Gesellschaft für deutsche Sprache möchte Blick auf "tiefgreifenden politischen Wandel" lenken
Nun bekommt der Begriff "postfaktisch" (Postfaktisches Zeitalter) auch noch seinen Segen von "hoher Stelle": Die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden hat den Begriff "postfaktisch" zum Wort des Jahres 2016 gewählt.
In einer Pressemitteilung der GfdS heißt es, der Begriff markiere einen "tiefgreifenden politischen Wandel". Bei dem "Kunstwort postfaktisch" handele es sich um eine "Lehnübertragung des amerikanisch-englischen post truth", diese verweise darauf, "dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten geht."
mehr:
- "Postfaktisch" ist Wort des Jahres 2016 (Marcus Klöckner, Telepolis, 09.12.2016)
siehe auch:
- Angewandte Psychoanalyse: Masse und Mob – Wie sich Emotionen in der Menge entladen, und wie sie gesteuert werden können (Post, 14.03.2016)
Freitag, 9. Dezember 2016
Adventsrätsel, das neunte von vierundzwanzig
Kannst Du ein Wort erschließen,
in dem der erste Buchstabe einmal,
in dem der achte Buchstabe zweimal,
in dem der dritte Buchstabe dreimal
und der fünfte Buchstabe viermal
in ein Bett zusammenfließen?
in dem der erste Buchstabe einmal,
in dem der achte Buchstabe zweimal,
in dem der dritte Buchstabe dreimal
und der fünfte Buchstabe viermal
in ein Bett zusammenfließen?
Donnerstag, 8. Dezember 2016
Mittwoch, 7. Dezember 2016
Eine Avaaz-Petition, die uns vor Menschen schützen soll, die so ziemlich alles glauben…
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Adventsrätsel, das siebte von vierundzwanzig
Einer, riesengroß und schwer, bereit, sich musisch elegant zu zeigen,
doch sehr anspruchsvoll ist er,
läßt sich nicht so leicht betreiben.
Luftig leicht sind zwei dagegen,
die sich nur gemeinsam regen.
Ein Paar davon hat sich gut versteckt,
im Menscheninneren wird’s entdeckt.
doch sehr anspruchsvoll ist er,
läßt sich nicht so leicht betreiben.
Luftig leicht sind zwei dagegen,
die sich nur gemeinsam regen.
Ein Paar davon hat sich gut versteckt,
im Menscheninneren wird’s entdeckt.
Dienstag, 6. Dezember 2016
Ein adretter Psychologe und BigData
Am 9. November gegen 8.30 Uhr erwacht Michal Kosinski in Zürich im Hotel Sunnehus. Der 34-jährige Forscher ist für einen Vortrag am Risikocenter der ETH angereist, zu einer Tagung über die Gefahren von Big Data und des sogenannten digitalen Umsturzes. Solche Vorträge hält Kosinski ständig, überall auf der Welt. Er ist ein führender Experte für Psychometrik, einen datengetriebenen Nebenzweig der Psychologie. Als er an diesem Morgen den Fernseher einschaltet, sieht er, dass die Bombe geplatzt ist: Entgegen den Hochrechnungen aller führenden Statistiker ist Donald J. Trump gewählt worden.
Lange betrachtet Kosinski Trumps Jubelfeier und die Wahlergebnisse der einzelnen Bundesstaaten. Er ahnt, dass das Ergebnis etwas mit seiner Forschung zu tun haben könnte. Dann atmet er tief durch und schaltet den Fernseher aus.
Am gleichen Tag versendet eine bis dahin kaum bekannte britische Firma mit Sitz in London eine Pressemitteilung: «Wir sind begeistert, dass unser revolutionärer Ansatz der datengetriebenen Kommunikation einen derart grundlegenden Beitrag zum Sieg für Donald Trump leistet», wird ein Alexander James Ashburner Nix zitiert. Nix ist Brite, 41 Jahre alt und CEO von Cambridge Analytica. Er tritt stets im Massanzug und mit Designerbrille auf, die leicht gewellten blonden Haare nach hinten gekämmt.
Der nachdenkliche Kosinski, der gestriegelte Nix, der breit grinsende Trump – einer hat den digitalen Umsturz ermöglicht, einer hat ihn vollführt, einer davon profitiert.
mehr:
Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt ( Mikael Krogerus und Hannes Grassegger, Das Magazin, 03.12.2016 )
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siehe auch:
- Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 16.07.2016, mit ausführlicher Linkliste)
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Lange betrachtet Kosinski Trumps Jubelfeier und die Wahlergebnisse der einzelnen Bundesstaaten. Er ahnt, dass das Ergebnis etwas mit seiner Forschung zu tun haben könnte. Dann atmet er tief durch und schaltet den Fernseher aus.
Am gleichen Tag versendet eine bis dahin kaum bekannte britische Firma mit Sitz in London eine Pressemitteilung: «Wir sind begeistert, dass unser revolutionärer Ansatz der datengetriebenen Kommunikation einen derart grundlegenden Beitrag zum Sieg für Donald Trump leistet», wird ein Alexander James Ashburner Nix zitiert. Nix ist Brite, 41 Jahre alt und CEO von Cambridge Analytica. Er tritt stets im Massanzug und mit Designerbrille auf, die leicht gewellten blonden Haare nach hinten gekämmt.
Der nachdenkliche Kosinski, der gestriegelte Nix, der breit grinsende Trump – einer hat den digitalen Umsturz ermöglicht, einer hat ihn vollführt, einer davon profitiert.
mehr:
Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt ( Mikael Krogerus und Hannes Grassegger, Das Magazin, 03.12.2016 )
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"Today in the United States we have somewhere close to four or five thousand data points on every individual. ... So we model the personality of every adult across the United States, some 230 million people."==============
— Alexander Nix (Chief Executive, Cambridge Analytica), October 2016.[9] [Cambridge Analytica, Background and methods, engl. Wikipedia, abgerufen am 07.12.2016]
siehe auch:
- Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 16.07.2016, mit ausführlicher Linkliste)
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Das Stück stellt die Frage nach der Ethik in der Wissenschaft und geht von der Erkenntnis aus, dass einmal Gedachtes oder Entdecktes nicht rückgängig gemacht werden könne. Newton (bzw. Beutler) und Einstein (bzw. Ernesti) vertreten zwei unterschiedliche Formen der Wissenschaft: Der eine repräsentiert die um ihrer selbst Willen betriebene „reine Wissenschaft“, der andere die pragmatische, angewandte Wissenschaft. Aus beiden resultiert Wissen, das letztlich tötet. Beide scheitern. Möbius wählt als Lösung dieses Dilemmas den Weg des Rückzugs und der Isolation. Dass auch er letztlich scheitert, lässt die Schlussfolgerung zu, dass Wissenschaft zwangsläufig zum Negativen führt.
Man hat vermutet, dass Fräulein Doktor von Zahnd ebenfalls bloß eine Insassin des Irrenhauses sei und die Rolle der Ärztin nur spiele. Dem widerspricht allerdings die Tatsache, dass sie das Irrenhaus von ihrer Familie geerbt und ihr Geld in das Sanatorium investiert hat. Sie ist also tatsächlich die Besitzerin und Leiterin. Trotzdem ist ihr Wahnsinn offenkundig. Schließlich ist sie davon überzeugt, dass ihr der König Salomo erscheine und sie die Weltherrschaft übernehmen müsse.
Auch ob Newton und Einstein nur verrückt oder Agenten oder verrückte Agenten sind, ist von sekundärer Bedeutung. Primär ist die Erkenntnis, dass Wissenschaft immer auch in die falschen Hände gerät. Außerdem zeigt die Komödie, dass gemeinsame Probleme nur gemeinsam gelöst werden können. Die von Möbius gedachte Lösung, sich zu isolieren, ist zwecklos, da er durch Fräulein von Zahnd überlistet wird. Die drei Physiker bleiben zur Passivität verurteilt und können ihrem Dilemma nicht entkommen.
