Freitag, 26. Juni 2015

Unser liebstes Kind

Geburtenrate Deutschland ist weltweit auf den letzten Platz gerutscht. Jetzt geht die Mütterdebatte wieder los
Wir hatten Freunde zu Besuch am Wochenende, drei Paare, Mittdreißiger, ohne Kinder. Wir hockten im Wohnzimmer, in der Mitte auf dem Boden spielte unser Sohn, zusammen mit den Erwachsenen. Ich fühlte mich seltsam, ich gehörte jetzt zu den Müttern. Das war lange gar nicht abzusehen. Mein Freund fragte hinterher ein wenig nachdenklich: Wollen die anderen auch mal Kinder?

Auf dem Titel der Bild stand einen Tag später: „Warum wollen deutsche Frauen keine Babys? Zu emanzipiert? Zu feige? Oder sind die Männer schuld?“ Das überraschte mich. Denn ich hatte in der letzten Zeit häufig Geschichten gelesen, in denen Menschen, die „kinderlos und trotzdem glücklich“ waren, ausführlich von sich erzählten, in Stern, Brigitte oder im Fernsehen. Da wurde vorgerechnet, wie viel man einsparen kann ohne Kind. Oder wie frei man ist. Jetzt aber kam eine Studie heraus, nach der Deutschland bei den Geburtenraten weltweit auf den letzten Platz gerutscht ist. Hinter Japan!

Da muss nun wieder was „erforscht“ werden. Die Menschen in Deutschland wollen sich nicht festlegen, diagnostiziert der Göttinger Psychotherapeut und Angstforscher Borwin Bandelow, so lebe man im Jahr 2015. Die unsicheren Jobs, Partner, man will festen Boden, bevor ein Kind kommt. Nur wieso fällt es manchmal so schwer, das zu benennen? Warum sagt man nicht selbstbewusst: Ein Kind nicht um jeden Preis, nur mit einem Partner, im Moment ist aber eben einfach keiner da. Ich habe früher eine Weile gebraucht, bis ich das konnte, denn es tut ja auch ein bisschen weh.

Ein Kind ist zauberhaft! Für manche Frauen kann es aber selbst dann zur Last werden, wenn das Umfeld materiell und seelisch überhaupt nicht prekär ist.

Mitte April gab es Aufregung um die israelische Studie: Darf man bereuen, Mutter zu sein? Unter dem Hashtag #regrettingmotherhood redeten sie über die Last, die das Muttersein mit sich bringt, Frauen unterschiedlichen Alters und aus allen sozialen Schichten erzählten von dem Gefühl, durch die Kinder ihr Leben, ihre Identität verloren zu haben. Auf Twitter wurde intensiv debattiert – ein Tabu war gebrochen. Das war ehrlich. Weil es ambivalent war. Man würde sein Kind nicht hergeben, spürt aber ein Unbehagen in der Rolle als Mutter in der Gesellschaft. Man muss das sagen dürfen.

mehr:
- Unser liebstes Kind (der Freitag, 26.06.2015) beachte auch die Kommentare!
siehe dazu auch:
- Männer auf dem Rückzug (Post, 21.06.2015)
- Krise bei den jungen Männern (Post, 12.05.2015)
- Weniger Nachkommen? Europa stirbt doch nicht aus! (martin Kugler, Die Presse, 04.08.2012)
Quelle: Verfassungswidriges Unrecht gegen Familien beseitigen
(Medrum, Christliches Informationszentrum, 08.10.2009)
Geburtenziffern im europäischen Vergleich 1980 und 2002 (Kinder pro Frau)
Quelle: Geburtenziffern im europäischen Vergleich (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Gesundheit)

- Demografie: Überraschende Trendwende in der Geburtenstatistik (Dagny Lüdemann, ZEIT Online, 21.03.2013)  

Man kann sich jetzt natürlich über alles Mögliche die Köpfe heiß reden. Aber das Problem ist primär nicht da draußen, es existiert zuerst einmal in den Köpfen. Es geht um die ganz individuellen Vorstellungen, die sich Frauen oder Paare von einer festen Beziehung oder vom Kinderkriegen machen. 




Nehmen wir an, die Geburtenrate in Deutschland pro Frau (laut BmfFSFJ) betrug 1980 2,02 und 2002 1,37, würde dies unter Benutzung der Formel Folgendes bedeuten:
∑Vpos  sei die Summe der individuell gewichteten positiven Erwartungen, die eine Frau mit der Geburt eines Kindes verbindet, 
∑Vneg sei die Summe der indivduell gewichteten negativen Erwartungen, die eine Person mit der Kindgeburt verbindet.

Die Summe der positiven Erwartungen wog 1980 etwa doppelt so schwer wie die Summe der negativen Erwartungen, 2002 wogen diese nur noch 1,37 mal so viel wie die negative Erwartungssumme.
Ab diesem Punkt kann man jetzt diskutieren. Man kann drüber reden, daß die Menschen zunehmend verunsichert sind, daß die wirtschaftliche Situation die Phase des sich Etablierens verlängert. Daß die Menschen immer mehr Angst vor Fehlern bekommen. Und daß die Welt immer weniger abschlätzbar erscheint. Usw. usw.
Fakt ist, daß die Erwartungen schlechter werden.

Gebärstreik - Warum Frauen keine Kinder wollen [34:19]

Veröffentlicht am 12.10.2014
http://www.youtube.com/user/Zweckkind
www-youtube-com-user-Zweckkind
http://twitter.com/Zweckkind
twitter-com-Zweckkind

Gebärstreik - Warum Frauen keine Kinder wollen
3sat, Juli 2009, TV-Dokumentation, Österreich 2009,
Sendereihe "Kreuz & Quer"

In den vergangenen 30 Jahren ist die Geburtenrate in allen europäischen Ländern deutlich gesunken. Sie liegt aktuell unter jenem Wert, der als bestandserhaltend für eine Gesellschaft erachtet wird (2,1 Kinder pro Frau). Die Unterschiede sind enorm: In Österreich bringt die Durchschnittsfrau heute nur noch 1,3 Kinder zur Welt, auch in Deutschland, Italien und Spanien sind es ähnlich wenig, während Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland, Irland sowie Frankreich mit einer Fertilitätsrate zwischen 1,71 und 1,89 zu den Ländern mit relativ hohen Kinderzahlen in Europa gehören.
An Geldzuwendungen liegt es nicht: Familienbeihilfe und Kindergeld sind in Österreich vergleichsweise hoch. Forscher haben die Ursachen aber längst identifiziert: Es ist die auch von großen Teilen der katholischen Kirche getragene, konservativ-traditionelle Rollenaufteilungen eher fördernde Familienpolitik, die bei den Frauen zum Gebärstreik in einem Ausmaß führt, wie er für die Gesellschaft bereits bedrohlich wird. Der Grund: Wenn berufliche Weiterentwicklung und Kinder unvereinbar sind, entscheiden sich immer mehr Frauen für den Beruf.
Am Beispiel Dänemark wird gezeigt, wie der Trend zu sinkenden Kinderzahlen durch bessere Betreuungsangebote für Kleinkinder mit einer PädagogIn für je drei Kinder und einer Veränderung des Images von berufstätigen Müttern umgekehrt werden konnte. „Das hat mit Kinder abgeben nichts zu tun“, erzählt Elisabeth Sörensen, Mutter von zwei Kleinkindern: „Die Kinder erleben dort viel und werden mehr gefördert, als es Eltern je tun könnten“. Zum Vergleich: In Österreich sind 6,6 Prozent der 0-3 Jährigen in Betreuungseinrichtungen untergebracht, im dänischen „childcare service“ sind es 62 Prozent. Und während in Dänemark auf drei Kinder eine Pädagogin kommt, muss in Österreich eine Kindergärtnerin neun Kleinkinder betreuen.

