Donnerstag, 24. Dezember 2015

Deutschland im Rechtskurs

Nach einer Umfrage geht die Hälfte der Deutschen davon aus, dass sich die Gesellschaft nach rechts entwickelt hat
Wenn nach einer YouGov-Umfrage, für die mehr als 2000 Deutsche befragt wurden, 49 Prozent der Meinung sind, dass sich die deutsche Gesellschaft nach rechts verschoben hat, ist dies eigentlich kaum verwunderlich. Schon lange wird vom zunehmenden "Extremismus der Mitte" gesprochen, die autoritären Tendenzen nahmen auch zu, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus konnten schon lange vor vor dem neuen Flüchtlingsstrom unter der Ablehnung der Muslime an Stärke gewinnen, zuletzt machten Pegida, AfD und rechte Bewegungen die Entwicklung unübersehbar (Umfrage: 29 Prozent der Deutschen sympathisieren mit der Pegida-Bewegung).

Eher ist da erstaunlich, dass 26 Prozent glauben, dass sich in den letzten 5 Jahren politisch nichts verändert hat. 10 Prozent erklären, die politische Einstellung habe sich nach links verschoben. Das dürften allerdings eher diejenigen sein, denen die schwarz-rote Regierung als links erscheint und die man eher im rechten Spektrum verorten kann. Interessant wäre gewesen, ob diejenigen, die im rechten Spektrum angesiedelt sind, auch eine Veränderung nach rechts sehen, was hieße, dass sie sich selbst als Rechte verstünden.

YouGov hat auch Briten und Franzosen gefragt, wie sie die Entwicklung in Deutschland sehen, zumal Deutschland zunehmend als das Land gesehen wird, das die übrigen europäischen Ländern dominiert und wie im Fall von Griechenland oder den Flüchtlingen die Richtung vorgeben will (Merkel allein im europäischen Haus). In Frankreich, wo man eine starke Rechte mit dem Front National schon lange gewöhnt ist, sehen nur 31 Prozent einen Rechtsruck in Deutschland, 14 Prozent dagegen einen Gang nach links. Bei den Briten, wo die Ukip auch die Konservativen nach rechts treibt und die Labour-Partei in einer Krise steckt, glauben dies gar nur 17 Prozent, während 15 Prozent in Deutschland eine Linkstendenz ausmachen.

mehr:
- Deutschland im Rechtskurs (Florian Rötzer, Telepolis, 22.12.2015)

Dienstag, 22. Dezember 2015

Befreiung von der iCloud-Abhängigkeit

Es soll ja noch andere geben, die – die psychischen Störungen sind vielfältig – in ihrem Verfolgungswahn davon überzeugt sind, daß die Cloud irgendwann gehackt werden wird und die es völlig pervers finden, sich durch die Hintertür dazu zwingen zu lassen, sich irgendeinem nebulösen (»Cloud«) Server irgendwo auf der Welt anzuvertrauen (auf deutsch: NSA).

Medium Terzett - Ein Loch ist im Eimer [4:58]

Hochgeladen am 11.10.2011
Goldene Hitparade der Volksmusik 1993
x
Für diese Sonderlinge, die immer noch nicht so richtig an unsere ständig öffentlich propagierten Werten glauben mögen (oder, von einem andren Standpunkt aus gesehen, immer noch an sie glauben): ein Link, wie man sich aus der mit dem Update auf Mac OS X 10.9 (Mavericks) verpaßten Zwangjacke der Synchronisation seines Peripherie-Geräts mit dem Dekstop-Computer befreien kann. Ein bißchen frickelig, aber gangbar:
- iOS-Tipp: Kontakte und Kalender mit iTunes wieder lokal synchronisieren (Ben Schwan, Mac & i, 16.05.2014)
x

Sonntag, 20. Dezember 2015

Ein transatlantischer Rehabilitationsversuch von George W. Bush

Die arabischen Diktaturen und der islamische Fundamentalismus sind nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren miteinander verbunden. Das wusste schon der viel gescholtene Altpräsident der USA. 

Was hat man dem Mann nicht alles nachgesagt! Er sei ein Simpel, hieß es, ein ungebildeter Dummkopf. Ein Lügner und Kriegsverbrecher. Ein Frömmler, der sein Land in eine christliche Diktatur verwandeln wolle. Ein Faschist, ja eigentlich und bei Lichte betrachtet: ein Wiedergänger Hitlers im Kostüm von Uncle Sam.

Als er sich nach zwei Amtszeiten ins Privatleben zurückzog, mochte niemand mehr mit ihm in der Öffentlichkeit gesehen werden: die Demokraten sowieso nicht – doch auch seine republikanischen Parteifreunde wahrten Distanz; seine Politik galt in jeder Hinsicht als gescheitert. Nun aber, bevor dieser langsame Weltkrieg in seine nächste Phase tritt, könnte der Zeitpunkt gekommen sein, um einen Moment lang innezuhalten und sich daran zu erinnern, dass der Vielgeschmähte in manchen Punkten ganz einfach recht hatte.

Erstens und am wichtigsten: George W. Bush hat sehr klar gesehen, dass die arabischen Diktaturen und der islamische Fundamentalismus nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren miteinander verbunden sind. Bei oberflächlicher Betrachtung spricht alles gegen diese Einsicht, weil die Gewaltherrscher auf der arabischen Halbinsel – von Saddam Hussein über Hafiz al-Assad bis zu Hosni Mubarak – in der Vergangenheit stets betont haben, wie aufgeklärt, modern und säkular sie doch seien; dass sie die religiösen Minderheiten in ihren Staaten beschützen würden; dass die einzige Alternative zu ihrer Gewaltherrschaft die Machtübernahme durch die Fundamentalisten sei.

Und es ist wahr, dass sie die islamistischen Gruppen oft blutig unterdrückt haben und dass es den Christen unter der Diktatur relativ gut ging. Aber die Herrscher haben eben nicht nur die Fundamentalisten, sondern überhaupt jede Möglichkeit einer politischen Debatte in ihren Ländern unterdrückt.