Als Möbius seiner Familie den (angeblich ebenfalls von Salomo suggerierten) Weltraumfahrerpsalm verkündet, betont er mit diesem leidenschaftlichen Credo, dass die Erde der einzige dem Menschen zur Verfügung stehende Lebensraum sei. Die Wissenschaft solle sich daher hüten, diesen einzigartigen Planeten zu gefährden, denn sonst werde die Menschheit in „den Wüsten des Mondes … im Staub versinken“, „in den Bleidämpfen des Merkurs verkochen“ oder „sich in den Ölpfützen der Venus auflösen“.[17] [Die Physiker, Gesamtinterpretation, Wikipedia, abgerufen am 06.12.2016]
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Im zweiten Akt wendet Dürrenmatt seine Dramentheorie an: „Die schlimmstmögliche Wendung, die eine Geschichte nehmen kann, ist die Wendung in die Komödie“. Über die Probleme der modernen Gesellschaft könne man sich seiner Meinung nach nur noch lustig machen – da das Sterben zur Massenerscheinung geworden sei, wäre die Tragödie nicht mehr interessant. Komisch sind dabei nicht die Dialoge, sondern die groteske Situation. Diese grotesken Ereignisse legt er an den wichtigsten Stellen im Buch dar (Irrenärztin ist die einzige Irre im Alten Bau; eine gepflegte kleinbürgerliche Stadt neben einer Strafanstalt im Sumpf).
Im Anhang der Komödie finden sich die „21 Punkte zu den Physikern“, welche wie folgt lauten:
- Ich gehe nicht von einer These, sondern von einer Geschichte aus.
- Geht man von einer Geschichte aus, muss sie zu Ende gedacht werden.
- Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmst mögliche Wendung genommen hat.
- Die schlimmst mögliche Wendung ist nicht voraussehbar. Sie tritt durch Zufall ein.
- Die Kunst des Dramatikers besteht darin, in einer Handlung den Zufall möglichst wirksam einzusetzen.
- Träger einer dramatischen Handlung sind Menschen.
- Der Zufall in einer dramatischen Handlung besteht darin, wann und wo wer zufällig wem begegnet.
- Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall zu treffen.
- Planmäßig vorgehende Menschen wollen ein bestimmtes Ziel erreichen. Der Zufall trifft sie immer dann am schlimmsten, wenn sie durch ihn das Gegenteil ihres Ziels erreichen: Das, was sie befürchteten, was sie zu vermeiden suchten (z.B. Ödipus).
- Eine solche Geschichte ist zwar grotesk, aber nicht absurd (sinnwidrig).
- Sie ist paradox.
- Ebenso wenig wie die Logiker können die Dramatiker das Paradoxe vermeiden.
- Ebenso wenig wie die Logiker können die Physiker das Paradoxe vermeiden.
- Ein Drama über die Physiker muss paradox sein.
- Es kann nicht den Inhalt der Physik zum Ziel haben, sondern nur ihre Auswirkungen.
- Der Inhalt der Physik geht die Physiker an, die Auswirkungen alle Menschen.
- Was alle angeht, können nur alle lösen.
- Jeder Versuch eines Einzelnen, für sich zu lösen, was alle angeht, muss scheitern.
- Im paradoxen erscheint die Wirklichkeit.
- Wer dem Paradoxen gegenübersteht, setzt sich der Wirklichkeit aus.
- Die Dramatik kann den Zuschauer überlisten, sich der Wirklichkeit auszusetzen, aber nicht zwingen, ihr standzuhalten oder sie gar zu überwältigen. [Die Physiker, Anwendung von Dürrenmatts Dramentheorie, Wikipedia, abgerufen am 06.12.2016]
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mein Kommenta zur Rezeption durch die amerikanische Theaterkritik:
»zu komplexes Stück«, »lediglich für das intellektuelle Publikum«
Ts, ts ts… dieses alte Europa aber auch…
Vielleicht ist das nicht das Problem des Stückes, vielleicht ist das das Problem der Amerikaner…
Ich wandle ein Osho-Zitat ein klein wenig um:
»There’s nothing wrong with ›The Physicists‹,
there must be something wrong with the Americans.«
Auch im nicht-deutschsprachigen Ausland wurde das Stück zum Publikumserfolg. In London feierte die Übersetzung The Physicists von James Kirkup in einer Inszenierung von Peter Brook im Aldrych Theatre der Royal Shakespeare Company am 9. Januar 1963 Premiere und wurde ein großer Bühnenerfolg.[19] Am New Yorker Broadway wurde das Stück am 13. Oktober 1964 erstmals aufgeführt. Zwar empfahl die amerikanische Theaterkritik den Besuch des „zu komplexen“ Stückes lediglich „dem intellektuellen Publikum“, doch wurden The Physicists auch in New York zum Publikumserfolg der Saison.[27]
[…]
In der Rezeption der Literaturwissenschaft wurden Die Physiker oft mit Bertolt Brechts Leben des Galilei verglichen. Manfred Durzak sah Dürrenmatts Stück als eine „Zurücknahme von Brechts Galilei“: „Die Zukunftsperspektive, die in Brechts Galilei dadurch hineinkommt, daß die objektive Weiterentwicklung der Wissenschaft garantiert ist, weicht bei Dürrenmatt völliger Hoffnungslosigkeit.“[29] Auch Franz Norbert Mennemeier zog diesen Vergleich, und er sah in Dürrenmatts Stück „[d]as Ende einer Epoche. […] Was der Stolz des 19. Jahrhunderts war: die Naturwissenschaft mitsamt dem Fortschrittsglauben, das dankt hier in aller Form ab.“[30] Für Urs Jenny hat Dürrenmatt in Die Physiker „jenen Dramentypus gefunden, der der ausweglosen Situation der Physik adäquat ist, weil er erlaubt, diese Ausweglosigkeit spannungsvoll zu enthüllen: die Situations-Komödie.“[31] [Die Physiker, Rezeption, Wikipedia, abgerufen am 07.12.2016]==============
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mein Kommenta zur Rezeption durch die amerikanische Theaterkritik:
»zu komplexes Stück«, »lediglich für das intellektuelle Publikum«
Ts, ts ts… dieses alte Europa aber auch…
Vielleicht ist das nicht das Problem des Stückes, vielleicht ist das das Problem der Amerikaner…
Ich wandle ein Osho-Zitat ein klein wenig um:
»There’s nothing wrong with ›The Physicists‹,
there must be something wrong with the Americans.«
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Ein Gerichtsgutachter am Pranger
Ein renommierter Gerichtsgutachter soll klären, warum ein Baby starb – und steht am Ende selbst am Pranger.
Hans Christoph Ludwig erinnert sich genau an den Anruf. Am Telefon war der äußerst freundliche Vorsitzende Richter einer Schwurgerichtskammer. Ob Ludwig für das Gericht ein Gutachten anfertigen könne? Es gehe um eine Frau, die angeklagt sei, ihr Baby zu Tode geschüttelt zu haben. Es klang nach einer einfachen Sache. Allerdings hatte der Anrufer es ein wenig eilig, in drei, vier Wochen schon sollte das Gutachten fertig sein.
An der Uni-Klinik Göttingen ist Hans Christoph Ludwig, 62, Professor für Kinder-Neurochirurgie. Er operiert Kinder, die Hirntumoren haben oder einen Wasserkopf. Immer wieder behandelt er auch Babys, die von einem überforderten Vater, einer genervten Mutter geschüttelt wurden und dabei zum Teil schlimmste Gehirnverletzungen erlitten. Das sogenannte Schütteltrauma ist ihm also vertraut. Auch mit dem Verfassen von Gutachten hat er Erfahrung. Im Büro stapeln sich Gerichtsakten. Meist wird er bei Privatklagen wegen möglicher Behandlungsfehler hinzugezogen, dann soll er vor einem Zivilgericht klären, ob ein Arztkollege etwas falsch gemacht hat oder nicht. Diesmal also ein Strafverfahren. Diesmal geht es nicht um Schmerzensgeld, sondern um die Frage, ob eine Frau im Juni 2010 ihren Säugling getötet hat und ob sie, inzwischen Mutter eines weiteren Kindes, für Jahre ins Gefängnis muss (siehe auch das Dossier Wie starb Baby Nils?, ZEIT Nr. 42/15). Ludwig überlegt kurz am Telefon, dann sagt er zu. Ein paar Tage später kommen die Unterlagen. Ein Stapel Papier, nicht sonderlich dick. Das kann man bewältigen. Die Abgabefrist – kein Problem.
