Sonntag, 16. November 2014

Der Kannibalismus und die Doppelzüngigkeit des Westens

Hühner für Afrika - Vom Unsinn des globalen Handels Part 1 [10:45]

Veröffentlicht am 20.09.2013
Der erste Part der Doku: Vom Unsinn des globalen Handels

Aus der Programmankündigung bei der ARD:
Brust oder Keule? Die deutschen und französischen Konsumenten haben sich eindeutig entschieden. Seit der Wellnesswelle wird nirgendwo so viel Hähnchenbrust gegessen wie bei uns. Die Industrie bedient diesen Trend allzu gerne, denn das Filet wirft den höchsten Profit ab. Doch wohin mit dem Rest? Er wird weltweit verschoben. Dabei landen diese Hühnerteile häufig in afrikanischen Ländern. 
Die Folge: Lokale Märkte werden dort zerstört, Menschen erkranken an minderwertigem Fleisch, denn in Afrika gibt es weder Kühlschränke noch Lebensmittelkontrollen. Am Beispiel von Ghana und Togo wird deutlich, welche Auswirkungen die Exporte auf die Märkte und die Menschen in Afrika haben. Der Dokumentarfilm gibt aber auch einen Einblick in ein Geschäft, in dem täglich Hunderttausende Hühner vom Schnabel bis zur Kralle verarbeitet werden. Der Druck auf die Hühnerzüchter wächst nicht nur in Afrika: Riesige Mengen von tiefgefrorenem Hühnerfleisch aus Brasilien werden billig nach Europa verschifft und vernichten selbst in den traditionellen Hühnerzuchtgegenden Frankreichs immer mehr Arbeitsplätze.

Jean Ziegler in ZIB2 am 25.9.2012 Welthunger durch Spekulation mit Nahrungsmitteln [11:58]

Veröffentlicht am 26.09.2012
Jean Ziegler in ZIB2 am 25.9.2012 Welthunger durch Spekulation mit Nahrungsmitteln
Zitat (ab 4:00):
»Es geht nicht um böse oder nett sein. Wenn der Peter Brabeck, der österreichische Präsident von Nestle, dem größten Nahrungsmittelkonzern der Welt, der eher ein sympathischer, kultivierter Mensch ist, den shareholder value nicht um soundsoviel Prozent herauftreibt jedes Jahr, dann ist er eben nicht mehr der Präsident von Nestle nach drei Wochen. Es ist die strukturelle Gewalt. Jean-Paul Sartre hat gesagt: ›Um die Menschen zu lieben, muß man sehr stark hassen, was sie unterdrückt, nicht, wer sie unterdrückt.‹ Und diese Konzernmacht muß gebrochen werden durch die demokratischen Rechtsstaaten, […] und was fehlt, ist der Aufstand des Gewissens. […] Einer der Hauptgründe für das tägliche Massaker des Hungers, das, wie Sie sagten, auf einem Planeten stattfindet, der vor Reichtum überquillt, ist die Börsenspekulation auf Grundnahrungsmittel. Seit der Finanzkrise 2008/2009 – verursacht vom Banken-Banditismus – sind die großen Hedgefonds umgestiegen auf die Rohstoff-Börsen, insbesondere auf die Nahrungsmittel-Börsen und machen dort ganz legal – ich hab’ genug Prozesse am Hals gehabt – ganz legal astronomische Profite mit der Spekulation auf Mais, Reis, Getreide. Mais ist in zwölf Monaten um 63 Prozent gestiegen, die Tonne Weizen hat sich verdoppelt, und Reis ist um mehr als 42 Prozent gestiegen. Und in den Kanister-Städten der Welt, wo 1,2 Milliarden der ärmsten Menschen der Welt leben und die nur ganz, ganz wenig Geld haben, um die tägliche Nahrung zu kaufen, können die nicht mehr kaufen, die Kinder hungern zuhause, und Millionen werden in den Abgrund des Hungers gestürzt wegen der Börsen-Spekulation auf Grundnahrungsmittel, – die morgen früh vom österreichischen Parlament, vom Bundestag, vom House of Commons verboten werden könnte, wenn das die freien Bürger verlangen würden.«

Der Hass auf den Westen von Jean Ziegler [8:39]

Hochgeladen am 12.09.2009
Der Hass auf den Westen: Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren

»Jean Ziegler wird mit diesem Preis für sein Engagement für die am stärksten ausgebeuteten Menschen auf diesem Planeten geehrt.« Die Begründung für die Verleihung des Literaturpreises für Menschenrechte für »Der Hass auf den Westen«

Er gilt als scharfzüngiger Globalisierungskritiker, als »Stimme der Armen und Schrecken der Mächtigen« (so der Stern): Jean Ziegler ist einer der letzten zornigen Linken, der unermüdlich Elend, Unterdrückung, Menschenverachtung und die Arroganz der Reichen als Resultat eines global agierenden Kapitalismus und einer »mörderischen Weltordnung« anprangert. In seinem neuen Buch, für das er Ende 2008 mit dem Literaturpreis für Menschenrechte ausgezeichnet wurde, diagnostiziert er wachsenden Hass der Armen und Entrechteten auf den Westen. Dessen Nährboden sind gegenseitiges Unverständnis sowie das Bewusstsein jahrhundertelanger Verachtung und Unterdrückung - mit weit reichenden Folgen für globale Friedenspolitik.

Jean Ziegler ist Mitglied des UN-Menschenrechtsrates und einer der international bekanntesten Globalisierungskritiker.

http://www.andrea-weber.de/de/kultur-...
 
Zitat (im Video ab 4:25):
»Das Problem ist die permanente Doppelzüngigkeit des Westens. Der Westen gibt sich aus als Hort universeller Werte, zum Beispiel der Menschenrechte […], des Rechtsstaates, der Demokratie, und im Namen dieser Werte kämpft er gegen die Dschihadisten, gegen Al-Kaida und andere verbrecherische Organisationen. Aber er tut es mit verbrecherischen Mitteln: mit Folter, mit Mord – mit außergerichtlichem Mord –, mit massiver Bombardierung der Zivilbevölkerung in Bagdad, in Afghanistan… Und diese Doppelzüngigkeit, die macht den Westen total unglaubwürdig.«
Man sehe sich auf youtube Videos zu »Jean Ziegler an«!
- Jean Ziegler – ein wahrhaftiger Mensch (Post, 10.09.2013)

Ausschnitt aus
Die Bürokratie des Terrors (Doku, D 2014) [15:15] (Link zur ARD-Mediathek, komplette Sendung verfügbar bis 21.11.2014)

Veröffentlicht am 14.11.2014
Bürokartische- und administrative Strukturen des islamischen Staates


Und jetzt sage mir jemand, das habe nichts miteinander zu tun!