Sie haben die traditionellen Gemeinschaften zerstört und nichts an ihre Stelle gesetzt als totalitäre Ideologie. Und wenn es eng für sie wurde, also ihre Legitimation infrage stand, haben die arabischen Diktatoren – und zwar alle – zuverlässig auf Versatzstücke der fundamentalistischen Ideologie zurückgegriffen. Was hätten sie denn auch anderes tun sollen? Der arabische Nationalismus erwies sich zunehmend als hohl. Die Untertanen der Diktatoren hatten keine Freiheit außer jener, noch verrückter, noch antisemitischer, noch antiwestlicher zu sein als ihr jeweiliges Regime.

mehr:
- Naher Osten: Warum Bush jr. mit seinem Irak-Feldzug richtig lag (Hannes Stein, die Welt, 20.12.2015)

statt eines Kommentars zwei Videos und ein Zitat:

"Hubris" (Full Film) Iraq War Documentary - Rachel Maddow (02-18-2013) [44:10]

Veröffentlicht am 18.02.2013
I do not own this, all rights reserved to NBC Universal. Also, Rachel always asks for people to put her show on YouTube, so I believe I have permission to post this.

This is going to likely be a rather controversial documentary about the War in Iraq, and what is described as the false pretenses that caused our nation to enter our most unpopular war since Vietnam. I am posting this with no intention of insulting members of the military, in fact it's the exact opposite. After watching films like this and Academy Award nominee "No End in Sight" I can't help but be discouraged by the lack of leadership in a time of national and global crisis.

Folgendes Interview von Amy Goodman (»Democracy Now«) mit Ex-General Wesley Clark fand am 02.03.2007 statt:
Kriege gegen den Irak, Iran, Syrien und Libyen seit langem geplant {2:30}
Infokanal
Am 20.03.2011 veröffentlicht 
In einem Interview mit Amy Goodman von "democracy now" spricht Vier-Sterne-General Wesley Clark sich darüber aus, was wir von den Kriegseinsätzen im Mittleren Osten halten dürfen. 

Meinungsmanagement »is cheaper than violence, bribery or other possible control techniques.«
»ist preiswerter als Gewalt, Bestechung oder andere mögliche Kontrolltechniken.« [Harold D. Lasswell (1930), Encylopedia of the Social Sciences
======================
Lasswell studierte in den 1920er-Jahren an der Universität von Chicago und wurde dort vom Pragmatismus eines John Dewey und George Herbert Mead beeinflusst. Noch mehr spiegelt sich in seinem Werk aber die Philosophie Freuds wider, die Grundlage seiner Analyse über Propaganda und Kommunikation im Allgemeinen ist. Im Zweiten Weltkrieg war er Leiter der Abteilung für die „Study of War Time Communications“ in der Bibliothek des amerikanischen Kongresses. 1957 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Immer nach vorne schauend, beschäftigte er sich in seinen letzten Lebensjahren u. a. mit den politischen Konsequenzen einer möglichen Kolonisation anderer Planeten und einer „machinehood of humanity“.
Mit anderen Liberalen seiner Zeit, wie beispielsweise Walter Lippmann, argumentierte er, dass gerade die Demokratie, als wohl komplizierteste Staatsform, der Propaganda, also Werbung, bedürfe, um die zum großen Teil uninformierten Bürger in Übereinstimmung mit dem politischen System und den Entscheidungen, die eine spezialisierte politische Klasse für sie trifft, zu halten. Wie er in dem von ihm verfassten Eintrag zu Propaganda in der Encyclopaedia of the Social Sciences schrieb, muss der „democratic dogmatisms about men being the best judges of their own interests“ abgelegt werden, denn „men are often poor judges of their own interests, flitting from one alternative to the next without solid reason“.[1]
Zu seinen akademischen Schülern gehörten u.a. Gabriel AlmondV.O. Key, Jr.Herbert A. SimonBruce Lannes Smith und David Truman.[2]
Berühmte Zitate
„Politics is who gets what, when, where, and how.“„Who (says) What (to) Whom (in) Which Channel (with) What Effect“ (siehe: Lasswell-Formel[Harold Dwight Lasswell, Wikipedia]
======================
Hannes Stein (* 15. Februar 1965 in München) ist ein deutsch-amerikanischer Politik-Journalist und Buchautor. Er war Mitglied des Netzwerks Die Achse des Guten.
[…] Heute lebt der Green Card-Gewinner und - seit Herbst 2012 - US-Bürger als Korrespondent der Welt und der Jüdischen Allgemeinen[2] in Riverdale, einem gutsituierten Viertel der North Bronx in New York City. Er ließ sich bei den US-Vorwahlen 2012 zwar als Anhänger der Republikaner registrieren, kündigte aber an, Barack Obamazu wählen.[3]
2013 veröffentlichte Stein den Roman Der Komet, eine Alternativweltgeschichte, in der es nicht zum Ersten Weltkrieg kommt und die Weltgeschichte sich völlig anders entwickelt. Sein Freund Wolf Biermann würdigte das Buch in der Zeit als "großen intelligenten Spaß".[4]
Werke 
  • Endlich Nichtdenker! Ein Handbuch für den überforderten Intellektuellen. Eichborn, 2004, ISBN 3-8218-0750-4.
  • Enzyklopädie der Alltagsqualen. Ein Trostbuch für den geplagten Zeitgenossen. Eichborn, 2006, ISBN 3-8218-5769-2.
======================

statt meines Kommentars zwei Videos: 
Die Anstalt ZDF: Transatlantische Netzwerke und Deutsche Med [4:45]