Erst viel später geht Ludwig auf, dass diese Unterlagen ein Bruchteil dessen sind, was sich im Fall des toten Babys an Akten angesammelt hat. Denn was der freundliche Richter nicht gesagt hat: Um den Fall Nils tobt bereits ein heftiger Streit unter Experten. Die Hauptverhandlung gegen die Mutter läuft seit neun Monaten. Und Ludwig, der davon ausgeht, er solle helfen, die Frage zu beantworten, ob eine Angeklagte schuldig ist oder nicht, sieht die Falle nicht. Erst als es zu spät ist, wird er verstehen. Er wird sich in einem Verfahren wiederfinden, in dem es auch um ihn selbst geht, um seine Reputation – und um den Vorwurf, ein Lügner zu sein.
mehr:
- Gerichtsgutachten: Unerwünschte Wahrheit (Tanja Stelzer, ZON, 01.12.2016)
Hans Christoph Ludwig erinnert sich genau an den Anruf. Am Telefon war der äußerst freundliche Vorsitzende Richter einer Schwurgerichtskammer. Ob Ludwig für das Gericht ein Gutachten anfertigen könne? Es gehe um eine Frau, die angeklagt sei, ihr Baby zu Tode geschüttelt zu haben. Es klang nach einer einfachen Sache. Allerdings hatte der Anrufer es ein wenig eilig, in drei, vier Wochen schon sollte das Gutachten fertig sein.
An der Uni-Klinik Göttingen ist Hans Christoph Ludwig, 62, Professor für Kinder-Neurochirurgie. Er operiert Kinder, die Hirntumoren haben oder einen Wasserkopf. Immer wieder behandelt er auch Babys, die von einem überforderten Vater, einer genervten Mutter geschüttelt wurden und dabei zum Teil schlimmste Gehirnverletzungen erlitten. Das sogenannte Schütteltrauma ist ihm also vertraut. Auch mit dem Verfassen von Gutachten hat er Erfahrung. Im Büro stapeln sich Gerichtsakten. Meist wird er bei Privatklagen wegen möglicher Behandlungsfehler hinzugezogen, dann soll er vor einem Zivilgericht klären, ob ein Arztkollege etwas falsch gemacht hat oder nicht. Diesmal also ein Strafverfahren. Diesmal geht es nicht um Schmerzensgeld, sondern um die Frage, ob eine Frau im Juni 2010 ihren Säugling getötet hat und ob sie, inzwischen Mutter eines weiteren Kindes, für Jahre ins Gefängnis muss (siehe auch das Dossier Wie starb Baby Nils?, ZEIT Nr. 42/15). Ludwig überlegt kurz am Telefon, dann sagt er zu. Ein paar Tage später kommen die Unterlagen. Ein Stapel Papier, nicht sonderlich dick. Das kann man bewältigen. Die Abgabefrist – kein Problem.
Erst viel später geht Ludwig auf, dass diese Unterlagen ein Bruchteil dessen sind, was sich im Fall des toten Babys an Akten angesammelt hat. Denn was der freundliche Richter nicht gesagt hat: Um den Fall Nils tobt bereits ein heftiger Streit unter Experten. Die Hauptverhandlung gegen die Mutter läuft seit neun Monaten. Und Ludwig, der davon ausgeht, er solle helfen, die Frage zu beantworten, ob eine Angeklagte schuldig ist oder nicht, sieht die Falle nicht. Erst als es zu spät ist, wird er verstehen. Er wird sich in einem Verfahren wiederfinden, in dem es auch um ihn selbst geht, um seine Reputation – und um den Vorwurf, ein Lügner zu sein.
mehr:
- Gerichtsgutachten: Unerwünschte Wahrheit (Tanja Stelzer, ZON, 01.12.2016)
Adventsrätsel, das sechste von vierundzwanzig
Die erste Silbe ein Fräulein ist,
die zweite meint, was üblich ist.
Doch wenn in die Zweite der Teufel sich mengt,
dann kann aus Gutem Böses entstehen.
So könnt Ihr’s an dem Ganzen sehn.
die zweite meint, was üblich ist.
Doch wenn in die Zweite der Teufel sich mengt,
dann kann aus Gutem Böses entstehen.
So könnt Ihr’s an dem Ganzen sehn.
Montag, 5. Dezember 2016
Adventsrätsel, das fünfte von vierundzwanzig
Wer ihn hat, versucht ihn loszukriegen.
Hat man niemals ihn, ist’s kein Vergnügen.
Am besten ist wohl jener dran,
der ihn zeitweilig hat und stillen kann.
Hat man niemals ihn, ist’s kein Vergnügen.
Am besten ist wohl jener dran,
der ihn zeitweilig hat und stillen kann.
Sonntag, 4. Dezember 2016
Alien-Formel entzaubert
Vor 55 Jahren entstand eine der populärsten Formeln, die heute Kultstatus hat, wissenschaftlich aber kaum verwertbar ist -
Teil I
Die Logik besagt, dass auch außerirdische Geschöpfe samt und sonders Kinder ihrer Sonne sind und den Sternenstaub in sich tragen, der in unzähligen Supernovae-Explosionen in den Kosmos freigesetzt wurde. Diese sind ebenso wie wir Kinder des Wasserstoffs, der sich 380.000 Jahre nach dem Urknall bildete. Intelligentes Leben könnte daher im All weitverbreitet sein. Von dieser Prämisse ging auch Frank Drake aus, als er im April 1960 den ersten SETI-Suchlauf startete und eineinhalb Jahre später die erste SETI-Konferenz initiierte und dabei die Green-Bank-Gleichung vorstellte, die aber fast nur noch in der Popkultur wahrgenommen wird.
mehr:
- Entzauberte Alien-Formel (Harald Zaun, Telepolis, 03.12.2016)
==============
Die Drake-Gleichung [5:52]
MyCube2000 Veröffentlicht am 21.05.2012
Die Milchstraße besteht aus über 400 Milliarden Sternen, und die Milchstraße ist nur eine von Milliarden anderer Galaxien. Kann es somit sein daß wirklich nur auf der Erde Leben entstand? Oder vielleicht ist außerirdisches Leben garnicht so außergewöhnlich, nur daß es sich oft selber zerstört weil es die Möglichkeiten nicht mehr kontrollieren kann, die sich durch die technische Entwicklung ergeben. Wir sollten aber bedenken daß es schon aufgrund der unendlichen Größe des Universums und der Anzahl an Sternen in ihm die Existenz technologischer Zivilisationen, die die Kommunikationstechnologie beherrschen, wahrscheinlich ist. Die Drake-Gleichung gibt einen Eindruck wie viele Zivilisationen dort draußen sein könnten. Die Resultate variieren recht stark, abhängig von den Annahmen die gemacht werden. Die Gleichung ermittelt N: Die potentielle Anzahl intelligenter, die Kommunikationstechnologie beherrschende Zivilisationen in unserer Galaxie (= Milchstraße). N = R * f(p) * n(e) * f(l) * f(i) * f(c) * L
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Ufos - Teil 1/4 (Drake Gleichung) [8:52]
Horst Lüning Veröffentlicht am 17.02.2014
http://www.Whisky.de/shop/ Link zu Teil 2: http://youtu.be/zM3hid5ckM8 Glauben Sie an UFOs? Glauben Sie an Leben im Universum? Glauben Sie an intelligentes Leben außerhalb der Erde? Bevor wir über UFOs reden, müssen wir über Wahrscheinlichkeiten sprechen.
