Mittwoch, 20. November 2013
Heute vor 100 Jahren – 20. November 1913: Preußischen Offizieren wird das Tangotanzen verboten
Militärs im Tangorausch
Der Tango, in den Armenvierteln, Kneipen und Bordellen von Buenos Aires und Montevideo entstanden, war dort ab 1890 fester Bestandteil der Volkskultur. Vor dem Ersten Weltkrieg grassierte dann auch in Europa das Tangofieber. Der Tanz der gesellschaftlichen Unterschichten zu melancholischer Musik, die von Liebe, Schmerz und Sehnsucht erzählt, galt der Obrigkeit jedoch wegen des engen Körperkontaktes der Paare und seiner als lasziv empfundenen Bewegungsabläufe als anrüchig und sündhaft.
Auch in Preußen fand man bald Gefallen an dem neuen Tanz, zum Entsetzen Kaiser Wilhelms II. sogar in höchsten Kreisen. Als die Gattin des Landtagspräsidenten 1913 im preußischen Landtag einen Tangotanztee veranstaltete und selbst hohe Militärs ihre Partnerinnen in aufreizender Art über die Tanzfläche führten, sah sich der Regent gezwungen, einzugreifen: Ein Erlass vom 20. November 1913 verbot Offizieren in Uniform heute vor 100 Jahren das Tangotanzen. Für den Kaiser war der Tango ein Kind des »Rinnsteins«, wie alles, was seinem Kunst- und Kulturverständnis widersprach. Fünf Jahre später war der Kaiser verschwunden, der Tango blieb.
Was am 20. November noch geschah:
1975: In Madrid stirbt der spanische Diktator Franco.
Der Tango, in den Armenvierteln, Kneipen und Bordellen von Buenos Aires und Montevideo entstanden, war dort ab 1890 fester Bestandteil der Volkskultur. Vor dem Ersten Weltkrieg grassierte dann auch in Europa das Tangofieber. Der Tanz der gesellschaftlichen Unterschichten zu melancholischer Musik, die von Liebe, Schmerz und Sehnsucht erzählt, galt der Obrigkeit jedoch wegen des engen Körperkontaktes der Paare und seiner als lasziv empfundenen Bewegungsabläufe als anrüchig und sündhaft.
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| »Der Tango und die Polizei«, Demonstration verbotener Tänze in Halle, Karikatur aus Le Petit Journal, 21.12.1913 |
Auch in Preußen fand man bald Gefallen an dem neuen Tanz, zum Entsetzen Kaiser Wilhelms II. sogar in höchsten Kreisen. Als die Gattin des Landtagspräsidenten 1913 im preußischen Landtag einen Tangotanztee veranstaltete und selbst hohe Militärs ihre Partnerinnen in aufreizender Art über die Tanzfläche führten, sah sich der Regent gezwungen, einzugreifen: Ein Erlass vom 20. November 1913 verbot Offizieren in Uniform heute vor 100 Jahren das Tangotanzen. Für den Kaiser war der Tango ein Kind des »Rinnsteins«, wie alles, was seinem Kunst- und Kulturverständnis widersprach. Fünf Jahre später war der Kaiser verschwunden, der Tango blieb.
Was am 20. November noch geschah:
1975: In Madrid stirbt der spanische Diktator Franco.
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013
Montag, 18. November 2013
Ein Gegenüber, das sie ernst nimmt…
Nach meinem Post über Alice Schwarzers Gegenwind hatte ich ein Gespräch mit einer ehemaligen Sozialarbeiterin. Zitat: »Ich habe nie eine Prostituierte getroffen, die das gern macht. Es war immer eine Entscheidung aus Not heraus.« Eine andere Frau, die bei dem Gespräch anwesend war, meinte: »Niemand macht sich Gedanken darüber, weshalb die Frauen das machen.«
Aha, sollte Alice denn doch recht haben mit ihrem Statement, daß 90 bis 95 Prozent der Prostituierten dazu gezwungen werden? Was tun? Wo kriegt man belastbare Infos her?
Ich habe eine Freundin angeschrieben, die mit diesem Milieu Kontakt hat, und ich präsentiere – mit Freuden – ihre kernige Antwort:
Meine Einschätzung ist extremst laienhaft.
Doch ich glaube …
a) daß es mehr als 400.000 Sexworker gibt.
b) daß "gern machen" hier der falsche Ansatz ist. Nicht jeder geht gern zur Arbeit. Auch eine Krankenschweseter kann sich nicht aussuchen, wem sie den Arsch abwischen oder den Katheter aus dem Schniedel ziehen muss, auch andere Berufe sind nicht immer sauber oder seelisch auszuhalten. Ich habe mich als Betreuerin in der Psychiatrie genauso prostituiert gefühlt. Und wer bei gleichem Einkommen nicht lieber zu Hause bleiben würde, lügt oft!
Die Frage ist eher, wie viele können das als Job sehen, und warum erwarten wir, daß eine Sexworkerin mit mehr Lust an der Sache ist als ein Fleischereifachfrau?
In so fern glaube ich, daß es viele Frauen gibt, die den Job pragmatisch sehen. Und Pragmatismus war Jahrtausende lang ein veritabler Grund, um eine Ehe mit einem Mann einzugehen. Siehst du worauf ich hinaus will? Ich habe keine Ahnung, wie hoch der Anteil der Frauen es "gern" tun. "Gern tun" kann auch einfach bedeuten: Ich weiß ich kann das, ich mache das gut, ich weiß, wie es geht, und es bereitet mir nicht unbedingt Probleme, und ich bin stolz auf mein selbst erarbeitetes Geld. Ich glaube, den Prozentsatz schätze ich so auf 80%. Bei Lehrern würde ich den deutlich niedriger schätzen.
c) Was heißt Zwang? Durch ’nen Zuhälter oder dadurch Essen auf den Tisch bringen zu müssen, Stromrechnungen zu bezahlen und Kleidung tragen zu können oder gar Kinder ernähren zu müssen! JEDER Mensch ist gezwungen dazu zu arbeiten, bzw. Geld rein zu holen.
Ich glaube auch, daß eine Gesetzeslage und gesellschaftliche Lage, in welcher Frauen freier entscheiden können ob sie bei ALDI an der Kasse sitzen oder als Sexworkerin zu arbeiten, viel Zwang heraus nimmt. Auch den, soweit noch vorhandenen, Zuhältern die Zwangsmöglichkeiten nimmt!
So lange ich als Domina z.B. in 5 Stunden das verdiene, was eine Aldikassiererin in einer Woche verdient, so lange ich dann weder Kinderbetreuung brauche und meine Leistungen in Lack und Leder mehr geschätzt werden als die verächtlichen Blicke, die man bekommt, wenn man 12 Stunden an 5 Tagen die Woche schuftet und den blauen Kittel trägt.. so lange kann und will ich mich für Sexwork entscheiden. Auch das ist Zwang.
d) Wie viele würden gerne von Verkäuferin oder Büroangestellte zu was ganz anderem wechseln? Letztendlich hat jeder Mensch seine Entscheidung, und wenn der Leidensdruck nicht so hoch ist, daß ein Wechsel vorgenommen wird, warum will man ihn dann erzwingen? IN JEDEM JOB KANN MAN TOTUNGLÜCKLICH SEIN! Der Mensch bevorzugt immer die Gewissheit von Übel vor dem Übel der Ungewissheit.
Was vermutest du, wie viele Psychotherapeuten (ausgenommen von den analfixierten Analytikern) gerne mal ihren Job wechseln würden? Vielleicht zum Fließbandarbeiter, der sich nur drauf konzentrieren muss, angebrannte Kartoffelchips aus zu sortieren?
Lass dich nicht von der Sozialarbeiterin umschubsen. Vor allem nicht, wenn soziale Entrüstung im Spiel ist.
Was nämlich alle gerne vergessen: Prostituierte können denken! Die brauchen keine Helden und gönnerhaften Frauen die sie retten. Sondern ein Gegenüber, das sie ernst nimmt. Als Mensch. So wie jeder.
[…]
In diesem Licht fand ich den Artikel ganz lustig…..
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/silke-burmester-ueber-alkohol-und-drogeneinfluss-a-933799.html
Ich sehe den Zusammenhang in genau dem Misch Masch. In der Einmischung eines väterlichen/mütterlichen Staates/Öffentlichkeit, die uns die freie Entscheidung abspenstig macht und sich anmaßt zu wissen, was gut für jeden ist. Und dieses Bild wird, wie die Amis sagen, mit einem so breiten Pinsel gemalt, daß alle wichtigen Individuen/Einzelheiten verloren gehen.
Wenn ein Staat nicht aushalten kann, daß seine Bürger Individuen sind mit eigener Meinung, dann ist es eine Diktatur.
»Rauch nicht, sauf nicht, prostituier dich nicht, nimm keine Drogen.«
Als Erwachsene möchte ich diese Entscheidung gern selbst treffen. Vor allem wenn die "Mutter"/der "Vater" Staat so inkonsequent ist und manche Vergehen anders bewertet als andere. Besonders auch wenns Lieblingskinder gibt… ;)
Noch Fragen?
Aha, sollte Alice denn doch recht haben mit ihrem Statement, daß 90 bis 95 Prozent der Prostituierten dazu gezwungen werden? Was tun? Wo kriegt man belastbare Infos her?
Ich habe eine Freundin angeschrieben, die mit diesem Milieu Kontakt hat, und ich präsentiere – mit Freuden – ihre kernige Antwort:
Meine Einschätzung ist extremst laienhaft.
Doch ich glaube …
a) daß es mehr als 400.000 Sexworker gibt.
b) daß "gern machen" hier der falsche Ansatz ist. Nicht jeder geht gern zur Arbeit. Auch eine Krankenschweseter kann sich nicht aussuchen, wem sie den Arsch abwischen oder den Katheter aus dem Schniedel ziehen muss, auch andere Berufe sind nicht immer sauber oder seelisch auszuhalten. Ich habe mich als Betreuerin in der Psychiatrie genauso prostituiert gefühlt. Und wer bei gleichem Einkommen nicht lieber zu Hause bleiben würde, lügt oft!
Die Frage ist eher, wie viele können das als Job sehen, und warum erwarten wir, daß eine Sexworkerin mit mehr Lust an der Sache ist als ein Fleischereifachfrau?
In so fern glaube ich, daß es viele Frauen gibt, die den Job pragmatisch sehen. Und Pragmatismus war Jahrtausende lang ein veritabler Grund, um eine Ehe mit einem Mann einzugehen. Siehst du worauf ich hinaus will? Ich habe keine Ahnung, wie hoch der Anteil der Frauen es "gern" tun. "Gern tun" kann auch einfach bedeuten: Ich weiß ich kann das, ich mache das gut, ich weiß, wie es geht, und es bereitet mir nicht unbedingt Probleme, und ich bin stolz auf mein selbst erarbeitetes Geld. Ich glaube, den Prozentsatz schätze ich so auf 80%. Bei Lehrern würde ich den deutlich niedriger schätzen.
c) Was heißt Zwang? Durch ’nen Zuhälter oder dadurch Essen auf den Tisch bringen zu müssen, Stromrechnungen zu bezahlen und Kleidung tragen zu können oder gar Kinder ernähren zu müssen! JEDER Mensch ist gezwungen dazu zu arbeiten, bzw. Geld rein zu holen.
