Sonntag, 15. März 2015

Ein propagandistisches Meisterstück des militärisch-industriellen Komplexes: Die Raketenlücke

 HauptartikelSputnikschock
Die Tatsache des ersten Sputnik-Starts machte aller Welt klar, dass die Sowjetunion nun in der Lage war, mit ihren Raketen nicht nur den Weltraum zu erreichen, sondern auch jeden Punkt auf der Erde. Dies löste in Teilen der westlichen Welt ein Gefühl der Bedrohung aus, weil die sowjetischen Interkontinentalraketen jenen der USA offenbar überlegen waren. Der amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower nutzte allerdings den Sputnikschock vor allem zu einem Erneuern des als ungerecht empfundenen amerikanischen Bildungssystem aus. Eine militärische Bedrohung nahm der republikanische Exgeneral nicht weiter ernst, was noch sein Wahlkampfgegner und Nachfolger John F. Kennedy ausnutzte, der eine angebliche Raketenlücke als Wahlkampfthema verwendete. [Sputnik 1, Weltweite Bewertung, Der „Sputnikschock“, Wikipedia, abgerufen am 15.03.2015]
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Die Vereinigten Staaten verfügen über .176 feuerbereite Lang- und Mittelstreckenraketen, die Atomsprengköpfe in die Sowjetunion befördern können. Diese eindrucksvolle Zahl errechnete das amerikanische Kongreßmitglied James B. van Zandt, nachdem er zwei Wochen lang die wichtigsten amerikanischen Militärbasen inspiziert hatte. Die Feuerkraft sei überdies noch steigerungsfähig: andere Raketen – über die Zahl schwieg sich van Zandt aus – könnten binnen kurzer Zeit ebenfalls abschußfertig gemacht werden. Auf jeden Fall aber, so meinte der Abgeordnete, sei die Raketenstreitmacht der Sowjets weit geringer.

Van Zandt steht mit dieser optimistischen Einschätzung der amerikanischen Stärke nicht allein. US-Verteidigungsminister McNamara erklärte letzte Woche: „Wir sind der Sowjetunion überlegen“, und Präsident Kennedy sagte vor vierzehn Tagen das gleiche mit anderen Worten: „Was die militärische Gesamtstärke angeht, so würden die USA mit keiner Nation tauschen“.

Nun ist „militärische Gesamtstärke“ freilich eine vage Formel (die ja auf jeden Fall auch die Bomber des Strategic Air Command einschließt), und sicher sind auch die lauten Bekundungen der eigenen Stärke zu einem guten Teil nur die Antwort auf das sowjetische Säbelgerassel. Immerhin bleibt die Tatsache, daß sich die Amerikaner erstaunlich selbstsicher geben. Erstaunlich, deshalb, weil die Spanne 1960 bis 1963 als die Jahre der „Raketenlücke“ vorausgesagt waren. Jahre, vor denen Kennedy im August 1958 – damals noch Senator von Massachusetts – eindringlich gewarnt hatte: „Unsere eigene offensive und defensive Raketenstreitmacht wird dann so weit hinter der sowjetischen nachhinken, daß wir uns in einer gefährlichen Lage befinden werden“.

mehr:
- Doch keine Raketenlücke? (Theo Sommer, Die ZEIT, 17.11.1961)
siehe auch:
- Die verschobene Raketenlücke: Washingtons Sorgen von gestern sind heute die Sorgen Moskaus (Theo Sommer, Die ZEIT, 14.12.1962)
- USA / Raketen-Lücke – Verschwunden (Spiegel, 15.02.1961)


Sind Sie der Ansicht, daß es eine Raketenlücke überhaupt nicht gab?
Es gab eine Lücke, richtig, aber eine von ganz anderer Art. George Kistiakowsky, der seinerzeit der Berater für Technik und Wissenschaft Präsident Eisenhowers war, bestätigte später: »Die tatsächlich vorhandene Raketenlücke bestand in Wirklichkeit zu unseren Gunsten.«[14] [Georgi Arbatov, interviewt von Willem Oltmans; in: Georgi Arbatov und Willem Oltmans, Der sowjetische Standpunkt. Über die Westpolitik der UdSSR, Rogner & Bernhard, München 1981, PDF, S. 143, gefunden in der digitale bibliotheek vor de Nederlandse letteren]


In den frühen fünfziger Jahren waren dort nämlich Offiziere an die Spitze gelangt, die niemanden duldeten, der sich nicht davon überzeugt zeigte, daß die Sowjet- union drauf und dran war, in allergrößtem Tempo eine interkontinentale Bomberflotte aus dem Boden zu stampfen. Solcher Starrsinn und ein an McCarthy erin- nerndes Klima des Mißtrauens vertrieb viele Offiziere und Zivilbeamte, die zum einstigen exzellenten Ruf des AFIN beigetragen hatten. Einige von ihnen gingen zum CIA. Selbst innerhalb der Air Force verlor AFIN an Gewicht, was in erster Linie auf Rivalitäten mit der separaten (und zunehmend heimlichtuerischen) Aufklärungsabteilung des Strategic Air Command zurückzuführen war. [Die Grenzen des »Overkill« – Moral und Politik in der amerikanischen Nuklearrüstung von Truman zu Johnson (Ernest R. May, Heftarchiv des Instituts für Zeitgeschichte, München, Mai 1988; PDF)
AFIN = Air Force Directorate of Intelligence – Nachrichtendienst der US-Luftwaffe]

Für die Kennedy-Administration war es nicht unbedingt ein Grund zur Freude, dass es keine Raketenlücke gab, vielmehr Anlass zur Verlegenheit. Viele Wahlkampfforderungen der Demokraten erschienen nun haltlos. General Power behauptete zwar weiterhin, die Sowjetunion taten lediglich ihre Langstreckenraketen, doch die vereinigten Staaten waren im atomaren Wettrüsten eindeutig nicht auf der Verliererseite: eine Erkenntnis, die ungelegen kam und die man daher der Öffentlichkeit verschwieg. Als McNamara in einem vertraulichen Gespräch mit Journalisten zu gab, dass dir der Kettenlücke ein Mythos war, reagierte Präsident Kennedy wütend.
Am folgenden Tag betonte der Präsident auf einer Pressekonferenz, »es wäre zu früh für ein endgültiges Urteil, ob es eine Lücke gibt oder nicht«. Bald schon spielte diese Frage keine Rolle mehr. Politische, nicht strategische Überlegungen entschieden über die Zahl der landgestützten amerikanischen Langstreckenraketen. Vor Sputnik hatte Präsident Eisenhower 20-40 für ausreichend erachtet. Der Lohn Wiesner erklärt Präsident Kennedy, die zehnfache Anzahl genüge zur Abschreckung. Doch General Power forderte für das strategische Luftkommando 10.000 Minuteman-Raketen, die auf alle militärischen Ziele in der Sowjetunion gerichtet werden sollten, die die vereinigten Staaten bedrohen konnten. In Unkenntnis der Tatsache, dass die Raketenlücke ein Mythos war, sprachen sich auch Kongressabgeordnete für eine große landgestützte Streitmacht aus. Nach vielem Hin und her entschied McNamara, 1000 Management-Raketen bauen zu lassen. Ein Pentagon-Berater erläuterte später, man habe »eine runde Zahl« gewählt. [Enthauptungsschlag, aus: Eric Schlosser, Command and Control, Die Atomwaffenarsenale der USA und die Illusion der Sicherheit – Eine wahre Geschichte, C.H. Beck 2013, GoogleBooks, Hervorhebung von mir]
Rezensionen auf Bücher.de:
- Vorletzte Tage der Menschheit (Hans Ehlert, FAZ, 30.11.2013) 


Bernd Greiner fangen die Knie an zu schlottern, wenn er bei Eric Schlosser nachliest, wie oft und wie knapp wir im Kalten Krieg an atomaren Katastrophen vorbeigeschrammt sind. Der amerikanische Journalist erzählt auf "atemberaubende Weise", wie Greiner meint, vom Irrsinn des atomaren Wettrüstens, das tatsächlich als Staatskunst verbrämt werden konnte. Dabei erfährt der Rezensent von Zwischenfällen, die er sich im Traum nicht hätte vorstellen können. Explosionen im Raketensilo, Abstürze von atombestückten B-52-Bomben oder fehlgeschalteten Computersysteme – "Heerscharen von Schutzengeln" müssen im Dauereinsatz gewesen sein, anders kann sich der Rezensent die Abwendung all der vorprogrammierten Katastrophen nicht erklären. Gewusst hatte Greiner auch nicht, dass die Sowjetunion die Vernichtung der Welt quasi automatisiert hatte: Nach einem Atomschlag auf ihr Territorium, würde der Gegenschlag "mit allem was die Waffenkammern hergaben" vom Computer gesteuert werden – ohne dass Menschen noch hätten eingreifen können. 
[Command and Control, Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, Perlentaucher.de, 25.03.2014]

