Sonntag, 24. Mai 2015

US-Mathematiker John Nash ist tot

Im Jahr 2001 wurde seine Geschichte im Kinoerfolg "A Beautiful Mind" verfilmt. Am gestrigen Samstag kam der Nobelpreisträger John Nash bei einem Autounfall ums Leben.

A beautiful Mind Trailer Deutsch / German [2:20]

Hochgeladen am 19.03.2010
John Forbes, Mathematikgenie und Freshman an der Princeton University arbeitet lieber für sich allein, anstatt mit seinen Komilitonen die Vorlesungen zu besuchen. Er ist auf der Suche nach einer revolutionären mathematischen Theorie, die ihm zu großem Ansehen verhelfen soll. Als er eine solche tatsächlich entwickelt, gehört plötzlich auch das Pentagon zu seinen Auftraggebern, Als bei John Nash jedoch eines Tages Schizophrenie diagnostiziert wird, gerät sein Leben und das seiner Frau Alicia urplötzlich aus den Fugen.
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Der US-Mathematiker und Nobelpreisträger John Forbes Nash ist bei einem Autounfall unweit von New York ums Leben gekommen. Das bestätigte die Polizei in New Jersey. An diesem Sonntag berichtete der regionale Nachrichtendienst NJ.com, dass der 86-Jährige und seine Frau Alicia am Samstag bei einer Taxifahrt auf einer Autobahn im US-Bundesstaat New Jersey verunglückten. Beide seien offensichtlich nicht angeschnallt gewesen. Der Taxifahrer habe den Aufprall dagegen ohne lebensgefährliche Verletzungen überstanden. Er war bei einem Überholmanöver gegen die Leitplanke gerast.

Nash war den Angaben nach mit seiner Frau auf dem Rückweg von Norwegen. Dort war er zusammen mit seinem langjährigen Kollegen Louis Nirenberg von König Harald V. mit dem Abelpreis für Mathematik ausgezeichnet worden. Louis Nirenberg würdigte Nash als großartigen Kollegen und "eine Art Genie".


1994 war Nash der Nobelpreis für Wirtschaft für seine Erkenntnisse in der Spieltheorie verliehen worden. Die Theorie befasste sich mit der Dynamik menschlicher Rivalität. Sie gilt als eine der wichtigsten Ideen des 20. Jahrhunderts. Im Jahr darauf schloss er sich dem Institut für Mathematik in Princeton an, wo er bis zuletzt tätig war. Bereits in den 1950er Jahren war Nash außerdem für die Fields-Medaille, die als "Nobelpreis für Mathematiker" gilt, vorgeschlagen worden.

Nash Equilibrium [4:23]

Hochgeladen am 20.10.2007
One of my favourite moments in A Beautiful Mind.

A Beautiful Mind - The Documentary John Nash [54:41]

Veröffentlicht am 19.01.2014
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mehr:
- Nobelpreisträger – US-Mathematiker John Nash ist tot (ZEIT, 24.05.2015, man beachte auch die weiterführenden Links unten auf der Seite)
- Zum Tod von John Nash – Genie und Wahnsinn (Hendrik Ankenbrand, FAZ, 24.05.2015)
- John Nash (Mathematik.ch)

A Conversation with John Nash [29:17]

Veröffentlicht am 20.11.2012
John Forbes Nash Jr., noted Mathematician and Nobel Laureate, speaks with Gregory A. Burton, Ph.D. and Anthony L. Loviscek, Ph.D. More: http://www7.shu.edu/john-nash.cfm
"A Conversation with John Nash."
Thursday, November 15, 7 p.m., Jubilee Hall Auditorium, Seton Hall University.


siehe auch:
- John Nash and “A Beautiful Mind” (John Milnor, American Mathematical Society, PDF)
- Das Poincaré-Abenteuer (Post, 06.11.2009)
- Von einem der größten Mathematiker zum Esoteriker (Post, 16.11.2014)

Samstag, 23. Mai 2015

Protestantischer Fundamentalismus – Maggi-Würze im politisch-korrekten Toleranzbrei

Kolumne: Grauzone. Die katholische Heiligenverehrung sei „Reliquiendreck“, das islamische Zuckerfest „Blödsinn“, schimpfte der Bremer Pastor Latzel. Political Correctness ist das nicht. Es ist gerade dieser Störfaktor des Unzeitgemäßen, der seine Predigt so spannend macht
Es war Sonntag, der 18. Januar. Da bestieg Pastor Olaf Latzel die Kanzel der St.-Martini-Kirche in Bremen. Predigttext war eine Stelle aus dem Alten Testament, genauer: aus dem Buch Richter 6, Vers 25 bis 32.

Für alle nicht ganz Bibelfesten: Die erzählt die Geschichte des Richters Gideon, des „Holzhackers“ oder „Zerstörers“, so sein Name auf Deutsch. Gideon erhält von Gott den Auftrag, den Altar des Baal-Kultes niederzureißen. Gideon vollzieht Gottes Befehl heimlich in der Nacht. „Als nun die Leute in der Stadt früh am Morgen aufstanden, siehe, da war der Altar Baals niedergerissen und das Ascherbild daneben umgehauen“ (Richter 6, 28).

Ganz klar: Multikulturalismus und religiöse Ökumene sehen anders aus. Der Predigttext hat es in sich, zumal in Zeiten von Regenbogentheologie, interreligiösem Dialog und Patchwork-Religiosität. Denn was Gott hier einklagt, ist ganz klar: Null Toleranz.

Daran gibt es wenig herumzudeuteln. Und so griff Pastor Latzel in seiner Sonntagspredigt beherzt den Geist des Gideon-Textes auf: Eine bunte Religionswelt, ein bisschen dies, ein bisschen das, religiöser Synkretismus, das sei mit Gott nicht zu machen. Deshalb habe Gott die Reinigung von fremden Göttern befohlen.

Diese Reinigung habe jedoch bei jedem selbst anzufangen: „Wenn ich Christ bin“, so Latzel, „dann habe ich keine Talismänner mehr, ..., irgendwelche Amulette, wo irgendwelche Heiligen drauf sind“. Insofern sei auch die Reformation eine Reinigung gewesen, von Götzendienst, Reliquienanbetung und Heiligenverehrung.

Gegenwind zum Sound des Fundamentalismus
So weit, so protestantisch, so gut. Wo Latzel recht hat, hat er recht. Doch da der Pastor nun einmal in Fahrt war, legte er jetzt so richtig los: Gegen die abrahamitische Ökumene und die Vorstellung, Muslime, Juden und Christen hätten denselben Gott. Gegen gemeinsame Gebetshäuser wie The House of One, einem interreligiösen Gebäude, das in Berlin Mitte entstehen soll. Und gegen die Vorstellung, im Grunde würden doch alle Religionen zu demselben Gott beten.

