Mittwoch, 9. September 2015

Vor etwa 3000 Jahren – 1300 - 800 v. Chr.: Die Späte Bronzezeit

Eine Kultur der auslaufenden Bronzezeit 

Prähistorische Kulturen, deren Träger noch nicht die Namen von Völkern oder Ethnien tragen, werden meist nach ihren typischen Hinterlassenschaften (etwa Glockenbecher-Kultur), nach Hauptfundorten dieser Relikte (wie die Hallstatt-Kultur) oder auch nach der gängigen Bestattungsart bezeichnet. Letzteres ist bei der Urnenfelder-Kultur der Fall, die sich 1250-750 v. Chr. in Mitteleuropa verbreitete und als jüngste Stufe der Bronzezeit auf die Hügelgräber-Kultur folgte. 
Goldschale mit Sonnenkultur-Zeichen, um 1200 v. Chr.

Geprägt waren diese Kultur und Zeit vor allem durch die Vereinheitlichung und räumliche Festigung der Glaubensvorstellungen. Die Toten wurden fast ausnahmslos verbrannt und in großen Urnenfeldern beigesetzt. Die Zahl befestigter Siedlungen, besonders an den Ufern großer Flüsse, stieg deutlich an, aber auch Höhlensiedlungen waren noch verbreitet. Wie zahlreiche Funde belegen, verfeinerten sich durch Spezialisierung die handwerklichen Fähigkeiten. Auf Bronze- und Goldobjekten finden sich Ziermotive, unter denen die Sonne als Leben spendende Kraft eine besondere Rolle einnimmt. 

 Bronzezeit 
 • in Mitteleuropa etwa 2100-700 v. Chr. 
 • folgte auf die Jungsteinzeit 
 • wurde von der Eisenzeit abgelöst 
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2015 

Verbreitung der Urnenfelderkultur [Wikipedia]

Dienstag, 8. September 2015

Willkommenskultur ist ein Widerspruch in sich

Kisslers Konter: So sympathisch und menschlich das Anliegen auch ist – der Begriff „Willkommenskultur“ hat keinen Sinn. Die Versuche, Deutschland so eine neue Identität zu geben, werden scheitern. Zum Nachteil für Alteingesessene wie Zugewanderte gleichermaßen

Das Rätsel ist gelöst, die Debatte beendet. Die SPD teilt uns mit, wonach wir lange suchten, seit mindestens 1949. Sie weiß, was Deutschland ausmacht, worin sein identifikatorischer Kern besteht. Der Verfassungspatriotismus hat ausgedient, Leitkultur und Kulturnation waren gestern: „Deutschland heißt Willkommen“. Der neue SPD-Slogan lässt sich unverfänglich deuten als Willkommensgruß, im Sinne von „Deutschland sagt Guten Tag“. Die tiefere und gewiss intendierte Deutung, beglaubigt durch Großschreibung, besagt hingegen, dass Deutschland prinzipiell Willkommen bedeute; dass das Land zwischen Garmisch und Kiel sich als Willkommensrepublik definiere. Deutschlands neue Grenzen sind die Grenzen seiner Willkommenskultur; sie gehen mitten durch die Bürgerschaft.

Damit wird die moralische wie praktische Tragweite der Willkommenskultur leider überschätzt. Was einmal mit dem recht hohl gewordenen Begriff der Willkommenskultur gemeint war, ist eindeutig und ist eindeutig löblich. Kein „Haut doch ab!“, kein „Wir wollen unter uns bleiben!“ sollte Deutschland je wieder den anderen Nationen entgegen brüllen. Kein Muffelkopf mit Rückfahrkarte oder Peitschenknall sollte den Menschen aus aller Herren Länder den Grenzübertritt vergällen. Einen herzlichen Willkommensgruß wollen die Deutschen stattdessen den Durch- und Einreisenden entbieten. Aus Abschottung, Chauvinismus, Engstirnigkeit und Fremdenangst sollten Herzlichkeit, Freundlichkeit, Friedfertigkeit werden. In sehr weiten Teilen ist dieser Mentalitätswandel vollzogen, glücklich und glücklicherweise vollzogen.
mehr:
- Flüchtlinge: Willkommenskultur ist ein Widerspruch in sich (Alexander Kissler, Cicero, 08.09.2015)

siehe auch:
- Gräben in der Flüchtlingsdebatte: Wir müssen nicht so tun, als gäbe es kein Problem (Marie Amrhein, Cicero, 04.09.2015)

Montag, 7. September 2015

Gendertheorie: Aufklärung oder ideologische Verblendung?