Ich glaube auch, daß eine Gesetzeslage und gesellschaftliche Lage, in welcher Frauen freier entscheiden können ob sie bei ALDI an der Kasse sitzen oder als Sexworkerin zu arbeiten, viel Zwang heraus nimmt. Auch den, soweit noch vorhandenen, Zuhältern die Zwangsmöglichkeiten nimmt!
So lange ich als Domina z.B. in 5 Stunden das verdiene, was eine Aldikassiererin in einer Woche verdient, so lange ich dann weder Kinderbetreuung brauche und meine Leistungen in Lack und Leder mehr geschätzt werden als die verächtlichen Blicke, die man bekommt, wenn man 12 Stunden an 5 Tagen die Woche schuftet und den blauen Kittel trägt.. so lange kann und will ich mich für Sexwork entscheiden. Auch das ist Zwang.
d) Wie viele würden gerne von Verkäuferin oder Büroangestellte zu was ganz anderem wechseln? Letztendlich hat jeder Mensch seine Entscheidung, und wenn der Leidensdruck nicht so hoch ist, daß ein Wechsel vorgenommen wird, warum will man ihn dann erzwingen? IN JEDEM JOB KANN MAN TOTUNGLÜCKLICH SEIN! Der Mensch bevorzugt immer die Gewissheit von Übel vor dem Übel der Ungewissheit.
Was vermutest du, wie viele Psychotherapeuten (ausgenommen von den analfixierten Analytikern) gerne mal ihren Job wechseln würden? Vielleicht zum Fließbandarbeiter, der sich nur drauf konzentrieren muss, angebrannte Kartoffelchips aus zu sortieren?
Lass dich nicht von der Sozialarbeiterin umschubsen. Vor allem nicht, wenn soziale Entrüstung im Spiel ist.
Was nämlich alle gerne vergessen: Prostituierte können denken! Die brauchen keine Helden und gönnerhaften Frauen die sie retten. Sondern ein Gegenüber, das sie ernst nimmt. Als Mensch. So wie jeder.
[…]
In diesem Licht fand ich den Artikel ganz lustig…..
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/silke-burmester-ueber-alkohol-und-drogeneinfluss-a-933799.html
Ich sehe den Zusammenhang in genau dem Misch Masch. In der Einmischung eines väterlichen/mütterlichen Staates/Öffentlichkeit, die uns die freie Entscheidung abspenstig macht und sich anmaßt zu wissen, was gut für jeden ist. Und dieses Bild wird, wie die Amis sagen, mit einem so breiten Pinsel gemalt, daß alle wichtigen Individuen/Einzelheiten verloren gehen.
Wenn ein Staat nicht aushalten kann, daß seine Bürger Individuen sind mit eigener Meinung, dann ist es eine Diktatur.
»Rauch nicht, sauf nicht, prostituier dich nicht, nimm keine Drogen.«
Als Erwachsene möchte ich diese Entscheidung gern selbst treffen. Vor allem wenn die "Mutter"/der "Vater" Staat so inkonsequent ist und manche Vergehen anders bewertet als andere. Besonders auch wenns Lieblingskinder gibt… ;)
Noch Fragen?
Vielen Dank!
Geschichtsfrage
Was bezeichnet der Begriff »Merkantilismus«?
■ die Gesellschaftsform des europäischen Mittelalters
■ die ständische Organisation von Handwerkern
■ das Wirtschaftssystem des Absolutismus
Heute vor 275 Jahren – 18. November 1738: Polnischer Thronfolgekrieg beendet
König von ausländischen Gnaden
Nach dem Aussterben der Jagiellonen-Dynastie wurde Polen 1572 eine Wahlmonarchie. Wenn der Adel den König wählte, versuchten stets auch ausländische Mächte, ihre Interessen einzubringen. Als König August II., der Starke, der Sachsen und Polen in Personalunion regierte, 1733 starb, unterstützten Russland, Preußen und Österreich die Thronfolge seines Sohnes Friedrich August. Frankreich und Schweden hingegen favorisierten Stanislaus I. Leszczynski, der schon 1706-09 kurzfristig als Gegenkönig amtiert hatte.
Stanislaus I. wurde 1733 erneut zum König gewählt, konnte sich aber im anschließenden Thronfolgekrieg nicht durchsetzen; russisch-sächsische Truppen zwangen ihn, nach Frankreich zu fliehen. Da viele Mächte in diesen Konflikt involviert waren, fanden auch einige militärische Auseinandersetzungen in Europa statt. Der Thronfolgekrieg endete faktisch 1735 in einem Vorfrieden zwischen Frankreich und Österreich in Wien, endgültig und formal am 18. November 1738 durch den Frieden von Wien. Der sächsische Kurfürst Friedrich August II. erhielt als August III. die polnische Krone. Stanislaus Leszczynski wurde mit den Herzogtümern Bar und Lothringen antschädigt.
August II., der Starke (1670-1733)
■ Kurfürst von Sachsen seit 1694
■ König von Polen, 1697-1706 und 1709-33
■ trat für die polnische Krone zum Katholizismus über
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013
Nach dem Aussterben der Jagiellonen-Dynastie wurde Polen 1572 eine Wahlmonarchie. Wenn der Adel den König wählte, versuchten stets auch ausländische Mächte, ihre Interessen einzubringen. Als König August II., der Starke, der Sachsen und Polen in Personalunion regierte, 1733 starb, unterstützten Russland, Preußen und Österreich die Thronfolge seines Sohnes Friedrich August. Frankreich und Schweden hingegen favorisierten Stanislaus I. Leszczynski, der schon 1706-09 kurzfristig als Gegenkönig amtiert hatte.
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| Einzug des französischen Botschafters zu Friedensverhandlungen in Wien 1738, Gemälde, um 1740 |
Stanislaus I. wurde 1733 erneut zum König gewählt, konnte sich aber im anschließenden Thronfolgekrieg nicht durchsetzen; russisch-sächsische Truppen zwangen ihn, nach Frankreich zu fliehen. Da viele Mächte in diesen Konflikt involviert waren, fanden auch einige militärische Auseinandersetzungen in Europa statt. Der Thronfolgekrieg endete faktisch 1735 in einem Vorfrieden zwischen Frankreich und Österreich in Wien, endgültig und formal am 18. November 1738 durch den Frieden von Wien. Der sächsische Kurfürst Friedrich August II. erhielt als August III. die polnische Krone. Stanislaus Leszczynski wurde mit den Herzogtümern Bar und Lothringen antschädigt.
August II., der Starke (1670-1733)
■ Kurfürst von Sachsen seit 1694
■ König von Polen, 1697-1706 und 1709-33
■ trat für die polnische Krone zum Katholizismus über
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013
Sonntag, 17. November 2013
Heute vor 43 Jahren – 17. November 1970: Patent auf Computermaus erteilt
»X-Y-Positionsanzeiger für ein Bildschirmsystem«
Heute ist die Bedienung eines Computers ohne Maus kaum mehr vorstellbar. Entwickelt wurde sie bereits in den 1960er-Jahren, doch nachdem 1983 erst ein Apple-Computer damit bedient werden konnte, setzte sich der nützliche Positionsanzeiger mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows 95 vollends am PC-Markt durch.
Im Dezember 1968 strömten in San Francisco 1000 Computerspezialisten zusammen, um einen Vortrag und eine Multimedia-Präsentation des Computerpioniers Douglas Engelbart und seines Teams aus Programmierern und Hardware-Spezialisten zu folgen. Die Veranstaltung gilt in der Branche mittlerweile als legendär und als »Mother of all Demos«. Es ging um die Interaktion von Mensch und Maschine, um Hypertext, um schnelle Befehlseingaben und Cursor-Steuerung. Die präsentierte Maus war ein vergleichsweise klobiger Holzkasten mit einer roten Taste, einem Drehrad, das die Bewegungen des Geräts auf den Bildschirm übertrug und der Strippe, die ihr ihren Namen eintrug. Bereits 1967 hatte Engelbart seine Erfindung zum Patent angemeldet, am 17. November 1970 wurde es ihm erteilt. Allerdings lief es zu früh aus, als dass er mit seiner Erfindung reich geworden wäre.
Was am 17. November noch geschah:
1973: In Griechenland wird ein studentischer Aufstand gegen die Militärdiktatur blutig niedergeschlagen.
Heute ist die Bedienung eines Computers ohne Maus kaum mehr vorstellbar. Entwickelt wurde sie bereits in den 1960er-Jahren, doch nachdem 1983 erst ein Apple-Computer damit bedient werden konnte, setzte sich der nützliche Positionsanzeiger mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows 95 vollends am PC-Markt durch.
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| Die erste, von Douglas Engelbart konstruierte Maus, 1968 |
Was am 17. November noch geschah:
1973: In Griechenland wird ein studentischer Aufstand gegen die Militärdiktatur blutig niedergeschlagen.
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013
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Samstag, 16. November 2013
»Halt die Klappe, Alice!« – Endlich
Nach vielen Jahren literarischer Kastrationstätigkeit hat sich Alice Schwarzer nun in der scheinbaren Mitte unserer entmännlichten Gesellschaft niederlassen können. Gern gesehene Talkshow-GästIn schreibt sie inzwischen sogar für die BILD und nimmt auch an Unterhaltungssendungen für die ganze Familie teil. (Bitte keine Forderung nach Quellenangaben!)
Wie lange habe ich mich an der Frau abgekämpft! Schon als Spät-Pubertierender war mir schleierhaft, wie junge Frauen in meiner Umgebung verbal auf männliches Verhalten draufhauen konnten, gleichzeitig aber von James Bond begeistert waren oder mit den schlimmsten Casanovas oder Macho-Arschlöchern in die Federn stiegen oder Beziehungen eingingen. Was war ich verwirrt! Ich tröstete mich mit dem Freud-Spruch: Die große Frage, die ich trotz meines dreißigjährigen Studiums der weiblichen Seele nicht zu beantworten vermag, lautet: 'Was will eine Frau?'. Wie lange habe ich versucht, es Frauen recht zu machen!