Der erfolgreiche sowjetische Raketenversuch des Jahres 1957, die Vorstöße in den Weltraum, die sich anschlossen, Chruschtschows Behauptung, daß in der Sowjetunion Raketen in Massen produziert würden, seine aggressiven Äußerungen und seine Neigung, sich in nuklearer Erpressung zu versuchen, all das schien die schlimmsten Befürchtungen der amerikanischen Geheimdienstexperten Ende der fünfziger Jahre zu bestätigen. Aber noch bevor am 1. Mai die »U-2«-Flüge eingestellt wurden, zeigte sich anhand der Luftaufnahmen, daß Chruschtschow geblufft hatte. Offenbar war seine erste interkontinentale ballistische Rakete zu kostspielig, zu schwerfällig und als Waffe zu verwundbar gewesen, als daß sich eine Massenproduktion und eine Installierung dieser Raketen gelohnt hätte. In Wirklichkeit hatte er nur ein paar wenige Raketen dieser Art in Stellung gebracht, während er sich bemühte, ein Netz von Mittelstreckenraketen aufzubauen, deren Ziele in Europa lagen. Daneben arbeitete man an der Verbesserung der interkontinentalen Rakete.

Die Luftaufnahmen der »U-2« Aufklärer lagen vor, noch bevor Kennedy und Nixon in den Wahlkampf eintraten. Aber sie wurden Kennedy bei den »Briefings« durch den CIA und die Streitkräfte nicht vorgelegt. Ende August flog Kennedy zum Strategischen Luftkommando nach Omaha, wo die Regierung ein »Briefing« für ihn vorbereitet hatte. Einigermaßen verärgert behauptete Kennedy später, er habe sogar als einfaches Mitglied des Ständigen Senatsausschusse mehr Information erhalten als jetzt. Es war offensichtlich, daß man ihm in Omaha keinen vollen Einblick in die streng geheimen Aufstellungen über die Stärke der sowjetischen und der amerikanischen Raketen- und Bomberstreitkräfte gegeben hatte.
  [Die Raketenlücke, Theodore C. Sorensen: Kennedy, R. Piper & Co Verlag München 1966, S. 584f., zit. in PeterHall.de, Hervorhebungen von mir]

zur Informationspolitik US-amerikanischer Kommandestäbe siehe auch:
- US-Zentralkommando der Streitkräfte: Was nicht paßt, wird passend gemacht (Post, 06.04.2016)

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Am 5. August 1963 unterzeichneten die USA, die UdSSR und Großbritannien eine erste wichtige Vereinbarung, das Atomteststoppabkommen, welches Tests von Kernwaffen in der Luft und unter Wasser verbot. Damit sollte die zunehmende radioaktive Verseuchung der Atmosphäre und der Meere eingedämmt werden. Anders als unterirdische Tests waren solche Versuche leicht nachzuweisen. Die meisten Staaten, auch die Bundesrepublik Deutschland, unterschrieben den Vertrag, nur die Atommächte Frankreich und China weigerten sich.
Nach dem Koreakrieg hatten die USA die Strategie der Massiven Vergeltung entwickelt, die bei einem Angriff der Sowjetunion den Einsatz ihrer vollen atomaren Streitmacht vorsah. In Europa gab es die Sorge, die USA könnten (unabhängig davon) ihren atomaren Schirm verringern. Um diese Befürchtungen zu zerstreuen, stellten die USA 1963 den Plan einer Multilateral Force vor, einer NATO-Atomstreitmacht zur See, an der europäische Staaten ohne eigene Atomwaffen sich beteiligen sollten. Obwohl dieser Plan fallen gelassen wurde, löste die Möglichkeit einer westdeutschen Verfügung über Atomwaffen im Ostblock erhebliche Ängste und entsprechende Gegenpropaganda aus. Die Nichtverbreitung von Atomwaffen war nunmehr ein internationales Thema, über das 1964 eine 18-Mächte-Abrüstungskonferenz der Vereinten Nationen in Genf beriet. Innerhalb des Ostblocks hatte die Sowjetunion ein Monopol auf Atomwaffen; seit 1964 verfügt auch die VR China über Atomwaffen.
Ab 1963 herrschte eine zögernde Entspannungspolitik zwischen den verfeindeten Blöcken vor, die von sowjetischer Seite unter dem Leitbegriff „friedliche Koexistenz“ firmierte, während auf westlicher Seite – und insbesondere im Hinblick auf die deutsche Teilung – die Überwindung des Status quo auf der Basis eines „Wandels durch Annäherung“ (Egon Bahr)[25] propagiert wurde. Die Attraktivität des westlichen Gesellschaftsmodells wurde hierbei als letztlich ausschlaggebend unterstellt. [Kalter Krieg, Entspannungsbemühungen und MachtbehauptungWikipedia, abgerufen am 15.03.2015]
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Diese technische Leistung stellte den bis dahin sicher geglaubten Überlegenheitsanspruch des Westens in Frage. Ursachen des westlichen „Nachhinkens“ wurden selbstkritisch vor allem im Bildungssystem gefunden. Die Reproduktion der herrschenden Verhältnisse in der Schule schloss nach Ansicht von Experten zu viele Menschen von einer Beteiligung am gesellschaftlichen Fortschritt aus. […]
Sputnik verhalf den Rüstungsindustrien beider Seiten zu neuen Rekordgeschäften. Ähnlich der angeblichen sogenannten Bomberlücke der USA gegenüber ihrem Kontrahenten wurde von der CIA eine Raketenlücke attestiert und damit das Wettrüsten nachhaltig propagandistisch unterfüttert. In Fachkreisen kam der erste Satellit dabei nicht einmal unerwartet, da er im Rahmen des Internationalen Geophysikalischen Jahres angekündigt worden war. [Sputnikschock, AuswirkungenWikipedia, abgerufen am 15.03.2015]
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- Zur Raketenlücke (PeterHall.de)
Zitat:
Es war John F. Kennedy, der während der Präsidentschaftswahlen die "Raketenlücke" beschwor. Allein in der Wahlkampfbroschüre des Präsidentschaftskandidaten stand zweimal das Wort Raketenlücke (missile gap), Zitat:

Sein Alarmruf, die "Raketenlücke" zu schließen, was uns in den nächsten Jahren erwarten wird, wurde von Joseph Alsop als "eine der bemerkenswertesten Reden zur amerikanischen Verteidigung und nationalen Strategie, die dieses Land seit dem Ende des letzten Kriegs gehört hat" bezeichnet. bzw. Kennedy als Sprecher einer neuen Konzeption für die Verteidigungskraft und die Gefahr der zukünftigen Raketenlücke. Die Raketenlücke stand keinesfalls mit den Realitäten im Einklang. Über die Wirklichkeit hätte John F. Kennedy sehr wohl unterrichtet sein können. Im Sommer 1957 lagen die ersten Fotos von Startrampen für Interkontinentalraketen vor. Zuerst Spionageflüge mit der U-2, dann Spionagesatelliten (Stichwort Corona) lieferten die Information über die strategischen Kapazitäten der UdSSR. Gerade einmal 25 Startrampen gab es im Juni 1964! Der Verrat von militärischen Geheimnissen durch Oleg Penkowskij lieferte weitere Daten. Als Verteidigungsminister McNamara am 07.02.1961 die Katze aus dem Sack ließ wurde klar, dass die Unwahrheit gesagt worden ist (wenn nicht sogar gelogen wurde- aber das würde ja bedeuten, dass Kennedy bewusst die Unwahrheit gesagt hat). Es hat also nie eine Raketenlücke seitens der USA gegeben. Die Raketenlücke erwies sich als ein Beispiel von Meinungsmanipulation mit weitreichenden Folgen - vor allem eines erheblichen Wettrüstungsschubes.

