Dienstag, 2. Juni 2020

Die latente Psychose:
„Im chronischen Alleinbesitz der absoluten Wahrheit“


Derzeit vergeht kaum ein Tag, an dem Medien nicht vor Verschwörungstheorien warnen. Die Kritik an den Corona-Maßnahmen, aber auch die Demonstrationen für Grundrechte, alarmieren Medienvertreter. Der „elder Statesman der Verschwörungstheorie“, Mathias Bröckers, beobachtet das Treiben. Der Mitbegründer der taz erklärt im NachDenkSeiten-Interview, warum die „Kirchen der Angst“ derzeit so regen Zulauf haben, und verweist darauf, dass Leitmedien längst nicht allen Verschwörungstheorien abgeneigt sind. „Die offiziell erwünschten werden ja in epischer Breite und auf allen Kanälen verkündet“, so Bröckers. Von Marcus Klöckner.

Herr Bröckers, man kann Sie als alten Schlachtenbummler bezeichnen, wenn es um das Thema Verschwörungstheorien geht. Spätestens seit Ihren Büchern zum 11. September haben Sie den Kampf zwischen den großen Medien und alternativen Formaten sozusagen live und in Farbe erlebt und selbst mitgestaltet. In einem aktuellen Blogbeitrag von Ihnen bezeichnen Sie sich selbst als „Konspirologen“ und „elder Statesman der Verschwörungstheorie“. Hilft Ironie bei der aktuellen Diskussion rund um Verschwörungstheorien und Verschwörungstheoretiker?


Ohne Humor und Ironie ist das doch gar nicht auszuhalten und ich wäre längst schon schwer depressiv, weil ich mich schon über 25 Jahre mit diesem Thema beschäftige. Und von daher nur zu gut weiß, dass es eben nicht nur verrückte und haltlose Verschwörungstheorien gibt, sondern auch sehr vernünftige und gut belegbare – und natürlich viele, die sich als wahr und richtig erwiesen haben. Umgekehrt gibt es auch viele offiziell verkündete Wahrheiten, die sich als haltlose und gefährliche Verschwörungstheorie herausgestellt haben, zum Beispiel die Massenvernichtungswaffen des Irak, mit der ein Krieg mit einer Million Toten angezettelt wurde. Oder nehmen wir die Tatsache, dass der US-Geheimdienst NSA jedes Handy bis hin zu dem der Bundeskanzlerin abhört – wer das vor den Enthüllungen von Edward Snowden behauptet hätte, wäre sofort als durchgeknallter, paranoider, anti-amerikanischer Verschwörungstheoretiker abqualifiziert worden.

Was heute noch offizielle Wahrheit ist, kann sich morgen als Verschwörungstheorie herausstellen – und umgekehrt. Um den nur noch als Denunziations- und Diffamierungsvokabel verwendeten Begriff zu retten, hatte ich schon in meinem ersten Buch über 9/11 („Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11. September“, Verlag Zweitausendeins, 2002) vorgeschlagen, künftig von „Konspirologie“ zu sprechen und die Bildung von Hypothesen über mögliche Verschwörungen als wissenschaftlich legitimes, heuristisches Verfahren zu betrachten. Derzeit ist dieser Begriff aber nach wie vor ausschließlich als Diskurskeule im Einsatz, um unerwünschte Meinungen oder Berichte abzuqualifizieren.

Derzeit wettern Vertreter von Leitmedien verstärkt gegen Verschwörungstheorien. Auf Spiegel Online waren vor kurzem die folgenden Zeilen zu lesen: „Man will in die wirre Gedankenwelt mancher Demonstranten gar nicht allzu tief eindringen. Leider haben viele, die auf den Straßen und im Netz gerade die große Verschwörung beschwören, chronisch einen an der Waffel. Für manche Demonstranten hält die Psychiatrie effektivere Hilfen bereit als die Politik.“
Wie nehmen Sie diese Aussagen auf?


In die erleuchtete Gedankenwelt von Journalisten, die so etwas schreiben, möchte man gern ein wenig tiefer eindringen. Zum Glück sind viele, die in Zeitungen und Fernsehen beschwören, dass alles in bester Ordnung ist, im chronischen Alleinbesitz der absoluten Wahrheit.

Wie erklären Sie sich einen derartigen „Journalismus“?

Das geisterhafte Erscheinen eines unsichtbaren Virus hat einen Glaubens- und Religionskrieg entfacht. Was kein Wunder ist, denn bis vor ein paar Monaten war dieses Wesen völlig unbekannt, es gab kein Wissen über seine Verbreitung, keine Fakten über seine Wirkung, seine Gefährlichkeit. Es herrscht also große Unsicherheit, großes Unwissen und das führt fast zwangsläufig zu Angst – jeder will wissen, was ihn erwartet und was er oder sie möglicherweise zu befürchten hat. Wirklich Bescheid weiß keiner, denn dieses Wesen ist neuartig und nicht unter Kontrolle, es ist ja nicht einmal klar, ob es ganz natürlich entstanden ist oder eine Chimäre, an der gentechnisch herumgeschraubt wurde. So viel Unsicherheit und Unwissen ist schwer auszuhalten. Deshalb haben die „Kirchen der Angst“ zurzeit mehr Gläubige versammelt als je zuvor, und zwar in beiden „Konfessionen“: Angst vor einer Massenvernichtungs-Pandemie auf der einen Seite und Angst vor einer Massenüberwachungs-Diktatur auf der anderen. Und in beiden Kirchen orgeln Panik-Orchester ihre allein seligmachende Wahrheit, den wahren Glauben. Das funktioniert bekanntlich nur, wenn man den Glauben der anderen als gefährlichen Irrglauben denunziert.

mehr:
siehe auch:

Unter einer Psychose zu leiden, bedeutet für einen Betroffenen, dass seine Realitätswahrnehmung zeitweise nicht deckungsgleich mit der Wahrnehmung anderer Menschen verläuft. Dabei ist der Betroffene allerdings absolut von der Wahrheit seiner empfundenen „Realität“ überzeugt und lässt sich von dieser auch nicht abbringen.
[Wenn die Grenzen zwischen Realität und eigener Wahrnehmung verschwimmen, limes-schlosskliniken.de, undatiert]
Video gelöscht {11:51}

RPP Institut
Am 01.06.2020 veröffentlicht 

REUPLOAD Corona Aktuell Wo sind die Toten Wo sind bloß die ganzen Toten! Raphael Bonelli {13:05}

Sebastian BB
Am 01.06.2020 veröffentlicht 
Keine Übersterblichkeit in Wien aufgrund von Corina. Raphael Bonelli erläutert die Sachlage. Video gelöscht.
Bonellis Statement zur Zensur seines Videos: https://www.youtube.com/watch?v=Re4Jv...