Konservative Werte [3:23]

Veröffentlicht am 26.02.2014
Albrecht Humboldt hat Recht.

Das Kapitalismus-Versprechen

Das Glücks-Versprechen des Geldes & der globalen kapitalistischen Produktionsweise - Scobel [1:00:13]

Veröffentlicht am 30.01.2015
Über das Glücksversprechen der globalen kapitalistischen Produktionsweise - Scobel
"Wohlstand und Gerechtigkeit werden nur erreicht, wenn die Diktatur des Proletariats die Macht inne hat" Min. 2:50
"Der sozialdemokratische Philister ist neuerdings in heilsamen Schrecken geraten bei dem Wort: Diktatur des Proletariats.
Nun gut, ihr Herren, wollt ihr wissen, wie diese Diktatur aussieht?
Seht euch die Pariser Kommune an. Das war die Diktatur des Proletariats."
London, am 18.März 1891,
(dem zwanzigsten Jahrestag der Pariser Kommune)
Friedrich Engels
Selten ist ein Begriff so missverständlich gebraucht worden, wie der Begriff der "Diktatur des Proletariats"...
Dieser Begriff entstand in Abgrenzung zur (noch heute real existierenden) "Diktatur der Wirtschaft", denn auch heute noch
endet die demokratische Gesellschaft i.d.R. VOR den Toren der Fabriken & den Glas-Portalen der Banken...

Insofern ist die "Diktatur des Proletariats" ein anderer Begriff für eine Basis- bzw. Rätedemokratie, mit der die Macht des Kapitals
gebrochen werden sollte:
„Die Rätekonzeption, die Idee der Regierung des Volkes durch das Volk (Marx), wie sie sich seit der Pariser Kommune praktisch entwickelt hat und seit Marx´ Schrift:
„Der Bürgerkrieg in Frankreich“ theoretisch ausgearbeitet worden ist, schließt vor allem folgende Grundelemente ein:

1. Mobilisierung der Mehrheit zu aktiver Teilnahme an den politischen Entscheidungen, enge Verbindung zur Arbeit, Verwaltung und Politik bei schrittweiser Verkürzung des Arbeitstages

2. Ersetzung der alten Staatsmaschinerie und der Repräsentationsorgane durch gewählte, ihren Wählern verantwortliche und jederzeit abwählbare Vertrauensleute der Arbeiterräte, Stadtteilräte, Bauern- und Soldatenräte

3. lokale Selbstregierung, vollständige Selbstverwaltung der Gemeinwesen, d.h. des in „Communen konstituierten Volks“ (Marx: „Der Bürgerkrieg in Frankreich“) ohne Staatsaufsicht und staatliche Bevormundung.

4. Vereinigung der vollziehenden und gesetzgebenden Macht auf allen Ebenen, arbeitende statt parlamentarische Körperschaften

5. Wo immer das möglich ist, direkte Gesetzgebung durch das Volk (Volksentscheide)

6. Ersetzung der Armee durch Milizkräfte

7. Aufhebung der Bürokratie durch gewählte, verantwortliche, jederzeit abwählbare Beauftragte des Volkes; Wahl, Verantwortlichkeit und jederzeitige Abwählbarkeit auch der Polizeibeamten, der Lehrpersonen, der Richter und Offiziere; Zwangsfusionen der teuren „Staatswürdenträger“

8. Bezahlung aller im öffentlichen Dienst Beschäftigten nach Arbeiterlohn

9. gebundenes (imperatives) Mandat bei allen Delegierten in Vertretungsorganen

10. freie und gleiche Assoziation der Produzenten, freiwillige und bewußte Vereinigung der selbstverwalteten Betriebe, der Bauern, Handwerker und Händler zu Genossenschaften und Genossenschaftsverbänden, Weiterentwicklung verstaatlichten Eigentums zu gesellschaftlichem Eigentum an den Produktionsmitteln, Produktionsergebnis und Verteilung der Produkte

11. Verhinderung jeder Einflußnahme der Kirche auf den Staat, Religion als Privatsache dem Staat gegenüber; Befreiung und Erziehung, Ausbildung und Forschung aus den Klauen der Reaktionäre und Bürokraten und aus den kapitalistischen Verwertungszwängen

12. Umwandlung der „Regierung über Personen“ in eine „Verwaltung von Sachen und die Leitung von Produktionsprozessen“ (Engels: „Anti-Dühring“), Umwandlung der öffentlichen Funktionen aus politischen in „einfache administrative Funktionen“ (Engels: „Über die Autorität“).“
Quelle: 
Rolf Stolz: „Rätesozialismus und Staat“, Dinge der Zeit, Nr.53 (1988) S.56 ff 

zzz

Donnerstag, 25. Juni 2015

»Washingtons idiotisches Spiel«

Bulgarien: „Wir werden Washingtons idiotisches Spiel nicht mitspielen." [1:08]

Veröffentlicht am 16.05.2015
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Wolen Nikolow Siderow, Vorsitzender der nationalistischen bulgarischen Partei Ataka, wetterte am Freitag auf der Nationalversammlung in Sofia gegen die Sanktionen und ihre Auswirkungen und nannte sie das Produkt des geopolitischen Drucks seitens der USA. Außerdem zweifelte er Schätzungen des Wirtschaftsministers über finanzielle Verluste seit der Implementierung der Sanktionen an.

„Wir wissen nur, dass die Sanktionen, die die EU gegen Russland verhing und die darauf folgenden Gegen-Sanktionen von Russland große Schäden in den europäischen Ländern verursachen. Diese Sanktionen sind Folgen des geopolitischen Drucks, den die USA ausüben."
„Wie viel verlieren wir? Herr Ministerpräsident, sind Sie für ihre praktische Art bekannt?"
„Die heutigen Wörter des Wirtschaftsministers haben uns nicht offengelegt, wie viel wir verlieren. Auf einigen ausländischen Terminen beliefen sich die Schätzungen dieser Verluste auf mehrere Milliarden pro Jahr.“
„Können wir das beheben. Kann Bulgarien in Brüssel sagen, dass es so viel durch die Sanktionen verliert und diese nicht mehr respektieren wird? Sie können uns folgen, wenn Sie wollen, aber wir werden Washingtons idiotisches Spiel nicht mitspielen."


