Donnerstag, 9. Oktober 2014

Heute vor 25 Jahren – 9. Oktober 1989: Große Montagsdemonstration in Leipzig

»Wir sind das Volk« 

Schon die Friedensgebete der evangelischen Kirche, die seit 1982 regelmäßig in der Leipziger Nikolaikirche stattfanden, waren dem DDR-Regime ein Dorn im Auge. Im Herbst 1989 wurde die Stadt dann die Geburtsstätte und das Zentrum der Montagsdemonstrationen und damit der Ausgangspunkt der friedlichen Revolution in der DDR. Die Staatsmacht reagierte zunächst mit Härte und Ordnungsstrafen auf die Protestzüge, doch statt abzuschrecken, führte die harte Reaktion zu einer weiteren Solidarisierung der Menschen. 
Leipziger Demonstranten mit einem Transparent
»Wir wollen keine Gewalt, wir wollen Veränderungen«, 9.10.1989
Am 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der DDR, gingen die Sicherheitskräfte gewaltsam gegen die Demonstranten vor: 150 Verletzte auf beiden Seiten waren die Bilanz. Für die Demonstration am 9. Oktober zog die Regierung Tausende Sicherheitskräfte zusammen. Bekannte Bürger der Stadt riefen zur Besonnenheit auf, doch niemand wusste, was an diesem Abend geschehen würde. 70.000 Menschen versammelten sich, zogen über den Innenstadtring, forderten »freie Wahlen« und »Veränderungen«. Die große Menschenmenge ließ das Regime von einem Einschreiten absehen. Alles verlief friedlich. Einen Monat später fiel die Mauer. 

Zitat Kurt Masur 
»Ich weiß von vielen Menschen, die alles riskiert haben, die sich von ihren Eltern verabschiedet haben an diesem Tag.« (Kurt Masur, Wikipedienberg – Abenteuer Geschichte 2014
Am 9. Oktober 1989, dem Tag der Leipziger Montagsdemonstrationen, gehörte Masur zu den sechs prominenten Leipzigern (neben den Sekretären der SED-Bezirksleitung Kurt Meyer, Jochen Pommert und Roland Wötzel, dem Kabarettisten Bernd-Lutz Lange und dem Theologen und Stasi-Mitarbeiter Peter Zimmermann), die den Aufruf Keine Gewalt! verfassten. Dieser Aufruf wurde während der Demonstration mehrfach über die Lautsprecher des Leipziger Stadtfunks verbreitet und trug so maßgeblich zu deren friedlichen Ablauf bei. Am 27. Dezember 1989 wurde Masur erster Ehrenbürger der Stadt Leipzig nach der politischen Wende in der Deutschen Demokratischen Republik. 2014 erhielt Masur für seine Engagement bei der Friedliche Revolution die Goldene Henne in der Kategorie "Politik".[12] (Kurt Masur, Wikipedia)

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“

Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UNHRC) hat den früheren schweizerischen Abgeordneten und angesehenen Vorkämpfer für die Menschenrechte Jean Ziegler, der in der Vergangenheit auch UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung gewesen ist, zum Leiter der Sonderkommission des Rats zur Untersuchung der Aktivitäten der Geierfonds berufen. Die Resolution wurde dem UNHRC von Argentinien vorgeschlagen und am 26. September von den Mitgliedern beschlossen. Sie verurteilt die Aktivitäten der Geierfonds als Verletzung der Menschenrechte und des Rechts auf Entwicklung und schuf die aus 18 internationalen Experten bestehende Untersuchungskommission.
mehr:
- Jean Ziegler: „Geierfonds - Quintessenz krimineller Bankenaktivitäten“ (Bürgerrechtsbewegung Solidarität, 08.10.2014)

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Wegen massiver Kritik an Schweizer Politik, Wirtschaft, Finanzwesen sowie deren Institutionen in seinen Publikationen wurde er immer wieder als „Landesverräter“ angegriffen und von mehreren Instituten und Privatpersonen, zum Teil erfolgreich, zivil- und strafrechtlich belangt. Die Verurteilungen zu Schadensersatzleistungen trieben ihn in den wirtschaftlichen Ruin. Im Jahr 2011 soll sein Schuldenstand nach eigener Aussage bei 5,5 bis 6 Millionen Euro gelegen haben, die vor allem aus verlorenen Prozessen wegen Rufschädigung und ähnlichem stammen, die durch von ihm zuvor kritisierte Unternehmer und Banken angestrengt wurden.[3][7]Ziegler meinte dazu in einem Interview, dass ihn alleine die Bezeichnung eines bekannten Schweizer Wirtschaftsanwalts als „Geier“ 320'000 Schweizer Frankengekostet habe, der allerdings später rechtskräftig als Betrüger verurteilt worden und daher nun legal auch so bezeichnet werden dürfe. Moussa Traoré, der 23 Jahre Präsident von Mali (einem der ärmsten Länder der Welt) war, bekam 180'000 Franken Schadensersatz zugesprochen. Ziegler hatte ihn als „Kleptokrat“ bezeichnet und geschrieben, dass dieser zwei Milliarden US-Dollar aus der Staatskasse auf sein Privatkonto in der Schweiz verschoben habe, während die Menschen in seinem Land an Hunger starben. Traoré wurde später in Mali wegen der Veruntreuung von Staatsgeldern zum Tode verurteilt.[3] Die Bezeichnung des chilenischen Diktators Augusto Pinochet als „Faschist“ sei dagegen mit 2'000 Franken Bussgeld wegen „übler Nachrede“ eher günstig gewesen. Ziegler hat ferner mehrfach öffentlich bekannt, wegen der Prozessschulden insolvent zu sein. Das Haus, in dem er wohne, gehöre daher seiner Frau, und sein Auto sei nur geleast.[3]
[Jean Ziegler, Leben, Wikipedia, abgerufen am 24.02.2019]
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siehe auch:
- Jean Ziegler – ein wahrhaftiger Mensch (Post, 10.09.2013)