Die Corona-Wende in Deutschland (Florian Nill, Telepolis, 01.06.2020)
Kritik der paranoiden Vernunft (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 01.06.2020)
COVID in den Städten (Thomas Schuster, Telepolis, 29.05.2020)

Die Zerstörung der Presse {59:58}

Rezo ja lol ey
Am 31.05.2020 veröffentlicht 
Links und Begleittext auf YouTube

Dazu Michael Spitzbart:
Corona - Die häufigsten Fragen {27:22 – Start bei 6:44 
– Spitzbart: »Was mich so wundert: Daß die ganzen Journalisten praktisch im Schulterschluß mit der Regierung funktionieren«}

Dr. med. Michael Spitzbart
Am 13.04.2020 veröffentlicht 
Corona Immunsystem 

Dazu auch Prof. Norbert Bolz:
Klartext vom Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz: "Medien verschweigen, ... {12:07, Start bei 2:57 – »Das ist die eigentliche Katastrophe: daß Leute, die sich zu einer selbsternannten Elite rechnen, glauben, daß die Wahrheit für sie selber zuträglich ist, für andere jedoch offensichtlich nicht«}

klar sehen
Am 04.05.2017 veröffentlicht 
Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz bei Peter Hahne im ZDF zum Thema: Medien zwischen Gefühl und Fakten
„Medien verschweigen, klären nicht über die Wirklichkeit auf, die Bürger werden für dumm verkauft bzw. gehalten, die Arroganz der Journalisten und Politiker!!
weitere Videos mit ähnlichen Aussagen zu finden in:


Corona 49 - Dr. Bodo Schiffmann - Der Realitätsverlust {6:38}

Gerd Miethe
Am 29.05.2020 veröffentlicht

Corona 48 Dr. Bodo Schiffmann - Re-Upload {22:20}

Gerd Miethe
Am 29.05.2020 veröffentlicht

"Es geht um die Anpassung des Individuums an die vorherrschende Normalität" (Stephan Schleim, Telepolis, 27.05.2020)
Hypnosetag 117: Ein Verschwörungstheoretiker ist, wer den offiziell vorgebeteten Unsinn nicht glaubt (Post, 26.05.2020)

Keine Kommentare mehr {5:35}

Schwindelambulanz Sinsheim / Dr. Bodo Schiffmann
Am 26.05.2020 veröffentlicht 
Da die Kommentarfunktion Tag für Tag mehr durch Störer und Trolle missbraucht wurde, um Beleidigungen gegen Teilnehmer der Videos auszusprechen. Da immer mehr Beleidigungen und Diffamierungen der Community zu beobachten waren und ein Ausblenden der Benutzer nur zu ich mehr Fake-Accounts geführt hat, habe ich mich schweren Herzens dazu entschlossen, die Kommentarfunktion wieder abzuschalten. Ich hatte dies bereits einmal für einen gewissen Zeitraum gemacht. Schade um die vielen schönen Kommentare und die Möglichkeit sich mit der Community auszutauschen. Bei neuen Videos werde ich ggf. vorübergehend alle Kommentare zur Überprüfung zurückhalten und dann freischalten. Es geht nicht um Zensur, sondern um Netiquette. Wenn die Umgangsformen nicht mehr eingehalten werden und einzelne Personen in Videos auf das übelste beschimpft und diffamiert werden, ist dies auf meinem Kanal nicht gewünscht. Ich freue mich über jeden Besucher und auch über Kommentar, behalte mir aber vor diese vor der Veröffentlichung zu überprüfen. Ich hoffe, dass viele diesen Schritt verstehen werden und weiß, dass viele enttäuscht sein werden. Ich bin es auch.

Die Verbrechen des Bill Gates (Stephan Schleim, Telepolis, 25.05.2020)
Hypnosetag 111: Der SPIEGEL lenkt Hass auf Ken Jebsen (Post, 20.05.2020)
- Hypnosetag 109: Betreutes Denken 🤔 – »Unser gemeinsamer Erfolg« 😂 (Post, 18.05.2020)
Coronahypnose, Tag 77: erfolgreiche Aufmerksamkeits-Lenkung – Schweinegrippe 2.0 (Post, 16.04.2020)
FakeNews? – Selbst schuld! (Post, 12.04.2020)
Medien: intellektuelle Korrumpierbarkeit in Konfliktzeiten (Post, 31.12.2002)

mein Kommentar:
Im Mittelalter hat man sich darum gestritten, wieviele Engel auf eine Nadelspitze passen…
In Wirklichkeit geht es darum, was jemand glaubt… (und nicht darum, was jemand weiß…)
siehe dazu auch:
- Die christlichen Konfessionen (Christiane Tovar, planet-wissen.de, undatiert)

