Mittwoch, 4. Oktober 2017

Ärger um ungültige Gesundheitskarten

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein informierte am 26.09.2017 die ihr angeschlossenen ÄrztInnen wie folgt: „Leider haben wir erst kurzfristig erfahren, dass es Schwierigkeiten mit den elektronischen Gesundheitskarten (eGK) der ersten Generation zu geben scheint, die Sie in den Praxen ab 1. Oktober 2017 betreffen könnten… Ab dem 1. Oktober können eGK der Generation 1 (G1) nicht mehr ins Praxisverwaltungssystem eingelesen werden. Die Betreibergesellschaft gematik hatte die eGK G1 für ungültig erklärt. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands sind kaum noch eGK G1 im Umlauf. Doch auch, wenn ein Versicherter von seiner Kasse eine G2-Karte erhalten hat, heißt das nicht, dass er sie auch nutzt. Denn etliche G1-Karten sind nach ihrem sichtbaren Gültigkeitsdatum auf der Rückseite noch nicht abgelaufen, aber trotzdem ungültig. Sie könnten deswegen von den Versicherten noch in der Praxis vorgelegt werden…“ 

Am 29.09.2017 wurde diese Information von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein wie folgt ergänzt: „Inzwischen haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV- Spitzenverband darauf verständigt, wie Ärzte und Psychotherapeuten verfahren sollen, wenn Patienten mit einer nicht-einlesbaren eGK der ersten Generation (G1) in ihre Praxis kommen: Praxen sollten in solchen Fällen das Ersatzverfahren anwenden… Der GKV-Spitzenverband hat der KBV die Zusage gegeben, dass die betroffenen Ärzte und Psychotherapeuten die Leistungen mittels Ersatzverfahren auch dann abrechnen können, wenn der Patient bis Ende des Quartals keine neue eGK vorlegt. […]"
mehr:
- Ärger um ungültige Gesundheitskarten: Und plötzlich soll das Ersatzverfahren angewendet werden (Patientenrechte-Datenschutz.de, 02.10.2017)

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Bis zur Jahrtausendwende wurde mit E-Health noch vorwiegend die Digitalisierung traditioneller Prozesse im öffentlichen Gesundheitswesens wie elektronische Gesundheitsakten oder ein elektronisch gestütztes Krankheits- und Wissensmanagement bezeichnet. Andere IKT-gestützte Prozesse in der Medizin wie Gesundheitsinformationsnetzwerke oder Telemedizin wurden parallel zu E-Health aufgeführt. Aufgrund neuer technologischer Entwicklungen wie mobiles Internet oder Internet der Dinge entwickelten sich seitdem eine Vielzahl weiterer IKT-gestützter Anwendungen für das Gesundheitswesen. Dies führte zu einer allgemeineren Fassung der E-Health-Definition, die heute als Oberbegriff für eine Vielzahl von Bereichen dient:
  • elektronisch gestütztes Krankheits- und Wissensmanagement (Clinic Decision Support Systems, Big-Data-Diagnostik)
  • persönlich und dezentral bereitgestellte Gesundheitsfürsorge zur Diagnose, Überwachung, Beratung, Terminvergabe und Verschreibungen (Internetmedizin)
  • Online Apotheken
Die Disziplinen Medizin, IT und Gesundheitsmanagement werden dabei zu dem neuen Fachbereich E-Health verschmolzen.[2] Seit 2007 werden in Deutschland Masterstudiengänge[3], seit 2015 auch Bachelorstudiengänge[4] für den Fachbereich E-Health angeboten. Am 4. Dezember 2015 wurde im Bundestag das „E-Health-Gesetz“[5] beschlossen, das die Einführung von E-Health Technologien im deutschen Gesundheitswesen regelt.[6] Der weltweite Umsatz für E-Health Produkte und Dienstleistungen wurde 2014 auf 85 Milliarden US$ geschätzt, das jährliche Wachstum des Marktes auf 15 %. [E-Health, Definition, Wikipedia, abgerufen am 04.10.2017]
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siehe auch:
- Online-Anschluss von Arztpraxen: Fallen Sie nicht auf Lockangebote der Industrie herein! (Freie Ärzteschaft, Herbst 2017)
- Wahnsinnswoche 2017:39 (Ewald Proll, Dr. med. Ewald Proll :: Arzt für Psychiatrie / Psychotherapie, 01.10.2017, Beachte auch die Zitate am rechten Rand!)
- Gemeinsam in eine neue Ära: Die Telematikinfrastruktur kommt. (CompuGroupMedical)
- Wie die Politik die digitale Zukunft gestalten will (Paul Ruppricht, KanalEgal, 14.09.2017, siehe Abschnitt »E-Health«)
- Linkliste: Digitalisierung und Telemedizin (Ärzteblatt Thüringen, September 2017)
- Konzepte und Trends von “Value-based Healthcare” in Deutschland (Wolfgang Hoffmann, Petersburger Dialog, 01.06.2017, PDF-Handout einer Präsentation)
- Die Anbindung Ihrer Praxis an die Telematikinfrastruktur (Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg, 03.05.2017)
- KBV und GKV-Spitzenverband Einigung über Finanzierung der Telematik-Infrastruktur (kma-Magazin, 03.05.2017)
- E-Health: Studie sieht milliardenschweres Einsparpotenzial (Ärzteblatt, 24.04.2017)
- Fachberufe und Digitalisierung (Bayerisches Ärzteblatt, 05.04.2017)
- Big Data: From Chip to Bedside durch konkrete Versorgungsziele (Der digitale Patient, Franz-Josef Bartmann, 01.03.2017)
- Value Based Healthcare (H.-J. Wiedl, HighlightsMagazin, Ärztekammer Berlin, 09.06.2016)
Umso problematischer ist es, dass es für andere, zum Teil seit vielen Jahren für wichtige Bereiche der Finanzierung, der Qualität und Regulierung im Gesundheitswesen zuständigen traditionell korporatistisch verfassten Einrichtungen wie z.B. den Bewertungsausschuss (§ 87 Abs. 1 SGB V) oder die u.a. für die Entwicklung und Einführung der elektronischen Gesundheitskarte gegründete Gesellschaft für Telematik (§ 291b SGB V) keine vergleichbare Transparenz gibt. Immerhin hat die Gesellschaft für Telematik seit ihrer Gründung rund 1 Milliarde Euro Versichertengelder ausgegeben und damit gerade mal ein gedrucktes Bild des GKV-Versicherten auf der eGK zustande gebracht. Jetzt droht ihr bzw. ihren Trägern zusammen mit der Industrie durch das sogenannte eHealth-Gesetz zum nächsten praktischen Schritt gezwungen zu werden. Verständliche Transparenz über die Arbeit wichtiger Akteure im Gesundheitswesen: Das Beispiel IQWiG. (Bernhard Braun, Forum Gesundheitspolitik, 05.12.2015)
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Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) wurde 2004 im Zuge der Umsetzung des GKV-Modernisierungsgesetzes als Zweckbetrieb der Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen gegründet, um die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Patientenversorgung in Deutschland zu verbessern. Die gesetzlichen Grundlagen und Aufgaben wurden seitdem durch mehrere Gesundheitsreformen angepasst und erweitert. Hauptaufgaben des fachlich unabhängigen wissenschaftlichen Instituts sind
  • die evidenzbasierte Bewertung des aktuellen medizinischen Wissensstandes zu diagnostischen und therapeutischen Verfahren
  • allgemeinverständliche Gesundheitsinformationen.
Im Zentrum der Bewertungen stehen gemäß gesetzlichem Auftrag Nutzen und Schaden medizinischer Maßnahmen für Patientinnen und Patienten. Dabei werden insbesondere die Verbesserung des Gesundheitszustandes, eine Verkürzung der Krankheitsdauer, eine Verlängerung der Lebensdauer, eine Verringerung der Nebenwirkungen sowie eine Verbesserung der Lebensqualität berücksichtigt. Die Bewertungsergebnisse und weitere Informationen zu Erkrankungen und Gesundheitsthemen werden – allgemein verständlich aufbereitet – veröffentlicht.[1] [Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Wikipedia, abgerufen am 04.10.2017] 
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- Smartes Vernetzungsinstrument oder nutzlose Datensammlung? (PresseBox, 13.11.2015)
- Was uns fehlt ist Zeit (Kommentar von Oliver Wagner, Unsere Zeit, 18.09.2015)
- Gesundheitsministerkonferenz – Telemedizin soll in die Regelversorgung (Rebekka Höhl, ÄrzteZeitung, 25.06.2015)