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Teil I
Die Logik besagt, dass auch außerirdische Geschöpfe samt und sonders Kinder ihrer Sonne sind und den Sternenstaub in sich tragen, der in unzähligen Supernovae-Explosionen in den Kosmos freigesetzt wurde. Diese sind ebenso wie wir Kinder des Wasserstoffs, der sich 380.000 Jahre nach dem Urknall bildete. Intelligentes Leben könnte daher im All weitverbreitet sein. Von dieser Prämisse ging auch Frank Drake aus, als er im April 1960 den ersten SETI-Suchlauf startete und eineinhalb Jahre später die erste SETI-Konferenz initiierte und dabei die Green-Bank-Gleichung vorstellte, die aber fast nur noch in der Popkultur wahrgenommen wird.
mehr:
- Entzauberte Alien-Formel (Harald Zaun, Telepolis, 03.12.2016)
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Die Drake-Gleichung dient zur Abschätzung der Anzahl der technischen, intelligenten Zivilisationen in unserer Galaxie, der Milchstraße. Sie wurde von Frank Drake, einem US-Astrophysiker, entwickelt und im November 1961 auf einer Konferenz in Green Bank, USA, vorgestellt; sie ist daher auch als Green-Bank-Formel oder SETI-Gleichung bekannt.[1][2][3] Die Formel wird häufig bei Überlegungen in Bezug auf die Suche nach extraterrestrischem Leben herangezogen.[4] Es handelt sich bei der Gleichung um ein Produkt, von dem die meisten Faktoren unbekannt sind. [Drake-Gleichung, Wikipedia, abgerufen am 04.12.2016]==============
Die Drake-Gleichung [5:52]
MyCube2000 Veröffentlicht am 21.05.2012
Die Milchstraße besteht aus über 400 Milliarden Sternen, und die Milchstraße ist nur eine von Milliarden anderer Galaxien. Kann es somit sein daß wirklich nur auf der Erde Leben entstand? Oder vielleicht ist außerirdisches Leben garnicht so außergewöhnlich, nur daß es sich oft selber zerstört weil es die Möglichkeiten nicht mehr kontrollieren kann, die sich durch die technische Entwicklung ergeben. Wir sollten aber bedenken daß es schon aufgrund der unendlichen Größe des Universums und der Anzahl an Sternen in ihm die Existenz technologischer Zivilisationen, die die Kommunikationstechnologie beherrschen, wahrscheinlich ist. Die Drake-Gleichung gibt einen Eindruck wie viele Zivilisationen dort draußen sein könnten. Die Resultate variieren recht stark, abhängig von den Annahmen die gemacht werden. Die Gleichung ermittelt N: Die potentielle Anzahl intelligenter, die Kommunikationstechnologie beherrschende Zivilisationen in unserer Galaxie (= Milchstraße). N = R * f(p) * n(e) * f(l) * f(i) * f(c) * L
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Ufos - Teil 1/4 (Drake Gleichung) [8:52]
Horst Lüning Veröffentlicht am 17.02.2014
http://www.Whisky.de/shop/ Link zu Teil 2: http://youtu.be/zM3hid5ckM8 Glauben Sie an UFOs? Glauben Sie an Leben im Universum? Glauben Sie an intelligentes Leben außerhalb der Erde? Bevor wir über UFOs reden, müssen wir über Wahrscheinlichkeiten sprechen.
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Elitenversagen
Warum Populisten weiter auf dem Vormarsch sind
Der Brexit und die Wahl Donald Trumps kamen keineswegs überraschend und sind offensichtlich der Beginn einer radikalen Zeitenwende, wenn bei den Eliten nicht sofort ein Umdenken stattfindet. Ein "weiter so und immer mehr vom Gleichen" ist nicht mehr möglich. Es ist an der Zeit für eine drastische Kehrtwende. Ansonsten werden Extreme die Welt verändern und Wohlstand und Demokratie werden langfristig auf dem Spiel stehen.
Großbritannien und die USA haben gewählt. Die einen die EU ab - und die anderen Donald Trump ins Präsidentenamt. Entgegen aller Horrorszenarien sind weder Großbritannien noch die USA im Meer versunken, noch sind die Märkte nachhaltig eingebrochen. Nein, sie sind sogar gestiegen. Mit der für uns keineswegs überraschenden Wahl Trumps zum US-Präsidenten wurden die Eliten nach dem Brexit abermals auf dem falschen Fuß erwischt.
mehr:
- Elitenversagen ( Matthias Weik und Marc Friedrich , Telepolis, 03.1.2016)
Patzelt über den Populismusbegriff, abgehobene Eliten, AfD, Merkel, Trump und Bundestagswahlkampf [11:19]
Raw Data Veröffentlicht am 21.11.2016
Prof. Dr. Werner Patzelt (CDU) von der TU Dresden im Interview mit Stefan Dyck über den Populismusbegriff, Ursache des erstarkenden Populismus, Elitenversagen, Globalisierung und Bundestagswahlkampf. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=yN5W6...
siehe auch:
- Was ist Politik? (Lothar Probst, Blätter für deutsche und internationale Politik, Oktober 2016)
- Politikwissenschaftler Herfried Münkler - "Große Teile des Volkes sind dumm"
(Moderation: Susanne Führer, Deutschlandradio Kultur, 19.11.2016)
Herfried Münkler im Gespräch mit Roger Schawinski - Schawinski vom 17.10.2016 [28:01]
Schweizer Radio und Fernsehen Veröffentlicht am 17.10.2016
Schaffen wir das? Seit über einem Jahr ist die europäische Politik durch die sogenannte Flüchtlingskrise herausgefordert. Laut Herfried Münkler sind demografisch schrumpfende Länder aber auf Migration angewiesen, wenn der Wohlstand bewahrt werden will. Mehr zur Sendung: http://www.srf.ch/sendungen/schawinsk... Der Konflikt in Syrien hat sich keineswegs entschärft. In Griechenland sitzen noch immer Tausende Flüchtlinge unter prekären Umständen fest. Die europäische Politik scheint mit dem einen wie mit dem anderen überfordert. Der bekannte deutsche Politologe Herfried Münkler, 65, hat zusammen mit seiner Frau Marina Themen und Herausforderungen rund um die sogenannte Flüchtlingskriese analysiert. Im Buch «Der neue Deutsche» kommt das Ehepaar zum Schluss, dass Mitteleuropa auf Zuwanderung angewiesen ist, sofern das demografische Defizit ausgeglichen werden will. Wie sonst kann ein schrumpfendes Land wie Deutschland seine Sozialsysteme und den Wohlstand erhalten? Gilt diese Analyse auch für die Schweiz? Muss sie sich für Zuwanderung öffnen? Sind europäische Rechtsparteien, welche für Abschottung plädieren, miteinander vergleichbar? Im Gespräch mit Roger Schawinski blickt Herfried Münkler auf das letzte Jahr Europapolitik und Flüchtlingskrise zurück und diskutiert, was es zukünftig braucht, um eine epochale Katastrophe zu verhindern.
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- Norbert Röttgen zur US-Wahl: Trump wird als Präsident scheitern ( Norbert Röttgen im Gespräch mit Gerhard Schröder, Deutschlandradio Kultur, 12.11.2016 )
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Der Brexit und die Wahl Donald Trumps kamen keineswegs überraschend und sind offensichtlich der Beginn einer radikalen Zeitenwende, wenn bei den Eliten nicht sofort ein Umdenken stattfindet. Ein "weiter so und immer mehr vom Gleichen" ist nicht mehr möglich. Es ist an der Zeit für eine drastische Kehrtwende. Ansonsten werden Extreme die Welt verändern und Wohlstand und Demokratie werden langfristig auf dem Spiel stehen.