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  • 1210 wurden auf der Pariser Synode die naturphilosophischen Schriften des Aristoteles für den Lehrbetrieb an der Artistenfakultät verboten.
  • 1231 verbot Papst Gregor IX. in einer Bulle die Physik des Aristoteles, bis sie geprüft und von allem Verdacht des Irrtums gereinigt sei[2].
  • Von 1243 bis 1248 lehrte Albertus Magnus in Paris und befasste sich dabei intensiv mit Aristoteles.
  • Von 1269 bis 1271 lehrte Thomas von Aquin in Paris und versuchte zu vermitteln. Er systematisierte die Theologie mit den Mitteln der aristotelischen Philosophie.
  • 1270 erstellte Ägidius von Rom eine Liste von 95 Irrlehren der Philosophen.
[Pariser Verurteilungen, Vorgeschichte an der Pariser Universität, Wikipedia, abgerufen am 02.06.2020]
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mein Kommentar:
Es GEHT hier natürlich um Fakten, aber der Kampf der ausgefochten wird, sieht für mich nach einem Religionskrieg aus.
Und nach dem Verlust des Mystischen in unserer Kultur wird nach einer wissenschaftlichen »Erlösung« gesucht.
Die (Sehn-)Sucht nach der absoluten Sicherheit trifft sich an diesem Punkt mit dem messianischen Sendungsbewußtsein von Menschen wie Bill Gates und George Soros. Wie an den Erlöser glaubt nun die Mehrheit der Menschen an die Erlösung durch die Impfung.
Wohin unser kurzes Gedächtnis geführt hat, kann man sich in Erinnerung rufen (wir Menschen haben ja ein kurzes Gedächtnis – das erleichtert vieles – aber nicht alles), wenn man sich ein wenig mit der Schweinegrippe beschäftigt…
siehe dazu:
- Die Geschichte wiederholt sich: Brot und Schweinegrippe… und Ansichtssache (Post, 01.04.2020)
und wer sich 1/2 Stunde Dirk Pohlmann anzutun gewillt ist:
KenFM im Gespräch mit: Dirk Pohlmann (Deutsche U-Boote im Kampf gegen Schwedens Neutralität?) (Post, 17.06.2016)
- Ein neues U-Boot und mangelnde Medien-Selbstreflexion (Post, 10.07.2016)

Bevor jemand enttäuscht ist:
Im letzten Link (Ken FM im Gepräch) geht es zwar nicht um Corona, aber ganz viel um das kurze Gedächtnis…
WEIL das Gedächtnis der Menschen so kurz ist, sind Dinge möglich, an die glaubt man (zuerst einmal) nicht… (und deshalb bin ich ja auch Verschwörungstheoretiker! 😂)

Corona - Die häufigsten Fragen {27:22 – Start bei 0:45 
– Spitzbart: »Es ist soviel Angst geschürt worden, daß die Menschen nur noch mit ihrem Reptiliengehirn denken.«}

Dr. med. Michael Spitzbart
Am 13.04.2020 veröffentlicht 
Corona Immunsystem

zur Aufgabe von Freiheit in einer Atmosphäre der Angst siehe:
„Sie werden uns ihre Freiheit zu Füßen legen“ (Chaim Noll, AchGut, 02.04.2020)
Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 14.07.2016)
KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld („Warum schweigen die Lämmer?“) (Post, 02.10.2018)
- Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)

Die Angst vor der Gewaltbereitschaft der USA



… Wann endlich begreifen das die Verantwortlichen in unserem Land und in Europa? Jetzt protestieren Schwarze mit Unterstützung von Weißen in den USA gegen den herrschenden Rassismus und die absolut ungerechte Verteilung der Lebenschancen. Der US-Präsident ruft die Gouverneure zu größerer Härte auf. Aber, das bleibt festzuhalten: Der herrschende Rassismus und die imperiale Gewalt der USA gegenüber anderen Ländern ist nicht die Erfindung des jetzigen, schlimmen Präsidenten. Wer in der Welt noch auf 3 zählen kann, muss damit beginnen zu überlegen, wie wir uns vor der Gewalt dieser Nation schützen können und wie wir uns davor schützen können, dass uns diese gewalttätige Nation weiter in fürchterliche Kriege verwickelt. Albrecht Müller.

Diese Fragen werden nicht gestellt. Europa und auch Deutschland fühlen sich und verhalten sich wie treue Vasallen: Wir reden von Wertegemeinschaft. Wenn die USA wollen, dass wir mehr für Rüstung zahlen, dann zahlen wir. Wenn sie wollen, Russland aus der G8 auszuschließen, dann machen wir das. Wenn sie wollen, dass wir unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen, dann plappern wir das nach und folgen ihrem Willen. Wenn sie wollen, dass wir Venezuela und den Iran und Russland mit Sanktionen bestrafen, dann machen wir das. Wenn sie ihre Atomwaffen auf Deutschlands Boden modernisieren, dann legen wir noch eins drauf und schwadronieren von atomarer Teilhabe. Und immer wieder ist zu beobachten, dass unsere Politikerinnen und Politiker in Europa und unsere Wissenschaftler, viele Medien und außenpolitische sogenannte Experten in Europa säuberlich differenzieren – zwischen den unangenehmen USA des Präsidenten Trump und den guten USA seiner politischen Konkurrenten und Vorgänger. Der Unterschied ist aber nicht groß. Anderes zu glauben, ist eine lebensgefährliche Täuschung.

mehr:
siehe auch:
„Der amerikanische Frühling wird vom Trump-Regime erstickt“ – ein Tagesschaubericht, den es so nie geben wird (Jens Berger, NachDenkSeiten, 02.06.2020)


Susan Neiman zu Protesten in den USA Warnung vor einem Bürgerkrieg (Susan Neiman, Moderation: Vladimir Balzer, Deutschlandfunk Kultur, 01.06.2020)
T.C. Boyle – Psychogramm der amerikanischen Seele (Philipp Albers, Deutschlandfunk Kultur, 03.02.2015)
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Montag, 1. Juni 2020

Daniel Koch springt ins kalte Wasser



Wochenlang informierte Daniel Koch die Schweizer Bevölkerung über den Stand der Epidemie und die Lockdown-Massnahmen. Am Pfingstmontag sprang er nach einem letzten Aufruf an die Bevölkerung in voller Kleidung in die Aare.
mehr:
- Corona-Beauftragter der Schweizer Regierung springt ins kalte Wasser (Info-Sperber, 01.06.2020)

SWISSMEME: DANIEL KOCH SPRINGT ID AARE {0:45}

Swissmeme TV
Am 01.06.2020 veröffentlicht 
Springt er eifach iiskalt ine...
https://www.instagram.com/swissmeme/
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mein Kommentar:
Könnte man als Statement verstehen…
Seine Position möchte ich nicht haben…

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Unser neuer Nationalheld – Daniel Koch | Deville {2:32}