Keine Frage: Mit der Political Correctness hat es Pastor Latzel nicht so. Und so stellt er fest: „Es gibt nur einen wahren Gott. Wir können keine Gemeinsamkeiten mit dem Islam haben“. Die Teilnahme an religiösen Festen, dem „Zuckerfest und all diesem Blödsinn“, verbiete sich, denn schließlich sei das Götzendienst. Und bei aller Ökumene müsse man trotzdem festhalten: „Dieser ganze Reliquiendreck und -kult, der ist heute noch in der katholischen Kirche verbreitet.“ Da dürfe man nicht einfach mitmachen. Die Lehre der katholischen Kirche sei „ganz großer Mist“ und „Irrsinn“. „Aber sag was dagegen, dann störst du den ökumenischen Frieden“.

Selbst wenn man einmal davon absieht, dass Pastor Latzel sich mitunter etwas im Ton vergreift, ist seine Wutpredigt harter Tobak. Soviel ist klar. Und dass es heftigen Gegenwind gab, verwundert nicht wirklich. Doch gerade das Unzeitgemäße, das Störrische und Widerspenstige macht diese Predigt zugleich so spannend.

Zunächst: Latzel vertritt genau jenen theologischen Konservativismus, den wir bei islamischen Klerikern zu Recht beargwöhnen und als Gefahr für unsere Gesellschaft wahrnehmen.

Charakteristisch hierfür: Das wörtliche Verständnis religiöser Texte und der Unwille, sie einer modernen Lesart zuzuführen. An einer Stelle sagt Latzel: „Das fordere nicht ich. Das fordert unser Herr und Gott“. Genau dieses „Gott will es“ ist der Sound des Fundamentalismus.

mehr:
- Wutpredigt gegen die Ökumene – Warum wir über Pastor Latzel staunen dürfen (Alexander Grau, Cicero, 14.02.2015)
- Der Fall Olaf Latzel: eine Predigt erregt Aufsehen (Bibelbund, 08.02.2015)
Auch nach mehrmaligem Anhören der Predigt hatte ich Mühe, die Aufregung in dieser Intensität nachzuvollziehen. Es sei vorweg angemerkt, dass es sich bei einer Predigt nicht um einen religionssoziologischen Vortrag oder eine Rede an die Nation handelt. Eine Predigt ist in der Regel auf eine bestimmte Zuhörer­schaft gemünzt, nimmt deren Ausgangs­lage und Kennt­nisstand wahr und versucht darauf einzugehen. Dass Aussagen einer solchen Rede von Außenstehenden missverstanden werden können, liegt in der Natur der Sache.

St. Martini ist eine Gemeinde mit einer bewegten Geschichte, in der in den letzten Jahrzehnten gesellschaftsrelevante Themen immer wieder angesprochen und kontrovers diskutiert wurden. Ich verweise nur auf den im vergangenen Jahr verstorbenen Prof. Dr. Dr. Georg Huntemann, der zu den Vorgängern Latzels in St. Martini zählt.6 Allerdings hat sich die Diskussionskultur in unserem Land mittlerweile ebenso verändert wie die Berichterstattung der Medien – von einer offenen Streitkultur hin zu einer Kultur der Betroffenheit und Empörung, in der man bestimmte Dinge sagen darf, andere besser nicht.

Deep Purple - Smoke On The Water [5:27] Text Übersetzung
Hochgeladen am 05.04.2011
The definitive live version of Smoke On The Water performed in 1973 featuring Ian Gilan, Roger Glover, Jon Lord, Ian Paice and Ritchie Blackmore.

Bobby Brown, 1978 [2:57] Text Übersetzung

Hochgeladen am 20.06.2007
Frank Zappa performs Bobby Brown in 1978


Die Befreiung der Musik von Ideologien aller Art

Kolumne Grauzone: Der Eurovision Song Contest hat längst nicht mehr die musikalische Relevanz aus der ABBA-Zeit. Trotzdem hat er dem Pop zur Emanzipation verholfen. Nicht durch Ironie, sondern durch Sinnfreiheit
Geht es Ihnen auch so? Alle Jahre wieder, irgendwann im Mai, stolpert man irgendwo über die Nachricht, dass wieder einmal ein Eurovision Song Contest stattfindet, in den Boulevardmedien gerne auch ESC genannt.

Dann erinnert man sich für einen kurzen Moment: Stimmt, da war was. Und im selben Augenblick steigen Bilder in einem hoch aus der Zeit, als die Gewinner France Gall, Sandie Shaw, ABBA oder Udo Jürgens hießen und man das Ganze noch Grand Prix Eurovision de la Chanson nannte.

Lang ist es her. So lang, dass diejenigen, die geboren wurden, als Sandie Shaw barfuß ihr „Puppet on a string“ trällerte, sich eher an so groteske Truppen wie Dschinghis Khan erinnern oder die biedere Nicole, die mit ihrer weißen Gitarre von ein bisschen Frieden sang.

mehr:
- Die Befreiung der Musik von Ideologien aller Art (Cicero)

Eurovision 1967 - United Kingdom - Sandie Shaw - Puppet on a string [HQ SUBTITLED] [2:25]

Veröffentlicht am 26.05.2012
Eurovision Song Contest 1967 - Festival de Euurovisión 1967
UK United Kingdom - Reino Unido
Sandie Shaw - Puppet on a string
Music / Música: Bill Martin, Phil Coulter
Lyrics / Letra: Bill Martin, Phil Coulter
Conductor / Director: Kenny Woodman
Placing / Puesto: 1st (47 points)
Subtitled in English and Spanish

Nicole - Ein bisschen Frieden - A Little Bit Of Peace - Mehrsprachig - Final Song Song Contest `82 [3:00]

Hochgeladen am 21.08.2010
Final Song Eurovision Song Contest 1982

Eurovision Song Contest 1979 - Germany [5:13]

Hochgeladen am 14.06.2011
The German entry in the 1979 Eurovision Song Contest
Dschinghis Khan performing Dschinghis Khan (Genghis Khan)

ABBA Waterloo Eurovision 1974 (High Quality) [3:56]
Hochgeladen am 07.04.2009
35 years to this day (6th April 1974) ABBA won with this performance of Waterloo. Enjoy!
More information on this clip can be found here - 
die Wahl von Conchita Wurst… ideologiefrei? naja…

- ESC-Siegerin 2014 Wie Conchita Wurst Österreich veränderte (Tagesschau)

Conchita Wurst - Rise Like a Phoenix (Austria) 2014 LIVE Eurovision Second Semi-Final [3:22]

