Montag, 28. August 2017

Wir wollen es gar nicht wissen: Demokratie, Globalisierung, Fracking und Meinungsmache

Wirtschaftspolitik mit französischem Akzent: Präsident Emmanuel Macron versucht, die EU auf einen stärker protektionistischen Kurs zu bringen. Ein Projekt mit hohem Risiko.
Es ist erst wenige Monate her, da galt Emmanuel Macron als eine Art Lichtgestalt. Als einer, der die Düsternis erhellen könnte, die Leute wie Donald Trump, Marine Le Pen und die Brexit-Betreiber über die Welt gelegt hatten. Dass ein bekennender Globalisierungsfreund zum französischen Staatspräsidenten gewählt wurde, schien zu belegen, dass die Welle des Nationalpopulismus abebbt.

Inzwischen hat das Bild Kratzer bekommen. Vorige Woche versuchte Macron bei einem Treffen in Salzburg mitteleuropäische Regierungschefs davon zu überzeugen, dass der Handel mit Dienstleistungen innerhalb der EU neue Regeln gegen Billigkonkurrenz aus anderen Mitgliedstaaten brauche. An diesem Montag nun will er in Versailles seine Kollegen aus Deutschland, Italien und Spanien auf sein Projekt einschwören, die Hürden für ausländische Investoren in der EU zu erhöhen.

Zugegeben, Macrons Vorstöße sind nicht sonderlich überraschend. Bereits im Mai hat er eine "Protektionsagenda" verkündet, die darauf abzielt, die Auswirkungen der Globalisierung zu bremsen. Beim EU-Gipfel im Juni, dem ersten, an dem er teilnahm, stritt er für einen Passus im Abschluss-Communiqué, in dem es heißt, die EU brauche eine "robuste Handelspolitik" und solle künftig "Investitionen aus Drittstaaten in strategischen Sektoren einer Prüfung" unterziehen. Er sei "für freien Handel", aber "nicht für Naivität", ließ er hinterher in einer Pressekonferenz wissen.

Viele EU-Bürger lehnen Globalisierung ab


Das mag wie politischer Kleinkram erscheinen – symbolische Vorstöße, inszeniert vor allem fürs heimische Publikum, die letztlich wenig ändern. Aber Macons neuer französischer Akzent in der Wirtschaftspolitik zeigt auch: Die Globalisierung der Wirtschaft ist nach wie vor unter Druck. Herbe Rückschläge sind möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich. Gerade für Deutschland und für die Eurozone insgesamt wären das problematische Entwicklungen.

Besonders populär war die Öffnung der Wirtschaft in Europa nie. Nur 46 Prozent der EU-Bürger haben ein insgesamt positives Bild von der Globalisierung, wie Eurobarometer-Umfragen zeigen. Gerade in Frankreich ist die Ablehnung groß. Viele Europäer glauben zwar, dass freier Handel das Wachstum befördert, so eine Studie des Brüsseler Thinktanks Bruegel. Aber ob sie selbst davon profitieren können, bezweifeln viele nach Jahren der Stagnation.

Entsprechend hoch ist nun der politische Druck, irgendetwas zu tun, das zumindest so aussieht, als bemühe man sich um Schutz vor internationalem Wettbewerb.

Der globalisierungsskeptische Grundton trifft auf eine fragile ökonomische Konstellation. Schon seit einigen Jahren lahmt der weltweite Austausch von Waren und Dienstleistungen. Die Globalisierungsintensität, die zunehmende Verflechtung der Produktion, stagniert. Nach Berechnung der OECD hat sich das so gemessene Tempo der Globalisierung seit 2007 in etwa halbiert, verglichen mit den zwei Jahrzehnten davor.

mehr:
- EU-Wirtschaftspolitik: Globalisierung ist nicht zu stoppen (Henrik Müller, SPON, 27.08.2017)
siehe auch:
- Globalisierung: Protektionisten haben gar nicht so Unrecht (Rainer Hank, FAZ.net, 27.08.2017)
TTIP-Faktencheck: Fracking Europas riesiger Energiehunger (Markus C. Schulte von Drach, Süddeutsche Zeitung, 13.08.2017)
- Handelsabkommen – Zypries: Amerika hat TTIP noch nicht aufgegeben (29.05.2017)
- Freihandel und Wirtschaftswachstum statt Demokratie und Ökologie (Telepolis, Datum unbekannt)
- Wie die Fracking-Industrie entstand (Malte Daniljuk, Telepolis, 31.03.2016)
- USA: Öl- und Gasförderung lösen immer mehr Erdbeben aus (SPON, 29.03.2016)
- Nach dem Fracking-Schock: Die Strategie der USA (Malte Daniljuk, Telepolis, 27.03.2016)
- "Die Politik hat die verfassungsrechtliche Anstößigkeit von CETA und TTIP bisher ausgeblendet" (Prof. Axel Flessner im Gespräch mit Rolf-Henning Hintze, Telepolis, 09.04.2015)
- TIPP: Ab 2018 wird Deutschland zum „Fracking-Paradies“ (EpochTimes, 26.02.2015)
- Mit TTIP gegen den Rest der Welt (Gabriela Simon, Telepolis, 02.02.2015)
meine TTIP-Posts

Finanzterroristen {4:25}

Resolution678
Veröffentlicht am 21.05.2010
"Pelzig, willst Du andeuten, daß der Taliban-Terror vergleichbar ist mit der Finanzwirtschaft?"
"Nee, ich möcht' s net andeuten, ich möcht's direkt e mal behaupt'n ..."
"Aufgemerkt! Die EU hat vor ein paar Jahr'n genau definiert was Terrorismus ist ...1 - 2 - 3 ..."
Erwin Pelzig erklärt einen Terrorismus der besonderen Art: Finanzterror und seine Akteure.

Fracking - Ein Mitarbeiter sagt die Wahrheit {2:34}

Stephan Balga
Veröffentlicht am 27.02.2013
BITTE LESEN:
Ein Sicherheitsbeauftragter des Bohrlochs denkt die Kamera sei aus. Er erzählt,
dass das kontaminierte Wasser mit der Zeit zusammen mit dem Gas in 25 bis 50 Jahren nach oben steigt.
Diese wohl schlimmste Wahrheit übers Fracking wird natürlich sonst verschwiegen.
Was wohl unsere Kinder und Enkel dazu sagen werden wenn wir das jetzt zulassen?!
Und wissen die befürwortenden Parteien überhaupt davon?
Gas jetzt, später Umwelt kaputt!
Sorry für die schlechte Qualität, ich habe es mit einer Demoversion von Fraps mitgeschnitten in 30 sec. Schritten.
Aber es kommt ja auf das Gesagte an.
Der ganze erschreckende Beitrag ist hier auf youtube zu finden:
http://www.youtube.com/watch?v=62F06U...
Gas-Fieber Doku über die verheerenden Auswirkungen von Fracking, und der Widerstand dagegen

Die Folgen des Fracking in den USA - Bericht im MoMa {6:11}

Geldweltforyou
Veröffentlicht am 18.07.2014
Hier ein Bericht vom 16.07.2014 im Moma! Hier sollte wohl jedem klar sein, dass die Gesundheit vor Arbeitsplätzen und Profit geht! Wenn wir jetzt nicht dagegen angehen ist es vorbei! Jetzt haben wir noch die Chance diesen Wahnsinn abzuwenden!

