Freitag, 24. November 2017

Emmerson Mnangagwa: Sie nennen ihn Krokodil

Nach dem geplanten Militärputsch wird Emmerson Mnangagwa neuer Präsident Simbabwes. Wer ist der Mann, der jahrzehntelang Robert Mugabe stützte und ihn dann stürzte?

Die Nachricht, dass Robert Mugabe nach 37 Jahren Präsidentschaft endlich zurücktritt, führte zu einem Freudentaumel unter den Simbabwern, wortwörtlich. Die Menschen tanzten und feierten auf der Straße. Die Hoffnung auf einen Neuanfang für das Land ist groß. Viel zu lange haben die Menschen unter dem Tyrannen Mugabe, seiner Ehefrau und seinen Getreuen gelitten. Nun soll Emmerson Mnangagwa Simbabwe in die Zukunft führen. Aber wer ist dieser Mann? Und ist er die richtige Person für diese Aufgabe?

Emmerson Dambudzo Mnangagwa wurde am 15. September 1942 geboren – in dem Jahr, in dem sein Vorgänger Robert Mugabe 18 Jahre alt wurde. Und obwohl die beiden fast zwei Jahrzehnte trennen, brachte sie der Unabhängigkeitskampf zusammen und machte sie zu politischen Partnern. Wie kaum andere politische Führer sind die beiden durch eine extrem lange politische Zusammenarbeit miteinander verbunden. Am Ende allerdings endete diese Symbiose auf dramatische Weise. So viel steht fest: Emmerson Mnangagwa hat den Niedergang seines Vorgängers akribisch seit Jahren geplant. In dessen Schatten der Macht hat er auf den richtigen Moment gewartet, um dann zuzuschlagen. Mit seiner heutigen Wahl zum Präsidenten hat er damit eine Epoche beendet, die Simbabwe in eine tiefe Krise gestürzt hatte.

Mnangagwa wird in Simbabwe auch ED genannt. Er stammt aus einer Farmerfamilie, wie viele Männer seiner Generation. Sein Vater kämpfte gegen koloniale Gesetze und zog aus dem früheren Rhodesien ins heutige Sambia, wo er längere Zeit lebte. Die politischen Erfahrungen seiner Familie prägten auch den jungen Emmerson.

mehr:
- Emmerson Mnangagwa: Sie nennen ihn Krokodil (Joseph Maramba, ZON, 24.11.2017)