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zzz

US-Elitesoldaten frustriert von ukrainischer Armee

Im Westen der Ukraine beginnen 300 amerikanische Soldaten damit, die ukrainische Nationalgarde auszubilden. Kiew freut sich, Moskau warnt.
mehr:
- Ukraine: US-Ausbilder für Kiew (Süddeutsche Zeitung, 20.04.2015)
dazu auch:
- Ukraine: Symbole aus Amerika (Frank Nienhuysen, Süddeutsche Zeitung, 20.04.2015)

US-Elitesoldaten frustriert von ukrainischer Armee [3:15]

Veröffentlicht am 18.05.2015
Die ukrainische Armee bringt 300 US-amerikanische Militär-Ausbilder zum Verzweifeln

mein Kommentar:
Das erinnert mich an den 68er Spruch, den ich hier gern verballhorne:
»Stellt Euch vor es ist Krieg, und keiner hat Bock!«

Pew-Umfrage: Ansehen der USA in Deutschland gesunken

In Russland haben die Vereinigten Staaten am meisten an Zustimmung verloren
Nur während der Amtszeit von George W. Bush gab es in Deutschland weniger Zustimmung für die USA, weitaus weniger. Nach Beginn des Irak-Krieges sanken die Zustimmungswerte auf unter 40 Prozent, 2008 lagen sie bei knapp über 30 Prozent. Mit dem Hoffnungsträger Obama stiegen sie dann auf über 60 Prozent, drei Jahre lang. 2015 liegen die favorable ratings der USA in Deutschland bei 50 Prozent, berichtet das amerikanische Umfrageinstitut Pew.

Auffallend in der grafischen Darstellung der Umfragewerte ist jedoch der Balken bei Germany, der das Ausmaß der Nicht-Zustimmung darstellt. Mit 45 Prozent ragt er über diejenigen der anderen westlichen bzw. europäischen Länder, wo Befragungen durchgeführt wurden - Kanada, Italien, Polen, Frankreich, Großbritannien und Spanien - hinaus.

Bleibt der Blick außerhalb des grünen Bereichs bei den hellbraunen Balken, dann springt der russische Balken ins Auge: 81Prozent Ablehnung (außerdem fällt Jordanien auf, mit 83 Prozent, und Pakistan mit 62 Prozent "unfavorable ratings").

In den drei Anfangsjahren des Jahrzehnts gab es auch in Russland Werte von über 50 Prozent, manchmal sogar weit darüber. Das änderte sich schlagartig mit der Umfrage 2014. Da lagen sie bei 23 Prozent, 2015 sind sie auf 15 Prozent gesunken: ein historisches Tief in der Pew-Umfragechronik, selbst unter George W. Bushs Politik bekamen die USA deutlich höhere Zustimmungswerte aus Russland.

Ausschlaggebend ist die Ukraine-Krise, wie allein das Datum des Einbruchs der Zustimmung verrät. Die aggressive Feindbildrhetorik, mit dem russischen Präsidenten als Zielfigur, an der sich zwar die Natostaaten beteiligen, wo aber die USA als Impulsgeber wahrgenommen werden, hinterlässt deutliche Spuren.

mehr:
- Pew-Umfrage: Ansehen der USA in Deutschland gesunken (Thomas Pany, Telepolis, 25.06.2015)

mein Kommentar:
da tun mir Josef Joffé &Co. leid! Die werden in ihren transatlantischen ThinkTanks was zu hören bekommen…

Qualitätsjournalismus? Wohl eher die Lokalausgaben der NATO Pressestelle [7:02]

Veröffentlicht am 01.05.2014
Qualitätsjournalismus?

Max Uthoff und Claus von Wagner zeigten die Vernetzungen Deutscher „Spitzenjournalisten" zu diversen Verbänden und Gruppierungen, welche die Nato, das Militärs und die Rüstungsindustrie hofieren.

Wie treffend, nennt Uthoff doch diese Verbände und Think Tanks als „Transatlantische Swingerclubs" und DIE ZEIT, die FAZ.NET - Frankfurter Allgemeine Zeitung , die Süddeutsche Zeitung sowie DIE WELT (mit der Bild aus dem Hause des Springer Verlages) dann folgerichtig „die Lokalausgaben der NATO Pressestelle"

Fazit: Zeitungen abbestellen und auch keine mehr kaufen, den Fernseher aus dem Fenster schmeißen, sich von den Medienseiten entliken und ̶d̶̶i̶̶e̶̶ ̶̶w̶̶e̶̶l̶̶t̶, sorry, die Erde ist toll!

P.S. Das ganze Interview mit Gabriele Krone-Schmalz findet ihr hier: https://www.youtube.com/watch?v=83Zcm...


Ostukraine: Schweres Artilleriefeuer, kein Dialog

Trotz Minsker Abkommen leidet die Zivilbevölkerung unter kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Kiewer Regierung verweigert weiterhin direkte Gespräche mit Vertretern aus Donezk und Lugansk


Ungeachtet des Minsker Abkommens finden im Osten der Ukraine schwere Verstöße gegen die dort vereinbarte Waffenruhe statt. Am Dienstagnachmittag zählten OSCE-Mitarbeiter an einem Beobachtungspunkt beim Donezker Hauptbahnhof zwischen 12 Uhr 35 und 18 Uhr 139 Explosionen. Die Einschläge von Artillerie- und Granatenfeuer zielten auf der Peripherie der Stadt.

Die Artillerie-Beschießungen der Volksrepubliken halten schon seit einiger Zeit an. Die Bevölkerung ist besonders in den Randzonen der "Volkrepubliken" harten Belastungen ausgesetzt, berichtete Ulrich Heyden am Sonntag.

In der Umgebung von Lugansk wurde eine wichtige Wasserpumpstation zerstört, was zur Folge hatte, dass 30.000 Bewohner in der Peripherie der Stadt große Schwierigkeiten haben, an Trinkwasser zu kommen. Erwartet wird, dass auch Lugansk von der Wasserknappheit betroffen wird.

Aus dem Hauptquartier des Zentrums für Kontrolle und Zusammenarbeit (JCCC) im von Kiew kontrollierten Soledar, 75 Kilometer nordöstlich von Donezk, meldet die OSCE Einsichten in Logbücher der Russischen Föderation und Aufzeichnungen der Ukrainischen Armee, die aufgrund des Minsker Abkommens gemacht.