Jean Ziegler - Der Optimismus des Willens [Offizieller Trailer] {1:47}

W-film Distribution
Am 03.02.2017 veröffentlicht 
Homepage - http://wfilm.de
Facebook - https://www.facebook.com/wfilm
Instagram - https://www.instagram.com/wfilmdistri...
Twitter - https://twitter.com/filmverleih
Pinterest - https://www.pinterest.de/wfilm/
Der junge Jean Ziegler war 1964 bei der ersten Weltzuckerkonferenz der UNO in Genf der Chauffeur von Che Guevara. Als Ziegler den großen Revolutionär fragte, ob er ihn denn nicht mit nach Kuba nehmen könnte, antwortete ihm Guevara, dass Ziegler in Genf bleiben müsse, um gegen den Kapitalismus zu kämpfen. Seit diesem schicksalhaften Moment kämpft der Schweizer als Schriftsteller, Redner, Professor und mit politischem Engagement bei der UNO gegen die Ungerechtigkeiten der Welt und den Einfluss mächtiger Oligarchen.
Doch als der heute 82-Jährige nach Kuba reist, trifft er die karibische Insel im Wandel vor und sieht plötzlich all seine Ideen auf dem Prüfstein. Ob Ziegler in seinen Bestrebungen siegreich war? Oder hat das kapitalistische Monster, wie Guevara zu sagen pflegte, die Oberhand behalten?
(Quelle: filmstarts.de)
„Jean Ziegler – Der Optimismus des Willens“ wurde uraufgeführt auf dem Internationalen Filmfestival in Locarno und startet am 23. März 2017 in den deutschen Kinos. Jean Ziegler wird zusammen mit Regisseur Nicolas Wadimoff in Köln zu Gast sein bei der Deutschlandpremiere am 18. März im Odeon Kino. Außerdem erscheint am 13. März das neue Buch von Jean Ziegler „Der schmale Grat der Hoffnung“ im Verlag C. Bertelsmann, das er in Frankfurt (16.3.), Köln (17.3.) und Berlin (22.3.) vorstellen wird.
Website: http://jeanziegler.wfilm.de/
Facebook: https://www.facebook.com/jeanziegler....

"Hunger ist ein organisiertes Verbrechen" - Prof. Jean Ziegler - Der Optimismus des Willens {1:32:16}

MrMarxismo
Am 15.04.2018 veröffentlicht 
"Hunger ist ein organisiertes Verbrechen" - Prof. Jean Ziegler - Der Optimismus des Willens
Fakt ist:
"Hunger im 21.Jahrhundert ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Lebensmittel stehen jederzeit an jedem Ort der Welt zur Verfügung, wenn auch zu einem hohen Preis.
Das ist das Fazit eines Symposions an der Harvard-Universität, wo sich vor einiger Zeit namhafte Forscher über das "Phänomen Somalia" gebeugt haben.
Heutzutage seien Hungersnöte immer von Menschen gemacht, so die Forscher."
Quelle:
FAZ (23.2.2012)
"Der Hunger tötet weltweit ungefähr 100.000 Menschen täglich. Kaum jemand spricht über diesen Völkermord, von Abhilfe ganz zu schweigen."
Prof. Jean Ziegler (Ex-UN - Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung)
Während 20% der Menschheit in den reichen Ländern ca. 80% der Ressourcen verbrauchen, (USA ca. 6% verbrauchen ca. 50% aller Ressourcen) hungern gleichzeitig weltweit mehr als 1 Milliarde Menschen (vielfach Kleinbauern, ohne eigenes Land oder ausreichend bezahlte Lohnarbeit) und es sterben Viele an armutsbedingten Krankheiten...
Weltweit gibt es nicht nur einen großen Nahrungsmittelüberfluss, sondern es werden auch viele Millionen Tonnen Lebensmittel bewusst vernichtet!
Fakt ist:
Nach Angaben der FAO könnte die heutige Landwirtschaft kann ca.12 Mrd. Menschen ernähren!
Sie schreiben: „Der dritte Weltkrieg gegen die dritte Welt hat längst begonnen. 54 Millionen Menschen sind 2016 gefallen.“
Das ist doch polemisch gemeint, oder?
Nein, das ist durch Fakten belegt. Diese Menschen sterben durch Kriege, Hunger, Kindersterblichkeit, durch verseuchtes Wasser oder an sich längst besiegte Epidemien.
Wer konkret führt diesen Krieg?
Wir leben unter der Weltdiktatur des globalisierten Finanzkapitals.
Die Oligarchie der 500 größten Konzerne kontrolliert 52,8 Prozent des Weltbruttosozialproduktes, also aller in einem Jahr produzierten Reichtümer.
Das ist eine Machtfülle, wie sie kein König, Kaiser, Papst je hatte.
Die Konzerne entschwinden jeder staatlichen Kontrolle und folgen nur einer Strategie: Profitmaximierung. Heute sind in den USA die Milliardäre ja direkt an der Macht.
Ist der Kapitalismus reformierbar?
Glaube ich nicht.
Die Grundprinzipien sind seit 200 Jahren Konkurrenz, Marktwillkür und Monopolisierung von Macht. Dem gegenüber lebt in uns der Wille zu einer ganz anderen Gesellschaft, die nach dem Prinzip organisiert ist: von jedem nach seinen Fähigkeiten, für jeden nach seinen Bedürfnissen."
Quelle:
Prof.Jean Ziegler

Jean Ziegler: "Wir leben in einer kanibalischen Weltordnung" {28:18}
MDR KULTUR
Am 24.03.2017 veröffentlicht 
Auch in "Der schmale Grat der Hoffnung" widmet sich der Schweizer Soziologe, Politiker und Autor Jean Ziegler der Globalisierungskritik. Bernd Schekauski spricht mit ihm.
zuletzt aktualisiert am 24.02.2019

IPPNWforum: Fukushima

Im IPPNWforum Nr. 138 finden sich ein interessantes Interview über Fukushima (S. 34):- Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel. (IPPNWforum 138, S. 22)
- 6 Fragen an … Mako Oshidori, Journalistin und Unterhaltungskünstlerin aus Japan (S. 34)
Zitat:
In einem Interview wurde mir berichtet, dass die Todeszahlen der Arbeiter von Tepco geschönt werden. Das heißt die Liquidatoren, die außerhalb der Arbeitszeiten starben, werden in der Statistik nicht beachtet. Bis zur Katastrophe von 2011 galten 100 Millisievert (mSv) über fünf Jahre als Grenzwert für die Arbeiter. Danach wurde er auf 250 mSv in einem Jahr erhöht. Manche Arbeiter erhielten Strahlendosen von bis zu 678 mSv. Seit 2012 sind es wieder 100 mSv in fünf Jahren. Arbeiter, die jetzt dem Grenzwert nahekommen, werden entlassen, da man sonst die Kosten für eine Krebsuntersuchung übernehmen müsste.
Die Zeitschrift kann man sich online hier ansehen. 
dazu auch:
- Wachrütteln und über Atomkraft aufklären – Mako Oshidori recherchiert die Fukushima-Folgen (3sat, 11.03.2014)

