Samstag, 10. Mai 2014

Ukraine 8 – Mariopol, die Berichterstattung und die Schuldzuweisungen

Auf dem folgenden Video ist eine demonstrierende Menschenmenge zu sehen. Das Schweiz-Magazin überschreibt seinen Artikel, in dem zum folgenden Video verlinkt wird mit
Ukraine: Wer nicht in die EU will, wird erschossen ! (09.05.2014)

МАРИУПОЛЬ [2:40]

Auf Zwissle ist das Video (709) unterschrieben mit:
»Auf diese Menschen, die den Sieg über Hitler feierten, eröffneten die Putschisten heute in Mariupol das Feuer. Angeblich wurden 20 von ihnen getötet. Video vor 7 Stunden gefilmt
veröffentlicht: May 9, 2014 05:37 PM«

Mit »Putschisten« sind die aktuellen Machthaber in der Ukraine gemeint, die nach der Absetzung von Ministerpräsident Janukowytsch (22.02.2014) an die Macht kamen. Die rechtliche Bewertung seiner Absetzung ist strittig (dazu Janukowytsch und innenpolitischer Kampf, Wikipedia), vor allem im Osten der Ukraine wird die gegenwärtige Regierung unter Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk nicht als rechtmäßig anerkannt.

Anmerkung von mir:
Auf dem Video sehe ich viele rote Fahnen mit Hammer und Sichel und einige Luftballons der russischen Landesfarben.
Zur Lage von Mariupol siehe den Wikipedia-Artikel über das Donez-Becken.
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Мариуполь - безоружные люди атакуют Украинский БМП 09.05.2014 [1:08]


Auf Zwissle ist das Video (710) unterschrieben mit:

»Die Bürger in Mariupol versuchen die Panzer der Putschisten zu umringen und sie an der Weiterfahrt zu hindern. 
veröffentlicht: May 9, 2014 05:49 PM«
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9 мая 2014 - Мариуполь - украинские военные в центре города сражаются с баннерами [1:15]


Auf Zwissle ist das Video (711) unterschrieben mit:

»Panzer rücken in Mariupol ein. 
veröffentlicht: May 9, 2014 05:50 PM«
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Shootout During Antiterrorist Operation In Mariupol Eastern Ukraine, May 9 2014 [4:18]
(Youtube meldet: Video nicht mehr verfügbar)

Auf Zwissle ist das Video (712) unterschrieben mit:
»Mariupol gestern am 08.05.2014. Putschisten attackieren die Zivilisten. 
veröffentlicht: May 9, 2014 05:51 PM«

Anmerkung von mir:
Ich sehe keine attackierten Zivilisten.
Ich sehe Soldaten, die über die Köpfe von Zivilpersonen hinwegschießen, wahrscheinlich um diese am Betreten eines Gebäudes zu hindern.
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Shootout During Antiterrorist Operation In Mariupol Eastern Ukraine, May 9 2014 [4:19]


Auf Zwissle ist das Video (713) unterschrieben mit:
»Kiews Putschisten schiessen auf unbewaffnete Zivilisten. 
veröffentlicht: May 9, 2014 06:56 PM«

Anmerkung von mir:
Offensichtlich sind die Radpanzer, die die Straße hinunter fahren, bei den Zivilisten unwillkommen. Danach sieht man anscheinend ein Dutzend auf dem Rückzug befindliche Fußsoldaten, die von rechts nach links über eine Kreuzung laufen. An dem Eckgebäude rechts scheint ein Soldat zu hocken, der den Rückzug decken soll. Ein weiterer Soldat steht an der linken Kreuzungsecke vor einem kleinen runden Kiosk, soll wohl ebenfalls den Rückzug decken und erhält aufgeregte Rufe der sich ihm nähernden Zivilisten. Bei 2:52 schießt ein Zivilist mit einer Pistole auf einen Soldaten. Wenige Sekunden zuvor (2:35) wurde zwischen dem kleinen runden Kiosk und der dahinter befindlichen Stehkneipe offenbar ein Zivilist von einer Kugel getroffen und fiel hin. Ob vor dem kleinen runden Kiosk noch jemand am Boden liegt ist nicht klar zu erkennen. Bei 3:00 wird vor der Stehkneipe ein weiterer Zivilist von einer Kugel getroffen und fällt hin.
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Захват БМП в Мариуполе (другой ракурс) 11:42 9 мая 2014 [3:06]


Auf Zwissle ist das Video (716 – Nummer 714 und 715 enthalten keine Videos) unterschrieben mit:
»Junge und Alte versuchen die Panzer in Mariupol aufzuhalten, 
veröffentlicht: May 10, 2014 07:40 AM«

Anmerkung von mir:
Der Herr in den orangefarbenen Anzug (3:05) hätte wohl andere Kleidung gewählt, hätte er beim Verlassen seiner Wohnung vorgehabt, sich an irgendwelchen Tätlichkeiten zu beteiligen. Eine ältere Frau mit Einkaufstasche (0:52), die vor einem Panzer einen Gummireifen auf die Straße wirft, dürfte ebenfalls eher weniger als »Aktivistin« zu bezeichnen sein.
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Mariupol - Tank (BMP) Exploding [0:44]


Auf Zwissle ist das Video (720) unterschrieben mit:
» Schützenpanzer der Putschisten in Mariupol in Brand gesetzt. 
veröffentlicht: May 10, 2014 12:58 PM«
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Die zwei im Moment letzten Meldungen bezüglich der militärischen Aktion der Ostukraine auf Zwissle lauten:
»Die Nationalgarde der Ukraine, die bei der Sonderoperation gegen die Föderalisten eingesetzt ist, meldet, dass sie bei den Zusammenstößen am Freitag einen Gefallenen und vier Verwundete zu beklagen hatte.« (717) und
»Der Anführer der Putschisten, Turtschinow (Übergangspräsident, langjähriger politischer Weggefährte von Julija Tymoschenko), erklärte am Sonnabend, dass die Durchführung der Sonderoperation bedeutend erschwert werde, weil sich die dortigen Einwohner gegen die Behörden in Kiew wenden.« (718)
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Anmerkung von mir:
Es ist offensichtlich, daß das Militär in Mariupol alles andere als willkommen ist. Der Versuch, durch pro-russische Aktivisten besetzte Regierungs- oder Polizeigebäude zu befreien ist zwar verständlich, gleichwohl muß der Regierung in Kiew schon seit vielen Tagen bewußt gewesen sein, in welchem Umfeld diese Aktionen stattfinden.

Mir tun die Soldaten leid, die – gesendet mit einem unlösbaren Auftrag – hier zwischen die Fronten geraten. Die pro-russischen Aktivisten scheinen im Donez-Becken ein leichtes Spiel zu haben: Man provoziert die Regierung in Kiew durch die Besetzung einer Polizeistation, diese schickt Soldaten, die den Auftrag haben, das Gebäude von den Besetzern zu räumen und diese geraten damit in einen durch militärische Mittel nicht mehr lösbaren Konflikt mit der pro-russisch eingestellten Zivilbevölkerung geraten.
Die entscheidende Frage scheint mir zu sein: Weshalb läßt sich die Regierung in Kiew so nahe an der Grenze zu Rußland zu solchen Aktionen hinreißen?