Veröffentlicht am 08.05.2014
Powered by http://www.eurovision.tv
Austria: Conchita Wurst - Rise Like a Phoenix live at the Eurovision Song Contest 2014 Second Semi-Final

Wenn ich jetzt behaupte, daß wir liberalen freiheitlich-demokratischen Europäer dem Macho-Narzißten Putin zum Höhepunkt der Ukraine-Krise zeigen zu müssen glaubten, wo die tolerante Wurst hängt, beweist das ja nur, daß ich ein ideologiefreier Miesmacher bin…
Übrigens hat die deutsche Fußball-Nationalmanschaft beschlossen, 2022 in Katar ohne Schleier zu spielen und sich die Zehennägel in Regenbogenfarben zu lackieren.
Bißchen Gänsehaut gefällig? Mandoki kann auch anders…

ManDoki Soulmates - Best of Live on Stage [13:07]

Hochgeladen am 22.10.2010
Leslie Mandoki
Lazlo Bencker
with
Peter Maffay
Chaka Khan
Till Brönner
Pino Palladino
Steve Lukather
Al Di Meola
Ian Anderson
Jack Bruce
David Clayton-Thomas
Chris Thompson
Bobby Kimball
Eric Burdon
Nick van Eede
Nik Kershaw
Mike Stern
Steve Khan
Randy Brecker
Michael Brecker
Bill Evans
John Helliwell
Viktor Bailey
Anthony Jackson

Machen wir uns nichts vor: Angela Merkel ist alternativlos

Wenn sie versagt, wird sie nicht haftbar gemacht. Keiner ihrer Vorgänger wurde so geschont wie die Kanzlerin. Ehrfürchtige Merkologen rühmen sie und bekritteln allenfalls Taktik oder Stil. Dabei hat sie eine Menge falsch gemacht. Ein Sündenregister – und ein Plädoyer für weniger Watte
In lebendigen Demokratien sind Regierungschefs immer wieder heftigster Kritik ausgesetzt. Die tagtäglich erneuerte Kritik- und Urteilsfähigkeit ist das Salz der Demokratie. Konrad Adenauer musste das schmerzlich erfahren genau wie seine CDU-Nachfolger Ludwig Erhard und der trotz aller Einheitsverdienste abgewählte Helmut Kohl. Auch die sozialdemokratischen Kanzler Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder wurden schonungslos attackiert – nicht zuletzt aus den eigenen Reihen. Die Legitimationsbasis der Kanzler wurde mehrfach substanziell erschüttert: Adenauer wegen seiner Nachfolgefrage, Erhard wegen seines Regierungsstils als „Gummilöwe“, Brandt wegen der umstrittenen Ostpolitik und der uneingelösten „inneren Reformen“, Schmidt wegen der Nachrüstungspolitik/Koalitionsaufkündigung und Schröder wegen des Kriegseinsatzes in Afghanistan und der Agenda 2010.

mehr:
- Die Mängel der Merkel (Peter Grottian, Cicero, 20.05.2015)

Bestes Beispiel:
Merkels Atomwende: "Ich habe eine neue Bewertung vorgenommen" - SPIEGEL TV [1:20]

Hochgeladen am 09.06.2011
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Angela Merkel hat in einer Regierungserklärung im Bundestag den schwarz-gelben Atomausstieg vor dem Hintergrund der Katastrophe von Fukushima verteidigt.

Die flexible Kanzlerin: Merkels 180-Grad-Wende und die Reaktion der Opposition - SPIEGEL TV [2:59]

Hochgeladen am 09.06.2011
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In ihrer Regierungserklärung verteidigt Angela Merkel die schwarz-gelbe Kehrtwende in der Energiepolitik. Die Opposition wirft der Kanzlerin mangelnde Glaubwürdigkeit vor.

Steinmeier: »Es kann doch nicht sein, daß ausgerechnet Sie sich hier hinstellen als die Erfinderin der Energiewende in Deutschland. Das zieht einem doch die Schuhe aus. Der Atomausstieg stand im Gesetz, die Energiewende war eingeleitet gegen Ihren Widerstand, und sie fand statt, täglich, seit zehn Jahren.« SPIEGEL-Sprecherin aus dem Off: »Merkels Atomausstieg unterscheidet sich nur geringfügig von rot-grünen Plan aus dem Jahre 2001.«

In Westdeutschland begann der Atomausstieg unter der ersten rot-grünen Bundesregierung (Kabinett Schröder I) mit der „Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen vom 14. Juni 2000“. 2002 wurde der Vertrag durch Novellierung des Atomgesetzes rechtlich abgesichert.[95] In der Folge wurden am 14. November 2003 das Kernkraftwerk Stade[96] und am 11. Mai 2005 das Kernkraftwerk Obrigheim[97] endgültig abgeschaltet. [Atomausstieg, 2000/2011-2022Wikipedia]

siehe auch: Das Atom-Moratorium (SPIEGEL-TV)
- Ausstieg aus dem Ausstieg. Oder: Wie Angela Merkel den Primat der Politik neu erfand. (Merkel-Blog, 16.03.2015)
- Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem … (Marc Brost, Peter Dausend, Tina Hildebrandt, ZEIT Online, 26.03.2011) Zitat:
Wofür steht Angela Merkel? In der Umweltpolitik gehört diese zu den ungelösten Masterfragen. Als zuständige Ministerin war sie angeblich für die Ökosteuer, sagte es aber nicht laut, weil Helmut Kohl das nicht wollte. Sie forderte die Besteuerung von Flugbenzin und verwarf das wieder, als der Kanzler sie zurückpfiff, kurz vor einer Landtagswahl in Hessen. Sie schrieb ein Buch mit kernigen Sätzen, das Fachleute ziemlich dünn fanden, aber ihrer späteren Karriere als Klimakanzlerin tat das keinen Abbruch – ihre Partei hatte sie ja nicht als wissenschaftliche Hilfskraft eingestellt. Nur eines war stets über jeden Zweifel erhaben: Angela Merkels Bekenntnis zur Atomkraft. Im Bergbau habe es mehr Tote gegeben als bei der Kernenergie, pflegte sie zu sagen.
Für Atomkraft zu sein, das war für die Anhänger der Union immer mehr als eine x-beliebige Sachfrage. Für Atomkraft zu sein, das hieß, recht zu haben. Auf der Seite der Wirklichkeit zu sein. Bei den Realisten. Aus Merkels Sicht bedeutete es, die Normalität gegen die Spinner zu verteidigen.
- Verhalten der Kanzlerin – Psychoanalytiker deuten das Phänomen Angela Merkel (Andrea Dembach, Tagesspiegel, 04.05.2015)
- Wie eine Irin das Phänomen Merkel zerpflückt (Die Welt, 06.05.2013)
Die irische Journalistin Judy Dempsey hat ein Buch über die Kanzlerin geschrieben – und fällt ein hartes Urteil: Seit Jahren regiert Merkel unter ihren Möglichkeiten. Die Deutschen stört das nicht.