Veröffentlicht am 13.01.2015
+++Deutsche Elite-Journalisten und die Verstrickungen zu transatlantischen Bündnissen. Diekmann, Joffe, Nonnenmacher: Die Nähe zur Macht +++
Created with MAGIX Video deluxe 2014 Plus
Das schweizer Pendant zu den Anstalt-Erkenntnissen
Quelle: Schweizer Medien im Transatlantik-Netz
(Swiss Propaganda Research, August 2017) 
The American Empire and its Media (Die Propaganda-Matrix: Wie der CFR den geostrategischen Informationsfluss kontrolliertEine Studie von Swiss Propaganda Research, September 2017)











Erwin Pelzig - Goldman Sachs, TK, Atlantik Brücke, CFR & Club of Thirty [8:13]

Veröffentlicht am 17.11.2012
Erwin Pelzig über die verbindungen zwischen Goldman Sachs, Politik und verschiedenen einflussreichen Organisationen wie der Trilateralen Kommision, der Atlantik Brücke, des Council on Foreign Relations und der Group of Thirty.
Mehr informationen über die verbindungen zwischen Goldman Sachs und der Politik in der Doku Goldman Sachs - Eine Bank lenkt die Welt:
http://www.youtube.com/watch?v=IT_wRP..

The Imperial Council of the United States (Die Propaganda-Matrix: Wie der CFR den geostrategischenInformationsfluss kontrolliertEine Studie von Swiss Propaganda Research
September 2017)

Eine Organisation, die hier noch nicht erwähnt wurde:
zum NOD siehe auch:
x

Der Gruppendruck in der westlichen Wertegemeinschaft – Cicero: »Es kann uns keiner vorwerfen…«

Gruppenzwang (auch Gruppen- oder Konformitätsdruck, engl. unter anderem Peer pressure) ist Auslöser für das Verhalten oder die Einstellung von Personen innerhalb einer Gruppe. Häufig beeinflusst solcher Gruppenzwang nur Verhaltensweisen innerhalb einer begrenzten Gruppe und bewirkt eine Anpassung des Verhaltens an die Gruppennormen, insbesondere dann, wenn sie als Bedingung der Mitgliedschaft gilt. Die Wirksamkeit eines Konformitätsdruckes zeigt sich aber nicht zuletzt auch in der Anpassung des Verhaltens an die herrschende Sozialmoral und an die Öffentliche Meinung.
Normativer EinflussPersonen verhalten sich konform mit Gruppen, da sie bei anderen einen erwünschten Eindruck hinterlassen wollen. Viele Menschen fühlen sich unwohl oder unsicher, wenn sie andere Meinungen als die der Gruppenmehrheit vertreten. Sie meinen, damit bei anderen Gruppenmitgliedern Antipathie und Abneigung hervorzurufen. Der normative Einfluss bedeutet also, dass Personen sich konform verhalten, um von anderen Menschen als sympathisch beurteilt zu werden. Auch die Gesellschaft kann man als Gruppe sehen, die versucht, Abweicher zu integrieren, um sich nützliche Mitglieder zu formen (siehe Normativer sozialer Einfluss).[1]
Informativer EinflussWenn Menschen in bestimmten Situationen keine vollständigen Informationen zur Verfügung stehen, können andere Individuen als Informationsquelle dienen. Die Konformität kommt also dadurch zustande, dass man eine persönliche Unsicherheit beseitigen möchte, indem man sich auf die Meinung der Mehrheit verlässt und diese unter Umständen auch annimmt. Je schwieriger (oder unklarer) eine Situation ist, desto stärker ist auch die gezeigte Konformität (siehe Informativer sozialer Einfluss).[1]
SituationWenn die Gruppe in einer schwierigen und hoffnungslosen Situation ist, niemand der Gruppe von außen hilft und keine objektiven Informationen vorliegen, wird der Konformitätsdruck erhöht.[2] [Gruppenzwang, Wikipedia]

===========================


In seiner Januar-Ausgabe kürt Cicero Wladimir Putin zur Person des Jahres. Chefredakteur Christoph Schwennicke erklärt, warum wir noch lange mit dem russischen Präsidenten rechnen müssen 


geplantes Cicero-Titelbild: Wlatimir Putin als Dali
 Vor etwa einem Jahr schrieb der Schriftsteller und Regimekritiker Michail Schischkin in Cicero einen Aufsatz über das „Imperium der Lügen“ des Wladimir Putin. Nicht der einzige, aber der pointierteste Text, der sich in diesem Magazin kritisch mit dem Moskauer Machthaber auseinandergesetzt hat. Niemand kann uns also vorhalten, dass wir bei Cicero den russischen Präsidenten in den vergangenen Monaten für sein Vorgehen auf der Krim und in der Ostukraine nicht angemessen hart kritisiert hätten. [Wie muß jemand drauf sein, der sowas schreibt? Sogar ein solches Intellektuellen-Blatt wie der Cicero spürt den Gruppendruck! Anmerkung von mir] Und dennoch kommt man nicht umhin anzuerkennen, dass es Putin mit einer Mischung aus Skrupellosigkeit und Geschick geschafft hat, sich zur Schlüsselfigur der Weltpolitik zu machen. Ohne Russland geht nichts, das haben die Atomverhandlungen mit dem Iran erwiesen, das zeigt sich nun auch im Syrienkrieg und in den Wiener Verhandlungen zu einer politischen Lösung des Syrienkonflikts.
mehr:
- Wladimir Putin: Skrupellos und geschickt (Christoph Schwennicke, Cicero, 17.12.2015)


Dali, Die westlichen Werte :-P (gefunden in 
Wirklichkeit – Illusion – Träume, Meine kleine internette Welt)
 O.K., ich mache mir mal den Cicero-Sprachduktus zu eigen:
Niemand wird mir vorwerfen können, ich hätte in den vergangenen Monaten die USA für ihr Vorgehen bei der NATO-Osterweiterung und in der Ukraine nicht angemessen hart kritisiert. Auch muß ich wohl oder übel anerkennen, daß es die USA mit einer Mischung aus Gier, Ignoranz und Skrupellosigkeit geschafft haben, sich zur Schlüsselfigur der Weltpolitik zu machen:


Der Westen gewann die Weltherrschaft 
nicht durch die Überlegenheit seiner Ideen 
oder Werte oder Religion, 
sondern vielmehr durch seine Überlegenheit 
bei der Anwendung organisierter Gewalt. 
(Samuel Phillips Huntington, 1927-2008, Kampf der Kulturen, US-amerikanischer Politikwissenschaftler und Autor)

siehe auch:

- Samuel Huntington entdeckte den Kampf der Kulturen als Triebkraft der Geschichte (Alan Posener, WamS, 28.12.2008)
- Zwischen Russophobie oder Russophilie (Rudolf Maresch, Telepolis, 07.01.2009)
- Politologe Samuel P. Huntington gestorben (Alan Posener, Die Welt, 27.12.2008)
Der Ukraine-Konflikt – Aktuelles, Teil 5, ab September 2015 (Post, 30.11.2015)

Putin & Leitl. Eine Diktatur in Österreich. [1:27]

Veröffentlicht am 16.02.2015
Russischer Präsident Wladimir Putin beim Staatsbesuch in Österreich, die Wirtschaftskammer und ihre Präsident Christoph Leitl.

Präsident V. Putin muß lachen [0:26]

Veröffentlicht am 10.09.2013

mein Kommentar:
Wir können froh sein, so lange wir ihn haben. Die übrigen Figuren, die in der russischen Bevölkerung hoch geschätzt werden, haben alle einen an der Waffel. 
Und dann: »Niemand kann uns vorhalten…«. Manchmal habe ich den Eindruck, daß das Wichtigste, was in unserer Gesellschaft angestrebt werden kann, das ist, daß einem keiner was vorwerfen kann. Wo sind wir hingeraten?


Zum siebzigsten Jahrestag des Kriegsendes am 9. Mai 2015 schrieb er: "Einmal mehr greift ein Diktator zum Patriotismus, um seine Macht zu sichern. (…) Die Machthaber von Heute haben dem russischen Volk das Erdöl und das Gas, die Wahlen und das Land gestohlen. Und auch den Sieg (von 1945). (…) Russen und Ukrainer aufeinanderzuhetzen ist eine unverzeihliche Niedertracht."[7] (Michail Pawlowitsch Schischkin, Leben, Wikipedia)
ich frage:
Was läuft bei uns anders?
siehe auch:
- Der Ukraine-Konflikt 4 – Um was geht es eigentlich? (Post, 28.03.2014)
- Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik? (Post, 25.03.2014)
- Der Ukraine-Konflikt 6 – Wer stoppt die USA? (Post, 25.04.2014)
Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch (Post, 12.05.2014, zuletzt aktualisiert am 29.10.2014)
Ukraine 13 – Unser westliches System und die MH 17-Berichterstattung (27.07.2014, zuletzt aktualisiert am 14.09.2014, man achte auch auf den Öltanker »Altair Voyager«!)
Bild-Zeitung und USA gegen die Welt: Schwanzus longus und Incontinentia oder: Die Angst innen und die Angst außen (Post, 20.09.2015)
Unsere Welt besteht aus Geschichten (Post, 17.12.2015)

Tötung von Freddie Gray: Erster Prozeß ohne Urteil

In Baltimore endete der erste Strafprozess gegen einen Polizisten wegen der Tötung von Freddie Gray ohne Urteil. Die Jury erklärte sich nach dreitägigen Beratungen am Mittwoch außerstande, eines gegen den angeklagten William Porter zu fällen.

Der 25jährige Afroamerikaner war im April an den Folgen eines Genickbruchs gestorben, den er bei seiner Festnahme erlitten hatte. Laut einem Anwalt der Familie hatte die Obduktion ergeben, dass Grays Nackenwirbel »zu 80 Prozent zerstört waren« und auch sein Kehlkopf eingedrückt war.

Gegen fünf Polizisten und eine Polizistin, die an Grays Festnahme beteiligt waren, hatte die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Die Vorwürfe gegen Porter lauteten auf fahrlässige Tötung, Körperverletzung und Verstoß gegen die Dienstvorschriften. Nach der Erklärung der Jury musste der Vorsitzende Richter Barry G. Williams den Prozess wegen einer »hung jury« für gescheitert erklären – das heißt, die zwölf Geschworenen waren zu keiner Mehrheitsentscheidung gekommen.

mehr:
- Jury ohne Urteil (Jürgen Heiser, junge Welt, 19.12.2015)

es ist doch immer beeindruckend, wenn die Leute hinter dem falschen Hasen herlaufen. Folgendes habe ich erzählt bekommen: 
Da gibt es einen Kindergarten. 
Dieser Kindergarten hat einen Zaun drumherum. 
Seit zwei Jahren gibt es ein Loch im Zaun. 
Mehrere Anträge der Angestellten auf Reparatur des Zaunes wurden vom Träger des Kindergartens abgelehnt. 
Vor einigen Wochen ist ein Kind unbemerkt durch das Loch nach draußen gekrochen. 
Zwei der Erzieherinnen wurden unter großem medialen Tamtam vom Arbeitgeber abgemahnt…

unsere Leitmedien: die tendenziöse Darstellung der Moskauer Wirtschaftsleistung

Die mediale Darstellung der Moskauer Wirtschaftsleistung folgt hierzulande der Ideologie. Unternehmen ziehen pragmatische Betrachtung vor
Bei seiner Jahrespressekonferenz am Donnerstag räumte der russische Staatspräsident Wladimir Putin ein, dass der Ölpreisverfall und die westlichen Sanktionen der heimischen Wirtschaft zu schaffen machten. Aber dann zählte er eine ganze Reihe von Statistiken auf, die signalisierten, dass die Krise – auch wenn sie noch nicht vorbei sei – zumindest ihren Tiefpunkt überschritten habe. Doch der ARD-Korrespondent in Moskau, Udo Lielischkies, schloss daraus messerscharf, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Er erklärte dem deutschen Publikum, dass Putin »beim Gesundbeten der schweren Wirtschaftskrise unglaubwürdig« sei.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln kam in einer im Juni dieses Jahres veröffentlichten Studie jedoch zu einem ganz anderen Schluss als der ARD-Mann: Russland könne auf Grund der Aufwertung des US-Dollars den Ölpreisverfall relativ gut kompensieren. Der Rohstoff wird gegen US-Dollar ins westliche Ausland verkauft. So sind die Einnahmen pro Fass Öl, in Rubel berechnet, etwa gleich hoch wie vor dem Preisverfall. Das habe dazu geführt, »dass Russland trotz des niedrigen Preises für das Schwarze Gold gut« zurechtkomme, heißt es in der Studie.