Es scheint mir immer schwieriger zu werden, dem russischen Präsidenten Putin die Verantwortung für diese Gewalt in die Schuhe zu schieben – es sei denn, man unterstellt ihm, die Gebäude-Besetzer zu ihren Taten anzustacheln. Aber ich glaube, das braucht er gar nicht. Wer den Post über den Sprachen-Streit in der Ukraine gelesen hat, kann wohl nachvollziehen, daß sich Kiew der Ostukraine gegenüber in den letzten Monaten und Jahren alles andere als sensibel verhalten und dadurch die Bevölkerung gegen sich aufgebracht hat. 
Nationale Identität ist, wie wir in den nächsten Jahren sehen werden, eine immer noch sehr wirksame und starke politische Kraft. Keiner der in den letzten Jahren aufgetretenen Politiker scheint das Format zu haben, in der Ukraine integrativ zu wirken.

Angesichts der innerukrainischen Verhältnisse muß das Assoziierungsabkommen mit der EU wie in Feuer gegossenes Öl wirken. Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich die EU-Politiker das nicht klargemacht haben. So betriebsblind kann man doch gar nicht nicht sein.

Und den bislang gültigen Gebrauch
der Namen für die Dinge
vertauschten sie nach ihrer Willkür:
unbedachtes Losstürmen galt nun
als Tapferkeit und gute Kameradschaft,
aber vordenkendes Zögern
als aufgeschmückte Feigheit,
Sittlichkeit
als Deckmantel einer ängstlichen Natur,
Klugsein bei jedem Ding
als Schlaffheit zu jeder Tat […]
Wer schalt und eiferte,
galt immer für glaubwürdig,
wer ihm widersprach, für verdächtig.
(Thukydides, 454 v. Chr. - ca. 398 v. Chr., Geschichte des Pelloponesischen Krieges) 

Rebecca Harms: Rede auf dem besetzten Maidan zu Sylvester [3:34]

(Rebecca Harms, Vorsitzende der Fraktion der Grünen im EU-Parlament)

Guy Verhofstadt speecht op Maidan in Kiev [4:38]

(Guy Verhofstadt, leitet die liberale Fraktion ALDE um EU-Parlament) 

zwei Artikel aus dem Freitag:
- Verspielt und verloren (Lutz Herden, 16.04.2014)
- Wut, Angst und Verunsicherung (Luke Harding, 09.05.2014, man beachte auch die Kommentare!)
Zitat: » Offenbar sind immer weniger Polizisten bereit oder in der Lage, öffentliche Gebäude zu schützen, auch weil Kiew die ohnehin dürftige Kontrolle über die Gesetzeshüter im Osten weiter abhandenkommt. In Luhansk ließ sich die Bereitschaftspolizei von mit Knüppeln bewaffneten Aufrührern im Innenhof eines Gebäudes einkesseln und nach Hause schicken. „Die regionale Führung weiß nicht, ob sie sich auf ihre Polizei noch verlassen kann“, klagt Stanislav Rechynsky, ein Berater des Kiewer Innenministers. „Viele Uniformierte sind nur noch passive Beobachter.“ «
mein Kommentar:
Man frage sich, was wohl hier im Westen in den Medien los wäre, würden russische Politiker in der Ukraine Reden halten!


siehe auch:
- Liste von Mitgliedern der Atlantik-Brücke (Wikipedia)


zuletzt aktualisiert am 04.07.2016


Ukraine 7 – Der Sprachenkonflikt als Teil des Ukraine-Konfliktes (03.05.2014)

Donnerstag, 8. Mai 2014

Ein Sandmandala wird gemacht

In der Viên-Giác-Pagode in Hannover Mittelfeld (Karlsruher Straße, Ecke Eichelkampstraße) findet vom 16. bis 18 Mai die Vesak-Feier statt. Aus diesem Grund sind drei Mönche in der Andachtshalle mit der Anfertigung eines Sandmandalas zugange. Zuschauer sind willkommen!


Im Sam-Nok arbeitete vor acht Jahren ein buddhistischer Mönch eine Woche lang an einem Sandmandala (Post vom 17.11.2006)

Mittwoch, 7. Mai 2014

Heute vor 60 Jahren – 7. Mai 1954: Französische Kapitulation bei Dien Bien Phu

Die Wende im Indochinakrieg 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Frankreich bestrebt, seine Kolonialherrschaft in Indochina – in Vietnam, Laos, Kambodscha – wiederherzustellen. Die Franzosen besetzten den Süden Vietnams und gerieten in Konflikt mit der Unabhängigkeitsbewegung der Vietminh. Der folgende Indochinakrieg (1946-54) war weithin ein Guerillakrieg, in dem die Franzosen den Gegner kaum einmal in größeren Verbänden zu Gesicht bekamen. 1953 entwickelte das französische Oberkommando den Plan, die Vietminh in eine offene Schlacht zu locken, um die eigene Überlegenheit an Waffen und Technik auszuspielen Die Wahl des Ortes fiel auf ein breites Tal an der Grenze Nordvietnams zu Laos. 
 
Französische Fallschirmspringer im Schützengraben
bei Dien Bien Phu, Indochina, März 1954

 In der größten Luftlandeoperation des Kriegs setzten die Franzosen im November 1953 nahe der Stadt Dien Bien Phu Tausende Fallschirmjäger ab. Im März 1954 begann die Schlacht mit einer bösen Überraschung für die Franzosen: Die Vietnamesen hatten reichlich schwere Artillerie von China erhalten und nahmen das Tal unter Beschuss. In einem wochenlangen Zermürbungskampf zogen sie den Ring um Dien Bien Phu immer enger. Heute vor 60 Jahren kapitulierten die Franzosen. 

Folgen des Indochinakriegs 
Teilung Vietnams entlang des 17. Breitengrad
Ende der französischen Kolonialherrschaft in Indochina 
politische Spannungen mündeten in die zweite Phase des Vietnamkriegs 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2014

Dienstag, 6. Mai 2014

Opium für das Volk

Marx hat in der Einleitung (1844 in der zusammen mit Arnold Ruge herausgegebenen Zeitschrift Deutsch-Französische Jahrbücher veröffentlicht) zu seiner Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie (1843/44) einmal von der Religion als Opium des Volkes gesprochen.
Marx führte die Religion auf die politischen Zustände der Gesellschaft zurück[3] […] und führte aus: 
„Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewusstsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben, oder schon wieder verloren hat. Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Societät. Dieser Staat, diese Societät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewusstsein, weil sie eine verkehrte Welt sind. Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Compendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d'honneur (Ehrgefühl), ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.
Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.

Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.“

Karl Marx: Einleitung zur Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie; in: Deutsch-Französische Jahrbücher 1844, S. 71f, zitiert nach MEW, Bd. 1, S. 378-379
 
In seiner Denkschrift für Ludwig Börne (1830, siehe Zeno.org) schreibt Heinrich Heine
"Heil einer Religion, die dem leidenden Menschengeschlecht in den bittern Kelch einige süße, einschläfernde Tropfen goss, geistiges Opium, einige Tropfen Liebe, Hoffnung und Glauben!"

Diese Formulierung knüpft an eine Aussage von Novalis über die Religion der „Philister“ (Aphorismus 83 aus seiner Fragmentsammlung Blütenstaub von 1798) an:

Ihre sogenannte Religion wirkt bloß wie ein Opiat: reizend, betäubend, Schmerzen aus Schwäche stillend.


Der Philosoph der Aufklärung Paul Henri Thiry d’Holbach ist für seine religionskritischen Werke bekannt. Nach ihm entstammt die Religion der Furcht und der Unwissenheit. (Zeno.org)

„Die Phantasie ist das gefährlichste Vermögen des Menschen, wofern sie nicht recht geleitet wird. Fanatismus, relgiöse Glaubenswuth und alle Schrecken und Verbrechen eines bethörten Enthsiasmus sind Folgen einer verirrten Phantasie. Wird sie aber wohl geregelt, so nährt die Phantasie einen wohlthätigen Enthusiasmus für alles Gute. Begeisteriung für jegliche Tugend, Vaterlandsliebe, Freundschaft, kurz alle edleren Gefühle wurzeln in ihr und empfangen von ihr Lrben und Kraft. Wer aller Phantasie ermangelt, in dem ist gemeiniglich auch jenes edle Feuer erstickt, das uns zu Thaten treibt und unsrem geistigen Leben Aufschwung verleiht. Ohne Begeisterung wird nichts Großes erreicht: große Tugenden verlangen Begeisterung so gut, wie große Verbrechen. Begeisterung ist ein der Trunkenheit vergleichbarer Zustansd, isofern und beide zu rascher That treiben. Wir preisen die Begeisterung, wenn sie uns zum Guten führt: wir nennen sie Thorheit, Wahnsinn, Verbrechen, Raserei, wenn sie uns zu schädlicher, zerstörender Thätigkeit bestimmt.


Nach Holbach ist »Die Religion ist die Kunst, die Menschen mit Enthusiasmus zu berauschen.« [nach: H. Gollwitzer: Die marxistische Religionskritik und der christliche Glaube, gefunden bei der Zentrale für Unterrichtsmedien] und zerstört ein Atheist die „dem Menschengeschlecht schädlichen Hirngespinste“
[gefunden bei der Widipedia]



Wladimir Iljitsch Lenin interpretierte den Ausspruch als den Kern marxistischer Religionskritik und formuliert:

„Die Ohnmacht der ausgebeuteten Klassen im Kampf gegen die Ausbeuter erzeugt ebenso unvermeidlich den Glauben an ein besseres Leben im Jenseits, wie die Ohnmacht des Wilden im Kampf mit der Natur den Glauben an Götter, Teufel, Wunder usw. erzeugt. Denjenigen, der sein Leben lang arbeitet und Not leidet, lehrt die Religion Demut und Langmut hienieden und vertröstet ihn mit der Hoffnung auf himmlischen Lohn. Diejenigen aber, die von fremder Arbeit leben, lehrt die Religion Wohltätigkeit hienieden, womit sie ihnen eine recht billige Rechtfertigung ihres ganzen Ausbeuterdaseins anbietet und Eintrittskarten für die himmlische Seligkeit zu erschwinglichen Preisen verkauft. Die Religion ist das Opium des Volks. Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenantlitz und ihre Ansprüche auf ein halbwegs menschenwürdiges Leben ersäufen.“

Lenin: Sozialismus und Religion, 1905[7]


Die jüdische Philosophin Simone Weil soll gesagt haben »Nicht die Religion, die Revolution ist Opium für das Volk..« [vielfach im Internet zu finden, aber keine konkrete Quellenangabe]

Was sonst noch Opium-Wirkung hat,läßt sich bei Klüngelbeutel nachlesen:
- Atheismus (Walter Rominger)
- Marxismus (Thomas Schirrmacher, da gab’s noch andere vor ihm, die suche ich jetzt aber nicht)
- Sozialamt (Stefan Sauer vom Kölner Stadtanzeiger)
- Teamsupervison (Jochen Schweitzer)
- Nacktmodels (die Briten)
- Lachen (Sabine Nuss)
- Religion: Eine Umfrage von Würzburger Studenten ergab, dass diejenigen, die relativ religiös waren, glücklicher sind, als solche, die nichts mit der Religion am Hut haben.
http://shortnews.stern.de

Auch die Toten Hosen haben eine Platte gemacht mit dem Titel


Warum sollte eigentlich für das Volk Opium so wichtig sein?
Wer sollte ein Interesse daran haben, dem Volk Opium (in welcher Form auch immer) zu verabreichen?

Gegen Schmerzen einer heute noch umstrittenen Erkrankung nahm Heinrich Heine Opium:

Gegen die Schmerzen nahm Heine über Jahre hohe Dosen Morphium, verabreicht über eine künstlich offen gehaltene Wunde im Nacken, in die das Pulver eingerieben wurde. Seinem Bruder Gustav schrieb er im November 1850: "Du hast keinen Begriff davon, wie viel ich gelitten und noch leide; beständige Krämpfe und Zusammenziehungen, besonders der Beine und des Rückgrats, zusammengekrümmt liege ich auf einer Seite im Bette, ohne mich bewegen zu können [...] um die Schmerzen zu betäuben, nehme ich beständig Zuflucht zum Opium, auch mein Kopf ist daher sehr dumpfig." Gleichwohl schrieb Heine in diesen Jahren herausragende Werke: "Romanzero", "Der Doctor Faustus" und "Vermischte Schriften I-III".

WDR, unter dem Abschnitt »Morphium« findet sich auch die Abbildung eines Opium-Rezeptes für den Dichter.

 Friedrich Nietzsche meint: »Die Wahrheit ist häßlich. Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen.« [aus den Nachgelassenen Fragmenten, 1887-89]
»Nun aber eilt die Wissenschaft, von ihrem kräftigen Wahne angespornt, unaufhaltsam bis zu ihren Grenzen, an denen ihr im Wesen der Logik verborgener Optimismus scheitert. Denn die Peripherie des Kreises der Wissenschaft hat unendlich viele Punkte, und während noch gar nicht abzusehen ist, wie jemals der Kreis völlig ausgemessen werden könnte, so trifft doch der edle und begabte Mensch, noch vor der Mitte seines Daseins und unvermeidlich, auf solche Grenzpunkte der Peripherie, wo er in das Unaufhellbare starrt. Wenn er hier zu seinem Schrecken sieht, wie die Logik sich an diesen Grenzen um sich selbst ringelt und endlich sich in den Schwanz beißt – da bricht die neue Form der Erkenntnis durch, die tragische Erkenntnis, die, um nur ertragen zu werden, als Schutz und Heilmittel die Kunst braucht.« [Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik, 1872]


Sowohl bei Heine wie auch bei Nietzsche scheint es ums Aushalten zu gehen: bei Heine um das Aushalten von Schmerzen, bei Nietzsche um das der Wirklichkeit. Was ist denn da, was an der Wirklichkeit – nach deren Erkennen wir ja angeblich streben bzw. streben sollten –, so schwer aushaltbar ist?