Bis ich als Therapeut mit einer Reihe von Patientinnen konfrontiert wurde, denen man es nicht recht machen kann…
Wer meine Blogs verfolgt hat, hat mitbekommen, daß ich gegen Alices ZEIT-Artikel über das Attentat von Winnenden geschrieben habe (Gewalt durch Männer, Gewalt durch Frauen: Im Inneren des Walfischs, vom 11.05.2009), über die Entlassung von Goslars Gleichstellungsbeauftragter Monika Ebeling (Monika Ebeling als Gleichstellungsbeauftrage vom Rat der Stadt Goslar abgewählt, vom 28.5.2011), ich habe über ein Antifeminismustreffen geschrieben (2. Internationales Antifeminismus-Treffen vom 25. Juni 2011, vom 31.5.2011) und Frauengewalt (vom 28.5.2011). Auch habe ich auf einen Kommentar in der ZEIT zu den Kommentaren über die Finanzkrise hingewiesen. (»Natürlich nehmen wir den Mann mit«, Psychoblog-Post vom 22.4.2012)
Vor kurzem nun habe ich beschlossen, auf feministische Artikel nicht mehr einzugehen. Wenn die Frauen und Männer, die solche Artikel schreiben oder lesen, das brauchen (oder zu brauchen glauben), dann ist das so. Dem Ausagieren von Bedürfnissen ist mit vernünftigen Argumenten nicht beizukommen. Nicht nur Sex sells, auch Opfer sells (siehe Niki de Saint Phalle, die vermeintlich ihr ganzes Leben lang den sexuellen Mißbrauch ihres Vaters publikumswirksam verarbeitete), und wenn unsere sich aufgeklärt gebende Gesellschaft etwas von den 68ern gelernt hat, ist das die Fähigkeit, sich moralisch zu empören. Wir sind immer die Guten, und wer da querschießt (Philipp Jenninger, Eva Herman, Thilo Sarrazin), wird abgesägt. Fertig! (Begriffsherkunft Sündenbock bei Wikipedia) Über die Tatsache, daß wir für das Vermeiden fundierter öffentlicher Debatten werden bezahlen müssen, weil wir damit politisch rechten Kräften das Feld überlassen, lasse ich mich nicht weiter aus. (Auch das ist eine Entwicklung, der man sich nicht entgegenstemmen kann. Wir sind gerade dabei, die Zunahme des politische Nationalismus auf der ganzen Welt zu erleben…)
Die sofortige Positionierung von Alice Schwarzer bezüglich der angeblichen Vergewaltigung von »Claudia D.« durch Wetterfrosch Kachelmann und ihr schnell veröffentlichtes Buch (seltsam, einige Links zur Schwarzer-Homepage funktionieren nicht) habe ich ausgehalten, ohne mich in meinem Blog zu Wort zu melden. Auch habe ich nichts über die drohende Verschärfung des Prostitutionsgesetzes geschrieben. Alice Schwarzer hat gelernt, daß sich das Sex-Bäh-Bäh bezahlt macht. In Angela Merkels Zeiten gestaltet Politik nicht, sie läuft der öffentlichen Meinung einfach hinterher. Auch das ist zur Zeit so, und das wird sich auch wieder ändern.
Alice Schwarzer ist nun mal der Meinung, daß Prostitution abgeschafft gehört. Medienwirksam und politisch-selbstkritisch-korrekt lautet der Untertitel ihres Buches »ein deutscher Skandal«. Und 90 deutsche Promis haben sich von Alice bequatschen lassen, politische Korrektheit zu demonstrieren und einen offenen Brief an Kanzlerin Merkel zu schreiben. (Angie wird natürlich wieder genauso klar Stellung beziehen wie zu Fukushima.) Was an dem Skandal deutsch ist, darüber wird sich Alice in einigen Talkshows, zu denen sie eingeladen werden wird, publikumswirksam auslassen können. (Übrigens entsteht der Skandal hauptsächlich durch die Vermengung von Prostitution und Menschenhandel. Vielleicht forscht irgendwann ja mal jemand über die Ursachen von Prostitution. Und vielleicht hat Alice Schwarzer ja auch einen Rat für geile Behinderte: Wenn Behinderte Lust haben, Christian Maier, ZEIT Online, 07.01.2014)
- Sex-positiver Feminismus (Wikipedia)
- Annie Sprinkle (Wikipedia)
Was mich erschreckt, ist die Verschärfung der Prostitutionsgesetzgebung in mehreren europäischen Staaten:
- in Schweden wird Prostitution als erzwungene Handlung bzw. geschlechtsspezifische Gewalttat und als ernstes soziales Problem verstanden. Straftatbestand ist „die grobe Verletzung der Integrität einer Frau“. Bestraft wird der Freier. (Quelle: Bundesministerium für Familie usw.)
- Norwegen hat seit 2004 ein ähnliches Gesetz. (Quelle: Menschenhandel heute: »Den Prostituierten hilft das „feministische“ Prostitutionsgesetz am wenigsten«)
- In Frankreich sind seit 60 Jahren die Bordelle geschlossen, die französische Frauenministerin möchte Prostitution ganz abschaffen. Zukünftig sollen die Freier bestraft werden. (Quelle: SPIEGEL)
Daß die Gesellschaft auf einigen Augen blind ist, ist (notwendige?) Tatsache und vorläufig und nicht so schnell veränderbar. Es ist gut wenn wir Schubladen haben, und es ist praktisch, wenn die Anzahl der Schubladen nicht zu groß wird, das behindert den Überblick. Wir bejubeln Menschen wie Frank Ribéry oder Oliver Kahn für ihre sportlichen Einsatz und wollen von der anderen Seite der Medaille nichts wissen. Das Sexualleben von Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn dürfte inzwischen hinlänglich breitgetreten worden sein. Wer stellt sich die Frage, was der Job, den diese Menschen machen, mit diesen Menschen macht oder welches seelische Kostüm jemanden für einen solchen Job prädestiniert? Wenn ich mal Muße habe, schreibe ich einen Post über Valéry Giscard d’Estaing (, dem Affären mit Mireille Darc, Marthe Keller, Lady Di und einer der Frauen von Bokassa nachgesagt werden – ein Cousin soll inzwischen gößter Grundbesitzer der Republik Zentralafrika sein). Und Willy Brand war ebenfalls kein Kostverächter. (Damals hielten die Journalisten noch den Mund.)
Was mich jetzt wirklich freut ist, daß Alice Schwarzer allmählich Gegenwind bekommt:
Podiumsdiskussion mit Alice Schwarzer zum Thema Prostitution {6:05}
Nachdem Sabine Constabel von jungen osteuropäischen Frauen erzählte, von denen die meisten ungebildet seien und von denen viele in Deutschland bereits krank ankämen aufgrund schlechter medizinischer Versorgung in ihren Heimatländern, meldete sich eine bulgarische Sexarbeiterin zu Wort:
„3 Jahre arbeite ich im Laufhaus in Berlin, 4 Jahre vorher Artemis, 6 Jahre in anderem Laden. Ich hab noch nie eine Bulgarin getroffen, welche von sie sprechen, wo sie krank waren. ... 2 Frauen haben Schutz gesucht, die haben [die Polizei kontaktiert]. Wo treffen Sie diese Frauen?“
Bevor Constabel antworten kann, interveniert Alice Schwarzer: „Das ist doch einfach grotesk und dermaßen unglaubwürdig. Also, wir wissen jetzt einfach, 90 bis 95% der Frauen sind in schweren Notlagen und müssen sich... [Zwischenruf: „Wo sind die Zahlen?“]...können und müssen sich in Deutschland unter menschenunwürdigen Umständen prostituieren. Da gibt es anscheinend ein paar Prozent sehr fröhlicher Prostituierter, bitteschön, unbenommen. Wie werden nicht hinter Ihnen herstiefeln und Ihnen das verbieten. So, es gibt hier um ein anderes Problem. Bitte, wer will noch was sagen? Ach so, Entschuldigung. Sabine Constabel wollte etwas...“
Sabine Constabel: „Ich finde, es war ‘ne klare Frage, ich kann drauf antworten. Die Frage war ja wie ich die treffe oder wie ich auf die komm‘. Das ist ziemlich einfach. Also, wir haben Sprachmittlerinnen, Bulgarinnen, und die Bulgarinnen gehen in die Bordelle, die Bulgarinnen machen den Kontakt in die Modellwohnungen, sie sind auf der Straße, sind da ziemlich schnell bekannt unter den Frauen, und das Problem sind immer die Frauen, die nicht Deutsch sprechen oder nicht genügend Deutsch sprechen, und die kommen dann letztendlich über die Sprachmittlerinnen. Die rufen die an, haben die Telefonnummer, und kommen dann so in die Beratung.
Alice Schwarzer: „Okay, der Herr hat sich schon länger gemeldet. Wenn man ihm... Er kämpft sich grad zum Mikro. Da ist er auch schon.“
Tanja Gangarova (Fachreferentin Migration, Deutsche AIDS-Hilfe) „Ja, guten Abend...“
Alice Schwarzer: „Ich würde sagen, noch zwei, drei Fragen, dann...“
Tanja Gangarova: „Also, ich würde nur gerne zwei, drei Kommentare abgeben. Mein Name ist Tanja Gangarova, ich bin Sozialwissenschaftlerin und ich leite die Bereiche Migration und Sexarbeit und Internationales bei dem Bundesverband der deutschen AIDS-Hilfe. Wir sind ein Verband, was mittlerweile aus 130 Organisationen besteht, und im Namen dessen stehe ich heute da, weil wir grundsätzlich den Appell gegen Prostitution ablehnen, und ich sag‘ Ihnen dazu, hier findet auch heute eine ganz gefährliche Vermengung von Sexarbeit und Menschenhandel statt. [Applaus] Aus unserer Sicht kann eine konstruktive Kommunikation erst dann geschehen, wenn [es] eine klare Trennung zwischen diesen zwei Bereichen gibt. Für den Menschenhandel gibt es in Deutschland, nicht nur in der Sexarbeit, auch in jedem anderen gesellschaftlichen Zusammenhang das Strafrecht, und das ist auch gut so. Nicht nur Sexarbeiterinnen, auch Sexarbeiter, denn Sie vergessen das auch noch [Applaus] entscheiden sich selbständig, selbst wenn sie aus prekären Situationen kommen, denn ich komme selber aus Bulgarien, sind sie handelnde Subjekte.“
Alice Schwarzer versucht zu unterbrechen, aber Tanja Gangarova fügt an: „Letzter Kommentar. Ich habe international in diversen Ländern gearbeitet und ich kann Ihnen aus der Präventionsperspektive sagen, dass Verbote und Kriminalisierung haben noch nie dazu geführt, dass es keine Sexarbeit mehr gibt. [Applaus]
Alice Schwarzer: „Wir haben schon verstanden. Frau Constabel möchte...“
Tanja Gangarova: „Ich würde sehr gerne sagen auch etwas zu dem schwedischen Modell, weil das ist alles Quatsch. Das schwedische Modell hat dazu geführt, dass Prostitution nicht mehr sichtbar ist auf der Straße. [Rest nicht hörbar, Gangarova weist darauf hin, dass sich die Situation für Sexarbeiterinnen nicht verbessert hat.] [Tosender Applaus]
Alice Schwarzer: „Also, ich darf Ihnen sagen, dass die EMMA gerade mit der schwedischen Botschaft im Frühjahr einen Kongress plant, und da lassen wir mal die Leute kommen und werden sie genau befragen, und sie können es berichten.
