Sonntag, 24. November 2013

Metro

Metro wurde 1994 von Chuck Loeb und Mitchel Forman gegründet.


Metro from Jochen Renz on Vimeo.


Rio Frio - Metro, Special Edition [8:05] Hochgeladen am 20.08.2008
Rio Frio - Metro, Special Edition NSJ '08 are:
Eric Marienthal (sax), Randy Brecker (trumpet), Chuck Loeb (guitar), Mitchel Forman (keyboards), Gerald Veasley (bass) & Dave Weckl (drums).


Field Of Diamonds - Metro, Special Edition [10:00]

Hochgeladen am 30.01.2009
Field Of Diamonds - Metro, Special Edition NSJ '08 are:
Eric Marienthal (sax), Randy Brecker (trumpet), Chuck Loeb (guitar), Mitchel Forman (keyboards), Gerald Veasley (bass) & Dave Weckl (drums).


The Standard - Metro, Special Edition [8:02]
Hochgeladen am 30.01.2009
The Standard - Metro, Special Edition NSJ '08 are:
Eric Marienthal (sax), Randy Brecker (trumpet), Chuck Loeb (guitar), Mitchel Forman (keyboards), Gerald Veasley (bass) & Dave Weckl (drums).


METRO AL 27 FESTIVAL DE JAZZ TERRASSA [3:15] Hochgeladen am 01.04.2008
22-02-08 CHUCK LOEB, MITCHEL FORMAN, WILL LEE, WOFGANG HAFFNER. METRO EXPRESS!!!

»My Lucky Day« in besserer Tonqualität hier


CHUCK LOEB and METRO with special guest ERIC MARIENTHAL : LIVE @ COTTON CLUB JAPAN (Jul.24,2013) [3:20] Veröffentlicht am 24.07.2013
2013. 7.24.wed - 7.27.sat @ 丸の内・COTTON CLUB
http://www.cottonclubjapan.co.jp/jp/s...

フュージョン~スムース・ジャズ界を代表するスーパー・ギタリストが率いるフュージョ­ン・ユニットが人気サックス奏者とともに待望の初登場!

MEMBER
Chuck Loeb (g), Eric Marienthal (sax), Mitchel Forman (key),
Eduardo "Bijoux" Barbosa (b), Wolfgang Haffner (ds)


AQUI Y AJAZZ, AWAKENING AT BURKE LAKE. METRO "The Journey" [5:43]

Veröffentlicht am 10.09.2014
Glad to share with you another of my videos. This time with the music of the Jazz Band Metro, flowing with a collection of sunrise and wildlife video at Burke Lake park, VA.

The music of this video was extracted from the Metro CD entitle "Tree People" title cut "The Journey". Featuring:

Mitchel Forman - Piano.
Chuck Loeb - Guitar.
Victor Bailey - Bass.
Wolfgang Haffner - Drums.
Carmen Cuesta - Vocals.


Homepage

aktualisiert am 07.11.2014

Samstag, 23. November 2013

Periodisierung der (europäschen) Geschichte

Die traditionelle Einteilung der Zeitalter 

      • Vorgeschichte:    bis etwa 4000 v. Chr.
      • Altertum:             3000 v. Chr. - 5. Jahrhundert n. Chr.
      • Mittelalter:           5. Jahrhundert - um 1500
      • Neuzeit:               1500 - Gegenwart


Über den Sinn einer Einteilung der Geschichte in Zeitalter ist viel gestritten worden. Die Kritik an den Kriterien der Periodisierung und der Datierung der Epochen ist in vielem berechtigt, dennoch ist eine solche grobe Gliederung für die Rekonstruktion und das Verständnis der Vergangenheit hilfreich. 

Als Vorgeschichte oder Prähistorie wird in der Regel jene Zeit in der Geschichte bezeichnet, für die keine schriftlichen Quellen vorliegen. Mit den schriftlichen Quellen und den ersten Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien setzt das Altertum ein. Der Begriff »Antike« bezeichnet nur das griechische und römische Altertum, also etwa die Zeit vom 12. vorchristlichen bis zum 5. nachchristlichen jahrhundert. Als Wendepunkt vom Altertum zum Mittelalter gilt gemeinhin der Untergang des Römischen Reichs (480), die Völkerwanderung wird als Zeit des Übergangs zum Mittelalter betrachtet. Nach der traditionellen Einteilung dauerte das Mittelalter rund ein jahrtausend, dann läuteten die Renaissance, die Entdeckung Amerikas und die Reformation die Neuzeit ein. jedes Zeitalter ist in sich in mehrere Abschnitte eingeteilt. Neben diesem existieren andere Systeme der Periodisierung. 
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013

Eine schöne Übersicht im PDF-Format von Christoph Pallaske findet sich bei segu-geschichte.de
 zum Download



Drei Damen und ein Weltmeister-Blackout – Schach kann aufregend sein

9. Spiel des amtierenden Weltmeisters Viswanthan Anand gegen seinen Herausforderer und neuen Weltmeister Magnus Carlsen bei der diesjährigen Weltmeisterschaft (siehe ab 3:10h):




Freitag, 22. November 2013

Geschichtsfrage

Was führte im Herbst 1958 in der
Bundesrepublik Deutschland zu Tumulten?

Das Aufstellen von Parkuhren
Die Erhöhung der Alkoholsteuer
Rock ’n’ Roll-Konzerte



Heute vor 50 Jahren – Mutmaßlicher Kennedy-Attentäter wird ermordet

Attentat auf Attentäter 

Die Nation stand noch unter dem Schock der Ermordung ihres Präsidenten John F. Kennedy am 22. November 1963, als nur zwei Tage später die tödlichen Schüsse auf den mutmaßlichen Attentäter Lee Harvey Oswald live über die Bildschirme flimmerten. An jenem Tag sollte Oswald vom Hauptquartier der Polizei ins Gefängnis überführt werden. Für die Überführung war ein gepanzerter Wagen vorgesehen, weil ein Gerücht kursierte, dass ein Anschlag auf den Kennedy-Attentäter geplant sei. 
 