Ein bekannter spiritueller Meister, Gurdjieff, soll des öfteren große Mengen an Alkohol zu sich genommen haben. Sigmund Freud nahm – zumindest eine Zeit lang – des öfteren Kokain. Karlfried Graf Dürckheim fordert dazu auf, das Unaushaltbare auszuhalten. Möglicherweise hat Kalu Rinpoche, ein hochangesehener Lehrer aus dem tibetischen Buddhismus, seine nicht ausgelebte Sexualität nicht ausgehalten.

Was ist an der Wirklichkeit so schwer aushaltbar? 
Schmerzen, Gefühle, Bewußtseinszustände, die Häßlichkeit der Welt (Nietzsche)? 

Ich habe Patienten, die haben Schwierigkeiten, ihren Partner bzw. dessen Verhalten auszuhalten, Schwierigkeiten, die Eltern oder Schwiegereltern auszuhalten, Schwierigkeiten, ihre depressive Sicht der Welt auszuhalten. Ich hatte eine Patientin, die das Nicht-Leben ihrer masochistischen sexuellen Phantasien und Wünsche nicht mehr auszuhalten gewillt war und ihren Mann verließ. Ich hatte einen Patienten, der es nicht aushielt, die Angst vor dem Verlust der Liebe seines Vaters zu verlieren, wenn er sein – gegen den Willen seines Vaters begonnenes – Studium weiterführen würde. Ich habe Patienten gehabt, die es nicht aushielten, in eine Gruppe fremder Menschen zu kommen oder es nicht aushielten, sich mit dem Partner zu streiten.

Was macht das Unaushaltbare nicht aushaltbar? Was macht mensch, wenn er das Unaushaltbare nicht aushalten kann? Alle Patienten, die mit Alkoholproblemen zu mir kamen oder mir während der Therapie gestanden, daß sie Hasch rauchten, tranken Alkohol oder rauchten Hasch, um etwas auszuhalten. Und es dauerte lange – und manchmal gelang es nicht –, das Unaushaltbare beim Namen zu nennen. Eine Patientin hatte Sex mit drei Unbekannten, weil sie einen Streit mit ihrem Freund nicht aushalten konnte. Zwei Bulimikerinnen fraßen, wenn Sie sich in einer Konfliktsituation nicht abgrenzen konnten. Eine Patientin ging fremd, weil sie den unbefriedigenden Sex – oder auch die Abwesenheit ihres Partners – nicht aushalten konnte. Viele Depressive ziehen sich zurück, weil sie die Gesellschaft von Nicht-Depressiven nicht aushalten können, weil sie befürchten, die Anderen können sie nicht aushalten. Viele psychosomatisch Erkrankte verschieben das emotional nicht Aushaltbare in den Körper. (Scherf: »Die bessere der beiden schlechten Möglichkeiten«)

Was tun Menschenmengen, wenn sie etwas nicht mehr aushalten? 

Gerhart Hauptmann schrieb seine »Weber« über den Schlesischen Weberaufstand 1844.

Goethe setzte 1773 Götz von Berlichingen mit seinem gleichnamigen Schauspiel ein Denkmal.

Die Französische Revolution 1789 wurde ausgelöst, als der sogenannte Dritte Stand (Bauern und Bürger), der 95% der Bevölkerung ausmachte (und als einziger Stand die Last der direkten Steuern trug), für die aus Finanznot einberufenen Nationalversammlung (die letzte hatte 1614 stattgefunden) eine Aufwertung gegenüber den übrigen beiden Ständen (Adel und Klerus) forderte und König Ludwig XVI zu taktieren versuchte.

Dem Dritten Stand wurde zwar die Verdoppelung der Abgeordnetenzahl zugestanden, der Abstimmungsmodus in den Generalständen blieb aber offen. Das Eröffnungszeremoniell am 5. Mai 1789 in Versailles verhieß nichts Gutes: Die beiden ersten Stände kamen in großer Festgarderobe auf reservierten Plätzen zu sitzen; die Abgeordneten des Dritten Standes, denen einfacher schwarzer Anzug vorgeschrieben war, mussten selbst sehen, wie sie sich platzierten. In den Ansprachen gab es von Seiten des Hofes noch immer keinen Hinweis auf die Geschäftsordnung. Mehr als ein Monat verging danach mit ergebnislosen Debatten, da die privilegierten Stände mehrheitlich auf dem alten Tagungs- und Abstimmungsmodus beharrten: getrennte Beratung der Stände, je einheitliche Stimmabgabe pro Stand.
Doch vor allem beim volksnahen niederen Klerus, den Dorf- und Gemeindepfarrern, begann die Front massiv zu bröckeln, als sich seit dem 12. Juni einige dem Dritten Stand anschlossen und dessen Beratungen zu folgen begannen. Von da an überstürzten sich die Ereignisse. Auf Antrag des Abbé Sieyès, der die überragende Rolle des Dritten Standes schon vordem wirksam propagiert hatte, erklärten dessen Vertreter sich am 17. Juni zu Repräsentanten von mindestens 96 % der französischen Bevölkerung, gaben sich den Namen Nationalversammlung und forderten beide anderen Stände auf, sich ihnen anzuschließen. Diesem Aufruf folgte der Klerus am 19. Juni mit knapper Mehrheit, während der Adel bis auf 80 seiner Vertreter die Unterstützung des Königs zur Erhaltung der alten Ordnung suchte.

 Zu der Finanznot des verschwenderischen Staates …

Als der Generalkontrolleur der Finanzen Jacques Necker 1781 erstmals die Zahlen des französischen Staatsbudgets (Compte rendu) veröffentlichte, war dies als Befreiungsschlag zur Herstellung allgemeiner Reformbereitschaft in einer ansonsten ausweglosen Finanzkrise gemeint. Seine Amtsvorgänger hatten da bereits vergebliche Anläufe zur Stabilisierung der Staatsfinanzen unternommen. Neckers Zahlenwerk schockierte: Einnahmen von 503 Millionen Livres (Pfund) standen Ausgaben von 620 Millionen gegenüber, wovon allein die Hälfte auf Zins und Tilgung für die enorme Staatsverschuldung entfiel. Weitere 25 % verschlang das Militär, 19 % die Zivilverwaltung und ca. 6 % die königliche Hofhaltung. Dass für höfische Feste und Pensionszahlungen an Höflinge eine Summe von 36 Millionen Livres anfiel, wurde als besonders skandalös angesehen.[3]
 … kamen:
- die Reformblockaden der Privilegierten
- das sich ausbreitende aufklärerische Denken (Wirkung der Enzyklopädienauf bildungsbürgerliche Schichten)
- der sich entwickelnde Kapitalismus, verbunden mit der enormen Verteuerung der Grundnahrungsmittel