- Das Phänomen Merkel – „Eine Mutter kann nicht abgewählt werden“ (Oliver Stock, Handelsblatt, 27.09.2013)
Der Psychoanalytiker und Bestseller-Autor Hans-Joachim Maaz sieht das Ergebnis der Bundestagswahl kritisch. Im Interview erklärt er, warum Merkel von einer Muttersehnsucht der Deutschen profitiert und was das bedeutet. 
Auf jeden Fall profitiert Merkel von dieser Vorstellung. Eine Mutter kann schließlich nicht abgewählt werden. Ich glaube, die meisten Menschen haben eine Muttersehnsucht, wollen das aber nicht wahrhaben. Sie projizieren deswegen diese Sehnsucht auf Frauen, die das garantiert nicht erfüllen können. Merkel ist so ein Fall. Darin liegt ein Grund für ihren Wahlerfolg. […]
Deutsche verleugnen oft die Gefahren. Sie wollen nichts Bedrohliches sehen. Das Unangenehme, das Peinliche wird weggeschoben. Sie nehmen keine Positionen ein, die kritisiert werden können. Die Tendenz sich zu vergnügen, geht mit der Neigung einher zu verleugnen, zu welchem Preis so ein Leben nur zu haben ist.
 

Zum ersten Mal war ich selbst während der Ukraine-Krise von Angela Merkel – naja, nicht gerade begeistert, aber von ihrer Politik – angetan. Da wird die Bundeswehr hintenherum handlungsunfähig gemacht, alle laufen aufgeregt herum und rufen verzweifelt, daß wir nur noch Gulaschkanonen haben, sie trägt die Sanktionen gegen Rußland brav mit, verweigert sich aber der zunehmenden Militarisierung des Konflikts durch die USA. In Rußland kritisiert sie brav den Umgang mit Femen und unterzeichnet danach einige Wirtschaftsabkommen.
Ich habe immer kritisiert, daß kein Mensch weiß, wofür sie steht, aber sie ist die Hauptakteurin des europäischen Versuchs, sich aus dem Konflikt mit Rußland herauszuhalten. Ihre Fähigkeiten, ihre Gegner ins Leere laufen zu lassen, vermindern den Abrieb: Sie braucht nichts auszusitzen, weil nichts sie berührt.
Sie ist ein Phänomen der heutigen Zeit, das Ergebnis einer Entwicklung, in der Politiker nicht mehr gestalten können, sondern den Ereignissen hinterherlaufen müssen.

NSA und Wirtschaftsspionage: Keine Überraschung

Das Ausspähen deutscher Rüstungskonzerne durch die NSA stellt die deutsch-amerikanischen Beziehungen erneut auf die Probe. Die Hysterie gehe aber zu Lasten Deutschlands, sagt Andrew Denison und fordert ein Umdenken in Bezug auf Geheimdienste
Wer hätte gedacht, dass man mit 40.000 Selektoren Schlagzeilen machen kann? „40.000 Unwahrheiten“ lesen wir im Spiegel. Von „40.000 verbotene(n) Sachen“ ist im Leitartikel der Frankfurter Allgemeine die Rede. Der Spiegel (#18, 2015, S. 36) schreibt weiter von einem „Verstoß gegen diesen Vertrag“ und münzt dabei ein sehr wages „Memorandum of Agreement“ zwischen den USA und Deutschland in etwas um, was es nicht ist. Die Tageszeitung wirft der NSA vor, „die vorgebliche Antiterrorzusammenarbeit auch für Wirtschaftsspionage instrumentalisiert (zu) haben". Man mag über die Definition von Wirtschaftsspionage diskutieren, aber es wäre naiv zu erwarten, ein Memorandum mit der Bundesregierung aus dem Jahr 2002 würde die amerikanischen Geheimdienste davon abhalten, US-Interessen und die entsprechenden Ziele in Deutschland zu verfolgen. Dafür geben die Amerikaner ihre Steuergelder aus, wie auch immer der (unbekannte) Wortlaut des Memorandums gewesen sein mag.

Dass amerikanische Geheimdienste deutsche Firmen wie „EADS“ oder „Eurocopter“ ausspionieren, ist für mich keine Überraschung. Die Geschäfte der europäischen Rüstungsfirmen standen schon immer im Zentrum ihres Interesses. Manchmal landen europäische Firmen dann auch vor amerikanischen Gerichten, wegen Sanktionsbruch oder Geldwäsche. Die Leser der New York Times erfuhren im März, dass die Commerzbank 1,5 Milliarden Dollar Abfindung bezahlen musste - für illegalen Handel mit dem Iran und Geldwäsche.

mehr:
- NSA und Wirtschaftsspionage: Keine Überraschung (Andrew Denison, Cicero, 28.04.2015)

Freitag, 22. Mai 2015

Demokratie in Gefahr

Elke Steven, Mitherausgeberin des Grundrechte-Reports 2015, über Migration, Massenüberwachung und die Erosion des Sozialen
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Massenüberwachung, elektronische Gesundheitskarte, Angriffe auf das Versammlungsrecht, Polizei-Provokateure auf Demonstrationen, sich verselbstständigende Geheimdienste und "Schiffe versenken" im Mittelmeer - von diesen und vielen weiteren Flanken her sind die Grundrechte im Lande aktuell bedroht, wie der soeben veröffentlichte Grundrechte-Report 2015 betont.

Elke Steven ist Soziologin und Journalistin, Referentin im Komitee für Grundrechte und Demokratie, Mitherausgeberin des Grundrechte-Reports seit dem Jahr 2000. Veröffentlichungen zu Demonstrationsrecht, Demonstrationsbeobachtungen, "Innerer Sicherheit", elektronischer Gesundheitskarte und Friedenspolitik. Der Grundrechte-Report wird von der Humanistischen Union, dem Komitee für Grundrechte, PRO ASYL und vielen anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen herausgegeben

mehr:
- Demokratie in Gefahr (Jens Wernicke, Interview mit Elke Steven, Telepolis, 22.05.2015)
»Seit neunzehn Jahren weisen wir Jahr für Jahr darauf hin, dass es immer schlechter um [die Grundrechte] bestellt ist.«