"Simbabwe: Chronik eines Untergangs."- Mit offenen Karten | ARTE

Veröffentlicht am 17.04.2017
der Wolpertinger.
Simbabwe liegt im südlichen Afrika und grenzt an Mosambik, Sambia, Botsuana und Südafrika. Die Hauptstadt des Landes ist Harare, es ist etwa 400.000 km2 groß und hat ungefähr 12 Millionen Einwohner. Die meisten Einwohner Simbabwes gehören zwei Volksgruppen an. 80 % sind Shona, ein Bantuvolk, 15 % sind Ndebele, die sich von den Zulu abgespalten haben. Dazu kommen Weiße, denn das Land war mehrere Jahrzehnte lang Teil einer britischen Kolonie.
Simbabwe war der südliche Teil einer Ende des 19. Jahrhunderts von Cecil Rhodes, dem Gründer der Bergbaugesellschaft De Beers, geschaffenen britischen Kolonie. Ihm verdankte die Kolonie auch ihren Namen: Rhodesien.
Als Großbritannien das Land 1980 in die Unabhängigkeit entließ, wurde aus Südrhodesien Simbabwe, was in der Sprache der Shona "Häuser aus Stein" bedeutet. Präsident wurde ein Held des Unabhängigkeitskampfes, Robert Mugabe. Der junge Staat erbte eine gute wirtschaftliche Situation.
Abgebaut wurden Gold, Kupfer, Eisen, Nickel und Chrom – 10 % der weltweiten Chromvorkommen sollen in Simbabwe lagern.Die Industrialisierung war in Simbabwe weiter fortgeschritten als in den meisten anderen afrikanischen Ländern, es hatte ein gut entwickeltes Verkehrsnetz und einen funktionierenden Finanzsektor. In den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit stieg der Lebensstandard der Bevölkerung deutlich an. Inzwischen hat sich die Situation allerdings grundlegend geändert.
Ende der neunziger Jahre beteiligte sich Simbabwe direkt am Krieg in der Demokratischen Republik Kongo. Mugabe unterstützte den neuen Präsidenten Laurent Désiré Kabila, lieferte ihm Waffen und Munition auf Kredit und entsandte Truppen. 2001 befanden sich 12.000 Soldaten aus Simbabwe in der Demokratischen Republik Kongo, was den Staatshaushalt des Landes weit über die Maßen beanspruchte. Die öffentliche Verschuldung stieg rapide an.
Ein weiterer Faktor für die Zuspitzung der Krise war die Landreform im Jahr 2000. In der Vergangenheit waren die fruchtbarsten Ackerflächen, die man hier sieht, stets von weißen Farmern bestellt worden. Im Jahr 2000 beschloss Mugabe dann die Verstaatlichung von fast 70 % dieser Ländereien, die etwa 4500 weißen Farmern gehörten.Das Land wurde an Anhänger des Regimes verschenkt, denen es in vielen Fällen an Kapital und Fachwissen mangelte und die deshalb nicht in der Lage waren, die Höfe zu betreiben und die Äcker zu bestellen. Die Tabakproduktion, bis dahin zum großen Teil für den Export bestimmt, ging zurück und die gesamte Agrarproduktion brach zusammen, wodurch 200.000 Landarbeiter ihre Arbeit verloren. Das gleiche geschah mit der Produktion von Mais, dem Hauptnahrungsmittel des Landes, und der von Weizen. 2007 waren 2 Millionen Menschen auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Zu Beginn des Jahres 2009 sind es mehr als 5 Millionen, 45 % der Bevölkerung Simbabwes.
Die kostenlose Gesundheitsversorgung, die in der ersten Hälfte der achtziger Jahre eingerichtet worden war, ist besonders schwer betroffen: Etwa 80 % der Ärzte und Krankenschwestern haben das Land verlassen, die meisten von ihnen in Richtung Großbritannien. In den Krankenhäusern mangelt es an Personal, Medikamenten und Ausrüstung.2007 waren laut WHO 17 % der Erwachsenen HIV-infiziert. 14.000 Menschen sterben pro Monat an Aids, dadurch ist die Krankheit die erste Sterbeursache!
Dieser Mangel an Stabilität hat natürlich schwerwiegende Folgen.• Die schwindelerregende Inflationsrate führt dazu, dass man mehrere Milliarden Simbabwe-Dollar braucht, um drei Eier zu kaufen. Deshalb greifen die Simbabwer anstatt zu ihrer Währung zum Tauschhandel und bezahlen in natura oder in Fremdwährungen, vor allem mit südafrikanischen Rand. Der Mangel an Kraftstoff beeinträchtigt den Transportsektor. Die Touristen meiden inzwischen das Land, das früher sehr beliebt war, da es über eine reiche Tierwelt und bedeutende Sehenswürdigkeiten wie die Victoriafälle und die Ruinen Groß-Simbabwes verfügt. Außerdem sind natürlich die ausländischen Investoren verschwunden.
Wie war es möglich, dass Simbabwe, das in den neunziger Jahren noch als Modellstaat galt, unter Robert Mugabe in ein wirtschaftliches und politisches Chaos abglitt, das für ein sich nicht im Kriegszustand befindendes Land beispiellos ist?
Beitragslänge: 9.57 Minuten
Erstausstrahlung: Dezember 2008
Aktuelle News/Nachrichten zum Thema:
https://news.google.com/news/search/s...
Zur aktuellen Lage in Simbabwe: https://www.auswaertiges-amt.de/de/au...
Die Bevölkerungsuhr von Simbabwe: http://countrymeters.info/de/Zimbabwe
Reisen nach Simbabwe: https://wikitravel.org/de/Simbabwe
Original DVD/VOD in der ARTE-Boutique:
Quelle: ddc.arte,tv/de

Robert Mugabe, Wer mit Ungeheuern kämpft, Dokumentation deutsch, Doku 2015,HD {1:53:02}

Veröffentlicht am 30.05.2016
Frank Stanford
Robert Mugabe, Wer mit Ungeheuern kämpft, 2015 HD.

Frankreich: "Machtwort" des Premierministers gegen geschlechtergerechte Sprache

Edouard Philippe weist seine Mitarbeiter an, in offiziellen Schreiben die "inklusive Schreibweise" nicht zu verwenden

Lange Zeit konnten sich die Liebhaber der traditionellen französischen Schriftsprache beruhigt mit Proust oder auch zeitgenössischen literarischen Größen mit dem Gedanken schlafen legen, dass bestimmte Sprachregeln so bleiben, wie sie festgeschrieben sind. Die Vorstöße für "geschlechtergerechte Sprache" würden in Frankreich an den Wächtern der Académie française zerschellen.


Immerhin hatten es die beinharten Hüter geschafft, dass in Frankreich nicht "Computer" oder "digital" im Gespräch wie im journalistischen Gebrauch die gängigen Begriffe sind, sondern die französischen Formen "ordinateur" und "numérique". Sie konnten also gegen einen global verbreiteten Sprachgebrauch durchsetzen, dass die lebendige französische Sprache auf ihren Eigenheiten bestehen kann.