Jack Ruby schießt in Dallas auf Lee Harvey Oswald, 24.11.1963

 Als Oswald flankiert von Polizisten in den Bereich gelangte, in dem Medienvertreter warteten, trat im allgemeinen Gewirr Jack Ruby auf ihn zu und schoss ihm in den Bauch. Ruby wurde überwältigt, Oswald starb 48 Stunden später an seinen Verletzungen. Ungereimtheiten beim Ermittlungsverfahren und Verbindungen Rubys zur Mafia erzeugten bald diverse Kontroversen und Verschwörungstheorien. War Ruby gedungen worden, Oswald zu erschießen, damit die wahren Auftraggeber des Mordes an Kennedy nicht ans Licht kamen? Offiziell blieben beide Einzeltäter. Kurz bevor der Fall erneut aufgerollt werden sollte, starb der Mörder des mutmaßlichen Attentäters im Januar 1967.

Jack Ruby auf dem Sterbebett
 Es gab keinen Plan.
 Es gibt nichts zu verbergen.
 Da war niemand sonst.
  Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013 

PROstitution

Vor wenigen Tagen habe ich zwei Posts zum Thema Prostitution gesetzt:
- »Halt die Klappe, Alice!« – Endlich (16.11.2013)
- Ein Gegenüber, das sie ernst nimmt… (18.11.2013)

Bei meinen prostitutionsbezogenen Internet-Recherchen geriet meine korrekte post 68er Männer-Welt ziemlich ins Wanken. (Für die Vernetzung von Subkulturen ist das Internet ja ein Segen!)
Hier einige Links:

- Kommentar zur Gesetzesnovelle zur Bekämpfung des Menschenhandels (auf sexwork Deutschland)
- Gründung des Berufsverbandes erotische und sexuelle Dienstleistungen (auf sexwork Deutschland)
- Appell FÜR Prostitution (auf sexwork Deutschland)
- »Nur eine Welt ohne Prostitution ist human« (Interview mit Alice Schwarzer auf der WELT-Seite vom 4.11.2013)
- »Alice Schwarzer hat noch nie im Bordell gearbeitet« (Interview mit Undine de Rivière, Pressesprecherin Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen, Süddeutsche Zeitung vom 7.11.2013)  
- »Wir brauchen Rechte« (Interview mit Undine de Rivière, Jungle World vom 7.11.2013)
- Ist Prostitution ein Beruf? (stern.tv vom 13.11.2013)
- So wohl fühlen sich deutsche Sexarbeiterinnen (news.de vom 19.11.2013)
- Prostitution: Kann so ein Job wirklich Spaß machen? (Hamburger Morgenpost am 20.11.2013 über Undine de Rivière)
- »Sind alle Huren Sex-Sklavinnen?« (Streitgespräch zwischen Undine de Rivière und Maria von Weiser in der Hamburger Morgenpost vom 21.11.2013)
- Germany is having second thoughts on legalized prostitution (Japan Times vom 22.11.2013)
- Der Realität ins Auge sehen (Deutscher Frauenrat, 19.11.2013); von dort verlinkt:
- Die Revolution frisst ihre Kinder (Feministisches Institut vom 4.11.2013)
- »Sexarbeit wegen fehlender Perspektiven« (Interview mit Sabine Grenz in der ZEIT vom 25.11.2013) – Dank an S. u. A.
- Sabine Grenz – (Un)heimliche Lust – Die Freier-Studie (C6 Magazin vom 30.12.2005)

- Stärkung der Rechte und Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in der Sexarbeit! (Petition von Undine de Rivière mit Online-Unterschriftenaktion bei change.org)
Dann dürfte es ja nur noch eine Frage der Zeit sein, bis wir Undine in einer Talkshow sehen… 

Auf Undines Blog empfehle ich die Lektüre von 
- In eigener Sache und
- Die Geschichte der U.

Feminismus (Wikipedia)  

Einige Bildschirm-Photos von der Emma-Seite:
Der Appell an die Bundesregierung wurde am 27.10. veröffentlicht
Stolz berichtet die Emma von den Wellen, die durch die politische Landschaft fegen:
Bis Ende November erhält man das Buch zum Appell und 2 Emmas frei Haus für nur 10 statt 25 EUR. Eine gute Marketing-Strategie!


Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Alice tut das ja aus reinem Idealismus!  


Fakten:
»Heutzutage gehen immer noch erstaunlich viele Männer ins Bordell. Das B.A.T. Freizeit-Forschungsinstitut Hamburg hat im Auftrag der Zeitschrift »Brigitte« Daten über den deutschen Mann erhoben. Dabei ergab sich, daß 88 Prozent aller Männer in ihrem Leben mindestens einmal bei einer Prostituierten waren. Vielleicht noch erstaunliche ist eine zweite Zahl: 47 Prozent der deutschen Männer gehen der Studie zufolge einmal im Monat ins Bordell. Die Gewerkschaft ver.di geht davon aus, daß täglich 1,2 Millionen Männer die Dienstleistungen von Prostituierten in Anspruch nehmen.« (Quelle: Ein Mann Buch, Goldmann)

Ich frage: Wieso ist das erstaunlich?
Und bitte nicht bei der Frage hängenbleiben, sondern auch über sie nachdenken!

in diesem Zusammenhang:
- Why have young people in Japan stopped having sex? (The Guardian vom 20.10.2013)




Schönes Wochenende, nicht nur für Männer!






Set fire to your hair
Poke a stick at a grizzly bear
Eat medicines that’s out of date
Use your private parts as piranha bait

Dumb ways to die,
so many dumb ways to die,
dumb ways to die ie ie,
so many dumb ways to die

Get your toast out with a fork
Do your own electrical work
Teach yourself how to fly
Eat a two week old unrefrigerated pie

Dumb ways to die,
so many dumb ways to die,
dumb ways to die ie ie,
so many dumb ways to die

Invite a psycho-killer inside
Scratch your drug dealer’s brand new ride
Take your helmet off in outer space
Use your clothes dryer as a hiding place

Dumb ways to die,
so many dumb ways to die,
dumb ways to die ie ie,
so many dumb ways to die

Keep a rattlesnake as pet
Sell both the kidneys on the internet
Eat a tube of superglue
“I wonder what’s this red button do?”