Mass media interrupts free-lance journalist's accusing the gov't of another Fukushima worker's death {8:05}

Hochgeladen am 25.10.2011
Makorine of Oshidori, a comedienne of Yoshimoto Kogyo Co., Ltd. and beginning journalist of News for the People in Japan(NPJ) knew that a young worker in Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant had been exposed to 60 millisievert(mS), had been ordered to stay at home in August and had died of myocardial infarction in Octorber.
While neither the gov't nor TEPCO will only anounce his death but both say they need not know the death because he was exposed just to a dose of 60mS, less than 100mS, the limit.
But Oshidori claims the gov't should know of the worker' death even if he was exposed to a dose less than 100mS. But Parliamentary Secretary Sonoda tries to repeat an evasive answer.
That time, Naoki Otake of Sanke Shinbun bursts out interrupting her question again somehow in the integrated press conference held in the headoffice of TEPCO on Oct 24 2011.
Naoki Otake interrupts Oshidori's question on Oct 17 2011:
When will Ministry of Economy quit a cozy relationship with TEPCO?:
http://www.youtube.com/watch?v=jJDeyI... (6:45)

The website of Osidori (in Japanese):
http://oshidori.laff.jp/
http://oshidori-mako.laff.jp/ (diary of Makorine)
http://twitter.com/intent/user?screen...)

The website of News fot the People in Japan (in Japanese):
http://www.news-pj.net/

The original video by IWJ:
http://www.ustream.tv/recorded/18081533

About the donation for IWJ:
http://iwakamiyasumi.com/archives/3338

"Fukushima außer Kontrolle", AKW Neckarwestheim, 09.03.14: Detlev Schauwecker, Oshidori Mako {22:21}

Veröffentlicht am 14.03.2014

Heute vor 66 Jahren – 8. Oktober 1958: Der erste Herzschrittmacher wird implantiert

Neuer Schwung für das Herz 

Arne Larsson war erst 43 Jahre alt, doch im Herbst 1958 schien sein Leben vorbei zu sein. Seine Herzrhythmusstörungen hatten sich infolge einer Infektion erheblich verschärft. Das Herz des Schweden schlug nur noch 28-mal in der Minute, er verlor fast stündlich das Bewusstsein und musste mehrmals täglich wiederbelebt werden. Eben in jenen kritischen Tagen las seine Frau in der Zeitung, dass der Kardiologe Åke Senning in Stockholm an der Entwicklung eines Herzschrittmachers arbeitete, und sie überredete ihn zu einer Notoperation. 
Frühes Modell eines Herzschrittmachers, 1961
Unter Vollnarkose öffnete Senning eine Vene im Oberarm, schob zwei Leitungen zum Herzen und verankerte sie dort. Danach pflanzte er den batteriebetriebenen Taktgeber in eine Hauttasche im Brustbereich und verband Kabel und Schrittmacher. Die Herzfrequenz des Patienten erhöhte sich, ausreichend Blut wurde transportiert. Fünf Monate hielt die erste Batterie, dann wurde sie ausgetauscht. Arne Larsson konnte fortan ein aktives Leben führen, Sport treiben und Flugreisen unternehmen. Er wurde 86 Jahre alt, 26 Herzschrittmacher hielten ihn 43 Jahre lang auf Trab. 

Was am 8. Oktober noch geschah: 
1910: In Dübendorf bei Zürich wird der erste Flughafen der Schweiz eingeweiht. 

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

IPPNWforum: Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel.

Im IPPNW-Forum Nr. 138 finden sich einige interessante Artikel über die Ukraine. Ich empfehle vor allem den Übersichtsartikel von Kai Ehlers
- Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel. (IPPNWforum 138, Juni 2014 S. 22)
Die Zeitschrift kann man sich online hier ansehen. 

ebenfalls empfehlenswert:
- Assoziationsabkommen und EU-Expansionspolitik – Die Rolle der EU im Eskalationsprozess in der Ukraine (S. 24)
- Die Wahrheit stirbt im Krieg zuerst – Deutsche Medien und die Krise in der Ukraine (S. 26)
- Das Ziel ist Russland, gemeint sind andere – Die EU steht vor dem Scherbenhaufen einer ihr aufoktroyierten Politik (S. 27)
- Ukraine – ein mit System organisiertes Chaos – Vorschläge für eine Deeskalation und friedliche Überwindung des Konflikts (S. 28)

Dienstag, 7. Oktober 2014

Zitat: Ruhrgebiet




Im Land der Gruben und Schlote 

 Der Redakteur und Schriftsteller Gustav Koepper (1872-1969) veröffentlichte 1899 unter dem Titel »In Plutos Reich« eine Reihe von Reiseberichten aus dem Ruhrgebiet, das zu jener Zeit gewöhnlich noch als »Rheinisch-Westfälischer Industriebezirk« bezeichnet wurde. Per Eisenbahn machte er sich auf die Reise durch die Städte und Industrieanlagen an Emscher und Ruhr und schilderte ausführlich seine Eindrücke. Insbesondere widmete er sich dem Bergbau sowie der Eisen- und Stahlindustrie. Er unternahm eine Grubenfahrt und eine Bootsfahrt durch den Ruhrorter Hafen, besichtigte das kruppsche Gussstahlwerk und berichtete vom Leben unter Tage und an den Hochöfen, von einer Welt also, die den meisten Deutschen in jener Zeit völlig fremd war. Die Faszination, die von den Fabriken der Schwerindustrie ausging, führte in der Zeit der Hochindustrialisierung vor dem Ersten Weltkrieg eine ganze Reihe von Korrespondenten aus dem Reich ins Kohlerevier. Ihre Reiseberichte, die häufig in Form mehrteiliger Folgen in den großen deutschen Zeitungen erschienen, stießen bei den Lesern auf große Resonanz.
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

Links aus Safari per Mail versenden

Nach meinem Umstieg von Firefox auf Safari war ich enttäuscht, weil es keinen Menübefehl gibt, über den man Links per Mail verschicken kann. Dann kam mir der folgende Artikel unter…


Nicht selten stößt man beim Surfen durch das weltweite Netz auf interessante Webseiten, die man gerne mit anderen teilen möchte. 

Statt die URL über die Zwischenablage in eine Mail einzufügen, kann Safari über die Tastenkombination "Umschalten-Befehl-I" die Adresse der aktuellen Seite direkt in eine neue E-Mail einfügen. Mail muss dabei nicht geöffnet sein, sondern wird bei Bedarf gestartet. Als Betreff fügt diese Methode den Titel der Seite ein. Wem das zu wenig ist, lässt einfach die Umschalttaste weg. Dann kopiert Safari statt der URL gleich die gesamte Website samt aller Links in die Mail. 