Gender Mainstreaming ist in aller Munde. Ampelmännchen sollen Ampelfrauen werden und es muss auch schwule und lesbische Ampelmännchen geben. Röhrende Hirsche müssen aus Prospekten für Wildparks verschwinden und der Begriff Gender-Mainstreaming wurde vor Kurzem in die 24. Ausgabe des Dudens aufgenommen.

Der Begriff wurde erstmals Mitte der 1980er Jahre auf einer UN-Weltfrauenkonferenz vorgeschlagen. Die Gleichstellung der Geschlechter sollte nicht mehr als Frauenproblem gesehen werden, sondern als gesamtgesellschaftliches. Seit Ende der 90er Jahre ist Gender Mainstreaming erklärtes Ziel der EU.

Es geht um Geschlechtergerechtigkeit. Und diese muss überall hergestellt werden. Kindern soll in der Schule erklärt werden, dass es unendlich viele sexuelle Identitäten gibt, und "besorgte Bürger" und rechtspopulistische Organisationen laufen dagegen Sturm, fordern "ein Ende des Gender-Schwachsinns" und verlangen die "widernatürliche Ideologie an den Wurzeln auszumerzen".

Gleichzeitig werden EU-weit Milliarden von Euro für Genderprojekte ausgegeben. Neben Klos für Männer und Frauen soll es ein drittes Klo geben, ein Unisex-Klo für all die, die nicht wissen, ob sie Männlein oder Weiblein sind. Es entstanden mittlerweile etwa 200 Professuren für Genderstudien und 2000 Gleichstellungsbeauftragte sind bundesweit beschäftigt. Als der renommierte Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera Gendertheorie als eine spezifisch europäische Variante der Leugnung der Evolution beschrieb, war das Geschrei groß. Man könnte meinen, dass, wenn es heute einen Kulturkampf gibt, er hier stattfindet.

Dabei hatte alles so schön begonnen, nämlich mit der umwerfenden Agnes-Studie des amerikanischen Soziologen Harold Garfinkel, der in den 1960er Jahren eine Geschlechtsumwandlung forschend begleitete. Agnes wurde mit einem männlichen Genital geboren, fühlt sich aber, solange sie denken kann, als Frau.

mehr:
- Gender und Sex (Till Nikolaus von Heiseler, Telepolis, 07.09.2015)

Hart aber Fair Nieder mit den Ampelmännchen Deutschland im Gleichheitswahn 02 03 2015 360p [2:15:38]


Veröffentlicht am 24.08.2015
Die ARD hat eine weitere Ausstrahlung der Sendung verboten, aus der Mediathek ist sie gelöscht. Grund genug, sie zu konservieren 
Alter Info-Text: Veröffentlicht am 16.03.2015
Gleichstellungsgesetz, Quotenregelung, Genderforschung - bei uns wird das Verhältnis von Mann und Frau zur Staatsraison. Braucht echte Gleichberechtigung meh...

FDP-Mann im Interview: "Hart aber fair"-Kubicki: Thomallas ... Am Montagabend diskutierte FDP-Politiker Wolfgang Kubicki bei "Hart aber fair" über den Gender...

Nieder mit den Ampelmännchen - Deutschland im Gleichheitswahn?. Gleichstellungsgesetz, Quotenregelung, Genderforschung - bei uns wird das Verhältnis von Mann und Frau zur Staatsraison.

Nieder mit den Ampelmännchen - Deutschland im Gleichheitswahn?. Gleichstellungsgesetz, Quotenregelung, Genderforschung - bei uns wird das Verhältnis von Mann...