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten,
gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
(Martin Niemöller, deutscher evangelischer Theologe, 1892-1984)
Wir befinden uns meiner Meinung nach in einer ähnlichen Situation wie viele europäische Staaten wenige Jahre vor Hitlers Machtantritt.
- Faschismus im Frankreich der Zwischenkriegszeit (11.05.2015)
Damals wurden viele Europäer zunehmend rechtsradikal, weil sie den demokratischen Parteien die Kraft nicht zutrauten, der Korruption Herr zu werden. Was eine verkehrte Logik war; aber in einer ähnlichen Situation – nämlich der, daß viele Menschen den demokratischen Staat – angesichts der Medien-, der Schulden-, der Abhör-, der Migranten- und der Wirtschaftskrise als reformunfähig ansehen, befinden wir uns heute auch, und die Zahl der Menschen nimmt zu
siehe dazu:
Der Rückzug der Mitte (Post, 27.04.2015)
- Um was geht es? – Die Systemfrage (Post, 05.11.2014)
- Ein kurzer Kommentar zu fast allem (Post, 09.10.2014)
- »Es gibt ein NATO-Netzwerk in den deutschen Medien« (Post, 13.09.2014)
Ukraine 16 – Eine Gefährdung unserer Europäischen Kultur (Post, 18.08.2014)
- Die westlichen Werte stehen auf dem Spiel (Post, 03.09.2014)
- Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung (Post, 27.07.2014)
- Ukraine 11 – Unsere Medien: Nicht-Berichten und Sprachverdrehung und der Krieg »Reich gegen Arm« (Post, 16.05.2014)
Wozu überhaupt noch Demokratie? (Telepolis, 16.04.2014)
- Die Amygdala-Politik (Post, 03.10.2006)
- Volker Pispers: »Seit 29 Jahren mach’ ich Kabarett, immer die gleichen Themen.« (Post, 05.05.2013)
- Diese Bundesregierung pfeift aufs Parlament (Heike Hänsel, The European, 22.05.2015)
Gesetzliche Rechte des Bundestags werden zunehmend eingeschränkt. Das betrifft vor allem die Informationspflicht der Regierung über Angelegenheiten der EU.

Ich liste kurz auf: Die Wahl des US-Präsidenten ist alles andere als demokratisch, wenn ein Kandidat 2,5 Milliarden Dollar an Spendengeldern einnimmt: solch ein System ist gelähmt, wenn sich der Sieger so vielen Interessengruppen gegenüber verpflichtet fühlt. Und man braucht verdammt gute und viele Beziehungen zum Geldadel… In Rußland macht man sich über unsere Demokratie lustig mit den Worten: 
»Demokratie ist die Herrschaft des Geldes!«[Boris Beresowski, zitiert nach der taz]
Die fehlende wirtschaftliche Perspektive von immer mehr Menschen ist eine Gefahr für die Demokratie, siehe die immer weiter klaffende Einkokmmens- und Vermögens-Schere!
Zitat Gabriele Krone-Schmalz:
»Das macht mir insofern Sorge: Wenn Menschen nicht mehr glauben, was in den Medien informiert wird, wenn Menschen auch Politikern nicht mehr glauben, dann fliegt uns unser wunderschönes System Demokratie früher oder später um die Ohren.« (YouTube-Video: Gabriele Krone Schmalz über NATO in Zivil in der Ukraine, Russland und Medienpropaganda1 ab 8:00)
Ukraine 20 – ARD-Programmbeirat bestätigt Publikumskritik (18.09.2014, zuletzt aktualisiert am 04.10.2014)
- "Stoppt Putin jetzt!"-Cover war nur halbschlimm (Markus Kompa, Telepolis, 11.09.2014)
- Rüge wegen Pranger : "Bild" hetzt Leser auf Presserat (Christoph Twickel, SPIEGEL Online, 02.08.2011)
Zitat:
In riesigen Lettern hatte die "Bild" den angeblichen Presserat-Skandal thematisiert: "Diesen Kindes-Entführer soll 'Bild' nicht mehr zeigen dürfen" empörte sich die Zeitung und setzt daneben ein Foto eines 45-jährigen Mannes, der laut Bericht geständig ist, ein vierjähriges Kind seiner Mutter entrissen und es über 13 Stunden lang festgehalten zu haben, um 60.000 Euro Lösegeld zu erpressen. Das Blatt druckte Telefon- und Faxnummer sowie die E-Mailadresse des Presserates ab, dazu heißt es: "Ist der Schutz des Täters wichtiger als die Berichterstattung über eine schwere Straftat? Sagen Sie dem Presserat Ihre Meinung."
(mein Kommentar: Nicht nur Sex sells, sondern auch Täterbashing sells. Eine solche Vorgehensweise appelliert an die sogenannten niederen Instinkte!)
Einer der angesehensten Psychoanalytiker, Otto Kernberg (Professor Otto F. Kernberg eröffnet) ermuntert Therapeuten immer wieder, den Täter in sich zu suchen, diejenigen Persönlichkeitsanteile zu identifizieren (und auch hineinzuspüren), die dazu in der Lage wären, das Gleiche zu tun, wie die an den Pranger gestellten Verbrecher. Zitat:
… ist es umgekehrt – nach Kernberg – heilsam, wenn sich TherapeutInnen mit TäterInnen identifizieren: „Wir müssen uns also mit dem Kommandanten des Konzentrationslagers, mit dem Folterer in der Diktatur, mit dem inzestuösen Vater, mit der sadistischen Mutter identifizieren können. Wir müssen so auch die Lust verspüren am Zerstören, die Lust, eine Brandbombe zu werfen, die Lust sadistische Aggressionen zu verspüren, …“
Nur wenn wir auf diese Weise vorgehen – anstatt solche Anteile zu verleugnen, können wir solche Persönlichkeitsanteile wirksam unter Kontrolle bringen. (sieh dazu auch: Freiheit bedeutet Kontrolle, Post, 19.04.2015)
Jesus sagte übrigens: 
»Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!« [Johannes 8:7, Bibeltext]
Aber das ist ja schon 2000 Jahre her, das zählt für die kommerziellen Interessen der BILD nicht mehr! Wir gehören ja mit solch absoluter Sicherheit zu den Guten, daß wir uns nicht hinterfragen brauchen. (Philip Zimbardo: The psychology of evil, Post, 11.05.2015) Zitat:


2004 sagte Zimbardo vor Gericht im Fall von „Chip“ Frederick, einer Wache im Abu-Ghraib-Gefängnis, aus. Er argumentierte, dass Fredericks Strafe gemindert werden sollte, da sein Experiment gezeigt habe, dass nur wenige der Atmosphäre in einem Gefängnis widerstehen können. Als Systemkritiker, der sich mit dem Einfluss „toxischer Situationen“ auf menschliches Verhalten beschäftigt, reagierte Zimbardo voller Zorn auf die Behauptung der Bush-Regierung, „ein paar faule Äpfel“ seien für den Skandal verantwortlich, mit der Äußerung: „Nicht die Äpfel sind faul, sondern das Feld.“ Der Richter schien anderer Meinung zu sein, er verurteilte Frederick zur Höchststrafe. Dies führte Zimbardo in einem Interview in der New York Times aus und wurde u. a. in der Welt und Der Tagesspiegel behandelt.[3][4] [Philip Zimbardo, Biografie, Wikipedia]
 Wenn wir diejenigen Werte, die wir propagieren, nicht auch tatsächlich leben, dann verlottert unsere Gesellschaft, und die BILD tritt nur scheinbar für diese Werte ein, in Wirklichkeit benutzt sie sie, um sich zu verkaufen!