Seit Veröffentlichung dieses Berichts hat der US-Dollar gegenüber dem Rubel nochmals um 30 Prozent zugelegt. Aktuell bekommt man für einen US-Dollar 72 Rubel, während es vor zwei Jahren nur 35 Rubel waren. Einerseits verteuert diese Entwicklung zwar die Importe aus den USA, andererseits sorgt sie dafür, dass die russische Handelsbilanz weiter positiv ist. Das Land kann die Lücken in seinen Staatsausgaben wie gewohnt weitgehend aus seinen Öleinnahmen finanzieren. Zudem sind die Lieferverträge für Öl von Moskau langfristig angelegt. Dabei folgen die Preise nicht jeder Bewegung auf den internationalen Spotmärkten, sondern werden im Rahmen eines gleitenden Durchschnitts von mehreren Monaten berechnet.

mehr:
- Verwirrspiel um Russland (Rainer Rupp, junge Welt, 19.12.2015)

Saudi-Arabien: Ein Verbündeter bei der Verteidigung unserer westlichen Werte

Das vom Westen unterstützte und mit Waffen belieferte saudische Regime vollzieht wie der IS die Todesstrafe mit Köpfungen und Kreuzigungen 

Saudi-Arabien, der Verbündete des Westens, hat eine Militärallianz aufgestellt, um sich als Regionalmacht gegenüber dem Iran zu positionieren und gegen den Terrorismus zu kämpfen. Nicht mit dabei sind der Irak, Syrien und der Iran. Mit einer anderen Militärallianz hatte Saudi-Arabien bis zum Beginn eines brüchigen, sowieso nur auf eine Woche begrenzten Waffenstillstands die schiitischen Huthi-Milizen bombardiert, während sich im Schatten des Krieges al-Qaida und der Islamische Staat ausbreiten konnten. Saudi-Arabien ist auch Mitglied der US-geführten Anti-IS-Allianz und wird von den USA und dem Westen umworben.

Die saudische Monarchie, die mit dem Wahabismus einen islamischen Fundamentalismus als Staatsreligion mit Missionsansprüchen aggressiv vertritt, der in Lehre und Praxis den von extremistischen Islamisten wie den Taliban, al-Qaida oder dem IS nahesteht, hatte gerade erstmals Frauen zu Kommunalwahlen zugelassen. Das hat allerdings nur symbolische Bedeutung, denn die Monarchie ist von einer Demokratie ebenso weit wie von einem Rechtstaat entfernt. Nach Amnesty International wurden in diesem Jahr mit mindestens 151 Exekutionen die meisten Menschen, darunter viele Gastarbeiter, hingerichtet. Angeblich steht die Todesstrafe noch über 50 weiteren Menschen bevor. In der Regel werden die zum Tode Verurteilten geköpft, manchmal auch erschossen, gelegentlich werden die Leichen ausgestellt. Überdies werden manchmal Menschen gekreuzigt.

Der Öllieferant und Waffenabnehmer schert sich nicht um manchmal leise erhobene Kritik der angeblich mit ihren Werten auftretenden westlichen Staaten. Die EU hat zwar dem seit 2012 inhaftierten Blogger Ensaf Haidar, der wegen "Abfall vom Glauben" zunächst zum Tode und dann zu 1000 Stockschlägen verurteilt wurde, den Sacharow-Preis für Menschenrechte verliehen, was Saudi-Arabien wenig tangieren dürfte.

Saudi-Arabien verhängt die Todesstrafe auch gegen Minderjährige oder gegen Menschen, die noch minderjährig die Tat begangen haben, derer sie beschuldigt werden. So wurden neben Ali al-Nimr auch Abdullah Hasan al-Zaher und Dawood Hussein al-Marhoon im Oktober 2014 zum Tode verurteilt, die Strafe wurde noch nicht vollstreckt. Seit 5. Oktober dieses Jahres befinden sich die beiden in Isolationshaft. Die Angehörigen der schiitischen Minderheit in Saudi-Arabien wurden in einem Prozess ohne Vertretung durch einen Verteidiger und nach Folter schuldig befunden, 2012 im Alter von 15 bzw. 17 Jahren an Demonstrationen von Schiiten teilgenommen, Parolen gegen den Staat mit der Absicht, diesen zu destabilisieren, skandiert, und Molotow-Cocktails verwendet zu haben, um Polizisten zu töten.

mehr:
- Saudi-Arabien: Todesstrafe für Jugendlichen wegen Teilnahme an einer Demonstration (Florian Rötzer, Telepolis, 19.12.2015)
x

Türkei am Rande des Bürgerkriegs

EU will dem Land unter der Erdogan-Regierung beim Deal um die Flüchtlinge weiter entgegenkommen
Der Terror gegen die kurdische Bevölkerung in der Südosttürkei geht unvermindert weiter. Die deutschen Medien schweigen weitgehend dazu und die Bundesregierung treibt, ungeachtet der Menschenrechtsverletzungen, die Beitrittsverhandlung der EU mit der Türkei voran. Einziger Beweggrund scheint der Deal zu sein, die Flüchtlingsströme zu begrenzen.