Wer hingegen einen Link, den er auf einer Webseite gefunden hat, weiterleiten will, klickt den Link in der Seite an und verschiebt die Maus dann bei gedrückter Maustaste auf Mail. Auch so wird Mail gestartet und der Link in eine neue Mail eingetragen. Zieht man weitere Links in die Mail, werden vermeintlich nur die Link-Texte übernommen. Beim Empfänger sind diese dann anklickbar.
gefunden in der Macwelt, 22.01.2011

Montag, 6. Oktober 2014

Vor 2553 Jahren – Oktober 539 v. Chr.: Perser erobern Babylon

Die »Mutter aller Städte« fällt an die Perser 

Ausgehend von seinem Stammland am Persischen Golf eroberte der iranische Stamm der Perser im 6. vorchristlichen Jahrhundert innerhalb weniger Jahrzehnte ein Reich, das sich schließlich vom Nil bis nach Indien, vom Schwarzen Meer bis zum Arabischen Meer erstreckte. 
Rekonstruierter Palast des Nebukadnezar in Babylon (Foto, 2002)
Der Begründer und Eroberer dieses persischen Großreichs war Kyros II. (600-530 v. Chr.). Er schaltete zunächst die »inneriranische Konkurrenz« aus und besiegte dann den Lyderkönig Krösus, womit er auch die griechischen Städte an der Küste Kleinasiens unter persische Kontrolle brachte. Im Osten gab es kaum Widerstand gegen den persischen Expansionsdrang und in wenigen Jahren war die Grenze zu China erreicht. Schließlich wandte sich Kyros dem Babylonischen Reich zu, das innerlich zerrissen war. Fast ohne Kampfhandlungen gab sich das einst mächtige Reich dem Angreifer preis: Im Oktober 539 v. Chr. zog Kyros mit der persischen Armee in Babylon ein, wo er mit Blumen begrüßt wurde und dem Volk eine Zeit des Friedens verkündete. Der König ging als Kyros der Große, Begründer des ersten Weltreichs, in die Geschichte ein. 

Was am 6. Oktober noch geschah: 
1981: Bei einer Militärparade wird der ägyptische Staatspräsident Anwar as-Sadat von radikalen Moslems ermordet.
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

The Assassination of Anwar El Sadat {2:33}

WorldsAssasinations
Hochgeladen am 18.11.2008
On 6 October 1981, the month after the crackdown, Sadat was assassinated during the annual victory parade in Cairo. A fatwā approving the assassination had been obtained from Omar Abdel-Rahman, a cleric later convicted in the U.S. for his role in the 1993 World Trade Center bombing. Sadat was protected by four layers of security and the army parade should have been safe due to ammunition-seizure rules. However, the officers in charge of that procedure were on hajj to Mecca.

As air force Mirage jets flew overhead, distracting the crowd, a troop truck halted before the presidential reviewing stand, and a lieutenant strode forward. Sadat stood to receive his salute, whereupon the assassins rose from the truck, throwing grenades and firing assault rifle rounds. The attack lasted about two minutes. Photographer Bill Foley captured one of the last shots of a living Sadat. The photograph is titled "The Last Smile." The lead assassin Khalid Islambouli shouted "Death to Pharaoh!" as he ran towards the stand and shot Sadat. After he fell to the floor people around Sadat threw chairs on his body to try to protect him from the bullets. Eleven others were killed, including the Cuban ambassador a Omani general and a Coptic Orthodox bishop, and 28 were wounded, including James Tully, the Irish Minister for Defence, and four U.S. military liaison officers. Sadat was then rushed to a hospital, but was declared dead within hours. This was the first time in Egyptian history that the head of state had been assassinated by an Egyptian citizen. Two of the attackers were killed and the others were arrested by military police on-site. Islambouli was later found guilty and was executed in April 1982.

In conjunction with the assassination, an insurrection was organized in Asyut in Upper Egypt. Rebels took control of the city for a few days and 68 policemen and soldiers were killed in the fighting. Government control was not restored until paratroopers from Cairo arrived. Most of the militants convicted of fighting received light sentences and served only three years in prison.


Samstag, 4. Oktober 2014

Entscheidung am Majdan

Eine Phänomenologie der ukrainischen Revolution
(…)
Beginn der Revolte
Wiktor Juschtschenko und Julija Tymoschenko erwiesen sich als derartige Enttäuschung, daß 2010 Janukowytsch zurückkam und über Tymoschenko triumphierte – die er kurz darauf einsperren ließ. Janukowytschs Hochburg ist der Donbass, das Donez-Steinkohlebecken, die ostukrainische Bergbauregion. Für viele dort ist er der Lokalmatador, der es zu etwas gebracht hat. Nicht, daß ihn dort „jemand wirklich mögen“ würde, der Mann ist eklig, lächerlich und ungebildet – aber trotzdem, so spekuliert Jurko, im Donbass denkt man eben, das ist einer von uns. Und darauf waren sie stolz. Wie auch immer, einmal mehr wurde die Ukraine von einem Gangster regiert, der vor dem Kreml buckelte. Janukowytsch und die Oligarchen auf seiner Seite beuteten ein verarmtes Land aus. Die Ukraine machte etwas durch, was an Nicolae Ceauşescus Herrschaft in Rumänien erinnerte. Janukowytsch und seine Familie bauten sich goldene Villen, während das gewöhnliche Volk hungerte, fror oder sein Leben bei einer Explosion in einem unregulierten Bergwerk lassen mußte, in dem die Arbeitsbedingungen nicht über das 19. Jahrhundert hinausgekommen waren. Ein kleiner, aber feiner Unterschied zu Ceauşescu, Hitler und Stalin, ja selbst zu Wladimir Putin, bestand darin, daß Janukowytsch kein großartiges Narrativ bot, kein Versprechen auf Transzendenz. Er war einfach – und völlig ungeniert – ein Gangster. („Er ist nicht nur ein Gangster“, sagte mir mein Freund Ivan Krastev, ein Politanalytiker. „Er ist ein kleiner Gangster.“ Ein Gedanke, zu dem der polnische Außenminister Radosław Sikorski meinte: „Na ja, die Summen, die da im Spiel waren, waren alles andere als klein.“)

mehr:
- Entscheidung am Majdan (Marci Shore, Lettre International Nr. 106, Herbst 2014)

Jurko Prochasko [Wikipedia]

Hat die Ukraine eine Zukunft? - im Gespräch mit Jurko Prochasko (3sat) [6:16]

Veröffentlicht am 02.05.2014
Hat die Ukraine eine Zukunft? Und ist es die, die sie mal hatte? Das fragen wir den ukrainischen Schriftsteller Jurko Prochasko.
Quelle: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=pl...
Jurko Prochasko ist ein ukrainischer Essayist, Germanist, Schriftsteller und Übersetzer.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Jurko_Pr...