Auf Unruhe im Publikum reagiert Alice Schwarzer mit der Bemerkung: „Ideologie sticht Realität, ‘ne? Ihr wollt das einfach nicht hören.“ [Gelächter von Schwarzers Gegner_innen, Applaus von ihren Unterstützer_innen] „Ich erlebe das nicht zum ersten Mal.“
siehe auch:
- Quatsch, der sich Feminismus nennt (der Freitag, 23.07.2014)
Debatten Am angeblichen Genderwahn, dem Binnen-I oder der Sichtweise auf Geschlecht als soziales Konstrukt arbeiten sich Feuilletonisten und Kolumnisten gern ab.
- Prostitution – Tun Sexarbeiterinnen ihre Arbeit gern? (Feuilleton der FAZ vom 19.11.2013)
Sex für Menschen mit Behinderungen (2018) Sexualbegleitung {29:01}
- Alice Schwarzer sieht Rot (neues deutschland vom 16.11.2013)
- Eine Feministin auf Abwegen – "Halt die Klappe, Alice!" (n-tv vom 15.11.2013)
- Anti-Prostitution-Debatte: Brüllen und blitzen gegen Alice (SPIEGEL-Online vom 15.11.2013)
- »Natürlich nehmen wir den Mann mit.« (Post, 22.04.2012)
Wie entwertend Alice Schwarzer mit Menschen, die eine andere Meinung haben, umgeht (und wie souverän Esther Vilar das nimmt), sieht man hier an einem Video aus dem Jahr 1975.
ALICE SCHWARZER vs. ESTHER VILAR | Die ganze Sendung! {42:41}
Wie lange habe ich mich an der Frau abgekämpft! Schon als Spät-Pubertierender war mir schleierhaft, wie junge Frauen in meiner Umgebung verbal auf männliches Verhalten draufhauen konnten, gleichzeitig aber von James Bond begeistert waren oder mit den schlimmsten Casanovas oder Macho-Arschlöchern in die Federn stiegen oder Beziehungen eingingen. Was war ich verwirrt! Ich tröstete mich mit dem Freud-Spruch: Die große Frage, die ich trotz meines dreißigjährigen Studiums der weiblichen Seele nicht zu beantworten vermag, lautet: 'Was will eine Frau?'. Wie lange habe ich versucht, es Frauen recht zu machen!
Bis ich als Therapeut mit einer Reihe von Patientinnen konfrontiert wurde, denen man es nicht recht machen kann…
Wer meine Blogs verfolgt hat, hat mitbekommen, daß ich gegen Alices ZEIT-Artikel über das Attentat von Winnenden geschrieben habe (Gewalt durch Männer, Gewalt durch Frauen: Im Inneren des Walfischs, vom 11.05.2009), über die Entlassung von Goslars Gleichstellungsbeauftragter Monika Ebeling (Monika Ebeling als Gleichstellungsbeauftrage vom Rat der Stadt Goslar abgewählt, vom 28.5.2011), ich habe über ein Antifeminismustreffen geschrieben (2. Internationales Antifeminismus-Treffen vom 25. Juni 2011, vom 31.5.2011) und Frauengewalt (vom 28.5.2011). Auch habe ich auf einen Kommentar in der ZEIT zu den Kommentaren über die Finanzkrise hingewiesen. (»Natürlich nehmen wir den Mann mit«, Psychoblog-Post vom 22.4.2012)
Vor kurzem nun habe ich beschlossen, auf feministische Artikel nicht mehr einzugehen. Wenn die Frauen und Männer, die solche Artikel schreiben oder lesen, das brauchen (oder zu brauchen glauben), dann ist das so. Dem Ausagieren von Bedürfnissen ist mit vernünftigen Argumenten nicht beizukommen. Nicht nur Sex sells, auch Opfer sells (siehe Niki de Saint Phalle, die vermeintlich ihr ganzes Leben lang den sexuellen Mißbrauch ihres Vaters publikumswirksam verarbeitete), und wenn unsere sich aufgeklärt gebende Gesellschaft etwas von den 68ern gelernt hat, ist das die Fähigkeit, sich moralisch zu empören. Wir sind immer die Guten, und wer da querschießt (Philipp Jenninger, Eva Herman, Thilo Sarrazin), wird abgesägt. Fertig! (Begriffsherkunft Sündenbock bei Wikipedia) Über die Tatsache, daß wir für das Vermeiden fundierter öffentlicher Debatten werden bezahlen müssen, weil wir damit politisch rechten Kräften das Feld überlassen, lasse ich mich nicht weiter aus. (Auch das ist eine Entwicklung, der man sich nicht entgegenstemmen kann. Wir sind gerade dabei, die Zunahme des politische Nationalismus auf der ganzen Welt zu erleben…)
Die sofortige Positionierung von Alice Schwarzer bezüglich der angeblichen Vergewaltigung von »Claudia D.« durch Wetterfrosch Kachelmann und ihr schnell veröffentlichtes Buch (seltsam, einige Links zur Schwarzer-Homepage funktionieren nicht) habe ich ausgehalten, ohne mich in meinem Blog zu Wort zu melden. Auch habe ich nichts über die drohende Verschärfung des Prostitutionsgesetzes geschrieben. Alice Schwarzer hat gelernt, daß sich das Sex-Bäh-Bäh bezahlt macht. In Angela Merkels Zeiten gestaltet Politik nicht, sie läuft der öffentlichen Meinung einfach hinterher. Auch das ist zur Zeit so, und das wird sich auch wieder ändern.
Alice Schwarzer ist nun mal der Meinung, daß Prostitution abgeschafft gehört. Medienwirksam und politisch-selbstkritisch-korrekt lautet der Untertitel ihres Buches »ein deutscher Skandal«. Und 90 deutsche Promis haben sich von Alice bequatschen lassen, politische Korrektheit zu demonstrieren und einen offenen Brief an Kanzlerin Merkel zu schreiben. (Angie wird natürlich wieder genauso klar Stellung beziehen wie zu Fukushima.) Was an dem Skandal deutsch ist, darüber wird sich Alice in einigen Talkshows, zu denen sie eingeladen werden wird, publikumswirksam auslassen können. (Übrigens entsteht der Skandal hauptsächlich durch die Vermengung von Prostitution und Menschenhandel. Vielleicht forscht irgendwann ja mal jemand über die Ursachen von Prostitution. Und vielleicht hat Alice Schwarzer ja auch einen Rat für geile Behinderte: Wenn Behinderte Lust haben, Christian Maier, ZEIT Online, 07.01.2014)
Denn viele erwachsene Behinderte haben unerfüllte sexuelle Bedürfnisse. Manche von ihnen grapschen, andere werden traurig oder aggressiv. Doch mit mehrfach Behinderten oder Autisten kann man unmöglich in den Puff gehen.siehe auch:
[aus o.g. ZEIT-Artikel]
- Sex-positiver Feminismus (Wikipedia)
- Annie Sprinkle (Wikipedia)
Was mich erschreckt, ist die Verschärfung der Prostitutionsgesetzgebung in mehreren europäischen Staaten:
- in Schweden wird Prostitution als erzwungene Handlung bzw. geschlechtsspezifische Gewalttat und als ernstes soziales Problem verstanden. Straftatbestand ist „die grobe Verletzung der Integrität einer Frau“. Bestraft wird der Freier. (Quelle: Bundesministerium für Familie usw.)
- Norwegen hat seit 2004 ein ähnliches Gesetz. (Quelle: Menschenhandel heute: »Den Prostituierten hilft das „feministische“ Prostitutionsgesetz am wenigsten«)
- In Frankreich sind seit 60 Jahren die Bordelle geschlossen, die französische Frauenministerin möchte Prostitution ganz abschaffen. Zukünftig sollen die Freier bestraft werden. (Quelle: SPIEGEL)
Daß die Gesellschaft auf einigen Augen blind ist, ist (notwendige?) Tatsache und vorläufig und nicht so schnell veränderbar. Es ist gut wenn wir Schubladen haben, und es ist praktisch, wenn die Anzahl der Schubladen nicht zu groß wird, das behindert den Überblick. Wir bejubeln Menschen wie Frank Ribéry oder Oliver Kahn für ihre sportlichen Einsatz und wollen von der anderen Seite der Medaille nichts wissen. Das Sexualleben von Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn dürfte inzwischen hinlänglich breitgetreten worden sein. Wer stellt sich die Frage, was der Job, den diese Menschen machen, mit diesen Menschen macht oder welches seelische Kostüm jemanden für einen solchen Job prädestiniert? Wenn ich mal Muße habe, schreibe ich einen Post über Valéry Giscard d’Estaing (, dem Affären mit Mireille Darc, Marthe Keller, Lady Di und einer der Frauen von Bokassa nachgesagt werden – ein Cousin soll inzwischen gößter Grundbesitzer der Republik Zentralafrika sein). Und Willy Brand war ebenfalls kein Kostverächter. (Damals hielten die Journalisten noch den Mund.)
Was mich jetzt wirklich freut ist, daß Alice Schwarzer allmählich Gegenwind bekommt:
Podiumsdiskussion mit Alice Schwarzer zum Thema Prostitution {6:05}
Sissy2004
Am 15.11.2013 veröffentlicht
Am 15.11.2013 veröffentlicht
14.11.2013
Niederschrift des Diskussionsausschnitts durch Matt Lehmann (Danke!):Nachdem Sabine Constabel von jungen osteuropäischen Frauen erzählte, von denen die meisten ungebildet seien und von denen viele in Deutschland bereits krank ankämen aufgrund schlechter medizinischer Versorgung in ihren Heimatländern, meldete sich eine bulgarische Sexarbeiterin zu Wort:
„3 Jahre arbeite ich im Laufhaus in Berlin, 4 Jahre vorher Artemis, 6 Jahre in anderem Laden. Ich hab noch nie eine Bulgarin getroffen, welche von sie sprechen, wo sie krank waren. ... 2 Frauen haben Schutz gesucht, die haben [die Polizei kontaktiert]. Wo treffen Sie diese Frauen?“
Bevor Constabel antworten kann, interveniert Alice Schwarzer: „Das ist doch einfach grotesk und dermaßen unglaubwürdig. Also, wir wissen jetzt einfach, 90 bis 95% der Frauen sind in schweren Notlagen und müssen sich... [Zwischenruf: „Wo sind die Zahlen?“]...können und müssen sich in Deutschland unter menschenunwürdigen Umständen prostituieren. Da gibt es anscheinend ein paar Prozent sehr fröhlicher Prostituierter, bitteschön, unbenommen. Wie werden nicht hinter Ihnen herstiefeln und Ihnen das verbieten. So, es gibt hier um ein anderes Problem. Bitte, wer will noch was sagen? Ach so, Entschuldigung. Sabine Constabel wollte etwas...“
Sabine Constabel: „Ich finde, es war ‘ne klare Frage, ich kann drauf antworten. Die Frage war ja wie ich die treffe oder wie ich auf die komm‘. Das ist ziemlich einfach. Also, wir haben Sprachmittlerinnen, Bulgarinnen, und die Bulgarinnen gehen in die Bordelle, die Bulgarinnen machen den Kontakt in die Modellwohnungen, sie sind auf der Straße, sind da ziemlich schnell bekannt unter den Frauen, und das Problem sind immer die Frauen, die nicht Deutsch sprechen oder nicht genügend Deutsch sprechen, und die kommen dann letztendlich über die Sprachmittlerinnen. Die rufen die an, haben die Telefonnummer, und kommen dann so in die Beratung.