Wie die Türkei das macht, ist egal - Hauptsache sicheres Drittland. Dass Flüchtlinge mittlerweile in der Türkei inhaftiert werden und keiner weiß, was dort in den Internierungslagern mit ihnen geschieht (Amnesty beschuldigt die Türkei, illegal hunderte Flüchtlinge festzunehmen und unter Zwang abzuschieben), und auch die Menschenrechtsverletzungen im Südosten der Türkei sind hier kaum eine Meldung wert. Man übernimmt die Meldungen der türkischen Staatspresse, dass angeblich über 50 PKK-Kämpfer in den Städten getötet wurden.

mehr:
- Türkei am Rande des Bürgerkriegs (Elke Dangeleit, Telepolis, 20.12.2015)

Schmidt und Scholl-Latour: Eine Zusammenkunft alter Männer

Ungebetener Doppelnachruf auf einen "weisen Staatsmann" und einen "weisen Beobachter"
Nun, da Helmut Schmidt, nachdem er mein Leben über vierzig Jahre lang mitgestaltet hat, unter der Erde ist und die letzten Bachklänge des Staatsaktes verklungen sind, darf ich es als vielleicht erster Historiker wagen, über den Toten etwas weniger Gutes zu sagen. Ich sag’s frei heraus: Ich habe ihn, den Kanzler der Betonzeit, niemals leiden können - je weiser und heiliger er im Alter wurde, desto weniger. Warum eigentlich nicht? Das ist hier zu ergründen. Das Dogma, dem ich widersprechen will, lautet: Helmut Schmidt war weise, "der letzte Staatsmann" (so der Spiegel), der letzte Politiker, dem man vertrauen konnte. Peter Scholl-Latour ist schon ein Jahr länger tot. Die beiden waren politisch uneins, aber in der Haltung ähnlich. Das Dogma über letzteren lautet: Peter Scholl-Latour war ein Islam-Experte und ein weiser, weil völlig unabhängiger Beobachter des Weltgeschehens.

Der PR-Profi Dushan Wegner hat in seinem Buch "Talking Points" (Westend Verlag 2015) die Methoden herausgearbeitet, mit denen Leute wie Schmidt (und, ich ergänze, Scholl-Latour) im Alter ihre vorgebliche Weisheit (oder wahlweise Güte, Echtheit, Kompetenz) in Szene gesetzt haben. Ein paar Ingredienzien:

mehr:
- Schmidt und Scholl-Latour: Eine Zusammenkunft alter Männer (Hans Jürgen Korff, Telepolis, 18.12.2015)
siehe auch:
- Unsere Welt besteht aus Geschichten (Post, 17.12.2015)
x

Samstag, 19. Dezember 2015

Rechtspopulismus: Die Macht der Frustrierten

In Polen, Ungarn und der Schweiz regieren die Rechtspopulisten bereits, in Deutschland und Frankreich ist es vielleicht bald so weit. Es wird schon nicht so schlimm werden, denken viele, mit leisem Ekel. Aber es wird schlimm. Rechtspopulistisch wählen ist also das neue heiße Ding. Der Angst geschuldet. Der Manipulation gedankt. Polen hat schon, die Schweiz auch, Ungarn dito, Frankreich ist zu erwarten, Deutschlands AfD und NPD gebricht es einzig an einem markigen Führer. Es muss ein Mann sein, Deutschland ist nicht Frankreich. Da ist man noch nicht reif für eine Führerin, in der traditionsverbundenen Szene, in der Volksszene, die durch den Führer, männlich, spricht. 

Keine Ahnung, was AfD und NPD so erzählen, ich kann ja nicht alles lesen. Ich bin damit beschäftigt, die Sprüche der SVP, der führenden Partei der Schweiz, auszuschneiden und in einen Ordner zu kleben. Irgendwann, wenn die Parteien eine Diktatur errichtet haben, kann ich, wenn der Wachdienst an der Tür klopft und sagt: Hallo, Sie sind Künstlerin, außerdem haben die Gesichtserkennungsstraßenlaternen positive Reaktionen bei kommunistischen Signalen auf Ihrem Gesicht festgestellt, erwidern: Schauen Sie nur, ich habe einen Ordner angelegt, Sie müssen mich nicht aufhängen, es langt vollkommen, meine Kniescheiben zu zerschießen. 

Was da also durch den Führer zum Volk schwellt, ist das Gedankengut, das einer, der nicht alle zusammen hat, den das Leben bitter enttäuscht hat, der in einem vollgeschwitzten Unterhemd an einem Küchentisch in einer Bude sitzt, wo gerade der Strom abgeklemmt wurde, so vor sich hin brabbelt, nach dem zehnten Bier. Gleichgeschlechtliche Paare hätten einen "Hirnlappen", der verkehrt läuft, sagte SVP-Politiker Bortoluzzi. Kosovaren schlitzen Schweizer auf, schreiben sie auf Wahlplakate. Kinder mit Waffen prangen auf der Zeitung, die der Herausgeber und Chefredakteur Köppel, SVP, trotz seines Jobs in der Schweizer Regierung weiter leitet, ganz im Sinne einer direkten Demokratie.
mehr:
- Rechtspopulismus: Die Macht der Frustrierten (Sibylle Berg, SPON, 19.12.2015)

mein Kommentar:
Den Rechtsruck sage ich seit Jahren voraus (aber auf mich hört ja keiner! :-() Wenn in unserer Demokratie Leute wie Sarrazin nicht diskutiert oder Leute wie Gabriele Krone-Schmalz stillgeschwiegen werden, wenden sich die Menschen ab, weil sie sich im öffentlichen Diskurs nicht mehr wiederfinden. Und wenn Leute, die mit Flüchtlingen arbeiten seitenlange Schweigepflichtserklärungen unterschreiben müssen, dann herrscht Angst. Rechtsrucke sind ein Zeichen von Angst.