Dumb ways to die,
so many dumb ways to die,
dumb ways to die ie ie,
so many dumb ways to die

Dress up like a moose during hunting season
Disturb a nest of wasps for no good reason
Stand on the edge of a train station platform
Drive around the boom gates at a level crossing
Run across the tracks between the platforms
They may not rhyme but they’re quite possibly

Dumbest ways to die ie,
Dumbest ways to die ie,
Dumbest ways to die ie,
So many dumb,
So many dumb ways to die

Be safe around trains. A message from Metro.
(nach Beendigng des Films sieht man rechts oben einen Links zur Version 2 mit Filmausschnitten…)





Dank an S.

»Mein Arzt verschreibt mir nicht«


Ich bekomme immer wieder erzählt, daß dieses oder jenes vom Arzt nicht verschrieben würde.
Dabei ist oft der Arzt der Böse. Es ist anscheinend bei vielen Menschen nicht bekannt, daß Ärzte, die zu viel verschreiben, mit ihrem Privatvermögen haften.

Nachfolgend ein Ausschnitt aus einem Fax, welches ich heute vom Landesverband Niedersachsen des Deutschen Hausärzteverbandes erhalten habe:


Einige von Ihnen werden in diesen Tagen Regressbescheide wegen der Verordnung von Heilmitteln erhalten oder haben diese bereits erhalten. Wir empfehlen Ihnen, Ihre Widerspruchsfrist bis zum Ende auszureizen und eine individuelle Stellungnahme darauf zu fordern, da Ihnen der endgültige Bescheid bis zum Jahresende zugegangen sein muss. Wenn Sie aufgrund des hohen Postaufkommens zur Weihnachtszeit und eines Weihnachtsurlaubes den Bescheid erst in 2014 erhalten würden, läge ein formaler Fehler der Prüfstelle vor und der Bescheid wäre anfechtbar. Inhaltlich lehnt der Hausärzteverband jeden Regress auf Sprechstunden oder Verordnungen rigoros ab. Es ist ein Unding, dass wir beim Sprechstundenbedarf immer noch nicht von Krankenkassen oder von der KVN eine rechtsverbindliche Auskunft im Voraus (Positivliste) bekommen, was wir verordnen dürfen und was nicht (z.B. wirtschaftlich Verordnung von Impfstoff gegen Lungenentzündung bei unterschiedlicher Wirkung und unterschiedlichem Preis). Deshalb haben wir vorn Bezirksvorstand Hannover des Hausärzteverbandes eine Vorab-Prüfung von Rezepten als Arbeitsauftrag an den Vorstand der KVN über die Vertreterversammlung gegeben.


Ich habe die Zeitungsartikel, in welchen über die Pleiten von zwei niedersächsischen Arztpraxen berichtet wurden, nicht mehr gefunden, weiß auch nicht, was aus den Fällen geworden ist.

Hier einige Links:
- Regress (bei Arztwehrdich)
- Die leidigen Budgets (Helmut Beermann)
- Regress – das “Schandmal” im Gesundheits(un)wesen (Drgeldgier’s Blog)

Donnerstag, 21. November 2013

Heute vor 66 Jahren – 21. November 1947: Uraufführung des Dramas »Draußen vor der Tür«

»Ein Stück, das kein Publikum sehen will«

Am 21. November 1947 stand die Uraufführung des Dramas »Draußen vor der Tür« von Wolfgang Borchert auf dem Spielplan der Hamburger Kammerspiele. Als Hörspiel hatte es schon im Februar jenes jahres viel Aufsehen erregt und war mehrmals wiederholt worden. Die zentrale Figur des Werks ist der Unteroffizier Beckmann, der aus dreijähriger russischer Gefangenschaft heimkehrt. Borcherts Stück lässt den Krieg zu einer grotesken Erscheinung werden. Es traf den Nerv der Zeit wie kein anderes Werk der »Trümmerliteratur«, die sich mit dem Krieg und seinen Folgen auseinandersetzte. Das Schauspiel löste heftige Kontroversen aus, war bald das meistgespielte Nachkriegsdrama auf deutschen Bühnen und fand auch international viel Widerhall. 

Ulrich Tukur in der Rolle des Beckmann in
einer Aufführung der Hamburger Kammersiele 1995
In dem Stück findet Beckmann, an Körper und Seele versehrt, bei seiner Rückkehr den Platz an der Seite seiner Frau von einem anderen besetzt und wird von ihr vor die Tür gesetzt. Er erfährt, dass sein Sohn, den er nie gesehen hat, irgendwo unter den Trümmern der Stadt liegt und dass seine Eltern sich das Leben genommen haben. Alle Türen bleiben Beckmann verschlossen, nur der Tod hält seine weit geöffnet.

Wolfgang Borchert (1921-1947)
deutscher Schriftsteller und Dramatiker
während des Krieges der Wehrkraftzersetzung angeklagt
starb einen Tag vor der Uraufführung seines Stücks
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013



Die drei dunklen Könige
weitere Texte von Wolfgang Borchert (zu empfehlen: Nachts schlafen die Ratten doch und Dann gibt es nur eins!)




Mittwoch, 20. November 2013

Dieter Hildebrandt ist tot












Heute vor 100 Jahren – 20. November 1913: Preußischen Offizieren wird das Tangotanzen verboten

Militärs im Tangorausch

Der Tango, in den Armenvierteln, Kneipen und Bordellen von Buenos Aires und Montevideo entstanden, war dort ab 1890 fester Bestandteil der Volkskultur. Vor dem Ersten Weltkrieg grassierte dann auch in Europa das Tangofieber. Der Tanz der gesellschaftlichen Unterschichten zu melancholischer Musik, die von Liebe, Schmerz und Sehnsucht erzählt, galt der Obrigkeit jedoch wegen des engen Körperkontaktes der Paare und seiner als lasziv empfundenen Bewegungsabläufe als anrüchig und sündhaft. 
 
»Der Tango und die Polizei«,
Demonstration verbotener Tänze in Halle,
Karikatur aus Le Petit Journal, 21.12.1913

 Auch in Preußen fand man bald Gefallen an dem neuen Tanz, zum Entsetzen Kaiser Wilhelms II. sogar in höchsten Kreisen. Als die Gattin des Landtagspräsidenten 1913 im preußischen Landtag einen Tangotanztee veranstaltete und selbst hohe Militärs ihre Partnerinnen in aufreizender Art über die Tanzfläche führten, sah sich der Regent gezwungen, einzugreifen: Ein Erlass vom 20. November 1913 verbot Offizieren in Uniform heute vor 100 Jahren das Tangotanzen. Für den Kaiser war der Tango ein Kind des »Rinnsteins«, wie alles, was seinem Kunst- und Kulturverständnis widersprach. Fünf Jahre später war der Kaiser verschwunden, der Tango blieb.