First Burger and Chips in Space

First Burger and Chips in Space - Chosen Bun [4:08]

Veröffentlicht am 08.10.2014
Our twitter is sometimes quite funny - https://twitter.com/ChosenBun
Our Facebook's sometimes alright too - https://www.facebook.com/ChosenBun
We are Chosen Bun, and we sent a burger and chips to space. For no good reason. With a burger, chips, a balloon the size of a 2 bedroom house, LOTS of helium, a GPS transponder, hand-warmers, a camera, a parachute, duck-tape and some string - you can do just about anything. If it involves sending a burger and chips to space. Xx
www.chosenbun.com

"Ich bin gegen Krieg. Ich bin gegen das Töten."

Das Militär nimmt eine Sonderstellung in Israels Gesellschaft und bei der Suche nach Frieden ein. Mehr als 100 hochrangige Soldaten forderten gerade in einem offenen Brief an Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die zügige Zweistaaten-Lösung. Doch wie steht es um die Soldaten von heute? Arye Shalicar, Sprecher der Streitkräfte IDF, nahm sich bei Jung & Naiv ausführlich Zeit für Erklärungsversuche. Teil 7 der finalen Gespräche in Nahost.
mehr:
- "Ich bin gegen Krieg. Ich bin gegen das Töten." (Tilo Jung, Krautreporter, 04.11.2014)

siehe auch: 
- "Du bist zu Gast in einer Stadt, in der 70 Prozent Hamas wählten" (Tilo Jung, Krautreporter, 31.10.2014)

EU überweist Ukraine 260 Millionen Euro aus Euro-Rettungsschirm

Die EU hat der Ukraine einen Kredit in Höhe von 260 Millionen Euro überwiesen. Im Februar soll das Land weitere 250 Millionen Euro erhalten. Ein Großteil der gesamten EU-Finanzhilfen wird in den Ankauf von Erdgas aus Russland gesteckt. Das Geld stammt aus dem Euro-Rettungsschirm.
mehr:
- EU überweist Ukraine 260 Millionen Euro aus Euro-Rettungsschirm (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 15.11.2014)

dazu paßt:
- Ukraine – Gesundheits-System der Ukraine am Rande des Zusammenbruchs (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 15.11.2014)

Beppe Grillo: „Raus aus der EU“

Beppe Grillo startet eine Kampagne, um den Euro-Austritt Italiens zu erreichen. Seit der Einführung des Euro haben sich alle wirtschaftlichen Parameter verschlechtert, so der Gründer der Fünf-Sterne-Bewegung. Der Feind sei nicht Russland, sondern die EZB.

Beppe Grillo präsentierte am Mittwoch in Brüssel seine Kampagne, um für den Euro-Austritt Italiens zu werben. Die „Diktatur der Banker“ verlange einen „Plan B“. „Seit wir den Euro haben, haben sich alle wirtschaftlichen Parameter verschlechtert“, so Grillo.

„Wir sind nicht im Krieg mit der IS oder Russland, sondern mit der EZB“, zitiert Corriere della Sera den Gründer der Fünf-Sterne-Bewegung.

mehr:
- Beppe Grillo: „Wir sind nicht im Krieg mit Russland, sondern mit der EZB“ (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 14.11.2014)

Fall Thomas Middelhoff – Die Justiz hat aus der Finanzkrise gelernt

Die Strafverfahren um Thomas Middelhoff oder den ehemaligen BayernLB-Risikovorstand Gerhard Gribkowsky sind Ausläufer der Wirtschafts- und Finanzkrise. Seit dem Mannesmann-Urteil kann kein Vorstand mehr sagen, er wäre nicht gewarnt worden
Haft – ohne Bewährung! In Wirtschaftsstrafprozessen der Neuzeit, also nach der verheerenden Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008, werden Angeklagte, denen man Wirtschaftsdelikte wie Untreue oder Steuerhinterziehung vorwirft, nicht selten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Jüngstes Beispiel ist der ehemalige Vorstandsvorsitzende des mittlerweile insolventen Handels- und Touristikkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff. Zu Arcandor gehört auch die Warenhauskette Karstadt. Das Landgericht Essen hat den früheren Konzernchef in 27 Fällen der Untreue und drei Fällen der Steuerhinterziehung für schuldig befunden. In dem Strafverfahren geht es um diverse Flüge sowie eine Festschrift, die Middelhoff über sein Unternehmen abgerechnet hat.

Dabei hat es Middelhoff noch ein vergleichsweise milde getroffen. Der Ex-Risikovorstand der BayernLB, Gerhard Gribkowsky, verbüßt derzeit eine achteinhalb jährige Haftstrafe. Das Landgericht München I hat ihn wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung im Sommer 2012 verurteilt. Nach der Insolvenz der Kirch-Gruppe im Jahr 2002 rückte die BayernLB als Gläubigerbank in verschiedene Gesellschafterpositionen ein, die ihr zuvor zur Sicherheit für Bankdarlehen an die Kirch-Gruppe übertragen worden waren.

mehr:
- Fall Thomas Middelhoff – Die Justiz hat aus der Finanzkrise gelernt (Cicero, 15.11.2014)

ganz anderer Meinung ist Telepolis:
- Middelhoff-Urteil: Sieg des Populismus (Peter Nowak, Telepolis, 14.11.2014)
Hinter der hämischen Freude darüber, dass jetzt auch "die Großen" mal zur Verantwortung gezogen werden, steckt eine Haltung, der vor allem am harten Durchgreifen liegt, weniger an gerechteren Verhältnissen
Big Trouble für Big T, war bei Spiegel Online zu lesen und auch andere Medien übten sich in Häme. Schließlich geschieht es dem oft arrogant auftretenden Konzernchef recht, dass er am Freitag vom Landgericht Essen nicht nur zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren verurteilt wurde, sondern auch im Gericht noch, wenigstens vorübergehend, festgenommen wurde. Schließlich hat ein gut vernetzter Konzernchef mit Wohnungen in verschiedenen Ländern immer die Möglichkeit, sich rechtzeitig abzusetzen.

Recht so, wird es von deutschen Stammtischen genau so tönen wie von Linken mit oder ohne Parteibuch. Schließlich hat da ein Richter einem Big Man mal gezeigt, dass auch er nicht über dem Gesetz steht. Doch, was wie Gerechtigkeit klingt, ist Populismus. Und hinter der Vorstellung, jetzt werden auch die Großen mal zur Verantwortung gezogen, steckt keine Utopie einer egalitären Gesellschaft.