Beide notieren jeweils über 100 Verletzungen des Waffenstillstands. Dabei sollen beide Seiten den selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk (DNR und LNR) einen größeren Anteil der Verstöße zuschreiben. Von der OSCW wurden des weiteren Verstöße gegen das Minsker Protokoll bei der Stationierung schwerer Waffen beobachtet.

mehr:
- Ostukraine: Schweres Artilleriefeuer, kein Dialog (Thomas Pany, Telepolis, 26.06.2015)
mein Kommentar:
gottseidank wissen wir mit der Hilfe des Focus, wer für das Weiterkämpfen verantwortlich ist:
Berichte von Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) verdeutlichten, dass die Waffengewalt - darunter wieder vermehrt schwere Waffen - in großer Mehrzahl von den von Moskau unterstützten prorussischen Separatisten ausgehe. (Merkel und Hollande sprechen mit Putin über Waffengewalt in Ukraine, Focus Online, 23.06.2015)
mein Kommentar:
Jetzt haben Merkel und Hollande mit dem bösen Putin gesprochen, und jetzt brechen die von ihm unterstützten bösen Ostukrainer doch ständig die Waffenruhe. (Sanktionen, ick hör Dir trapsen…)
So dialogbereit hört sich Poroschenko in dem folgenden Video gar nicht an…

Poroshenko erklärt Kinder und Rentnern im Donbass den Krieg [3:36]

Veröffentlicht am 17.12.2014
Hier Zeigt Poroshenko auf gegen wenn sich der Krieg wirklich richetet! Es sind die Kinder und Rentner von Donbass kurz um Die Bevölkerung die man auf kurs Bombadiern will. Er richtet seine Drohung direkt an die Kinder und Rentner der Ost-Ukraine 

Ukraine. Waffenstillstand - die ukrainische Armee mordet weiter! [5:02]

Veröffentlicht am 08.10.2014
Auch während des Waffenstillstandes geht das Abschlachten der zivilen Bevölkerung im Osten der Ukraine durch ukrainische Armee und bewaffnete Neonazis-Bataillone weiter. 
Allein am 07.10 sind im Donezk 19 Zivilisten ums Leben gekommen!
Die Bundesregierung unterstützt die Mörder und die deutschen Medien schweigen darüber!
Ein Bericht des russischen TV vom 1 Oktober 2014. Deutsche Übersetzung der Kanal "Russische Wochenschau": http://youtu.be/JRDcqH_Ov1w?list=UUSF...

Trotz Waffenstillstand - Erneuter Beschuss von RT-Team durch ukrainische Armee [3:10]

Veröffentlicht am 17.02.2015
Am heutigen Dienstag hatte sich RT-Korrespondent Murad Gazdiev angesichts des Waffenstillstandes für eine Reportage auf den Weg zum Donezker Flughafen gemacht. Das RT-Team befand sich weit entfernt von Positionen der Anti-Regierungskräfte, als sie von ukrainischen Truppen gehaltenen Positionen mit Gewehr- und Mörserfeuer beschossen wurden.

Der Führer des RT-Teams hatte sie bereits vor Ankunft am Flughafen gewarnt, dass besonders Personen in den von der Presse genutzten blauen Helmen und kugelsicheren Westen von der ukrainischen Armee ins Visier genommen werden.

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Nach Kreuzverhör: USA gestehen Verletzung des Waffenstillstands durch ukrainische Armee ein [12:08]

Veröffentlicht am 29.05.2015
Nach langem Lavieren hat der Sprecher des US-Außenministeriums auf die Fragen der RT-Reporterin Gayane Chichakyan schließlich doch einräumen müssen, dass die ukrainische Armee mit Artillerieangriffen mehrmals das Waffenstillstandsabkommen zwischen Kiew und den ostukrainischen Selbstverteidigungskräften gebrochen habe.

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Steven Seagal about Obama, Putin, Russia and the United States [25:51]

Veröffentlicht am 16.02.2015
Lawman and vigilante, fighter and peacemaker. He has played many roles in his career, but few seem as likely as an ambassador between the US and Russia. From disarming a nuclear weapon to helping with the War on Terror, can an actor become a true action hero, succeeding where countless politicians have stumbled? Steven Seagal joins Oksana to thrash out these issues.

mein Kommentar:
auch, wenn Steven Seagal, in B-Filmen mitspielt und vielleicht nur zwei Gesichtsausdrücke draufhat, auch wenn er inzwischen deutlich beleibter ist als in seinen ersten Filmen: es ist gut, wenn’s Leute gibt, die zwischen den Kulturen hin un her wandern und die einen etwas differenzierteren Blick auf die Dinge haben!
Solchen Regierungssprechern wie im oberen Video mag man doch nicht zuhören…
hochstens, wenn man mitkriegt, wie sie ganz langsam und kontinuierlich die Eierquetsche angezogen bekommen! Und um den 7. Dan in Aikidō zu kriegen, muß man schon was draufhaben.


Naive Fragen zu Russland, Inszenierungen, BND, Klima & TTIP

Veröffentlicht am 10.06.2015
Werde ein Naivling ► http://bit.ly/1A3Gt6E
Bundesregierung für Desinteressierte ▼ BPK-Folge vom 10. Juni 2015

Zu EU-Sanktionen gegen Russland/US-Handel (0:10 - 2:10 min)
- beobachtet das AA, dass die USA einerseits EU-Sanktionen gegenüber Russland unterstützen, die US-Wirtschaft aber anderseits verstärkt Geschäfte mit den Russen macht? (0:18 min)

Inszenierung G7-Gipfel (2:10 - 4:37 min)
Naive Frage:
- war das Foto inszeniert? (3:37 min)

BND/NSA-Skandal (4:37 - 16:15 min)
Naive Fragen:
- Das Auswärtige Amt hatte eine völkerrechtliche Expertise erstellt, wo es u.a. auch um eine Untersuchungskommission vor 10 oder 12 Jahren in der USA auch geheime deutsche Unterlagen eingesehen hat ohne Zustimmung der deutschen Seite. Es wurde damals nur mitgeteilt. Welche Folgen hat dieser Fall für den aktuellen Fall? (6:45 min)
- Ich zitiere mal die Kanzlerin: „Alle Materialien aus dem Kanzleramt, und zum Teil ist das ja noch im Prozess, auch vom BND, werden diesem Untersuchungsausschuss zugeliefert, das ist für uns eine Selbstverständlichkeit“ - wenn diese Aussage gültig ist, müssen die Berichte über einen Ermittler, der die Selektorenliste begutachten soll, eine Ente sein, oder? (9:55 min)
- Sie betonen immer, dass das Tolle an deutschen Geheimdiensten ist, dass sie demokratisch kontrolliert werden. Gilt das noch? (13:38 min)
- die FIFA hat auch ihre eigenen Ermittler benannt. Was herausgekommen ist, wissen wir ja. warum will sich das Kanzleramt dennoch auch für diesen Weg entscheiden? (15:08 min)