Hart aber Fair | Nieder mit den Ampelmännchen Deutschland im Gleichheitswahn | 02.03.2015

siehe auch:
- Zensur im Namen der Gleichberechtigung (Post, 24.08.2015)
- Gleichstellungsbeauftragte und bayerische Tradition (Post, 25.05.2015)
- Realsatire: Nennen Sie mich Prosecco Hornscheidt (Post, 26.12.2014)
- Gender-Studien – Heldenhafte Spermien und wachgeküsste Eizellen (Hans Peter Klein, ZEIT Online, 30.05.2015)
- Uni Kassel – Professor nennt Genderforschung unwissenschaftlich (Ludger Fittkau, Deutschlandfunk, 01.09.2015)
- Kampf um Geschlechter tobt an der Uni – Kasseler Professor feindet Vertreter feministischer Theorien an (HNA, 31.08.2015)
- Gender, Pseudowissenschaft und der hpd (Evidenz-basierte Ansichten, 28.04.2015)
- Genderwahn und der Aufstand der Wissenschaft (Die Kehrseite, 17.07.2015)
- Genderkritischer Wissenschaftler mit abenteuerlichem Statement gerügt (Arne Hoffmann, Genderama, 01.09.2015)
- Prof. Ulrich Kutschera: Genderismus ist der Kreationismus Europas (Sciencefiles, 13.04.2015)
- Genderismus ist der Kreationismus Europas (Michael Klein, Frankfurter Erklärung, 13.05.2015)
- Gender Mainstreaming im Nationalpark Eifel (Interview mit Henning Walter, Leiter der Nationalparkverwaltung, Nationalpark Eifel, Datum unbekannt)

Hirsch gibt sich Duftmarke Brunft/Eifel 2010 [0:49]


Hochgeladen am 24.09.2010
Ein Hirsch markiert sich um dem Kahlwild gegenüber einen guten Duft abzugeben. Aufgenommen im September 2010 in freier Wildbahn in der Vulkaneifel.

- Regierung: Der neue Mensch (René Pfister, 30.12.2006)
- Schlecht, schlechter, Geschlecht (Harald Martenstein, 08.06.2013)
- 15 Jahre Gender Meinstreaming: Von Männern, Frauen und Hirschen (Birgit Kelle, The European, 28.06.2012)
Man hätte es auch einfach bei Gleichstellungspolitik belassen können. Wer Gleichheit zwischen Männern und Frauen will, braucht keinen englischen Kunstbegriff wie Gender Mainstreaming, den kaum ein Deutscher in zwei vernünftigen Sätzen erklären kann – und der dann doch wieder in Gleichstellungspolitik zurück übersetzt wird und sowieso nur Frauenpolitik beinhaltet. Gender Mainstreaming konnte niemals die Lösung für die Geschlechterfrage sein, weil es einfach nur eine krude Theorie ist, die darauf hinarbeitet, Geschlechtsunterschiede auszumerzen, anstatt Mann und Frau gleichwertig zu behandeln.

Birgit Kelle: Gender-Mainstreaming ist „wirre Ideologie" [14:55]

Veröffentlicht am 06.02.2013
Laut dem Gender-Mainstreaming-Konzept definiert sich das Geschlecht vor allem über die Erziehung. Die gläubige Journalistin Birgit Kelle spricht sich öffentlich gegen den „Gender-Wahn" aus und behauptet, dass es keine Wissenschaft sei, sondern eine wirre Ideologie, die uns die Politik aufzwinge.

Wir haben Frau Kelle gefragt, ob sie lieber das traditionelle Familienbild zurück haben will und warum sie auch gegen das Recht auf Adoption für homosexuelle Paare ist.

http://www.pro-medienmagazin.de

ALICE SCHWARZER vs. ESTHER VILAR | Die ganze Sendung! [42:41]

Veröffentlicht am 16.01.2014
Im Februar 1975 strahlte das WDR Fernsehen ein unmoderiertes Streitgespräch zwischen Alice Schwarzer (Journalistin, Publizistin und Feministin) und Esther Vilar (Autorin) aus, welches darauf in den Massenmedien ausführlich kommentiert wurde. Vilar hatte in ihrem Buch "Der dressierte Mann" mit der These provoziert, dass nicht die Frau durch den Mann unterdrückt werde, sondern umgekehrt der Mann durch die Frau. Das Buch war in feministischen Kreisen sehr umstritten, da es, so die Meinung der Kritikerinnen, sexistische Vorurteile weiterverbreite. Schwarzer erklärte unter anderem, Vilar sei zynisch, eine Verräterin am eigenen Geschlecht und "nicht nur Sexistin, sondern Faschistin".
In dieser Auseinandersetzung hob Alice Schwarzer nachdrücklich hervor, dass das Ziel des feministischen Kampfes keineswegs eine Angleichung an die männliche Lebensform sei.