Vielmehr wird hier eine Gesellschaft vorausgesetzt, in der es oben und unten gibt, aber alle müssen ihr Maß kennen und wenn sie über die Stränge schlagen, sollen sie von einer strafenden Instanz zur Rechenschaft gezogen werden.


Frieden statt NATO

Das Programm der XX. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz steht weitgehend fest. Kartenvorverkauf hat begonnen 

Die Rosa-Luxemburg-Konferenz ist das wichtigste regelmäßige Symposium der radikalen Linken in Deutschland, behauptet einer der AfD-Wortführer, Hans-Olaf Henkel – und wenigstens da hat der Rechte recht: Jeden zweiten Samstag im Januar treffen sich gut 2.000 Linke aus allen Altersgruppen und Regionen und von unterschiedlicher sozialer und politischer Herkunft, um kämpferisch in das neue Jahr zu starten. Eine vergleichbare Veranstaltung gibt es im deutschsprachigen Raum tatsächlich nicht – kein Wunder, dass die Beteiligung wächst und auch aus dem Ausland Linke anreisen. Die nächste Konferenz findet am 10. Januar 2015 in der Berliner Urania statt. Veranstaltet wird sie von der Tageszeitung junge Welt, unterstützt von über 30 politischen und kulturellen Organisationen und Zeitungen – und Gästen aus aller Welt.
mehr
- Aktion – Frieden statt NATO (junge Welt, 14.11.2014)

Mit zweierlei Maß

Konsum Luxemburgleaks, Bio-Lüge und Taschengate sind echte Skandale, kein Empörungstrend. Beim Thema Konsum neigen wir zum Fatalismus. Warum wir uns zu viel gefallen lassen

Es gab sofort ein Hashtag. Nachdem bekannt wurde, dass dm Drogeriemarkt die Produktion seiner Baumwoll-Pfandstofftaschen von Augsburg nach Indien verlegt hatte, ohne der Erfinderin dieser Taschen das mitzuteilen – und das Ganze dann auch noch mit sozialem Verantwortungsbewusstsein begründete, war der Shitstorm perfekt.

Alles geht, wenn es auf nichts ankommt. „Ausgerechnet bei gesellschaftlich engagierten Unternehmen ist die Aufmerksamkeit oft am größten, während diejenigen, die alles schleifen lassen und nur auf den Profit schauen, unbeachtet bleiben.“ schreibt die SZ. Das ist richtig. Doch letzteres ist das Problem: Was Unternehmen als Akteure gesellschaftlichen Wirkens angeht, herrscht nach der ersten Welle des Shitstorms eine beunruhigende Mischung aus Fatalismus, Selbstberuhigung und Büßertum. Du musst da ja nicht kaufen! Kauf doch mit Siegel! Du hast auch ein iPhone! Und du? Und du? Und du?

mehr:
- Mit zweierlei Maß (Helkonie, der Freitag, Nutzerbeitrag, 15.11.2014)
Man beachte auch die Leserkommentare!

Echtholz ist auch keine Lösung

Die Konsumentin Darbende Buchbranche: Es sollte „not just another bookstore“ sein. Und doch musste die Handlung Ocelot in Berlin schon wieder Insolvenz anmelden 

Angenommen, man wäre ein optimistischer Mensch, einer, der das Jammern über den Verfall der Werte, des Stils, der Sitten gern anderen überließe: Man hätte es schwer. Die guten Nachrichten sind so verdammt selten. Gerade auch im Feld Geldausgeben. Der jüngste Shoppingschocker, er füllte ganze Spalten in den Kulturressorts: Nach zwei Jahren des Betriebs hat die Buchhandlung Ocelot in Berlin-Mitte Insolvenz angemeldet.


„Ja und?“, mag die Leserin in Braunschweig da brummen. Ein empörter Literaturfreund aus Sachsen mag einwerfen: „Pöh! Und wer schreibt über das ,Leselädchen‘ in Zwickau-Hüttelsgrün?“ Während wieder ein anderer vielleicht ruft: „Typisch! Für die ,Bücherlust‘ in Hanau, die der liebe Herr Hartmann 37 Jahre lang betrieb, interessiert sich wieder mal kein Schwein!“

mehr:
- Echtholz ist auch keine Lösung (Katja Kullmann, der Freitag, 15.11.2014)
Beachte vor allem die Leserkommentare!

Vor 1485 Jahren – 529: Der erste Teil des »Codex Iustitianus« erscheint

Europas rechtliches Fundament

Fast vier Jahrzehnte herrschte Kaiser Justinian (527-565) über das Oströmische Reich. Sowohl in der Außen- als auch in der Innenpolitik hatte er äußerst ehrgeizige Ziele. Er wollte die unter seinen Vorgängern verloren gegangenen Teile des Imperiums zurückgewinnen und die gesamte römische Rechtsüberlieferung zusammen tragen lassen. Das erste Ziel erreichte er nur vorübergehend: Er stellte die römische Herrschaft in Italien wie im gesamten Mittelmeerraum wieder her, die meisten Gebiete gingen aber bald wieder verloren.
Inkunabeldruck des »Codex Iustitianus«, 1475

Mit dem Codex Iustinianus schuf er Großes und Bleibendes: Das Werk gilt bis heute als wichtigster Text der europäischen Rechtsgeschichte, als juristisches Fundament des neuzeitlichen Europa, das bis in die heutige Zeit fort wirkt. 529 erschien, von hervorragenden Rechtsgelehrten des Reichs gesammelt, der erste Teil, der die Kaisergesetze der Vorgänger Justinians enthielt. Bis 542 folgten 50 Bücher mit Auszügen aus den Schriften renommierter Juristen sowie die Gesetze Justinians und seiner Nachfolger. Seit dem 16. Jahrhundert wird diese Fixierung des römischen Rechts als »Corpus iuris Civilis« bezeichnet.