Doch keine Raketenlücke? (Theo Sommer, ZEIT, 14.12.1962)
Es ist noch keine drei Jahre her, da versetzte dies eine Wort den Westen in Schrecken: Raketenlücke. Für das Jahr 1961 sagte Eisenhowers Verteidigungsminister McElroy eine 3:1-Überlegenheit der Sowjets auf dem Felde der Interkontinentalraketen voraus; für 1962 rechneten die Fachleute mit einem Kräfteverhältnis von 350 – 400 russischen gegenüber 180 amerikanischen Langstreckenraketen; für 1963 mit einer Raketenrelation von 500 zu 250.
Was das bedeutete, machte General Power, Chef des Strategischen Bomberkommandos der USA, damals in einer dramatischen Aussage vor dem Kongreß deutlich: Mit 300 Raketen – zur Hälfte interkontinentaler, zur Hälfte mittlerer Reichweite – könnten die Sowjets „in der kurzen Spanne von 30 Minuten die gesamte atomare Streitmacht der USA praktisch ausradieren“. Der Hinweis auf das Missile Gap war denn im Herbst 1960 auch eines der stärksten Wahlkampf-Argumente Kennedys.
Inzwischen hat sich das Bild völlig gewandelt. Die Amerikaner haben die Raketenlücke geschlossen, mehr noch: Sie haben sich in den beiden letzten Jahren eine ansehnliche Überlegenheit verschafft. Heute ist es der Kreml, der sich über die Raketenlücke den Kopf zerbrechen muß.

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The National Intelligence Estimate (NIE) 11-10-57, issued in December 1957, predicted that the Soviets would "probably have a first operational capability with up to 10 prototype ICBMs" at "some time during the period from mid-1958 to mid-1959." The numbers started to inflate. A similar report gathered only a few months later, NIE 11-5-58 released in August 1958, concluded that the USSR had "the technical and industrial capability ... to have an operational capability with 100 ICBMs" some time in 1960, and perhaps 500 ICBMs "some time in 1961, or at the latest in 1962."[1]
Beginning with the collection of photo-intelligence by U-2 overflights of the Soviet Union in 1956, the Eisenhower administration had increasing hard evidence that claims of any strategic weapons favoring the Soviet Union were false. Based on this evidence, the CIAplaced the number of ICBMs closer to a dozen. Continued sporadic flights failed to turn up any evidence of additional missiles. Curtis LeMay argued that the large stocks of missiles were in the areas not photographed by the U-2s, and arguments broke out over the Soviet factory capability in an effort to estimate their production rate.
In a widely syndicated article in 1959, Joseph Alsop even went so far as to describe "classified intelligence" as placing the Soviet missile count as high as 1,500 by 1963, while the US would have only 130 at that time.[2]It is known today that even the CIA's estimate was too high; the actual number of ICBMs, even including interim-use prototypes, was 4.[3] [Missile gap, Inaccuracy of intelligence, engl. Wikipedia, abgerufen am 15.03.2015]
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In 1958 Kennedy was gearing up for his Senate re-election campaign and seized the issue. The Oxford English Dictionary lists the first use of the term "missile gap" on 14 August 1958 when he stated: "Our Nation could have afforded, and can afford now, the steps necessary to close the missile gap."[1] According to Robert McNamara, Kennedy was leaked the inflated USAF estimates by Senator Stuart Symington, the former Secretary of the Air Force. Unaware that the report was misleading, Kennedy used the numbers in the document and based some of his 1960 election campaign platform on the Republicans being "weak on defense".[5] The missile gap was a common theme.
Eisenhower refused to publicly refute the claims, fearing that public disclosure of this evidence would jeopardize the secret U-2 flights. Consequently, Eisenhower was frustrated by what he conclusively knew to be Kennedy's erroneous claims that the United States was behind the Soviet Union in number of missiles.[6] in an attempt to defuse the situation, Eisenhower arranged for Kennedy and Lyndon B. Johnson to be appraised of the information, first with a meeting by the Joint Chiefs of Staff, then Strategic Air Command, and finally with the Director of the CIA, Allen Dulles, in July 1960.[4] In spite of these meetings, Kennedy continued to use the same rhetoric, which modern historians have debated as likely being so useful to the campaign that he was willing to ignore the truth.[7]
In January 1961 McNamara, the new secretary of defense, and Roswell Gilpatric, a new deputy secretary who strongly believed in the existence of a missile gap, personally examined photographs taken by Corona satellites. Although the Soviet R-7 missilelaunchers were large and would be easy to spot in Corona photographs, they did not appear in any of them. In February McNamara stated that there was no evidence of a large-scale Soviet effort to build ICBMs. More satellite overflights continued to find no evidence, and by September 1961 a National Intelligence Estimate concluded that the USSR possessed no more than 25 ICBMs and would not possess more in the near future.[8] There was a missile gap, but it was greatly in the United States' favour, as it had already deployed substantial numbers of several varieties of land- and sea-based missiles.
Kennedy was embarrassed by the whole issue. Kennedy had already admitted as much publicly, The Listener, 19 April 1962 noted "The passages on the 'missile gap' are a little dated, since Mr Kennedy has now told us that it scarcely ever existed."[9] [Missile gap, Playing for the publicengl. Wikipedia, abgerufen am 15.03.2015]
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Sputnik & Space Race | The Cold War (1949–1961) 8 of 24 [46:25]

Veröffentlicht am 25.08.2015
1949–1961
"As a consequence of the atomic spies, the Soviet Union joined the nuclear club, and the two superpowers compete to develop their nuclear arsenals. Russia's launching of Sputnik further heightened a sense of vulnerability in the United States, and results in the rapid development of nuclear-armed missiles, and defence-related education. Blamed for a perceived missile gap, Eisenhower is replaced by John F. Kennedy as US President. The Soviet Union is seen to have taken a solid lead in the space race after Yuri Gagarin's successful return to Earth. Interviewees include Joseph Rotblat, Boris Chertok, Andrew Goodpaster, Herbert York and Gherman Titov. The pre-credits scene features the first Soviet nuclear test in 1949."

The Missile Gap 1960 Part One [10:40]

Hochgeladen am 15.01.2010
U.S. Air Force Film Report 103, "Development of the Soviet Ballistic Missile Threat," 1960, produced by Air Photographic and Charting Service, Secret
Air Force Index Card
Source: National Archives, Motion Pictures Unit, Record Group 342

This film, depicting a once secret Air Force briefing on the prospective Soviet missile and bomber threat in the years ahead, illuminates the difficulties of intelligence analysis.

Delivered by Director of Warning and Threat Assessment, Office of Assistant Chief of Staff for Intelligence, Col. Linscott A. Hall, and one of his assistants, Lt. Colonel Joel Parks, the briefing was representative of Air Force intelligence thinking at the height of the "missile gap" controversy over the degree of the Soviet ICBM buildup. The intended audience for the briefing may have been other intelligence agencies, senior officials in the Pentagon, and possibly civilians and officers who worked on nuclear targets, so they would have their agency's angle on the prospective threat.

The Missile Gap 1960 Part Two [10:52]

Hochgeladen am 15.01.2010
U.S. Air Force Film Report 103, "Development of the Soviet Ballistic Missile Threat," 1960, produced by Air Photographic and Charting Service, Secret
Air Force Index Card
Source: National Archives, Motion Pictures Unit, Record Group 342

This film, depicting a once secret Air Force briefing on the prospective Soviet missile and bomber threat in the years ahead, illuminates the difficulties of intelligence analysis.

Delivered by Director of Warning and Threat Assessment, Office of Assistant Chief of Staff for Intelligence, Col. Linscott A. Hall, and one of his assistants, Lt. Colonel Joel Parks, the briefing was representative of Air Force intelligence thinking at the height of the "missile gap" controversy over the degree of the Soviet ICBM buildup. The intended audience for the briefing may have been other intelligence agencies, senior officials in the Pentagon, and possibly civilians and officers who worked on nuclear targets, so they would have their agency's angle on the prospective threat.

50th Anniversary: The Missile Gap Controversy [1:33:31]

Veröffentlicht am 23.04.2014
In September 1961, President Kennedy was officially notified by the CIA that the United States had surpassed the Soviet Union in missiles, dispelling the notion of Soviet superiority in the arms race. Former senior CIA intelligence officer Gene Poteat and historians Timothy Naftali, Fred Kaplan and John Prados discuss this pivotal moment in world history. Mary Elise Sarotte, professor of International Relations at USC, moderates. This forum followed the afternoon panel sessions of the CIA Overview of the Missile Gap.