Alice Schwarzer: „Okay, der Herr hat sich schon länger gemeldet. Wenn man ihm... Er kämpft sich grad zum Mikro. Da ist er auch schon.“
Tanja Gangarova (Fachreferentin Migration, Deutsche AIDS-Hilfe) „Ja, guten Abend...“
Alice Schwarzer: „Ich würde sagen, noch zwei, drei Fragen, dann...“
Tanja Gangarova: „Also, ich würde nur gerne zwei, drei Kommentare abgeben. Mein Name ist Tanja Gangarova, ich bin Sozialwissenschaftlerin und ich leite die Bereiche Migration und Sexarbeit und Internationales bei dem Bundesverband der deutschen AIDS-Hilfe. Wir sind ein Verband, was mittlerweile aus 130 Organisationen besteht, und im Namen dessen stehe ich heute da, weil wir grundsätzlich den Appell gegen Prostitution ablehnen, und ich sag‘ Ihnen dazu, hier findet auch heute eine ganz gefährliche Vermengung von Sexarbeit und Menschenhandel statt. [Applaus] Aus unserer Sicht kann eine konstruktive Kommunikation erst dann geschehen, wenn [es] eine klare Trennung zwischen diesen zwei Bereichen gibt. Für den Menschenhandel gibt es in Deutschland, nicht nur in der Sexarbeit, auch in jedem anderen gesellschaftlichen Zusammenhang das Strafrecht, und das ist auch gut so. Nicht nur Sexarbeiterinnen, auch Sexarbeiter, denn Sie vergessen das auch noch [Applaus] entscheiden sich selbständig, selbst wenn sie aus prekären Situationen kommen, denn ich komme selber aus Bulgarien, sind sie handelnde Subjekte.“
Alice Schwarzer versucht zu unterbrechen, aber Tanja Gangarova fügt an: „Letzter Kommentar. Ich habe international in diversen Ländern gearbeitet und ich kann Ihnen aus der Präventionsperspektive sagen, dass Verbote und Kriminalisierung haben noch nie dazu geführt, dass es keine Sexarbeit mehr gibt. [Applaus]
Alice Schwarzer: „Wir haben schon verstanden. Frau Constabel möchte...“
Tanja Gangarova: „Ich würde sehr gerne sagen auch etwas zu dem schwedischen Modell, weil das ist alles Quatsch. Das schwedische Modell hat dazu geführt, dass Prostitution nicht mehr sichtbar ist auf der Straße. [Rest nicht hörbar, Gangarova weist darauf hin, dass sich die Situation für Sexarbeiterinnen nicht verbessert hat.] [Tosender Applaus]
Alice Schwarzer: „Also, ich darf Ihnen sagen, dass die EMMA gerade mit der schwedischen Botschaft im Frühjahr einen Kongress plant, und da lassen wir mal die Leute kommen und werden sie genau befragen, und sie können es berichten.
Auf Unruhe im Publikum reagiert Alice Schwarzer mit der Bemerkung: „Ideologie sticht Realität, ‘ne? Ihr wollt das einfach nicht hören.“ [Gelächter von Schwarzers Gegner_innen, Applaus von ihren Unterstützer_innen] „Ich erlebe das nicht zum ersten Mal.“
siehe auch:
- Quatsch, der sich Feminismus nennt (der Freitag, 23.07.2014)
Debatten Am angeblichen Genderwahn, dem Binnen-I oder der Sichtweise auf Geschlecht als soziales Konstrukt arbeiten sich Feuilletonisten und Kolumnisten gern ab.
- Prostitution – Tun Sexarbeiterinnen ihre Arbeit gern? (Feuilleton der FAZ vom 19.11.2013)
Sex für Menschen mit Behinderungen (2018) Sexualbegleitung {29:01}
Lieber Medizin
Am 02.09.2018 veröffentlicht
Am 02.09.2018 veröffentlicht
Text: Youtube
- Eine Feministin auf Abwegen – "Halt die Klappe, Alice!" (n-tv vom 15.11.2013)
- Anti-Prostitution-Debatte: Brüllen und blitzen gegen Alice (SPIEGEL-Online vom 15.11.2013)
- »Natürlich nehmen wir den Mann mit.« (Post, 22.04.2012)
Wie entwertend Alice Schwarzer mit Menschen, die eine andere Meinung haben, umgeht (und wie souverän Esther Vilar das nimmt), sieht man hier an einem Video aus dem Jahr 1975.
ALICE SCHWARZER vs. ESTHER VILAR | Die ganze Sendung! {42:41}
FMD's TV-Channel
Am 16.01.2014 veröffentlicht
Am 16.01.2014 veröffentlicht
Im Februar 1975 strahlte das WDR Fernsehen ein unmoderiertes Streitgespräch zwischen Alice Schwarzer (Journalistin und Publizistin) und Esther Vilar (Autorin) aus, welches darauf in den Massenmedien ausführlich kommentiert wurde. Vilar hatte in ihrem Buch "Der dressierte Mann" mit der These provoziert, dass nicht die Frau durch den Mann unterdrückt werde, sondern umgekehrt der Mann durch die Frau. Das Buch war in feministischen Kreisen sehr umstritten, da es, so die Meinung der Kritikerinnen, sexistische Vorurteile weiterverbreite. Schwarzer erklärte unter anderem, Vilar sei zynisch, eine Verräterin am eigenen Geschlecht und "nicht nur Sexistin, sondern Faschistin". In dieser Auseinandersetzung hob Alice Schwarzer nachdrücklich hervor, dass das Ziel des feministischen Kampfes keineswegs eine Angleichung an die männliche Lebensform sei.
Original-Titel der Sendung 1975:
"ALICE KONTRA ESTHER - EIN STREITGESPRÄCH ZWISCHEN ESTHER VILAR und ALICE SCHWARZER"
"Nicht unsere Integrierung ist wünschenswert, nicht die Vermännlichung der Frauen, sondern die Vermenschlichung der Geschlechter."
- Alice Schwarzer (1975)
"Die Frauen können wählen, und das ist es, was sie den Männern so unendlich überlegen macht: Jede von ihnen hat die Wahl zwischen der Lebensform eines Mannes und der eines dummen, parasitären Luxusgeschöpfes - und so gut wie jede wählt für sich die zweite Möglichkeit. Der Mann hat diese Wahl nicht."
- Esther Vilar ("Der dressierte Mann", 1971)
Infos zu Alice Schwarzer: http://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Sc...
Infos zu Esther Vilar: http://de.wikipedia.org/wiki/Esther_V...
Original-Titel der Sendung 1975:
"ALICE KONTRA ESTHER - EIN STREITGESPRÄCH ZWISCHEN ESTHER VILAR und ALICE SCHWARZER"
"Nicht unsere Integrierung ist wünschenswert, nicht die Vermännlichung der Frauen, sondern die Vermenschlichung der Geschlechter."
- Alice Schwarzer (1975)
"Die Frauen können wählen, und das ist es, was sie den Männern so unendlich überlegen macht: Jede von ihnen hat die Wahl zwischen der Lebensform eines Mannes und der eines dummen, parasitären Luxusgeschöpfes - und so gut wie jede wählt für sich die zweite Möglichkeit. Der Mann hat diese Wahl nicht."
- Esther Vilar ("Der dressierte Mann", 1971)
Infos zu Alice Schwarzer: http://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Sc...
Infos zu Esther Vilar: http://de.wikipedia.org/wiki/Esther_V...
zuletzt aktualisiert am 05.08.2020
Freitag, 15. November 2013
Akte Christian Wulff - Absturz eines Bundespräsidenten
Akte Christian Wulff - Absturz eines Bundespräsidenten [Doku] {28:12}
DokuTV
Am 15.11.2013 veröffentlicht
Am 15.11.2013 veröffentlicht
Die Akte Christian Wulff - Absturz eines Bundespräsidenten
Der Fall Wulff ist einzigartig: ein rasanter Aufstieg bis ins höchste Staatsamt, dann der brutale Absturz -- persönlich wie politisch. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik steht ein ehemaliger Bundespräsident vor Gericht.
Der Fall Wulff ist einzigartig: ein rasanter Aufstieg bis ins höchste Staatsamt, dann der brutale Absturz -- persönlich wie politisch. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik steht ein ehemaliger Bundespräsident vor Gericht.
Geschichtsfrage
Was wurde 1992 im Vertrag von Maastricht festgeschrieben?
■ die Gründung der Europäischen Union/EU
■ die Reisefreiheit in den Ländern der EU
■ die Osterweiterung der EU
Mittwoch, 13. November 2013
Heute vor 106 Jahren – 13. November 1907: Paul Cornu läßt den ersten Hubschrauber fliegen
Der Helikopter-Mann
Der Franzose Paul Cornu (1881-1944) war einer jener Tüftler, Erfinder und Visionäre, mit denen die Geschichte der Luftfahrt begann. Im normannischen Lisieux fabrizierte und reparierte er u. a. Fahrräder. Eines Tages wollte er sich nicht mehr mit der Fortbewegung auf der Erde begnügen. Im Alter von 24 Jahren entwickelte er den ersten Prototypen eines Helikopters: Er besaß zwei Rotoren, die an den Enden eines Metallrahmens befestigt waren, und einen 2 PS starken Motor. Die Maschine machte vor Publikum einige Sprünge in die Luft und bestärkte Cornu in dem Glauben, auf dem richtigen Weg zu sein. Er fand Sponsoren und begann Ende 1906, eine solidere Version zu konstruieren.
Mit einem V-förmigen Rahmen, zwei gegenläufigen Drehflügeln und einem 24 PS starken Motor ging Cornu am 13. November 1907 in die Geschichte der Fliegerei ein. In etwa 20 Sek. Flugzeit erreichte das »fliegende Fahrrad" etwa 30 cm Höhe - es war der erste freie Hubschrauberflug. Der erste Helikopter erwies sich jedoch als nicht steuerbar und Cornu gab das Projekt wenig später auf. Der Durchbruch bei der Hubschrauberkonstruktion ließ noch Jahrzehnte auf sich warten.
Was am 13. Novemher noch geschah:
1994: In Schweden stimmt die Mehrheit der Bevölkerung für den Beitritt zur EU.