SRF Deville
Am 30.03.2020 veröffentlicht 
Unser neuer Nationalheld. Kochen vor Wut war gestern – entspannen wie Koch ist heute. Daniel Koch ist unser Licht in der Coronazeit.
Eloquent, pointiert und charmant ironisch. So präsentiert Dominic Deville das Satire-Format. Unterhaltung, aber mit Haltung. Schwachsinn, aber mit Stil. Ein amüsant-provokanter Blick auf das aktuelle Geschehen mit Dominic Deville und Sidekick Patrick Karpiczenko aus dem Folium in Zürich. 
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Als das Coronavirus die Schweiz erreichte – Reportage mit Daniel Koch | SRF News {5:28}

Schweizer Radio und Fernsehen Schweizer Radio und Fernsehen
Am 27.03.2020 veröffentlicht 
Daniel Koch, Leiter Übertragbare Krankheiten des Bundesamts für Gesundheit BAG, ist dieser Tage in den Medien omnipräsent – und bleibt dabei die Ruhe in Person. SRF hatte Gelegenheit, seinen hektischen Arbeitsalltag hautnah zu begleiten.
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BEHIND BLUE EYES "The Who" ¸¸.•*¨*• ♪♫ {3:51}

COYOTERUBEN MENESES LOPEZ
Am 28.01.2009 veröffentlicht 
Text auf YouTube
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Deutungshoheit: Ein Blog der Unmut auslöst


Das Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW) fällt dem besagten kritischen Forscher auch noch in den Rücken. Ist das der freie Geist des akademischen Feldes? Ein solides Stück kritischer Journalismus?
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In dem Artikel "Ein Blog der Unmut auslöst", schreibt SZ-Redakteur Sebastian Krass über Michael Meyen, Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW) in München. Der Artikel, der vordergründig als nachrichtlicher Beitrag zu verstehen ist, hat es in sich. Es ist eine Art Anklageschrift in Nachrichtenform. Meyen, das wird bereits aus Überschrift und Vorspann deutlich, ist in das Visier der Süddeutschen Zeitung geraten.

Der Grund: Der Kommunikationswissenschaftler hat sich etwas Unerhörtes, ja, wenn man der SZ folgt, geradezu etwas Skandalöses erlaubt (SZ schließt sich Kampagne gegen linken Kommunikationswissenschaftler an).

Ähnlich entspannt wie ein zur Steinigung Verurteilter in einem Monty-Python-Film unentwegt "Jehova!" ruft (trotz zu erwartender schwerer Konsequenzen), hat Meyen in einem Beitrag für seinen privaten Blog, bei dem im Impressum aber seine Institutsadresse angegeben ist, die Worte "Ken" und "Jebsen" gesagt. Allerdings hat er, entgegen der Erwartungen der Diskurswächter, nicht kübelweise Schimpfwörter über das "Enfant terrible" der alternativen Medienszene ausgeschüttet.

Das Fass zum Überlaufen gebracht hat dann wohl ein aktueller Beitrag seines Mitarbeiters Alexis Mirbach. Unter der Überschrift "Was ich von Ken Jebsen gelernt habe" kritisierte der Wissenschaftler die Berichterstattung der Leitmedien zur WHO sowie ein 9-minütiges Interview, das Nachrichtenmann Ingo Zamperoni mit Bill Gates in den Tagesthemen geführt hat (Mirbach: "Eine Frage, die auch nur einen Hauch an Zweifel oder Kontext verströmt, gibt es nicht"). Erwartungsgemäß bringen derlei Zeilen das Blut der Diskurswächter in Wallung. Auf den reflexhaften Griff zu den Steinen folgt die Steinigung.

Erste Steinchen wurden in Form von "Empörungstweets" am vergangenen Wochenende geworfen. Ab Montag beteiligten sich an dem Spektakel dann auch die Süddeutsche Zeitung und das IfKW, das, laut Selbstdarstellung, "zu den traditionsreichsten, erfolgreichsten und weltweit angesehensten kommunikationswissenschaftlichen Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen in Deutschland" zählt. Während die Süddeutsche Zeitung bereits im Vorspann mit Steinen wirft, oder, anders gesagt: selbstverständlich lediglich knallharten Nachrichtenjournalismus bietet, veröffentlicht das IfKW eine Stellungnahme prominent platziert auf seiner Webseite, die dem Einsatz einer mittelalterlichen Blide gegen Meyen gleichkommt.

Während eine reputierte Zeitung im Vorspann ihren Lesern mitteilt, dass Meyen "im Internet" (immer noch etwas ganz Schlimmes) "fragwürdigen Ansichten ein Forum" bietet, distanziert sich das ehrwürdige Institut von eben diesem Forum. Interessant: Sowohl die Stellungnahme des Instituts als auch der SZ-Artikel sind am Montagnachmittag zeitlich nah beisammen erschienen. Der aufmerksame Beobachter fragt sich: Hat Krass beim IfKW angefragt, das IfKW daraufhin eine Stellungnahme veröffentlicht und Krass daraufhin eine Nachricht aus der Stellungnahme gemacht?

mehr:
siehe auch:
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Sonntag, 31. Mai 2020

Wolfgang Wodarg: “Das schwierigste wird sein: daß die, die sich irren, ihr Gesicht nicht verlieren wollen”.

Dr. med. Wolfgang Wodarg, ist Internist, Pneumologe, Sozialmediziner, Arzt für Hygiene und Umweltmedizin und war lange epidemiologisch tätig. Von 1994 bis 2009 war er im Bundestag und dort Initiator und Sprecher der Enquetekommission Ethik und Recht der modernen Medizin. Er hat als Vorsitzender des Unterausschuss für Gesundheit in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates eine Untersuchung der vorgetäuschten H1N1 Pandemie und der institutionellen Korruption der WHO initiiert und wissenschaftlich begleitet. 