Was am 20. November noch geschah:
 1975: In Madrid stirbt der spanische Diktator Franco.

Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013

Montag, 18. November 2013

Ein Gegenüber, das sie ernst nimmt…

Nach meinem Post über Alice Schwarzers Gegenwind hatte ich ein Gespräch mit einer ehemaligen Sozialarbeiterin. Zitat: »Ich habe nie eine Prostituierte getroffen, die das gern macht. Es war immer eine Entscheidung aus Not heraus.« Eine andere Frau, die bei dem Gespräch anwesend war, meinte: »Niemand macht sich Gedanken darüber, weshalb die Frauen das machen.«

Aha, sollte Alice denn doch recht haben mit ihrem Statement, daß 90 bis 95 Prozent der Prostituierten dazu gezwungen werden? Was tun? Wo kriegt man belastbare Infos her?

Ich habe eine Freundin angeschrieben, die mit diesem Milieu Kontakt hat, und ich präsentiere – mit Freuden – ihre kernige Antwort:


Meine Einschätzung ist extremst laienhaft.

Doch ich glaube …

a) daß es mehr als 400.000 Sexworker gibt.

b) daß "gern machen" hier der falsche Ansatz ist. Nicht jeder geht gern zur Arbeit. Auch eine Krankenschweseter kann sich nicht aussuchen, wem sie den Arsch abwischen oder den Katheter aus dem Schniedel ziehen muss, auch andere Berufe sind nicht immer sauber oder seelisch auszuhalten. Ich habe mich als Betreuerin in der Psychiatrie genauso prostituiert gefühlt. Und wer bei gleichem Einkommen nicht lieber zu Hause bleiben würde, lügt oft!
Die Frage ist eher, wie viele können das als Job sehen, und warum erwarten wir, daß eine Sexworkerin mit mehr Lust an der Sache ist als ein Fleischereifachfrau?
In so fern glaube ich, daß es viele Frauen gibt, die den Job pragmatisch sehen. Und Pragmatismus war Jahrtausende lang ein veritabler Grund, um eine Ehe mit einem Mann einzugehen. Siehst du worauf ich hinaus will? Ich habe keine Ahnung, wie hoch der Anteil der Frauen es "gern" tun. "Gern tun" kann auch einfach bedeuten: Ich weiß ich kann das, ich mache das gut, ich weiß, wie es geht, und es bereitet mir nicht unbedingt Probleme, und ich bin stolz auf mein selbst erarbeitetes Geld. Ich glaube, den Prozentsatz schätze ich so auf 80%. Bei Lehrern würde ich den deutlich niedriger schätzen.

c) Was heißt Zwang? Durch ’nen Zuhälter oder dadurch Essen auf den Tisch bringen zu müssen, Stromrechnungen zu bezahlen und Kleidung tragen zu können oder gar Kinder ernähren zu müssen! JEDER Mensch ist gezwungen dazu zu arbeiten, bzw. Geld rein zu holen.
Ich glaube auch, daß eine Gesetzeslage und gesellschaftliche Lage, in welcher Frauen freier entscheiden können ob sie bei ALDI an der Kasse sitzen oder als Sexworkerin zu arbeiten, viel Zwang heraus nimmt. Auch den, soweit noch vorhandenen, Zuhältern die Zwangsmöglichkeiten nimmt!
So lange ich als Domina z.B. in 5 Stunden das verdiene, was eine Aldikassiererin in einer Woche verdient, so lange ich dann weder Kinderbetreuung brauche und meine Leistungen in Lack und Leder mehr geschätzt werden als die verächtlichen Blicke, die man bekommt, wenn man 12 Stunden an 5 Tagen die Woche schuftet und den blauen Kittel trägt.. so lange kann und will ich mich für Sexwork entscheiden. Auch das ist Zwang.

d) Wie viele würden gerne von Verkäuferin oder Büroangestellte zu was ganz anderem wechseln? Letztendlich hat jeder Mensch seine Entscheidung, und wenn der Leidensdruck nicht so hoch ist, daß ein Wechsel vorgenommen wird, warum will man ihn dann erzwingen? IN JEDEM JOB KANN MAN TOTUNGLÜCKLICH SEIN!  Der Mensch bevorzugt immer die Gewissheit von Übel vor dem Übel der Ungewissheit.
Was vermutest du, wie viele Psychotherapeuten (ausgenommen von den analfixierten Analytikern) gerne mal ihren Job wechseln würden? Vielleicht zum Fließbandarbeiter, der sich nur drauf konzentrieren muss, angebrannte Kartoffelchips aus zu sortieren?

Lass dich nicht von der Sozialarbeiterin umschubsen. Vor allem nicht, wenn soziale Entrüstung im Spiel ist.

Was nämlich alle gerne vergessen: Prostituierte können denken!  Die brauchen keine Helden und gönnerhaften Frauen die sie retten. Sondern ein Gegenüber, das sie ernst nimmt. Als Mensch.  So wie jeder.



[…]


In diesem Licht fand ich den Artikel ganz lustig…..

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/silke-burmester-ueber-alkohol-und-drogeneinfluss-a-933799.html


Ich sehe den Zusammenhang in genau dem Misch Masch. In der Einmischung eines väterlichen/mütterlichen Staates/Öffentlichkeit, die uns die freie Entscheidung abspenstig macht und sich anmaßt zu wissen, was gut für jeden ist. Und dieses Bild wird, wie die Amis sagen, mit einem so breiten Pinsel gemalt, daß alle wichtigen Individuen/Einzelheiten verloren gehen.

Wenn ein Staat nicht aushalten kann, daß seine Bürger Individuen sind mit eigener Meinung, dann ist es eine Diktatur.

»Rauch nicht, sauf nicht, prostituier dich nicht, nimm keine Drogen.«

Als Erwachsene möchte ich diese Entscheidung gern selbst treffen. Vor allem wenn die "Mutter"/der "Vater" Staat so inkonsequent ist und manche Vergehen anders bewertet als andere. Besonders auch wenns Lieblingskinder gibt… ;)




Noch Fragen?
Vielen Dank!