The U.S. Missile Gap - OpenBUCS [10:19]

Veröffentlicht am 28.08.2013
ETSU Online Programs - http://www.etsu.edu/online

Auswahl an Geheimdiensteinschätzungen zur Raketenlücke (PeterHall)
- USA / Raketen-Lücke Verschwunden– (SPIEGEL Online, 15.02.1961)
- Chronologie Raketenlücke (PeterHall)
- Die Kuba-Krise von 1962 Ursachen, Verlauf und Auswirkungen (benoroe)
- Zugrundeliegende Fehleinschätzungen (Gerhard Wettig, Das Berlin-Ultimatum Chruschtschows: Beweggründe und Folgewirkungen in: Timmermann [Hg.], 1961 –  Mauerbau und Außenpolitik, Dokumente und Schriften der Europäischen Akademie Otzenhausen, 2002, zu finden beo GoogleBooks)
- Der Gaither-Bericht und die »Raktetenlücke« in: Die strategische Konflikttheorie (Kees van der Pijl, Vordenker er Weltpolitik, zu finden bei GoogleBooks)
- Chruščev und die sowjetischen Nachrichtendienste vom Beginn der Berlinkrise bis zum Mauerbau (Matthias Uhl) in: Michael Lemke (Hg.), Schaufenster der Systemkonkurrenz, Die Region Berlin-Brandenburg im Kalten Krieg, Böhlau Verlag, Köln (zu finden bei Googlebooks)
- Determinanten der Militärstrategie und Rüstungstechnologie der USA am Beispiel der Luftwaffe in: Brauer (Hg.), Informatik Fachberichte 57, GI – 12. Jahrestagung (zu finden bei GoogleBooks) 
Zitat: Im Wahlkampf des Jahres 1960 sah sich der Kandidat der Republikaner und designierte Nachfolger Eisenhower, Vizepräsident Richard Nison, deshalb Vorwürfen des demokratischen Bewerbers John F. Kennedy ausgesetzt, während der vergangenen acht Regierungsjahre habe die Sowjetunion militärisch militärisch zu den USA aufgeschlossen, ja sie sogar überholt. Es bestehe eine »Raketenlücke« gegenüber der UdSSR, der Verteidigungshaushalt sei über Gebühr gekürzt worden, dem Kreml sei es sogar gelungen einen kommunistischen Vorposten in Kuba zu installieren, kurzum: Eisenhower habe die Sicherheit der Vereinigten Staaten vernachlässigt. Er selbst werde im Falle seiner Wahl massiv aufrüsten. Sein Vorgänger habe Grenzen für die amerikanische Rolle in der Welt akzeptiert. Ihr werdet das nicht tun. Nicht zuletzt angesichts dieser Vorwürfe warnte Eisenhower in seiner Abschiedsansprache vor einem »militärisch-industriellen Komplex«, der großen politischen Einfluss ausüben. Untersagt, aber zwischen den Zeilen zu lesen, wird die Botschaft, dass es einen in militärischen und in internationalen Angelegenheiten erfahrenen Mann brauche, diesen »Komplex« in die Schranken zu weisen. Ob sein Nachfolger ein solcher sein würde, ließ Eisenhower offen.
- Raketenlücke (Atomwaffen A-Z) 
- Ungarn: »Die angenehmste Kaserne« [in: Im Osten nichts Neues,
in: Andrew Feinstein, Waffenhandel – Das globale Geschäft mit dem Tod, Hoffman & Campe, 2012]

- Die Meister der Propaganda: Sowjet-Bedrohung war freie Erfindung der USA (Kurt Nimmo, Infowars, Propagandafront, 29.09.2011)
Dank der Luftaufklärung und Satellitenfotos, beispielsweise der Corona-Satelliten, wusste die Eisenhower-Regierung, dass die Sowjets nicht über die fortschrittliche Technologie verfügten, um für die USA eine Bedrohung darzustellen.
Und während eine zunehmende Zahl an Historikern der Tatsache gewahr wird, dass der sogenannte Kalte Krieg zu weiten Teilen nichts weiter war als eine seitens des militärisch-industriellen Komplexes erfundene Illusion – was auch unter dem Schlagwort „Politik durch Presseerklärungen“ bekannt ist – sind es auch heute immer noch genau dieselben Leute, die uns ständig neue Kriege und frei erfundene Bedrohungen auftischen, die von Al-Qaeda bis hin zum sogenannten Hakkani-Netzwerk reichen.
Laya Anasu schrieb dazu am 27.09.2011 für The Harvard Crimson:

„Die Untersuchung der Raketen-Lücke ist von besonderer Bedeutung, da es Parallelen zu der heutigen Situation im Irak, Nordkorea und dem Iran gibt, so die Historiker Fred Kaplan und Timothy Naftali, letzterer ist der Direktor des Richard Nixon Presidential Library and Museum und ein ehemaliger Harvard-Student.“

- CIA: US Overestimated Soviet Missiles (Conspiracyscope, 27.09.2011) 
- The "Cold War" - The "Missile Gap" - U.S. Invented Soviet Threat (Imaginative Worlds, 29.09.2011)
According to former CIA agents and historians participating in a forum held at the John F. Kennedy Library in Boston, in the early 1960s the U.S. government invented the so-called “Missile Gap” and wildly over-estimated the number of ICBMs the Soviet Union had. How many ICBMs did the Soviets actually have? Four, according to declassified documents.

The Eisenhower administration used aerial reconnaissance and imaging satellites like the Corona Satellite to discover that the Soviets did not have the advanced technology to threaten the U.S.

As a growing number of historians have realized for years, the so-called Cold War was largely an illusion – known as “policy by press release” – invented by the military industrial complex, the same folks who are selling us new wars and conjured-up threats from the likes of al-Qaeda and now the so-called Haqqani network.

“The study of the Missile Gap period is especially relevant because it relates to today’s situation in Iraq, North Korea, and Iran, said historian and author Fred Kaplan and Timothy Naftali, director of the Richard Nixon Presidential Library and Museum and a former Harvard student,” writes Laya Anasu for The Crimson.

- Cuba: The legacy of the 1962 missile crisis (Ike Nahem, LINKS, International journal of socialist renewal)
- Cold War (Slideshare.net)
- Turning History on Its Head (Philipp Brenner, National Security Archieve)
Tomgram: Noam Chomsky, "The Most Dangerous Moment," 50 Years Later (Noam Chomsky, TomDispatch, 15.10.2012)

le deserteur Renaud {3:41}


Veröffentlicht am 11.06.2013
Hommage humoristique en photos


Putin-Interview: Journalismus mit Kalkül?

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Volker Pispers: »Russland hat noch nie den Westen angegriffen« und Israels ultrarechte Spinner fordern Atombomben auf Deutschland

Volker Pispers: Russland hat noch nie den Westen angegriffen (2015) [6:33]

Veröffentlicht am 29.03.2015 
Alter Infotext: Veröffentlicht am 01.03.2015
Deutschlands beliebtester Kabarettist Volker Pispers - Auftritt beim Deutschen Kleinkunstpreis 2015 in Mainz.

- Israel soll Deutschland und Iran atomar vernichten (Alles Schall und Rauch, 13.02.2015)
Die rechtsradikale israelische Zeitung "Israel National News" hat einen Meinungskommentar am Dienstag veröffentlicht, in dem verlangt wird, Israel soll Deutschland und den Iran mit Atombomben angereifen. Im Artikel steht, nur durch eine atomare Vernichtung von Deutschland und den Iran, mit 20 oder 30 Atombomben, können Israelis die Zerstörung des Staates verhindern. Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Israel soll Deutschland und Iran atomar vernichten


Noam Chomsky discusses Ukraine and Russia [6:55]

Veröffentlicht am 14.12.2014
The article Noam cites is called "Why the Ukraine Crisis Is the West’s Fault" can be found here:http://www.foreignaffairs.com/article...

Meine Schubladen, Deine Schubladen – Stepan Bandera: Freiheitskämpfer oder Nazi-Kollaborateur?

Held der Ukraine: Stepan Bandera - ein Nazi-Kollaboteur & Massenmörder! [9:14]

Veröffentlicht am 03.03.2015
Held der Ukraine: Stepan Bandera - ein Nazi-Kollaboteur & Massenmörder!
ARD übernimmt "Putins Propaganda" - Nationalheld der Ukraine Bandera war doch ein Nazi
Ein ARD/NDR-Beitrag über ukrainischen Nationalheld Stepan Bandera - ein Nazi-Kollaboteur, der auf der Wehrmacht-Seite gegen die Rote Armee für ukrainische Unabhängigkeit kämpfte und nebenbei Juden und Polen massakierte. Quelle:
http://daserste.ndr.de/panorama/aktue...
 