RUBIKON: Im Gespräch: „Ein Menschheitsverbrechen“ (Wolfgang Wodarg und Jens Lehrich) {30:40}

Rubikon
Am 31.05.2020 veröffentlicht 
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Corona 48 Dr. Bodo Schiffmann - Re-Upload {22:20}

Gerd Miethe
Am 29.05.2020 veröffentlicht
Corona 48 Dr. Bodo Schiffmann - Re-Upload
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Corona 47 – Drosten regt sich auf – Brasilien, Zahlen Deutschland, Ramelow will Lockdown beenden {21:19}

Gerd Miethe
Am 24.05.2020 veröffentlicht
Weiterführende Links auf YouTube
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siehe auch:
Warum die Pandemie nicht endet (Klaus Pfallelmoser, multipolar, 24.05.2020)
- Falsch! (projekte.sueddeutsche.de, 19.05.2020)
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Politik hätte Drosten-Papier nicht folgen dürfen – Punkt.PRERADOVIC mit Prof. Homburg

Politik hätte Drosten-Papier nicht folgen dürfen - Punkt.PRERADOVIC mit Prof. Homburg {16:25}

Punkt.PRERADOVIC
Am 31.05.2020 veröffentlicht
Text und Links auf YouTube
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Apple: Eingriff in die Privatsphäre von Millionen Menschen



Der US-Konzern Apple soll Kundinnen und Kunden belauschen. Ein Whistleblower fordert die EU-Datenschutzbehörden zum Handeln auf.

Vor knapp zehn Monaten machte der Whistleblower Thomas le Bonniec publik, dass der US-Konzern Apple im grossen Stil seine Kundinnen und Kunden belauscht. Konkret geht es um zahlreiche Gespräche, die iPhones oder andere Geräte des US-amerikanischen Konzerns mit der Spracherkennungssoftware «Siri» aufgezeichnet hatten. Gespräche und Suchanfragen, die Apple nicht nur aufgezeichnet, sondern auch ausgewertet haben soll – und das auch dann, wenn der Dienst der Spracherkennungssoftware gar nicht von den Nutzerinnen und Nutzern aktiviert worden war.

Dabei sieht sich Apple selber gerne als Unternehmen, das dem Datenschutz seiner Kundinnen und Kunden eine hohe Priorität einräumt. Der US-Konzern warb zum Beispiel mit den Worten: «Was auf Ihrem iPhone passiert, bleibt auf Ihrem iPhone.»

Nach den Enthüllungen von Thomas le Bonniec reagierte Apple im «Guardian» und gab zu, einen «kleinen Teil» der Siri-Abfragen aufzuzeichnen. Zusätzlich gab der Konzern im letzten Jahr ein Versprechen ab und kündigte an, das Vorgehen zu überdenken und künftig nur noch Aufnahmen von Kundinnen und Kunden abzuhören, die dieser Praxis ausdrücklich zugestimmt hätten. Le Bonniec, der bei einem Subunternehmen von Apple angestellt war und während zwei Monaten selber unzählige Gespräche und Suchanfragen mithörte, glaubt nicht daran: Der US-Konzern werte auch weiterhin im grossen Stil Tonaufzeichnungen und andere Daten aus. Nun fordert der Whistleblower die EU-Datenschutzbehörden auf, Konsequenzen zu ziehen.

Sensibelste Informationen ohne Wissen aufgezeichnet

Im Sommer 2019 liess der 25-jährige Thomas le Bonniec die Bombe platzen: Nachdem er während mehreren Monaten bei Globe Technical Services, einem Subunternehmen von Apple, angestellt gewesen war und dort unzählige Gespräche abgehört hatte, welche die Spracherkennungssoftware «Siri» aufgezeichnet hatte, informierte er Journalisten der britischen Tageszeitung «Guardian». Im Artikel berichtet er unter anderem, wie er Apple-Kundinnen und -Kunden sowie deren Umfeld bei vertraulichen Gesprächen beim Arzt, bei geschäftlichen Gesprächsterminen, bei sexuellen Praktiken sowie bei scheinbar kriminellen Handlungen belauschen konnte.

Gemäss le Bonniec fallen viele der sensibelsten Tonaufzeichnungen an, nachdem der Sprachassistent «Siri» von den Nutzerinnen und Nutzern versehentlich aktiviert wurde. Das geschehe sehr häufig, dazu brauche es nicht viel: Das Geräusch eines Reissverschlusses soll zum Beispiel bereits ausreichen, damit «Siri» die eigentlichen Aktivierungsworte «Hey Siri» hört und sich selber einschaltet. Weiter könne sich Siri etwa auch im Zusammenspiel mit der «Apple Watch» und den «HomePod Smart Speakern» automatisch aktivieren. Beide Produkte sollen als häufigste Quellen für unerwünschte Aufzeichnungen zum Einsatz kommen.

mehr:
- Apple: Eingriff in die Privatsphäre von Millionen Menschen (Tobias Tscherrig, Info-Sperber, 31.05.2020)
siehe auch:
- Ikea Frankreich wegen Bespitzelung vor Gericht (Tobias Tscherrig, Info-Sperber, 25.05.2020)
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Samstag, 30. Mai 2020

Mausfeld: »Die Demokratie-Fassade hilft, die Bevölkerung ruhig zu halten.«



„Im Kampf gegen Machtkonzentration, Demokratieabbau und Totalüberwachung reicht Empörung allein nicht aus“, skizziert Elitenkritiker Rainer Mausfeld im Rubikon-Exklusivinterview.
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Wir dürfen nicht frei sein, allenfalls können wir wählen, von wem wir beherrscht und unterdrückt werden. Und selbst die Liste unserer möglichen Unterdrücker bekommen wir nur vorsortiert präsentiert. Wirkliche Demokratie sähe anders aus. Jedoch hilft die Demokratie-Fassade, die Bevölkerung ruhig zu halten. Medien und Expertengremien verbreiten in diesem Kontext nicht die Wahrheit, sondern nur Scheinwissen, das den Herrschaftsinteressen dient. In diesem umfassenden Interview gibt Prof. Rainer Mausfeld eine Kostprobe seiner Fähigkeiten als analytischer Denker. Seine Warnung kommt zur rechten Zeit, denn Corona hat viele bedenkliche Tendenzen zu einem neuen digitalen Totalitarismus eskalieren lassen.
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Flo Osrainik: Herr Mausfeld, wir leben nicht nur in irren und wirren, sondern auch in brisanten und gefährlichen Zeiten. Da wird ein Kampf gegen die Überbringer der Wahrheit geführt — am Journalisten Julian Assange soll ein Exempel statuiert werden. Man verfolgt und bestraft also Menschen, die Verbrechen aufdecken und lässt die Verbrecher laufen. Bürger werden massenhaft überwacht, eine Handvoll Männer besitzt mehr als die halbe Weltbevölkerung, Zivilisten werden außergerichtlich von Drohnen ermordet, das Völkerrecht interessiert ohnehin längst keinen mehr, Armeen werden wieder aufgerüstet, Feindbilder willkürlich aufgebaut, die Messer lautstark gewetzt, der Planet systematisch zugemüllt und die Masse bleibt scheinbar fern(seh)gesteuert bei Fußball, Seifenopern und Dschungelcamp zu Chips und Bier vor der Glotze hängen. Man kann die Menschen offensichtlich mit Lügen in Kriege verwickeln, deren Folgen weitere Kriege, Tod und Elend sind, und alle bleiben so lange ruhig, bis die Opfer anklopfen. Dann taucht eine jugendliche Klimaaktivistin, noch ein Kind, in den Medien auf und weist auf ein bekanntes Problem hin, das alle betrifft. In kürzester Zeit gab es eine weltweite Bewegung der Empörung plus Gegenbewegung. Ähnlich verhält es sich nun in der Corona-Krise, die all das auch noch schnell vergessen macht. Grundsätzlich gefragt: Was läuft auf diesem Planeten schief?
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Rainer Mausfeld: Wenn Sie in Dimensionen unseres Planeten denken, wird die Antwort natürlich anders ausfallen, als wenn Sie in Dimensionen unserer Epoche, also der vergangenen Jahrzehnte denken. Auf beiden Ebenen lässt sich die Frage, was schief läuft, zumindest auf sehr abstrakter Ebene klar beantworten.