Klimaziele durch G7-Gipfel (16:50 - 25:10 min)
Naive Fragen:
- wie unterscheidet sich die Einigung auf Klimaziele des aktuellen G7-Gipfels mit der von zB 2009 als sich ebenfalls auf die 2-Grad-Obergrenze verständigt wurde? (19:20 min)
- wie definieren Sie eigentlich Beschlüsse? ist das eine Wunschliste? (21:20 min)

TTIP (25:15 - 28:35 min)
- “USA ist wichtigster Handelspartner” - auf welche Statistiken beruft sich die Kanzlerin da? (25:15 min)
- hat sich die Kanzlerin mal mit den bisherigen TTIP-Verhandlungsergebnissen befasst? hat sie Einblick? (26:16 min)
- der Streitpunkt Schiedsgerichte hat zum Verschieben der Abstimmung im Europaparlament geführt. Welche Haltung hat die Kanzlerin zu Schiedsgerichten? (26:45 min)
- die Frage war: Wie steht die Kanzlerin zu Paralleljustiz? (28:20 min)

Vorratsdatenspeicherung (28:55 - 41:40 min)
Naive Fragen:
- Sie teilten mit: “Am 15. Mai wurde der Bundesdatenschutzbeauftragten der Referentenentwurf zugeschickt. Die Frist zur Stellungnahme lief bis zum 19. Mai.” Der 15. Mai war ein Freitag. Der 16./17. war Wochenende. D.h. sie hatte nur am 18. Mai Zeit zu prüfen und eine Stellungnahme zu machen, um es dann am 19. Mai rechtzeitig zurückzuschicken. Üblich sind bei Gesetzesvorhaben ein Zeitraum von vier Wochen, bei wichtigen Gesetzen sogar 8 Wochen. bei der VDS plötzlich nur ein Tag? (30:05 min)
- Bundesjustizminister Maas kann “keine Fälle nennen, die ohne Vorratsdatenspeicherung nicht aufgeklärt werden können” - kann das die Kanzlerin? (34:57 min)
- kann irgendein anderer auf der Regierungsbank einen Fall nennen? (36:05 min)
- können sie mittlerweile Gefahren nennen, die durch die Vorratsdatenspeicherung abgewehrt werden können? (40:00 min)

Zum neuen Luftabwehrsystem MEADS der Bundeswehr
- können Sie bitte erläutern, warum die Bundeswehr ein neues Luftverteidigungssystem braucht? (41:40 min)

Bitte unterstützt unsere Arbeit finanziell:
Tilo Jung
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Alle BPK-Videos in der Playlist: https://www.youtube.com/playlist?list...
Am Tiefpunkt: Die Laune des Bundesregierungssprechers [2:22]

Veröffentlicht am 12.06.2015
Der Generalbundesanwalt hat seine Ermittlungen zum US-Abhören des Handys der Kanzlerin eingestellt. Keine Beweise und so! Ob die Bundesregierung froh deswegen ist? Ob der GBA nun entlassen wird? Ob die Kanzlerin weiterhin abgehört wird? Steffen Seibert hatte diesbzgl. heute die schlechteste Laune seit langem…


mein Kommentar:
vielleicht sollte man hier mal Steven Seagal ranlassen…
 

Zeit-Umfrage: Sinkendes Vertrauen in die Medien

60 Prozent der Deutschen haben kein Vertrauen in die Medien
60 Prozent der Deutschen haben kein Vertrauen in die Medien. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die die Wochenzeitung Die Zeit in Auftrag gegeben hat. Demnach haben 53 Prozent der Befragten wenig Vertrauen in die Berichterstattung der Medien, 7 Prozent trauen diesen gar nicht.

Gegenüber dem Meinungsforschungsinstitut infratest dimap, das die Umfrage durchgeführt hat, gab etwa ein Viertel der Befragten an, "ihr Zutrauen in die Berichterstattung der Medien sei in den vergangenen Jahren gesunken", wie die Wochenzeitung berichtet. Vier von Zehn Deutschen sollen laut der Umfrage "sehr großes" oder "großes" Vertrauen im Hinblick auf die politische Berichterstattung der Medien in Deutschland haben.

Die Umfrage brachte weiter zutage, dass trotz des Misstrauens die Rezipienten noch immer die kritisierten Medien als Informationsquelle nutzen. Die politischen Informationen beziehen die Deutschen "nach wie vor hauptsächlich aus dem Fernsehen, und zwar mit weitem Abstand vor allem von ARD und ZDF". Den Fernsehanstalten folgten Printmedien, dann das Radio und zuletzt das Internet.

Infratest dimpa wollte von Befragten auch wissen, welche Kritikpunkte sie im Zusammenhang mit ihrem Medienmisstrauen anführen. Die Teilnehmer der Umfrage tadelten die Medien vor allem aufgrund einer Berichterstattung, in denen sie bewusste Fehlinformationen und Manipulationen (27 Prozent) erkannt haben wollen.

20 Prozent der Befragten sprechen von einer Einseitigkeit in der Berichterstattung, 15 Prozent gehen von mangelhaften handwerklichen Leistungen im Journalismus aus.

Die Umfrageergebnisse kommen nicht überraschend. Im Dezember des vergangenen Jahres fragte ebenfalls infratest dimap nach dem Vertrauen der Rezipienten in die Berichterstattung der Medien in Sachen Ukraine.

mehr:
- Zeit-Umfrage: Sinkendes Vertrauen in die Medien (Marcus Klöckner, Telepolis, 24.06.2015)

Mittwoch, 24. Juni 2015

Der Siegeszug des Front National

Nach dem spektakulären Erfolg der Front National bei der Europawahl steht Paris unter Schock. Es war abzusehen, was da kommt. Es ist das politische Versagen von drei aufeinanderfolgenden Präsidenten.
mehr:
- Wenn Frankreich seine Seele verkauft, verliert Europa (Sascha Lehnartz, Die Welt, 16.05.2014)
- Wahlerfolg des Front National – Französische Spezialität (Pascal Hugues, Tagesspiegel, 27.05.2014)
- Le Pen ante portas – Der Front National wird unterschätzt (Frank Doll, Gerald Cesar, Wirtschaftswoche, 03.04.2015)
- Frankreich – Erfolg für Front-National-Kandidatin (FAZ, 02.02.2015)
- Front-National-Erfolg – Denn sie wissen nicht, was sie tun (Robert Schmidt, ZEIT Online, 26.05.2015)
Ein Viertel der Franzosen hat sich für Le Pen entschieden. Viele haben dies aus Frust über die innenpolitischen Zustände getan – und aus Geschichtsvergessenheit.
- Front National – Marine Le Pens Erfolg bedroht ganz Europa (Süddeutsche Zeitung, 23.03.2015)