Nun kämpfen zwei Rigorismen, zwei Sprachpolizisten, miteinander, das macht den Konflikt in Frankreich besonders interessant: der Rigorismus der Académie française gegen den Rigorismus derjenigen, die Geschlechtergerechtigkeit in der französischen Sprache einfordern. Das Prinzip "Das Maskulin setzt sich gegen das Feminin durch" soll mit Alternativen außer Kraft gesetzt werden.

mehr:
- Frankreich: "Machtwort" des Premierministers gegen geschlechtergerechte Sprache (Thomas Pany, Telepolis, 21.11.2017)

Bangladesch: Hungerbeseitigung mit schweren Nebenwirkungen

Was aus einem Entwicklungsland wird, das 20 Jahre als Lieblingsschüler des Internationalen Währungsfonds galt
Auf der Straße kämpft sich hupend eine Blechlawine voran, während auf dem Bürgersteig Mensch den Menschen voran schiebt: "Es ist gut, in Kolkata zu sein. Hier kann ich mal durchatmen. Selbst der Fluss ist sauber, das Essen hat eine hohe Qualität und es gibt sogar eine Metro-Linie", sagt Herr Bishwas im Viertel BBG Bagh in Kolkata.

Mit dem Fluss meint Bishwas den Hugli, der eine Verschmutzung von bis zu 1,5 Millionen Kolibakterien pro Zentiliter aufweist - in Indien sind nur 500 erlaubt. Und da schwimmen noch Fische drin, die gefangen und auf dem Markt verkauft werden.

Auch so dörflich ist es hier nicht: Kolkata ist die zweitlauteste Stadt der Erde und es leben 24.000 Menschen auf einem Quadratkilometer - in Berlin sind es knapp 4000. Doch es gibt keinen Grund, den Psychiater zu rufen: Herr Bishwas kommt aus der Altstadt Dhakas, wo bis zu 135.000 Menschen auf einem Quadratkilometer wohnen. Der Burigangafluss, einen Steinwurf entfernt, ist eine stinkende, schwarze Kloake - wie alle Flüsse der Hauptstadt Bangladeschs. Dafür sorgen nicht nur die Pharmaindustrie und die Ledergerbereien, sondern auch Tausende von kleinen Fabriken. In einigen werden von ungeschützter Menschenhand mit Chemikalien Plastikgüter hergestellt, in anderen Gummisandalen – und in weiteren von Kinderhand Luftballons in giftigen Laugen gefärbt.

Schon jetzt wissen wir, dass die 18-Millionen-Metropole Dhaka wegen der Nebenwirkungen seiner "Exportschlager" in 20 Jahren ohne Grundwasser dastehen wird – und trotzdem hört der Irrsinn nicht auf: Weiterhin strömen Menschen aus den ländlichen Gegenden des Landes in die Hauptstadt, vorwiegend aus dem Norden des Landes. Dort stehen die Felder entweder unter Wasser oder vertrocknen. Dafür verantwortlich ist jedoch nicht nur das sich verändernde Klima. In der Regenzeit öffnet der Nachbar Indien die Schleusen der gestauten Flüsse, wie den Tista, die nach Bangladesch fließen. In der trockenen Zeit stoppen sie den Zulauf.

In Dhaka versuchen die Landbewohner dann einen Job in der etwa 4 Millionen Billigarbeiter starken Billig-Textilindustrie zu finden, was den Arbeitgebern im Streit mit den Gewerkschaften sehr gelegen kommt. Andere dagegen versuchen sich als Unternehmer, weil sie so mit bis zu drei Dollar am Tag doppelt so viel verdienen können wie als Näher oder Näherin: Menschen schmelzen über kleinen Feuern das Zink der gesammelten Zinkkohle-Batterien heraus, um es für etwas mehr als einen Dollar pro Kilo zu verkaufen. Sie hantieren mit verfaulten, chrombelasteten Lederresten, die sie zu Hühner-und Fischfutter verarbeiten, oder wühlen den ganzen Tag auf den zahlreichen Müllhalden der Metropole nach Plastikresten.

mehr:
- Bangladesch: Hungerbeseitigung mit schweren Nebenwirkungen (Gilbert Kolongo, Telepolis, 22.11.2017)
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Städte am Limit Dhaka Die Wassermetropole Reportage über Dhaka Teil 1 {14:45}

Veröffentlicht am 25.06.2013
Claudia Hermelins
Dhaka (bengalisch: ঢাকা, Ḍhākā; früher anglisierend Dakka, Dacca) ist die Hauptstadt Bangladeschs und mit 6.080.671 Einwohnern in der eigentlichen Stadt und 11.490.872 in der Agglomeration (Stand 1. Januar 2005) vor Chittagong und Khulna die größte Stadt des Landes. Sie ist auch die Hauptstadt der gleichnamigen Division (Verwaltungseinheit). Dhaka liegt an einem Seitenarm des Flusses Dhaleswari im Herzen der größten Jute-Anbauregion der Welt. Das umliegende Gebiet ist sehr dicht bevölkert und wird von starken Monsun-Überschwemmungen heimgesucht.