Unter anderem könnt ihr bei gemeinnützigen Organisationen Petitionen unterschreiben um gegen das fragwürdige Fördern von Gas zu protestieren!

[Mittagsmagazin] Führt Fracking zu Erdbeben in den USA? {3:15}

Veröffentlicht am 17.10.2014
"Fracking" ist ein umstrittenes Verfahren zur Erdgasgewinnung. Gestein im Erdinnern wird gesprengt und Gas entweicht. In der Nähe solcher Förderanlagen kommt es vermehrt zu Erdbeben. Ein Zufall?

Fracking! Gefahr für USA und Deutschland (Gasland-Doku) {1:42:35}

Veröffentlicht am 05.09.2014
Beim Fracking werden mehr als 200 verschiedene Chemikalien und Biozide eingesetzt, darunter auch BTEX-Chemikalien (Benzole, Toluol, Ethyle, Xoluol), die schwere Leber- und Nierenschäden verursachen.
Lagerstättenwasser kommt im Untergrund natürlicherweise vor und gelangt mit dem Frackwasser nach oben. Es kann radioaktive Stoffe, giftige Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle enthalten.

Völlig ungeklärt ist auch die Entsorgung von Abfällen und Abwässern. Große Mengen an Brauch-, Abwasser und Bohrschlamm, die mit radioaktiven Isotopen, Schwermetallen und Salzen belastet sind, müssen über teils weite Strecken transportiert und entsorgt werden.

Zur potentiellen Verseuchung des Grund- und Trinkwassers durch Fracking kommen noch der hohe Wasser- und Flächenverbrauch, die Gefahr von Erdbeben und Bergsenkungen sowie die Verkehrs- und Lärmbelastungen.

Trotz der Gefahren für Mensch und Umwelt sieht das Bundesberggesetz weder für Erkundungs- und Probe-, noch für die Gewinnungsbohrungen eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung vor.

Why is Oklahoma experiencing a spike in earthquakes? {10:32}

Veröffentlicht am 30.01.2016
Over the past six years, earthquakes in Oklahoma have skyrocketed – from less than a handful of 3.0 earthquakes before 2009 to well over 900 last year. The likely culprit: salty wastewater that bubbles up during oil and gas drilling. The rash of quakes has led to tough questions for the energy industry that provides one in five jobs in the state and comprises nearly a third of Oklahoma’s economy.

UPDATED: Oklahoma earthquake animation (Jan 2005 - Apr 2014) {1:49}

MrCrapmatic
Veröffentlicht am 19.04.2014
UPDATED April 19 2014. The recent increase in Oklahoma quakes is shown in this time lapse visualization generated directly from USGS data. The size of the dots are proportional to the magnitude. Check for updates on this channel!

mein Kommentar:
Nachdem wir gelernt haben, daß Kritik an Israel »antisemitisch«, Kritik an den USA »antiamerikanisch« und Bedenken gegenüber hohen Flüchtlingszahlen »ausländerfeindlich« ist, erfahren wir nun, daß Skepsis gegenüber der Globalisierung »protektionistisch« oder »nationalistisch« ist. 
Vorschlag für Fracking-Skepsis: »fortschrittsfeindlich«?
Meinungsmache und Schubladen…

Erwin Pelzig Das Netz der Macht {5:15}

Weißer Wolf
Veröffentlicht am 12.12.2009
Hier beschreibt Erwin Pelzig exzellent die Verbindungen der Firmen Untereinander.
Er gibt auch am Schluss einen kleinen Denkanstoß welche Folgen dies hat.

Erwin Pelzig - Goldman Sachs, TK, Atlantik Brücke, CFR & Club of Thirty {8:13}

peacefulwarrior2012
Veröffentlicht am 17.11.2012
Erwin Pelzig über die verbindungen zwischen Goldman Sachs, Politik und verschiedenen einflussreichen Organisationen wie der Trilateralen Kommision, der Atlantik Brücke, des Council on Foreign Relations und der Group of Thirty.
Mehr informationen über die verbindungen zwischen Goldman Sachs und der Politik in der Doku Goldman Sachs - Eine Bank lenkt die Welt:
http://www.youtube.com/watch?v=IT_wRP...

Das Netzwerk der korrupten deutschen Journalisten Die Anstalt April 2014 {6:50}

Politik Mediathek
Veröffentlicht am 29.04.2014
Politik ist nur der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Die Menschen werfen sich im Politischen wie auf dem Krankenlager von einer Seite zur andern, in der Meinung besser zu liegen.
Wenn die gesamte politische Handlungsbefugnis in der Hand des Volkes liegt, so ist gerade die Gleichheit eine Ungleichheit, da sie keine Abstufungen nach dem wahren Wert der einzelnen Persönlichkeit zuläßt.
Politik ist die Kunst, von den Reichen das Geld und von den Armen die Stimmen zu erhalten, beides unter dem Vorwand, die einen vor den anderen schützen zu wollen.
In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.

Erwin Pelzig - Bevölkerungsverdrossenheit bei den Politikern - Neues aus der Anstalt 9.06.2010 {8:04}

Sigi Klar
Veröffentlicht am 01.10.2016

Freitag, 25. August 2017

Carla del Pontes Rückzug

Die Sonderermittlerin für Syrien, Carla Del Ponte, hat ihren Rücktritt aus der UN-Untersuchungskommission mit scharfer Kritik verbunden. Ohne Frage ist das System der Vereinten Nationen reformbedürftig. Doch ohne die UN-Berichte würden Kriegsverbrechen wohl nie aufgeklärt werden

Carla Del Pontes Rücktritt als Mitglied der Untersuchungskommission der Vereinten Nationen für Syrien wird kontrovers diskutiert. Während einer Podiumsdiskussion am Rande des Filmfestivals in Locarno hatte Del Ponte Anfang August ihren Rücktritt bekannt gegeben und auch gleich mit den Vereinten Nationen abgerechnet. Die Kommission sei nutzlos und lächerlich. Nach fünf Jahren als Sonderermittlerin habe sie resigniert.