Großbritannien und die USA haben gewählt. Die einen die EU ab - und die anderen Donald Trump ins Präsidentenamt. Entgegen aller Horrorszenarien sind weder Großbritannien noch die USA im Meer versunken, noch sind die Märkte nachhaltig eingebrochen. Nein, sie sind sogar gestiegen. Mit der für uns keineswegs überraschenden Wahl Trumps zum US-Präsidenten wurden die Eliten nach dem Brexit abermals auf dem falschen Fuß erwischt.
mehr:
- Elitenversagen ( Matthias Weik und Marc Friedrich , Telepolis, 03.1.2016)
Patzelt über den Populismusbegriff, abgehobene Eliten, AfD, Merkel, Trump und Bundestagswahlkampf [11:19]
Raw Data Veröffentlicht am 21.11.2016
Prof. Dr. Werner Patzelt (CDU) von der TU Dresden im Interview mit Stefan Dyck über den Populismusbegriff, Ursache des erstarkenden Populismus, Elitenversagen, Globalisierung und Bundestagswahlkampf. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=yN5W6...
siehe auch:
- Was ist Politik? (Lothar Probst, Blätter für deutsche und internationale Politik, Oktober 2016)
- Politikwissenschaftler Herfried Münkler - "Große Teile des Volkes sind dumm"
(Moderation: Susanne Führer, Deutschlandradio Kultur, 19.11.2016)
Herfried Münkler im Gespräch mit Roger Schawinski - Schawinski vom 17.10.2016 [28:01]
Schweizer Radio und Fernsehen Veröffentlicht am 17.10.2016
Schaffen wir das? Seit über einem Jahr ist die europäische Politik durch die sogenannte Flüchtlingskrise herausgefordert. Laut Herfried Münkler sind demografisch schrumpfende Länder aber auf Migration angewiesen, wenn der Wohlstand bewahrt werden will. Mehr zur Sendung: http://www.srf.ch/sendungen/schawinsk... Der Konflikt in Syrien hat sich keineswegs entschärft. In Griechenland sitzen noch immer Tausende Flüchtlinge unter prekären Umständen fest. Die europäische Politik scheint mit dem einen wie mit dem anderen überfordert. Der bekannte deutsche Politologe Herfried Münkler, 65, hat zusammen mit seiner Frau Marina Themen und Herausforderungen rund um die sogenannte Flüchtlingskriese analysiert. Im Buch «Der neue Deutsche» kommt das Ehepaar zum Schluss, dass Mitteleuropa auf Zuwanderung angewiesen ist, sofern das demografische Defizit ausgeglichen werden will. Wie sonst kann ein schrumpfendes Land wie Deutschland seine Sozialsysteme und den Wohlstand erhalten? Gilt diese Analyse auch für die Schweiz? Muss sie sich für Zuwanderung öffnen? Sind europäische Rechtsparteien, welche für Abschottung plädieren, miteinander vergleichbar? Im Gespräch mit Roger Schawinski blickt Herfried Münkler auf das letzte Jahr Europapolitik und Flüchtlingskrise zurück und diskutiert, was es zukünftig braucht, um eine epochale Katastrophe zu verhindern.
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- Norbert Röttgen zur US-Wahl: Trump wird als Präsident scheitern ( Norbert Röttgen im Gespräch mit Gerhard Schröder, Deutschlandradio Kultur, 12.11.2016 )
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Die Ausschließungsdynamik im "Postwachstumskapitalismus"
Oliver Nachtwey über die Ausschließungsdynamik im "Postwachstumskapitalismus".
Das 2016 veröffentlichte Buch Die Abstiegsgesellschaft - Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne von Oliver Nachtwey, in dem er Exklusionsmechanismen und Inklusionstendenzen der gegenwärtigen Gesellschaft untersucht, ist schon in der vierten Auflage erschienen und wird bereits jetzt als Klassiker der Soziologie gehandelt.
mehr:
- Abstiegsgesellschaft? (Reinhard Jellen, Telepolis, 03.12.2016)
"Die Abstiegsgesellschaft" [7:53]
lo cco Veröffentlicht am 14.07.2016
"Chancengleichheit ist das Gerechtigkeitsprinzip einer individualisierten Gesellschaft." Chancengleichheit, das war einmal, erklärt Autor Oliver Nachtwey. Der Soziologe und Fellow am Frankfurter Institut für Sozialforschung hat eine vielbeachtete, schonungslose Analyse der deutschen Gegenwart vorgelegt: "Die Abstiegsgesellschaft". Während in Zeiten der alten Bundesrepublik noch Chancengleichheit für alle propagiert wurde, garantieren heute Universitätsabschlüsse keine sichere Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt. Wir sprechen mit den Soziologen Oliver Nachtwey und Sighard Neckel. 11.07.2016
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mehr:
- Abstiegsgesellschaft? (Reinhard Jellen, Telepolis, 03.12.2016)
"Die Abstiegsgesellschaft" [7:53]
lo cco Veröffentlicht am 14.07.2016
"Chancengleichheit ist das Gerechtigkeitsprinzip einer individualisierten Gesellschaft." Chancengleichheit, das war einmal, erklärt Autor Oliver Nachtwey. Der Soziologe und Fellow am Frankfurter Institut für Sozialforschung hat eine vielbeachtete, schonungslose Analyse der deutschen Gegenwart vorgelegt: "Die Abstiegsgesellschaft". Während in Zeiten der alten Bundesrepublik noch Chancengleichheit für alle propagiert wurde, garantieren heute Universitätsabschlüsse keine sichere Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt. Wir sprechen mit den Soziologen Oliver Nachtwey und Sighard Neckel. 11.07.2016
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NSU: Geheimdienste vs. Öffentlichkeit
NSU-Ausschuss: Der Inlandsgeheimdienst führt Parlament und Öffentlichkeit fortgesetzt vor
Das Stück, das der Bundesverfassungsschutz um die Verschleierung seines Wissens über das NSU-Trio aufführt, wird immer tolldreister. Es heißt: Täuschung von Parlament und Öffentlichkeit und erlebt permanent neue Aufführungen. So auch in der jüngsten Sitzung des Bundestags-Untersuchungsausschusses Anfang Dezember 2016, sprich: fünf Jahre nach Aufdeckung des Skandals. Drei VS-Beamte - vier verschiedene Darstellungen: So lässt sich das Auskunftsverhalten des Dienstes zur Frage der illegalen Aktenvernichtungen im Amt zur Zeit zusammenfassen.
Die Sitzung ergab darüberhinaus weitere Hinweise auf die tendenziösen Ermittlungen sowohl vor dem Auffliegen des NSU-Trios im November 2011 als auch danach. "Vor 2011" wurden die Ressourcen nicht gebündelt - "nach 2011" sollten nur Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos als Täter identifiziert werden.
mehr:
- Bundesverfassungsschutz: "Völlig ratlose" Aktenvernichter (Thomas Moser, Telepolis, 03.12.2016)
Innenministerium ließ nach NSU-Auffliegen Akten vernichten [1:22]
Georg Lehle Veröffentlicht am 20.07.2012
Untersuchungen zum Rechtsterrorismus Ministerium ließ Verfassungsschutzakten vernichten Das Bundesinnenministerium hat zehn Tage nach dem Auffliegen der Thüringer Neonazi-Terrorzelle NSU die Vernichtung von Verfassungsschutz-Akten zum Thema Rechtsextremismus angeordnet. Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Stuttgarter Nachrichten". Er betonte allerdings, dass die Akten nichts mit dem NSU zu tun hätten. Am 19.07 forderte der NSU Untersuchungsausschuss die deutschen Behörden auf, "die Vernichtung von Akten mit Bezug zum Rechtsextremismus sofort einzustellen." Abgeordnete zeigten sich teilweise "fassungslos" darüber, „wie die Sicherheitsbehörden mit den Akten umgehen und umgegangen sind". http://friedensblick.de/1589/gibt-es-...
Der NSU Komplex - Reportage & Doku ARD 2016 [53:36]
Keper DOKU Veröffentlicht am 10.11.2016
Doku von Das Erste Deutsche Fehrnsehen aus dem Jahr 2016 über das Nazinetzwerk NSU, das mithilfe und unter den Augen des Staates mordend durch.
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Das Stück, das der Bundesverfassungsschutz um die Verschleierung seines Wissens über das NSU-Trio aufführt, wird immer tolldreister. Es heißt: Täuschung von Parlament und Öffentlichkeit und erlebt permanent neue Aufführungen. So auch in der jüngsten Sitzung des Bundestags-Untersuchungsausschusses Anfang Dezember 2016, sprich: fünf Jahre nach Aufdeckung des Skandals. Drei VS-Beamte - vier verschiedene Darstellungen: So lässt sich das Auskunftsverhalten des Dienstes zur Frage der illegalen Aktenvernichtungen im Amt zur Zeit zusammenfassen.