"Neues aus Bangladesch." - Mit offenen Karten | ARTE {12:12}

Veröffentlicht am 07.05.2017
der Wolpertinger.
Die Hauptstadt von Bangladesch ist Dhaka. Das Land hat eine Fläche von 144.000 km2. Das entspricht etwa einem Viertel der Fläche Frankreichs. Den größten Teil des Landes bildet ein Deltagebiet, das sich durch den Zusammenfluss zweier im Himalaja entspringender Flüsse gebildet hat: Ganges und Brahmaputra. Dank der von den beiden Flüssen angeschwemmten Sedimente ist das Delta eine der fruchtbarsten Regionen der Welt.
Die Verwaltungsgliederung des föderalen Staates entspricht in etwa der Verbreitung seiner wichtigsten Sprachen: Pandschabi, Paschtu, Sindhi und Belutschisch. Über 96 % der Pakistaner sind Muslime, 87 % davon Sunniten. Pakistan ist weltweit das Land mit der zweitgrößten muslimischen Bevölkerung, nach Indonesien und vor Indien.
Die Wirtschaft floriert: Bangladesch konnte in den letzten Jahren ein durchschn. Wachstum von 6,3 % aufweisen. Der Grund dafür ist in erster Linie der hohe Binnenkonsum, denn das Land hat 161 Millionen Einwohner. Bangladesch ist weltweit der am dichtesten besiedelte Flächenstaat: 1118 Bewohner je km2.
Der wichtigste Wachstumsfaktor ist die Textilindustrie. Sie ist der größte Industriesektor des Landes und macht allein 80 % des Exportvolumens aus.
Die geographische Lage des Landes ist insofern bemerkenswert, als es fast völlig von Indien umschlossen ist. Die Beziehungen zum großen Nachbarn sind zwar von historischen Differenzen geprägt, haben sich aber seit kurzem verbessert. v Bangladesch ist ein nur wenig bekanntes, aber komplexes Land. MIT OFFENEN KARTEN untersucht verschiedene Aspekte des südasiatischen Staates, dessen Wirtschaft sich ebenso rasant entwickelt wie seine Einwohnerzahl. Vor welchen Herausforderungen steht Bangladesch im 21. Jahrhundert vor allem angesichts des Klimawandels?v Mauern dieser Welt: http://www.faz.net/aktuell/politik/25...
Beitragslänge: 12.12 Minuten
Erstausstrahlung: März 2013
Video in französischer Sprache: https://youtu.be/a7tWPl9aR7Y
Literatur: http://ddc.arte.tv/zur-das-thema/neue...
Zur aktuellen Lage in Bangladesch: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aus...
Aktuelle Nachrichten/News aus Bangladesch: https://news.google.com/news/search/s...
Die Bevölkerungs- und Wirtschaftsuhr von Bangladesch:
Reisen nach Bangladesch: https://wikitravel.org/de/Bangladesch...
Spielfilme zum Thema
Original DVD/VOD in der ARTE-Boutique: http://boutique.arte.tv/f8514-dessous... Quelle: ddc.arte.tv/de
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Political correctness und die Schwierigkeit es allen recht zu machen

Eine Kunstausstellung in der Mensa der Universität Göttingen wurde kürzlich nach Sexismus-Vorwürfen abgehängt. Anlass für einige Überlegungen zur neuen Kunstfeindschaft, Hypersensibilität und Prüderie

Kulturvertreter fürchten nach ähnlichen Vorfällen um die Kunstfreiheit. Übertrieben? Vielleicht. Doch gewinnt die Vorstellung, jeder könne selbst entscheiden, was weg muss, offenbar an Boden. Nicht mehr Argumente sollen darüber entscheiden, was als sexistisch zu gelten hat, sondern die Gefühle der Betroffenen.

Hochsensibilität liegt gerade schwer im Trend. Die Google-Suchanfragen nach diesem Begriff sind seit 2012 deutlich emporgeschnellt. Auch das Interesse für Feminismus hat in diesem Zeitraum leicht zugenommen. In einem stetigen Abwärtstrend begriffen ist dagegen Antisemitismus. Einen außergewöhnlichen Verlauf nimmt die Sexismus-Kurve. Das Interesse an diesem Begriff ist durchgängig sehr niedrig, schnellt aber alle paar Jahre, immer wenn eine neue Anti-Sexismus-Kampagne die Medien beherrscht, für kurze Zeit zu steilen Gipfeln empor.