Ein großes Kompliment an die ZEIT! Sie gab eine für die Leitmedien eher unangenehme Umfrage in Auftrag, deren Ergebnisse sie auch veröffentlichte:
- Deutsche glauben den Medien nicht (Post, 26.12.2014)
Die ZEIT veröffentlichte auch den Aufruf der 60:
"Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!", ZEIT, 05.12.2014)
Die Ernennung des Begriffs »Lügenmedien« zum Unwort des Jahres war ein Rohrkrepierer. Indem der Rat versuchte, rechtsradikalen Tendenzen entgegen zu wirken, machte er den Begriff »Putin-Versteher« hoffähig.
Dass Emporkommen von Pegida hat eindruksvoll gezeigt, daß sich viele Menschen in der Politik nicht wiederfinden, sich alleingelassen fühlen und ihr – und den Medien mißtrauen.
Die Eile, mit der versucht wurde, Pegida zu diskreditieren, halte ich für unglücklich. Hier ist eine breite Diskussion nötig, weil sich sonst zu viele Menschen im öffentlichen Diskurs nicht mehr wiederfinden.
Die Tatsache, daß unser politisches System den entfesselten Kapitalismus nur sehr schwer unter Kontrolle zu bringen in der Lage ist – wenn überhaupt, läßt viele Menschen das Vertrauen in diesen Staat verlieren.

Für mich ist das Jahr 2014 das Jahr des Vertrauensverlustes. Und wenn solche Leute wie EZB-Direktor Benoît Coeuré (Wenn die EZB Hedgefonds mit Insider-Wissen versorgt, Post, 22.05.2015) nicht zur Rechenschaft gezogen werden sondern ihr Verhalten als »Panne« oder »Lapsus« verniedlich wird, werden noch mehr Menschen ihr Vertrauen in dieses politische System verlieren.
Ein politisches System ist nicht überlebensfähig, wenn ein Unternehmen wie Dutchdelta  mit 3 Milliarden EUR Umsatz angeblich nur einen einzigen Angetellten hat (ist das der Hausmeister, oder wurde der schon outgesourced??) nur 1.600 EUR Körperschaftssteuer zu zahlen braucht. (Kapitalismus: Eine Firma mit null Angestellten vergibt Milliardenkredite, Post, 09.11.2014) Zitat Tagesschau (Luxemburg-Leaks": Deutsche Konzerne und die Steuer, Julia Stein, Benedikt Strunz, Tagesschau Online, 06.11.2014):
»Im Jahr 2012 zahlte DutchDelta bei Einnahmen von 130 Millionen Euro knapp 1600 Euro Körperschaftsteuer.«
Wenn solch kranke Verhältnisse auf Dauer bestehen, dann gehen die Menschen in die innere Emigration, und was dann passiert, läßt sich oben links bei Goethes Zahmen Xenien nachlesen…
Wir werden in den nächsten 10 bi 15 Jahren auf der ganzen Welt eine Zunahme nationalistischer Bewegungen sehen, weil, wie ich diesen Vorgang interpretiere, alle Menschen auf der ganzen Welt sich von dem Moloch kapitalistische Wirtschaft überfahren fühlen. Putin hat bei den Russen ein Stein im Brett, weil er die Wildwest-Atmosphäre nach dem Ausverkauf der russischen Wirtschaft unter Jelzin zu stoppen geschafft hat. Da sehen sie ihm undemokratische Vorgehensweisen nach. Lieber von Putin unterdrückt als vom Heuschreckenkapitalismus westlicher Prägung ausgesaugt! Wenn wir den Lobby-Filz von Wirtschaft und Politik nicht stoppen und die leistungtragende Mittelschicht nicht stabilisieren können, werden in wenigen Jahren - trotz unserer transatlantisch geimpften Leitmedien - die Leute nach starken Männern rufen – und Putin wird sich eine Erkältung holen, weil er von seinem Gaul gar nicht mehr runterkommt.
Die Gefahr besteht, daß wir als Kühe enden, an denen jeder noch eine Melkmaschine anzubringen sucht…
Das werden sich die Menschen nicht gefallen lassen. Man kann sie vielleicht eine Weile mit 12 oder 13 Schuljahren oder Bachelor- oder Master-Studiengängen oder mit Terror-Gefahr und Vorratsdatenspeicherung oder sonstigen medialen Aufgeregtheiten in Atem halten, aber irgendwann haben sie die Nase voll. Pegida und IS sind nur der Anfang!

Jazz for Cows [2:03]

Hochgeladen am 06.09.2011
http://www.newhot5.com. The New Hot 5, American-based jazz band plays for a herd of cows in Autrans, France. The unedited footage is now uploaded on our channel in two parts. If you want to hear more, check out our other videos of concerts for humans.

The two songs in this video are both in the public domain:
1. "When the Saints Go Marching In" is a traditional early American folk hymn of unknown origin.
2. "Bill Bailey, Won't You Please Come Home" composed by Hughie Cannon (1877--1912) was published in 1902.

BND-Untersuchungsausschuß: Es wird nur zugegeben, was zugegeben werden muß…

Es habe von US-Seite ein "konkretes Angebot" für eine Anti-Spionage-Übereinkunft gegeben, dementierte BND-Chef Gerhard Schindler als Zeuge im NSA-Ausschuss anderslautende Berichte: "Wir haben ernsthaft verhandelt."

Der Präsident des Bundesnachrichtendiensts (BND), Gerhard Schindler, hat eine Meldung von Süddeutscher Zeitung und ARD-Sendern zurückgewiesen, dass eine Art Nichtangriffspakt zwischen deutschen und US-amerikanischen Geheimdienstennie ernsthaft zur Diskussion gestanden habe. "Es gab ein konkretes Angebot für ein No-Spy-Abkommen", bekundete der Chefagent im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags. Er persönlich habe 2013 nach den Snowden-Enthüllungen konkret darüber ernsthaft verhandelt und zwar "keineswegs im luftleeren Raum".