Zitat Tina Mendelsohn:
»Wahrscheinlich hat uns Shakespeare auch etwas über die Auflösung der Ukraine zu sagen. Darüber, daß etwas scheinbar Intaktes, Gesundes, die Ukraine mit ihren Oligarchen und schönen Femen-Mädchen, Anwärter auf die EU, sich plötzlich in verfeindete Gruppen auflöst.«

Ukraine: action des Femen devant le Parlement [0:50]

Veröffentlicht am 12.12.2012 Plusieurs militantes du mouvement Femen ont manifesté seins nus, mercredi 12 décembre à Kiev contre la corruption des députés devant le Parlement ukrainien. Durée: 00:50

Dieser erste Satz Mendelsohns spannt den Rahmen für das folgende Interview auf. Tina Mendelsohn beschreibt die Ukraine in einem etwas sorgenvoll-ratlosen Sandmännchen-Erzählton, der eine märchenhafte Idylle (oder ein idyllisches Märchen) von Oligarchen und oben-ohne herumlaufenden Protest-Mädchen – vielleicht ja auch noch jodelnd und im Dirndl – beschreibt. Fehlt nur noch der Bauernhof und gackernde Hühner. 
Und da bricht plötzlich Zwist auf in dieser Idylle? 
Wie blöde muß man sein? 

Auf diesem intellektuellen Niveau geht es weiter. Zitat:
»Der Streit geht durch die Betten […] Die Ehe ist in Gefahr, weil die eine pro-russische Gefühle hat, und der Ehemann auf der ukrainischen Seite steht.«
Na, dann hat der deutsche Superstar-Geschädigte, der sich auf 3sat verirrt hat, ja gleich vorgekaut bekommen, um welchen Konflikt – nämlich den zwischen dem machtgierigen Rußland und der armen, hilflosen, kleinen Ukraine – geht.

Tina Mendelsohn führte am 30. April mit Bazon Brock dieses so wunderschön in die Hose gegangene Interview über die scheinbar unangemessene Männerfreundschaft zwischen Ex-Bundeskanzler Schröder und Wladimir Putin. (Ukraine 9 – Wider die veröffentlichte Meinung, Post vom 11.05.2014, letztes Video)
Mein ehemaliger Ausbilder Wolfgang Scherf sagte so schön: 
»Wenn was aus heiterem Himmel kommt, dann stimmt was mit der Wetterbeobachtung nicht.«
Erster Satz des leider verstorbenen Peter Scholl-Latour im Interview mit Alfred Schier (Dialog Spezial, Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik?, Post vom 25.03.2014):
»Man hat ja gar nicht zur Kenntnis genommen, daß die Ukraine kein geeintes Land ist.«

Weil Scholl-Latour sich von dem »Freiheit und Demokratie«-Parfum des Westens nicht benebeln ließ und auf seiner illusionslosen Sicht beharrte, geriet er im politisch korrekten öffentlich Diskurs der letzten Jahre immer mehr in die rechte Ecke.

Die westliche Haltung in der sich seit Jahren (!!) anbahnenden Ukraine-Krise ist von einer Würgereiz erzeugenden Ignoranz geprägt, von der ich mir ständig unsicher bin, ob diese böswillig oder einfach nur borniert ignorant ist. Dabei erhärtet sich bei mir der Verdacht, daß auf Seiten von USA und NATO diese Borniertheit eher böswillig, auf Seiten von Journalisten und EU-Politikern eher borniert ignorant ist.

- Diese leere Muschel, die übrig geblieben ist… (Die ZEIT, 31.12.2004)
- Aktuelle Entwicklungen in der ukrainischen Literatur (Länder-Analysen, Ukraine, 24.06.2008)
- Künstler in der Ukraine – "Zielscheibe des Staatsterrors" (Deutschlandradio Kultur, 29.01.2014)
- Ukraine: Vier Autoren im Gespräch „Die da oben dürfen alles, alle anderen dürfen nichts“ (Frankfurter Allgemeine, 07.02.2014)
- Verklärung und Verbitterung in der Ukraine (IC-MN, 22.02.2014)
- „Sie nennen das Krise, ich nenne es Revolution!“ (The European, 14.05.2014)
- Die Ukraine, Putin und Europa – Ehre und Bitterkeit (tagesspiegel, 21.05.2014)
- Von Mythen, Märchen und Realpolitik (NovinkiBlog, 03.06.2014)
- Die Mitte liegt wieder ostwärts (Die Welt, 21.06.2014)
- Ukraine-Konflik – "Die Sprachverwirrung ist enorm" (Deutschlandfunk, 17.08.2014)



Je länger ich mich mit dem Ukraine-Thema befasse, desto mehr erhärtet sich meine Einschätzung, daß die gegeneinander agierenden Parteien – 
 ukrainisches Volk versus Oligarchen – 
sich beide Unterstützung suchend in die Arme des Westens (die Oligarchen sind da ambivalenter) zu stürzen versuchten und hier auf das geostrategische Glatteis gerieten. Die Ukraine hat halt das Pech, daß sich die USA seit Ende des Zweiten Weltkriegs ständig durch Ausdehnung ihres Einflusses abzusichern versuchen und Rußland seinen Hinterhof genauso sauber halten will. Das macht die USA ja nicht anders. (Das 7.800 km von Dallas entfernte Chile betrachteten die USA 1970 ja auch als Hinterhof, siehe: Heute vor 44 Jahren – 4. September 1970: Salvador Allende wird zum Präsidenten Chiles gewählt, Post vom 04.09.2014) Das hat mit Demokratie nichts zu tun, hier geht es nur um machtstrategisches Kalkül. Tina Mendelsohn macht es uns vor: Wir träumen von Idyllen, während im Hintergrund die Strippenzieher am Machen sind.

siehe dazu auch:
- Der Krieg der Oligarchen (Lutz Brangsch, Linksnet, 27.06.2014)
Der Bürgerkrieg in der Ukraine hat offensichtlich gemacht, dass die heute gängigen Maßstäbe der Bewertung politischer Prozesse untauglich sind. Die in vielen Analysen internationaler Konflikte präsente Unterstellung einer Homogenität nationaler Interessen sowie eine Trennung nationaler und internationaler Entwicklungen führen in die Irre. Etikettierungen wie »pro-russisch“, »pro-ukrainisch«, »pro europäisch« oder »Putin-Versteher« verstellen den Blick auf die Interessen der jeweiligen Konfliktparteien und blenden die Komplexität von Widersprüchen in einer globalisierten Welt aus. Es gibt weder den abstrakt bösen Putin noch den abstrakt guten Majdan. Reflexhafte Zuschreibungen von »Gut« und »Böse« sind auch gefährlich, weil es in der Region eine Reihe von Konflikten gibt, in die sowohl die EU als auch die USA seit Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts in irgendeiner Form verwickelt sind.