Angesichts der grassierenden #MeToo-Hysterie ("Sexismus") verwundert es daher nicht, wenn schon die Darstellung weiblicher Nippel und knapp bekleideter Hinterteile auf ein paar Bildern in der Göttinger Uni-Mensa geeignet ist, einen kollektiven Aufschrei auszulösen. Die von Marion Vina gezeichneten Bilder waren Teil der am 20. Oktober eröffneten Ausstellung "Geschmackssache" des Künstlerkollektivs "KomiTee".

mehr:
- Beim Sexismus und der Zensur soll das Ich entscheiden (Hans-Dieter Rieveler, Telepolis, 23.11.2017)
Gefunden in „Geschmackssache“ in Göttingen: Ausstellung sexistisch und antisemitisch?
( Christoph Oppermann, Britta Bielefeld, Göttinger Tageblatt, 06.11.2017)
Mensa in göttingen: studentenwerk hängt anzügliche bilder ab {2:30}

Veröffentlicht am 07.11.2017
dark555x
Mensa in göttingen: studentenwerk hängt anzügliche bilder ab
Dienstag, 07.11.2017 17:01 Uhr In Göttingen ist ein Streit darüber entbrannt, wie weit Kunst gehen...

siehe auch:
- Realität, Interpretationen und Koordinatensysteme (Post, 05.11.2017)
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Donnerstag, 23. November 2017

Heute vor 610 Jahren – 23. November 1407: Herzog Ludwig von Orléans wird ermordet

Frankreich versinkt im Chaos 

Während der Regierungszeit Karls VI. (1368-1422) geriet Frankreich an den Rand des Zusammenbruchs. Der zwölfjährige Knabe wurde 1380 unter der Regentschaft seiner drei machtgierigen Onkel König, gegen deren Regiment sich auch Hungerrevolten erhoben. Auch flammte der Hundertjährige Krieg mit England (1337-1453) wieder auf. Als sich beim König ab 1392 Anzeichen von Wahnsinn einstellten und er schließlich regierungsunfähig wurde, griffen Königin Isabeau und des Königs jüngerer Bruder Ludwig von Orleans (* 1372) gegen die vom Burgunderherzog geführten Onkel nach der Macht. 
Ludwig von Orléans wird in Paris von Schergen des Herzogs
Johann Ohnefurcht von Burgund ermordet,
Aquarell, Maître de la Chronique d’Angleterre, um 1470-80

Um 1400 standen sich daher, unterstützt von einzelnen Städten und Regionen, zwei Hofparteien in Feindschaft gegenüber: Die Armagnacs unter Herzog Ludwig und die Bourguignons unter Herzog Johann Ohnefurcht von Burgund. 1407 ließ Johann seinen Widersacher auf offener Straße niederstechen und die Tat von Pariser Professoren als »Tyrannenmord« rechtfertigen. Zwischen den Parteien brach offener Bürgerkrieg aus. Dies nutzte Englands König Heinrich V., um 1415 nach Frankreich überzusetzen. Bei Azincourt errang er einen glänzenden Sieg und besetzte die Normandie. Doch auch Johann Ohnefurcht ereilte sein Schicksal: Er wurde 1419 zu einer Unterredung auf die Brücke von Montereau gelockt und hinterrücks erstochen
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017

Mittwoch, 22. November 2017

KenFM im Gespräch mit: Jens Wernicke ("Lügen die Medien?")

KenFM im Gespräch mit: Jens Wernicke ("Lügen die Medien?") {1:50:09 – Start bei 9:32}