Der Franzose Paul Cornu (1881-1944) war einer jener Tüftler, Erfinder und Visionäre, mit denen die Geschichte der Luftfahrt begann. Im normannischen Lisieux fabrizierte und reparierte er u. a. Fahrräder. Eines Tages wollte er sich nicht mehr mit der Fortbewegung auf der Erde begnügen. Im Alter von 24 Jahren entwickelte er den ersten Prototypen eines Helikopters: Er besaß zwei Rotoren, die an den Enden eines Metallrahmens befestigt waren, und einen 2 PS starken Motor. Die Maschine machte vor Publikum einige Sprünge in die Luft und bestärkte Cornu in dem Glauben, auf dem richtigen Weg zu sein. Er fand Sponsoren und begann Ende 1906, eine solidere Version zu konstruieren.
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| Zum 100-jährigen Jubiläum 2007 wurde der Flug mit dem »fliegenden Fahrrad« nachgestellt |
Mit einem V-förmigen Rahmen, zwei gegenläufigen Drehflügeln und einem 24 PS starken Motor ging Cornu am 13. November 1907 in die Geschichte der Fliegerei ein. In etwa 20 Sek. Flugzeit erreichte das »fliegende Fahrrad" etwa 30 cm Höhe - es war der erste freie Hubschrauberflug. Der erste Helikopter erwies sich jedoch als nicht steuerbar und Cornu gab das Projekt wenig später auf. Der Durchbruch bei der Hubschrauberkonstruktion ließ noch Jahrzehnte auf sich warten.
Was am 13. Novemher noch geschah:
1994: In Schweden stimmt die Mehrheit der Bevölkerung für den Beitritt zur EU.
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013
Montag, 11. November 2013
Heute vor 95 Jahren – 11. November 1918: Ende des Ersten Weltkriegs
Die »Urkatastrophe« des 20. Jahrhunderts
Lange stand der Erste Weltkrieg im historischen Bewusstsein im Schatten des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. In den letzten bei den Jahrzehnten jedoch hat er wieder die Aufmerksamkeit gewonnen, die er als »Urkatastrophe« des blutigen 20. Jahrhunderts verdient. Der »Große Krieg« – wie er in Frankreich genannt wird – war der erste »moderne« Krieg und führte in eine Epoche hemmungsloser Gewaltpolitik. Er hat die Geschichte des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt.
Als der Erste Weltkrieg (1914-18) heute vor 95 Jahren mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrags zu Ende ging, hatte er weltweit etwa 9 Mio. Soldaten und 6 Mio. Zivilisten das Leben gekostet. Tiefgreifende politische und soziale Umwälzungen waren die Folge, Monarchien zerbrachen, revolutionäre Wirren heizten die Situation an. Das weltwirtschaftliehe System war in seinen Grundlagen erschüttert, Inflation und Hungerkrisen brachten Not und Elend über die Bevölkerung. Das Trauma der Niederlage und der »Demütigungen« durch die folgenden Friedensverträge schufen in Deutschland den Nährboden für den Nationalsozialismus.
Gefallene Soldaten 1914-18
■ Deutschland: 2,04 Mio.
■ Russland: 1,85 Mio.
■ Frankreich: 1,3 Mio.
■ Österreich-Ungarn: 1,2 Mio.
■ Großbritannien: 0,85 Mio.
Lange stand der Erste Weltkrieg im historischen Bewusstsein im Schatten des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. In den letzten bei den Jahrzehnten jedoch hat er wieder die Aufmerksamkeit gewonnen, die er als »Urkatastrophe« des blutigen 20. Jahrhunderts verdient. Der »Große Krieg« – wie er in Frankreich genannt wird – war der erste »moderne« Krieg und führte in eine Epoche hemmungsloser Gewaltpolitik. Er hat die Geschichte des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt.
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| In New Yorks 42. Straße feiern Menschen die Kapitulation Deutschlands, November 1918 |
Als der Erste Weltkrieg (1914-18) heute vor 95 Jahren mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrags zu Ende ging, hatte er weltweit etwa 9 Mio. Soldaten und 6 Mio. Zivilisten das Leben gekostet. Tiefgreifende politische und soziale Umwälzungen waren die Folge, Monarchien zerbrachen, revolutionäre Wirren heizten die Situation an. Das weltwirtschaftliehe System war in seinen Grundlagen erschüttert, Inflation und Hungerkrisen brachten Not und Elend über die Bevölkerung. Das Trauma der Niederlage und der »Demütigungen« durch die folgenden Friedensverträge schufen in Deutschland den Nährboden für den Nationalsozialismus.
Gefallene Soldaten 1914-18
■ Deutschland: 2,04 Mio.
■ Russland: 1,85 Mio.
■ Frankreich: 1,3 Mio.
■ Österreich-Ungarn: 1,2 Mio.
■ Großbritannien: 0,85 Mio.
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013
Sonntag, 10. November 2013
Kinoempfehlung: Die andere Heimat von Edgar Reitz
Edgar Reitz’ mit Preisen überhäufte Filmstaffel-Trilogie Heimat entwickelte sich in einer für den Filmemacher prekären finanziellen Situation aus einem Dokumentarfilm über seine (und auch meine) Heimat, den Hunsrück.
Heimat-Trilogy (Heimat / Heimat II / Heimat 3) - Deutscher Trailer mit engl. UT [6:30]
Heimat Edgar Reitz Intro Folge 4 1938 [2:52] Veröffentlicht am 03.02.2010
Der erste Film der Trilogie (»Heimat – eine deutsche Chronik«) wurde 1981/82 gedreht und erzählt in elf Episoden von durchschnittlich eineinhalb Stunden Länge die Geschichte Bauersfrau Maria Simon in dem fiktiven Ort Schabbach in der näheren Umgebung der Edelsteinstadt Idar-Oberstein zwischen ihrem 19. (1919) und 82. Lebensjahr (1982). Diesen Film muß man einmal gesehen haben.
Der zweite Film (»Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend«, 13 Teile von je fast 2 Stunden Länge) begleitet Hermann Simon, Marias Sohn, vom Abitur 1960 über das Musikstudium in München bis zu seiner Rückkehr nach Schabbach 1970.
Der dritte Teil (»Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende«, 6 Teile von ca. 90 Minuten Länge) führt die Personen der beiden ersten Filme wieder zusammen und beschreibt die gesellschaftlichen Veränderungen nach der deutschen Wiedervereinigung in den Jahren 1989 bis 2000.
Der Epilog (»Heimat-Fragmente – Die Frauen«) besteht aus einem Zusammenschnitt nicht verwendeter Szenen aus der Trilogie. In der Rahmenhandlung geht es um die Suche nach den Wurzeln von Hermann Simons Tochter Lulu.
Filmkulissen (DIE ANDERE HEIMAT) in ,,Schabbach" Gehlweiler. Schaulustige, Bewohner & Pferdegespanne [22:02]
2012 drehte Edgar Reitz (mit nunmehr 80 Jahren) in dem Ort Gehlweiler (37 Kilometer von Idar-Oberstein) sein Alterswerk: »Die andere Heimat«, ein Prequel, das in den Jahren 1840 bis 1843 spielt und die Geschichte eines Träumers erzählt, der nach Südamerika auswandern will und es dann schließlich doch nicht tut.
DIE ANDERE HEIMAT - Trailer #1 [2:24]
Veröffentlicht am 22.07.2013
Erster Trailer für "DIE ANDERE HEIMAT" von Edgar Reitz.
Kinostart 3.10.13
DIE ANDERE HEIMAT - Trailer #2 [2:21]
Veröffentlicht am 22.07.2013
Zweiter Trailer für "DIE ANDERE HEIMAT" von Edgar Reitz.
Kinostart 3.10.13
Der fast vier Stunden lange Film läuft als »Special« am 10.11. in den Hochhaus-Lichtspielen in der Matinee um 11:00 Uhr sowie im Kino am Raschplatz am Mittwoch, den 13.11. um 14:30 h und um 19:15 h.
Auf der Heimat-Fanpage gibt es alles mögliche Wissenswerte um die Heimat-Filme, unter anderem auch einen Link zu einem Artikel beim Volksfreund über Reitz’ verstorbenen Bruder Guido, dem er den Film gewidmet hat. Wer sich »Die andere Heimat« ansieht, versteht den Zusammenhang.
Filmkritik der FAZ
Making of Heimat [01:47]
Veröffentlicht am 22.08.2013
"Making of Heimat" porträtiert Edgar Reitz bei der Arbeit an seinem neuen Spielfilm "Die andere Heimat". Mit diesem Spielfilm versucht Edgar Reitz sowohl an seine weltberühmte "Heimat"-Trilogie, als auch an sein im Schatten stehendes Kinofrühwerk anzuknüpfen. Der Dokumentarfilm "Making of Heimat" beobachtet alle Produktionsschritte dieser Arbeit und blickt aus der Perspektive von Edgar Reitz auf die seltsame Welt der Filmherstellung.
Bayerischer Rundfunk: Making of Heimat (Sendedatum: 05.11.2013, 22:45h)
- Bildergalerie
Heimat-Trilogy (Heimat / Heimat II / Heimat 3) - Deutscher Trailer mit engl. UT [6:30]
Hochgeladen am 08.02.2008
(Heimat [DE 1981-1984] / Heimat II [DE 1988-1992]/ Heimat 3 [DE/GB 2002-2004])
German Title: Heimat / Die zweite Heimat / Heimat 3 - Chronik einer Zeitwende
Director: Edgar Reitz
Produktion Company: Edgar Reitz Filmproduktions GmbH (München)
Distributor: Edgar Reitz Filmproduktion (München) / Kinowelt Filmverleih GmbH (Leipzig)
© Edgar Reitz / Kinowelt
Produktion Company: Edgar Reitz Filmproduktions GmbH (München)
Distributor: Edgar Reitz Filmproduktion (München) / Kinowelt Filmverleih GmbH (Leipzig)
© Edgar Reitz / Kinowelt
Heimat Edgar Reitz Intro Folge 4 1938 [2:52] Veröffentlicht am 03.02.2010
Heimat ist der Titel einer Film-Trilogie von Regisseur und Autor Edgar Reitz
Der erste Film der Trilogie (»Heimat – eine deutsche Chronik«) wurde 1981/82 gedreht und erzählt in elf Episoden von durchschnittlich eineinhalb Stunden Länge die Geschichte Bauersfrau Maria Simon in dem fiktiven Ort Schabbach in der näheren Umgebung der Edelsteinstadt Idar-Oberstein zwischen ihrem 19. (1919) und 82. Lebensjahr (1982). Diesen Film muß man einmal gesehen haben.
Der zweite Film (»Die zweite Heimat – Chronik einer Jugend«, 13 Teile von je fast 2 Stunden Länge) begleitet Hermann Simon, Marias Sohn, vom Abitur 1960 über das Musikstudium in München bis zu seiner Rückkehr nach Schabbach 1970.
Der dritte Teil (»Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende«, 6 Teile von ca. 90 Minuten Länge) führt die Personen der beiden ersten Filme wieder zusammen und beschreibt die gesellschaftlichen Veränderungen nach der deutschen Wiedervereinigung in den Jahren 1989 bis 2000.