Die Konflikte in der Ukraine müssen daher einerseits als soziale Probleme und die Art und Weise ihrer Bearbeitung sowie andererseits als ein Ringen um internationale Führungsansprüche verstanden werden. Im Folgenden soll es darum gehen, beide Dimensionen der gegenwärtig stattfindenden Kämpfe zu betrachten.


siehe auch:
- IPPNWforum: Roter Faden durch den ukrainischen Dschungel. (Post vom 08.10.2014)
- Wer sabotiert die Aufklärung der Maidan-Todesschüsse? (Ulrich Heyden, Telepolis, 09.10.2014)
Alle paar Monate werden neue Verhaftungen verkündet, aber die Aufklärung kommt nicht voran - Folge einer Taktik? 
Der Chef des ukrainischen Geheimdienstes SBU gab die "Festnahme und Verhaftung" von vier ehemaligen SBU-Offizieren bekannt, nannte aber keine Namen. Die Generalstaatsanwaltschaft erklärte dagegen, Niemand sei in Haft. Der ukrainische Innenminister fürchtet Image-Verlust wegen rechter Ausschreitungen.

"Zum jetzigen Zeitpunkt sind vier Verräter verhaftet, Offiziere mit hohem Dienstgrad", erklärte der Chef des ukrainischen Geheimdiensts SBU, Valentin Naliwajtschenko, am Sonnabend in einer Sendung des ukrainischen Fernseh-Kanals Espreso.tv. Zwei weitere für Todesschüsse auf dem Maidan verantwortliche Abteilungsleiter nicht näher benannter ukrainischer Strukturen seien auf der Flucht und wahrscheinlich in Russland, erklärte der SBU-Chef. Die Namen der Verhafteten und Flüchtigen nannte Naliwajtschenko nicht.

"Wir haben keine freie Presse mehr"

Über Medienlügen, den Ukraine-Konflikt und den Abschuss von MH17 -

Interview mit RAY McGOVERN, 9. September 2014 -


Ray McGovern arbeitete 27 Jahre lang als Analyst für den US-Auslandsgeheimdienst CIA, bevor er 1990 in den Ruhestand trat. Von 1981 bis 1985 gehörte er zu den verantwortlichen Offizieren, die dem Präsidenten täglich Bericht erstatteten. Anschließend war er mitverantwortlich für die Vorbereitung des Tagesberichtes der CIA an den US-Präsidenten. Im Jahr 2003 gründete er zusammen mit anderen ehemaligen Geheimdienstmitarbeitern die Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS). Diese Organisation widmet sich der Analyse und Kritik nachrichtendienstlicher Tätigkeiten. Hintergrund traf ihn am vergangenen Samstag zu einem Gespräch in Berlin.

mehr:
- "Wir haben keine freie Presse mehr" (Interview mit Ray McGovern, Hintergrund, 04.10.2014)

Heute vor 55 Jahren – 4. Oktober 1959: Start der sowjetischen Mondsonde Lunik 3

Raumsonde zeigt nie gesehene Bilder 

Wie mag die erdabgewandte Seite des Mondes aussehen, die der Mensch auf der Erde nie zu sehen bekommt, weil der Trabant keine Eigendrehung aufweist, sondern in »gebundener Rotation« um den Blauen Planeten kreist. Bis Oktober 1959 konnte darüber nur spekuliert werden, dann übermittelte die sowjetische Mondsonde Lunik 3 mittels Bildfunktechnik die ersten Fotos. Es fiel sogleich ins Auge, dass die Rückseite des Mondes bedeutend weniger dunkle Flecken und Flächen (von erstarrter Lava bedeckte Tiefebenen) auf weist als jene Seite, die man von der Erde aus sieht. Folglich ist die Rückseite bedeutend heller, auch sind die lokalen Höhenunterschiede stärker ausgeprägt. 
Modell der Raumsonde Lunik 3, 1970
Die Lunik-3-Mission startete heute vor 55 Jahren, am 4. Oktober 1959. Ihr Vorgänger Lunik 1 war am Mond vorbeigeflogen und hatte Strahlungswerte geliefert, Lunik 2 war der erste Flugkörper, den die Kommandozentrale gezielt auf dem Mond aufschlagen ließ. Lunik 3 aber war der Star der Reihe. Nach vollbrachter Heldentat im Dienste des menschlichen Wissens verglühte die Sonde im April 1960 in der Erdatmosphäre. 

Lunik 3
▪︎ Startrampe: Weltraumbahnhof Baikonur (Kasachstan) 
▪︎ Startgewicht: 278 kg 
▪︎ erstes Foto von der Mondrückseite: 7.10.1959 