"Nicht unsere Integrierung ist wünschenswert, nicht die Vermännlichung der Frauen, sondern die Vermenschlichung der Geschlechter."
- Alice Schwarzer (1975)

Original-Titel der Sendung 1975:
"ALICE KONTRA ESTHER - EIN STREITGESPRÄCH ZWISCHEN ESTHER VILAR und ALICE SCHWARZER"

Infos zu Alice Schwarzer: http://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Sc...
Infos zu Esther Vilar: http://de.wikipedia.org/wiki/Esther_V...

Birgit Kelle im Gespräch mit Evolutionsbiologe Professor Ulrich Kutschera [37:31]

Veröffentlicht am 30.07.2015
http://nicht-feminist.de bittet zum Gender-Tanz:
Die einzigartige Birgit Kelle im Gespräch mit dem Evolutionsbiologen und Gender-Kritiker Professor Ulrich Kutschera.
http://www.kingfm.net/2015/07/birgit-...
Birgit Kelle unterhält sich mit einem alleinerziehenden Vater:
https://www.youtube.com/watch?v=SZa4y...
Alles präsentiert vom ersten nicht-feministischen Magazin im deutschsprachigen Web:
http://nicht-feminist.de

siehe auch:
Politisch korrekter Feminismus an der Schmerzgrenze – McCarthyismus linksrum (Post, 12.08.2017)
Der studentische Initiationsritus und der Vergewaltigungs-Reißer (Post, 11.12.2014)

Wer mehr Posts zu dem Thema lesen will, klicke unter den Stichworten auf »Gender«

Wer versucht, Meinungen aus dem öffentlichen Diskurs, dem Wettbewerb der Meinungen auszuschließen, ist nicht zur Teilhabe am demokratischen Diskurs fähig und entsprechend auszuschließen, und zwar solange, bis er die menschliche und geistige Reife gewonnen hat, um Meinungen Anderer mit Respekt, Anstand und Toleranz gegenüberzutreten.

Wer versucht, Gefühle oder Emotionen in den Wettbewerb der Meinungen einzuführen, ist ebenfalls nicht zur Teilhabe am demokratischen Diskurs fähig und entsprechend auszuschließen, und zwar solange, bis er die menschliche und geistige Reife gewonnen hat, um Meinungen Andrerer mit Respekt, Anstand und Toleranz gegenüberzutreten. […]

Das bedeutet, dass die Zulassung zum Meinungs-Wettbewerb eine Mindestqualifikation erfordert. Wie oben geschrieben wurde: Nicht jeder, der meint, eine Meinung zu haben, kann am Wettbewerb der Meinungen teilnehmen, sondern nur, wer in der Lage ist, seine Aussagen zu begründen, also eine Meinung zu formulieren.
 [aus: Traktat einer wehrhaften Demokratie – Verteidigung der MeinungsfreiheitSciencefiles, 01.01.2014]


Heute vor 37 Jahren – 7. September 1978: Attentat auf den Schriftsteller Georgi Markow

Dissidentenmord mit Regenschirm

Eine Reise nach Italien nutzte der bulgarische Schriftsteller Georgi Markow (1929-1978), um sich 1969 aus seinem Heimatland abzusetzen und sich vor dem Regime in Sofia in Sicherheit zu bringen. Markow ließ sich in London nieder, wo er als scharfer Kritiker des kommunistischen Regimes in Bulgarien für Zeitungen und Radiosender arbeitete und über Korruption und Sexskandale in der bulgarischen Führungsriege um Todor Schiwkow berichtete.
Georgi Mrkow, um 1975

Am 7. September 1978 stand Markow an der Haltestelle auf der Waterloo Bridge und wartete auf den Bus, der ihn zum Sitz der BBC bringen sollte, als er plötzlich einen stechenden Schmerz in der Wade spürte. Ein Mann mit Regenschirm murmelte einige Worte der Entschuldigung und verschwand. Wenige Stunden später fiel Markow ins Koma, vier Tage später starb er. Bei der Obduktion fanden die Mediziner eine winzige Kapsel in Markows Wade und Spuren des Giftes Rizin. Dass die Auftraggeber des Mordes in Sofia saßen, war bald klar, doch der Kalte Krieg verhinderte die Aufklärung. Nach der Wende wurden im Keller des bulgarischen Innenministeriums eine ganze Reihe derart präparierter Regenschirme gefunden.