Das Medienecho fiel unterschiedlich aus. Einerseits wurde Del Pontes persönlicher Frustration mit Verständnis begegnet. Allerdings zeuge die Begründung für ihren Rücktritt von einer erstaunlichen Naivität und Unkenntnis, hieß es. Es sei falsch, der Untersuchungskommission Tatenlosigkeit vorzuwerfen, bloß weil der blockierte UN-Sicherheitsrat kein Sondertribunal für die Kriegsverbrechen in Syrien einrichte. Vielmehr habe die Kommission in den vergangenen Jahren trotz widriger Rahmenbedingungen Informationen gesammelt, die für die Aufarbeitung des Krieges von großer Bedeutung seien.

Andererseits wurde Del Pontes Kritik an den Vereinten Nationen geteilt. Die Berichte der Untersuchungskommission seien sinnlos, solange es kein Sondertribunal gebe, also einen vom Sicherheitsrat legitimierten Gerichtshof für die Kriegsverbrechen in Syrien. Del Pontes Rückzug führe vor Augen, wie sehr die UN in Syrien versagt hätten.

mehr:
- UN-Untersuchungskommission zu Syrien - Zwischen Anspruch und Realität (Lars Hauch, Cicero, 14.08.2017)

Wo mir der Name Carla Del Ponte untergekommen ist:
Die noch während des Krieges von Jugoslawien beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingereichte Klage gegen zehn Nato-Staaten, darunter Deutschland, wurde ohne Entscheidung in der Sache abgewiesen […] Die „New York Times“ vom 30.12.1999 zitierte Chefanklägerin Carla Del Ponte: Das Tribunal habe wichtigere Aufgaben als Ermittlungen gegen westliche Führungen, die die besten Stützen des Gerichtshofes seien. Zur Bombardierung des Senders RTS hieß es lapidar: „Von der Annahme ausgehend, dass es ein legitimiertes Ziel war, waren die zivilen Opfer unglücklicherweise hoch, aber sie scheinen nicht eindeutig unverhältnismäßig.“ 
[Frieden muss gestiftet werden. Exempel Kosovokrieg oder: das Völkerrecht als Gegner, erschienen in Blätter für deutsche und internationale Politik 11/2014, zu finden auf der Homepage von Daniela Dahn]

Carla Del Ponte – die Frau, die lachend Mörder jagt (Sternstunde Philosophie, 8.2.2015) {57:38}

Veröffentlicht am 09.02.2015
Mehr zum Thema: http://www.srf.ch/kultur/gesellschaft...
Homepage Sternstunde Philosophie: http://www.srf.ch/sendungen/sternstun...
Mehr Kultur: http://www.srf.ch/kultur
Syrien statt Golfplatz: Eigentlich wollte Carla Del Ponte den Ruhestand entspannt angehen. Doch die Lage in Syrien sei schlimmer als das, was sie als UNO-Chefanklägerin in Ruanda und in Ex-Jugoslawien sah, sagt die Frau, die das Böse von Nahem kennt. Mit Carla Del Ponte spricht Stephan Klapproth.

Carla Del Ponte | Kriegsverbrechen, Strafe und Staatsräson (NZZ Standpunkte 2011) {49:27}

Veröffentlicht am 06.10.2015
Nie wieder sollen Kriegsverbrechen und Völkermord ohne Strafe bleiben, auch für die Mächtigen nicht. Dies ist das Ziel der internationalen Strafgerichtsbarkeit. Die Tessinerin Carla Del Ponte war jahrelang Chefanklägerin der Uno-Kriegsverbrechertribunale für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda. 
Mit ihr unterhalten sich NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann und Marco Färber über das Spannungsfeld zwischen Gerechtigkeit und Staatsräson, über den Prozess gegen Slobodan Milosevic und das immer noch andauernde Versteckspiel von Ratko Mladic - und über die jüngsten Organhandel-Vorwürfe gegen hohe Kosovo-Politiker.
Abonniere NZZ Standpunkte: https://goo.gl/QcwGjL
Sendung vom 14. August 2011
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The realities of the Syrian conflict: Carla del Ponte - italk {9:22}

Veröffentlicht am 10.06.2013
Death, brutality and suffering: the cruel realities of the Syrian conflict. A people scarred and a...
euronews, the most watched news channel in Europe
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Euronews is available in 13 other languages: http://eurone.ws/17moBCU
http://www.euronews.com/2013/06/07/th...
Death, brutality and suffering: the cruel realities of the Syrian conflict. A people scarred and a country ravaged, where rebels and government forces battle for supremacy while the outside world struggles, so far unsuccessfully, for solutions.
What's more, increasing international tension over the conflict has also raised the spectre of a proxy war. To discuss the situation, euronews' Isabelle Kumar spoke to Carla del Ponte, a member of the UN Independent Commission of Inquiry on Syria.
Isabelle Kumar, euronews:
Carla del Ponte, many thanks for joining us on Italk. As I mentioned you are part of this investigating commission on Syria, which reported new levels of brutality. Now, you're certainly not new to this game, what stood out for you?
Carla del Ponte:
Good afternoon, we have issued the fifth report and we can see that the crimes, war crimes and crimes against humanity, are growing. There is much more commission of crimes, much more brutality and as it was in the other reports, we have crimes from both sides.
Isabelle Kumar, euronews:
What crimes are we talking about? What really stood out for you in terms of the crimes committed?
Carla del Ponte:
All sorts of violent crimes from killing, torture, sexual violence, executions, deportations. If you look at a list of the possible war crimes and crimes against humanity you have all of them included in what's happening now in Syria. And at the end we have all the elements of chemical weapons.
Isabelle Kumar, euronews:
We are going to now go to our first question that is about chemical weapons.
Anna (Poland):
Hi, my name is Anna, I am from Poland, and I want to ask a question. Is there any proof of chemical weapons in Syria, and how would this influence the situation?
Isabelle Kumar, euronews:
So there is certainly very strong evidence but you're lacking the incontrovertible proof aren't you, if you're not allowed to go into the country?
Carla del Ponte:
Exactly, in the report you can read that we identify four locations where chemical weapons were used but the investigation is ongoing. The Secretary General appointed a special mechanism to investigate and we need experts on this issue. I think the best thing now, if the Commission can establish that chemical weapons were used from both parties, we must wait until the investigation is done, properly done and finished.
Isabelle Kumar, euronews:
Do you think the UN will be allowed to get into the country to get this proof that is required?
Carla del Ponte:
I think so and I hope that all the members of the Commission will be allowed to enter Syria. We are hindered in our work in our activities while we have no access to Syria, so not only the special investigators on chemical weapons but we should be able to enter Syria as soon as possible.
Isabelle Kumar, euronews:
Do you have any idea of a time frame as to when you might possibly be able to enter?
Carla del Ponte:
No, absolutely not, unfortunately not. But we are still asking the UN, the Russian and all other states that can help us have access to Syria. I hope that when the negotiations in Geneva start it will also be an issue to discuss that the Commission will be able to enter Syria, yes it is extremely important.
Isabelle Kumar, euronews:
Back in May you caused some controversy with your statements when you said there was evidence that the rebels had been using chemical weapons, do you regret having said that?
Carla del Ponte:
No absolutely not and I confirm that, but of course there is not conclusive evidence. There are first elements of an investigation and so let's see what will happen during the investigation but we have some elements, of course, otherwise I would not speak about it.
Isabelle Kumar, euronews:
But the evidence seems to show that the chemical weapons are used more by the regime than by the rebels.
Carla del Ponte:
I don't know. Now it is time to wait and to have the final results of the investigation.
Isabelle Kumar, euronews:
We are going to go now to our next question which we have received by social media and that is from Mahmoud who's a Syrian national, and he asks:
"Why does the west say a lot and do little? When will the war end?".
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Carla del Ponte contre une intervention militaire en Syrie (vidéo), {2:21}