Dass man auf die Wahl des Wortes „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres stolz sein kann, begreife ich nicht.

zuerst der Artikel von Stephan Hebel:
„Lügenpresse“- das Unwort des Jahres (Stephan Hebel, NachDenkSeiten, 13.01.2015)
„Lügenpresse“ ist Unwort des Jahres 2014, und manche werden fragen: Warum Unwort? Stimmt es etwa nicht, dass wir im Fernsehen und in den Zeitungen Tag für Tag Un- oder Halbwahrheiten aufgetischt bekommen, nicht selten im Dienste mächtiger politischer und ökonomischer Interessen? Ich bin gemeinsam mit vier Sprachwissenschaftlern, Mitglied der unabhängigen Jury, die das Unwort jedes Jahr kürt. Und ich möchte hier erläutern, warum ich die Entscheidung für „Lügenpresse“ gerne mitgetragen habe. Und zwar gerade weil ich nicht alles, aber vieles teile, was hier immer wieder medienkritisch vorgetragen wird.
Dass man auf die Wahl des Wortes „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres stolz sein kann, begreife ich nicht.
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Vorbemerkung: 
Hier sind alle Mails wiedergegeben und hoffentlich keine übersehen. Sie sind nicht zensiert. Die Autoren sind mit Initialen benannt. Schreibfehler sind nicht korrigiert. Die einzelnen Mails sind durch durchgezogene Linien getrennt. Ich mache mir nicht alle Aussagen zu eigen, selbstverständlich nicht. A.M.:
mehr:
- Dass man auf die Wahl des Wortes „Lügenpresse“ zum Unwort des Jahres stolz sein kann, begreife ich nicht. (S. & G. Sch., NachDenkSeiten)
aus einer Mail: (Hervorhebung von mir)
Betreff: Unwort des Jahres 2014
Sehr geehrtes NDS-Team,
anlässlich Stephan Hebels Beitrag zum Unwort des Jahres 2014 bitte ich um eine Erwähnung des und, wenn möglich, eine Stellungnahme eines Jurymitglieds zum folgenden Sachverhalt:

 “Für das Jahr 2014 wurden 733 verschiedene Wörter eingeschickt. Die Jury erhielt insgesamt 1246 Einsendungen. Die häufigsten Einsendungen ( je über 10 Einsendungen), die den Kriterien der Jury entsprechen, waren Putin-Versteher / Russland-Versteher (zusammen 60- mal), PEGIDA / Patriotische Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes (44-mal), Social Freezing (29-mal), tierische Veredelung / Veredelungsindustrie/ Veredelungswirtschaft (in allen Varianten zusammen 25-mal) und Gutmensch / Gutmenschentum (zusammen15-mal).” Bei weitergehender Recherche erfährt man, dass “Lügenpresse” lediglich 7 Einsendungen erhielt.
Es wäre schön zu erfahren, warum sich die Jury gegen das mit Abstand am häufigsten vorgeschlagene Wort entschied, das zudem enorme mediale Aufmerksamkeit erfuhr und zum (versuchten) Diskredit gesamter Bevölkerungs- bzw Gesinnungsgruppen benutzt wurde.
Mfg M. L.
- Begriffsklärung zum Unwort des Jahres (Christian Buggisch, der Freitag, 13.01.2015, Hervorhebung von mir)
„Lügenpresse“ Wer sich aus dem Sprachfundus des Dritten Reichs bedient, braucht sich über den Widerspruch der Anständigen und Geschichtsbewussten nicht zu wundern

Sprachwissenschaftler haben "Lügenpresse" zum Unwort des Jahres gewählt, ein Begriff der von Pegida-Anhängern immer wieder verwendet wird. Was hat es damit auf sich? „Lügenpresse“ meint in diesem Zusammenhang: Die deutschen Medien sind tendenziös, linksliberal und verharmlosend. Pegida hat diesen Begriff nicht erfunden, seine Wurzeln liegen im 19. Jahrhundert, Hochkonjunktur hatte er in der Zeit völkischer und nationalsozialistischer Ideologisierung der Sprache und Rhetorik. Deren zentrale Merkmale sind die argumentationsfreie, apodiktische Behauptung, das Verkünden von Wahrheiten und die Umdeutung von Begriffen zu Kampfbegriffen, die ständig wiederholt werden. […]


Schon 1947 stellte der Romanist Victor Klemperer über die Lingua Tertii Imperii fest: „Der Nazismus glitt in Fleisch und Blut der Menge über durch die Einzelworte, die Redewendungen, die Satzformen, die er ihr in millionenfachen Wiederholungen aufzwang, und die mechanisch und unbewusst übernommen wurden.“ Die wenigsten Worte sind Schöpfungen des Dritten Reichs. Aber ihre Praxis „ändert Wortwerte und Worthäufigkeiten, sie macht zum Allgemeingut, was früher einem Einzelnen oder einer winzigen Gruppe gehörte, sie beschlagnahmt für die Partei, was früher Allgemeingut war, und in alledem durchtränkt sie Worte und Wortgruppen und Satzformen mit ihrem Gift“.

So geschehen auch mit dem Begriff der „Lügenpresse“. Schon von 1914 datiert das Buch Der Lügenfeldzug unserer Feinde: Die Lügenpresse mit einer „Gegenüberstellung deutscher, englischer, französischer und russischer Nachrichten“. 1916 legte der Autor einen zweiten Band vor: Die Lügenpresse: Der Lügenfeldzug unserer Feinde: Noch eine Gegenüberstellung deutscher und feindlicher Nachrichten.

Später verwendet vor allem Joseph Goebbels den Begriff in seinen Reden und Schriften: „Ungehemmter denn je führt die rote Lügenpresse ihren Verleumdungsfeldzug durch …“ Richtet sich die Propaganda hier gegen den Gegner links im Parteienspektrum, wird andernorts gern die „jüdisch marxistische Lügenpresse“ attackiert. Und auch Adolf Hitler distanzierte sich schon 1922 von der Monarchie mit dem Hinweis: „Für die Marxisten gelten wir dank ihrer Lügenpresse als reaktionäre Monarchisten“. Weitere Belege findet man etwa bei Alfred Rosenberg, dem Chef-Ideologen der NSDAP.


aus einem Kommentar zum Freitag-ARtikel (W. Biermann, 13.01.2015):
Der Begriff ist problematisch, sicher. Die Anständigen und Geschichtsbewussten haben Recht im Wortsinn.

Was ist mit unseren Medien los? Mit denen, die vielleicht nicht direkt lügen, sondern Teile der Information verschweigen? Mit denen, welche uns aus falsch verstandener Fürsorge vorgekaute Nachrichten servieren und anschließend noch erklären wollen, wie es (nur!) zu verstehen ist?