KenFM
Am 22.12.2017 veröffentlicht 
Lügen die Medien?
Jens Wernicke gehört zu den mutigsten Journalisten der Republik. Was ihn seit Jahren umtreibt, ist der Niedergang der Meinungsvielfalt als einen wesentlichen Bestandteil der Demokratie. Mundtod gemachten Stimmen eine Chance geben, gehört zu werden, ist ein Sache, sich konkret gegen eine von neoliberalen Strukturen beherrschte Gesamt-Presse zu positionieren, eine andere. Wernicke betreibt mit dem Presseportal Rubikon eines der meinungsstärksten Kanäle in Netz. Der Name ist Programm. Der Rubikon wurde für Jens Wernicke spätestens mit dem 11. September 2001 überschritten.
Mit der Bush-Losung „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ wurde ein Universalwerkzeug in den Massenmedien erschaffen, das jederzeit und gegen jeden in Stellung gebracht werden kann und gebracht wird. Es geht um die vollständige Kontrolle der öffentlichen Meinung. Ins Fadenkreuz und damit zum Abschuss freigegeben wird jeder, der es wagt, öffentlich Herrschaftskritik zu äußern. Dabei spielt es keine Rolle, ob er es privat oder als professioneller Journalist tut. Auch ist es vollkommen unerheblich, auf welche Branche sich seine Kritik bezieht oder wie wasserdicht seine Fakten sind.
Jedwede Kritik, die an die Substanz des Systems geht, dieses als bigott und in Verbrechen verstrickt demaskiert, wird gnadenlos abgestraft. Das geschieht, wie in der Geschichte bewährt, über symbolische Handlungen. Wenn die Botschaft nicht passt, wird der Bote getötet, oder treffender, isoliert. Der Kopf der Pyramide setzt auf die ökonomische Vernichtung der letzten Vertreter einer wirklich freien, anzeigenunabhängigen Presse. Wer sich nicht der Blatt- oder Redaktionslinie beugt, wird einfach gefeuert oder sein Beschäftigungsverhältnis nicht verlängert. Eine innere Pressefreiheit existiert nur noch in Ausnahmefällen.
Nicht ohne Grund ist Jens Wernicke mit seinem Projekt Rubikon ins Internet ausgewichen und vertraut auf das Modell Crowdfunding. Der Erfolg ist enorm, aber vielen ein Dorn im Auge. Parallel dazu ist Jens Wernicke aber eben auch als analytischer Sachbuchautor in Erscheinung getreten. Sein aktuelles Werk „Lügen die Medien?“ befasst sich mit der eigenen Branche. Wernicke rechnet ab.
Obwohl die etablierte Presse das Buch „Lügen die Medien?“ flächendeckend versuchte totzuschweigen, wurde es 2017 zum Bestseller und stürmte die SPIEGEL-Verkaufscharts. Das ist kein Zufall. Im Buch lässt Wernicke zahlreiche namhafte Journalisten und Wissenschaftler ihre Meinung über das äußern, was man als Pressekrise bezeichnen muss.
Die Krise ist spürbar und hat mit dem Verlust von Vertrauen zu tun. Dass die Mainstreampresse Teil einer Propaganda-Maschine ist, ahnten selbst konservativste Konsumenten schon lange. Mit dem Aufkommen einer digitalen Gegenöffentlichkeit ist aus dieser Ahnung dann aber eine feste Gewissheit geworden. Immer mehr Leser oder Konsumenten gebührenfinanzierter Staatspresse erweitern ihren Horizont durch Informationsangebote aus dem Netz. Was bedeutet diese selbstbestimmte, geistige Mobilmachung für die Repräsentative Demokratie? Was bedeutet sie für die Zukunft der kontrollierten Presse?
Jens Wernicke zeigt sich im Gespräch mit KenFM als ein Mann, der die Welt nicht in schwarz und weiß teilt und der in der Krise immer auch eine Chance sieht. Eine Chance für echte Demokratie. Wir alle sind gefordert, uns den neuen Zeiten zu stellen.
Inhaltsübersicht:
00:00:29 Der Werdegang von Jens Wernicke
00:12:23 Lügen die Medien? – Das Motiv hinter dem Buch
00:33:18 Geschlossene Kommunikationszirkel und die Rolle von PR-Agenturen
00:44:14 Die Medienkrise als Teil globaler Machterosion
01:01:10 Links und Rechts in der deutschen Presselandschaft
01:20:40 Der Aufbau des Buches, Personenkonstellationen und Zitate
01:36:20 Der Rubikon – Ziele, Arbeitsweise, Struktur
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KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar!
Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/
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Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier:
https://kenfm.de/support/kenfm-unters...

siehe auch:
Tagesschau – Ohne jede Scham (Peter Frey, Peds Ansichten, 15.06.2018)
Der leise Tod der öffentlichen Debatte (Rainer Mausfeld, Rubikon, 23.12.2017)
Immer mehr Journalisten verlieben sich in uns. Wir lieben zurück. (Friedhelm Klinkhammer, Volker Bräutigam, Blauer Bote, 03.11.2017)
- Massenmediale Ideologieproduktion (Jens Wernicke, Rubikon, 10.09.2017)
Rezension zum Buch "Lügen die Medien?" – Gehorsame Völker gehen in den Krieg, ungehorsame Völker lieben den Frieden (Birgit Vanderbeke, apaho.at, 01.09.2017)
Vom Wesentlichen ablenken (Rüdiger Göbel, jensewernicke.wordpress.com, 31.08.2017)
Wacher werden (Abdruck aus »Lügen die Medien«, ossietzky.net 24/2017)
Gesundheitsgefahren durch EMF Risiko Elektrosmog –steigt in den Medien die Resonanz? (Elektrosmog-Report, Dezember 2016)
Journalismus als PR-Waffe der Industrie (Jens Wernicke interviewt Tina Goebel Göbel, NachDenkSeiten, 07.10.2016)