Veröffentlicht am 09.09.2013
Une chaîne de la diaspora Africaine, particulièrement celle de la RDC pays de Kimpa VITA, de Lumumba et de Kimbangu Ingetat !

Carla del Ponte: Plus de 50% des "rebelles" syriens sont djihadistes. 16/09/2013 {10:04}

Veröffentlicht am 17.09.2013
Entretien exclusif avec Carla del Ponte. 16/09/2013
Carla Del Ponte, membre de la Commission d'enquête de l'ONU sur les violations des droits de l'Homme en Syrie, a assuré lundi sur la RTS que "plus de 50% des rebelles" syriens sont des djihadistes.
"Je n'ai jamais vu de telles horreurs", a déclaré Carla Del Ponte lundi dans une interview à la RTS en évoquant des sévices d'une ampleur inégalées contre les femmes et les enfants en Syrie.
Affirmant que des atrocités sont commises dans les deux camps, la Tessinoise, qui est membre de la Commission d'enquête de l'ONU sur les violations des droits de l'Homme, estime que la proportion de djihadistes parmi les rebelles est maintenant "encore plus" grande que 50%.
Carla Del Ponte confirme aussi avoir reçu une invitation de la part de Damas "à titre personnel". Elle a cependant refusé de s'y rendre seule, d'entente avec les autres membres de la commission.
http://www.rts.ch/info/monde/5215779-...

BBC News Carla Del Ponte 'stupefied by Syrian opposition sarin use' {1:07}

Veröffentlicht am 23.08.2013
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Ein Affen-Selfie kann teuer kommen

Der Fotograf hinter dem berühmten Affen-Selfie bereut das Bild inzwischen und ist offenbar pleite, weil ihn die Tierschutzorganisation Peta verklagt. Der Streit geht längst über den Tierschutz hinaus.

Manchmal sieht das Verhängnisvolle dem großen Glück zum Verwechseln ähnlich. Und so hielt David Slater das freundliche Affengrinsen, mit dem diese irre Geschichte begann, erst einmal für seinen größten Erfolg.

Jenes Grinsen breitete ein indonesischer Affe über sein haariges Gesicht aus, direkt vor der Kamera des Tierfotografen, dann legte er einen Finger auf den Auslöser, klick, klick, klick, so entstanden die spektakulären Bilder, die später um den Globus gingen. Und David Slater offenbar in den Ruin stürzten.

mehr:
- Rechtsstreit um Affen-Selfie "Ich wünschte, ich hätte die verdammten Fotos nie gemacht" (Laura Hertreiter, Süddeutsche Zeitung, 01.08.2017)

Nach der Finanzkrise ist vor der Finanzkrise

Die Zentralbanken sitzen in der Falle - Ein Kommentar
In diesen Tagen trifft sich die internationale Finanzelite in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming zur alljährlichen geldpolitischen Konferenz der Federal Reserve Bank of Kansas. Unter dem Motto "Die Förderung einer dynamischen Weltwirtschaft" diskutieren führende Vertreter der internationalen Zentralbanken mit Ökonomen und Topmanagern aus aller Welt die aktuellen Probleme im Finanzsektor.

Anders als das Motto vermuten lässt, findet das Treffen vor dem Hintergrund einer sich immer mühsamer dahinschleppenden Weltwirtschaft statt, die trotz zehnjähriger intensiver Bemühungen nicht mehr in Gang kommt. Der Grund: Die globale Realwirtschaft wird von einem Finanzsektor ausgesaugt, dessen Manipulation inzwischen ein historisch nie dagewesenes Ausmaß angenommen hat und der mittlerweile vor allem von den Zentralbanken beherrscht wird.

mehr:
- Jackson Hole (Ernst Wolff, Telepolis, 24.08.2017)

Domian - Banker packt aus {11:24}

Veröffentlicht am 23.04.2015
Domian Sendung vom 23.04.2015
Themenabend: Ich kann nicht mehr in den Spiegel schauen

Markus - Ich will Spass (ZDF Hitparade 05.07.1982) {2:40}

Veröffentlicht am 25.06.2015
Music video by Markus performing Ich will Spass (ZDF Hitparade 05.07.1982). (C) 2014 Sony Music Entertainment Germany GmbH
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Fake News? Machen nur die Anderen!

In der Comicverfilmung "Ant-Man" fragt einer derjenigen, die einbrechen, um einem Schurken einen Anzug zu stehlen, der ihn mikroskopisch klein werden lassen kann: "Sind wir die Guten?" Und natürlich lautet die Antwort: "Wir sind die Guten." Auf der einen Seite die wohlmeinenden Einbrecher, auf der anderen eben die Bösen mit der Gier nach Geld und Macht.

Eine ähnlich einfache Sicht findet sich während der Debatte um das Aufregerdreamteam "Hate Speech" und "Fake News" wieder: Auf der einen Seite stehen die Schmuddelkinder, allen voran Facebook, begleitet von Twitter und YouTube, eingerahmt von privaten Blogs und ggf. Foren sowie diversen ausländischen Sendern, auf der anderen Seite die Wahrheitsritter in glänzender Rüstung, die großen Medien(häuser) und die öffentlich-rechtlichen Medien. Deren Schimmer wird höchstens noch von dem der Politik überstrahlt, die dementsprechend auch Bedarf für Desinformationsabwehrzentren bei sich sieht. Die eigene Rolle und die doch recht kreative Verwendung mancher "Information" wird dabei geflissentlich ignoriert.