Gerade weil wieder Halbwahrheiten verkauft werden sollen, ist das Unwort vielleicht besser als "Wort des Jahres" zu ehren! Ihr Journalisten sollt uns umfassend informieren, wir sind keine Kinder, denen an sagt, was sie glauben sollen.

Obwohl ich Klemperer gelesen habe, bin ich entsetzt, wer sich heute als "Anständig und Geschichtsbewusst" verkaufen will.

Ihr seid nicht Charlie Hebdo, Ihr seid Teil der Anderen!

- Hiob & Morlockk Dilemma [Interview] (Wenzel Burmeier, 30.04.2015)
Zitat:
Ihr habt also auch keine Idee, was denn nun danach kommt, falls alles untergeht?
Morlockk: Aber wie soll es denn untergehen? Das muss man sich ja erstmal vorstellen! Da gibt’s wahrscheinlich tausende Theorien drüber. Also ich glaube nicht, dass ein Komet kommt und das Ganze hier beendet. Und ich kann mir auch den wirtschaftlichen Crash ganz schwer vorstellen.

Hiob: Wir bauen auf, wir reißen ein, wir bauen auf, wir reißen ein …

Morlockk: Genau. Anstelle eines Crashes ist das ein ganz langwieriger Prozess, den man Schritt für Schritt so gar nicht mitbekommt, sondern erst im Rückblick. Irgendwann stellt man dann verwundert fest: »Huch, warum lebe ich in der Sklaverei?!« Welche gesellschaftliche Veränderung ich mir tatsächlich wünschen würde, wäre, dass dieses ganze System einem Allgemeinwohl dient. So war es vielleicht auch ursprünglich mal gedacht.

Hiob: Du meinst eine Soziale Marktwirtschaft.

Morlockk: Genau, die existiert einfach nicht. Es interessiert nicht, ob mit dem Geld in eine Zukunft investiert wird. Es geht nur darum, dass eine Minderheit von Leuten, die irgendwo Aktienpapiere hat, befriedigt werden muss. Profit, ständiges Wachstum, darum geht’s. Und an den Schrauben könnte man ja drehen, sage ich jetzt mal so ganz laienhaft. Ich bin da aber auch kein Experte.

mein Kommentar:
Das Wort »Lügenpresse« wurde zum Unwort des Jahre gewählt, weil es in der Zeit des Nationalsozialismus verwendet wurde. Nach der Logik des Freitag-Artikels sollten anständige und geschichtsbewußte Menschen dieses Wort aus eben diesem Grund nicht verwenden.
Es ist für die geistige Atmosphäre in unserem Land bezeichnend, daß der am häufigsten vorgeschlagene Begriff »Putin-Versteher« (o.a. »Rußland-Versteher, zusammen 60 mal vorgeschlagen) nicht zum Unwort des Jahres, der aber nur 7 mal vorgeschlagene Begriff »Lügenpresse« hingegen gewählt wird. Da scheint mir das polit-pädagogische Sendungsbewußtsein stärker zu sein als die Sachlichkeit.
Ich erlaube mir – entsprechend dem Ductus des »Freitag«-Artikels folgende logische Verkürzung: Wir erlauben uns, die aus der Anzahl der Vorschläge sprechende Mehrheitsmeinung zu ignorieren, weil wir die Abbildung der Mehrheitsmeinung nicht so wichtig finden wie das Verhindern aufkommender nationalsozialistischer Tendenzen in der Bevölkerung.
Ich habe wiederholt davor gewarnt, und tue es wieder: 
Wir werden für das Verhindern einer offenen Diskussion zu bezahlen haben. Da kommt Druck auf einen Kessel, der irgendwann platzen wird…


Siehe auch:
- Fünfte versus Vierte Gewalt: Journalismus unter Beschuss (Post, 02.04.2016)
- Endlich wird über die Medienberichterstattung geredet – Aber wie? (Post, 21.01.2016)
- Die Glaubwürdigkeit der Medien (Post, 19.01.2016)
- »Unwort des Jahres« – Die Lufthoheit über meinem Gehirn (Post, 14.01.2016)
- Leitmedienberichterstattung – alaaaf! Warum werden wir ständig wie kleine Kinder behandelt? (Post, 09.01.2016)
- Unwort des Jahres: Lügenpresse (Post, 24.01.2015)


West-Propaganda als Ichidealersetzung am Beispiel der Bundeswehr

Im Laufe der Untersuchung, die jetzt zu einem vorläufigen Abschluß gekommen ist, haben sich uns verschiedene Nebenwege eröffnet, die wir zuerst vermieden haben, auf denen uns aber manche nahe Einsicht winkte. Einiges von dem so Zurückgestellten wollen wir nun nachholen.
A) Die Unterscheidung von Ichidentifizierung und Ichidealersetzung durch das Objekt findet eine interessante Erläuterung an den zwei großen künstlichen Massen, die wir eingangs studiert haben, dem Heer und der christlichen Kirche. Es ist evident, daß der Soldat seinen Vorgesetzten, also eigentlich den Armeeführer, zum Ideal nimmt, während er sich mit seinesgleichen identifiziert und aus dieser Ichgemeinsamkeit die Verpflichtungen der Kameradschaft zur gegenseitigen Hilfeleistung und Güterteilung ableitet.
mehr:
- Nachträge (aus Sigmund Freud, Massenpsychologie und Ich-Analyse, 1921; Hervorhebung von mir)
siehe dazu:
- Putins militärischer Erlebnispark: Panzer-Show für junge Patrioten (Pavel Lokshin, SPIEGEL Online, 21.06.2015)
- Premiere in ganz Deutschland: Tag der Bundeswehr am 13. Juni (Bundeswehr, 08.06.2015)
- Den SPIEGEL vorhalten: Die wunderbar einfältige Doppelmoral des Pavel Lokshin (Propagandaschau)

Tag der Bundeswehr in Fritzlar [2:44]

Veröffentlicht am 14.06.2015
Fritzlar, 13. Juni 2015. Volksfestatmosphäre herrschte am Samstag in der Fritzlarer Georg-Friedrich-Kaserne. Knapp 60.000 Menschen besuchten den Tag der Bundeswehr.

zzz

Dienstag, 23. Juni 2015

Die Taktik des Westens: kontinuierliche Propaganda und kontinuierlicher militärischer und wirtschaftlicher Druck

STRATFOR Chef legt die Außenpolitik der USA offen: Ukraine, Russland, Deutschland, Nahost {12:52; Start bei 3:18}

LT-News.com
Am 26.08.2015 veröffentlicht 
Ziel: Allianz zwischen Russland und Deutschland verhindern

Die USA werden erstmals schweres Militärgerät in die Nato-Staaten Mittel- und Osteuropas verlegen. Die USA wollten «vorübergehend» Ausrüstung für eine Kampfbrigade stationieren, also für mehrere tausend Soldaten, sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter heute in der estnischen Hauptstadt Tallinn bei einer Pressekonferenz mit seinen Kollegen aus den drei Baltenstaaten. Zu dem Gerät zählten unter anderem Panzer und Artillerie.