Neuland
Der Begriff "No-Spy-Abkommen" sei von der US-Seite verwendet worden, erläuterte Schindler. "Sonst wäre ich nie darauf gekommen." Bei den einschlägigen Unterredungen habe es sich nicht um "Scheingespräche" gehandelt. Er selbst habe im Sommer 2013 auch den damaligen Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) über die Offerte informiert. Dieser hatte daraufhin in der Hochphase des Wahlkampfs erklärt: "Die US-Seite hat uns den Abschluss eines No-Spy-Abkommens angeboten." Spätestens im Januar 2014 galten die Gespräche aberals gescheitert.

mehr:
- BND-Präsident im NSA-Untersuchungsauschuss: Von No-Spy-Abkommen, Routineaufklärung und Begriffs-Wirrwarr (heise online, 22.05.2015)
- BND-Präsident im Geheimdienstausschuss: "Wir sind abhängig von der NSA" (heise online, 22.05.2015)
"Ich muss mir überlegen, was ich dazu sage" (Peter Mühlbauer, Telepolis, 22.05.2015)
- Vorratsdatenspeicherung 2.0: Grundrechtsverletzung mit Zuckerguss (heise online, 19.05.2015)
- Patriot Act verhilft FBI zu keinem einzigen Durchbruch (heise online, 22.05.2015)

Wahlkampf in den USA: Die Hillary Clinton-AG

Mit Hillary Clintons Präsidentschaftskandidatur beginnt die Diskussion um ihre Finanziers. Sie bekommt nicht nur Geld für ihren Wahlkampf, sondern auch für wohltätige Zwecke – sogar vom deutschen Staat.
mehr:
- Hillary Clinton unter Druck – Clinton-Stiftung räumt Fehler bei Spenden ein (t-online, 13.04.2015) 
- Wahlkampf in den USA – Die Hillary Clinton-AG (Paul Middelhoff, Tagesspiegel, 24.04.2015)
Präsidentschaftskandidatur: Auch Deutschland hat an Clintons Stiftung gespendet (FAZ, 13.04.2015) 
zum Thema Wahlkampfspenden siehe auch:
- „Der Kongress teilt das Bett mit der Wall Street“ (Post, 22.05.2015)

„Der Kongress teilt das Bett mit der Wall Street“

Dem 61-jährigen US-Amerikaner, der mit einem Mini-Hubschrauber vor dem Kapitol gelandet ist, droht eine mehrjährige Haftstrafe. Doch der Pilot bekennt sich als nicht schuldig und kritisiert die politischen Verhältnisse.
mehr:
- Protest-Pilot vor Gericht: „Der Kongress teilt das Bett mit der Wall Street“ (Handelsblatt, 22.05.2015)
- Gyrocopter pilot who landed on Capitol lawn explains why he did it (Yahoo, 16.04.2015)
- Spektakuläre Protestaktion gegen Korruption vor dem Kapitol (Florian Rötzer, Telepolis, 16.04.2015)



Bei der Protestaktion von Doug Hughes aus Florida, der Zivilen Ungehorsam vertritt, kommt hinzu, dass dieser seine Aktion »Freedom Flight« schon zuvor auf seiner Website angekündigt hatte. Er habe schon viele Briefe ausgeliefert, schrieb er, und werden heute durch »Luftpost« 535 Briefe an die Abgeordneten bringen, um diese aufzufordern, einen Gesetzesvorschlag gegen Korruption umzusetzen, der die »wahre Demokratie« wiederherstellen soll. Wer will, könne seinen Flug online über Video verfolgen. Dazu hatte er bereits vor einem Jahr gegenüber der Tampa Bay Times über seinen Plan gesprochen und diesen auf seiner Website angekündigt. Er wurde sogar vom Secret Service befragt. Die Tampa Bay Times erklärt, man habe die Polizei des Kapitols und den Secret Service eine Stunde vor der Landung angerufen. […] Er spricht von einer »Explosion der Wahlkampfspenden« in den letzten Jahren. Mit der Super PACs können Reiche und Unternehmen an Kandidaten unbegrenzt Geld spenden. Daher fließen Milliarden an Politiker. Hillary Clinton soll für ihren Präsidentschaftswahlkampf 2,5 Milliarden US-Dollar an Spenden erwarten. Die großen Geldgeber erwarten natürlich etwas für ihr Geld – und wer nicht mit den Reichen, den Lobbys und den Konzernen geht, hat keine Chancen im politischen Prozess. Auf diese Korruption wollte Hughes mit seiner Aktion aufmerksam machen.
[
rp Online, 22.05.2015]
siehe auch:
USA - Die gekaufte Demokratie? – Trump die Alternative? (Post, 03.11.2016)
zu dem Thema Wahlkampfspenden siehe auch:
USA - Die gekaufte Demokratie? – Trump die Alternative? (Post, 03.11.2016)

KenFM im Gespräch mit: Diana Johnstone (Hillary Clinton - „Die Chaos-Königin“) {1:29:29}