Wie stark die Ansicht vorherrscht, es gäbe bei den "Leitmedien"1 keinerlei Bedarf für eine ähnlich kritische Sicht auf die Berichterstattung wie bei anderen, zeigte sich bereits, als sich Correctiv.tv bei Facebook als Faktenfinder andiente. Auf die Frage, ob sich denn Correctiv.tv auch mit "etablierten Medien" befassen würde, trat man wie ein Schüler auf, der sich ein Fleißkärtchen verdienen will und vom Blatt abliest:

»Gute Frage. Ich glaube, das muss man sehen, wenn es soweit ist. Grundsätzlich kann alles geprüft werden. Gerade bei den klassischen Pressemedien haben wir aber schon eine ziemlich gut wirkende Selbstkontrolle. Da gibt es den Presserat, in den einzelnen Häusern gibt es Ombudsmänner, Leser-Beiräte und sonstige Sachen. Jeder macht mal einen Fehler. Da würde ich grundsätzlich darauf vertrauen, dass diese erprobten Instrumente der Selbstkontrolle funktionieren. Deswegen kann man sich die Arbeit an dieser Stelle wohl sparen. Wenn da einer großen Mist baut, landet das in der Regel beim Presserat.«

Die Aussage wirkte im Zuge der seit Jahren schwelenden Diskussionen rund um die Frage, inwiefern Presse und Politik teilweise stark symbiotisch verbandelt sind (und wie sich dies auf die Berichterstattung auswirkt), also bei der Diskussion rund um die Berichterstattung beim Thema Ukraine, Migrationskrise usw., naiv. Anders als beispielsweise der Journalist und Buchautor Stephan Hebel, der im Interview mit Markus Klöckner auch die Defizite der öffentlich-rechtlichen und der sogenannten Leitmedien thematisierte, gehört Correctiv.tv zu denjenigen, die Hate Speech und Fake News vorrangig bei Facebook und Co. verorten und die "klassischen Pressemedien" als die mit den weißen Hüten ansehen, die den journalistischen Codex und eine möglichst faktenbasierte Berichterstattung gegen die Schwarzhüte der Generation Facebook verteidigen.

mehr:
- Die Öffentlich-Rechtlichen, die Leitmedien - und die SPD (Alexander und Bettina Hammer, Telepolis, 24.08.2017)
siehe auch:
- Medien: intellektuelle Korrumpierbarkeit in Konfliktzeiten (Post, 06.02.2016)
- Unsere Qualitätsmedien: Das sind keine Irrtümer; das sind Lügen, Propaganda und Zensur! (Post, 09.12.2014)

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Seit 2014 hat Bräutigam gemeinsam mit Friedhelm Klinkhammer, dem ehemaligen Vorsitzenden des ver.di-Betriebsverbandes NDR, über hundert Programmbeschwerden beim NDR eingereicht. Ihrer Meinung nach sei die Berichterstattung „agitatorisch, propagandistisch und desinformativ“.[9] Die Programmbeschwerden werden auf den deutschsprachigen Internetseiten von RT, dem früheren Russia Today,[10] in einem Online-Flyer der Internetzeitung NRhZ-Online[11] sowie Internetforen und Blogs und im Frühjahr 2017 als Buch „DIE MACHT UM ACHT“ – Der Faktor Tagesschau im Papy Rossa Verlag, Köln, veröffentlicht. 
[Volker Bräutigam (Publizist), Rundfunkbeschwerden, Wikipedia, abgerufen am 25.08.2017]
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Wag The Dog / Trailer german {1:42}

Veröffentlicht am 16.11.2009
Wag The Dog / Trailer german

Schtonk! - 1992 - Trailer - Regie: Helmut Dietl {3:32}

Veröffentlicht am 09.10.2014

Pseudowissenschaft und Selbstbestimmung

Experten fordern, die Berufsbezeichnung Heilpraktiker entweder abzuschaffen oder umzudefinieren

Im letzten Jahrhundert gingen manche Milieus in Deutschland den Weg vom wundergläubigen Katholizismus direkt in die Esoterik, ohne Umweg über die Aufklärung - vor allem im Gesundheitswesen, wo Menschen immer wieder vor der Situation stehen, dass es Krankheiten gibt, gegen die man bislang nichts ausrichten kann (vgl. Ist Religion ein Instinkt?).

Das führte dazu, dass sich eine "Parallelmedizin" etablierte, die "Komplementäre und Alternative Medizin (KAM)". Wer mit ihr Geld verdienen will, der muss nicht erfolgreich Medizin studieren, sondern bislang lediglich in einer vergleichbar unaufwendigen Prüfung glaubhaft machen, dass er die Gesundheit der Menschen, die ihn bezahlen, nicht gefährdet. Danach darf er dann das Prädikat "staatlich anerkannter" Heilpraktiker führen, aus dem der irreführende Eindruck entstehen kann, hier würde es sich um Personen handeln, deren Heilfähigkeiten mit wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen wurden.

mehr:
- "Clash zwischen gefährlicher Pseudowissenschaft und Selbstbestimmung" (Peter Mühlbauer, Telepolis, 23.08.2017)

siehe auch:
- Alternative Medizin in der Kritik – Heilpraktiker: Ein unzulässiger Beruf? (Kim Björn Becker im Interview mit Bettina Schöne-Seifert, Süddeutsche Zeitung, 24.08.2017)
- ‘Caution, this treatment is a placebo. It might work, but it might not’: why emerging mechanistic evidence for placebo effects does not legitimise complementary and alternative medicines in sport ( Chris Beedie, Greg Whyte, Andrew M Lane, Emma Cohen, John Raglin, Phil Hurst, Damian Coleman, Abby Foad, British Journal of Sports Medicine, 19.07.2017)
- The weird power of the placebo effect, explained (Brian Resnick, Vox, 07.07.2017)
- A radical new hypothesis in medicine: give patients drugs they know don’t work (Brian Resnick, Vox, 02.06.2017)
- Putting placebos to the test (Liza Gross, PLOS, 21.02.2017)
- A blinded randomised placebo-controlled trial investigating the efficacy of morphine analgesia for procedural pain in infants ( Karel Allegaert, KU Leuven, Belgium; Ricardo Carbajal, Paris-Descartes University, France; Dick Tibboel, Erasmus MC-Sophia Children's Hospital, Netherlands , WellcomeOpenResearch, 26.01.2017)
- More Than Just a Sugar Pill: Why the placebo effect is real (Benika Pinch, Science in the News, Harvard University, 14.09.2016)
- IV Paracetamol vs IV Morphine vs Placebo in Sciatalgia (Cenker Eken, Akdeniz University, ClinicalTrials.gov, Juli 2015)
- A Brief History of the Placebo (YouAreThePlacebo, 2014?)
- The Power of the Placebo (Society for Neuroscience, Brain Facts, 31.05.2012)
- The Power of Nothing (Michael Specter, The New Yorker, 12.12.2011)
- The Power of Mind and the Promise of Placebo (World Research Foundation, August 2009)
- Placebo's effect on Pain may equal a dose of Morphine (Boyce Rensberger, Washington Post, 19.01.1987)
- Analgesic responses to morphine and placebo in individuals with postoperative pain. (Levine JD, Gordon NC, Smith R, Fields HL., National Center for Biotechnology Information, Abstract, Juni 1981)