Georg Schramms Festrede zum Otto-Brenner-Preis 2017

Georg Schramm: Festrede Otto-Brenner-Preis 2017 {25:10}

Jörg Wagner
Am 22.11.2017 veröffentlicht
Georg Schramm war eine Art Überraschungsgast bei der Otto-Brenner-Preisverleihung 2017. Daher ist diese Videoaufnahme freihändig, 25 Minuten ohne Stativ aus "der Hüfte geschossen" zu Stande gekommen und hat unübersehbare Mängel, die die Stabilisierungsfunktion der Schnittsoftware nicht vollständig kompensieren konnte. Dennoch ist der Auftritt absolut sehenswert und es wäre schade, wenn er nur als Video-Livestream des Abends im Nichts verrauscht wäre.
Update: Inzwischen hat auch die Otto-Brenner-Stiftung ihre Aufnahme hochgeladen: https://youtu.be/jxyYK355T_8 Was: Festrede beim Otto-Brenner-Preis 2017 Wer: Georg Schramm, Kabarettist Wo: Hotel Pullman, Berlin Wann: 21.11.2017, 17:18 Uhr Follow me: YT-Kanal: https://www.youtube.com/user/JorjiWa/... twitter: https://twitter.com/medienmagazin Google plus: https://plus.google.com/+WwwagnerTv Facebook: https://www.facebook.com/medienmagazin Homepage: http://www.wwwagner.tv


Dienstag, 21. November 2017

Boris Becker: »Keiner hat gefragt, ob er das will.«

Boris Becker führt seit mehr als 30 Jahren ein Leben vor den Augen der Öffentlichkeit. Zwei Tage vor seinem 50. Geburtstag sendete die ARD eine Doku über die Tennislegende - und räumte darin mit einem grundlegenden Missverständnis auf.

Er ist noch immer der jüngste Wimbledonsieger aller Zeiten, konnte das Tennisturnier als erster Deutscher gewinnen und zählt zu den größten Sportlegenden, die das Land je hervorgebracht hat: Seit Boris Becker vor mehr als 30 Jahren seinen Matchball gegen Kevin Curren verwandelte und Wimbledon gewann, lebt er unter den Augen der Öffentlichkeit. Seither glaubt fast jeder, den gebürtigen Leimener zu kennen. Doch wer ist Boris Becker wirklich?

Anlässlich seines 50. Geburtstages am 22. November warf die ARD mit der Dokumentation "Boris Becker - Der Spieler" von Hanns-Bruno Kammertöns und Michael Wech einen Blick auf den Menschen. Und ließ dabei noch einmal alle Stationen seines Aufstiegs Revue passieren. Egal wie man das Leben betrachtet, der 7. Juli 1985 bleibt das entscheidende Datum. Der Tag, an dem aus einem jungen Tennisspieler ein Volksheld wurde. Oder wie es sein langjähriger Manager Ion Tiriac sagt: "Boris Becker wurde nicht in Leimen geboren. Boris Becker wurde in London geboren. An diesem Tag. Und ganz Deutschland hat ihn adoptiert." Keiner hat jedoch gefragt, ob er das will.


"Boris Becker - Der Spieler" ist noch in der ARD-Mediathek abrufbar. (bis 27.11.2017)
mehr:
- "Boris Becker - Der Spieler": Das Bobbele-Missverständnis (Carsten Heldböhmer, stern, 20.11.2017)
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Heute vor 95 Jahren – 21. November 1922: Frauenrechtlerin Latimer Felton im US-Senat

Senatorin für einen Tag Rebecca 

Ann Latimer Felton (1835-1930) war in vieler Hinsicht bemerkenswert. Als Politikerin der Demokraten stritt sie ebenso für Frauenrechte wie für Alkoholabstinenz und eine strikte Rassentrennung. Die Tochter eines Plantagenbesitzers schloss das College in Madison als Jahrgangsbeste ab und heiratete den Arzt und Plantagenbesitzer William Harrell Felton (1823-1909), der Georgia im Repräsentantenhaus vertrat. 
Rebecca Ann Latimor Felton, Frauenrechtlerin, bekennende Rasistin und
US-amerikanische Senatorin für einen Tag
Als am 3. Oktober 1922 ein Senator verstarb, wurde Latimer Felton zur Interims-Senatorin ernannt, aber nicht vereidigt. Sie sollte ihr Amt nach der regulären Nachwahl an den Gouverneur von Georgia, Thomas Hardwick, übergeben. Doch siegte überraschend Hardwicks republikanischer Gegenkandidat Walter George. Dieser ließ Felton am 21. November den Amtseid ablegen, bevor er am nächsten Tag selbst Senator wurde. So war die erste weibliche US-Senatorin nur für einen Tag regulär im Amt. 

Was am 21. November noch geschah: 

1916: Nach 68 Jahren Herrschaft stirbt Kaiser Franz Joseph. Sein Großneffe Karl I. wird letzter Kaiser der Donaumonarchie. 
 Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017 Heute vor 95 Jahren

Aktenfreigabe nach Jahrzehnten: Wen kümmert’s noch?