Todor Schiwkow (1911-1998)
kommunistischer Politiker und Staatsmann
 1954-89 Diktator Bulgariens
 ordnete nach Zeugenaussagen den Mord an Markow persönlich an
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2015


Secrets of the Dead: Umbrella Assassin [53:08]
Veröffentlicht am 24.09.2014
On Monday, September 11, 1978, Bulgarian émigré, writer, and broadcast journalist Georgi Markov died in London at the age of 49. A political murder, his death remains one of the Cold War's greatest mysteries.
Markov was an acclaimed literary figure in Bulgaria before he defected to the West in 1969. Later, he succeeded in getting official permission to leave Bulgaria. After arriving in England, he joined the British Broadcasting Company (BBC) and became a freelance scriptwriter for Radio Free Europe (RFE) in Munich, Germany.
On June 8, 1975, he contributed his first freelance program to RFE, called "The Debts of Contemporary Bulgarian Literature." For the next three years, he wrote more than 130 Sunday-evening programs for his series called IN ABSENTIA: REPORTS ABOUT BULGARIA. These programs not only covered cultural life in Bulgaria but also revealed the otherwise hidden lifestyles of leading regime figures, especially Communist Party leader Todor Zhivkov, who reportedly appealed to the KGB for help in silencing Markov.
Two failed attempts to poison Markov followed. But on September 7, 1978, while Markov was waiting for a bus, he felt a sudden stinging pain in the back of his thigh. He turned and saw a man bending to pick up a dropped umbrella. The man apologized and departed. By evening, Markov developed a high fever. He was taken to a hospital and treated for blood poisoning. But his condition worsened, and three days later he died.

Sonntag, 6. September 2015

Pech für Kiwis – Glück für uns

Na so ein Pech für die Kiwis,
der als evolutionäre Unfall betrachtete flugunfähige Kiwi ist bekanntermaßen das Nationaltier Neuseelands. Genuntersuchungen legen jedoch nahe das der Kiwi mit dem Elefantenvogel von Madagaskar verwandt ist. Mit anderen Worten, er ist ein Einwanderer. Allerdings ist der Kiwi schon ein paar Millionen Jahre im Ländle, also kann man das mit der Einwanderung sehr entspannt betrachten.

Was des einen Pech ist des anderen Glück.
Die Untersuchungen zum Kiwi werfen nun jedoch ein völlig neues Licht auf die Evolution der Vögel. Offensichtlich gelang es zumindestens einem Raptor das Aussterben der Dinosaurier vor 75 Mio Jahren zu überleben. In den folgenden Millionen Jahren nahmen seine Nachkommen die Stellung des größten Jägers ein und brachen vermutlich die Entwicklung zur Flugfähigkeit ab, da ihnen nunmehr die Konkurrenz fehlte.

mehr:
- Pech für Kiwis – Glück für uns (Vanaland, 26.07.2014, tolles Poster!)


Gondwana 2 im Jura vor 180-150 Mio Jahren mit den Landmassen von Südamerika,
Afrika und Madagaskar, Antarktika, Australien und Neuguinea Arabien und Indien.
paläobiogeographische Verbreitungsgebiete aus dem Perm (600 Mio - 3160 Mio Jahre) 

[Quelle: Vanaland]
siehe auch:
- Vorfahren von Strauß und Co. konnten fliegen (Scinex, 09.09.2008)
Die großen, flugunfähigen Vögel des Südens – Strauße, Emus oder Kiwis – gehen nicht auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück. Stattdessen hat jede Art ihre Flugfähigkeit unabhängig voneinander verloren. Das zeigt eine jetzt in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences” erschienen Studie. Damit muss auch der gesamte Stammbaum dieser Gruppe umgeschrieben werden.