Donnerstag, 24. August 2017

Kommunismus ohne Hammer und Sichel

Philosophie Alain Badiou präzisiert im Gespräch mit Peter Engelmann den neuen Kommunismus

Bis vor kurzem sah es so aus, als sei der Kommunismus auf dem Abfallhaufen der Geschichte gelandet. Die Zeit des Historisierens schien gekommen zu sein. Der sogenannte real existierende Sozialismus hat der guten Idee keinen Gefallen getan. Ist damit aber auch schon die Idee an sich erledigt? Einer, der dies vehement bestreitet, ist der französische Philosoph Alain Badiou, ein ehemaliger Maoist (nicht alle sind Renegaten geworden). Badiou versucht zu begründen, weshalb an der Hypothese des Kommunismus festgehalten werden soll. Dies schließt für ihn eine umfassende Kritik der bislang gescheiterten Versuche ein, das kommunistische Programm von Karl Marx zu verwirklichen.

Viele der auf Deutsch übersetzten Werke von Alain Badiou sind im Wiener Passagen-Verlag des einstigen DDR-Dissidenten Peter Engelmann erschienen. Engelmann hat schmerzliche Erfahrungen mit dem Staatssozialismus gemacht. Der Dissens liegt offen. Nun ist ein Band mit Gesprächen der beiden erschienen. Engelmann betont, es gehe um Unterschiede in der Analyse totalitärer Strukturen. Das hält sie aber nicht davon ab, grundlegende gesellschaftliche Alternativen zum globalisierten Kapitalismus zu erörtern, Engelmann hält sich dabei mit eigenen Urteilen spürbar zurück.

Badiou plädiert für einen „neuen“ Kommunismus, weil der alte viel zu sehr in traditionellen Denk- und Handlungsstrukturen verhaftet war – sowohl im Blick auf die Arbeitsteilung wie auch hinsichtlich der Orientierung am Nationalstaat. Von Marx‘ Vier-Punkte-Programm hätten die realsozialistischen Staaten lediglich den ersten ansatzweise verwirklicht: die Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln. Die Übrigen – Überwindung der bisherigen Formen der Arbeitsteilung, Internationalismus sowie Abschaffung der Nationalstaaten – seien unerledigt geblieben. Den Kommunismus begreift Badiou als notwendig, weil das kapitalistische System die grundlegenden Probleme unserer Zeit nicht mehr zu lösen in der Lage sei.

Große Teile selbst der Linken wollten diese Schwäche nicht wahrhaben und akzeptierten den demokratischen Kapitalismus des Westens sozusagen als kleineres Übel gegenüber diktatorischen und faschistischen Regimen. Den relativen politischen Frieden, der auf einigen Wohlstandsinseln genossen werden kann, hält Badiou für faul, weil er mit der Ausbeutung der übrigen Welt erkauft wird.

mehr:
- Ohne Hammer, ohne Sichel (Kurt Seifert, der Freitag 32/2017)

Passagen Gespräche: Peter Engelmann im Gespräch mit dem französischen Philosophen Alain Badiou {1:41:31}

Veröffentlicht am 16.01.2017
Gessnerallee 8| 8001 Zürich
Im ersten Zürcher Passagen Gespräch diskutieren Passagen Verleger Peter Engelmann und Alain Badiou über Kapitalismus, Demokratie, Terror, Migration und den Weg zu einer gerechteren Gesellschaft.

Kapitalistische Demokratien westlicher Prägung sind aktuell sowohl durch geopolitische Konflikte und radikale Bewegungen von außen bedroht, als auch durch anhaltende ökonomische und politische Krisen von innen gefährdet. Die Suche nach alternativen Gesellschaftsentwürfen gewinnt damit zunehmend an Brisanz. Mit seinem Plädoyer für eine kommunistische Gesellschaftsform bezieht der Pariser Philosoph Alain Badiou eine radikal kritische Position in dieser Debatte, was ihm den Titel «gefährlichster Philosoph Mitteleuropas» einbrachte. Aber was bedeutet seine kommunistische Hypothese eigentlich? Welches Gesellschaftsmodell schwebt ihm vor? Welche Rolle spielt seine Theorie der Subjektivität?

In Französisch mit deutscher Konsekutivübersetzung von Isolde Schmitt.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Gessnerallee Zürich und des Passagen Verlages.

Alain Badiou: Raus aus der Komfortzone! (Sternstunde Philosophie vom 18.12.16) {58:01}

Veröffentlicht am 19.12.2016
Alain Badiou füllt mit seinen knapp 80 Jahren nach wie vor Säle. Der überzeugte Kommunist ist nicht nur ein leidenschaftlicher Provokateur, sondern auch ein brillanter Philosoph. Sein Appell: Wagt das Verrückte! Barbara Bleisch fragt den französischen Denker, warum ihm die Komfortzone zuwider ist.
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Alain Badiou analyse la désorientation de la jeunesse d'aujourd'hui {1:10:50}

Veröffentlicht am 22.11.2016
Entretien à Télérama, le 26 septembre 2016.
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Mittwoch, 23. August 2017

Feindbild Putin: Russland übt den Krieg drei Mal so oft wie die Nato

Nach Recherchen von FAZ.NET hat Russland seit 2015 deutlich mehr Militärübungen abgehalten als die Nato und ihre Mitgliedsstaaten in Europa. Die Ergebnisse sind für den Westen alarmierend.


Die russische Seite trainiert deutlich häufiger. Großmanöver sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Russlands Übungen mit mehr als 1500 Soldaten übersteigen die des Westens um ein Vielfaches. Und die Dunkelziffer könnte noch höher liegen. Zudem führt Russland zahlreiche Kampfbereitschaftsinspektionen durch. Der Westen keine einzige.