KenFM
Veröffentlicht am 03.07.2016
„Hillary Clinton hat keine moralische Grenze“
Zu diesem Urteil kommt die amerikanische Autorin Diana Johnstone im Gespräch mit KenFM. Johnston wurde während des Vietnamkrieges politisiert und entschloss sich damals, die USA zu verlassen, um nach Europa zu gehen. Sie war als Pressesprecherin der Grünen tätig, lebte eine Zeit lang in Bonn und wohnt inzwischen seit 40 Jahren in Paris.
Ihr Buch „Die Chaos Königin“ über Hillary Clinton ist ein Muss für den politisch interessierten Bürger.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Hillary Clinton ins Weiße Haus einzieht, ist groß. Wer sich auf die dann zu erwartende Außenpolitik vorbereiten möchte, tut gut daran, sich die Sponsoren ihres Wahlkampfes anzusehen.
Die Liste reicht von Goldman Sachs über AIPAC, von Saudi-Arabien bis hin zu Haim Saban, der mit 13 Millionen Dollar die größte Einzelspende an Hillary Clinton durchgereicht hat. Haim Saban hat nach eigenen Aussagen nur ein Hobby: Israel.
Was muss Hillary für das empfangene Geld tun, wenn sie es ins Weiße Haus schaffen sollte?
Als sie unter Barack Obama Außenministerin war, ließ sie Libyen angreifen und 40.000 Menschen ermorden. In dieser Zeit wurde auch Libyens Präsident Gaddafi ermordet.
Im Gespräch mit KenFM spricht sie auch über die „neue Linke“, wie wir sie nicht nur in den USA erleben. Hillary Clinton ist eine typische Vertreterin dieser neuen Linken.
Man hat sich davon verabschiedet, sich zum Beispiel um DIE Arbeiterklasse oder DEN Mittelstand zu bemühen. Es geht vielmehr um das, was man als persönlichen Aufstieg bezeichnen muss und der vortäuschen soll, die aufsteigende Person würde für eine ganze Klasse stehen. Dem ist nicht so.
So wie Barack Obama nicht den Afroamerikanern in den USA zu mehr Macht und Wohlstand verholfen hat, wird Hillary Clinton DIE Frauen nicht nach vorne bringen.
Das alles sind billige Marketingtricks einer Finanz-Elite, die mit immer neuen Kampagnen und gecasteten Personen aus unteren Kasten vorgaukeln wollen, es ginge ihnen um das, was man Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nennen könnte.
Wenn Hillary Clinton es ins Weiße Haus schafft, würde auch die private Macht ihrer Familie enorm steigen. Ihr Mann war ebenfalls Präsident der USA und hält heute für Millionengagen Reden vor Kunden, die sich das leisten können.
Frau Clinton ist von Macht besessen und bereit, als Marionettenpuppe ihrer Strippenzieher alles zu tun, was diese fordern. Der Iran wird sich auf einiges vorbereiten müssen, aber eben auch alle Partner der USA. Mitgehangen, mitgefangen.
„Barack zögert, wenn er tötet – Hillary nicht“
Dieser Satz von Autorin Diana Johnstone sollte als das verstanden werden, was er ist. Eine Warnung. Hillary Clinton ist eine Handgranate in einem Munitionslager. Den Splint ziehen Eliten im Hintergrund, die permanent von der Freiheit der Märkte faseln, dann aber nur Finanzmärkte meinen, und mit Demokratie generell wenig anfangen können.
Im Mittleren Osten sind und waren ihre Feinde daher vor allem Staaten, die über einen gesunden Nationalismus zu einer eigenen Identität gefunden haben und bei denen vor allem Frauen massiv der Zugang zu Bildungseinrichtungen ermöglicht wurde. Libyen, Iran, Syrien.
Die Partner dieser US-Eliten im Kampf für mehr Demokratie sind vor allem erzkonservative Golfmonarchien, in denen Frauen noch nicht mal den Führerschein machen dürfen, die aber als Finanziere des ISIS-Terror agieren und dabei in den USA die Hardware kaufen.
Hillary Clinton ist auch deren Wunschkandidat, und die „deutschen“ Medien feiern sie schon heute – vor allem, weil sie eine Frau ist.
Frauen an der Spitze eines Staates sind längst nichts besonderes mehr. Pakistan und Indien kennen das längst, und auch in der BRD soll es eine Frau sein, die dieses Land immer so führt, dass die USA den Kotau nicht übersehen können.
Das Gespräch mit Diana Johnstone über Hillary Clinton wurde vor dem Ausscheiden Bernie Sanders aus dem Wahlkampf und vor dem Brexit aufgezeichnet.
+++
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Bob Dylan Performs at the White House: 9 of 11 [3:37] Text   Übersetzung (Songtexte)

Veröffentlicht am 16.09.2012
February 09, 2010 | 3:37
Bob Dylan performs his classic song "The Times they are a Changing" with his band at the White House Celebration of Music from the Civil Rights Movement.
"He came in and played 'The Times They Are A-Changin'. A beautiful rendition. The guy is so steeped in this stuff that he can just come up with some new arrangement, and the song sounds completely different. Finishes the song, steps off the stage – I'm sitting right in the front row – comes up, shakes my hand, sort of tips his head, gives me just a little grin, and then leaves. And that was it – then he left. That was our only interaction with him. And I thought: That's how you want Bob Dylan, right? You don't want him to be all cheesin' and grinnin' with you. You want him to be a little skeptical about the whole enterprise. So that was a real treat."  
»Er kam herein und spielte "The Times They Are A-Changin". Eine schöne Wiedergabe. Der Typ ist so in dieses Zeug vertieft, dass er sich einfach ein neues Arrangement einfallen lassen kann, und der Song klingt völlig anders. Beendet das Lied, tritt von der Bühne – ich sitze direkt in der ersten Reihe –, kommt hoch, schüttelt meine Hand, kippt seinen Kopf, gibt mir nur ein kleines Grinsen und geht dann. Und das war es – dann ging er. Das war unsere einzige Interaktion mit ihm. Und ich dachte: So willst du Bob Dylan, richtig? Du willst nicht, dass er nur mit dir rumlacht und grinst. Sie wollen, dass er dem ganzen Unternehmen gegenüber ein wenig skeptisch ist. Das war also ein wahrer Genuss.«
[Obama zitiert in: Flashback: Bob Dylan Plays for Obama at the White House, Rolling Stone, 10.09.2013 – Google-Übersetzer, vorletzter Absatz vor dem Baez-interview]

Unsichere Beschäftigungsverhältnisse nehmen weltweit zu

ILO-Bericht: Unsichere Beschäftigungsverhältnisse nehmen weltweit zu [1:53]

Veröffentlicht am 19.05.2015
tagesschau.de - die erste Adresse für Nachrichten und Information: An 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr aktualisiert bietet tagesschau.de die wichtigsten Nachrichten des Tages und zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video, sowie umfassende Berichte und Hintergründe zu aktuellen Themen.

mehr:
- ILO-Bericht zu Arbeitsbedingungen Prekäre Jobs als Standard (Tagesschau, 19.05.2015) Umfrage: Prekäre Beschäftigung und Unsicherheit in der jungen Generation nehmen zu (Bildungsspiegel, 05.07.2012)
siehe auch:
- Wer Kinder hat, zahlt im Rentensystem drauf – „Kinder sind ein Armutsrisiko“ (Handelsblatt, 17.01.2014?)
- Deutschland ganz unten Kinder - Armutsrisiko in Deutschland (Inge Kloepfer, FAZ, 03.01.2006)

Prekäre Arbeitsverhältnisse - Geschichten und Fakten [7:04]

Hochgeladen am 09.11.2011
Über 2 Millionen Erwerbstätige waren 2010 in Österreich in einem prekären Beschäftigungsverhältnis. Das sind 55 % aller Erwerbstätigen. Dieses Video zeigt die verschiedenen Formen prekärer Beschäftigungen und die damit verbundenen Probleme und liefert Zahlen und Fakten rund um eine Beschäftigungsform, die immer stärker um sich greift und trotz guter Ausbildung immer mehr Menschen in die Armut führt.

Überforderung im Job - Deutschland hat ein Stressproblem [1:46]

Veröffentlicht am 29.01.2013
Überstunden, keine Pausen, E-Mails ohne Ende: Deutschlands Arbeitnehmer sind gestresst. Im "Stressreport 2012" klagen 43 Prozent über Überbelastungen. Die Politik sieht die Arbeitgeber in der Pflicht.
Mehr Nachrichten bei http://www.N24.de
- Häppchen-Jobs für ein Taschengeld - Heer der "Crowdworker" wächst (heise online, 22.05.2015)