Corpus Iuris Civilis, Buch I
Es gehört sich nicht, etwas zu verlangen, was die Staatskasse beeinträchtigt oder den bestehenden Gesetzen zuwider ist. 
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

Samstag, 15. November 2014

Feminismus und Gewalt

Feminismus Salma Hayek hat betont, sie sei keine Feministin, sie sei nur für Gleichberechtigung. Leider hat sie da etwas grundlegend missverstanden – und damit ist sie nicht allein 

Warum löst der Begriff Feminismus bei manchen Frauen immer noch Abwehrreflexe aus, selbst wenn sie sich feministisch engagieren? Schauspielerin Salma Hayek hat gerade eine Auszeichnung der Frauenrechtsorganisation Equality Now entgegengenommen – für die Kampagne Chime for Change, die sie mit gegründet hat und die Frauen und Mädchen in aller Welt unterstützt. Bei dem Festakt stellte sie aber klar: „Ich bin keine Feministin. Wenn Männer das durchmachen müssten, was Frauen heute durchmachen, würde ich für sie ebenso leidenschaftlich kämpfen. Ich glaube an Gleichberechtigung.“
mehr:
- Keine Angst vor dem F-Wort! (Barbara Ellen, 14.11.2014)
Zitat:
Danke, Salma! Ich hoffe, du hast deinen Preis beim Rausgehen in den Müll geworfen, wo er anscheinend hingehört. Hayek ist, höflich formuliert, verwirrt. Jemand sollte ihr erklären, dass es beim Feminismus genau darum geht: um Gleichberechtigung. (Hervorhebung von mir)

mein Kommentar:
Es scheint also völlig klar – zumindest für Frau Ellen –, daß Salma Hayek was kapieren muß. Frau Ellen glaubt ja, schon alles kapiert zu haben. Und weil sie alles zu kapiert haben glaubt, glaubt sie auch, darauf hoffen zu dürfen, daß Salma Hajekt, die anscheinend noch nicht genügend kapiert hat, ihren Preis in den Müll schmeißt.
Ich liebe solch emotionale und selbstgerechte Frauen! 
Der Artikel ist entlarvend…

Zitat:
»Warum löst der Begriff Feminismus bei manchen Frauen immer noch Abwehrreflexe aus?«
Frau Ellen, wenn Sie sich selbst zuhören, finden Sie die Antwort.

Wie war das mit John Kerry nochmal?

- Der Ukraine-Konflikt 1 – Westliche Aufgeregtheit und staatliches Gedächtnis (04.03.2014)
siehe auch:
Monika Ebeling als Gleichstellungsbeauftrage vom Rat der Stadt Goslar abgewählt (Post, 28.05.2011)
- Kämpfe in der Ehe (Post, 17.12.2012)


Gewalt ist das Problem, als dessen Lösung sie sich ausgibt.

Es ist außerordentlich schwierig, die Gewalt zu demaskieren, denn sie trägt tausend Masken mit Vorliebe die der Moral und Gerechtigkeit.


dazu paßt:
- Fiese Frauen, fiese Männer, fiese Foren (Thomas Pany, Telepolis, 21.11.2013)
Indirekte Aggression: Welches Geschlecht tut sich hervor?

Wir blenden zurück zu den Anfängen der Zivilisation: zu den alten polygynen Gemeinschaften, wo Männer mit mehreren Frauen zusammen waren und zwar in der Form, dass nur sie mit ihnen geschlechtlich verkehren durften. Dies hatte einen harten Konkurrenzkampf der Männer, die sich fortpflanzen wollten, zur Folge. Die Frauen indessen waren in dieser Hinsicht ziemlich abgesichert. Sie hatten also weniger Grund dazu, sich mit Gewalt Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.
Dieser Blick hat angeblich lange Zeit weite Teile der auf Gewalt ausgerichteten Evolutionsforschung dominiert. Aus den so dargestellten Verhältnissen wurde geschlossen, dass Männer mehr Gewalt nötig hatten, um sich gegen ihre Konkurrenz durchzusetzen als Frauen.

Der Einsatz der Hörner von Tieren beim Balzkampf bestätigte diese Sichtweise aus der Naturbeobachtung, der Einsatz von Waffen bei Männern wurde analog gesehen. Die Anwendung direkter Gewalt sei in der Hauptsache ein männliches Phänomen, so die Behauptung. Der Fortpflanzungstrieb ist dabei der allwaltende große Beweger. Die Wahl und die Eroberung der begehrten Frauen das große Ziel. Frauen dagegen hatten solche Mittel nicht nötig.

Dass sie deswegen gänzlich auf Gewalt verzichten, wollten auch die Anthropologen und andere Evolutionsforscher nicht behaupten. Auch Frauen stehen ja in Konkurrenz mit anderen Frauen um die Männer, die die besten Gene haben und den Müttern und Kindern den besten Schutz bieten können. Heute, in einer verbreiteten monogamen Beziehungskultur, sei die Konkurrenz noch stärker als in vormaligen Zeiten.



- Feministinnen in Rage über “Time”-Umfrage: Soll das Wort “Feministin” verboten werden? (Arne Hoffmann, Die Freie Welt, 13.11.2014)
Gestern veröffentlichte das führende politische Magazin "Time" eineOnline-Umfrage, welche Wörter ab 2015 lieber nicht mehr verwenden sollte. Zur Wahl stand unter anderem das Wort »feminist«.

Also ICH finde das SEHR komisch.

Anfang dieses Jahres fand die feministische Kampagne “ban bossy” statt. Sie forderte, das Wort “bossy” (zu deutsch: “herrisch”, “rechthaberisch”) wegen seines angeblich negativen Einflusses auf junge Frauen zu verbieten. Es gab eine massive mediale Berichterstattung und Unterstützung von mehreren Promis.

Gestern veröffentlichte das führende politische Magazin “Time” eineOnline-Umfrage, welche Wörter den Nervfaktor derart deutlich überschritten haben, dass man sie ab 2015 lieber nicht mehr verwenden sollte.

Zur Wahl stand unter anderem das Wort “feminist” (zu deutsch: “Feministin”, “Feminist”, “feministisch” … was ihr vermutlich schon geahnt habt.) Die Begründung:

You have nothing against feminism itself, but when did it become a thing that every celebrity had to state their position on whether this word applies to them, like some politician declaring a party? Let’s stick to the issues and quit throwing this label around like ticker tape at a Susan B. Anthony parade.


siehe auch:
- Psychische Gewalt: Wenn Worte Leben zerstören (Huffington Post, 28.05.2014)
Schlampe. Schwuchtel. Versager. Ein Wort kann wie ein Fausthieb sein. Wenn wir über Gewalt sprechen, meinen wir fast immer ihre körperliche Form. Ein Mensch kann einem anderen aber auch psychisch Gewalt antun. Ihn beleidigen, demütigen, erniedrigen. Und das hat oft schlimmere Folgen als Schläge oder Tritte.
Psychische Gewalt schlägt Wunden, die man zunächst nicht sieht. Und doch sind sie da. Zur Zeit bewegt das Foto-Projekt "Weapon of Choice" die Netzgemeinde. Der amerikanische Fotograf Richard Johnson macht die Grausamkeit der Worte sichtbar. Was wäre, wenn verbale Gewalt körperliche Spuren hinterlassen würde?


Linke Hahnenkämpfe

Es muß uns doch eigentlich gut gehen, sonst würde das nicht passieren…
Oder habe ich was nicht verstanden?

Es geschieht wieder einmal das, was ich seit Beginn meines politischen Denkens wahrnehmen muß: die Linken gehen sich untereinander an die Gurgel. 