Die Sitzung ergab darüberhinaus weitere Hinweise auf die tendenziösen Ermittlungen sowohl vor dem Auffliegen des NSU-Trios im November 2011 als auch danach. "Vor 2011" wurden die Ressourcen nicht gebündelt - "nach 2011" sollten nur Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos als Täter identifiziert werden.
mehr:
- Bundesverfassungsschutz: "Völlig ratlose" Aktenvernichter (Thomas Moser, Telepolis, 03.12.2016)
Innenministerium ließ nach NSU-Auffliegen Akten vernichten [1:22]
Georg Lehle Veröffentlicht am 20.07.2012
Untersuchungen zum Rechtsterrorismus Ministerium ließ Verfassungsschutzakten vernichten Das Bundesinnenministerium hat zehn Tage nach dem Auffliegen der Thüringer Neonazi-Terrorzelle NSU die Vernichtung von Verfassungsschutz-Akten zum Thema Rechtsextremismus angeordnet. Ein Sprecher des Innenministeriums bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Stuttgarter Nachrichten". Er betonte allerdings, dass die Akten nichts mit dem NSU zu tun hätten. Am 19.07 forderte der NSU Untersuchungsausschuss die deutschen Behörden auf, "die Vernichtung von Akten mit Bezug zum Rechtsextremismus sofort einzustellen." Abgeordnete zeigten sich teilweise "fassungslos" darüber, „wie die Sicherheitsbehörden mit den Akten umgehen und umgegangen sind". http://friedensblick.de/1589/gibt-es-...
Der NSU Komplex - Reportage & Doku ARD 2016 [53:36]
Keper DOKU Veröffentlicht am 10.11.2016
Doku von Das Erste Deutsche Fehrnsehen aus dem Jahr 2016 über das Nazinetzwerk NSU, das mithilfe und unter den Augen des Staates mordend durch.
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Das Bundeskriminalamt und die Rechtschreibung
Das Bundeskriminalamt (BKA) kann einem "Spiegel"-Bericht zufolge viele Stellen nicht besetzen, weil Bewerber reihenweise durch den hauseigenen Deutschtest fallen.
Eigentlich sollten 120 der in diesem Jahr neu geschaffenen 317 Stellen an Kommissarsanwärter vergeben werden - doch nur 62 traten ihre Ausbildung an, wie das Magazin unter Berufung auf den Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) berichtet. Als Hauptgrund nannte der BDK-Vorsitzende André Schulz den Rechtschreibtest, an dem die meisten Bewerber trotz Abitur scheitern würden.
mehr:
- Im Deutsch-Test durchgefallen: BKA kann viele Stellen nicht besetzen (mh, DPA, N24, n24, 04.12.2016)
Zitat:
- Viele Stellen bleiben unbesetzt: BKA-Bewerber scheitern an Deutschtest (Tagesschau, 03.12.2016)
- "Spiegel": BKA kann viele Stellen wegen Scheiterns am Deutschtest nicht besetzen (n24, 03.12.2016)
- BKA-Bewerber scheitern am Deutschtest (SPON, 0312.2016)
siehe auch:
- Pro und Kontra zur Pisa-Studie: Was bringt die Vermessung der Schule? (Silke Fokken, SPON, 05.12.2016)
- Ein Schulbuch, das keiner versteht (Post, 03.03.2016)
- Berlin schafft Geschichtsunterricht ab (Post, 27.10.2014)
- Ukraine 16 – Eine Gefährdung unserer Europäischen Kultur (Post, 18.08.2014)
- Heute vor dreizehn Jahren: Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtschreibreform (Post, 14.07.2011)
- Föhn mich nicht zu (Post, 05.09.2010)
- Eine Farce (Post, 16.03.2006)
Eigentlich sollten 120 der in diesem Jahr neu geschaffenen 317 Stellen an Kommissarsanwärter vergeben werden - doch nur 62 traten ihre Ausbildung an, wie das Magazin unter Berufung auf den Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) berichtet. Als Hauptgrund nannte der BDK-Vorsitzende André Schulz den Rechtschreibtest, an dem die meisten Bewerber trotz Abitur scheitern würden.
mehr:
- Im Deutsch-Test durchgefallen: BKA kann viele Stellen nicht besetzen (mh, DPA, N24, n24, 04.12.2016)
Zitat:
"Die Hürden bei der Aufnahmeprüfung wurden schon in den vergangenen Jahren bei der Polizei in den Ländern und beim Bund gesenkt: sei es beim Mindestalter, bei der Mindestgröße oder beim Sporttest. Wenn nun auch der Deutschtest reduziert oder gar abgeschafft wird, muss man sich schon fragen, was mit unserem Bildungssystem nicht in Ordnung ist." (André Schulz gegenüber dem SPIEGEL)siehe auch:
- Viele Stellen bleiben unbesetzt: BKA-Bewerber scheitern an Deutschtest (Tagesschau, 03.12.2016)
- "Spiegel": BKA kann viele Stellen wegen Scheiterns am Deutschtest nicht besetzen (n24, 03.12.2016)
- BKA-Bewerber scheitern am Deutschtest (SPON, 0312.2016)
siehe auch:
- Pro und Kontra zur Pisa-Studie: Was bringt die Vermessung der Schule? (Silke Fokken, SPON, 05.12.2016)
- Ein Schulbuch, das keiner versteht (Post, 03.03.2016)
- Berlin schafft Geschichtsunterricht ab (Post, 27.10.2014)
- Ukraine 16 – Eine Gefährdung unserer Europäischen Kultur (Post, 18.08.2014)
- Heute vor dreizehn Jahren: Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Rechtschreibreform (Post, 14.07.2011)
- Föhn mich nicht zu (Post, 05.09.2010)
- Eine Farce (Post, 16.03.2006)
Adventsrätsel, das vierte von vierundzwanzig
Das Erste ist weniger als mehr,
das Zweite klein an Stärke und Gewicht.
Vereint ist es so ungefähr
ein Streit um Hoffnung und Verzicht.
das Zweite klein an Stärke und Gewicht.
Vereint ist es so ungefähr
ein Streit um Hoffnung und Verzicht.
Samstag, 3. Dezember 2016
Freitag, 2. Dezember 2016
Imperiales Gehabe: der lange Arm der US-Gesetze
Imperiales Gehabe: der lange Arm der US-Gesetze | Panorama | NDR {12:08}
ARD
Am 02.12.2016 veröffentlicht
Am 02.12.2016 veröffentlicht
Obwohl sie nach deutschem und europäischem Recht legal handeln, setzen die USA Firmen auf Schwarze Listen. Regieren die USA in das Wirtschaftsleben anderer Staaten hinein?
http://www.daserste.de
http://www.daserste.de
»Sully«-Kritiken: Eastwood einmal mehr in der Populismus-Schublade
Dogmatische Wissenschaftsfeindschaft: Clint Eastwoods "Sully" ist eine gut verpackte reaktionäre Botschaft
Es ist eines jener Bilder, die einmal gesehen, für immer im Gedächtnis bleiben: Ein Airbus, der mitten im Hudson-River vor Manhattan schwimmt, nachdem der Pilot wegen Totalausfalls der Triebwerke notwassern musste. Innerhalb von wenigen Stunden wurde der Kapitän, Chesley “Sully” Sullenberger, einer der berühmtesten Piloten der Welt nach Charles Lindbergh. Doch was geschah danach?
Clint Eastwood erzählt jetzt diese Geschichte, erzählt von Zweifeln und Rechtfertigungen und den Untersuchungen des Unglücks, denen sich der mutige Pilot ausgesetzt sah. Eine Beleidigung des Helden? Sully ist ein sehr menschlicher, aber auch ein sehr klassischer Hollywood-Film geworden.
"Mayday Mayday!!" - ein Flugzeug fliegt zwischen den Wolkenkratzern von Manhattan, stürzt ab zwischen den Häuserschluchten New Yorks, kracht in einem Feuerball in eines der Hochhäuser. Ein Albtraum nur, aber im Kino ans kollektive 9/11-Gedächtnis rührend, ein Albtraum der Hauptfigur, dem das, was er kurz davor durchlebt hat, erst jetzt ins Bewusstsein fährt.
Dann sieht man den älteren Mann mit dem silbrigen Haar und dem schmucken Schnurrbart joggen. Am Hudson-River, den die Kamera in prächtige, warme Abendrotfarben taucht. "Sully" ist zuerst einmal ein schöner Film, ein Film mit klassischen Tugenden des musikalisch-beiläufigen Erzählens.
mehr:
- Helden-Majestätsbeleidigung (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 02.12.2016)
mein Kommentar:
In meinem Post zur Entscheidung des Nobelpreiskommittees, Bob Dylan den Literaturnobelpreis zu verleihen,
Endlich: Bob Dylan kriegt den Literaturnobelpreis – »The way we look at the world…« (13.10.2016)
habe ich Eastwood und die Perry-Rhodan-Serie als Pendants zum Mißverstanden-Werden Dylans als Beispiele für das sofortige Einsortieren in bereitstehende Schubladen angeführt.