Beginnen wir mit der Vogelperspektive auf uns selbst, also auf unsere evolutionsbiologische Beschaffenheit als Gattung „Mensch“. Der Mensch weist gegenüber allen anderen Lebewesen eine evolutionäre Besonderheit auf, die für seine Zivilisationsentwicklung gewaltige Konsequenzen hat. Einige unserer höheren kognitiven Befähigungen konnten sich nämlich in der Evolutionsgeschichte nur dadurch entwickeln, dass sie von einer rigiden Instinktbindung befreit wurden. Das bedeutet, dass die damit verbundenen psychischen Funktionskreisläufe nicht mehr gleichsam mechanisch und starr ablaufen, sondern viele Freiheitsgrade haben, aus denen sich im Gefüge der vielen psychischen Komponenten unseres Geistes fast beliebig viele Kombinationsmöglichkeiten ergeben.

Diese besondere Art von mentaler Architektur, die Noam Chomsky in das Zentrum seiner Arbeiten zur Sprache gestellt hat, ist die Basis menschlicher Kreativität in Sprache, Musik, Kunst, Spiel und in vielen anderen Bereichen. Die Kehrseite dieser evolutionären Errungenschaft einer Befreiung von rigider Instinktbindung ist jedoch, dass auch die destruktiven Kapazitäten des Menschen nicht mehr, wie bei anderen Lebewesen, biologisch selbstlimitierend sind, sondern nahezu grenzenlos. Insofern könnte man den Menschen, wie dies auch von einigen Evolutionsbiologen zum Ausdruck gebracht wird, als eine Art evolutionsbiologischen Designfehler betrachten, weil sein destruktives Potenzial die internen Möglichkeiten einer Kontrolle bei Weitem übersteigt und somit nahezu grenzenlos ist. Damit trägt der Mensch gleichsam den Keim einer Selbstzerstörung in sich. Die gesamte Zivilisationsgeschichte lässt sich als ein Bemühen verstehen, die daraus resultierenden Probleme unseres gemeinschaftlichen Zusammenlebens kompensatorisch zu bewältigen. Das bedeutet insbesondere, zivilisatorische Schutzbalken zu entwickeln, durch die Macht eingehegt werden kann. Die Leitidee der Demokratie ist das bedeutendste Beispiel.

Damit sind wir dann bei der für uns heute relevanteren Frage: Was läuft schief in den vergangenen Jahrzehnten? Auch hier ist auf abstrakter Ebene die Antwort nicht schwer: Mit der neoliberalen Gegenrevolution, die gerade darauf zielt, alle zivilisatorischen Errungenschaften der Aufklärung ein für allemal zu beseitigen, wurde auch eine der größten zivilisatorischen Errungenschaften gegen die Barbarei, also gegen ein Recht des Stärkeren, de facto beseitigt, nämlich die Demokratie als radikale Vergesellschaftung von Herrschaft. Dadurch ist in den vergangenen Jahrzehnten die Asymmetrie der Machtverhältnisse zwischen den Zentren der Macht und den Machtunterworfenen so groß geworden, dass sich Macht wieder ungehindert und zügellos entfalten kann. Das hat innerhalb von Gesellschaften wie auch im Verhältnis zwischen den Staaten zu einer Rückkehr zum Recht des Stärkeren geführt und damit zu einem massiven zivilisatorischen Regress.

mehr:
- Der autoritäre Planet (Rainer Mausfeld, Flo Osrainik, Rubikon, 30.05.2020)
siehe auch:
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Freitag, 29. Mai 2020

USA laut GHS am besten auf Pandemie vorbereitet – Warum gerade Italien – Berichterstattung


«Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.» Das Bonmot trifft auch den «Global Health Security Index».
Man weiss es: Italien wurde von der Covid-19-Pandemie unvorbereitet getroffen. Es fehlte an Intensivstationen, an medizinischen Apparaturen, an Material und vor allem auch an Erfahrung. Die Bilder aus Bergamo sind unvergesslich.

Welche anderen Länder aber waren gut vorbereitet auf Epidemien und Pandemien? Auf der Website des «World Economic Forum» WEF kann man lesen, wer am besten vorbereitet war: an erster Stelle die USA.
Bild aus dem Info-Sperber-Artikel
Die Quellen dieser Rangliste sind die private Johns Hopkins University in Baltimore im US-Staat Maryland und die «Nuclear Threat Initiative», unterstützt vom britischen Wirtschaftsmagazin «The Economist». Da wird unter Beteiligung von Dutzenden von Wissenschaftlern aus aller Welt ein «Global Health Security Index» – GHS Index – berechnet, ein Index der gesundheitlichen Sicherheit, und dies für 195 Länder der Welt.