- Bob Dylan wird 1964 anläßlich der Veröffentlichung von »Onother Side of Bob Dylan« ermahnt, er könne durch die Begleitumstände von Ruhm und Erfolg den Kontakt zur Basis zu verlieren (siehe im verlinkten Wikipedia-Artikel). Seine beiden Songs »My Back Pages« und »It Ain’t Me Babe« sowie auch der Platten-Titel werden geflissentlich überhört, augeblendet oder nicht verstanden.

- Er benutzt eine E-Gitarre und kriegt Prügel (Heute vor 45 Jahren – 25. Juli 1965: Die Geburtsstunde des Folk-Rock, Post, 25.07.2010). Er kommt 1978 nach Deutschland und singt auf dem Zeppelinfeld. Bei seinem Aufenthalt wird er von seinen (ehemaligen?) Fans mit Tomaten beworfen (ich bin mir nicht mehr sicher, es kann auch anderes Gemüse gewesen sein), und in der Berliner Alternativen-Zeitung »Tip« erscheint eine Todesanzeige (siehe Mr. Mark & Mr. Bob, Post, 07.11.2011). 

- Er singt bei der Grammy-Verleihung 1991 – wenige Wochen nach Beginn des ersten Irak-Krieges – »Masters of War« auf eine Weise, die das Lied kaum noch erkennen läßt und nuschelt, den Preis in der Hand, kurz was von seinem Daddy. Der genuschelte Inhalt entpuppt sich (im wahrsten Sinne des Wortes: Matrjoschka, Wikipedia) als tiefsinniger Hinweis auf den Kommentar eines bekannten deutschen Rabbi zu Psalm 27:10 im Anhang des Metsudah Siddur, einem weit verbreiteten jüdischen Gebetbuch und die damit verbundene Bedeutung seiner Rezitation in der Zeit nach dem jüdischen Neujahrsfest Rosh Hashana. (Bob Dylan's Grammy history - 1991 Lifetime Achievement Award revisited, Examiner, 30.01.2010; Video: Heute vor 45 Jahren – 25. Juli 1965: Die Geburtsstunde des Folk-Rock, Post, 25.07.2010)

Übrigens:
Der Silvestergruß „Guter Rutsch“ ist etymologisch möglicherweise eine Verballhornung aus dem Jiddischen beziehungsweise Bibel-Hebräischen und leitet sich vom hebräischen ראש השנה טוב Rosch ha-Schana tov (= einen guten Anfang; wörtlich: Kopf – des Jahres – gut; also etwa: „Gutes Neujahr“) ab. Diese Floskel dürfte Anfang des 20. Jahrhunderts im Deutschen geläufig geworden sein.

- Bob Dylan sagte zu seinem Lied: 
»It’s not an anti-war song. It’s speaking against what Eisenhower was calling a military industrial complex.«     (“Masters of War”: An Analysis, songfacts, Kommentar 17, 3. Absatz)
Aber es spielt keine Rolle, was Bob Dylan sagt (und über diesen Satz kann man lange nachdenken) – der Song wird heute noch überall als eines der bekanntesten Antikriegs-Lieder bezeichnet.

- Er spielt im weißen Haus vor Präsident Obama sein bekanntes »The Times They Are a-Changin'« als Walzer. Man schaue sich die youtube-Kommentare an: Der größte Teil der Kommentatoren meint, er spinne und habe stark nachgelassen. Die »New York Times« beschrieb Dylans Gesicht bei der Aufführung mit »poker-faced«. Sonst habe ich keinen Artikel im Internet gefunden, in dem sich jemand über den Sinn dieses »new arrangement« (Obama) Gedanken gemacht hat. Obama bemerkte noch: »[…] and the song sounds completely different.« (Flashback: Bob Dylan Plays for Obama at the White House, Rolling Stone, 10.09.2013; der Zehnte ist übrigens der Tag vor dem Elften.)

Nach so vielen Dylan-Post glaube ich, ihn halbwegs verstanden zu haben. Er hat eine Botschaft, die lautet: »Leute, ihr hört nicht genau hin, ihr bleibt an der Oberfläche, gebt Euch mit einfachen Wahrheiten zufrieden und verharrt im Schwarz-Weiß-Denken. Deshalb kapiert ihr nicht, was passiert und was mit Euch gemacht wird.« Ich könnte mir vorstellen, daß Dylan Obama (zumindest bis nach dem Beginn von dessen Präsidentschaft) sympathisch findet/fand. Wenn er sich aber mit ihm photographieren ließe (was er nicht tat, siehe den Rolling-Stone-Artikel), signalisierte er, daß er das Spiel mitspielt.


- Wolf Biermann also watscht »Die Linke« ab (Wolf Biermann im Bundestag: Den Stab brechen über oder eine Lanze brechen für?, Post, 08.11.2014) und bekommt jetzt Feuer von Schorlemmer:
- Wolf Biermann ist ein Wendehals (Friedrich Schorlemmer, der Freitag, 13.11.2014)

-  Da kommen mit Max Blumenthal & David Sheen zwei Israel-kritische Aktivisten auf Einladung von einem oder zwei Fraktonsmitgliedern der »Linken« nach Berlin und werden auf Betreiben mehrerer linker Parlamentarier von einem zum nächsten Veranstaltungsort gewiesen (Freiheit und Demokratie! – Nur für die, die richtig denken?, Post, 09.11.2014). Dann gibt’s im Bundestag anscheinend ein Gespräch mit den einladenden Fraktionsmitgliedern der »Linken«, und dann taucht irgendwie Gysi auf, den David Sheen beschuldigt, ihn des Antisemitismus bezichtigt zu haben (, was Gysi abstreitet). Sheen besteht auf einer Stellungnahme Gysis, verfolgt diesen bis aufs Klo und schimpft, Gysis Verhalten sei Stasitum und in Berlin wäre noch jetzt der Stasi-Geist zu sehen (siehe Gysi von Irren bis aufs Klo verfolgt, Post, 13.11.2014). Ein gefundenes Fressen für die BILD-Zeitung. Die 12 Millionen, die sie erreicht, erfahren kaum vom Hintergrund (wollen ihn auch wohl nicht wissen, Hauptsache: Schublade, Affe rein, gegessen, tot). Hauptsache, die Antizionisten sind irre. Man google nach »Gysi«, »Sheen« und »Toilette«: über 50 Prozent der Fundstellen enthalten in ihren Überschriften die Begriffe »Juden-Hasser«, »Antizionisten« oder »Israel-Feinde«. Haben wir doch toll hingekriegt!