Propaganda

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Freitag, 13. März 2015

Die Lagarde-Liste: Der Filz in den Köpfen

Die Liste enthält Kontodaten von über 2.000 griechischen Kunden der Genfer Privatbank HSBC. Die Daten wurden von einem Mitarbeiter der Bank entwendet. Ein Datenträger mit den Aufzeichnungen ist im Jahr 2010 von der damaligen französischen Finanzministerin Christine Lagarde ihrem griechischen Kollegen Giorgos Papakonstantinou ausgehändigt worden.

Inhalt und Herkunft

Gebrauch wurde von den Daten weder von Papakonstantinou noch von dessen Nachfolger als Finanzminister, Evangelos Venizelos, gemacht. Papakonstantinou erklärte, er habe eine Kopie an den damaligen Chef der griechischen Steuerfahndung weitergeleitet und das Original verloren. [1] Die Liste tauchte erst Anfang Oktober 2012 wieder auf – allerdings in leicht gekürzter Form: Hatte die ursprüngliche Lagarde-Liste noch 2.062 Einträge, so waren es nun nur noch 2.059. Es fehlten die Konten von zwei Cousinen Papakonstantinous und deren Ehegatten. Dies kam ans Licht, als Frankreich Griechenland die Original-Liste ein zweites Mal weiterreichte. Das griechische Parlament hob daraufhin am 15. Juli 2013 die Immunität Papakonstantinous auf. [2]

Veröffentlichung

Der griechische Journalist Kostas Vaxevanis, Herausgeber des Boulevard-Magazins Hot Doc, veröffentlichte die Liste und wurde daraufhin vorübergehend festgenommen und wegen Diebstahls persönlicher Daten angeklagt, jedoch im Herbst 2012 freigesprochen.[2]

Folgen

  • Auf der Liste standen auch die Namen von Leonidas Tzanis (Jasminrevolution: »12 Milliarden jährlich könnte Athen mehr einnehmen, würde man die Auslandsvermögen der Geldelite endlich besteuern.«), einem ehemaligen stellvertretenden Innenminister (1999–2001) und Vlassis Kambouroglou. Nach Veröffentlichung der Liste im Oktober 2012 beging Leonidas Tzanis Selbstmord; er erhängte sich in seiner Garage. Vlassis Kambouroglou, ein Geschäftsmann, wurde einige Tage später in einem Hotelzimmer in Jakarta tot aufgefunden. Kambouroglou war der ehemalige Vorstand von Drumilan International, einem am Verkauf von russischen Tor-M1-Raketen-Systemen nach Griechenland im Jahr 2004 beteiligten Unternehmen. Er wurde der Beteiligung an einer Korruptionsaffäre beschuldigt, die kurz zuvor zur Verhaftung des ehemaligen Verteidigungsministers Giannis Sbokos wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und Geldwäsche geführt hatte.[3]
  • Nach der Liste hatte die Ehefrau des früheren Finanz- und Verteidigungsminister Giannos Papantoniou, Stavroula Kourakou, bei der HBSC-Bank ein Guthaben von 1,3 Millionen Euro. Da Papantoniou dieses Vermögen in seiner Vermögenserklärung nicht angegeben hatte, wurde ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet. [4]
  • Athener Zeitungen berichteten ferner, eines der HSBC-Schwarzgeldkonten im Umfang von 550 Millionen Euro laute auf den Namen Margaret Papandreou. Die 89-jährige Mutter des ehemaligen griechischen Premierministers Giorgos Papandreou sei damit Nutznießerin des umfangreichsten Kontos. [5][6]

(Lagarde-Liste, Wikipedia)

siehe auch:
Warum ich die Lagarde-Liste veröffentlicht habe (Kostas Vaxevanis, Guardian, übersetzt in voxeurop, 31.10.2012)
- Lagarde-Liste: Athen prüft Steuerhinterziehung in 9620 Fällen ( SPIEGEL Online, wahrscheinlich 08.01.2013)

empfohlene Hintergrundartikel in Lettre International:

Die Krisen des demokratischen Kapitalismus (Wolfgang Streeck, LI 95, Winter 2011)

Zitat:
Die Demokratie ist in der gegenwärtigen Krise ebenso gefährdet wie die Wirtschaft, wenn nicht mehr. Nicht nur die „Systemintegration“ heutiger Gesellschaften – also das effiziente Funktionieren ihrer kapitalistischen Volkswirtschaften – ist prekär geworden, sondern auch ihre „soziale Integration“. Mit dem Beginn eines neuen Zeitalters der Austerität ist die Fähigkeit von Nationalstaaten, zwischen den Rechten ihrer Bürger und den Erfordernissen der Kapitalbildung zu vermitteln, schwer zurückgegangen. Überall sind Regierungen mit stärkerem Widerstand gegen Steuererhöhungen konfrontiert, besonders in hochverschuldeten Ländern, wo man noch viele Jahre lang frische öffentliche Gelder wird verausgaben müssen, um für Güter zu bezahlen, die längst verbraucht sind. Außerdem kann man angesichts einer immer engeren globalen Interdependenz nicht mehr so tun, als ließe sich die Spannung zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, zwischen Kapitalismus und Demokratie, im Rahmen nationaler politischer Gemeinschaften bewältigen. Keine Regierung kann heute regieren, ohne genauestens internationale Zwänge und Verpflichtungen zu beachten, darunter auch die der Finanzmärkte, die den Staat zwingen, seiner Bevölkerung Opfer aufzubürden. Die Krisen und Widersprüche des demokratischen Kapitalismus sind endgültig internationalisiert worden und wirken sich nicht nur innerhalb der Staaten, sondern auch zwischen ihnen aus, in bislang noch unerforschten Kombinationen und Permutationen.

Wie wir heute fast täglich in den Zeitungen lesen können, diktieren mittlerweile „die Märkte“ in noch nie dagewesener Weise, was mutmaßlich souveräne und demokratische Staaten noch für ihre Bürger tun können und was sie ihnen verweigern müssen. Dieselben in Manhattan ansässigen Ratingagenturen, die an der Herbeiführung der Katastrophe der globalen Geldindustrie mitgewirkt haben, drohen jetzt damit, die Anleihen von Staaten herabzustufen, die ein bisher unvorstellbares Maß an Neuverschuldung auf sich nahmen, um diese selbe Industrie und die kapitalistische Wirtschaft insgesamt zu retten. Noch begrenzt und verzerrt die Politik die Märkte, aber, wie es scheint, auf einer Ebene, die vorher weit von der täglichen Erfahrung und den Organisationsmöglichkeiten normaler Menschen entfernt ist: die USA, bis an die Zähne bewaffnet nicht nur mit Flugzeugträgern, sondern auch mit einer unbegrenzten Heerschar von Kreditkarten, schaffen es noch, China zum Kauf ihrer steigenden Schulden zu bewegen. Alle anderen müssen darauf hören, was „die Märkte“ ihnen sagen. Als Folge nehmen Bürger ihre eigene Regierung zunehmend nicht als ihre Vertretung wahr, sondern als die von anderen Staaten oder internationalen Organisationen wie dem IWF oder der Europäischen Union, die gegen den Druck der Wähler sehr viel stärker abgeschirmt sind, als es der traditionelle Nationalstaat war. In Ländern wie Griechenland und Irland gar wird alles, was an Demokratie erinnert, auf viele Jahre hinaus faktisch suspendiert sein; um sich im Sinne der internationalen Märkte und Institutionen „verantwortlich“ zu verhalten, werden nationale Regierungen strikteste Einsparungen verordnen müssen, um den Preis, für die Bedürfnisse der eigenen Bürger zunehmend unempfänglich zu werden.