mein Kommentar:
Wenn ich nach den Begriff Telematik oder e-health google, bekomme ich auf den ersten Ergebnisseiten fast nur Links zu IT-Firmen oder Ärzteverbänden und auf jeder Ergebnisseite auf den oberen drei bis fünf Plätzen Artikel, die als Werbung gekennzeichnet sind.
Das spricht für sich.

siehe weiter:
- Hurra, die Telematik kommt! 😀 (Post, 09.08.2017)
- Elektronische Gesundheitskarte, digitale Transformation und unsere Zukunft in der Obhut von Bertelsmann (Post, 06.04.2016)
- Reif für die Tonne: Elektronische Gesundheitskarte erstickt in Problemen (Post, 22.08.2015)
- GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (Post, 02.07.2015)
- Elektronische Gesundheitskarte: Freie Ärzteschaft ruft zum Boykott der Online-Tests auf (Post, 04.05.2014)
- Neue Risiken und Nebenwirkungen bei der elektronischen Gesundheitskarte (Post, 30.04.2014)
- Die elektronische Gesundheitskarte – heiße Nadel und heiße Luft (Post, 24.09.2011)
- Elektronische Gesundheitskarte: Ärzte sind keine Hilfspolizisten (Post, 10.02.2014)
- Elektronische Gesundheitskarte, die Nächste (Post, 28.01.2008)
- Zahlen zur elektronischen Gesundheitskarte (Post, 27.03.2007)
- Neues von der elektronischen Gesundheitskarte (Post, 26.11.2006)

Wissenschaft: frei oder nicht frei?

Der Fluch unseres Publikationswesens

In der Wissenschaft geht es um die Suche nach Erkenntnissen. Für diese ist der Austausch von Ideen von entscheidender Bedeutung. Neben wissenschaftlichen Meetings und Konferenzen sind Publikationen hierfür das Medium - und diese Publikationen finden heute vor allem in englischsprachigen Fachzeitschriften statt, die das Gutachterprinzip ("Peer Review") anwenden. In diesem Artikel möchte ich erklären, dass dafür theoretisch zwar vieles spricht, dass in der Praxis aber wirtschaftliche Gewinnabsichten ebenso wie persönliche Interessenkonflikte die Freiheit der Wissenschaft einschränken.