Mitte September ist es wieder so weit. Russlands Streitkräfte blasen zum jährlichen Herbstmanöver. Und wieder einmal soll es alles in den Schatten stellen, was die westliche Welt daheim zu sehen bekommt. 100.000 Soldaten, vermuten westliche Experten, bereiten sich augenblicklich darauf vor, bei „Zapad“ (zu Deutsch: „Westen“) an der Nato-Ostflanke den Ernstfall zu üben, auch wenn von russischer Seite bislang nur von 13.000 Soldaten die Rede ist. Die Zahl ist kein Zufall. Würde Moskau nur einen Soldaten mehr angeben, so müsste der Kreml gemäß seiner Selbstverpflichtung als OSZE-Mitglied Beobachter zulassen.

mehr:
- Russland übt den Krieg drei Mal so oft wie die Nato (Lorenz Heimicker, FAZ, 23.08.2017)

siehe auch:
Angst als Propaganda-Instrument: Böse ist’s, wenn’s die anderen tun! (Post, 13.08.2017)
- Die US-Panzer kehren zurück (Post, 05.01.2017)
- Russland: Das sind die Bösen! (Post, 30.12.2016)
Deutsche Presse im Propaganda-Taumel (Post, 15.10.2016)
- West-Propaganda und Double-Binds (Post, 16.08.2016)
NATO rüstet in Osteuropa auf (Post, 02.05.2016)
- Angst sells: Die Neuorganisation der russischen Streitkräfte bereitet US-Militärs Sorgen (Post, 01.11.2015)
- USA – Das Geschäft mit der Angst: der neue »militärisch-industrielle Komplex« ist außer Kontrolle (Post, 14.09.2015)
Ein Meisterstück der Propaganda des militärisch-industriellen Komplexes: Die Raketenlücke (Post, 15.03.2015)
Warum wir Wladimir Putin besser verstehen müssen (Jörg Eichendorf, Michael Renz, N24, 16.02.2015)
   Tendenzöse Attributierung in deutschen Printmedien: Putin vs. Obama – eine linguistische Analyse (Mirjam Zwingli, Bachelor-Arbeit, Oktober 2012 – vor der Ukraine-Krise!!)

mein Kommentar:
Wozu verstehen, wenn das Feindbild so praktisch ist?
Cui bono?

Das Ende vom „Ende der Geschichte“

Oft heißt es, die Demokratie sei weltweit in Gefahr und der Rechtspopulismus auf dem Vormarsch. Dabei stehen die reifen Demokratien heute in vielerlei Hinsicht besser da als vor 50 Jahren. Und trotzdem haben sie ein zentrales Versprechen an ihre Bürger gebrochen

Die Nachrichten sind alarmierend. Seit etwa zehn Jahren erscheinen auf dem internationalen akademischen Markt Studien mit Titeln wie „Freedom in Retreat“, „The Democratic Rollback“, „Defective Democracies“, „Democracy in Crisis“, oder schlicht „Postdemokratie”. In deutschen Medien müssen Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdogan, Viktor Orban oder Jaroslaw Kaczynski herhalten, um die Rückkehr autoritären Regierens zu beglaubigen. Zudem zeige die Einparteiendiktatur der Volksrepublik China dem wachstumsschwachen Westen, dass gerade auch autoritäre Regime dem Kapitalismus zur besonderen Wachstumsblüte verhelfen können, heißt es.

Verstärkt wird diese düstere Diagnose durch gleichzeitige Wahlerfolge der Rechtspopulisten in Westeuropa, namentlich in Österreich, Frankreich, den Niederlanden. Und dann noch Donald Trump. Selbst aus dem wirtschaftlichen Establishment kommend, verkündet er großmäulig, das politische Establishment, die „main stream media“ und deren „surreal abgehobenen Diskurse“ aufmischen zu wollen. Wie lassen sich all diese synchronen Entwicklungen auf einen Begriff bringen? Ist die Demokratie in Gefahr, weltweit?

mehr:
- Demokratie – Das Ende vom „Ende der Geschichte“ (Wolfgang Merkel, Cicero, 22.08.2017)

Die Geburtswehen der Sozialen Marktwirtschaft

Heute wird uns die Soziale Marktwirtschaft als Auslaufmodell dargestellt, um die sich zahlreiche Mythen ranken. Dabei wird gerne unterschlagen, dass die Soziale Marktwirtschaft bei ihrer Einführung vor allem eine auf den Regeln der Marktwirtschaft basierende Alternative zum damals auch in Westdeutschland ungemein populären Sozialismus war. Doch das ist längst vergessen. Wer weiß heute noch, dass in Hessen 1946 die Sozialisierung von Schlüsselindustrien, Großbanken und Versicherungen per Volksentscheid beschlossen wurde? Wer weiß noch, dass die Briten im gleichen Jahr die Schwer- und Montanindustrie in Nordrhein-Westfalen verstaatlichen wollten? Und wer erinnert sich eigentlich noch an das Ahlener Programm der CDU, in dem 1947 ein christlicher Sozialismus anstelle einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung gefordert wurde?
mehr:
- Die Geburtswehen der Sozialen Marktwirtschaft (Jens Berger, NachDenkSeiten, 15.08.2017)

Fake-News im Kampf um die Deutungshoheit

Es ist immer wieder die gleiche Geschichte, die man dem Publikum auftischt: Der Einfluss von Fake News kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Fake News beeinflussen unser Denken und können sogar Wahlen entscheiden. Zum Glück gibt es Vertreter großer Medien, die Fake News den Kampf angesagt und es sich zur Aufgabe gemacht haben, Mediennutzer davor zu bewahren, auf gezielt lancierte Falschmeldungen zur Manipulation der Öffentlichkeit hereinzufallen. Das klingt alles gut. Doch die Realität ist komplexer. Die „Anti-Fake-News-Kampagnen“, die seit geraumer Zeit zu beobachten sind, sind Bestandteil eines Kampfes um die Deutungshoheit. Bei der Auseinandersetzung mit Fake News geht es Medien auch darum, die eigenen Glaubensüberzeugungen zum Maßstab einer selbstdefinierten politischen Wirklichkeit zu machen.
mehr:
- Anti-Fake-News-Kampagnen sind Teil des Kampfes um die Deutungshoheit (Marcus Klöckner, NachDenkSeiten, 22.08.2017)

Das Establishment hinter den Rechtspopulisten

Steve Bannon will in den Medienkrieg ziehen. Das Geld hierfür kommt von den reaktionärsten Kräften in der US-Finanzoligarchie 

Es läuft derzeit nicht gut für die extreme Rechte in den USA. Nach seiner skandalösen Gleichsetzung von Nazis mit antifaschistischen Demonstranten ist Präsident Trump weitgehend isoliert (Donald Trump allein Zuhaus?). Steve Bannon, der wichtigste Vertreter der Alt-Right-Bewegung im Weißen Haus, musste seinen Hut nehmen, um den Präsidenten zu entlasten (Weißer Nationalist fliegt aus Weißem Haus). 