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

Freitag, 3. Oktober 2014

Der Westen & Russland – zum Diskurs

Bereits seit April sind vier Kompanien der US-Streitkräfte in den baltischen Staaten und Polen stationiert. Rumänien wird nach den Beschlüssen des NATO-Gipfels im walisischen Newport hinzukommen. Die Präsenz ist auf Dauer angelegt, auch wenn die Verbände alle sechs Monate rotieren sollen. Deutschland wird sich beteiligen. Damit hat sich der Nordatlantikpakt, ohne die NATO-Russland-Akte von 1997 offiziell zu kündigen, von seiner darin Moskau gegebenen Zusicherung, keine Truppen dauerhaft in ehemaligen Ostblockstaaten zu stationieren, verabschiedet.
Anfang des Monats fand im Schwarzen Meer die Marineübung Sea Breeze 2014 statt – mit ukrainischen Einheiten und solchen der NATO (aus den USA, Kanada, Rumänien, Spanien und der Türkei).
Im Westen der Ukraine ist gerade das Manöver Rapid Trident 14 zu Ende gegangen, an dem 1.300 Soldaten aus 15 Ländern, überwiegend NATO-Staaten, darunter die USA, Großbritannien und Deutschland, beteiligt waren.
Seit Mitte des Monats drehen sechs bewaffnete bundesdeutsche Euro-Fighter – zusätzlich zu den sonst dort patrouillierenden Maschinen anderer NATO-Staaten – ihre Runden über dem Baltikum.
Die ebenfalls in Newport beschlossene neue Schnelle Eingreiftruppe für militärische Auseinandersetzungen mit Russland soll bis zu 7.000 Mann umfassen, hat der für den Aufbau des Verbandes zuständige Militär, der bundesdeutsche General Hans-Lothar Domröse, erklärt. Sie wird, laut Domröse, aufgestellt, „um im Falle einer Verletzung östlicher Grenzen des Bündnisgebietes ganz schnell vor Ort sein zu können [...] binnen 48 Stunden [...] und dort sofort einsatzbereit“.

mehr:
- Der Westen & Russland – zum Diskurs (Wolfgang Schwarz, Linksnet, 03.10.2014)

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Hochfrequenzhandel – Wie die Chaostheorie die Finanzwelt beherrscht

Hochfrequenzhändler manipulieren mit ihren Algorithmen die Kurse und destabilisieren die Märkte. Ein Ortsbesuch beim Erfinder des automatisierten Computerhandels

Kurze weiße Haare, Bart, leicht gebräuntes Gesicht, sportliche Figur, beige Shorts, blauer Pulli und Flip-Flops an den Füßen – so sitzt der amerikanische Physiker Doyne Farmer, 62, Anfang Juni in seinem Büro in der University of Oxford in England.


Dieser freundlich lächelnde Professor in Surferklamotten soll der Erfinder des Hochfrequenzhandels an den internationalen Finanzmärkten sein? Die umstrittenen Methoden der „Flash Boys“, die mit ihren ultraschnellen Hochleistungsrechnern den Börsenhandel weltweit beherrschen, sorgen derzeit aufgrund des gleichnamigen Buches des amerikanischen Erfolgsautors Michael Lewis für Gesprächsstoff in den Finanzmetropolen weltweit. Kritiker machen das High-Frequency-Trading (HFT) für die zunehmende Instabilität der Märkte verantwortlich. Manche vergleichen den Hochfrequenzhandel sogar mit einer Atombombe.


Bei dem Vergleich muss Farmer grinsen, schließlich begann seine akademische Laufbahn Anfang der achtziger Jahre als Oppenheimer-Stipendiat am National Laboratory in Los Alamos, dem Ort, wo unter der Leitung von Robert Oppenheimer im Zweiten Weltkrieg die amerikanische Atombombe entwickelt wurde.


Aber was hat die Atombombe mit dem Hochfrequenzhandel von Wertpapieren zu tun? Glaubt man Michael Lewis: Jede Menge, weil der computergestützte Handel gefährliche Kettenreaktionen an den Märkten auslösen kann. Der Grund dafür sind die zwei wichtigsten Komponenten des Hochfrequenzhandels: Algorithmen und ultraschnelle Datenverbindungen.


mehr:

Der teure Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg

Ich hab’s gleich gesagt…

Nach RWE fordert nun auch Eon Schadensersatz von der Regierung, weil mit dem Ausstieg Gewinne aus der Atomenergie weggebrochen sind. Setzen sich die großen Energiekonzerne durch, könnte das die deutschen Steuerzahler Hunderte Millionen Euro kosten…
Eon fordert 380 Millionen Euro Schadenersatz von der Bundesregierung. Begründung: Entgangene Gewinne durch die Stromproduktion der Reaktoren. Der Konkurrent RWE hatte in einer ähnlichen Klage bereits 235 Millionen Euro eingefordert…

mehr:
- Klagen wegen Atomausstieg – Kettenreaktion vor Gericht (NachdenkSeiten, 02.10.2014, Quelle: Süddeutsche Zeitung)

“Tagesthemen”-Moderator Thomas Roth entschuldigt sich on Air für Ukraine-Patzer

Fernsehen So langsam entwickelt sich Ukraine-Berichterstattung der ARD tatsächlich zu einem PR-Desaster. Nach der Kritik des ARD-Programmbeirats und den leicht missratenen Blog-Erklärungen von ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke, sahen sich nun die "Tagesthemen“ gezwungen, einen Bericht vom 20. Mai zurückzuziehen. Sprecher Thomas Roth hat sich sogar in der gestrigen Sendung entschuldigt. Eine Seltenheit bei den öffentlich-rechtlichen Nachrichten.

Von Alexander Becker

Konkret geht es um einen Beitrag aus der Sendung vom 20. Mai 2014. Darin hatte Moskau-Korrespondent Udo Lielischkies über den Tod von zwei Anwohnern in Krasnoarmeysk berichtet, die durch die “Kugeln der neuen Machthaber” gestorben sein sollen. Diese Darstellung musste der Korrespondent nun “nach erneuter Recherche“ korrigieren.

Eine Sichtung des gesamten Filmmaterials und nochmalige Überprüfung der Fakten durch den ARD-Korrespondenten hätte ergeben, dass die tödlichen Schüsse seinerzeit der falschen Seite zugeordnet wurden waren, heißt es in der Erklärung der ARD: “Richtig ist, dass die Schützen einem ukrainischen Freiwilligen-Bataillon zuzuordnen sind, also nicht den Separatisten“.

mehr:

Tagesthemen - Entschuldigung für fehlerhaften Ukraine-Beitrag [01.10.2014] {1:20}

Veröffentlicht am 01.10.2014
Thomas Roth entschuldigt sich für eine Falschinformation in einem Tagesthemen-Beitrag vom 30.05.2014. Während im Tagesschau-Blog erwähnt wird, dass ein Zuschauer sich gemeldet habe, erweckt die Entschuldigung on Air den Eindruck, man habe den Fehler selbst entdeckt.
Siehe auch: http://blog.tagesschau.de/2014/10/01/...
Quelle: DVB-S

Zitat:
»Es ist enorm schwierig, zum Teil widersprüchliche und bruchstückhafte Informationen zu bewerten und dann unter großem Zeitdruck korrekt einzuordnen. Unter diesen Umständen sind Fehler möglich, auch wenn wir alles daransetzen, sie zu vermeiden.«