Zunächst kurz ein paar Worte darüber, was wahrscheinlich offensichtlich ist: Auch wissenschaftliche Forschung ist an bestimmte materielle Voraussetzungen gebunden. Zwar kann sich heute - anders als etwa zu Zeiten Galileis - jeder für ein Taschengeld ein Teleskop kaufen, um Planeten und Sterne zu beobachten. Damit wird man aber wohl kaum neue Erkenntnisse erzielen. Dafür braucht es, je nach Disziplin, Zugang zu Teilchenbeschleunigern, Elektronenmikroskopen, Magnetresonanztomographen oder Ähnlichem, das sich allenfalls einige Superreiche selbst finanzieren könnten.

mehr:
- Warum die Wissenschaft nicht frei ist (Stephan Schleim, Telepolis, 04.10.2017)
siehe auch:
- Ist die Psychopharmakologie verrückt geworden? – Kapitalismus-infizierte Wissenschaft (Post, 31.01.2016)

Dienstag, 3. Oktober 2017

Tom Petty ist gestorben

Der US-Rocksänger Tom Petty ist tot.

Am Montagabend hatten mehrere Medien sein Ableben gemeldet. Später hieß es, er würde sich noch „ans Leben klammern“.

Nun bestätigten eine Sprecherin und die Familie, dass der Musiker an einem Herzleiden starb.


Der US-Sänger Tom Petty ist gestorben. Das bestätigte Carla Sacks, Sprecherin des Sängers, am späten Montagabend (US-Zeit). Der 66-Jährige habe am Montag einen Herzstillstand erlitten und sei in einem Krankenhaus in Los Angeles gestorben, gab die Familie in der Nacht zu Dienstag in einer Erklärung bekannt. 
Der Sänger sei „friedlich im Kreis seiner Familie, Bandkollegen und Freunde gestorben“, hieß es in der Erklärung der Familie weiter. Die Bemühungen im Krankenhaus zur Wiederbelebung nach dem Herzinfarkt seien erfolglos geblieben. Petty sei „viel zu früh gestorben“, erklärte die Familie.
mehr:
- US-Rocklegende: Tom Petty hat den Kampf gegen den Tod verloren (N24, 03.10.2017)

Tom Petty and the Heartbreakers - Walls (Circus) [OFFICIAL VIDEO] {5:41}   Text (azlyrics)   Übersetzung (Golyr.de)   Interpretation (Dan Tapper, Reason to Believe, März 2013)

Veröffentlicht am 09.05.2013
tompetty

siehe auch:
- Zum Tod von Tom Petty: Essay von “Ehren-Heartbreaker” Stevie Nicks (Stevie Nicks, Rolling Stone, 03.10.2017)
- Tom Petty: Der Rocker von der traurigen Gestalt (Florian Werner, ZON, 03.10.2017 – solche Nachrufe wünsch’ ich mir!)

Prince, Tom Petty, Steve Winwood, Jeff Lynne and others -- "While My Guitar Gently Weeps" {6:15}   Text (MonaLisa-Twins)   Übersetzung (Songetexte.com) Interpretation (BeatlesBible)

Veröffentlicht am 10.04.2012
Rock & Roll Hall of Fame
Prince, Tom Petty, Steve Winwood, Jeff Lynne and others perform "While My Guitar Gently Weeps" at the 2004 Hall of Fame Inductions. http://rockhall.com/
⁍ Buy "While My Guitar Gently Weeps": https://goo.gl/8sEuNp
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Learning to Fly – Tom Petty w/ Stevie Nicks {5:00}   Text (Songtexte.com)   Übersetzung  (Songtexte.com)   Interpretation (Songmeanings.com)
Veröffentlicht am 16.04.2009
pat6850
Live from Gatorville 2006


mehr:

Traveling Wilburys - Handle With Care [3:16]   Text (lyricsfreak.com) 

Hochgeladen am 26.10.2009
© 2007 T. Wilburys Limited
Handle With Care

Bob Dylan performs My Back Pages at his 30th anniversary concert   Lyrics (songtexte.com)   Übersetzung (Golyr.com)   Interpretation



Montag, 2. Oktober 2017

Deutschland rückt nach rechts – oder?