Geschichtsfrage

Was bezeichnet der Begriff »Merkantilismus«?


die Gesellschaftsform des europäischen Mittelalters
die ständische Organisation von Handwerkern
das Wirtschaftssystem des Absolutismus

Heute vor 275 Jahren – 18. November 1738: Polnischer Thronfolgekrieg beendet

König von ausländischen Gnaden 

Nach dem Aussterben der Jagiellonen-Dynastie wurde Polen 1572 eine Wahlmonarchie. Wenn der Adel den König wählte, versuchten stets auch ausländische Mächte, ihre Interessen einzubringen. Als König August II., der Starke, der Sachsen und Polen in Personalunion regierte, 1733 starb, unterstützten Russland, Preußen und Österreich die Thronfolge seines Sohnes Friedrich August. Frankreich und Schweden hingegen favorisierten Stanislaus I. Leszczynski, der schon 1706-09 kurzfristig als Gegenkönig amtiert hatte. 
 
Einzug des französischen Botschafters zu Friedensverhandlungen in Wien 1738,
Gemälde, um 1740

Stanislaus I. wurde 1733 erneut zum König gewählt, konnte sich aber im anschließenden Thronfolgekrieg nicht durchsetzen; russisch-sächsische Truppen zwangen ihn, nach Frankreich zu fliehen. Da viele Mächte in diesen Konflikt involviert waren, fanden auch einige militärische Auseinandersetzungen in Europa statt. Der Thronfolgekrieg endete faktisch 1735 in einem Vorfrieden zwischen Frankreich und Österreich in Wien, endgültig und formal am 18. November 1738 durch den Frieden von Wien. Der sächsische Kurfürst Friedrich August II. erhielt als August III. die polnische Krone. Stanislaus Leszczynski wurde mit den Herzogtümern Bar und Lothringen antschädigt.

August II., der Starke (1670-1733)
Kurfürst von Sachsen seit 1694
König von Polen, 1697-1706 und 1709-33
trat für die polnische Krone zum Katholizismus über

Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013

Sonntag, 17. November 2013

Heute vor 43 Jahren – 17. November 1970: Patent auf Computermaus erteilt

»X-Y-Positionsanzeiger für ein Bildschirmsystem« 

Heute ist die Bedienung eines Computers ohne Maus kaum mehr vorstellbar. Entwickelt wurde sie bereits in den 1960er-Jahren, doch nachdem 1983 erst ein Apple-Computer damit bedient werden konnte, setzte sich der nützliche Positionsanzeiger mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows 95 vollends am PC-Markt durch.

Die erste, von Douglas Engelbart konstruierte Maus, 1968
Im Dezember 1968 strömten in San Francisco 1000 Computerspezialisten zusammen, um einen Vortrag und eine Multimedia-Präsentation des Computerpioniers Douglas Engelbart und seines Teams aus Programmierern und Hardware-Spezialisten zu folgen. Die Veranstaltung gilt in der Branche mittlerweile als legendär und als »Mother of all Demos«. Es ging um die Interaktion von Mensch und Maschine, um Hypertext, um schnelle Befehlseingaben und Cursor-Steuerung. Die präsentierte Maus war ein vergleichsweise klobiger Holzkasten mit einer roten Taste, einem Drehrad, das die Bewegungen des Geräts auf den Bildschirm übertrug und der Strippe, die ihr ihren Namen eintrug. Bereits 1967 hatte Engelbart seine Erfindung zum Patent angemeldet, am 17. November 1970 wurde es ihm erteilt. Allerdings lief es zu früh aus, als dass er mit seiner Erfindung reich geworden wäre.

Was am 17. November noch geschah: 
1973: In Griechenland wird ein studentischer Aufstand gegen die Militärdiktatur blutig niedergeschlagen.
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Samstag, 16. November 2013

»Halt die Klappe, Alice!« – Endlich

Nach vielen Jahren literarischer Kastrationstätigkeit hat sich Alice Schwarzer nun in der scheinbaren Mitte unserer entmännlichten Gesellschaft niederlassen können. Gern gesehene Talkshow-GästIn schreibt sie inzwischen sogar für die BILD und nimmt auch an Unterhaltungssendungen für die ganze Familie teil. (Bitte keine Forderung nach Quellenangaben!)

Wie lange habe ich mich an der Frau abgekämpft! Schon als Spät-Pubertierender war mir schleierhaft, wie junge Frauen in meiner Umgebung verbal auf männliches Verhalten draufhauen konnten, gleichzeitig aber von James Bond begeistert waren oder mit den schlimmsten Casanovas oder Macho-Arschlöchern in die Federn stiegen oder Beziehungen eingingen. Was war ich verwirrt! Ich tröstete mich mit dem Freud-Spruch: Die große Frage, die ich trotz meines dreißigjährigen Studiums der weiblichen Seele nicht zu beantworten vermag, lautet: 'Was will eine Frau?'. Wie lange habe ich versucht, es Frauen recht zu machen!

Bis ich als Therapeut mit einer Reihe von Patientinnen konfrontiert wurde, denen man es nicht recht machen kann…

Wer meine Blogs verfolgt hat, hat mitbekommen, daß ich gegen Alices ZEIT-Artikel über das Attentat von Winnenden geschrieben habe (Gewalt durch Männer, Gewalt durch Frauen: Im Inneren des Walfischs, vom 11.05.2009), über die Entlassung von Goslars Gleichstellungsbeauftragter Monika Ebeling (Monika Ebeling als Gleichstellungsbeauftrage vom Rat der Stadt Goslar abgewählt, vom 28.5.2011), ich habe über ein Antifeminismustreffen geschrieben (2. Internationales Antifeminismus-Treffen vom 25. Juni 2011, vom 31.5.2011) und Frauengewalt (vom 28.5.2011). Auch habe ich auf einen Kommentar in der ZEIT zu den Kommentaren über die Finanzkrise hingewiesen. (»Natürlich nehmen wir den Mann mit«, Psychoblog-Post vom 22.4.2012)