Leute, geht’s noch? Jeden Tag werden wir vollgesülzt von unseren Medien mit russischen Grenzverletzung der Ukraine und von bekloppten NATO-Generalsekretären, die ständig was von russischer Gefahr faseln und Verteidigungshaushalts-Statistiken verdrehen (Ukraine: die nächste Runde auf dem Machtpolitik-Karussell, Post, 15.11.2014). Wir werden vollgelabert von Politikern der Qualität eines Günther Oettinger, die keinen englischen Satz geradeaus sprechen können und dabei die Verpflichtung von Facharbeitern propagieren, Englisch zu sprechen (This knocks me from the socks, Post, 12.09.2014). Täglich findet der Beschiß des transatlantischen Freihandelsabkommens hinter verschlossenen Türen statt, unter anderem mit der Freigabe der kapitalistischen Ausbeutung der Wasserversorgung, obwohl das nachweislich nicht funktioniert (Braunschweig: Stadt muß Verdopplung der Schulden durch Privatisierung einräumen, piratenwirken.de, 06.06.2013), während die wichtigsten deutschen Politiker sich nicht darüber im Klaren sind, was noch verhandelbar ist und was nicht. (Blamage für Gabriel: CETA kann nicht mehr geändert werdenDeutscheWirtschaftsNachrichten, 10.11.2014)

Und Ihr schlagt Euch derweil gegenseitig die Köpfe ein?
Ja, Leute, habt Ihr sie noch alle?

Die NATO-Bedrängnis-Inszenierung: der Automatismus von Beschuldigung und der Forderung nach höheren »Verteidigungs«-Ausgaben

- Nato-Generalsekretär kritisiert Putin in Ukraine-Krise scharf (Reuters Deutschland, 14.11.2044)
Berlin (Reuters) - Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat das Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Ukraine-Krise scharf kritisiert.
Putin habe das Aufflammen des Konflikts "auf jeden Fall befördert" und "klar die Vereinbarungen zur Waffenruhe gebrochen" sowie "erneut die Integrität der Ukraine verletzt", sagte der Norweger in einem "Bild"-Interview (Freitagausgabe). Die Nato habe in den vergangenen Tagen beobachtet, dass Russland erneut Waffen, Ausrüstung, Artillerie, Panzer und Raketen über die Grenze in die Ukraine gebracht habe. Putin gefährde zudem den zivilen Luftverkehr, denn seine Kampfjets flögen ohne Transpondercodes und kommunizierten nicht mit der Flugsicherung. "Nato-Flugzeuge haben in diesem Jahr schon mehr als 100 Mal russische Flieger abgefangen – mehr als drei Mal so viel wie 2013."


Loriot-Aktenzeichen XY ungelöst [3:56]

Hochgeladen am 19.11.2008
Loriot-Aktenzeichen XY ungelöst

Genauso, wie in diesem Zusammenhang der Begriff »Verteidigung« zu hinterfragen ist, sollte auch über den Begriff des NATO-Generalsekretärs nachgedacht werden: 
Wie wär’s zum Beispiel mit Intendant für Bedrohungsszenarien?

- Nato-Generalsekretär: Höhere Verteidigungsausgaben nötig (ad-hocnews, 14.11.2014)
Der "Bild"-Zeitung (Freitag) sagte Stoltenberg, die Sicherheitslage habe sich durch die Intervention Russlands in der Ukraine "grundlegend geändert". Deshalb seien höheren Verteidigungsausgaben nötig. "Überall in Europa sehen die Menschen, dass sich die Sicherheitslage grundlegend geändert hat", so Stoltenberg. "Deshalb müssen wir in Zukunft mehr für die Verteidigung ausgeben." Dass sei nicht leicht, "weil es so viele andere Prioritäten gibt". Aber die Nato-Länder hätten ihre Verteidigungsausgaben in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich um 20 Prozent verringert, während Russland sie um mehr als 50 Prozent erhöht habe. "Unsere Sicherheit ist die Voraussetzung für unsere offenen freiheitlichen Gesellschaften und unseren Wohlstand", sagte Stoltenberg. "Und das ist leider nicht zum Nulltarif zu haben."

Wo nimmt Stoltenberg angesichts von TTIP und CETA das Recht her, unsere westliche Gesellschaft als »offen« und »frei« zu bezeichnen? Antwort: Er braucht kein Recht, diese Attribute gehören zu unserem gesellschaftlichen Narrativ!
[…] sollte die Handelsfreiheit am Kongo und am Niger regeln. […] Ihr Schlussdokument, die Kongoakte, bildete die Grundlage für die Aufteilung Afrikas in Kolonien. [Kongokonferenz, Wikipedia, zuletzt abgerufen am 04.02.2018]
Und über die Kollateralschäden unseres westlichen Wohlstands kann uns Jean Ziegler zwanglos Auskunft geben: Jean Ziegler – ein wahrhaftiger Mensch (Post, 10.09.2013)

Zitate aus dem MONITOR-Bericht:

(siehe: Zbigniew Brzezinski: Die graue Eminenz der US-Politik - Monitor 21.08.2014, in:
Ukraine 18 – Putin als Projektionsfläche für die deutsche Sehnsucht nach dem »Starken Mann«?, Post, 23.08.2014) 
NATO-Generalsekretär Rasmussen (02.07.2014):
»In den letzten fünf Jahren hat Russland seine Verteidigungsausgaben um 50 Prozent erhöht, während die NATO-Staaten im selben Zeitraum ihre Verteidigungsausgaben um durchschnittlich 20 Prozent gekürzt haben.«
Militärausgaben laut SIPRI
(Bildschirmphoto)

Sprecher Monitor: 
»Allein diese vier NATO-Länder [Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA] hatten im letzten Jahr das Neunfache [896 mio US $] an Militärausgaben im Vergleich zu Russland.«
„Die Antwort läßt sich, damals wie heute, mit einem Blick auf die Weltkarte leicht geben: „– ein Blick auf die Weltkarte genügt: Denn da sucht man vergebens die bedrohlichen sowjetischen Stützpunkte auf den Bermudas, auf Kuba, in Mexiko Alaska Kanada Grönland – wohl aber findet man amerikanische, von Norwegen, über die Bundesrepublik, Griechenland Türkei und Pakistan bis hin zu den Kurilen! (Aber die ‚absolute Mehrheit‘ des westdeutschen Volkes wollte diese Orientierung nach dem Wilden Westen: so sei es denn: aber klage Keiner dann, später, wenn es wieder ‚passiert‘ ist!).“  [Arno Schmidt zur Frage »Wer hat wen eingekreist?« in: Deutsches Elend. 13 Erklärungen zur Lage der Nation. Zürich: Haffmans. Zit. in: Rainer Mausfeld, Die Angst der Machteliten vor dem Volk – Demokratie-Management durch Soft Power-Techniken, Christians-Albrecht-Universität zu Kiel, auf Mausfelds Homepage bei der Kieler Universität, PDF]

Um es anhand des Bildschirmphotos der SIPRI-Grafik noch deutlicher zu formulieren:
mit 168 Millionen Dollar gaben 2013 die drei westeuropäischen Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien fast das Doppelte für das Militär aus wie Rußland (88 Millionen Dollar).