Le Bons Ansteckungstheorie

Eine frühe Theorie zum kollektiven Verhalten hat der französische Soziologe Gustave Le Bon mit seinem Hauptwerk "Psychologie der Massen" (1895), formuliert. Nach Le Bons Ansteckungstheorie (engl. Contagion theory) üben soziale Gruppen eine hypnotische Wirkung auf ihre Mitglieder aus. Geschützt in der Anonymität der Menge, geben Menschen ihre persönliche Verantwortung auf und ergeben sich den ansteckenden Gefühlen der Masse. Die Menschenmenge entwickelt so ein Eigenleben, wühlt die Gefühle auf und verleitet die Personen tendenziell zu irrationalem Handeln. Wie Clark McPhail ausführt, offenbaren systematische Untersuchungen allerdings, dass „die verrückte Masse“ kein Eigenleben getrennt von den Gedanken und Intentionen ihrer Mitglieder führt. Norris Johnson, der eine Panik während eines Who-Konzerts 1979 erforschte, kam zu dem Schluss, dass die Masse aus vielen Kleingruppen bestand, deren Mitglieder vorwiegend versuchten, einander zu helfen.
Le Bons Arbeiten bilden den Ausgangspunkt von Sigmund Freuds Studie Massenpsychologie und Ich-Analyse. Wilhelm Reich formuliert aus seiner eigenen Weiterentwicklung der Psychoanalyse 1933 sein Werk Die Massenpsychologie des Faschismus.
[…]
Die Finanzmarktpsychologie ist ein wichtiges Anwendungsgebiet, in welchem sich die massenpsychologische Forschung etablieren kann. Die Zusammenführung von Wissen über Anlegerverhalten mit den Erkenntnissen der Massenpsychologie offenbart neue Modelle und Herangehensweisen für realistischere Erklärungskonzepte der Finanzmarktdynamik. Denn der Zyklus von Boom und Krise ist ein „natürliches“ Element in der Finanzmarktgeschichte und traditionellen ökonomischen Theorien und Finanzmarktmodelle (z.B. Effizienzmarkthypothese) versagen aber bei der Erklärung und Vorhersage solcher Trends und den ihnen zugrundeliegenden Verhaltensweisen der Marktteilnehmer. Denn sie berücksichtigen nicht den gesamten Menschen, sondern nur eine akademische Abstraktion jener Aspekte des menschlichen Verhaltens, die sie für ökonomisch relevant halten. Und sie vergessen auch die Gesellschaft, mit der die Märkte untrennbar verbunden sind. Und genau an diesem Punkt setzt die Massenpsychologie, die unter anderem auf den Konzepten der gegenseitigen sozialen und psychologischen Ansteckung sowie der menschlichen Neigung zur Orientierung und Nachahmung anderer im sozialen Umfeld basiert, an. Die Erforschung kollektiver Dynamiken liefert noch einen weiteren Beitrag zum besseren Verständnis der Prozesse an den Finanzmärkten, indem sie auf den Zusammenhang zwischen kurzfristigen Entwicklungen und langfristigen Veränderungsprozessen hinweist. Basierend auf dem Prinzip langer und kurzer Zyklen wird in der Massenpsychologie zwischen bewusst erkannten, kurzlebigen Auswirkungen und den ihnen zugrunde liegenden langsamen, subtilen und oftmals nicht erkannten Entwicklungen unterschieden. Durch diese zentrale Erkenntnis, die im Wesentlichen schon auf Gustave LeBon zurückgeht, leistet die massenpsychologische Forschung einen Beitrag zur Beschreibung des Zusammenwirkens eines seit den 1960er Jahren angehäuften Schuldenbergs und der periodischen Entstehung von Boom-Krisen-Zyklen während der vergangenen Jahrzehnte (Fenzl 2009).

So diffus, vielgestaltig und teilweise unbestimmt die unterschiedlichen individuellen  Intentionen der auch selbstbetäubenden Kompensationsmechanismen sind, lassen sie sich auf den Wunsch, seelisch Unerträgliches erscheinendes aushaltbar zu machen, zurückführen.

Die Ausgangssituation der französischen Revolution und der oben beschriebenen Aufstände sind ähnlich: die materielle Not in der Bevölkerung mit dem sich zunehmend entwickelnden Gefühl der Ungerechtigkeit begegnet der Reformblockade der Privilegierten.

In einer solchen Situation dürften in der heutigen Zeit Massenmedien bei der Aufrechterhaltung des Status quo (»Ruhe ist die erste Bürgerpflicht«) eine wichtige Rolle spielen.

Darf man von Gleichschaltung der Medien sprechen? Und davon, dass die Demokratie höchst gefährdet ist? (Nachdenkseiten, 15.05.2014)


Montag, 5. Mai 2014

Princeton-Studie: USA keine Demokratie mehr

Laut einer Studie der renommierten Princeton-Universität sind die USA faktisch keine Demokratie mehr, sondern eine Oligarchie, in der alle Macht nicht beim Volke, sondern einer reichen Elite liegt.

Herrschaft der Reichen
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Eben hieß es noch Verschwörungstheorie, nun ist es Stand der Wissenschaft: Das "Land of the Free" ist keine Demokratie mehr, sondern wird von einer reichen Elite beherrscht. Zwar wird der Anschein einer Demokratie noch gewahrt, die wirklichen Entscheidungen aber kommen anders zustande. Das ist das Ergebnis einer Studie der Princeton University.

Für die Studie werteten die Forscher 1,800 Gesetzesinitiativen aus den Jahren 1981 bis 2002 aus und untersuchten, ob die angeblichen Volksvertreter dabei wirklich die Meinung der Bevölkerung berücksichtigten, oder aber die Interessen der Eliten. Das Ergebnis: Es ist ein Netzwerk von Reichen, das die Geschicke des Landes steuert. Die Regierung handelt dabei in vielen Fällen gegen den ausdrücklichen Wunsch der Bevölkerungsmehrheit.

Einfluss der Bürger „nahezu Null"

"Die Interessen der Ökonomischen Elite hat sehr viel mehr Einfluss als die Interessen des durchschnittlichen Bürgers", resümieren die Forscher Martin Gilens and Benjamin I. Page. Der Einfluss der Bürger sei "nahezu Null". Im Großteil aller Entscheidungen folgt die Politik den Interessen der oberen 10 Prozent.

"Entgegen allem, was jahrzehntelange politische Forschung Ihnen glauben machen möchte, haben die Bürger in den Vereinigten Staaten praktisch keinen Einfluss auf das, was ihre Regierung tut. Aber wirtschaftliche Eliten und Interessengruppen, vor allem die Vertreter der Wirtschaft, haben ein erhebliches Maß an Einfluss. Die Politikgestaltung der letzten Jahrzehnten spiegelt die Präferenzen dieser Gruppen wieder - die Interessen von Wirtschaftseliten und der organisierten Interessengruppen."