Der Epilog (»Heimat-Fragmente – Die Frauen«) besteht aus einem Zusammenschnitt nicht verwendeter Szenen aus der Trilogie. In der Rahmenhandlung geht es um die Suche nach den Wurzeln von Hermann Simons Tochter Lulu.
Filmkulissen (DIE ANDERE HEIMAT) in ,,Schabbach" Gehlweiler. Schaulustige, Bewohner & Pferdegespanne [22:02]
Veröffentlicht am 12.09.2013
http://www.gmvideoproduktion.de/ Ausschnitte aus einem 38 Min. Doku. Film. Ein Dorf verwandelte sich für den neuen Edgar Reitz-Film ,,Die andere Heimat"
Mit der Kamera an zwei Besucher Tagen das Geschehen spontan aufgenommen. Sehr viele Besucher im Ort, auch eine Familie aus Brasilien im Gespräch. Hinter den Kulissen, im ,,Schnee", staunende Besucher. Bei Schlierschied zufällig die ,,Auswanderer" mit Pferden u. Kutschen kurz vor dem Dreh noch interviewt und später bei den richtigen Filmaufnahmen aus der Ferne den Ablauf gefilmt. Bonus: Eindrücke von Gehlweiler ,,Schabbach" nach den Drehtagen 4 Monate danach.
2012 drehte Edgar Reitz (mit nunmehr 80 Jahren) in dem Ort Gehlweiler (37 Kilometer von Idar-Oberstein) sein Alterswerk: »Die andere Heimat«, ein Prequel, das in den Jahren 1840 bis 1843 spielt und die Geschichte eines Träumers erzählt, der nach Südamerika auswandern will und es dann schließlich doch nicht tut.
DIE ANDERE HEIMAT - Trailer #1 [2:24]
Veröffentlicht am 22.07.2013
Erster Trailer für "DIE ANDERE HEIMAT" von Edgar Reitz.
Kinostart 3.10.13
DIE ANDERE HEIMAT - Trailer #2 [2:21]
Veröffentlicht am 22.07.2013
Zweiter Trailer für "DIE ANDERE HEIMAT" von Edgar Reitz.
Kinostart 3.10.13
Der fast vier Stunden lange Film läuft als »Special« am 10.11. in den Hochhaus-Lichtspielen in der Matinee um 11:00 Uhr sowie im Kino am Raschplatz am Mittwoch, den 13.11. um 14:30 h und um 19:15 h.
Auf der Heimat-Fanpage gibt es alles mögliche Wissenswerte um die Heimat-Filme, unter anderem auch einen Link zu einem Artikel beim Volksfreund über Reitz’ verstorbenen Bruder Guido, dem er den Film gewidmet hat. Wer sich »Die andere Heimat« ansieht, versteht den Zusammenhang.
Filmkritik der FAZ
Making of Heimat [01:47]
Veröffentlicht am 22.08.2013
"Making of Heimat" porträtiert Edgar Reitz bei der Arbeit an seinem neuen Spielfilm "Die andere Heimat". Mit diesem Spielfilm versucht Edgar Reitz sowohl an seine weltberühmte "Heimat"-Trilogie, als auch an sein im Schatten stehendes Kinofrühwerk anzuknüpfen. Der Dokumentarfilm "Making of Heimat" beobachtet alle Produktionsschritte dieser Arbeit und blickt aus der Perspektive von Edgar Reitz auf die seltsame Welt der Filmherstellung.
Bayerischer Rundfunk: Making of Heimat (Sendedatum: 05.11.2013, 22:45h)
- Bildergalerie
zuletzt aktualisiert am 25.09.2014
Samstag, 9. November 2013
Heute vor 75 Jahren – 9./10. November 1918: Reichsprogromnacht
Der Auftakt zur Eliminierung
Nach über fünf Jahren systematischer Entrechtung und sozialer Isolierung, die auf eine stufenweise »Entjudung« aller Lebensbereiche der deutschen Gesellschaft zielten, markierte die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 den Auftakt zur Phase brachialer kollektiver Gewalt gegen die jüdischen Bürger. Als Vorwand für die organisierte Judenjagd diente dem Regime das Attentat auf einen Beamten der deutschen Botschaft in Paris.
Auf Weisung der NS-Führung übte die SA unter der aktiven Mithilfe ganz gewöhnlicher Bürger ,,Vergeltung« an den Juden. Überall im Deutschen Reich standen Synagogen in Flammen, juden wurden öffentlich misshandelt und getötet, ihre Geschäfte und Wohnungen zerstört und geplündert. In der Nacht und an den folgenden Tagen wurden 30.000 jüdische Männer verhaftet und in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt. Prügel und Demütigungen sollten den Willen der Menschen brechen und sie zur Auswanderung ohne ihre wirtschaftlichen Güter bewegen. Für die entstandenen Sachschäden machte man die Opfer verantwortlich und legte ihnen eine kollektive »Sühneleistung« in Form einer Sondersteuer in Höhe von 1 Mrd. Reichsmark auf.
Was am 9. November noch geschah:
1989: Die Grenzen der DDR werden geöffnet, ein erster Schritt zur Wiedervereinigung der bei den deutschen Staaten.
Nach über fünf Jahren systematischer Entrechtung und sozialer Isolierung, die auf eine stufenweise »Entjudung« aller Lebensbereiche der deutschen Gesellschaft zielten, markierte die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 den Auftakt zur Phase brachialer kollektiver Gewalt gegen die jüdischen Bürger. Als Vorwand für die organisierte Judenjagd diente dem Regime das Attentat auf einen Beamten der deutschen Botschaft in Paris.
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| Brennende Synagoge in Bielefeld, 9.11.1938 |
Auf Weisung der NS-Führung übte die SA unter der aktiven Mithilfe ganz gewöhnlicher Bürger ,,Vergeltung« an den Juden. Überall im Deutschen Reich standen Synagogen in Flammen, juden wurden öffentlich misshandelt und getötet, ihre Geschäfte und Wohnungen zerstört und geplündert. In der Nacht und an den folgenden Tagen wurden 30.000 jüdische Männer verhaftet und in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt. Prügel und Demütigungen sollten den Willen der Menschen brechen und sie zur Auswanderung ohne ihre wirtschaftlichen Güter bewegen. Für die entstandenen Sachschäden machte man die Opfer verantwortlich und legte ihnen eine kollektive »Sühneleistung« in Form einer Sondersteuer in Höhe von 1 Mrd. Reichsmark auf.
Was am 9. November noch geschah:
1989: Die Grenzen der DDR werden geöffnet, ein erster Schritt zur Wiedervereinigung der bei den deutschen Staaten.
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013
Die Nationalsozialisten lehnten die Psychoanalyse ab (siehe Wikipedia), die Bedeutung, die Freud den Trieben zuwies, widersprach der die arische Rasse verherrlichenden Nazi-Ideologie.
Anläßlich der Kundgebung der Deutschen Studentenschaft »wider den undeutschen Geist« wurden Freuds Bücher – zusammen mit denen 93 weiterer Autoren – am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz verbrannt. (siehe Wikipedia)
Wilhelm Reich, der 1930 in die KP eingetreten und 1933 vor allem wegen seines Buches »Massenpsychologie und Faschismus« (der ersten größeren, aus psychoanalytisch-gesellschaftskritischer Sicht geschriebene Auseinandersetzung mit dem Feschismus) wieder ausgeschlossen worden war, wurde auf Betreiben Freuds 1934 aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen (siehe Wikipedia). Er emigrierte erst nach Österreich, dann nach Dänemark, nach Verlust seiner Aufenthaltsgenehmigung nach Norwegen und schließlich 1939 in die USA.
siehe auch: Psychoanalytiker im Nationalsozialismus: „Durchschnittliche Deutsche“ (Deutsche Ärzteblatt aus 2002)
Die Nationalsozialisten lehnten die Psychoanalyse ab (siehe Wikipedia), die Bedeutung, die Freud den Trieben zuwies, widersprach der die arische Rasse verherrlichenden Nazi-Ideologie.
Anläßlich der Kundgebung der Deutschen Studentenschaft »wider den undeutschen Geist« wurden Freuds Bücher – zusammen mit denen 93 weiterer Autoren – am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz verbrannt. (siehe Wikipedia)
Wilhelm Reich, der 1930 in die KP eingetreten und 1933 vor allem wegen seines Buches »Massenpsychologie und Faschismus« (der ersten größeren, aus psychoanalytisch-gesellschaftskritischer Sicht geschriebene Auseinandersetzung mit dem Feschismus) wieder ausgeschlossen worden war, wurde auf Betreiben Freuds 1934 aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen (siehe Wikipedia). Er emigrierte erst nach Österreich, dann nach Dänemark, nach Verlust seiner Aufenthaltsgenehmigung nach Norwegen und schließlich 1939 in die USA.
Die DPG musste ihren Namen aufgeben und die Mitglieder sich in das März 1936 errichtete Deutsche Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie, unter der Leitung von Matthias Heinrich Göring („Göring-Institut“), eingliedern lassen (Arbeitsgruppe A). 1938 wurde die DPG auf Behördenanweisung offiziell aufgelöst. (siehe Wikipedia)
C. G. Jung, 1910-14 Präsident der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung, hatte 1913/14 mit Freud gebrochen und versuchte, mit abwertenden Artikeln über die jüdische Psychoanalyse sich den Nationalsozialisten anzubiedern. (siehe »C. G. Jung und der deutsche Faschismus«, Punkte 4.1-4.4, bei hausarbeiten.de)
Sigmund Freud wurde nach dem Anschluß Österreichs am 13. März 1938 von der Gestapo mit Hausdurchsuchungen und Befragungen seiner Tochter Anna gegängelt und konnte nach Intervention einiger bekannter Persönlichkeiten, zähen Verhandlungen und Zahlung einer »Reichsfluchtsteuer«, die Marie Bonaparte vorstreckte, am 4. Juni 1938 das Land verlassen. Vier seiner fünf Schwestern wurden in Konzentrationslagern ermordet.
Sigmund Freud wurde nach dem Anschluß Österreichs am 13. März 1938 von der Gestapo mit Hausdurchsuchungen und Befragungen seiner Tochter Anna gegängelt und konnte nach Intervention einiger bekannter Persönlichkeiten, zähen Verhandlungen und Zahlung einer »Reichsfluchtsteuer«, die Marie Bonaparte vorstreckte, am 4. Juni 1938 das Land verlassen. Vier seiner fünf Schwestern wurden in Konzentrationslagern ermordet.
siehe auch: Psychoanalytiker im Nationalsozialismus: „Durchschnittliche Deutsche“ (Deutsche Ärzteblatt aus 2002)
Freitag, 8. November 2013
Donnerstag, 7. November 2013
Heute vor 45 Jahren – 7. November 1968: Beate Klarsfeld ohrfeigt Bundeskanzler Kiesinger
Die »Nazijägerin« in Aktion
Die 1939 in Berlin geborene Französin Beate Klarsfeld ist in Deutschland vor allem durch spektakuläre Aktionen bekannt geworden, mit denen sie ehemalige Nationalsozialisten enttarnen wollte. Das größte Aufsehen erregte dabei ihre Handgreiflichkeit gegen Kurt Georg Kiesinger: Heute vor 45 Jahren, am 7. November 1968, schlug sie Kiesinger während des CDU-Parteitags in Berlin ins Gesicht, um damit auf dessen NSDAP-Mitgliedschaft und leitende Position in der Rundfunkpropaganda aufmerksam zu machen. Ein Schnellgericht verurteilte sie zu einem Jahr Gefängnis, später wurde das Urteil in vier Monate auf Bewährung umgewandelt.