RECHTSRUCK: Mit der AfD ist erstmals seit 1961 wieder eine Partei rechts von CDU und CSU im Bundestag vertreten. Damals schied die nationalkonservative Deutsche Partei (DP) aus, die einige Jahre sogar an der Regierung beteiligt war. Danach scheiterten aber alle Versuche rechtsradikaler Parteien, ins wichtigste deutsche Parlament zu gelangen: Die NPD verzeichnete 1969 immerhin 4,3 Prozent, die Republikaner kamen 1990 nicht über 2,1 Prozent hinaus. Der aktuelle Rechtsruck geht einher mit dem Bedeutungsverlust von Mitte-Links: SPD, Grüne und Linke kommen zusammen auf nicht einmal 40 Prozent.
KRISENGEWINNLER: Von der weit verbreiteten Furcht wegen der schwarz-roten Flüchtlingspolitik, die nach Expertenansicht den Wahlkampf prägte, profitierten die Rechtspopulisten massiv. Laut Infratest dimap äußerten vor der Wahl 70 Prozent der Befragten die Angst, dass die Gesellschaft auseinanderdriftet. 60 Prozent befürchteten, dass die Kriminalität zunimmt. Mehr als jeder Dritte (38 Prozent) hatte Sorge, dass «zu viele Fremde» nach Deutschland kommen. Vor allem Männer wählten die AfD - doppelt so oft wie Frauen. Von bisherigen Nichtwählern bekam die Partei rund 1,2 Millionen Stimmen, etwa eine Million vormalige CDU-Wähler setzten diesmal ihr Kreuz bei der AfD. Immerhin noch je eine halbe Million Stimmen seien von SPD und Linken gekommen, ermittelten die Demoskopen. [dpa, Westfälische Nachrichten, 25.09.2017]
siehe auch:
- Öffentlichkeit – Die AfD in den Medien: Aufgeblasen am rechten Rand? (Constanze, Alexander Beyer, Netzpolitik.org, 29.09.2017)
- Telepolis Salon: Ein deutscher Trump in Sicht? (Telepolis, 28.09.2017)
- "Wer über den Kapitalismus nicht reden will, soll über die AfD schweigen" (Peter Nowak, Telepolis, 27.09.2017)

nachdenKEN über: Alles Rechtsruck oder was?! {17:40}

Veröffentlicht am 26.09.2017
KenFM
Die Bundestagswahlen liegen hinter uns und das Land hat einen heftigen Rechtsruck erfahren. Wirklich?
Ein Kommentar von Ken Jebsen.

- Nicht egal (Stefan Niggemeier, 25.09.2017)
- Wochenrückblick: Wählt bloß nicht die Schmuddelkinder – über die Unsitte der medialen Wahl-Bevormundung (Stefan Winterbauer, meedia, 22.09.2017)
Rechter Diskurs im Wahlkampf (Peter Nowak, Telepolis, 17.09.2017)

Heinz Rudolf Kunze über Willkommenskultur, Integration, Identität, AfD und Würde {9:18}

Veröffentlicht am 24.02.2016
zwangsmast

mein Kommentar:
Ähnlich wie nach der Wahl von Donald Trump 
(USA - Die gekaufte Demokratie? – Trump die Alternative?, Post, 03.11.2016)
oder den Anschlägen in Paris 2015
(»Angriff auf unsere Werte!« – »Warum hassen sie uns so sehr?« – Die menschenverachtende Ignoranz der Guten, Post, 18.11.2015)
oder der medialen Aufbereitung der Ukraine-Krise
(A) Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik?, Post, 25.03.2014
B) Unsere Qualitätsmedien: Das sind keine Irrtümer; das sind Lügen, Propaganda und Zensur!, Post, 09.12.2014
C) Deutsche glauben den Medien nicht, Post, 26.12.2014)
sehe ich nicht, daß ernsthaft Systemfehler diskutiert werden…


Sonntag, 1. Oktober 2017

Wird Dicamba (Monsanto) in Arkansas verboten?

CHICAGO (Reuters) - Arkansas on Thursday moved just one step away from barring sprayings next summer of an herbicide linked to widespread U.S. crop damage, setting the stage for a potential legal showdown between the state and chemical maker Monsanto Co.

The Arkansas State Plant Board advanced a proposal prohibiting use of dicamba weed killers from April 16 to Oct. 31, 2018, after farmers reported that soybeans and other crops were damaged when the herbicide drifted away from where it was sprayed this summer.

Chemical companies have blamed damage to crops that cannot tolerate dicamba on farmers misusing the chemical.

Specialists, though, have said the weed killers are risky because they can vaporize and drift across fields after they are sprayed on dicamba-resistant soybeans or cotton developed by Monsanto. That process, known as volatility, occurs more often in high temperatures, according to experts.

In July, Arkansas banned dicamba use for 120 days.

Ty Vaughn, Monsanto’s vice president of global regulatory, said volatility is not a problem and that science did not support the plant board’s decision.

“All options are on the table” for Monsanto’s next move, he added.

mehr:
- Arkansas one step from ban on controversial herbicide next summer (Tom Polansek, Reuters, 22.09.2017)

siehe auch:
- Business: This miracle weed killer was supposed to save farms. Instead, it’s devastating them. (Caitlin Dewey, Washington Post, 29.08.2017)
- Herbizid Dicamba: Ist Monsanto schuld an der US-Pflanzenkrise? (Tagesspiegel, 10.08.2017)
Glyphosat: Datenmasseure bei der Arbeit (Bernd Schröder, Telepolis, 27.04.2017)
- Roundup Ready v2.0 (Bernd Schröder, Telepolis, 25.11.2016)
Hawaii: Rote Karte für Monsanto & Co (Post, 06.11.2014)
Monsanto? Brauchen wir nicht (Post, 29.04.2009)
Bush & Monsanto (Post, 16.03.2008)
Monsanto, mit Gift und Genen (Post, 12.03.2008)

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Samstag, 30. September 2017

Die Propaganda-Matrix: Wie der CFR den geostrategischen Informationsfluss kontrolliert

Ob Russland, Syrien oder Donald Trump: Um die geopolitische Berichterstattung westlicher Medien zu verstehen, muss man die Schlüsselrolle des amerikanischen Council on Foreign Relations (CFR)kennen.