In der Studie nennt Gilens dies "Dominanz der Wirtschaftseliten" und vermeidet das Wort Oligarchie: Es sei vermutlich etwas komplizierter als eine Oligarchie, weil die Eliten die Politik nicht direkt bestimmen, sondern nur gezielten Einfluss nehmen.

mehr:
- Princeton Universität: USA sind keine Demokratie mehr (Sein, One World Verlag Ltd., 05.05.2014)

siehe auch:
- Princeton-Studie: Ökonomische Elite kann politische Ideen besser durchsetzen (Peter Mühlbauer, Telepolis, 19.04.2014)
- Princeton University: USA ist eine Oligarchie, keine Demokratie (Florian Müller, NEOPresse, 30.06.2015)
- USA - ein Rechtsstaat? (Florian Rötzer, Telepolis, 29.10.2015)
- Die entwickelten Demokratien der Welt stehen am Abgrund (Wolfgang Koschnick, Telepolis, 19.12.2013)
- Das Menschheitsideal "Demokratie" ist am Ende (Wolfgang J. Koschnick, Telepolis, 23.06.2014)
- Artikel von Wolfgang Koschnick (Linksammlung, Telepolis, bis Ende 2015)
- "An einer demokratiefreien Zone wird bereits gearbeitet" (Reinhard Jellen, Telepolis, 09.05.2015)
- Staatsstreich ohne Blutvergießen (Eliot Weinberger, im Diskussionsthread Wallstreet online, Februar 2013)

Römische Vermessungstechnik

Alles im Lot 

Die Aufgaben der Landvermesser waren vielfältig im Römischen Reich: Sie legten fest, wo und in welcher Form Militärlager und befestigte Grenzen gebaut wurden, wo Heeresstraßen verlaufen sollten, sie legten Flurkarten und Kataster an. »Agrimensoren« hießen die römischen Landvermesser, ihr Wissen bündelten sie in einem Kodex, der über Flächen- und Längenmaße informierte und praktische Kenntnisse zur Vermessung von Flächen vermittelte. 
 
Landvermessung an einem Fluss mittels einer »Groma« (Illustration)

Nach ihrem wichtigsten Instrument, der »Groma«, wird die römische Feldmesskunst Gromatik genannt. Die Groma gehörte zur Grundausstattung jedes Agrimensoren. Sie bestand aus einem feststehenden Stativ und einem horizontalen, drehbaren Winkel kreuz, an dessen Enden Fäden mit Gewichten angebracht waren. Die Groma diente dem Einmessen von rechten Winkeln, das etwa bei der Errichtung von Kastellen wichtig war. Nachdem der Mittelpunkt des Lagers festgelegt worden war, zog man mithilfe der Groma eine gerade Linie und steckte im rechten Winkel zu dieser eine zweite gerade Linie ab. Damit waren die Achsen und Hauptstraßen festgelegt. 
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2014

Sonntag, 4. Mai 2014

Elektronische Gesundheitskarte: Freie Ärzteschaft ruft zum Boykott der Online-Tests auf

Trotz Risiken und Nebenwirkungen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sollen demnächst Tests für die Online-Anwendungen starten. Die Freie Ärzteschaft fordert alle Ärzte auf, das eGK-Projekt zu boykottieren. „Lassen Sie sich nicht für ein Extrasalär zum Büttel der Krankenkassen degradieren“, appelliert FÄ-Vorstandsvorsitzender Wieland Dietrich an die Ärzte. 

Vorsicht, Köder ausgeworfen! 
Die mit den Tests beauftragten IT-Firmen umgarnen derzeit in den Regionen Schleswig-Holstein, Trier, Bochum/Essen, Bayern und Sachsen die niedergelassenen Ärzte. Mit etwa 32 Millionen Euro sollen sie geködert werden, die Online-Tests durchzuführen – wer mitmacht, könnte wegen nicht-kurativer Leistungen umsatzsteuerpflichtig werden. Ungeachtet aller Ablehnungsbeschlüsse auf den Ärztetagen sollen die Praxen unter ständiger Online-Anbindung an die Kassen die Versichertenstammdaten auf der eGK aktualisieren. „Dafür muss jede Karte in jeder Praxis überprüft werden, auch wenn nur bei durchschnittlich jeder 50. Prüfung Daten geändert werden müssten“, erläutert FÄ-Vize Dr. Silke Lüder. Die Praxen sollen also Verwaltungsarbeit der Kassen erledigen und sich auch noch online kontrollieren lassen? 

Bei Offline-Tests bereits durchgefallen 
Bereits die Offline-Tests 2007/2008 haben viele Millionen Euro und Nerven gekostet – und endeten in einem Fiasko. Patienten und Ärzte vergaßen die PIN-Nummern, das elektronische Rezept funktionierte nicht, es dauerte eine halbe Ewigkeit, den Notfalldatensatz zu erstellen. Selbst die E-Health-Gemeinde war sich einig: Test nicht bestanden. 

Ausweiskontrolle durch Ärzte unzulässig 
Inzwischen hat zudem der NSA-Skandal gezeigt: Sensible Daten sind im Netz nicht sicher. „Wir sind die Ärzte und wir schützen die Daten unserer Patienten“, betont die Freie Ärzteschaft. Auch ein Rechtsgutachten der KBV belegt, dass die eGK ein Sicherheitsrisiko ist. FÄ-Vize Lüder: „Wenn sensible Patientendaten online weitergeleitet oder auf der Karte gespeichert werden, müssen Foto und Versichertenidentität übereinstimmen. Die Kassen aber haben die Fotos nicht überprüft, die digitale Identität ist also nicht gesichert.“ Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe überlässt die Identitätskontrolle den Ärzten. „Sollen wir uns von jedem Patienten den Ausweis zeigen lassen? Das ist weder unsere ärztliche Aufgabe noch rechtlich zulässig“, stellt Lüder klar. 


Über die Freie Ärzteschaft e.V. 
Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den Arztberuf als freien Beruf vertritt. Er wurde 2004 gegründet und zählt heute mehr als 2.000 Mitglieder: vorwiegend niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt. 

V.i.S.d.P: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V., Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen, Tel.: 0201 4690939, E-Mail: mail@freie-aerzteschaft.de, www.freie-aerzteschaft.de

unverändert aus einer Mail der Freien Ärzteschaft e. V. übernommen
siehe auch:

Mein Kommentar: 
Ich stelle mir immer häufiger die Frage, ob wir nicht tatsächlich in einer Bananenrepulbik leben.
Hier werden zigtausende im Gesundheitswesen Tätige gezwungen, das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung umzusetzen, welches aufgrund der nicht erfüllten Sicherheitsbedingungen nicht umsetzbar ist. 

Ärzte werden verpflichtet, eine Identitätsprüfung vorzunehmen, obwohl
- sie keine Amtsträger oder Bevollmächtigte der Krankenkassen sind und
- die für Ausgabe der eGK verantwortlichen Krankenkassen entgegen 
       - dem gültigen Sicherheitskonzept der gematik, 
       - den Forderungen der Datenschutzgruppe der EU, 
       - den Anforderungen des Bundesdatenschützers und 
       - damit auch entgegen den relevanten Gesetzen 
keine Bestätigung der Identität durch eine vom Benutzer unabhängige Instanz etabliert und für die Lichtbilder keine Identitätsprüfung vorgesehen haben. (Wikipedia)
Meine lieben Politiker, wie wollt Ihr ernst genommen werden, wenn Ihr Euch selbst nicht ernst nehmt?! 
Da helfen nur noch Prügelstrafe, Mästen mit genmanipuliertem Mais, Einläufe mit E10 Bio-Sprit, Piet Klocke… und dann ab in die Asse!