Es ist, wenn man ihn einmal verstanden hat, ein sehr einfacher Mechanismus: Zuerst geschieht etwas, das mich in Gefahr bringt (d.h. es muß mich noch nicht einmal in Gefahr bringen – z. B. die »Krim-Annexion«, ich muß vor der Öffentlichkeit nur glaubhaft versichern können, daß ich mich in Gefahr wähne), und dann muß ich mich verteidigen. Dieser Zwang verschafft mir die Berechtigung, auch Dinge zu tun, die moralisch fragwürdig sind, da ich ja Angst habe und mich in einer Zwangslage befinde, in der ich zu einer Reaktion gezwungen bin. Die Verantwortung trägt immer der andere, der mir Angst macht.

(Mein Ausbilder sagte über eine bestimmte Sorte von Frauen: »Hilflos-Sein kann sie gut!«)


(gefunden in: Gunther Hellmann, Die Deutschen und die Russen – Über Neigungen und machtpolitische SozialisierungenGoethe-Universität Frankfurt, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, wahrscheinlich Anfang 2014 PDF)

Eine kurze Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika [3:12]

Hochgeladen am 08.04.2009
Micheal Moore's Film "Bowling for Columbine" enthält die zusammenfassung der kleinen Geschichte von Amerika. Diese Animierte Version erzählt in kurzer Zeit alles was man wissen muss. Warum die Amerikaner alle Waffen tragen, warum sie immer Angst haben und warum es den Ku-Klux-Klan gibt. Eine sehr schöne, lustige Geschichte....

- Höhere Verteidigungsausgaben – Berlin stellt sich gegen Nato-Begehrlichkeiten (Handelsblatt, 04.09.2014)
Berlin. Die Chefhaushälter der schwarz-roten Regierungsfraktionen, Norbert Barthle (CDU), und Johannes Kahrs (SPD), lehnen höhere Militärausgaben als Reaktion auf die weltweiten Krisen ab. Die Bundeswehrsoldaten bräuchten zwar für ihre eigene Sicherheit die bestmögliche Ausstattung. „Ich bin skeptisch, ob dazu die Verteidigungsausgaben pauschal erhöht werden müssen, da derzeit die im Verteidigungsetat zur Verfügung stehenden Mittel nicht vollständig abfließen“, sagte Barthle Handelsblatt Online. „Es wäre schon viel gewonnen, wenn die Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr wie geplant laufen und die Industrie die bestellte Ausrüstung pünktlich und in guter Qualität liefert.“
Auch Kahrs sieht keine Veranlassung, über mehr Geld für den Verteidigungshaushalt zu sprechen. „Das Verteidigungsministerium hat 2013 deutlich mehr als eine Milliarde Euro nicht ausgegeben und an das Finanzministerium zurückgegeben“, sagte der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Handelsblatt Online. In diesem und im kommenden Jahr werde das wohl nicht anders sein. „Ob es damit zu tun hat, dass das Ministerium keinen Bedarf oder die eigenen Abläufe nicht im Griff hat, möchte ich nicht kommentieren“, fügte Kahrs hinzu.


Quelle: heise

- EU-Parlament macht Weg für Assoziierung der Republik Moldau frei (EurActiv, 14.11.2014)
Die EU-Abgeordneten haben ein Abkommen über die Assoziierung der EU mit der Republik Moldau angenommen. Es ist der erste wirtschaftliche und politische Pakt dieser Art zwischen der Europäischen Union und einem ehemaligen Sowjet-Staat. Die Republik Moldau ist der erste Staat aus dem ehemaligen Ostblock, der eine Vereinbarung über Visa-Liberalisierung mit der EU geschlossen hat. Dafür für stimmte die überwiegende Mehrheit: 529 EU-Abgeordnete.
Gegen die Ratifizierung sprachen sich Vertreter der Opposition aus. Die Fraktion der Kommunistischen Partei (34 Mandate) und der Partei Wiedergeburt (drei Mandate) verließen aus Protest die Parlamentssitzung. Die Sozialisten (drei Mandate) nahmen an der Abstimmung teil und stimmten dagegen.


TTIP gefährdet Hunderttausende Jobs

US-Studie warnt vor Folgen von Freihandelsabkommen. Auch Löhne würden sinken
Arbeitsplatzverlust dank Freihandelsabkommen? Eine aktuelle Studie der US-amerikanischen Tufts University in Massachusetts warnt vor den Folgen von TTIP. Gemäß der Untersuchung würde das transatlantische Vertragswerk zum Abbau Hunderttausender Arbeitsplätze in Europa führen.

Über 580.000 europäische Arbeitsplätze, so die Untersuchung der US-Wissenschaftler, könnten den langfristigen Auswirkungen von TTIP zum Opfer fallen. 134.000 Stellen fielen demnach allein in Deutschland fort, auch Frankreich wäre mit etwa 130.000 verlorenen Arbeitsplätzen stark durch TTIP getroffen.

Die Lohnentwicklung dürfte durch das Freihandelsabkommen ebenfalls negativ beeinflusst werden. In Nordeuropa drohen Einkommensverluste von fast 5.000 Euro pro Arbeitendem und Jahr. Mit gut 3.400 Euro weniger müssten die Beschäftigten in Deutschland rechnen. In der Folge wären auch die Steuereinnahmen der Bundesrepublik betroffen.