US-Außenpolitik: Befürchten, Fordern und Kämpfen

Berichte über eine mögliche Aufrüstung des Assad-Regimes durch Russland beunruhigen die USA. Außenminister Kerry befürchtet eine Eskalation – und noch mehr Flüchtlinge.
Die USA haben Russland vor einem Militäreingriff in Syrien gewarnt. In einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow äußerte sich US-Außenminister John Kerry besorgt über Berichte, nach denen Moskau planen könnte, seine militärische Unterstützung für das Assad-Regime stark auszuweiten. Ein solcher Schritt könne den Konflikt im Land weiter eskalieren, sagte Kerry nach Angaben des US-Außenamts.

Kerry habe Berichte angesprochen, "die auf einen dortigen unmittelbaren erhöhten russischen Militäraufbau hindeuten". Er habe klar gemacht, dass diese Aktionen "zu einem größeren Verlust unschuldiger Menschenleben führen und die Flüchtlingsströme vergrößern könnten". Zudem bestünde das Risiko einer Konfrontation mit der internationalen Koalition im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Wie es weiter hieß, vereinbarten beide Seiten, ihr Gespräch gegen Ende des Monats am Rande der UN-Vollversammlung in New York fortzusetzen.

Der New York Times zufolge sandte Russland ein militärisches Vorbereitungsteam nach Syrien. Außerdem seien auf einem Flugfeld nahe Latakia vorgefertigte Unterkünfte für Hunderte Menschen und eine mobile Flugkontrollstation angeliefert worden. Die Zeitung berief sich dabei auf US-Geheimdienstanalysten. Russland habe zudem für den Monat September militärische Überflugrechte beantragt.

mehr:
- Syrien: USA warnen Russland vor Militäreingriff (ZEIT Online, 06.09.2015, beachte auch die Kommentare!)

dazu paßt:
- Lindsey Graham: Wie viele Kriege wollen Sie? (Interview: Kerstin Kohlenberg, ZEIT Online, 06.09.2015)
Der republikanische Präsidentschaftskandidat Lindsey Graham fordert mehr militärische Härte gegenüber Russland und dem Iran.
Aber Staaten haben sich immer gegenseitig ausspioniert. Ihr solltet da nicht übersensibel sein. […]
eure Ukraine-Politik hat viele in Amerika verärgert. Meine Fraktion der Republikaner, aber auch viele Demokraten glauben, dass wir die Ukrainer bewaffnen sollten. […]
Ihr macht da einen großen Fehler! Denn mit diesem Verhalten segnen wir ab, dass man sich seit 2015 einfach nehmen kann, was man auf der Landkarte haben möchte. […]
Ihr Deutschen werdet mit eurem Ansatz Putin gegenüber fürchterlich scheitern. […]
Sollte der Iran versuchen, eine Atombombe zu bauen, während ich Präsident bin, würde ich dies stoppen. Ich würde das Regime, seine Nuklearanlagen, seine Marine und seine Luftwaffe vernichten. Ich würde in den Krieg ziehen – und ich würde ihn gewinnen. […]
Mir geht es einfach nicht in den Kopf, wie Deutschland, das so sehr von einer starken Außenpolitik Amerikas profitiert hat, so indifferent sein kann, wenn es um die Menschen im Nahen Osten geht. Das dort ist ein Kampf von Gut gegen Böse. So einfach ist das. Und Deutschland muss bei diesem Kampf mit von der Partie sein.  
Lindsey Graham Interview: 'I Would Send 10,000 Troops To Fight ISIS' | MSNBC [8:55]

Veröffentlicht am 02.09.2015
GOP 2016 candidate, Sen. Lindsey Graham joins Morning Joe to discuss the threat of ISIS, Ben Carson, the 2016 race and how he would handle ISIS.
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Lindsey Graham Interview: 'I Would Send 10,000 Troops To Fight ISIS' | MSNBC

mein Kommentar:
Schade, daß im mächtigsten Land der Welt solche Schwarz-Weiß-Denker wählbar sind.