Piet Klocke zur Europawahl und den Volksvertretern in Brüssel - Neues aus der Anstalt [4:00]


Samstag, 3. Mai 2014

Ukraine 7 – Der Sprachen- bzw. der ethnische Konflikt als Teil des Ukraine-Konfliktes

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=A7m2x... Arte Mit offenen Karten 2005.04.06Was mir bei der Lektüre des Wikipedia-Artikels über den zeitgeschichtlichen Hintergrund des Ukraine-Konfliktes auffällt ist der Sprachenkonflikt:

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Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung beherrscht sowohl die ukrainische Sprache als auch die russische Sprache. Das Russische verlor mit der Unabhängigkeit 1991 auch den Status als offizielle Amtssprache, offizielle Amtssprache war bis 2012[14] ausschließlich das Ukrainische. Beide Sprachen sind ostslawische Sprachen und somit verwandt. Eine weit verbreitete mündliche Mischform der ukrainischen Sprache mit dem Russischen ist der Surschyk.
(aus Wikipedia, abgerufen am 03.05.2014)
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Anmerkungen zum Wikipedia-Artikel über den »Krieg in der Ukraine seit 2014«:
Der oben zitierte Abschnitt (am 03.05.2014 von mir zum Abschnitt »Zeitgeschichtlicher Hintergrund« im Wikipedia-Artikel »Krieg in der Ukraine seit 2014« verlinkt)
findet sich inzwischen als 2. Absatz im Abschnitt »4.4 Sprache« im Wikipedia-Artikel »Ukraine« (Stand: 08.02.2019). Der Teilsatz
offizielle Amtssprache war bis 2012[14] ausschließlich das Ukrainische.
ist nicht mehr in diesem Absatz enthalten.

Der Abschnitt »Zeitgeschichtlicher Hintergrund« im Wikipedia-Artikel »Krieg in der Ukraine seit 2014« wurde inzwischen in »Vorgeschichte« umbenannt.
In der 
»Krieg in der Ukraine seit 2014«-Version vom 03.05.2014, Abschnitt »Zeitgeschichtlicher Hintergrund« 
findet sich als zweiter Absatz:

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Unmittelbar nach der Machtübernahme am 23. Februar 2014 beschloss die Werchowna Rada die Abschaffung des Sprachengesetzes von 2012, das die Möglichkeit offizieller Regionalsprachen in den ukrainischen Regionen vorsah.[16][17] Damit hätte Russisch seinen offiziellen Status im Süden und Osten des Landes verloren. Obwohl Übergangspräsident Olexandr Turtschynow das Änderungsgesetz mit einem Veto belegte, hatte es eine zunehmende Entfremdung zwischen der russischen Bevölkerung und der Kiewer Übergangsregierung zur Folge. Die Übergangsregierung, der keine Vertreter der umstrittenen Ostukraine angehören, versäumte es, auf die Menschen in der Ostukraine einzugehen. Auch die mangelnde Aufklärung der Todesschüsse auf dem Maidan wird der Übergangsregierung angelastet.[18]
[Krieg in der Ukraine seit 2014, Zeitgeschichtlicher Hintergrund, Wikipedia-Version vom 03.05.2014]
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Bereits am 23. Februar 2014 hatte das Parlament eine Herunterstufung des Status der russischen Sprache beschlossen, das dazu nötige Änderungsgesetz wurde jedoch von Übergangspräsident Olexander Turtschynow mit einem Veto blockiert. Damit hatte Russisch nie seinen offiziellen Status im Süden und Osten des Landes verloren.[43][44]
[Krieg in der Ukraine seit 2014, Vorgeschichte, Wikipedia, abgerufen am 08.02.2019, 5. Absatz] 
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Mein Kommentar:
seltsam! So, wie man es bei Wikipedia aktuell liest, bekommt der unbefangene Leser den Eindruck, Russisch als Amtssprache sei in der Ukraine nie ein wirklich wichtiges Thema gewesen.

UKRAINE was heutzutage "gerne" vergessen wird {11:21}

Mensch
Am 02.09.2014 veröffentlicht
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=A7m2x...
Arte Mit offenen Karten
2005.04.06
(Der Video-Titel lautete mal »Mit offenen Karten - Ukraine - Rückkehr nach Europa«…)

Russen machen in der Ukraine etwa ein Sechstel der Bevölkerung aus (Wikipedia).
Zitate aus dem verlinkten Wikipedia-Kapitel:

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung beherrscht sowohl die ukrainische Sprache als auch die russische Sprache. Das Russische verlor mit der Unabhängigkeit 1991 auch den Status als offizielle Amtssprache, offizielle Amtssprache war bis 2012[14] ausschließlich das Ukrainische. Beide Sprachen sind ostslawische Sprachen und somit verwandt. Eine weit verbreitete mündliche Mischform der ukrainischen Sprache mit dem Russischen ist der Surschyk.
[…]
Russische Muttersprachler bilden in der Autonomen Republik Krim und in Sewastopol mit 77,0 % bzw. 90,6 % die Sprachenmehrheit. Viele russische Muttersprachler auf der Krim sind ethnische Ukrainer und Angehörige anderer Minderheiten. In der Oblast Donezk und in der Oblast Luhansk beträgt der russische Muttersprachleranteil 74,9 % bzw. 68,8 %.
[…]
Umfragen ergaben jedoch, dass im Alltag mehr Menschen die russische Sprache zur Konversation nutzen, als es russische Muttersprachler gibt - das wohl berühmteste Beispiel ist Vitali Klitschko, der als Ukrainer kaum Ukrainsch spricht.[19]. Die Ukrainische Sprache gilt insbesondere im Osten und Süden der Ukraine als unattraktiv und als unbequem, häufig fehlt auch ein ukrainischsprachiger Gesprächspartner. So weist eine Statistik der Akademie der Wissenschaften der Ukraine aus dem Jahr 2011 aus, dass auch 42,8 % der ukrainischen Bevölkerung zu Hause Ukrainisch sprechen, 38,6 % dort Russisch benutzen und 17,1 % beide Sprachen verwenden. [20]
 […]
Seit 1991 wurde Ukrainisch Pflichtfach in allen Schulen und zunehmend auch Unterrichtssprache. An vielen ukrainischen Hochschulen, insbesondere im technischen Bereich, findet der Unterricht jedoch mangels ukrainischer Fachliteratur überwiegend oder nur in russischer Sprache statt.
Die „Sprachenfrage“ ist in der ukrainischen Politik ein Reizthema. Die nach Russland orientierte Partei der Regionen sowie die Kommunistische Partei treten für die völlige Gleichberechtigung des Russischen als zweite Amtssprache ein. Die „orangen“, westlich orientierten Parteien rund um den ehemaligen Präsidenten Juschtschenko und Julija Tymoschenko sowie nationalistische Parteien lehnten dies jedoch bisher ab.
Unter Wiktor Juschtschenko wurde eine aktive Ukrainisierungspolitik betrieben, so wurde etwa das Russische in Schulen und im Alltag zurückgedrängt und zahlreiche Maßnahmen eingeführt, die den Gebrauch der ukrainischen Sprache fördern sollten. Der 2010 gewählte Präsident Janukowytsch hob jedoch zahlreiche dieser Maßnahmen wieder auf, wogegen die Opposition um Julija Tymoschenko vehement protestierte.[24]
(aus Wikipedia; wahrscheinlich sieht der Artikel inzwischen anders aus… 
Bin einfach zu faul, um den Transatlantik-Touch zu überprüfen und nachzurecherchieren!)