In der folgenden Studie wird erstmals dargestellt, wie der CFR einen in sich weitgehend geschlossenen, transatlantischen Informationskreislauf schuf, in dem nahezu alle relevanten Quellen und Bezugspunkte von Mitgliedern des Councils und seiner Partnerorganisationen kontrolliert werden.

Auf diese Weise entstand eine historisch einzigartige Informationsmatrix, die klassischer Regierungs- propaganda autoritärer Staaten deutlich überlegen ist, indes durch den Erfolg unabhängiger Medien zu- nehmend an Wirksamkeit verliert. […]

Der Ursprung des Council on Foreign Relations liegt im sogenannten »Trauma von 1920«: Nach dem Ersten Weltkrieg hätten die USA erstmals die globale Führungsrolle übernehmen können – doch der Senat entschied sich gegen den Beitritt zum Völkerbund und die kriegsmüde Bevölkerung wählte mit Warren Harding einen Präsidenten, der eine »Rückkehr zur Normalität« versprach und sich zuerst um die Angelegenheiten und Probleme Amerikas und der Amerikaner kümmern wollte.

Um ein solches Debakel künftig zu vermeiden und »Amerika für seine weltweiten Pflichten zu erwecken«, gründeten international orientierte Bankiers, Unternehmer und Politiker im Folgejahr in der Finanz- und Handelsmetropole New York den parteiübergreifenden CFR. Durch die Mitarbeit führender Akademiker und Publizisten, darunter Archibald Coolidge (The United States as a World Power, 1908) und Walter Lippmann (Public Opinion, 1922), sollten Ideen für eine »aktive« Außenpolitik entwickelt und in der Öffentlichkeit beliebt gemacht werden.

Der Durchbruch gelang dem Council während des Zweiten Weltkriegs, als CFR-Experten im Rahmen der War and Peace Studies die amerikanische Kriegsstrategie sowie die Grundsätze der Nachkriegsord- nung formulierten – inklusive der Satzungen von UNO, Weltbank und Weltwährungsfonds. Dabei folgten sie der Vorgabe von CFR-Gründungsdirektor Isaiah Bowman, wonach die USA künftig die »globale Sicherheit garantieren« müssten, dabei jedoch »konventionelle Formen des Imperialismus« zu vermei- den hätten, weswegen der Ausübung amerikanischer Macht ein »internationaler Charakter« zu verleihen sei (Shoup & Minter 1977, S. 169ff).

Auf diese Weise entstand – nur 170 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung – ein globales American Empire, dessen Schlüsselpositionen seitdem nahezu durchgehend von den inzwischen knapp 5000 Vertretern des CFR besetzt wurden (siehe folgende Abbildung sowie Auflistung nach Administration). Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel bezeichnete den Council deshalb einst als die „einflussreichste privateInstitution Amerikas und der westlichen Welt“ und als ein „Politbüro für den Kapitalismus“.
mehr:
- Die Propaganda-Matrix: Wie der CFR den geostrategischen Informationsfluss kontrolliert (Studie von Swiss Propaganda Research, September 2017 – PDF)
aus der o.g. Studie (Rechtsklick)


Erwin Pelzig über Goldman Sachs, Trilaterale Kommission, Weltbank, Atlantik-Brücke, CFR, EZB {9:21}

newthingnewthing
Am 14.11.2012 veröffentlicht 
Pelzig über Goldman Sachs, Trilaterale Kommission, Weltbank, Atlantik-Brücke, Council of Foreign Relations, EZB
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Donnerstag, 28. September 2017

Gravitationswellen, Michelson-Morley reloaded

Prof. Harald Lesch: Was war der Äther? {14:35}

Veröffentlicht am 12.12.2011
Goldfinger200
Aus der Sendereihe "Alpha Centauri"

Zum vierten Mal haben Forscher Gravitationswellen nachgewiesen. Auch wenn dieser Fund etwas besonderes ist: Die erhoffte Sensation ist ausgeblieben. 

Hundert Jahre hat es gedauert, bis die von Einstein 1915 im Rahmen seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagten Gravitationswellen erstmalig direkt nachgewiesen werden konnten. Am 14. September 2015 detektierten die beiden amerikanischen Experimente des Laser-Interferometer-Gravitationswellen-Observatoriums (LIGO) in Livingston (Louisiana) und Hanford (Washington) winzige Kräuselungen der Raumzeit. Das Funktionsprinzip der Experimente ist dabei ähnlich dem eines sogenannten Michelson-Interferometers: In rechtwinkling zueinander stehenden mehrere Kilometer langen Armen laufen aufgespaltene Laserstrahlen zwischen Spiegeln hin und her und werden schließlich wieder einander überlagert. 