Die Anstalt: Der Kampf gegen den Terrorismus - IRAK/IRAN/ISIS - Reportage/doku [13:50]

Veröffentlicht am 08.05.2015
Die Anstalt Der Kampf gegen den Terrorismus IRAK IRAN ISIS Reportage doku.
siehe dazu:
- »Der größte Einzelerfolg der CIA« (Post, 01.05.2012)
siehe dazu auch:
- Wagenknecht und Bartsch: Linke nennen USA Hauptverursacher der Flüchtlingskrise (SPON, 06.09.2015)
Die stellvertretenden Linksfraktionschefs Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch geben den USA einen großen Teil der Schuld für die Flüchtlingskrise, wenn nicht sogar die größte. "Westliche Staaten unter der Führung der USA haben ganze Regionen destabilisiert, indem sie unter anderem Terrororganisationen möglich gemacht und instrumentalisiert haben", heißt es in einem Positionspapier der beiden designierten Vorsitzenden der Linken im Bundestag. Es soll am Montag der Fraktion vorgelegt werden.
"Mörderbanden, wie zum Beispiel der Islamische Staat (IS), wurden indirekt unterstützt und auch von mit Deutschland verbündeten Ländern ungehindert mit Geld und Waffen beliefert. Millionen Menschen wurden so brutalen Kriegen und Bürgerkriegen ausgesetzt."


Es gibt aber auch ein anderes Amerika:
"USA und Israel sind Schurkenstaaten... zerstören die Menschheit und die Umwelt" Noam Chomsky [19:25]

Veröffentlicht am 18.04.2015
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Unbedingt anschauen!
euronews Interview: Avram Noam Chomsky, em. Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), ist einer der weltweit bekanntesten linken Intellektuellen und seit den 1960er Jahren einer der prominentesten Kritiker verschiedener Aspekte der US-amerikanischen Politik äussert sich zu Russland, Ukraine, USA, Israel, Terrorismus, Umweltfragen, Europa und Iran etc.

Samstag, 5. September 2015

Manipulationspraktiken: Der kleine Schubser

Mit neuen Manipulationspraktiken will der Staat seine Bürger lenken.
Es begegnet uns im Supermarkt, in der Kantine, auf der Autobahn, auf der Zigarettenpackung, in Form einer Erinnerung an den bevorstehenden Zahnarzttermin. Oftmals erhalten wir einen kleinen „Schubser“, der uns zu einem gewünschten Verhalten verleiten möchte. Wir werden genudget.

Von der Unternehmenswelt in die Politik

Die vielfältigen Einflussmöglichkeiten durch Nudges (Englisch für „Stups“ oder „Schubs“) untersuchten die US-Amerikaner Richard Thaler, Professor für Verhaltensökonomie, und Cass Sunstein, Rechtswissenschaftler an der renommierten Harvard University. Ihre Publikation Nudge: Wie man kluge Entscheidungen anstößt gilt als Standardwerk dieser neuen Strategien. Es geht um jenen kleinen Schubs, den ein „Entscheidungsarchitekt“ den Menschen geben möchte. So beeinflussen beispielsweise die Platzierung der Produkte im Supermarkt unseren Konsum, die genaue Anordnung der Speisen in einer Kantine unser Essverhalten, freundliche Aufforderungen zur Verringerung der Geschwindigkeit unser Fahrverhalten.

Die unendliche Vielfalt der Nudging-Möglichkeiten bedient sich der Erkenntnisse, die die Verhaltensökonomie aus der Psychologie gewonnen hat. Es erstaunt nicht, dass Unternehmen Nudging im großen Stil einzusetzen versuchen, um das Konsumverhalten der Kunden zu manipulieren. Ebenso wenig erstaunt es, dass auch die Politik das Nudging für sich entdeckt hat. So beauftragte US-Präsident Barack Obama im Jahr 2009 Cass Sunstein mit der Führung des „Office of Information and Regulatory Affairs“, die der Rechtswissenschaftler bis 2012 innehatte.(1) Die britische Regierung gründete das „Behavioural Insights Team“, das ganz ungeniert den Beinamen „Nudge Unit“ trägt und bis zu seiner Privatisierung im Jahr 2014 eine reine Regierungsbehörde war.(2) Mit etwas Verspätung hat nun auch die Bundesregierung die Möglichkeiten von Nudging erkannt: Kanzlerin Angela Merkel machte sich im vergangenen Sommer auf die Suche nach dem passenden Fachpersonal für eine Gruppe im Kanzleramt, die die „Entwicklung alternativer Designs von politischen Vorhaben“ vorantreiben soll.(3)

mehr:
- Der kleine Schubser (Andreas von Westphalen, 23.07.2015)

siehe auch:
- Stupsen (Jens Fromm, Mike Weber (Hrsg.), ÖFIT-Trendschau Öffentliche Informationstechnologie in der digitalisierten Gesellschaft, 2/2015) 
- Menschen ändern nur selten ihre Meinung (Post, 14.08.2015)