Auf der Internetseite dieser Forschungsgemeinschaft können nicht nur die ersten zehn Plätze angeschaut werden wie auf der Seite des WEF, sondern auch alle anderen 185. Und es gibt dort eine Menge Grafiken zu verschiedenen Aspekten der gesundheitlichen Sicherheit. Die Grafiken unterscheiden jeweils «gut vorbereitet» (gelb), «einigermassen vorbereitet» (orange), «nicht gut vorbereitet» (rot). Siehe dazu die Grafik ganz oben. Die dort gezeigten Resultate stammen aus dem Jahr 2019, sind also aktuell – wurden aber noch vor der Covid-19-Pandemie berechnet. Und genau deshalb sind sie jetzt besonders interessant.
mehr:
- Pandemie: Prognosen sind schwierig … (Christian Müller, Info-Sperber, 29.05.2020)

siehe auch:

Es geht hier nicht darum, zu suggerieren, dass Perspektiven wie die von JPA Ioannidis, Tom Jefferson, Ulrich Keil, Johan Gieseke oder Wolfgang Wodarg richtig oder gar wahr wären – auch nicht, dass sie richtiger oder wahrer wären, als das, was andere Experten an anderer Stelle zum gleichen Thema veröffentlichen.

Niemand weiß zum jetzigen Zeitpunkt zu sagen, welche Sicht auf die Covid-19-Pandemie sich in deren Verlauf und vor allem rückblickend als die richtige erweisen wird!

Aber wahrzunehmen, dass es sehr wohl Experten der Materie gibt, die substantiiert Positionen vertreten und belegen können, die die aktuelle gesellschaftspolitische Situation als (vorsichtig formuliert) unangemessen erscheinen ließen: das ist das Ziel dieses Blogs. Und auf diesen wissenschaftlichen Dissens hinzuweisen und diesen zur Diskussion zu stellen – das muss bei aller eingeforderten gesellschaftlichen Solidarität möglich sein.


"In der modernen Kultur preist die wissenschaftliche Gemeinschaft


den Dissens als ein Mittel zur Vermehrung des Wissens.



Für den Ur-Faschismus ist Dissens Verrat."

[Umberto Eco 2020]

Warum gerade Italien?  update 30.05.2020
Update 30.05.2020: Ein Übersichtsartikel des britischen Guardian (The Guardian 29.05.2020) fokussiert auf im Wesentlichen drei Faktoren, die die auch innerhalb Norditaliens bestehenden Unterschiede zwischen z.B. der schwer betroffenen Lombardei und dem wesentlich weniger betroffenen Veneto erklären könnten:
  1. politische Entscheidungen – in der Lombardei hätten seit vielen Jahren Regionalregierungen der Forza Italia (Berlusconi) und der Lega (Salvini) den Gesundheitssektor privatisiert und auf Gewinnmaximierung hin optimiert – gerade im Infektiologischen Bereich seien Kapazitäten massiv reduziert worden 
  2. strategische Entscheidungen während der Pandemie – gerade in der Frühphase der Pandemie habe Veneto klüger (mehr Testungen) und konsequenter (früherer lockdown) reagiert als die Lombardei, wo, dem Guardian-Artikel zu Folge, auf Druck der dortigen Unternehmen die Industrieproduktion nie ganz heruntergefahren worden 
  3. die hohe Bevölkerungsdichte – eher als die häufig angeführte Luftverschmutzung, denn letztere unterscheide sich nicht stark zwischen den beiden verglichenen Regionen. Die Bevölkerungsdichte betrage in Veneto jedoch nur etwa ein Drittel derer in der Lombardei. 
08.04.2020: Eine Zusammenfassung der besonderen Situation in Italien erschien unter dem Titel "What other countries can learn from Italy during the COVID-19 Pandemic" im JAMA, einem der renommiertesten internationalen Medizinjournale und wurde von einem einem Team aus italienischen und amerikanischen Wissenschaftlichern (darunter John Ioannidis) verfasst.

Hervorgehoben wird das hohe Durchschnittsalter der italienischen Bevölkerung ("Italy has the most elderly population in Europe and the second most elderly population in the world after Japan.") sowie die hohe Rate an Rauchern und Patienten mit pulmonalen und cardialen Vorerkrankungen ("Italy has a high proportion of patients with history of smoking and high rates of chronic obstructive pulmonary disease and ischemic heart disease."). Die von den Autoren betonte regionale (nicht nationale) Ausbreitung führen Sie auch wesentlich auf das Champions League-Turnier in Bergamo zurück, wo ein Drittel der Bevölkerung Bergamos Italien-typisch ausgiebig und kontaktreich gefeiert habe (" […] a third of the population of Bergamo attended and continued celebrations overnight. Italian life is famous for its socialization and frequent congregations and clustering").

Auch die internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Verfügbarkeit von Intensivpflege- und Beatmungsplätzen spielt den Autoren zu Folge eine wesentliche Rolle. Hier kamen in der Frühphase des Ausbruchs wohl unvermeidbare Fehler ("unavoidable... mistakes") hinzu: die zu umfangreiche stationäre Aufnahme nicht schwerkranker Patienten, die dazu führte, dass Krankenhauskapazitäten unnötig blockiert und medizinisches Personal früh und vermeidbar infiziert wurde – der Arbeit zu Folge traten neun Prozent der erfassten SARS-CoV-2-Infektionen bei medizinischem Personal auf, was zusätzlich Ressourcen verminderte.

Die Autoren weisen darauf hin, dass in drei Monaten der klassischen Influenza-Saison, die dem COVID-Ausbruch unmittelbar vorausging, in Italien ungewöhnlich wenig Menschen starben, wodurch ein größerer Bevölkerungsanteil Älterer blieb, der empfänglich und gefährdet durch COVID-19 war ("In fact, in the 3 months prior to the outbreak, there were fewer deaths than is typical for the winter months in North Italian cities, thus leaving a larger pool of susceptible, elderly individuals.").