Wenn sich die relative Länge der Strecken ändert, weil eine Gravitationswelle die Raumzeit gestaucht oder gedehnt hat – Änderungen die etwa einem Zehntausendstel des Protonenmessers entsprechen –, ändert sich die Intensität der überlagerten Strahlen. Aus dem aufgezeichneten Signal konnten die Wissenschaftler sogar auf denjenigen Prozess schließen, der die Gravitationswelle hervorgerufen hatte: die Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher, die die Raumzeit vor 1,3 Milliarden Jahren zum Schwingen gebracht hatte.
mehr:
- Suche nach Gravitationswellen – Das Warten geht weiter (Sibylle Anderl, FAZ, 27.09.2017)

siehe auch:
- Gravitationswellen eines Gammastrahlenausbruchs gemessen? (Davide Castelvecchi, Spektrum der Wissenschaft, 25.08.2017)
- Über Gravitationswellen (Albert Einstein, Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften (Berlin). Sitzungsberichte (1918), Mitteilung vom 31. Januar 1918, S. 154–167., gefunden bei ECHO – Cultural Heritage Online)
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Quarks & Co - Gravitationswellen: Das neue Bild vom Universum - 04.10.16 ᴴᴰ {42:29}

Veröffentlicht am 25.11.2016
pujie1982
Am 11. Februar 2016 waren Astronomen und Physiker auf der ganzen Welt in heller Aufregung. Forscher verkündetetn: Sie hätten zum ersten Mal Gravitationswellen im Universum direkt nachgewiesen. Genau hundert Jahre vorher hatte Einstein ihre Existenz aus seiner Relativitätstheorie erschlossen. Hinter dem historischen Signal dieser erstmalig nachgewiesenen Gravitationswelle verbirgt sich ein gigantisches kosmisches Ereignis: 1,3 Milliarden Lichtjahre entfernt von unserer kosmischen Heimat waren zwei riesige schwarze Löcher in einem immer schneller werdenden Tanz umeinander gekreist und dann in einer gewaltigen Erschütterung miteinander verschmolzen. Eine Erschütterung wahrhaft kosmischer Ausmaßes.
Der Nachweis der Gravitationswellen öffnet ein neues Fenster in den Weltraum. Was genau sind Gravitationswellen? Wie werden sie unser Bild vom Universum verändern? Warum versetzt die Entdeckung Forscher rund um den Globus in Aufregung? Winkt gar der Nobelpreis für Physik? Ranga Yogeshwar ist dorthin gereist, wo sie gefunden wurden: einem der derzeit drei weltweit verbundenen Detektoren für Gravitationswellen, LIGO, in Livingston USA. Er trifft dort die Forscher, die jahrzehntelang auf Spurensuche waren nach diesen ominösen Wellen. Die Entdeckung ist die Suche im Heuhaufen von Abermilliarden Signalen aus dem Kosmos, mit riesigen Laser-Apparaturen mit Strecken von Kilometern Länge.
Komplette Sendung vom 04. Oktober 2016 in HD
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Vor 200 Jahren – 1717: Allgemeine Schulpflicht in Preußen

Bildung für Bauernkinder 

Der preußische König Friedrich Wilhelm I. (reg. 1713-40) handelte vielfach im Sinne des aufgeklärten Absolutismus. Besonders beeindruckt war der ordnungsliebende und religiöse Monarch von den straff geführten Schul- und Arbeitshäusern der 1698 gegründeten Francke'schen Stiftung in Halle/Saale. Unter diesem Eindruck führte der König 1717 die allgemeine Schulpflicht für Kinder von 5 bis 12 Jahren ein. Er habe »missfällig« vernommen, dass die Landbevölkerung ihre Kinder vom Schulbesuch abhalte »und dadurch die arme Jugend in grosse Unwissenheit, so wohl was das lesen, schreiben und rechnen betrifft«, belassen werde, hieß es in der Begründung. Friedrich Wilhelm stellte das Baumaterial für Schulen kostenlos zur Verfügung. Damit die Armen nicht belastet würden, sollten die Lehrer ihr Geld zum Unterhalt nebenbei verdienen. Auch setzte der König Tagelöhner und Soldaten außer Dienst als Lehrer ein. 
Preußens »Soldatenkönig« Friedrich Wilhelm I. inspiziert eine Dorfschule.
Holzstich nach einem Gemälde von Adolph Menzel, 1858.
Neben den Grundkenntnissen war ihm die Religion ein besonderes Anliegen, »denn wenn ich baue und verbessere das Land und mache keine Christen, so hilft mir alles nichts…«. Freilich konnte der König seine Reformen nur auf den Staatsdomänen durchsetzen, da viele Gutsbesitzer die Bauernkinder weiterhin als billige Arbeitskräfte brauchten. Immerhin waren beim Tod des »Soldatenkönigs« aus den 320 Dorfschulen von 1717 bereits 1480 geworden. 
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2017

Dienstag, 26. September 2017

Die Bundestagswahl und die irrationalen Ängste

Wahlverlierer Martin Schulz (SPD) will sich noch stärker denn je „der extremen Rechte“ entgegenstellen und meint (selbst) kritisch, dass die Sozialdemokratie die eigene Leute zu wenig von der Notwendigkeit der Aufnahme von einer Million Flüchtlinge überzeugt hat. Die „extremen Rechte“ in der Diktion von Schulz ist die AfD (13,3% der Stimmen, während die SPD 20,2 % erreichte), die sich allerdings zum Grundgesetz bekennt und Merkel kritisiert. Illegale Masseneinwanderung wird zwar von Schulz- (und Merkel-) Unterstützer George Soros gwünscht, ist aber keine Flucht gemäss GFK [Wikpedia-Link von mir hinzugefügt]. Schulz, der es sich immer gerichtet hat, unterstellt Armen und Geringverdienern, dass sie lediglich unter irrationale Ängsten leiden. CDU/CSU liegen mit 32,9 % deutlich vorne, brauchen aber zwei Koalitionspartner, weil die SPD schon entschieden hat, dass sie in Opposition geht.
mehr:
- Deutschland hat gewählt (Alexandra Barber, Ceiberweiber, 24.09.2017)

siehe auch:

- Kurt Schumacher – Der Gegenspieler (Florian Sander, Le Bohemien, 18.08.2017)

DOKU] History Brueder zur Sonne zur Freiheit 150 Jahre SPD {30:42}

Veröffentlicht am 06.06.2013
WirtschPolitikDOKUs  

Wie weit links - 150 Jahre SPD {43:36}

Veröffentlicht am 17.02.2016
KochenTV
Die SPD blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück -- im Mai 2013 feiert die Partei ihren 150. Geburtstag.
Viele wichtige Wegmarken in der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie sind auch eng mit der deutschen Geschichte verbunden:
- die Parteigründung in Zeiten der Industrialisierung
- der Streit um Kriegskredite vor dem Ersten Weltkrieg
- die Auseinandersetzung mit der KPD in der Weimarer Republik
- Verbot und Verfolgung im Dritten Reich
- die Zwangsvereinigung im Osten
- die Modernisierung durch das "Godesberger Programm" im Westen
- Willy Brandt als erster SPD-Kanzler
- die Neugründung in der DDR
- und schließlich die Agenda-Politik und neue Konkurrenz durch die Linkspartei.
Zwei große Konstanten prägen diese 150-jährige Parteigeschichte: Das klare Bekenntnis zur Demokratie, auch wenn dies Verfolgung und Verbot bedeutet. Und die ständige politische Abgrenzung nach Linksaußen -- programmatisch, kämpferisch und manchmal verzweifelt.
"Wie weit links?": Diese Frage hat die Partei in ihrer Geschichte zerrissen -- und zugleich in der Abgrenzung vom Totalitarismus und im eindeutigen Bekenntnis zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stark gemacht. Eine Zerreißprobe, die die Dokumentation an wichtigen Persönlichkeiten der Partei, etwa an August Bebel, Friedrich Ebert oder Willy Brandt, nachvollzieht.
Ein Film von Markus Frenzel und Jörg Wildermuth  

Der Fall SPD - Überlebenskampf einer Volkspartei {43:42}

Veröffentlicht am 17.02.2016
mashiashi
Der Fall SPD - Überlebenskampf einer Volkspartei - eine Dokumentation über SPD nach der Wahlniederlage 2009 - Alle Rechte bei WDR

Gerhard Schröder - Kanzlerjahre (2006) {43:59}

Veröffentlicht am 04.07.2013
thorben030
Sieben Jahre, die Deutschland prägten: Der ehemalige Kanzler Gerhard Schröder blickt in diesem Portrait zurück auf die Themen, die von 1998 bis 2005 eine ganze Nation bewegten.
Dokumentation, Deutschland 2006

Der Durchbruch: Bundestag spricht zum ersten Mal über Ken Jebsen, Eva Herman, Jürgen Elsässer {3:35}

Veröffentlicht am 18.07.2015
Deutschland+Russland
Die Grüne Marie Luise Beck spricht im Deutschen Bundestag über Russland, Jürgen Elsässer, Ken Jebsen, Eva Herman, Ukraine, COMPACT, Krim, UKIP, Jobbik, Marine Le Pe, Montagsdemos, die Linken. 11 November 2014. Daniele Ganser kommentiert im Gespräch mit Ken Jebsen die aktuelle geopolitische Lage zwischen Russland, Europa, NATO und USA.

Donnerstag, 21. September 2017

Vor 500 Jahren – 1517: Raffael vollendet die Stanzen im Vatikan

Glanzlicht der Renaissance 

Raffaello Santi (1483-1520) zählt zu den Genies der Renaissance und wurde lange als größter Maler aller Zeiten angesehen. Ab etwa 1500 trat er mit eigenen Kunstwerken hervor, vor allem Madonnen und Altarbildern. Er erhielt Aufträge in Florenz und wurde 1508 von Papst Julius II. nach Rom geholt. Hier malte er die Stanzen genannten päpstlichen Gemächer aus. 
Papst Leo IV. segnet 847 das Volk Roms beim Brand des Borgo, Fresko
Raffaels in den Stanzen des Borgo, 1516/17
Raffael begann seine Arbeiten in den Stanza della Segnatura (1508 bis 1511), wo neben Allegorien auf die Tugenden die berühmte Schule von Athen mit allen bedeutenden Philosophen entstand. Es folgten die Stanzen dell'incendio di Borgo (1514-17), ehemalige Gerichts- und Speiseräume, in denen geschichtliche Ereignisse wie die Kaiserkrönung Karls des Großen durch Papst Leo III. dargestellt wurden. Zu Ehren seines Auftraggebers, des Medici-Papstes Leo X. (reg. 1513-21), verherrlichten die Werke die Pontifikate mehrerer »Leo-Päpste«, So wird die Begegnung Leos I., des Großen, mit dem Hunnenkönig Attila dargestellt, wobei der Papst zu Pferde die Züge Leos X. trägt. 