Vor kurzem nun habe ich beschlossen, auf feministische Artikel nicht mehr einzugehen. Wenn die Frauen und Männer, die solche Artikel schreiben oder lesen, das brauchen (oder zu brauchen glauben), dann ist das so. Dem Ausagieren von Bedürfnissen ist mit vernünftigen Argumenten nicht beizukommen. Nicht nur Sex sells, auch Opfer sells (siehe Niki de Saint Phalle, die vermeintlich ihr ganzes Leben lang den sexuellen Mißbrauch ihres Vaters publikumswirksam verarbeitete), und wenn unsere sich aufgeklärt gebende Gesellschaft etwas von den 68ern gelernt hat, ist das die Fähigkeit, sich moralisch zu empören. Wir sind immer die Guten, und wer da querschießt (Philipp Jenninger, Eva Herman, Thilo Sarrazin), wird abgesägt. Fertig! (Begriffsherkunft Sündenbock bei Wikipedia) Über die Tatsache, daß wir für das Vermeiden fundierter öffentlicher Debatten werden bezahlen müssen, weil wir damit politisch rechten Kräften das Feld überlassen, lasse ich mich nicht weiter aus. (Auch das ist eine Entwicklung, der man sich nicht entgegenstemmen kann. Wir sind gerade dabei, die Zunahme des politische Nationalismus auf der ganzen Welt zu erleben…)



Die sofortige Positionierung von Alice Schwarzer bezüglich der angeblichen Vergewaltigung von »Claudia D.« durch Wetterfrosch Kachelmann und ihr schnell veröffentlichtes Buch (seltsam, einige Links zur Schwarzer-Homepage funktionieren nicht) habe ich ausgehalten, ohne mich in meinem Blog zu Wort zu melden. Auch habe ich nichts über die drohende Verschärfung des Prostitutionsgesetzes geschrieben. Alice Schwarzer hat gelernt, daß sich das Sex-Bäh-Bäh bezahlt macht. In Angela Merkels Zeiten gestaltet Politik nicht, sie läuft der öffentlichen Meinung einfach hinterher. Auch das ist zur Zeit so, und das wird sich auch wieder ändern.

Alice Schwarzer ist nun mal der Meinung, daß Prostitution abgeschafft gehört. Medienwirksam und politisch-selbstkritisch-korrekt lautet der Untertitel ihres Buches »ein deutscher Skandal«. Und 90 deutsche Promis haben sich von Alice bequatschen lassen, politische Korrektheit zu demonstrieren und einen offenen Brief an Kanzlerin Merkel zu schreiben. (Angie wird natürlich wieder genauso klar Stellung beziehen wie zu Fukushima.) Was an dem Skandal deutsch ist, darüber wird sich Alice in einigen Talkshows, zu denen sie eingeladen werden wird, publikumswirksam auslassen können. (Übrigens entsteht der Skandal hauptsächlich durch die Vermengung von Prostitution und Menschenhandel. Vielleicht forscht irgendwann ja mal jemand über die Ursachen von Prostitution. Und vielleicht hat Alice Schwarzer ja auch einen Rat für geile Behinderte: Wenn Behinderte Lust haben, Christian Maier, ZEIT Online, 07.01.2014) 
Denn viele erwachsene Behinderte haben unerfüllte sexuelle Bedürfnisse. Manche von ihnen grapschen, andere werden traurig oder aggressiv. Doch mit mehrfach Behinderten oder Autisten kann man unmöglich in den Puff gehen. 
[
aus o.g. ZEIT-Artikel]
siehe auch:
- Sex-positiver Feminismus (Wikipedia)
- Annie Sprinkle (Wikipedia)

Was mich erschreckt, ist die Verschärfung der Prostitutionsgesetzgebung in mehreren europäischen Staaten:
- in Schweden wird Prostitution als erzwungene Handlung bzw. geschlechtsspezifische Gewalttat und als ernstes soziales Problem verstanden. Straftatbestand ist „die grobe Verletzung der Integrität einer Frau“. Bestraft wird der Freier. (Quelle: Bundesministerium für Familie usw.)
- Norwegen hat seit 2004 ein ähnliches Gesetz. (Quelle: Menschenhandel heute: »Den Prostituierten hilft das „feministische“ Prostitutionsgesetz am wenigsten«)
- In Frankreich sind seit 60 Jahren die Bordelle geschlossen, die französische Frauenministerin möchte Prostitution ganz abschaffen. Zukünftig sollen die Freier bestraft werden. (Quelle: SPIEGEL)

Daß die Gesellschaft auf einigen Augen blind ist, ist (notwendige?) Tatsache und vorläufig und nicht so schnell veränderbar. Es ist gut wenn wir Schubladen haben, und es ist praktisch, wenn die Anzahl der Schubladen nicht zu groß wird, das behindert den Überblick. Wir bejubeln Menschen wie Frank Ribéry oder Oliver Kahn für ihre sportlichen Einsatz und wollen von der anderen Seite der Medaille nichts wissen. Das Sexualleben von Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn dürfte inzwischen hinlänglich breitgetreten worden sein. Wer stellt sich die Frage, was der Job, den diese Menschen machen, mit diesen Menschen macht oder welches seelische Kostüm jemanden für einen solchen Job prädestiniert? Wenn ich mal Muße habe, schreibe ich einen Post über Valéry Giscard d’Estaing (, dem Affären mit Mireille Darc, Marthe Keller, Lady Di und einer der Frauen von Bokassa nachgesagt werden – ein Cousin soll inzwischen gößter Grundbesitzer der Republik Zentralafrika sein). Und Willy Brand war ebenfalls kein Kostverächter. (Damals hielten die Journalisten noch den Mund.)


Was mich jetzt wirklich freut ist, daß Alice Schwarzer allmählich Gegenwind bekommt:


Podiumsdiskussion mit Alice Schwarzer zum Thema Prostitution  {6:05}

Sissy2004
Am 15.11.2013 veröffentlicht 
14.11.2013
Niederschrift des Diskussionsausschnitts durch Matt Lehmann (Danke!):

Nachdem Sabine Constabel von jungen osteuropäischen Frauen erzählte, von denen die meisten ungebildet seien und von denen viele in Deutschland bereits krank ankämen aufgrund schlechter medizinischer Versorgung in ihren Heimatländern, meldete sich eine bulgarische Sexarbeiterin zu Wort:
„3 Jahre arbeite ich im Laufhaus in Berlin, 4 Jahre vorher Artemis, 6 Jahre in anderem Laden. Ich hab noch nie eine Bulgarin getroffen, welche von sie sprechen, wo sie krank waren. ... 2 Frauen haben Schutz gesucht, die haben [die Polizei kontaktiert]. Wo treffen Sie diese Frauen?“