Abschließend weisen Ioannidis und seine Co-Autoren auf die entscheidende Differenzierung eines Sterbens an und mit SARS-CoV-2 hin – 98,8% der Verstorbenen hatte mindestens eine schwere Vorerkrankungen, fast die Hälfte (48,6%) hatte 3 oder mehr derartige Risikofaktoren. ("Finally, a major question that should be answered is the causal contribution of SARS-CoV-2 infection to related deaths. It is difficult to differentiate between deaths with SARS-CoV-2 infection and deaths caused by SARS-CoV-2 infection because the vast majority of patients who have died had 1 or more other major pathologies (98.8% with at least 1 comorbidity, and 48.6% having 3 or more diseases) that contributed to their death.")

Eine Studie, die ein Team aus dänischen und italienischen Wissenschaftlern veröffentlichte, hält die in den betroffenen italienischen Regionen auffallend hohe Luftverschmutzung für eine mögliche Erklärung für die dort mit 12% wesentlich höhere Sterblichkeit als sie in anderen italienischen Regionen (4,8%) zu beobachten ist (Conticini 2020).

Die Süddeutsche Zeitung hat hier einen sehr lesenswerten Artikel verfasst, der erste Antworten sucht.

[Warum gerade Italien? – Update 30.05.2020, impf-info.de]

Über die Über-Sterblichkeit... - update 30.05.2020 Update 30.05.2020: Auch weiterhin gilt: die Medien rücken panikwirksam die in Deutschland (etwas, 8%) erhöhten Sterbefälle im April in den Vordergrund (tagesschau.de 29.05.2020) und ignorieren geflissentlich den sehr viel beruhigenderen Gesamtzusammenhang:

Betrachtet man die Sterbefälle in Deutschland vom jeweils ersten Januar eines jeden Jahres bis zum 03.05. (soweit reichen die Zahlen von Destatis derzeit für 2020), zeigt sich, dass 2020 immer noch (knapp) unter dem Durchschnitt liegt:

aus dem Artikel
Betrachtet man den Zeitraum ab Oktober des Vorjahres (also den Zeitraum, den das RKI typischerweise für die Influenza-Berechnungen heranzieht) bis Ende April des Folgejahres zeigt sich zwar, dass die Influenza/COVID-19-Saison 2020 knapp über dem Durchschnitt der Influenza-Saisons Vorjahre liegt, dass es vor wenigen Jahren jedoch "Übersterblichkeiten" während der Influenzasaison in Deutschland gab, die wesentlich höher lagen (und die damals keineswegs zu einem hysterischen lockdown führten): 
aus dem Artikel

Update 23.05.2020:
Die Diskussion um die Übersterblichkeit in Deutschland zeigt wieder einmal, dass Zahlen meist ein Ziel haben: in diesem Fall das der Dramatisierung von COVID-19 in Deutschland. Destatis pickt sich mittlerweile bei der Betrachtung der Todeszahlen diejenigen Kalenderwochen heraus, in denen die Werte für 2020 überdurchschnittlich sind – die zur gleichen Saison gehörigen Werte der Vorwochen werden geflissentlich ignoriert (Destatis 22.05.2020).

Diese willkürliche Grenzziehung widerspricht der wissenschaftlichen Aufarbeitung der COVID-19-Pandemie – gehen doch z.B. sogar die italienischen Gesundheitsbehörden davon aus, dass ein Teil COVID-19-bedingten Übersterblichkeit der ungewöhnlich mild verlaufenen Influenzasaison zuzuschreiben ist, die der COVID-19-Pandemie unmittelbar vorausging. Mit anderen Worten und stark vereinfachend formuliert: hätte die Influenzasaison 2019/20 einen "typischen" Verlauf genommen, wären viele der jetzt als COVID-19-Tote Gezählten schon im Dezember oder Januar gestorben und wären damit eben Influenza-Tote (Salzano 2020).

Für Deutschland gilt unverändert, dass es vom 01.01. bis zum 26.04. im Jahr 2020 weniger Todesfälle gab als in einigen der Vorjahre und dass ihre Zahl vor allem deutlich unter dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre für diesen Zeitraum liegen (s.u.).

Auch die Statistiker des ifo-Instituts sehen die von Destatis behaupteten erhöhten Werte mit Skepsis: „Selbst die im April zu beobachtenden leichten Abweichungen der Sterbefallzahlen nach oben liegen innerhalb der Bandbreite, die sich durch Zufallseinflüsse erklären lässt“, sagt Anna Kremer von der Niederlassung Dresden des ifo Instituts. „Auch in den besonders gefährdeten höheren Altersgruppen ist bislang keine höhere Sterblichkeit festzustellen; die Zahlen bewegen sich im Bereich statistischer Unschärfe“ (ifo 21.05.2020).

Update 15.05.2020: Auch wenn die Tagesschau von "deutlich höheren" Sterbefallzahlen in Deutschland bis Mitte April fabuliert (tagesschau.de 15.05.2020): es stellt sich etwas die Frage nach dem verwendeten Bezugsrahmen (und vor allem nach der Intention dieser Behauptung...), denn wie die offiziellen Zahlen von DeStatis eindeutig zeigen, liegen die Sterbefallzahlen in Deutschland 2020 deutlich unter den Werten von z.B. 2017 oder 2018 und immer noch unter dem Mittelwert der letzten 5 Jahre... (Graphik und Quellennachweis s.u.)

Ein im Zusammenhang mit COVID-19 immer wieder verwendeter Begriff ist der der Übersterblichkeit, englisch: excess mortality – was steckt dahinter?

In jedem Land sterben an jedem Tag Menschen – aus statistischer Sicht ist diese wissenschaftlich (! nicht menschlich!) triviale Feststellung hochkomplex, denn es sterben Menschen verschiedenen Alters aus den verschiedensten Ursachen und – über das Jahr betrachtet – in überhaupt nicht gleichmäßiger Häufigkeit. So gibt es eine regelmäßige Häufung von Todesfällen in den Wintermonaten, die den verschiedensten Ursachen zugeschrieben werden: mehr Erkrankungen, weniger Bewegung an frischer Luft, Häufung von Infekten, vermehrte Depressionen und natürlich auch die Influenza und grippale Infekte. Die dadurch entstehende Übersterblichkeit ist nicht in jedem Jahr gleich ausgeprägt, es gibt Jahre mit ausgeprägterer excess mortality und solche mit geringerer.

[Über die Über-Sterblichkeit... - Update 30.05.2020
impf-info.de]
aktualisiert am 02.06.2020