Beate Klarsfeld hatte in Paris ihren späteren Mann, Serge Klarsfeld, kennengelernt, einen Juden, dessen Vater als Resistance-Kämpfer in Auschwitz ermordet worden war. Gemeinsam ging das Paar daran, auf Nationalsozialisten aufmerksam zu machen, die Schuld auf sich geladen hatten, aber dennoch unbehelligt weiterleben konnten. Zudem sammelten und veröffentlichen sie die Namen der etwa 80.000 ermordeten französischen Holocaustopfer.
Von den Klarsfelds enttarnt
■ Kurt Lischka, verantwortlich für die Deportation der französischen Juden
■ Klaus Barbie, Gestapo-Chef von Lyon [u.a. mitverantwortlich für den Tod von Jean Moulin]
■ Alois Brunner, Mitarbeiter eies SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann
siehe auch:
Marginalie: Wollte Beate Klarsfeld 1968 Geld vom SED-Regime? (gefunden auf Zettels Raum)
Klarsfeld und Kanzler Kiesinger (fr-online)
Eine Ohrfeige machte sie weltberühmt (Kölner Stadtanzeiger)
Angeblicher SED-Dank: Klarsfeld soll 2000 Mark für Kiesinger-Ohrfeige erhalten haben (SPIEGEL-Online)
Die 1939 in Berlin geborene Französin Beate Klarsfeld ist in Deutschland vor allem durch spektakuläre Aktionen bekannt geworden, mit denen sie ehemalige Nationalsozialisten enttarnen wollte. Das größte Aufsehen erregte dabei ihre Handgreiflichkeit gegen Kurt Georg Kiesinger: Heute vor 45 Jahren, am 7. November 1968, schlug sie Kiesinger während des CDU-Parteitags in Berlin ins Gesicht, um damit auf dessen NSDAP-Mitgliedschaft und leitende Position in der Rundfunkpropaganda aufmerksam zu machen. Ein Schnellgericht verurteilte sie zu einem Jahr Gefängnis, später wurde das Urteil in vier Monate auf Bewährung umgewandelt.
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| Bete Klarsfeld und ein Saaldiener auf der Zuschauertribüne des Bundestags in Bonn, April 1968 |
Beate Klarsfeld hatte in Paris ihren späteren Mann, Serge Klarsfeld, kennengelernt, einen Juden, dessen Vater als Resistance-Kämpfer in Auschwitz ermordet worden war. Gemeinsam ging das Paar daran, auf Nationalsozialisten aufmerksam zu machen, die Schuld auf sich geladen hatten, aber dennoch unbehelligt weiterleben konnten. Zudem sammelten und veröffentlichen sie die Namen der etwa 80.000 ermordeten französischen Holocaustopfer.
Von den Klarsfelds enttarnt
■ Kurt Lischka, verantwortlich für die Deportation der französischen Juden
■ Klaus Barbie, Gestapo-Chef von Lyon [u.a. mitverantwortlich für den Tod von Jean Moulin]
■ Alois Brunner, Mitarbeiter eies SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann
Brockhaus - Abentcucr Geschichte 2013
siehe auch:
Marginalie: Wollte Beate Klarsfeld 1968 Geld vom SED-Regime? (gefunden auf Zettels Raum)
Klarsfeld und Kanzler Kiesinger (fr-online)
Eine Ohrfeige machte sie weltberühmt (Kölner Stadtanzeiger)
Angeblicher SED-Dank: Klarsfeld soll 2000 Mark für Kiesinger-Ohrfeige erhalten haben (SPIEGEL-Online)
Mittwoch, 6. November 2013
Bis vor 700 Jahren – 8.-13. Jh.: Das Kalifat der Abbasiden in Bagdad
Arabiens goldene Ära
Die Abbasiden waren eine arabisch-islamische Kalifendynastie, die 750 die Dynastie der Omaijaden militärisch besiegte und ablöste. 762 verlegten sie die islamische Hauptstadt von Damaskus nach Bagdad, das sich in Bezug auf Politik und Handel rasch zum Zentrum der arabischen Welt entwickelte und innerhalb eines halben Jahrhunderts zur wahrscheinlich größten Stadt der Welt expandierte. Die Macht der Abbasiden reichte von der Iberischen Halbinsel über Nordafrika und die Arabische Halbinsel bis zum Kaukasus und nach Afghanistan.
Die Blütezeit erlangte das Reich unter Kalif Harun-ar-Raschid, mit dessen Regierungszeit (786-809) eine der bedeutendsten Epochen der arabischen Geschichte begann. Es ist die Periode, die später mit den »Geschichten aus Tausendundeiner Nacht« in Verbindung gebracht wird. Harun residierte in einem Komplex aus prächtigen Palästen und Moscheen, versammelte die fähigsten Köpfe an seinem Hof und förderte Kultur und Wissenschaft wie kein anderer vor ihm. Sein Sohn ließ die berühmten Texte der Antike kopieren und nach Bagdad schaffen; dazu beauftragte er Übersetzungen bedeutender zeitgenössischer Werke der Medizin, der Wissenschaft und der Philosophie.
Was am 6. Novemher noch geschah:
1962: Die UNO beschließt aufgrund der Apartheidpolilik ein Embargo gegen Südafrika.
Die Abbasiden waren eine arabisch-islamische Kalifendynastie, die 750 die Dynastie der Omaijaden militärisch besiegte und ablöste. 762 verlegten sie die islamische Hauptstadt von Damaskus nach Bagdad, das sich in Bezug auf Politik und Handel rasch zum Zentrum der arabischen Welt entwickelte und innerhalb eines halben Jahrhunderts zur wahrscheinlich größten Stadt der Welt expandierte. Die Macht der Abbasiden reichte von der Iberischen Halbinsel über Nordafrika und die Arabische Halbinsel bis zum Kaukasus und nach Afghanistan.
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| Tor der mittelalterlichen Stadtmauer von Bagdad, Irak, 1977 |
Die Blütezeit erlangte das Reich unter Kalif Harun-ar-Raschid, mit dessen Regierungszeit (786-809) eine der bedeutendsten Epochen der arabischen Geschichte begann. Es ist die Periode, die später mit den »Geschichten aus Tausendundeiner Nacht« in Verbindung gebracht wird. Harun residierte in einem Komplex aus prächtigen Palästen und Moscheen, versammelte die fähigsten Köpfe an seinem Hof und förderte Kultur und Wissenschaft wie kein anderer vor ihm. Sein Sohn ließ die berühmten Texte der Antike kopieren und nach Bagdad schaffen; dazu beauftragte er Übersetzungen bedeutender zeitgenössischer Werke der Medizin, der Wissenschaft und der Philosophie.
Was am 6. Novemher noch geschah:
1962: Die UNO beschließt aufgrund der Apartheidpolilik ein Embargo gegen Südafrika.
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013
Dienstag, 5. November 2013
Montag, 4. November 2013
Heute vor 34 Jahren – 4. November 1979: Geiselnahme in der US-Botschaft von Teheran
Terror als Druckmittel
Zu Beginn des Jahres 1979 hatte die Islamische Revolution im Iran zur Absetzung von Schah Reza Pahlavi und der Rückkehr des Ajatollah Chomeini aus dem Exil geführt. Am 1. April rief Chomeini die Islamische Republik aus. Bürgerliche und linke Oppositionelle, aber auch rivalisierende Ajatollahs wurden verfolgt und hingerichtet. Anfang November rief Chomeini indirekt zur Besetzung der amerikanischen Botschaft in Teheran auf: »Es ist deshalb Sache der Schüler, Studenten und Theologiestudenten, mit aller Kraft die Angriffe gegen die USA und Israel zu verstärken, sodass sie die USA zwingen können, den abgesetzten und kriminellen Schah auszuliefern.«
Am 4. November 1979 drangen einige Hundert iranische Studenten in die US-Botschaft ein und erklärten 65 US-Bürger zu ihren Gefangenen, die gegen den Schah ausgetauscht werden sollten. Wenig später wurden 13 US-Bürger und fünf Angehörige anderer Staaten freigelassen. 52 US-Bürger blieben jedoch in Geiselhaft – 444 Tage lang. Erst im Januar 1981 konnten sie nach einem iranisch-amerikanischen Abkommen das Land verlassen. Im Gegenzug gaben die USA iranisches Auslandsvermögen frei.
siehe auch:
Operation Eagle Claw (Wikipedia)
»Der größte Einzelerfolg der CIA« (Post vom 1. Mai 2012)
Was am 4. November noch geschah:
1707: Mit dem Act of Union stimmt das schottische Parlament der Vereinigung Schottlands mit dem Königreich England zu.
Zu Beginn des Jahres 1979 hatte die Islamische Revolution im Iran zur Absetzung von Schah Reza Pahlavi und der Rückkehr des Ajatollah Chomeini aus dem Exil geführt. Am 1. April rief Chomeini die Islamische Republik aus. Bürgerliche und linke Oppositionelle, aber auch rivalisierende Ajatollahs wurden verfolgt und hingerichtet. Anfang November rief Chomeini indirekt zur Besetzung der amerikanischen Botschaft in Teheran auf: »Es ist deshalb Sache der Schüler, Studenten und Theologiestudenten, mit aller Kraft die Angriffe gegen die USA und Israel zu verstärken, sodass sie die USA zwingen können, den abgesetzten und kriminellen Schah auszuliefern.«
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| Freigelassene Geiseln auf einer Pressekonferenz, im Hintergrund Fotos des Ajatollah Chomeini, Teheran 18.11.1979 |
Am 4. November 1979 drangen einige Hundert iranische Studenten in die US-Botschaft ein und erklärten 65 US-Bürger zu ihren Gefangenen, die gegen den Schah ausgetauscht werden sollten. Wenig später wurden 13 US-Bürger und fünf Angehörige anderer Staaten freigelassen. 52 US-Bürger blieben jedoch in Geiselhaft – 444 Tage lang. Erst im Januar 1981 konnten sie nach einem iranisch-amerikanischen Abkommen das Land verlassen. Im Gegenzug gaben die USA iranisches Auslandsvermögen frei.
siehe auch:
Operation Eagle Claw (Wikipedia)
»Der größte Einzelerfolg der CIA« (Post vom 1. Mai 2012)
Was am 4. November noch geschah:
1707: Mit dem Act of Union stimmt das schottische Parlament der Vereinigung Schottlands mit dem Königreich England zu.
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013
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