Bevor Constabel antworten kann, interveniert Alice Schwarzer: „Das ist doch einfach grotesk und dermaßen unglaubwürdig. Also, wir wissen jetzt einfach, 90 bis 95% der Frauen sind in schweren Notlagen und müssen sich... [Zwischenruf: „Wo sind die Zahlen?“]...können und müssen sich in Deutschland unter menschenunwürdigen Umständen prostituieren. Da gibt es anscheinend ein paar Prozent sehr fröhlicher Prostituierter, bitteschön, unbenommen. Wie werden nicht hinter Ihnen herstiefeln und Ihnen das verbieten. So, es gibt hier um ein anderes Problem. Bitte, wer will noch was sagen? Ach so, Entschuldigung. Sabine Constabel wollte etwas...“


Sabine Constabel: „Ich finde, es war ‘ne klare Frage, ich kann drauf antworten. Die Frage war ja wie ich die treffe oder wie ich auf die komm‘. Das ist ziemlich einfach. Also, wir haben Sprachmittlerinnen, Bulgarinnen, und die Bulgarinnen gehen in die Bordelle, die Bulgarinnen machen den Kontakt in die Modellwohnungen, sie sind auf der Straße, sind da ziemlich schnell bekannt unter den Frauen, und das Problem sind immer die Frauen, die nicht Deutsch sprechen oder nicht genügend Deutsch sprechen, und die kommen dann letztendlich über die Sprachmittlerinnen. Die rufen die an, haben die Telefonnummer, und kommen dann so in die Beratung.

Alice Schwarzer: „Okay, der Herr hat sich schon länger gemeldet. Wenn man ihm... Er kämpft sich grad zum Mikro. Da ist er auch schon.“

Tanja Gangarova (Fachreferentin Migration, Deutsche AIDS-Hilfe) „Ja, guten Abend...“


Alice Schwarzer: „Ich würde sagen, noch zwei, drei Fragen, dann...“


Tanja Gangarova: „Also, ich würde nur gerne zwei, drei Kommentare abgeben. Mein Name ist Tanja Gangarova, ich bin Sozialwissenschaftlerin und ich leite die Bereiche Migration und Sexarbeit und Internationales bei dem Bundesverband der deutschen AIDS-Hilfe. Wir sind ein Verband, was mittlerweile aus 130 Organisationen besteht, und im Namen dessen stehe ich heute da, weil wir grundsätzlich den Appell gegen Prostitution ablehnen, und ich sag‘ Ihnen dazu, hier findet auch heute eine ganz gefährliche Vermengung von Sexarbeit und Menschenhandel statt. [Applaus] Aus unserer Sicht kann eine konstruktive Kommunikation erst dann geschehen, wenn [es] eine klare Trennung zwischen diesen zwei Bereichen gibt. Für den Menschenhandel gibt es in Deutschland, nicht nur in der Sexarbeit, auch in jedem anderen gesellschaftlichen Zusammenhang das Strafrecht, und das ist auch gut so. Nicht nur Sexarbeiterinnen, auch Sexarbeiter, denn Sie vergessen das auch noch [Applaus] entscheiden sich selbständig, selbst wenn sie aus prekären Situationen kommen, denn ich komme selber aus Bulgarien, sind sie handelnde Subjekte.“

Alice Schwarzer versucht zu unterbrechen, aber Tanja Gangarova fügt an: „Letzter Kommentar. Ich habe international in diversen Ländern gearbeitet und ich kann Ihnen aus der Präventionsperspektive sagen, dass Verbote und Kriminalisierung haben noch nie dazu geführt, dass es keine Sexarbeit mehr gibt. [Applaus]

Alice Schwarzer: „Wir haben schon verstanden. Frau Constabel möchte...“


Tanja Gangarova: „Ich würde sehr gerne sagen auch etwas zu dem schwedischen Modell, weil das ist alles Quatsch. Das schwedische Modell hat dazu geführt, dass Prostitution nicht mehr sichtbar ist auf der Straße. [Rest nicht hörbar, Gangarova weist darauf hin, dass sich die Situation für Sexarbeiterinnen nicht verbessert hat.] [Tosender Applaus]


Alice Schwarzer:  „Also, ich darf Ihnen sagen, dass die EMMA gerade mit der schwedischen Botschaft im Frühjahr einen Kongress plant, und da lassen wir mal die Leute kommen und werden sie genau befragen, und sie können es berichten.

Auf Unruhe im Publikum reagiert Alice Schwarzer mit der Bemerkung: „Ideologie sticht Realität, ‘ne? Ihr wollt das einfach nicht hören.“ [Gelächter von Schwarzers Gegner_innen, Applaus von ihren Unterstützer_innen] „Ich erlebe das nicht zum ersten Mal.“

siehe auch:
Quatsch, der sich Feminismus nennt (der Freitag, 23.07.2014) 
Debatten Am angeblichen Genderwahn, dem Binnen-I oder der Sichtweise auf Geschlecht als soziales Konstrukt arbeiten sich Feuilletonisten und Kolumnisten gern ab. 
Prostitution – Tun Sexarbeiterinnen ihre Arbeit gern? (Feuilleton der FAZ vom 19.11.2013) 

Sex für Menschen mit Behinderungen (2018) Sexualbegleitung {29:01}

Lieber Medizin
Am 02.09.2018 veröffentlicht 

Text: Youtube

Alice Schwarzer sieht Rot (neues deutschland vom 16.11.2013) 
- Eine Feministin auf Abwegen – "Halt die Klappe, Alice!" (n-tv vom 15.11.2013) 
- Anti-Prostitution-Debatte: Brüllen und blitzen gegen Alice (SPIEGEL-Online vom 15.11.2013) 
»Natürlich nehmen wir den Mann mit.« (Post, 22.04.2012)



Wie entwertend Alice Schwarzer mit Menschen, die eine andere Meinung haben, umgeht (und wie souverän Esther Vilar das nimmt), sieht man hier an einem Video aus dem Jahr 1975.