Heute vor 55 Jahren – 5. September 1960: Léopold Sédar Senghor wird Präsident des Senegal

Dichter, Humanist und Staatsmann

Länger als ein Jahrhundert (1854-1960) war der Senegal im äußersten Westen Afrikas eine französische Kolonie. Erst als Reaktion auf die seit 1945 stark angewachsenen Autonomiebestrebungen gewährte die Kolonialmacht dem afrikanischen Staat zunächst innere Autonomie und 1960 schließlich die Unabhängigkeit. Erster Präsident des souveränen Landes wurde Léopold Sédar Senghor (1906-2001), der die Politik eines »afrikanischen Sozialismus« verfolgte und dem Senegal ein vergleichsweise freiheitliches System bescherte. Als er das Amt des Präsidenten antrat, war er längst als eine der wichtigsten Persönlichkeiten des politischen Afrikas und zugleich als Dichter bekannt.


Léopold Sédar Senghor (links) bei einer Parade nach seiner Wahl
zum Präsidenten (5.9.1960)
Der in Paris ausgebildete Senghor gilt als Vater der senegalesischen Demokratie. Er war der erste Staatschef in Afrika, der die Macht freiwillig an seinen Nachfolger abgab (1980). Als erster Schwarzafrikaner wurde er 1984 in die Academie Fran<;aise gewählt, die höchste Instanz des intellektuellen Lebens in Frankreich. Auch seinen Lebensabend verbrachte Senghor in Frankreich, auf dem Anwesen seiner französischen Ehefrau in einem kleinen normannischen Dorf.

Was am 5. September noch geschah:
1977: Der Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer wird von einem Kommando der »Roten-Armee-Fraktion« entführt.
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2015


2013 01 MAURETANIEN, SENEGAL 'Zwischen Meer und Sandmeer nach Schwarzafrika' [1:07:09]

Veröffentlicht am 22.05.2013

siehe auch:
- Schwarze Selbstbestimmung aus dem Senegal (Margit Kllinger-Clavijo, Deutschlandfunk, 06.12.2006)
- Leopold Sédar Senghor – Staatsmann, Humanist und Dichter (Ute Gierczynski-Bocandé, Konrad Adenauer-Stiftung, Februar 2002, PDF)


Ich habe dir ein Lied gesponnen, süß wie das Mittagsgurren der Taube
Und mein dreisaitiges Khalam hat mich dünn begleitet.
Ich hab dir ein Lied gewebt und du hast mich nicht gehört.
Ich habe dir wilde Blumen gereicht deren Duft geheimnisvoll ist wie die Augen des Zauberers Und ihre Pracht ist so vielfältig, wie die Dämmerung zu Sangomar.
Ich dir meine wilden Blumen gereicht. Wirst du sie verwelken lassen während du mit Eintagsfliegen spielst?
(Léopold Sédar Senghor in Janheinz Jahn,“Schwarzer Orpheus“ S.7, gefunden bei Gedichte afrikanischer Autoren gerichtet an Europa, Evangelischer Arbeitskreis für Weltmission )

Schleyer [2:36]

Veröffentlicht am 18.11.2014
Lutz Hachmeisters preisgekrönter Film "Schleyer. Eine deutsche Geschichte" rollt den Fall des umstrittenen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer neu auf: Ob Schleyers NS-Vergangenheit, seine Nachkriegskarriere bei Daimler-Benz oder die schlussendliche Entführung und Ermordung durch die RAF - dem "Boss der Bosse" wird hier ein packendes filmisches Portrait gewidmet, bleibt dabei aber stets fair und faktentreu.

Freitag, 4. September 2015

Ukraine: Die politische Dividende des Maidan

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