Die zuvor großspurig angekündigten landesweiten Aufmärsche der Rechten entpuppten sich nach dem Rechtsterror in Charlottesville als ein totales Fiasko. In Boston etwa rotteten sich einige Dutzend Rechtsextremisten zusammen - und sahen sich einer antifaschistischen Massendemo vom mehr als zehntausend Menschen gegenüber. Dennoch gabt sich Steve Bannon nach seinem Rausschmiss aus dem Weißen Haus äußerst kämpferisch, wie Buchautor Josh Green nach einem Gespräch mit dem neu-alten Chef der Breitbart-News erläuterte: "Bannon klang, als ob der 40 Red Bulls konsumiert hätte. Er ist ein Tiger, der aus dem Käfig gelassen wurde."

mehr:
- Das Establishment hinter den Rechtspopulisten (Tomasz Konicz, Telepolis, 22.08.2017)

siehe auch:
- Rechtsextremismus in den USA - Welcher Konflikt dahinter liegt (Eva C. Schweitzer, Cicero, 15.08.2017)

Aspekte vom 25.11.2016 // komplette Sendung ASPEKTE 25. November 2016 {43:19}

Veröffentlicht am 26.11.2016
Thema: aspekte
Titel: aspekte vom 25. November 2016

Der rechte "Revolutionär" von Goldman Sachs: STEVE BANNON - DER TRUMP-FLÜSTERER {51:41}

Veröffentlicht am 31.05.2017
STEVE BANNON - DER TRUMP-FLÜSTERER (arte)
Nach den ersten 100 Tagen der Amtszeit von Donald Trump drehten der erfahrene Dokumentarfilmer Michael Kirk und das Team der viel beachteten US-Politsendung "Frontline" ihren dritten Film über den neuen US-Präsidenten.

Nach "Amerika hat die Wahl - Clinton gegen Trump", den ARTE im Vorfeld der Wahlen gezeigt hat, und der Dokumentation "Präsident Donald Trump" beschreibt die neue Chronik die Funktionsstörungen in Trumps engstem Beraterkreis: brisante Statements, Machtkämpfe, ideologische Meinungsverschiedenheiten.
Gestützt auf zahlreiche Insiderquellen enthüllt die Dokumentation, wie derzeit hinter den Kulissen des Weißen Hauses die Weichen für die Zukunft des Landes gestellt werden.
Im Zentrum dieser politischen Investigation steht Trumps Chefstratege Stephen K. Bannon - wichtigster Mann im Weißen Haus und Sprachrohr der ultrarechten Alt-Right-Bewegung.
Der Einreisestopp für Muslime und das Dekret vom 28. Januar 2017 zum Umbau des Nationalen Sicherheitsrats NSC, einem Gremium, das alle wichtigen außen- und sicherheitspolitischen Beschlüsse vorbereitet, gehen auf Bannons Konto.

Zum besseren Verständnis der ideologischen Standpunkte des Hardliners befasst sich die Dokumentation mit seiner Vergangenheit: Als Sohn irischer Einwanderer wurde er 1953 in Norfolk geboren. Nach der Schule verpflichtete er sich bei der US-Marine, diente als Offizier auf einem Zerstörer, danach studierte er Betriebswirtschaft in Harvard.
Seine Laufbahn führte ihn vom Investmentbanker, unter anderem bei Goldman Sachs, zum militärischen Berater der amerikanischen Marine und Herausgeber der rechtspopulistischen Internetseite "Breitbart News".

Die Dokumentation zeichnet Überschneidungen von Bannons Werdegang und dem anderer Schlüsselfiguren aus Trumps Team nach: Darunter der Justizminister Jeff Sessions und der oberste Berater und Redenschreiber von Donald Trump, Stephen Miller, jung und erzkonservativ.
Anhand von Themen wie Islam und Einwanderung bis hin zur Stellung Amerikas in der Welt untersucht Michael Kirk die Einflüsse der Trump-Flüsterer auf die Weltsicht des US-Präsidenten.
Mehr Infos:
Max Blumenthal and Paul Jay live on firing of Steve Bannon
https://www.youtube.com/watch?v=_au4K...


"Pussycats"

Martin van Creveld glaubt, dass der Westen zu verweichlicht ist, um in Zukunft noch Kriege zu gewinnen 

Martin van Crefeld ist der wahrscheinlich bekannteste und gleichzeitig umstrittenste israelische Militärhistoriker. Ramon Schack sprach mit dem emeritierten Professor für Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem über dessen Pussycats-These, Israel und den Iran.
mehr:
- "Pussycats" (Ramon Schack)

Frost Over the World - Is war inevitable? {23:24}
Veröffentlicht am 24.04.2012
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Philip Zimbardo, Martin van Creveld, and Jonathan Steele, talk about war and Remebrance Day; Erkki Tuomioja, Finnish foreign minister, about the euro debt crisis; and Ibrahim Gambari, head of the UNAMID mission about the Darfur conflict.
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Dienstag, 22. August 2017

Ein Rabbi geht

Orthodox Mendy Pape war ein jüdischer Musterschüler. Er studierte die Thora und wurde Geistlicher in Montreal – mit 18 Jahren. Dann tauschte er seine Gemeinschaft gegen die Straße

Brooklyn, Carroll Street. Mendy Pape, zehn Jahre alt, verlässt um 8 Uhr sein Elternhaus und beschließt, heute, an einem Frühlingstag im Jahr 1999, einen anderen Weg einzuschlagen als sonst. Statt des Umwegs durch die President Street nimmt Mendy den verbotenen direkten Weg zur Schule. Kein Kind geht den direkten Weg, denn in diesem Teil von Crown Heights müssen sich Juden in Acht nehmen, heißt es in der ultraorthodoxen Community. Mendy aber ist neugierig. Er geht zum ersten Mal durch die große New York Avenue an den typischen Backsteinhäusern mit den charakteristischen Feuertreppen vorbei, er sieht Männer und Frauen auf dem Weg zur Arbeit, ihm geschieht nichts. Auf Höhe der Union Street bleibt er jedoch vor einem typischen New Yorker Deli stehen, einer Art Tante-Emma-Laden. „Heiße Schokolade, Süßigkeiten, Sandwiches“ prangt über dem Geschäft.

Mendy weiß, dass ihm der unkoschere Deli verboten ist. Er gehört zur Gemeinde der Lubawitscher Juden, der größten Untergruppe der ultaorthodoxen Chassidim. Die 613 Gebote der Halacha bestimmen von früh bis spät seinen Alltag: Fernsehen, etwas anderes lesen als religiöse Bücher, Kontakt zu Mädchen – das alles ist tabu. Menschen außerhalb seiner Community kennt er nicht. Und obwohl er in New York aufwächst, beherrscht er die englische Sprache nur schlecht. Jiddisch und Hebräisch sind seine Sprachen.

mehr:
- Ein Rabbi geht (Julian Bernstein, der Freitag 29/2017)