Ich warte jetzt drauf, wann sich Thomas Roth für die folgende Meldung in den Tagesthemen – ebenfalls vom 20. Mai 2014 – [erstes Video im Post »Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung« vom 27.07.2014] entschuldigt. Beide Meldungen kamen übrigens von Udo Lielischkies, dem Korrespondenten im Moskauer ARD-Studio. Ich wäre darauf gespannt, zu erfahren, von wem Lielischkies das Video aus der Donbass-Arena bekommen hat. (In einigen Jahren wird es da noch einiges aufzuarbeiten geben. Soziologie-, Politik- und Journalistik-Studenten können sich schon auf interessante Doktor- und Masterarbeiten freuen…)


GEZielt verarscht: ARD fälscht Berichterstattung 20.05.2014 {3:32}
Veröffentlicht am 24.05.2014
ARD sendet erneut gefälschtes Videomaterial: Wer nach all den Lügen der staatlichen Rundfunkmafia in den vergangenen Wochen immer noch daran glaubt, dass deutsche Medien unabhängig und objektiv berichten, für den hat Anonymous jetzt den ultimativen Beweis, dass dies mitnichten der Fall ist. Das deutsche Staatsfernsehen betreibt Propaganda und zwar im ganz großen Stil. Der erste Teil des Videos stammt aus den Tagesthemen vom 20.05.2014. Berichtet wird über zehntausende Ost-Ukrainer die im Stadion von Donetsk angeblich für eine vereinte Ukraine und gegen eine Angliederung an Russland protestieren. Videoaufnahmen die uns zugespielt wurden zeigen allerdings ein ganz anderes Bild. Zu sehen sind eine Hand voll Leute in einem völlig leeren Stadion ein paar Fahnen schwingen. Die Bilder die die Tagesschau gesendet hat sind aus einem dermaßen manipulierten Blickwinkel aufgenommen, dass man als Zuschauer tatsächlich den Eindruck erhält, dass die Arena in Donetsk voll ist.

und wie steht’s mit den folgenden beiden Videos? Bei beiden wird ein Video verwendet, das mit der aus dem Off vorgetragenen Meldung nichts zu tun hat

Die ARD und ZDF-Lügner: Dasselbe Video - verschiedene Berichterstattung {1:18}

Veröffentlicht am 08.06.2012
Ausführliche Beschreibung sowie eine Stellungnahme des ZDF-Redakteurs gibt es unter http://www.bildblog.de/38145/wie-eine...
sowie auf http://medien-luegen.blogspot.co.at/2...

Weitere ARD und ZDF-Lügen:

ZDF zeigt Video aus dem Iran und gibt es als Aufnahme aus Syrien aus
http://www.youtube.com/watch?v=jS_YBO...
Ahmadinedschad: Das ZDF lügt uns weiterhin die Hucke voll
http://medien-luegen.blogspot.co.at/2...
Das ZDF zensiert Ahmadinedschad sowie Aufdecker-Kommentare auf Youtube
http://medien-luegen.blogspot.co.at/2...
ARD zeigt verfälschtes Video über Syrien
http://medien-luegen.blogspot.co.at/2...

Beim folgenden Video achte man ab 4:55 auf die Verwendung eines ein Jahr alten Videos aus Syrien durch mehrere Fernsehanstalten (ORF [ZIB], ARD, ZDF).

Russische Propaganda und die objektive Berichterstattung des Westens {14:59}


Veröffentlicht am 01.07.2014 
Alte Info: Veröffentlicht am 28.06.2014
Juni 2014. Einige kunstvoll verzierte Überlegungen zum Thema der Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt, die Krim und Russland seitens der österreichischen und deutschen Medien und vergleichsweise seitens der rusisschen Medien.
Video-Quelle: der Kanal "I AM FREEK" https://www.youtube.com/watch?v=hWRq9... 

siehe dazu auch:
- Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung (Post, 27.07.2014)
- Makabres Déjà-vu (Post, 02.09.2014)
- Ukraine 20 – ARD-Programmbeirat bestätigt Publikumskritik (Post vom 18.09.2014)
- Ukraine-Fehler in der ARD – Nur eine halbe Entschuldigung (Petra Sorge, Cicero, 02.10.2014)
Die Medienkolumne: Die ARD zog einen fehlerhaften Beitrag über die Ukraine zurück und bedauerte das öffentlich. Doch damit die Entschuldigung als echt angenommen werden kann, muss ein weiterer Schritt folgen: Der ARD-Programmbeirat sollte seinen kritischen Ukraine-Bericht veröffentlichen

für jemanden, der sich richtig reinknien will die beiden Posts von Gabriele Wolff:
Ukraine: Informationskrieg um MH 17 (1) (Gabriele Wolff, 28.09.2014)
- Ukraine: Informationskrieg um MH 17 (2) (Gabriele Wolff, 23.10.2014)

Heute vor 70 Jahren – 2. Oktober 1944: Aufstand der polnischen Heimatarmee scheitert


Verzweiflungskampf um Polens Ehre
Zum Symbol für die Selbstbehauptung der polnischen Nation während des Krieges ist der Aufstand der »Armia Krajowa« geworden, der nationalen Heimatarmee. Angesichts der auf Warschau vorrückenden Roten Armee und der Furcht, die Sowjets würden ein kommunistisches Marionettenregime an die Macht bringen, erhoben sich am 1. August 1944 die etwa 25000 bewaffneten Kämpfer der Heimatarmee gegen die deutschen Besatzer, um die polnische Hauptstadt noch aus eigener Kraft zu befreien. In einem erbitterten Häuser und Straßenkampf gelang es ihnen, Teile der Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen.
Aufständische Polen im Kampf gegen deutsche Besatzer in Warscheu, Sommer 1944
 Hitler gab den Befehl aus, Warschau »dem Erdboden gleichzumachen«. 63 Tage lang konnte sich die Heimatarmee in den Kämpfen gegen die Besatzungsstreitkräfte halten, dann gewannen deutsche SS- und Polizeieinheiten die Oberhand. Am 2. Oktober streckte die Heimatarmee die Waffen: 15.000 Kämpfer und 150.000 Zivilisten waren den Kämpfen zum Opfer gefallen. Zehntausende Warschauer wurden in Konzentrationslager verschleppt, Hunderttausende in Durchgangslager verbracht. Deutsche Verbände zerstörten einen Großteil der fast menschenleeren Stadt.
Was am 2. Oktober noch geschah: 
1911: An preußischen Schulen wird die Dauer einer Schulstunde auf 45 Minuten verkürzt.
Harenberg Abenteuer Geschichte 2014