“Querfront” – uralter Hut einer “postdemokratisch”-reaktionären “Mitte”

Es kann angesichts der großen Denormalisierung des szientistisch-kapitalistisch-militärisch-medial-normalistischen Kombinats nicht verwundern, dass auch das normalistische politische Links-Rechts-Mitte-Extreme-System unter Stress steht und sich vor Brüchen fürchten muss. Genauso wenig kann es verwundern, dass seine Kopflanger, wie Brecht sie nannte, in Panik nach “mittestärkenden” Schlagformeln suchen. Dabei greift die Große Medien-Koalition von BILD und SPIEGEL auf uralte, ausgelatschte Hüte zurück, denen sie aber neue Etiketten aufklebt. Herfried Münkler verkauft den alten Hut des Anti-Guerillakrieges mit dem neuen Etikett des “asymmetrischen” Krieges. Und andere, darunter jetzt prominent der SPIEGEL, kommen uns mit der “Querfront”. Unter diesem Etikett steckt der besonders alte Hut von der “wehrhaften Mitte-Demokratie” und der angeblichen Gleichheit von Links- und Rechtsextremismus. Obwohl längst ad absurdum geführt, wird uns wieder die These aufgetischt, die Weimarer Republik sei nicht an der kapitalistischen Krise, der Revanchewut der deutschen ökonomischen und besonders militärischen Eliten und der reaktionären Wut der großen Massenmedien des Hugenbergkonzerns, schließlich der Entscheidung der Eliten für Hitler, zugrunde gegangen – sondern “am Aufschaukeln der Radikalen von rechts und von links”. Angeblich waren antisemitische Faschisten gleich antimilitaristischen Kommunisten. Dass die KPD und die damalige Dritte Internationale der Nazipropaganda nichts Erfolgreiches entgegenzusetzen hatte, ist unbestritten – aber was war mit den “Demokraten der Mitte”, die die Brüningsche Verelendungspolitik durchzuziehen versuchten?
mehr:
- “Querfront” – uralter Hut einer “postdemokratisch”-reaktionären “Mitte” (Jürgen Link, Bengemachengiltnicht, 12.12.2015)
Heute ist dieser alte Hut noch grotesker: So entblödet sich der SPIEGEL-Kommentator Alexander Neubacher doch tatsächlich nicht, “Pazifisten” (als “Linksextreme”) gleichzusetzen mit Neonazi-Brandanschlägern (als “Rechtsextreme”)!
mein Kommentar:
eigentlich ganz einfach: Was nicht Mainstream ist, ist extrem und damit Scheiße!

Bis keiner mehr durchblickt: Polen räumt auf

Der Chef des polnischen Militär-Geheimdienstes drang mit Militärpolizei mit einem nachgemachten Schlüssel in das "Kompetenzzentrums für Spionage-Abwehr" ein
Seit dem Regierungsantritt der nationalkonservativen "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) wurden einige Entscheidung in der Nacht getroffen - Vereidigungen oder der Beschluss über Gesetzesentwürfe, doch dieser Vorfall markiert eine neue Qualität.

Beamte des polnischen Verteidigungsministers, Militärpolizei und Piotr Baczek, der Chef des polnischen Militär-Geheimdienst SKW, schlossen mit einem nachgemachten Schlüssel das "Kompetenzzentrums für Spionage-Abwehr" der Nato in Warschau auf.

Damit öffneten sie die Fronttüre, ein wachhabender Offizier wurde nach Hause geschickt, die Militärpolizei wurde angehalten, dort weitere Türen zu öffnen, die zu internationalem Personal gehört. Diese weigerten sich jedoch, da dies nicht in ihrem Kompetenzbereich liege. Der Direktor des Zentrums, Oberst Krzystof Dusza, der herbeieilte, wurde wiederum von den "Eindringlingen" nicht hereingelassen. Geheimdienstschef Baczek hatte Dusza vor einigen Tagen bereits öffentlich Spionage für einen fremden Dienst vorgeworfen.

mehr:
- Säuberung in Polens Nato-Zentrum (Jens Mattern, Telepolis, 19.12.2015)

Neue polnische Regierung: Militärpolizei stürmt Nato-Zentrum in Warschau [0:18]

Veröffentlicht am 18.12.2015
Nachrichten von Heute hier Klicken Danke  http://nachrichten.rocks Die neuste Nachrichten Schalgzeilen von Heute. Wenn Sie Klicken gehen Sie zu mein Nachricten Blog. Wenn Sie Zeit haben hinterlassen Sie bitte einen Kommentair.
x
siehe auch:
- Nato gründet Kompetenzzentrum für Spionageabwehr in Polen (FinanzNachrichten, 04.10.2015)
- Polen: Streit um das Verfassungsgericht (Post, 06.12.2015)

Mit Kevin allein im Taxi

Kevin ist alt geworden. Die Haare sind lang. Die Fingernägel lackiert. Er raucht. Aber irgendwie ist er immer noch derselbe. Macaulay Culkin, der vor 25 Jahren mit dem Weihnachts-Kinohit Kevin – Allein zu Haus bekannt wurde, ist wieder da. Und er ist: Kevin.
Für die erste Folge der Webserie :DRYVERS setzt sich der Schauspieler als ziemlich heruntergekommener Taxifahrer ohne Führerschein (dafür mental offensichtlich in einem recht labilen Zustand) hinters Steuer eines Autos. Dann wechselt er auf den Beifahrersitz und erzählt dem Schauspieler und Musiker Jack Dishel seine Geschichte.
mehr:
- Kevin – Zu zweit im Taxi (Tobias Dorfer, ZEITBlog, 18.12.2015)

:DRYVRS Ep. 1 "Just Me In The House By Myself" starring Macaulay Culkin [5:11]

Veröffentlicht am 17.12.2015
Here's the first episode of the new comedy web series :DRYVRS, created and written by musician, actor and producer Jack Dishel. The series stars Jack as an on-demand car service passenger and chronicles the strange drivers he encounters. The debut episode guest stars Macaulay Culkin as his driver.

