative Auswirkungen für Demokratien haben.


Manuel Puppis: Journalismus - ob online oder offline - ist teuer. Wenn für Journalismus nicht genügend Ressourcen zur Verfügung stehen, ist zu befürchten, dass darunter die Berichterstattung leidet. Sowohl die Information der Bürgerinnen und Bürger als auch die Kritik- und Kontrollfunktion der Medien sind davon betroffen. Entsprechend ist die Finanzierungskrise im Journalismus potenziell auch eine Krise der Demokratie.

Welche Auswirkungen haben die von Ihnen kenntlich gemachten Problemlagen? Sie gehen auch davon aus, dass die Verhältnisse innerhalb der Medien negative Auswirkungen für Demokratien haben.Manuel Puppis: Journalismus - ob online oder offline - ist teuer. Wenn für Journalismus nicht genügend Ressourcen zur Verfügung stehen, ist zu befürchten, dass darunter die Berichterstattung leidet. Sowohl die Information der Bürgerinnen und Bürger als auch die Kritik- und Kontrollfunktion der Medien sind davon betroffen. Entsprechend ist die Finanzierungskrise im Journalismus potenziell auch eine Krise der Demokratie

Ihre Studie hat sich auf die Schweiz konzentriert. Was meinen Sie: Sind die Ergebnisse auch auf die deutsche Medienlandschaft zu übertragen?

Manuel Puppis: Das Institut für Demoskopie Allensbach hat erst kürzlich eine Studie zur "Pressefreiheit in Deutschland" veröffentlicht. Und hier zeigen sich tatsächlich ähnliche Entwicklungen. Knapp die Hälfte der befragten Zeitungsjournalisten sagt, dass sie öfters Eingriffe in die Pressefreiheit erleben und dass dies in den letzten Jahren zugenommen hat. Auch sagen 74 Prozent der Befragten, dass sie oft zu wenig Zeit für Hintergrundrecherchen und das Schreiben ihrer Artikel haben.

Auch unsere Daten bestätigen, dass Journalisten und Journalistinnen der Tageszeitungen, aber auch der Wochenpresse, von diesen Entwicklungen besonders stark betroffen sind. Darüber hinaus gibt es auch eine Studie des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), die verschlechterte Arbeitsbedingungen und einen zunehmenden Einfluss von Werbekunden und Medienunternehmen nachweist

Kommentar prof. Ratsam:
dann sollen sie ihren »oberen« mal weniger geld zahlen...oder die sich selber .. 
man weiss das ja schon von den herren aufsichtsräten und vorsitzenden ... etc. pp. blabla ich glaub nicht das ein herr joffe, kornelius & andere beim spiegel&co, die meinten etwas leiten zu müssen, unter einem mehrfachen 6stelligen betrag nach hause gehen.

Mein Kommentar: 
Hier kann sich jeder an die eigene Nase fassen. Für die paar Cent, die ich jedesmal bei der CityPost, oder beim Amazon-Bücherkauf spare, muß ich das Arbeitslosengeld für eine Fachkraft an Arbeitslosengeld draufzahlen. Genauso beim 6er-Pack Socken bei Aldi: 3,99 € sind verlockend. Wär’ ja schön blöd, wenn ich das Schnäppchen nicht mitnehmen würde. Mit meinem Schnäppchen-Kauf finanziere ich die Ausbeutung von Nähern in China und schwäche die Hersteller in Deutschland, die mit Arbeitslosengeld-, Kranken- und Rentenversicherungsbeiträgen nicht mehr konkurrenzfährig sind.
Was wir brauchen, sind weltweite Standards, sonst schnäppchen wir unsere Wirtschaft zu Tode.


Mittwoch, 4. März 2015

Get Ready for BRICS plus Germany

Just as much of Europe is stagnant German economic ties with Asia are growing rapidly. Eventually politcs has to catch up with economics
Winston Churchill once said, “I feel lonely without a war.” He also badly missed the loss of empire. Churchill’s successor – the ‘Empire of Chaos’ – now faces the same quandary. Some wars – as in Ukraine, by proxy – are not going so well.

And the loss of empire increasingly manifests itself in myriad moves by selected players aiming towards a multipolar world.

So no wonder US ‘Think Tankland’ is going bonkers, releasing wacky CIA-tinted “forecasts” where Russia is bound to disintegrate, and China is turning into a communist dictatorship. So much (imperial) wishful thinking, so little time to prolong hegemony.

The acronym that all these “forecasts” dare not reveal is BRICS (Brazil, Russia, India, China, and South Africa). BRICS is worse than the plague as far as the ‘Masters of the Universe’ that really control the current - rigged - world system are concerned. True, the BRICS are facing multiple problems. Brazil at the moment is totally paralyzed; a long, complex, self-defeating process, now coupled with intimations of regime change by local ‘Empire of Chaos’ minions. It will take time, but Brazil will rebound.

That leaves the “RIC” – Russia, India and China - in BRICS as the key drivers of change. For all their interlocking discrepancies, they all agree they don’t need to challenge the hegemon directly while aiming for a new multipolar order.

The BRICS New Development Bank (NDB) – a key alternative to the IMF enabling developing nations to get rid of the US dollar as a reserve currency – will be operative by the end of this year. The NDB will finance infrastructure and sustainable development projects not only in the BRICS nations but other developing nations. Forget about the Western-controlled World Bank, whose capital and lending capacity are never increased by the so-called Western “powers.” The NDB will be an open institution. BRICS nations will keep 55 percent of the voting power, and outside their domain no country will be allowed more than 7 percent of votes. But crucially, developing nations may also become partners and receive loans.

mehr:
- Get Ready for BRICS plus Germany (Pepe Escobar, Russia Insider, 04.03.2015)
siehe auch:
- Germany's future lies East (Asia Times, 03.03.2015)
- Seidenstraßenstrategie (Wikipedia)

Folker Hellmeyer: Die neue Seidenstraße Moskau-Peking - eine Bedrohung für den Westen? {13:36}


Privatinvestor TV
Am 10.09.2015 veröffentlicht
Wenn wir dieser Tage über die Lage an den Börsen sprechen, müssen wir auch über die Politik reden! Denn es sind nicht mehr nur die Unternehmen selbst, die mit ihren Umsätzen und Gewinnen die Kurse bewegen. Nein, es sind zunehmend die Politiker, die Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung nehmen - sei es in der Griechenland-Krise, der Ukraine-Frage, den Russland-Sanktionen, oder auch der Flüchtlingskrise. Der Chef-Analyst der Bremer Landesbank Folker Hellmeyer weist im Interview mit PrivatinvestorTV auch auf die interessante Achse Moskau-Peking und das Entstehen einer "neuen Seidenstraße" zwischen beiden Metropolen hin.

mein Kommentar: 
kein Wunder, wenn den Amis der Arsch auf Grundeis geht…
BRICS ist der einzige Ausweg, aus der Bevormundung durch die USA rauszukommen, dafür muß Angie halt einige Kröten schlucken…
aktualisiert am 22.03.2016

Zar Wladimir I. - Was will Putin wirklich? – Deregulierte Wrestling-Show statt sachlicher Diskussion

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