Dürfte es auch etwas differenzierter sein?
Genauso wie Monitor-Redakteur Casdorff packte auch Zukunftsforsscher Jungk Perry Rhodan fast reflexhaft in die faschistoide Schublade, aus meiner Sicht ähnlich kurzsichtig wie Vorwürfe an die Adresse Dylans, bestimmte Lieder bei seinen Auftritten in der VR China nicht zu spielen (Blowin’ in the Idiot Wind, Maureen Dowd, NY Times, 09.04.2011) oder für seine Auftritte eine E-Gitarre zu verwenden.
Noch einmal: Das Problem sind weder Dylan noch Eastwood, das Problem ist das reflexhafte Verwenden unserer Schubladen!
Fazit des Artikels: Kritisiert nicht die Spezialisten, ihr blickt ja doch nicht durch!
Was aber ist, wenn die Spezialisten-Clique korrumpiert und nur noch an ihrem Machterhalt ist?
=============
mein Kommentar:
Kapieren die Kritiker die Dinge erst, wenn ein Etikett draufklebt?
Wer käme auf die Idee, dem Film »Ein andalusischer Hund« vorzuwerfen, er stelle nicht die Handlung in den Vordergrund und gebe keine Antworten?
Das ist nicht die Aufgabe des Surrealismus!
siehe auch:
- Ein eindeutiger Held (Lukas Foerster, der Freitag, 02.12.2016)
- Der Mann, der auf dem Hudson landete (Peter Körte, FAZ, 30.11.2016)
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Es ist eines jener Bilder, die einmal gesehen, für immer im Gedächtnis bleiben: Ein Airbus, der mitten im Hudson-River vor Manhattan schwimmt, nachdem der Pilot wegen Totalausfalls der Triebwerke notwassern musste. Innerhalb von wenigen Stunden wurde der Kapitän, Chesley “Sully” Sullenberger, einer der berühmtesten Piloten der Welt nach Charles Lindbergh. Doch was geschah danach?
Clint Eastwood erzählt jetzt diese Geschichte, erzählt von Zweifeln und Rechtfertigungen und den Untersuchungen des Unglücks, denen sich der mutige Pilot ausgesetzt sah. Eine Beleidigung des Helden? Sully ist ein sehr menschlicher, aber auch ein sehr klassischer Hollywood-Film geworden.
"Mayday Mayday!!" - ein Flugzeug fliegt zwischen den Wolkenkratzern von Manhattan, stürzt ab zwischen den Häuserschluchten New Yorks, kracht in einem Feuerball in eines der Hochhäuser. Ein Albtraum nur, aber im Kino ans kollektive 9/11-Gedächtnis rührend, ein Albtraum der Hauptfigur, dem das, was er kurz davor durchlebt hat, erst jetzt ins Bewusstsein fährt.
Dann sieht man den älteren Mann mit dem silbrigen Haar und dem schmucken Schnurrbart joggen. Am Hudson-River, den die Kamera in prächtige, warme Abendrotfarben taucht. "Sully" ist zuerst einmal ein schöner Film, ein Film mit klassischen Tugenden des musikalisch-beiläufigen Erzählens.
mehr:
- Helden-Majestätsbeleidigung (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 02.12.2016)
mein Kommentar:
In meinem Post zur Entscheidung des Nobelpreiskommittees, Bob Dylan den Literaturnobelpreis zu verleihen,
Endlich: Bob Dylan kriegt den Literaturnobelpreis – »The way we look at the world…« (13.10.2016)
habe ich Eastwood und die Perry-Rhodan-Serie als Pendants zum Mißverstanden-Werden Dylans als Beispiele für das sofortige Einsortieren in bereitstehende Schubladen angeführt.
Dürfte es auch etwas differenzierter sein?
Genauso wie Monitor-Redakteur Casdorff packte auch Zukunftsforsscher Jungk Perry Rhodan fast reflexhaft in die faschistoide Schublade, aus meiner Sicht ähnlich kurzsichtig wie Vorwürfe an die Adresse Dylans, bestimmte Lieder bei seinen Auftritten in der VR China nicht zu spielen (Blowin’ in the Idiot Wind, Maureen Dowd, NY Times, 09.04.2011) oder für seine Auftritte eine E-Gitarre zu verwenden.
Noch einmal: Das Problem sind weder Dylan noch Eastwood, das Problem ist das reflexhafte Verwenden unserer Schubladen!
Fazit des Artikels: Kritisiert nicht die Spezialisten, ihr blickt ja doch nicht durch!
Was aber ist, wenn die Spezialisten-Clique korrumpiert und nur noch an ihrem Machterhalt ist?
“Daß ihr Menschen”, rief ich aus, “um von einer Sache zu reden, gleich sprechen müßt: ’das ist töricht, das ist klug, das ist gut, das ist bös!’ und was will das alles heißen? Habt ihr deswegen die innern Verhältnisse einer Handlung erforscht? Wißt ihr mit Bestimmtheit die Ursachen zu entwickeln, warum sie geschah, warum sie geschehen mußte? Hättet ihr das, ihr würdet nicht so eilfertig mit euren Urteilen sein”. [Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werthers, Am 12. August]
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Hauptkritikpunkte waren, dass=============
- der Film, anders als "normale" Hollywoodproduktionen, nicht die Handlung in den Vordergrund stelle
- einige Rollen jeweils nur aus einem langen Monolog bestehen
- der Film keine Antworten gebe auf die Fragen, die er aufwirft [Masked and Anonymous, Kritik, Wikipedia, abgerufen am 02.12.2016]
mein Kommentar:
Kapieren die Kritiker die Dinge erst, wenn ein Etikett draufklebt?
Wer käme auf die Idee, dem Film »Ein andalusischer Hund« vorzuwerfen, er stelle nicht die Handlung in den Vordergrund und gebe keine Antworten?
Das ist nicht die Aufgabe des Surrealismus!
siehe auch:
- Ein eindeutiger Held (Lukas Foerster, der Freitag, 02.12.2016)
- Der Mann, der auf dem Hudson landete (Peter Körte, FAZ, 30.11.2016)
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Das Unbehagen in der Kultur ist der Titel einer 1930 erschienenen Schrift von Sigmund Freud. Die Arbeit ist, neben Massenpsychologie und Ich-Analyse von 1921, Freuds umfassendste kulturtheoretische Abhandlung; sie gehört zu den einflussreichsten kulturkritischen Schriften des 20. Jahrhunderts. Thema ist der Gegensatz zwischen der Kultur und den Triebregungen. Die Kultur ist bestrebt, immer größere soziale Einheiten zu bilden. Hierzu schränkt sie die Befriedigung sexueller und aggressiver Triebe ein; einen Teil der Aggression verwandelt sie in Schuldgefühl. Auf diese Weise ist die Kultur eine Quelle des Leidens; ihre Entwicklung führt zu einem wachsenden Unbehagen. [Das Unbehagen in der Kultur, Wikipedia, abgerufen am 02.12.2016]
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siehe auch:
- Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur (ZEIT-Magazin, 01.08.1980)
- Zu Sigmund Freud „Das Unbehagen in der Kultur“ (Astrid Schmidt, FU Berlin, VS Literatur- und Kulturtheorie, 2007, PDF)
- Das Unbehagen in der Kultur - Sigmund Freud (Alexander Fiedler, Otto-Friedrich-Univerität Bamber, Fachbereich Europäische Ethnologie, WS 2012/2013, auf seiner Internet-Seite, PDF)
- Sigmund Freud: Das Unbehagen in der Kultur (Projekt Gutenberg)
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Freud war von Beginn an, wie er sagte, nicht so sehr Seelenarzt, sondern eher ein „Konquistadorentemperament“, jemand, der noch unerforschte geistige Kontinente erobern wollte. Dabei stieß er aber schon früh an seine inneren Grenzen. Denn obwohl er, nach Eroberung des Kontinents des Unbewussten, durch seine Neurosenlehre im Grunde „die gesamte Menschheit zum Patienten“ gemacht hatte – schon wegen der weltweiten Verbreitung der Religionen und ihrer säkularen Ersatzideologien – scheute er zurück, wenn es um praktische Konsequenzen aus dieser Auffassung ging: Konkrete Gesellschaftskritik, politische Schritte zur Neurosenprophylaxe lehnte er seiner inneren Einstellung nach ab. [Das Unbehagen in der Kultur, Freuds Zurückschrecken vor praktischen Konsequenzen, Wikipedia, abgerufen am 02.12.2016]
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Mein Kommentar:
Freuds Neffe Edward Bernays hat gut dran verdient, vor den praktischen Konsequenzen nicht zurückzuschrecken:
- Angewandte Psychoanalyse: Masse und Mob – Wie sich Emotionen in der Menge entladen, und wie sie gesteuert werden können (Post, 14.03.2016)
Mein Kommentar:
Freuds Neffe Edward Bernays hat gut dran verdient, vor den praktischen Konsequenzen nicht zurückzuschrecken:
- Angewandte Psychoanalyse: Masse und Mob – Wie sich Emotionen in der Menge entladen, und wie sie gesteuert werden können (Post, 14.03.2016)
Es gibt in der Geschichte der Menschheit immer wieder Situationen, in denen Menschen vor den praktischen Konsequenzen nicht zurückgeschreckt sind.