Die Demokratie steht nicht nur in den Ländern in Frage, die gegenwärtig von den Märkten angegriffen werden. Deutschland, das wirtschaftlich noch einigermaßen gut dasteht, hat sich auf Jahrzehnte zu Ausgabenkürzungen verpflichtet. Außerdem wird die deutsche Regierung ihre Bürger erneut dazu bewegen müssen, Liquidität für konkursgefährdete Länder bereitzustellen, nicht nur, um deutsche Banken zu retten, sondern auch, um die europäische Gemeinschaftswährung zu stabilisieren und einen allgemeinen Zinsanstieg für Staatsanleihen zu verhindern, der vermutlich kommen wird, sobald das erste Land abstürzt. Der hohe politische Preis dafür läßt sich am fortschreitenden Verfall des Wählerkapitals der Merkel-Regierung ablesen, der in den letzten Jahren bei bedeutenden Regionalwahlen zu einer Reihe von Niederlagen führte. Populistische Parolen des Inhalts, daß vielleicht auch die Gläubiger einen Teil der Kosten tragen sollten, wie sie die Kanzlerin Anfang 2010 von sich gab, wurden rasch fallengelassen, als „die Märkte“ ihrem Ärger durch eine leichte Anhebung des Zinssatzes auf neue Staatsanleihen Ausdruck gaben. Jetzt wird davon gesprochen, daß man, wie der deutsche Finanzminister es ausdrückt, von der altmodischen Organisationsform der „Regierung“, die den neuen Herausforderungen der Globalisierung nicht mehr gewachsen sei, zur „Governance“ übergehen müsse, wobei er speziell eine dauerhafte Beschneidung der Budgethoheit des Bundestags im Auge hatte.
- Athener Klientelismus (LI 96, Frühjahr 2012)
Zitat:
Die 300 bis 400 Jahre währende osmanische Okkupation führte zu tiefgehenden Veränderungen in den Ländern des Balkans. Eine der ersten Maßnahmen der neuen Herrscher war die Vernichtung der bisherigen Oligarchie, also der Aristokratie, da diese Elite die Führung in potentiellen Aufständen hätte übernehmen können. Übrig blieben die ursprünglich gewählten lokalen Dorfbürgermeister, die sogenannten Muchtare (griechisch Kotsampasis); sie vertraten die osmanische Regierung vor Ort. Dadurch erhielten diese Muchtare eine doppelte Funktion: Sie konnten als Führer und Beschützer der örtlichen Bevölkerung agieren, waren aber zugleich Objekte osmanischer Repression, wenn in ihrem Verantwortungsbereich etwas schief ging. Aus ihrer Funktion als Beschützer gewannen sie in den Augen der Bevölkerung Prestige und Macht. Als Gegenleistung erwarteten sie Loyalität von ihren Hintersassen. Die Osmanen belohnten treue Dienste, und so wurden diese lokalen Notabeln im Lauf der Zeit wohlhabend – und oft zu Geldverleihern. Dieses äußerst profitable Geschäft – 30 Prozent Zinsen waren üblich – war weniger honett, als sich selbstlos vor die Schutzbefohlenen zu stellen; es führte zu einer immer größer werdenden Abhängigkeit der örtlichen Bauern von ihrem Patron. Diese Abhängigkeitsbeziehung existierte im ganzen Osmanischen Reich, es wird als Muchtarsystem bezeichnet. Das ist der konkrete historische Ursprung des heutigen Klientelsystems.
- Der griechische Knoten (Georges Prévélakis, LI 98, Herbst 2012)
Zitat:
Die wechselnden griechischen Regierungen haben im Euro ein Mittel gefunden, sämtliche politischen oder Politiker-Probleme dadurch zu umgehen, daß schlicht und einfach Geld verteilt wird, und zwar unter den verschiedensten Vorwänden. Einem Land, das Kapitalmangel gewohnt war, einer Generation an der Macht, die noch über Reflexe aus der Zeit der „Unterentwicklung“ verfügte, mußte das leichte Schuldenmachen, das der Euro mit sich brachte, wie ein Geschenk des Himmels erscheinen. Statt die Schulden, welche die Regierungen seit 1981 angehäuft hatten, zurückzuzahlen, hat Griechenland zehn Jahre lang ein riesiges Konsumfest gefeiert.
Das Schicksal des modernen Griechenland (Kostas Alexos, LI 98, Herbst 2012)

Verstehst Du noch oder bist Du schon kriegsbereit?

Der Sozialpsychologe Klaus Ottomeyer über die Militarisierung und die Behandlung von Menschen, die vom Krieg traumatisiert wurden
Vom 5.-8. März fand an der Freien Universität Berlin der Kongress "Krieg um die Köpfe – der Diskurs der Verantwortungsübernahme" statt, an dem ca. 150 Menschen, großenteils Fachleute und Studierende aus Psychologie und Psychotherapie, teilnahmen (dazu siehe auch: Krieg um die Köpfe: Der Psychologe Klaus-Jürgen Bruder über die Mechanismen und die Kritik an der ideologischen Mobilmachung). Telepolis hat aus diesem Anlass mit dem Sozialpsychologen Klaus Ottomeyer über den Zusammenhang zwischen Militarisierung und Neoliberalismus sowie die Behandlung von traumatisierten Kriegsflüchtlingen gesprochen.

mehr:
- Die neoliberale Identitätskrise fördert die Kriegsbereitschaft (Dagmar Schediwy, Telepolis, 12.03.2015)
Zitat:
»Es gibt ökonomische und politische Interessen am Krieg und an der Aufrüstung. Der militärisch-industrielle Komplex sucht nach dem Kalten Krieg nach neuen Märkten.«
»Die neoliberale Identitätskrise hat zu einer extremen Normenrelativierung und moralischen Unsicherheit geführt, weil alles und jedes vermarktet wurde. Viele wollen zurück in eine überschaubare moralische Ordnung und sichere Identität. Da bieten sich neu errichtete nationale und religiöse "Großzelte", wie es der Psychoanalytiker Vamik Volkan nennt, für eine Einfach-Identität an. Mit narzisstischen Führergestalten in ihrer Mitte, eine Konstellation, die Sigmund Freud einmal als "Schiefheilung" bezeichnet hat.«

Donnerstag, 12. März 2015

Fukushima: Sichere Atomkraft und menschliches Versagen

Am 11. März 2011 kam es infolge eines Tsunamis in der Atomanlage nahe der japanischen Stadt Fukushima zu einer folgenschweren Unfallserie, die in einem nuklearen Super-GAU gipfelte. Das größte Rätsel ist bis heute, wie es zu einem Totalausfall der Stromversorgung und infolgedessen zu einer mangelhaften Kühlung der Reaktorkerne und Brennstäbe kommen konnte - mit der bekannten fatalen Kettenreaktion von der Kernschmelze bis zum Freisetzen erheblicher Mengen an Radioaktivität.

Die Dokumentation liefert anhand zahlreicher Simulationen wesentliche Erkenntnisse über diese Vorgänge. Ebenfalls ungeklärt war bisher, inwieweit sich die Arbeiter der Schäden an der Anlage bewusst waren, da sie mit einer völlig unbekannten Situation konfrontiert waren. Interviews mit den zum Zeitpunkt der Havarie diensthabenden Mitarbeitern ermöglichen es, die Ereignisse im Kontrollraum des Kernkraftwerks genau zu rekonstruieren. Anhand von 3D-Computergrafiken, nachgestellten Szenen und Exklusivinterviews versucht die Dokumentation nachzuweisen, dass die tatsächlichen Verhältnisse im Reaktorblock 1 viel gefährlicher waren, als es die Arbeiter in der Kontrollzentrale ahnen konnten.

Zudem wirft die Dokumentation ein Schlaglicht auf bisher selbst von Experten nicht erkannte Schwachstellen von Atomkraftwerken. Diese Erkenntnisse könnten zu einer Neubewertung der nuklearen Sicherheitspolitik führen.

mehr:
- FUKUSHIMA - CHRONIK EINES DESASTERS (Arte-Mediathek, noch bis 18. März zu sehen)
[Quelle: BUND]
Der Arte-Bericht informiert darüber, daß die Brennstäbe immer durch Wasser gekühlt werden müssen. Der dabei entstehende Wasserdampf wird im Kondensator (Bildmitte, rechts, oben rot, unten blau)wieder zu Wasser und zurück in den Druckbehälter geleitet. Am Beispiel amerikanischer Reaktoren demonstriert der Film, wie der Zufluß zum Kondensator bei Stromausfall automatisch geschlossen wird und die Zuflußklappen per Hand wieder geöffnet werden müssen. Anscheinend wußten die japanischen Techniker dies nicht und merkten erst sieben Stunden nach Stromausfall, daß der Kondensator nicht mehr regulär arbeitete.