ALICE SCHWARZER vs. ESTHER VILAR | Die ganze Sendung! {42:41}


FMD's TV-Channel
Am 16.01.2014 veröffentlicht 
Im Februar 1975 strahlte das WDR Fernsehen ein unmoderiertes Streitgespräch zwischen Alice Schwarzer (Journalistin und Publizistin) und Esther Vilar (Autorin) aus, welches darauf in den Massenmedien ausführlich kommentiert wurde. Vilar hatte in ihrem Buch "Der dressierte Mann" mit der These provoziert, dass nicht die Frau durch den Mann unterdrückt werde, sondern umgekehrt der Mann durch die Frau. Das Buch war in feministischen Kreisen sehr umstritten, da es, so die Meinung der Kritikerinnen, sexistische Vorurteile weiterverbreite. Schwarzer erklärte unter anderem, Vilar sei zynisch, eine Verräterin am eigenen Geschlecht und "nicht nur Sexistin, sondern Faschistin". In dieser Auseinandersetzung hob Alice Schwarzer nachdrücklich hervor, dass das Ziel des feministischen Kampfes keineswegs eine Angleichung an die männliche Lebensform sei.
Original-Titel der Sendung 1975:
"ALICE KONTRA ESTHER - EIN STREITGESPRÄCH ZWISCHEN ESTHER VILAR und ALICE SCHWARZER"
"Nicht unsere Integrierung ist wünschenswert, nicht die Vermännlichung der Frauen, sondern die Vermenschlichung der Geschlechter."
- Alice Schwarzer (1975)
"Die Frauen können wählen, und das ist es, was sie den Männern so unendlich überlegen macht: Jede von ihnen hat die Wahl zwischen der Lebensform eines Mannes und der eines dummen, parasitären Luxusgeschöpfes - und so gut wie jede wählt für sich die zweite Möglichkeit. Der Mann hat diese Wahl nicht."
- Esther Vilar ("Der dressierte Mann", 1971)
Infos zu Alice Schwarzer: http://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Sc...
Infos zu Esther Vilar: http://de.wikipedia.org/wiki/Esther_V...


zuletzt aktualisiert am 05.08.2020

Freitag, 15. November 2013

Akte Christian Wulff - Absturz eines Bundespräsidenten

Akte Christian Wulff - Absturz eines Bundespräsidenten [Doku] {28:12}

DokuTV
Am 15.11.2013 veröffentlicht 
Die Akte Christian Wulff - Absturz eines Bundespräsidenten
Der Fall Wulff ist einzigartig: ein rasanter Aufstieg bis ins höchste Staatsamt, dann der brutale Absturz -- persönlich wie politisch. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik steht ein ehemaliger Bundespräsident vor Gericht.

Geschichtsfrage


Was wurde 1992 im Vertrag von Maastricht festgeschrieben? 

die Gründung der Europäischen Union/EU 
 die Reisefreiheit in den Ländern der EU 
 die Osterweiterung der EU 

Mittwoch, 13. November 2013

Heute vor 106 Jahren – 13. November 1907: Paul Cornu läßt den ersten Hubschrauber fliegen

Der Helikopter-Mann 

Der Franzose Paul Cornu (1881-1944) war einer jener Tüftler, Erfinder und Visionäre, mit denen die Geschichte der Luftfahrt begann. Im normannischen Lisieux fabrizierte und reparierte er u. a. Fahrräder. Eines Tages wollte er sich nicht mehr mit der Fortbewegung auf der Erde begnügen. Im Alter von 24 Jahren entwickelte er den ersten Prototypen eines Helikopters: Er besaß zwei Rotoren, die an den Enden eines Metallrahmens befestigt waren, und einen 2 PS starken Motor. Die Maschine machte vor Publikum einige Sprünge in die Luft und bestärkte Cornu in dem Glauben, auf dem richtigen Weg zu sein. Er fand Sponsoren und begann Ende 1906, eine solidere Version zu konstruieren. 
 
Zum 100-jährigen Jubiläum 2007 wurde der Flug mit dem
»fliegenden Fahrrad« nachgestellt

Mit einem V-förmigen Rahmen, zwei gegenläufigen Drehflügeln und einem 24 PS starken Motor ging Cornu am 13. November 1907 in die Geschichte der Fliegerei ein. In etwa 20 Sek. Flugzeit erreichte das »fliegende Fahrrad" etwa 30 cm Höhe - es war der erste freie Hubschrauberflug. Der erste Helikopter erwies sich jedoch als nicht steuerbar und Cornu gab das Projekt wenig später auf. Der Durchbruch bei der Hubschrauberkonstruktion ließ noch Jahrzehnte auf sich warten.

 Was am 13. Novemher noch geschah: 
1994: In Schweden stimmt die Mehrheit der Bevölkerung für den Beitritt zur EU
Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Montag, 11. November 2013

Heute vor 95 Jahren – 11. November 1918: Ende des Ersten Weltkriegs

Die »Urkatastrophe« des 20. Jahrhunderts 

Lange stand der Erste Weltkrieg im historischen Bewusstsein im Schatten des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. In den letzten bei den Jahrzehnten jedoch hat er wieder die Aufmerksamkeit gewonnen, die er als »Urkatastrophe« des blutigen 20. Jahrhunderts verdient. Der »Große Krieg« – wie er in Frankreich genannt wird – war der erste »moderne« Krieg und führte in eine Epoche hemmungsloser Gewaltpolitik. Er hat die Geschichte des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt.
 
In New Yorks 42. Straße feiern Menschen die Kapitulation Deutschlands,
November 1918

Als der Erste Weltkrieg (1914-18) heute vor 95 Jahren mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrags zu Ende ging, hatte er weltweit etwa 9 Mio. Soldaten und 6 Mio. Zivilisten das Leben gekostet. Tiefgreifende politische und soziale Umwälzungen waren die Folge, Monarchien zerbrachen, revolutionäre Wirren heizten die Situation an. Das weltwirtschaftliehe System war in seinen Grundlagen erschüttert, Inflation und Hungerkrisen brachten Not und Elend über die Bevölkerung. Das Trauma der Niederlage und der »Demütigungen« durch die folgenden Friedensverträge schufen in Deutschland den Nährboden für den Nationalsozialismus. 

Gefallene Soldaten 1914-18 
Deutschland: 2,04 Mio. 
Russland: 1,85 Mio.
Frankreich: 1,3 Mio.
Österreich-Ungarn: 1,2 Mio. 
Großbritannien: 0,85 Mio.
Brockhaus – Abenteuer Geschichte 2013