The series will feature numerous special guest stars, so be sure to give a thumbs up and subscribe for future episodes!

"I don't Internets, but if I did I would strongly consider watching :DRYVRS."
- Macaulay Culkin

Free downloads of featured songs:
Only Son - "Love You (I Don't )" https://soundcloud.com/onlysonmusic/l...

Jack & Jonathan - "Jingle Bells"
https://soundcloud.com/onlysonmusic/j...

For additional information on :DRYVRS
Please visit www.JackDishel.com
Like us on Facebook: www.facebook.com/JackDishel
Follow us on Twitter: www.twitter.com/OnlySonMusic
Follow us on Instagram: www.instagram.com/OnlySonMusic

Created and written by:
Jack Dishel

Directed by:
Jack Dishel
Kerry Harris

Produced by:
Jack Dishel
Kerry Harris
David Zonshine

Starring:
Macaulay Culkin
Jack Dishel
Kerry Harris

DP:
Logan Schneider

Editor:
Eric Argiro

Business Inquiries: David Zonshine, dzonshine@stonelettermgmt.com
Media Inquiries: Laura Weir, laura@fortyseven.com
 
x

"Wer bin ich?" am 27.12. Neuer "Tatort": Ulrich Tukur rechnet mit Shitstorm

Einmal im Jahr spielt Ulrich Tukur den "Tatort"-Kommissar Murot. Bald ist es wieder soweit. Ob es nach der Ausstrahlung erneut Preise regnet - oder doch eher ein Shitstorm über ihn hereinbrechen wird? 

Vor dem Showdown: Anders als andere Schauspieler schlüpft Ulrich Tukur (58) nur einmal im Jahr in die Rolle des "Tatort"-Kommissars Felix Murot. Der Film aus dem vergangenen Jahr, "Tatort: Im Schmerz geboren", gehört zu den Ausnahmekrimis der Reihe - Leichenrekord inklusive. Und weil es dafür einen warmen Preisregen gab, ist die Vorfreude auf den anstehenden Sonntagskrimi natürlich groß. Das weiß auch der Schauspieler und so wappnet er sich im Interview mit der TV-Zeitschrift "Hörzu" schon mal für alle möglichen Reaktionen, auch für einen Shitstorm.
mehr:
- "Wer bin ich?" am 27.12. Neuer "Tatort": Ulrich Tukur rechnet mit Shitstorm (Abendzeitung München, 16.12.2015)
Dass er dennoch offenbar vor der Ausstrahlung einige Sorgen hegen muss, liege aber nicht an ihm, den anderen Machern oder dem Film, findet Tukur. Seiner Meinung nach sind die TV-Redakteure Schuld: "Sie haben die Zuschauer im Lauf der Jahre mit so viel Mindersinn beworfen, dass das aktive Zuschauen, bei dem man auch mal seine eigene Fantasie einsetzen muss, verkümmert ist", schimpft Tukur. Man müsse die Menschen, die vor den Apparaten sitzen, aber fordern.
Tatort: Im Schmerz geboren - Trailer [1:45]

Veröffentlicht am 02.10.2014
Mit "Im Schmerz geboren" strahlt das Erste am 12. Oktober um 20:15 Uhr einen Tatort aus, der wenig mit klassischen Sonntagabend-Krimis zu tun hat. Gedreht wurde der Film für „Das Erste“ unter anderem in den Ausstellungsräumen des Städel Museums.

Von Bombenbauern und Klimaverträgen

Die Energie- und Klimawochenschau: In der Oberpfalz jährt sich der erfolgreiche Widerstand gegen die Wackersdorfer Plutoniumfabrik und in Paris gelang ein diplomatischer Durchbruch
In Paris ist, wie berichtet, am Wochenende die diesjährige UN-Klimakonferenz zu Ende gegangen. Doch bevor wir einen Blick auf ihre Ergebnisse und die zum Teil ausufernde Polizeigewalt in ihrem Umfeld werfen sei an einen wichtigen Jahrestag aus der Geschichte der Anti-AKW-Bewegung erinnert: Am 14. Dezember vor 30 Jahren besetzten 40.000 Demonstranten im oberpfälzischen Wackersdorf den Bauplatz der geplanten WAA.

Hinter diesem Kürzel, das in der zweiten Hälfte der 1988er vermutlich der Mehrheit der Bevölkerung geläufig gewesen sein dürfte, verbirgt sich der etwas euphemistische Begriff einer Wiederaufarbeitungsanlage. Die Franzosen sind da direkter und sprechen von Plutoniumfabrik (usine de plutonium), was die Sache besser beschreibt. Denn in einer solchen Anlage wird aus den in den AKW abgebrannten Brennstäben das Plutonium extrahiert.

Dieses ist ebenfalls höchst radioaktiv und damit als Energielieferant geeignet. Zusammen mit angereichertem Uran wird es zu sogenannten Mischoxid verarbeitet, aus dem wiederum neue Brennstäbe gemacht werden. In Deutschland waren derartige Brennstäbe 2011 in zehn der damals noch 17 Reaktoren im Einsatz. In gewisser Weise erzeugen die AKW damit einen Teil ihres Brennstoffes selbst.

Das hört sich zunächst ganz clever an, doch die Tücken liegen im Detail. Die notwendigen Prozesse sind aufwendig und erfordern nicht nur viel Energie, sondern vor allem auch erhebliche Sicherheitsmaßnahmen. Plutonium ist nämlich zum einen extrem giftig und kann zum anderen aufgrund seiner hohen Radioaktivität schon in kleinsten Dosen Krebs auslösen. Einige Billionstel Gramm reichen dafür, sofern sie inhaliert werden. Hinzu kommt, dass das Plutonium auch für den Atombombenbau geeignet ist.

mehr:
- Von Bombenbauern und Klimaverträgen (Wolfgang Pomrehn, Telepolis, 16.12.2015)
x