Ohne Nutznießer bleibt das Abkommen dennoch nicht. Für die USA prognostiziert die Tufts University einen Zuwachs von 780.000 Stellen, zudem würden die Einkommen von US-amerikanischen Beschäftigten bescheiden um 700 Euro im Jahr steigen. Hoffnungen auf mehr darf sich auch das europäische Kapital machen: Es würde einen größeren Teil des jeweiligen Bruttoinlandsproduktes ausmachen, ein »Transfer von der Arbeit hin zum Kapital« würde stattfinden. Für Deutschland läge der bei etwa vier Prozent.

mehr:
- TTIP gefährdet Hunderttausende Jobs (junge Welt, 14.11.2014)

siehe auch:
- TTIP und Lohn-Dumping: USA wollen Deutschland Märkte in Europa abjagen (Interview mit Jeronim Capaldo, DeutscheWirtschaftsNachrichten, 14.11.2014)




Die dabei ausgehandelten Vertragsbedingungen sind geheim, auch die nationalen Parlamente der zukünftigen Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament erhalten keine detaillierten Informationen. Mittlerweile wurden unautorisiert mehrere interne Positionspapiere der EU und der deutschen Verhandlungsführer aufgrund von Informationsleaks im Internet veröffentlicht.[4] Das geplante Abkommen hat erhebliche Kritik aus verschiedensten politischen Richtungen auf sich gezogen. So haben mehrere Aktionsbündnisse zusammen über eine Million Unterschriften gegen TTIP gesammelt und an zuständige Politiker übergeben. Ein Antrag auf Registrierung einer Europäischen Bürgerinitiative eines EU-weiten Bündnisses gegen TTIP wurde von der Europäischen Kommission im September 2014 als „unzulässig“ abgelehnt. Neben einer Vielzahl von Bedenken in Hinblick auf eine befürchtete Senkung von gesetzlichen Gesundheits-, Umwelt-, und Sozialstandards wird weithin vor allem die Einführung so genannter Schiedsgerichte kritisiert. Diese sollen im Rahmen der Vertragsbestimmungen zum Investitionsschutz ohne die Möglichkeit einer unabhängigen gerichtlichen Überprüfung über Schadensersatzansprüche von Unternehmen gegen die zukünftigen Mitgliedsstaaten entscheiden können. Kritiker führen Beispielfälle aus ähnlichen Abkommen wie NAFTA an, bei denen es pro Fall um Summen im Bereich von hunderten Millionen bis einige Milliarden US-Dollar zu Lasten der Steuerzahler geht.


Als Testfall gilt das Comprehensive Economic and Trade Agreement (CETA), das schon 2013 beschlossene kanadisch-europäische Abkommen, das im Herbst 2014 ratifiziert werden soll, aber – in Europa in der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet – ebenso umstritten ist wie TTIP/TAFTA. Beide Abkommen stehen auch in engem Zusammenhang mit der Diskussion um das internationale Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA), das 2012 an Bürgerprotesten aus EU-Ländern und den USA gescheitert war.

 (Transatlantisches Freihandelsabkommen, Wikipedia) 

siehe auch:



Freitag, 14. November 2014

Genuß und Gendersprech

GRAMMATIK  Die wissenschaftliche Erforschung des deutschen und indogermanischen Genussystems im Gegensatz zum ideologischen Gendersprech. 


Bürger und Bürgerinnen
Unser Blick in die Vergangenheit der deutschen Sprache reicht anderthalb Jahrtausende weit bis zu Fibeln und Gürtelschnallen, auf denen unsere Vorfahren einander in Runen ihre Zuneigung bekundeten.
In all dieser Zeit findet sich kein Moment, in dem die Anwesenheit einer Frau nicht der Erwähnung wert gewesen wäre.
Die von unseren Politikern so verehrten (Bürger und) Bürgerinnen sind als Begriff wie die Fülle der deutschen Städte über achthundert Jahre alt. Im Mittelalter wimmelt es von “beckerinnen, weberinnen, wirtinnen, zoube­rinnen, arzatinnen, meisterinnen, friuntinnen” und sogar einer “marnerin”, einer Seefahrerin.
Unter uns Germanen begannen zuerst die Goten im vierten Jahrhundert nach Christus mit dem Schreiben. Auch sie ließen Frauen nie unerwähnt: “frijond·s” (Freund) und “frijond·i” (Freund·in).
Unser Blick reicht weit über das Germanische hinaus. Die frühesten Schriftbelege der indo­germani­schen Sprach­familie, von der das Ger­mani­sche nur einer von dreizehn Zweigen ist, stammen von den Hethitern und sind drei­einhalb Jahr­tausende alt. Frauen­bezeich­nun­gen schöpften sie wie wir mit einem Suffix: “hassus” (König) und daraus “hassus·saras” (König·in).
Die Motion, wie man solche Frauenableitungen fachlich nennt, ist in der indo­germani­schen Kultur überall Brauch und verdrießt uns erst, seit sie keine tatsächliche Frau aus Fleisch und Blut mehr voraus­setzt, sondern Programm ist.
Unser Programm lautet: Geschlecht, Hautfarbe, sexuelle Orientierung und andere angeborene Eigen­arten sollen niemand davon abhalten, das aus seinem Leben zu machen, was er möchte.
Gesucht wird schnellstmöglich Bundesliga­fußball­trainer/Bundes­liga­fußball­trainerin. Bewerbun­gen bitte bis Samstag 15 Uhr 29 an den Hamburger Sport-Verein e.V., Syl­vesterallee 7, 22525 Hamburg!
Mit Sicherheit keine Stellenanzeige, die Frauen anlockt. Dennoch zwingt die Sitte den Inserenten, Frauen ausdrücklich zu einer Bewerbung einzuladen.
Die Sitte, nicht das Gesetz. Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) beschäftigt sich zwar mit Stellenausschreibungen, erschöpft sich dabei aber in dem Gebot, dass nichtqualifizierende Eigenschaften bei der Auswahl aus den Bewerbern keine Rolle spielen dürfen. Formulierungsvorgaben oder die Sprache selbst kommen darin nicht vor.
Das schafft juristischen Kommentaren und Gerichten die Gelegenheit, sich an der Sprache abzuarbeiten.
mehr:
- Der Führerin entgegen (Belles Lettres)

Loriot - Nudel [3:07]

Veröffentlicht am 26.05.2014
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Geplanter Verschleiß – Der Kapitalismus zerstört sich selbst

Warum gibt es eingebaute Schwachstellen in neuen Produkten, sogenannten “geplanten Verschleiß”? Es gibt drei Gründe, die aufbauend auf dem Buch von Professor Dr. Christian Kreiß “Geplanter Verschleiss – Wie die Industrie uns zu immer mehr und immer schnellerem Konsum antreibt (…)” dargelegt werden. Die Hintergründe führen direkt zum Selbstzerstörungsmechanismus hin, der im Kapitalismus inhärent ist.
mehr:
- Geplanter Verschleiß – Der Kapitalismus zerstört sich selbst (Friedensblick, 12.11.2014)

siehe auch:
- Die französische Legislative entdeckt die Obsoleszenz (Post, 17.10.2014)

Loriot - Das Bild hängt schief [3:14]

Veröffentlicht am 10.04.2012

Die Ampel auf dem Acker

Realer Irrsinn: Ampel auf Acker | extra 3 | NDR [2:39]

Veröffentlicht am 08.05.2014
In Isernhagen bei Hannover gibt es einen Acker, der sich wohl zu den Luxus Äckern der Republik zählen darf. Denn: Er hat seine ganz eigene Ampel-Anlage. Martina Hauschild sieht für uns rot.
http://www.ndr.de