Das Bild hängt schief - Erinnerungen an Loriot [3:14]

Hochgeladen am 26.08.2011
Mehr TV-Kult: http://www.youtube.com/playlist?list=...
Tags: Loriot Das Bild hängt schief Radio Bremen NDR Evelyn Hamann Wohnzimmer Einrichtung

US-amerikanische Propagandaforschung: Krieg um Köpfe und Macht

US-amerikanische Propagandaforschung
Nehmen wir einmal an, dass Leute vom Schlage eines Mike Ruppert oder eines Peter Dale Scott als Überbringer unbequemer Sichtweisen in den Massenmedien nicht zu Worte kommen, wer kommt denn dann zu Worte? Schlagen wir Crossing the Rubicon auf:

„Im Februar 2002 wurde enthüllt, dass die Bush-Administration unmittelbar nach den Anschlägen vom 11. September das Office of Strategic Influence (OSI) im Pentagon aktiviert hatte. Der Zweck des OSI … ist die Instrumentalisierung der großen Medien und der staatlich subventionierten Presseorganisationen, um die Menschen weltweit (und zuhause) über die Pläne und Aktivitäten der USA und die Motive und Überzeugungen ihrer Feinde zu belügen und in die Irre zu führen. Das Pentagon bezeichnete dieses Programm als ,Täuschung durch Information.’ Es gab etwas Protest von den Medien, denen es unangenehm war, in diesem Maße öffentlich bloßgestellt zu werden bei dem, was sie ohnehin schon taten. Aber die breite Öffentlichkeit reagierte mit aufrichtiger Empörung, bis Verteidigungsminister Rumsfeld am 26. Februar verkündete, er werde die Einheit auflösen. Aber die Täuschung endete hier noch nicht.

Am 18. November teilte Rumsfeld in einer Pressekonferenz mit, er habe den Namen OSI aufgegeben, aber er sorge nach wie vor dafür, dass die Aufgabe der ehemaligen Behörde erfüllt würde. Er sagte: ,Und dann gab es da das Office of Strategic Influence…Sie erinnern sich vielleicht daran. Und ,ach, du liebe Güte, ist das nicht schrecklich, Henny Penny, der Himmel fällt uns auf den Kopf.’ Am nächsten Tag ging ich hin und sagte: Gut, wenn Ihr darüber herfallen wollt, hier habt ihr den Kopf. Da habt Ihr den Namen. Den Namen könnt Ihr haben, aber ich werde tun, was ich tun muss, und das habe ich.’ Am 19. Dezember berichteten sowohl die New York Times, als auch der Salt Lake Tribune, die Aufgabe der Behörde werde weiterhin ausgeführt. Inzwischen hatte sich die Empörung gelegt.” (1)

Den in Crossing the Rubicon geschöpften Informationsgehalt aus dem Jahre 2004 gleichen wir ab mit einer Nachricht aus der International Herald Tribune vom 5. Februar 2009, Schlagzeile: AP Impact: Pentagon boosts spending on PR. Darin hieß es:

Während es zwei Kriege führt, erhöht das Pentagon stetig und dramatisch die Summen, die es ausgibt, um das zu gewinnen, was es als ,das menschliche Terrain’ der weltweiten öffentlichen Meinung bezeichnet. Dabei ruft es Bedenken hervor, indem es unter Verstoß gegen Bundesrecht in der Heimat Propaganda verbreitet.

Eine von Associated Press durchgeführte Untersuchung fand heraus, dass in den letzten fünf Jahren das Geld, das das Militär ausgibt, um im In- und Ausland Herzen und Köpfe zu gewinnen, in diesem Jahr Budgetplänen und Dokumenten des Verteidigungsministeriums zufolge um 63 Prozent auf mindestens 4,7 Milliarden Dollar angewachsen ist. Das ist fast genauso viel, wie es zwischen 2004 und 2006 für Schutzwesten der Streitkräfte im Irak und Afghanistan ausgegeben hat.“
(2)


siehe dazu auch:
- Bush verwandelte Pentagon in eine Propagandamaschine (AG Friedensforschung, aus Junge Welt, 09.02.2009) Sodann haben wie ein Beispiel dafür, wer statt Mike Ruppert und Peter Dale Scott in den Massen-Medien zu Worte kommt. Und da befinden wir uns dann mittendrin im Dilemma. Denn das allermeiste, das wir wissen, wissen wir aus den (Massen-)Medien. Ihnen entnehmen wir die Informationen, die unser Weltbild maßgeblich prägen. Sie bilden damit gleichsam, um ein altes Wort von Hans Magnus Enzensberger zu bemühen, eine ganze „Bewusstseinsindustrie“, die mit uns, den Rezipienten, allerhand „Schabernack“ anzustellen in der Lage ist. (3) So heißt es in einer Studie zur psychologischen Kriegsführung aus den 1950er Jahren, die den „Schabernack“ verbalisiert: „Wenn man jemanden sieben Jahre lang mit korrekten Informationen versorgt, wird er geneigt sein, am ersten Tag des achten Jahres die falsche Information zu glauben, wenn man der Ansicht ist, dass es notwendig ist, dass er das tut. Die erste Aufgabe ist es, die Glaubwürdigkeit und Authentizität seiner Propaganda aufzubauen und den Feind dazu zu überreden, einem zu vertrauen, obwohl man sein Feind ist.“ (4)

Christopher Simpson weist in seinem Buch The Science of Coercion: Communication Research and Psychological Warfare 1945-1960 darauf hin, dass der Begriff psychological warfare 1941 in den englischen Sprachgebrauch überging – als eine Übertragung des Nazi-Begriffs „Weltanschauungskrieg“, den Simpson definiert als „die angeblich wissenschaftliche Anwendung von Propaganda, Terror und staatlichem Druck als Mittel zur Sicherung eines ideologischen Siegs über seine Feinde“. (5) Der Wall Street-Anwalt William Donovan, der das neugeschaffene Office of Strategic Services (OSS) leitete, „betrachtete das Verständnis der psychologischen Nazi-Taktiken als eine wichtige Quelle für ,amerikanisierte‘ Versionen“ solcher Operationen in der Zukunft und schob viele Initiativen zur Erprobung dieses Feldes innerhalb der US-Regierung an. (6)

Die gleiche Stiftung, von der wir sahen, dass sie die War and Peace Studies (siehe: William Domhoff, The Council on Foreign Relations and the Grand Area: Case Studies on the Origins of the IMF and the Vietnam War) des Council on Foreign Relations finanzierte, die zwischen 1939 und 1945 stattfanden, tat sich zur selben Zeit auch bei der Erforschung der psychologischen Kriegsführung hervor: die 1913 gegründete Rockefeller Foundation. (siehe: Der Gaither-Bericht und die »Raketenlücke, in Kees van der Pijl, Vordenker der Weltpolitik, ss. 250 ff.; siehe auch: Zur Raketenlücke, PeterHall)

mehr:
- Zur Kunst der psychologischen Kriegsführung (LarsSchall, 11.03.2015, gefunden über einen Kommentar beim AltenMann)
Zitat:
[…] und die Menschen ergeben sich mit vollständiger Fügsamkeit in unsere formenden Hände. Die derzeitigen pädagogischen Gepflogenheiten verschwinden aus unseren Köpfen und ungehindert durch Tradition übertragen wir unseren eigenen guten Willen auf eine dankbare und empfängliche Landbevölkerung. Wir werden nicht versuchen, aus diesen Leuten oder einem ihrer Kinder Philosophen oder Gelehrte oder Männer der Wissenschaft zu machen. Wir müssen nicht Schriftsteller, Pädagogen, Dichter oder Literaten unter ihnen aufziehen. Wir werden nicht nach den Keimen für große Künstler, Maler, Musiker, noch nach Anwälten, Ärzten, Predigern, Politikern, Staatsmännern suchen, von denen wir reichlich haben.
Die Aufgabe, die wir uns gestellt haben, ist sowohl eine sehr einfache als auch eine sehr schöne, die Menschen, wie wir sie vorfinden, auszubilden für ein vollkommen ideales Leben, dort wo sie sind. So werden wir unsere Kinder anleiten und sie lehren in einer perfekten Art und Weise die Dinge zu tun, die ihre Väter und Mütter in einer unvollkommenen Weise tun, in ihrem Zuhause, in den Handwerksbetrieben und auf der Farm. 
(Frederick Taylor Gates, Occasional Letter No. 1, General Education Board, zitiert in Paolo Lionni, The Leipzig Connection: Sabotage of the US Educational System, veröffentlicht auf SNTP.Net unter: http://www.sntp.net/education/leipzig_connection_6.htm)


Umgang mit Regimekritikern in Aserbeidschan
Bisher unbemerkt von der Öffentlichkeit bietet die Schweiz dem aserbaidschanischen Journalisten und Menschenrechtsaktivisten Emin Huseynov Schutz in ihrer Botschaft in Baku. Dies zeigen Recherchen der «Rundschau». Der 35-Jährige fürchtet um sein Leben, weil er das Regime kritisiert hat.
mehr:
- Aserbaidschan: Schweiz beschützt Journalist in Botschaft (Serena Tinari und Georg Häsler Sansano, 11.02.2015, SRF)

Emin Huseynov spending his 35th birthday in hiding in Azerbaijan [1:32]

Veröffentlicht am 03.12.2014
Since August 2014, the human rights defender Emin Huseynov of Azerbaijan has been forced into hiding. He is spending his 35th birthday on 4 December in hiding. At the occasion of our birthday, we repeat our call upon Azerbaijani authorities to immediately and unconditionally drop all pending charges against him.