1514 wurde der rastlose Raffael als Nachfolger Bramantes auch Architekt und Bauleiter des Petersdoms. Gleichzeitig schuf er Bilder für Kirchen und Kardinäle. Im April 1520 starb der Jahrhundertkünstler erst 37-jährig, möglicherweise an einem Aderlass zur Behandlung einer Geschlechtskrankheit. 
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017

06.04.1520 - Todestag des Malers Raffael {13:27}

Veröffentlicht am 30.12.2015
timotimor
http://www.wdr5.de/sendungen/zeitzeic…

Raffael. Die Zeichentechniken {7:51}

Veröffentlicht am 03.12.2012
Städel Museum
Bis 3. Februar 2013 präsentiert das Frankfurter Städel Museum die Ausstellung „Raffael. Zeichnungen". Die Schau zeigt insgesamt 48 Zeichnungen des Meisters der italienischen Hochrenaissance, darunter elf Blätter aus dem eigenen Bestand sowie weitere 37 Leihgaben aus international renommierten Sammlungen wie der von Queen Elizabeth II., dem Musée du Louvre in Paris oder den Uffizien in Florenz. Es ist die erste Ausstellung in Deutschland, die Raffael als Zeichner präsentiert.

Dienstag, 19. September 2017

Heute vor 150 Jahren – 19. September 1867: Alfred Nobel erhält ein Patent auf Dynamit

Sprengstoff und Menschenliebe 

Der Schwede Alfred Nobel (1833-1896) war Chemiker und Physiker. Er versuchte den unberechenbaren Sprengstoff Nitroglycerin unter Kontrolle zu bringen. 1863 entdeckte er die Initialzündung und erreichte die sichere Lagerung des Sprengstoffs durch Beimischungen. Bei seinen Experimenten kam es zu mehreren Explosionen mit Toten, darunter war auch sein Bruder. Nobel nannte den neuen Sprengstoff Dynamit und verkaufte ihn weltweit. Zu Reichtum gekommen, lebte er ab 1870 in einer Villa in Sanremo an der italienischen Riviera. 
Alfred Nobel bei Experimenten zur
Entwicklung des Dynamits,
Schokoladen-Sammelbild um 1900

Der Einsatz des Dynamits in Kriegen belastete Nobels Gewissen. 1895 verfügte er daher die Stiftung des Nobelpreises aus 94% seines Privatvermögens. 1905 wurden die Preise erstmals verliehen. Besonders wichtig war Nobel der von einer Kommission des norwegischen Parlaments verliehene Friedensnobelpreis für das Bemühen um die »Verbrüderung der Völker«. 

Nobelpreiskategorien 
• Physik 
• Chemie 
• Physiologie oder Medizin 
• Literatur 
• Verdienste um die Erhaltung des Friedens 
• Wirtschaftswissenschaften (1968 gestiftet)

Was am 19. September noch geschah: 
1941: Alle Juden im Deutschen Reichsgebiet werden gezwungen, sichtbar an ihrer Kleidung den gelben Davidstern zu tragen
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2017 

Stanislaw Petrow ist tot

Stanislaw Petrow hat Wachdienst, als 1983 ein Computer einen US-Raketenangriff meldet. Er widersetzt sich dem Befehl zum sofortigen Gegenschlag - und bewahrt die Welt wohl vor einem Atomkrieg. 

Am 26. September 1983 ist Stanislaw Petrow 44 Jahre alt, Ingenieur und Oberstleutnant der sowjetischen Armee. Er versieht seinen Dienst in unsicheren Zeiten: Zwischen den USA und der UdSSR scheint die Möglichkeit eines atomaren Erstschlages gegeben, Ronald Reagan bezeichnet die Sowjetunion in einer Rede als "das Reich des Bösen". Und knapp vier Wochen vor jenem Tag hatte die sowjetische Luftwaffe ein südkoreanisches Passagierflugzeug mit 269 Menschen an Bord abgeschossen, weil es in den sowjetischen Luftraum eingedrungen war. 

Oberstleutnant Petrow hat mal wieder Nachtschicht im Kontrollraum einer Satellitenüberwachungsanlage, die militärische Flugkörper meldet, vertretungsweise als Schichtleiter. Vier Stunden sitzt er schon ungefähr 50 Kilometer südlich von Moskau im Serpuchow-15-Bunker, und alles ist wie immer. Doch um 0.15 Uhr heulen plötzlich die Alarmsirenen, auf den riesigen Bildschirmen blinkt es in großen, roten Buchstaben: Start einer US-amerikanischen Atomrakete, mit maximaler Wahrscheinlichkeit. 
mehr: 
- Atomwaffen: Der stille Held des Kalten Kriegs ist tot (Esther Widmann, Süddeutsche Zeitung, 19.09.2017)

siehe auch:
- Held des Kalten Krieges : Der Mann, der die Welt rettete (Friedrich Schmidt, FAZ.net, 19.09.2017)
- Sowjet-Offizier Petrow ist tot: Der Mann, der die Welt rettete (Jochen Leffers, SPON, 19.09.2017)

siehe auch:
- "Die geheime Geschichte der NATO-Übung, die beinahe einen Nuklearkrieg ausgelöst hätte" (Post, 28.11.2016)
Able Archer 83: "Um Haaresbreite" (Post, 13.11.2015)
Täuschung - Die Methode Reagan, Ressourcenkriege und medial vemittelte Feindbilder (Post, 14.05.2015)


1983 - Die Welt am Abgrund ! {44:20}

Veröffentlicht am 14.02.2013
SuperCaptainDoctor
Eine Dokumentation, ausgestrahlt im ZDF über das Jahr 1983 und die Zeit im Kalten Krieg.