siehe auch:
- Die Rolle der Sprache (Anastasia Vishnevskaya, ukraine.deutschlands-agenda.de, 13.11.2015)

Ost-Ukraine Problem auf Deutsch erklärt und auf Deutschland übertragen [4:58]
Veröffentlicht am 09.04.2014 
Ost-Ukraine Problem erklärt für Deutsche...

Stimmt ab, helft mir mehr Stimmen zu sammeln:
http://germany.bplaced.net

Unmittelbar nach der Machtübernahme am 23. Februar 2014 beschloss die Werchowna Rada (das ukainische Parlament, Hinzufügung von mir) die Abschaffung des Sprachengesetzes von 2012, das die Möglichkeit offizieller Regionalsprachen in den ukrainischen Regionen vorsah.[16][17] Damit hätte Russisch seinen offiziellen Status im Süden und Osten des Landes verloren. Obwohl Übergangspräsident Olexandr Turtschynow das Änderungsgesetz mit einem Veto belegte, hatte es eine zunehmende Entfremdung zwischen der russischen Bevölkerung und der Kiewer Übergangsregierung zur Folge. 
(aus Wikipedia)

Putin beantwortete die Frage eines aufdringlichen BBC-Reporters [2:58]

Veröffentlicht am 25.03.2015
Quelle:
Deutschland+Russland
Verbreitet das Video und erzählt es euren Mitmenschen!
Schaut in meine Playlists zu den verschiedenen Themen und guckt euch die Videos vom ältesten zum neuesten an, um alle Sachverhalte zu verstehen https://www.youtube.com/channel/UCzaQ...
Noch eine Sache zu den Bewertungen: Bitte bewertet die Videos nicht danach, ob ihr den Inhalt verabscheut oder ablehnt, sondern danach ob ihr das Video für informativ haltet und ob ihr weiterhin über solche Sachen informiert werden wollt.
Beispiel: Es wird ein Video gezeigt auf dem bewiesen wird wie ukrainische Nazis die Zivilbevölkerung töten. Das man das nicht gut findet und verabscheut ist schon klar, aber wenn man es dann negativ bewertet, wird es schwieriger das Video an die breite Öffentlichkeit zu bringen, aber das ist das Ziel!!
Übrigens: Das Datum was vor den Videos steht muss nicht unbedingt stimmen. Ich habe es soweit wie möglich versucht korrekt zu halten, aber es manchmal auch nicht herausgefunden und dann das zuletzt gefundene Hochladedatum genommen. Wenn einer das korrekte Datum kennt, bitte melden, dann werde ich es korrigieren.
aus dem alten Info-Text:
Frage des BBC-Reporters: »Begrüßen Sie das Morden der Ukrainer?« 
(sehr gute, sachliche Frage!!, Anmerkung von mir)
Antwort Putin: »Worin genau besteht die Tragödie, die jetzt dort stattfindet? Meiner Meinung nach besteht das Hauptproblem darin, daß die heutige Kiewer Regierung keine politischen, inhaltlichen Dialog mit dem Osten ihres eigenen Landes führen will.«

Mein Kommentar:
Woher kommt es, daß mir die meisten West-Reporter wie aufgeregte Schulkinder erscheinen?

siehe auch:

- Entscheidung am Majdan (Marci Shore, Lettre 106, Herbst 2014) empfehlenswert!
dazu auch:
- Donezk – In der Republik der Lügen (Alice Bota, ZEIT Online, 18.10.2014 – inzwischen Bezahlversion)
Krieg, wo Waffenruhe herrscht, Menschen, die in Bunkern leben, und Tote, die zu Helden werden: Wie im Osten der Ukraine ein Staat entsteht 

In der Donezker Volksrepublik herrscht eigentlich Frieden, aber es ist wie Krieg. Bis vor einigen Monaten war Donezk ukrainisch, aber die Ukraine ist jetzt der Feind. Junta nennen sie hier die Regierung in Kiew, Faschisten, Kindermörder. Am Stützpunkt am Rande der Stadt sind Fahnen von "Neurussland" aufgesprüht, Bergarbeiter schultern ihre Kalaschnikow und sichern die Grenzen ihrer selbst ernannten Republik. Die Kämpfer nennen sich "Führer", "Schutzwall" oder "Hacker". Sie kommen aus einer Kohlestadt in der Nähe, gleich ist Wachablösung. Ein Krankenwagen, den sie zum Militärfahrzeug umfunktioniert haben, wird sie für zwei Tage nach Hause bringen, bevor es wieder zurückgeht an die Front.

Max Uthoff - Ukraine-Krise | schlachthof | BR  {3:52 – Start bei 1:13}

Bayerischer Rundfunk
Am 14.08.2018 veröffentlicht 
Die Ukraine-Krise ist ein komplexes Thema und die dazugehörige Berichterstattung nicht immer ganz seriös. Max Uthoff klärt auf. (Wiederholung aus dem Jahr 2014)
Ganze Sendung unter: https://www.br.de/mediathek/sendung/s...
Mehr Infos unter: https://www.br.de/schlachthof
Jeden Monat präsentieren Michael Altinger und Christian Springer im "schlachthof" Live-Satire vom Feinsten – hochpolitisch und urkomisch. Unter dem Motto "schlachthof - Das Beste!" werden jeweils die Highlights des vergangenen Jahres gesammelt und in einer einzigartigen Mischung aus pointierten Solo-Auftritten, spritzigen Dialogen und ungezwungenen Kabarett-Talks an der Bar zusammengestellt.
Als Gäste u. a. mit dabei: Helmut Schleich, Max Uthoff, Hannes Ringlstetter, Wolfgang Krebs und Arnulf Rating.
alter Info-Text
Veröffentlicht am 26.07.2014
25 Juli 2014. BR. Schlachthof. Der Satiriker Max Uthoff lacht die deutschen Medien dafür aus, weil sie nach dem Absturz der malaysischen Boeing in der Ukraine sofort den Schuldigen gefunden haben und klar sehbare Kriegsrethorik verwenden.
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=mXzA6...
zuletzt aktualisiert am 08.02.2019