«Estland, Lettland, Litauen, Bulgarien, Rumänien und Polen haben zugestimmt, Elemente dieser Ausrüstung in Bataillon-Stärke aufzunehmen, das in der Region an verschiedenen Standorten für Ausbildung und Übungen genutzt werden soll», sagte der Pentagonchef.

mehr:
- USA stationieren erstmals schwere Waffen in Osteuropa (TagesAnzeiger.ch, 23.06.2015) 

- Donezker Volksratschef: OSZE-Berichte zu Ukraine bleiben ohne Wirkung (SputnikNews, 21.06.2015) aus zwei Kommentaren:
Die Journaille berichtet von einem Angriff der Separatisten und bei der osce.org kann man nachlesen, dass der Angriff von der ukrainischen Seite geschah. Sind unsere Jouranlisten nur zu blöd zu lesen, können die kein Englisch oder lügen die bewusst?

Und wenn 10000 Beobachter der OSZE in der Ukraine währen, es würde nichts an der einseitigen Berichterstattung ändern!
- ARD erfindet OSZE-Bericht über russische Truppen (Hinter der Fichte, 12.11.2014; Zitat:)
Putin muss sich langsam Sorgen machen. Hat er überhaupt noch Truppen in Russland? Wenn es nach Tagesschau und den anderen NATO-affinen Medien geht, sind die alle inzwischen in die Ukraine marschiert.  Allmählich kann einem der Kragen platzen. Keine Sau, geschweige denn vernunftbegabter Mensch, kann den Unfug von russischen Truppen in der Ukraine mehr hören. Seit Monaten nur dieser Mist und nicht ein Beweis, woher auch? U-Boote, Flieger, Konvois, alles fliegende Holländer… Heute nun lügen die Konzern- und Staatsmedien uns so rotzfrech ins Gesicht, dass man es klarstellen muss.
- Ein schlechtes Zeichen? Ukraine-Beauftragte der OSZE hat genug (SputnikNews, 08.06.2015)
- Zensur bei BBC: Krim-Passage aus Janukowitsch-Interview ausgeschnitten (SputnikNews, 23.06.2015)
Die britische TV-Anstalt BBC hat die Stelle aus ihrem Interview mit dem gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch gekürzt gesendet, in dem er sich zum Problem der Krim äußert. Ausgeschnitten wurde die Passage, in der er darauf hinweist, dass für einen Austritt der Halbinsel aus der Ukraine 90 Prozent der Einwohner gestimmt hatten.
- Russlands nukleare AufrüstungNato-Fotos beweisen: Putins Atombomber fliegen offenbar bewaffnet über Europa (Focus Online, 22.04.2015; Zitat:)
Russische Kampfjets fliegen für ihre Übungen immer wieder durch internationalen Luftraum in Europa. Nicht selten treffen sie dabei auf Abfangjäger der Nato. Deren Fotos sollen zeigen: Die russischen Bomber sind bewaffnet – auch mit Atomsprengköpfen.
zur antirussischen Propaganda siehe:
- Den SPIEGEL vorhalten: Die wunderbar einfältige Doppelmoral des Pavel Lokshin (Die Propagandaschau, 21.06.2015)
- Wer schürt einen neuen Kalten Krieg zwischen Russland und dem Westen? (Der Unbequeme, 22.06.2015)
Abstimmung der Blog-Besucher beim Unbequemen
Mein Kommentar:
Gegen die Flut an Falschmeldungen und Verdrehungen westlicher Medien ist kaum anzukommen…
1. Die Focus-Meldung oben, nach der die OSZE gemeldet hätten, die Waffengewalt gehe »in großer Mehrzahl von den vonMoskau unterstützen prorussischen Separatisten aus«, kann ich auch bei aufmerksamer Durchsicht der OSZE-Seite nicht nachvollziehen. Ich habe nirgendwo eine derartige Meldung finden können. Beachte: ein solcher Satz ist in wenigen Sekunden hingeschrieben, dessen Widerlegung dauert sehr viel länger!
2. Die Focus-Meldung über die Arombomber Putins gehört in die Schublade von unzähligen Meldungen in unseren Medien über angebliche Luftraumverletzungen durch russische Flugzeuge, deren waghalsige Flugmanöver oder das Auftauchen von seltsamen U-Booten in skandinavischen Gewässern.
siehe dazu: Publizist Volker Bräutigam erhebt beim Rundfunkrat Beschwerde, Post vom 06.11.2014
Lassen wir dazu Putin selbst zu Wort kommen (zu den Bomber-Flügen siehe nächstes Video »Der Westen führt einen Vernichtungskrieg gegen Russland« ab 3:25)

Wladimir Putin Der Westen führt einen Vernichtungskrieg gegen Russland [15:51]

Veröffentlicht am 27.01.2015

Wladimir Putin über westliche NATO Medien Lügen, Lügen, Lügen! [2:44]

Veröffentlicht am 15.09.2014

Gabriele Krone Schmalz über NATO in Zivil in der Ukraine, Russland und Medienpropaganda1 [13:24]

Veröffentlicht am 13.09.2014

Zitat Gabriele Krone-Schmalz:
»Das macht mir insofern Sorge: Wenn Menschen nicht mehr glauben, was in den Medien informiert wird, wenn Menschen auch Politikern nicht mehr glauben, dann fliegt uns unser wunderschönes System Demokratie früher oder später um die Ohren.« (Video ab 8:00)
»Es wäre ein Leichtes gewesen – Mitte-Ende vergangenen Jahres –, als es um das EU-Assoziierungsabkommen ging, ich sag’ mal platt, Brüssel, Kiew und Moskau an einen Tisch zu setzen, und das haben ja auch einige gewollt, aber einige eben nicht. Und deshalb sind wir heute da, wo wir eben sind. Das wäre mit Sicherheit vermeidbar gewesen.« (Video ab 11:00)
mein Kommentar:
Es wäre vieles vermeidbar gewesen, aber anscheinend hat es zu wenig Leute gegeben, die es vermeiden wollten bzw. die Mehrheit was nicht daran interessiert, etwas zu vermeiden!

Und noch etwas: Die Beteuerungen von Politikern, man habe etwas nicht kommen sehen oder man habe sich etwas nicht vorstellen können (in diesem Fall: den Konflikt mit Russland), bringen mich inzwischen zum Kotzen!

siehe dazu:
- Die Ukraine-Krise für den Durchschnitts-Bürger: Unsere offiziellen Russland-Versteher konnten sie angeblich nicht kommen sehen! (Post, 04.07.2014)
siehe dazu auch:
- Die Ukraine und die russische Sprache, Versuch eines zeitlichen Überblicks (Post, 08.02.2019)