İlham Əliyevin çıxışları (compilation) [6:10]
Veröffentlicht am 23.12.2012

Umgang mit Regimekritikern in der Türkei
Die Türkei wird zu einem autoritären Staat, nun sollen Kritiker offenbar auch mit Beleidigungsklagen mundtot gemacht werden
In der Türkei wird es zunehmend ungemütlich nicht nur für Journalisten, sondern für alle Menschen, die Kritisches gegenüber der Regierung und vor allem gegenüber Präsident Recep Tayyip Erdoğan oder seinen Regierungschef Ahmet Davutoğlu im Internet äußern. Erdogan, der sich selbst einen prächtigen Palast bauen ließ, um seine Bedeutung zu unterstreichen, hat bereits die Unabhängigkeit der Justiz untergraben, Tausende von Polizisten, aber auch Richter und Staatsanwälte wurden entlassen oder versetzt, weil sie der Korruption auch in der Regierung nachgegangen sind. Mit einem Sicherheitsgesetz, das bald verabschiedet wird, wird die Versammlungsfreiheit geknebelt. Demonstrationen und Proteste wie 2013 soll es nicht mehr geben. Dem Geheimdienst wurden vor kurzem erhebliche erweiterte Befugnisse gegeben, seine Mitarbeiter müssen Strafverfolgung praktisch nicht mehr fürchten und neue Einschränkungen wurden für das Internet durchgesetzt, schon jetzt sind Zehntausende von Websites blockiert (Türkei: Bürgerrechte ade). Seit einiger Zeit mehren sich die Klagen gegen Menschen, die den Präsidenten oder seinen Regierungschef beleidigt haben sollen.

mehr:
- Der türkische Präsident sieht sich immer öfter beleidigt (Florian Rötzer, Telepolis, 12.03.2015)

Das Nachrichtengeschäft in Lettland
Lettische Medien in der Krise
Ein Journalist, der in Lettland eine vom Mainstream abweichende Meinung vertritt, muss Polizei und Justiz nicht fürchten. Die lettische Verfassung garantiert die Meinungs- und Pressefreiheit. Trotzdem liest und hört sich das in den elektronischen Medien, Zeitungen und Webportalen Dargebotene hierzulande ziemlich gleichförmig an. Investigatives konzentriert sich auf die Enthüllung von Korruptionsfällen. Über Alternativen zur Regierungspolitik, ihren Austeritätskurs und ihrer Nato-konformen Außenpolitik gibt es in den lettischsprachigen Leitmedien kaum Debatten. Zur wirtschaftsliberalen Kritik an der neuen griechischen Regierung oder der russlandskeptischen Berichterstattung sind abweichende Einschätzungen rar gesät.

mehr:
- Von extremistischen Griechen und aggressiven Russen (Udo Bongartz, Telepolis, 11.03.2015)

Ukraine im Griff des IWF
Die damit verbundenen Auflagen könnten für Unruhen sorgen
Der IWF hat gestern beschlossen, der Ukraine einen vierjährigen Kredit über 17,5 Milliarden zu gewähren und damit das Land vor der drohenden Staatspleite zu retten, bzw. diese hinauszuschieben. Es wäre kaum denkbar gewesen, dass der IWF zu einer anderen Entscheidung hätte kommen können, da der Westen uneingeschränkt hinter Kiew gegen die "russische Aggression" steht. Den Kredit nicht zu gewähren, hätte nicht nur bedeutet, dass die Ukraine bankrott geht, sondern auch, dass die militärische Aufrüstung zusammenbricht.
Allerdings kommt der Kredit nicht den ukrainischen Menschen zugute, erfüllt werden lediglich Schuldenpflichten. Das könnte demnächst ähnlich wie in Griechenland zu Protesten gegen die Regierung führen, weil die Bevölkerung unter den mit den Krediten verbundenen Sparmaßnahmen noch mehr leiden wird.

mehr:
- IWF bewilligt Milliardenkredit an die Ukraine (Florian Rötzer, Telepolis, 12.03.2015)


US-Geheimdienstbericht – Die Daseinsberechtigung
Der Nationale Geheimdienstdirektor Clapper warnt vor wachsender Instabilität, zunehmenden Cyberangriffen und mehr Konflikten weltweit, die von Moskau unterstützten Separatisten würden Mariupol angreifen
Die mit mindestens 80 Milliarden US-Dollar jährlich ausgestatteten US-Geheimdienste beeindrucken zwar mit ihren umfassenden Lauschprogrammen, mit denen möglichst alle Daten erfasst werden sollen, besonders hervorgetreten sind sie aber mit konkreten Warnungen oder zweckdienlichen Einschätzungen der politischen Lage, beispielsweise was den Ukraine-Konflikt oder den Islamischen Staat betrifft, nicht.

mehr:
- US-Geheimdienstbericht: Normalität der unvorhersehbaren Instabilität (Florian Rötzer, Telepolis, 01.03.2015)


TTIP und die Sicherheit im www
Mit fünf Prämissen fordert TeleTrusT von EU-Politikern ein stärkeres Beachten der hiesigen IT-Sicherheit bei TTIP. Vor allem die Bereiche des Datenschutzes und der Sicherheit durch Standards sorgen den Verband.

Eine Absenkung des hiesigen IT-Sicherheitsniveaus befürchtet der Bundesverband IT-Sicherheit (TeleTrusT) durch das transatlantische Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA (TTIP – Transatlantic Trade and Investment Partnership). Vor allem die Bereiche des Datenschutzes und der Sicherheit durch eine zunehmende Standardisierung sorgen den Verband. TeleTrust kritisiert außerdem, dass nationale Institutionen wie das BSI nicht direkt in die Verhandlungen involviert sind.

mehr:
- Bundesverband IT-Sicherheit TeleTrusT warnt vor TTIP (heise online, 09.03.2015)

Schöne fremde Welt - Ultraorthodoxe Aussteiger in Israel [4:29]

Hochgeladen am 17.05.2011
Zwischen Moderne und Mittelalter liegen in Israel oft nur wenige Meter. In Vierteln wie Mea Shearim in Jerusalem leben ultraorthodoxe Juden abgeschottet von der modernen Welt, die Religion bestimmt ihren Alltag.
Nur wenige, die in der streng-religiösen Gemeinschaft aufwachsen, wagen den Ausbruch und verlassen ihre Familien. Die Aussteiger müssen erst lernen, sich in der modernen Welt zurechtzufinden -- eine schwierige Herausforderung.
Geschichten aus Jerusalem und Tel Aviv
Julia Temmen, Monika Hippold und Sonja Peteranderl von der Deutschen Journalistenschule in München (DJS) sind im März 2011 nach Israel gereist, um die Geschichten junger Aussteiger mit der Kamera zu dokumentieren. Im dabei entstandenen Kurzfilm „Schöne neue Welt" erzählt Meny Speyer, 26, wie es war, in einer ultra-orthodoxen Familie aufzuwachsen und später ein ganz neues Leben zu entdecken.
Die Herbert Quandt-Stiftung hat das Projekt im Rahmen des Programms „Trialog der Kulturen" mit einem Reisekostenzuschuss ermöglicht.

Leviathan – Eine Geschichte um Macht

Der Wal und die Wahrheit: Hiob trifft "Michael Kohlhaas": Andrey Zvyagintsevs Film "Leviathan"
"Akhnaten" heißt die Oper von Phil Glass, die zu Anfang und zu Ende dieses Films aus allen Kino-Boxen dröhnt, zu deutsch "Echnaton". Benannt nach jenem altägyptischen Pharao, der gegen den etablierten ägyptischen Götterhimmel rebellierte, den Monotheismus einführen wollte - und damit scheiterte. Solche Referenzen, solche Bezüge zum Großen der Menschheitskultur und zugleich zu Geschichten vom Kampf der Menschen gegen die göttliche Ordnung, vom Widerstand gegen die Macht, gibt es viele in "Leviathan", dem großartigen, widersprüchlichen, anstrengenden, faszinierenden vierten Film des Russen Andrey Zvyagintsev, der hier selbst so eine zeitlose und doch ganz gegenwärtige Geschichte erzählt.

mehr:
- Putins Russland, Thomas Hobbes und der Kampf gegen das Establishment (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 12.03.2015)