Es darf vermutet werden, daß das »Zurückschrecken« eine wertvolle kulturelle Errungenschaft ist! (Nachteil: die Verkaufszahlen gehen zurück…)
Mit anderen Worten: Demut, Rücksichtnahme, Selbstbeschränkung, Selbstaufgeklärtheit, d.h. Anerkennung, daß man selber der Fall ist, mit dem man eigentlich handeln muß. Nicht die anderen sind die Faschisten, die Dummköpfe, die Radikalen, sondern man muß sich selbst als potentiellen Faschisten, potentiellen Radikalen in sein Urteil miteinbeziehen…« [Bazon Brock in einem RT-Interview zu unlösbaren Problemen]
siehe dazu auch:
- Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 16.07.2016)
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Bernie Sanders, Spike Lee und der Mann mit den Atomcodes
Im Gespräch Der Senator Bernie Sanders und der Filmemacher Spike Lee diskutieren über Trumps Erfolg und Clintons Fehler – und wie man es 2017 besser machen könnte
Bernie Sanders stürmt mit dem Kopf voran in das Hotelzimmer im Zentrum von Manhattan. Der Mann hat keine Zeit zu verlieren. Dies ist nicht der lustige Wahlkampf-Bernie. So, wie er heute auftritt, fühlt es sich sogar falsch an, ihn überhaupt Bernie zu nennen. Senator Sanders zeigt sich als gestandener Politiker mit 40-jähriger Erfahrung, der dafür brennt, der Politik seiner Gegner mit seinen eignen politischen Vorstellungen zu begegnen und der kein Verständnis für Leute hat, die stattdessen lieber lamentieren und rumjammern. Das einzige, was noch an den Wahlkampf-Sanders erinnert, ist die Angewohnheit, alles zweimal zu sagen.
Spike Lee hingegen ist ein emotionaler Mensch. Er hat für Sanders Wahlkampf gemacht und will von ihm in den Arm genommen werden. Er will die Bestätigung, dass die Welt verrückt geworden ist, aber wieder in Ordnung kommen wird. Er will seine Wunden lecken. Sanders kann das zwar verstehen, macht aber auch keinen Hehl daraus, dass es ihn nervt. Die beiden stehen politisch auf derselben Seite, haben aber unterschiedliche Funktionen inne. Der eine steht für die politische Gegnerschaft zu Trump, der andere für die kulturelle. Lee erhofft sich von Sanders Orientierung darüber, wie die Oppositionsarbeit gegen Trumps Politik funktionieren könnte, er will aber auch hören, dass Annäherung und Zusammenarbeit mit Trump nicht auf Kosten von Grundwerten geht.
Hier besteht Dissens. Lee kann es sich leisten, in absolute Opposition zu Trump zu gehen und dessen Unterstützer zu denunzieren. Der eigentlich als kompromisslos bekannte Sanders hingegen ist in diesem Punkt sogar zurückhaltender als seine Kollegen wie der US-amerikanischePolitiker Harry Reid. Der Minderheitenführer im Weißen Haus hat Trump öffentlich als „Sexualstraftäter“ bezeichnet, „der über eine Million Stimmen weniger erhalten hat als Clinton und in seiner Kampagne auf Bigotterie und Hass setzte“.
Sanders verurteilt diese Seite an Trump, aber er weigert sich – wahrscheinlich aus politischem Pragmatismus heraus – Millionen weißer Wähler aus der Arbeiterschicht als Rassisten zu bezeichnen. Lee ist nicht so ohne weiteres bereit, den Trump-Wählern diesen Vertrauensvorschuss zu geben. Hier ist, was sie sich zu sagen haben.
mehr:
- "Wo liegt die Hoffnung?" (Emma Brockes, der Freitag, 01.12.2016)
Bernie Sanders stürmt mit dem Kopf voran in das Hotelzimmer im Zentrum von Manhattan. Der Mann hat keine Zeit zu verlieren. Dies ist nicht der lustige Wahlkampf-Bernie. So, wie er heute auftritt, fühlt es sich sogar falsch an, ihn überhaupt Bernie zu nennen. Senator Sanders zeigt sich als gestandener Politiker mit 40-jähriger Erfahrung, der dafür brennt, der Politik seiner Gegner mit seinen eignen politischen Vorstellungen zu begegnen und der kein Verständnis für Leute hat, die stattdessen lieber lamentieren und rumjammern. Das einzige, was noch an den Wahlkampf-Sanders erinnert, ist die Angewohnheit, alles zweimal zu sagen.
Spike Lee hingegen ist ein emotionaler Mensch. Er hat für Sanders Wahlkampf gemacht und will von ihm in den Arm genommen werden. Er will die Bestätigung, dass die Welt verrückt geworden ist, aber wieder in Ordnung kommen wird. Er will seine Wunden lecken. Sanders kann das zwar verstehen, macht aber auch keinen Hehl daraus, dass es ihn nervt. Die beiden stehen politisch auf derselben Seite, haben aber unterschiedliche Funktionen inne. Der eine steht für die politische Gegnerschaft zu Trump, der andere für die kulturelle. Lee erhofft sich von Sanders Orientierung darüber, wie die Oppositionsarbeit gegen Trumps Politik funktionieren könnte, er will aber auch hören, dass Annäherung und Zusammenarbeit mit Trump nicht auf Kosten von Grundwerten geht.
Hier besteht Dissens. Lee kann es sich leisten, in absolute Opposition zu Trump zu gehen und dessen Unterstützer zu denunzieren. Der eigentlich als kompromisslos bekannte Sanders hingegen ist in diesem Punkt sogar zurückhaltender als seine Kollegen wie der US-amerikanischePolitiker Harry Reid. Der Minderheitenführer im Weißen Haus hat Trump öffentlich als „Sexualstraftäter“ bezeichnet, „der über eine Million Stimmen weniger erhalten hat als Clinton und in seiner Kampagne auf Bigotterie und Hass setzte“.
Sanders verurteilt diese Seite an Trump, aber er weigert sich – wahrscheinlich aus politischem Pragmatismus heraus – Millionen weißer Wähler aus der Arbeiterschicht als Rassisten zu bezeichnen. Lee ist nicht so ohne weiteres bereit, den Trump-Wählern diesen Vertrauensvorschuss zu geben. Hier ist, was sie sich zu sagen haben.
mehr:
- "Wo liegt die Hoffnung?" (Emma Brockes, der Freitag, 01.12.2016)
Adventsrätsel, das zweite von vierundzwanzig
Unter Hundertausend einer bringt es wohl zum »u«.
Mit »a« ist es bedeutend leichter, da kommt es von der Kuh.
Mit »a« ist es bedeutend leichter, da kommt es von der Kuh.
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