Vor kurzem hat mich ein 18jähriger gefragt, wer Bob Dylan sei…
Tempus fugit


Wusste Jack Ruby vom geplanten Kennedy-Attentat?
Am Freitag wurden weitere Akten zum Kennedy-Mord freigegeben, welche auf Wunsch der CIA unter Verstoß gegen den JFK-Act über den 26. Oktober 2017 hinaus zurückgehalten wurden. Spektakulärster Fund ist eine erstaunliche Zeugenaussage zum Oswald-Killer Jack Ruby. So soll Ruby den FBI-Informanten Bob Vanderslice am Morgen des Attentats gefragt haben, ob er ihn zur Kennedy-Parade begleiten und "das Feuerwerk" sehen wolle. Als die Schüsse fielen, soll Ruby an der Ecke des damaligen Postal Annex Buildings gestanden haben, mit Blick auf die Dealey Plaza und das Schulbuchlager.

Wenn Ruby von einem geplanten Attentat im Vorfeld Kenntnis hatte, wäre die Alleintäter-These hinfällig. Der wesentliche Inhalt des nun freigegebenen FBI-Dokuments mit der Einladung zum Feuerwerk ist Attentatsforschern seit langem bekannt. Solange das Papier jedoch unter Verschluss war, konnte man die Diskussion über ein Vorwissen Rubys als Geraune von Verschwörungstheoretikern abtun - wie es ein CIA-Memo von 1967 empfahl.

mehr:
- Feuerwerk auf der Dealey Plaza (Markus Kompa, Telepolis, 19.11.2017)

Attentat Kennedy im Visier - Das Attentat vor dem Attentat Doku 2015 {40:36}

Veröffentlicht am 26.10.2016
Doku neww
Attentat Doku Kennedy im Visier - Das Attentat vor dem Attentat Doku 2015
Subcribe:
https://www.youtube.com/channel/UCfu8...
Bei dem Attentat auf John F. Kennedy, den 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, am 22. November 1963 in Dallas wurde Kennedy (1917–1963) von zwei Gewehrschüssen tödlich getroffen. Als Tatverdächtiger wurde Lee Harvey Oswald (1939–1963) verhaftet und zwei Tage später in Polizeigewahrsam von dem Nachtclubbesitzer Jack Ruby (1911–1967) getötet.
Die von Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson eingesetzte Warren-Kommission kam zu dem Ergebnis, Oswald sei der alleinige Täter gewesen. Ein später einberufener Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses (HSCA) stellte dagegen fest, es habe wahrscheinlich mehrere Täter gegeben. Forensische Evidenz dafür ist nicht aufgetaucht, vielmehr haben neuere Untersuchungen des verfügbaren Materials die Einzeltäterthese erhärtet. Bis heute wird die Frage kontrovers diskutiert, verschiedene Verschwörungstheorien sind im Umlauf, insbesondere weil die Aufklärung des Mordfalls von Beginn an durch Pannen, Versäumnisse und Fehler der Ermittlungsbehörden, Ärzte und Untersuchungskommissionen begleitet war. Das Attentat polarisierte die Öffentlichkeit nachhaltig: Eine große Mehrheit der Amerikaner nimmt an, Kennedy sei Opfer einer Verschwörung gewesen, akademische Historiker bevorzugen dagegen ganz überwiegend die Alleintäterthese.
Kennedys Reise durch Texas
Das Flugblatt in Form eines Steckbriefs
Kennedys Texas-Reise, die ihn nach San Antonio, Houston, Fort Worth und Dallas führen sollte, war im September 1963 angekündigt worden. Der Präsident verfolgte mit dieser Reise drei Ziele:
Stimmung für seine Wiederwahl 1964 zu machen,
Spenden für den bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampf zu sammeln und
den Streit innerhalb der Demokratischen Partei von Texas zu schlichten, der zwischen den Konservativen um Gouverneur John Connally und den Liberalen um Senator Ralph Yarborough immer noch tobte. Schon bei der Präsidentschaftswahl drei Jahre zuvor hatte – neben Kennedys klarem Bekenntnis zu einer Gleichberechtigung der Afroamerikaner – diese Kontroverse dazu beigetragen, dass er in Texas nur eine äußerst knappe Mehrheit erreichte, obwohl der als Vizepräsident nominierte Lyndon B. Johnson aus Texas kam.
Der Präsident wurde von seiner Frau Jacqueline Bouvier-Kennedy begleitet, die bislang nie auf eine Wahlkampfreise mitgekommen war. Auch aufgrund ihrer Anwesenheit war die Stimmung der Bevölkerung sehr herzlich, als das Präsidentenpaar im offenen Wagen durch San Antonio und Houston fuhr. Die Öffentlichkeit in Dallas, einer Stadt, die als „Brutstätte rechtsgerichteten Konservatismus“ bekannt war, stand dem Besuch des Präsidenten aber skeptisch gegenüber. Ein Verband, der sich „Ermittlungsausschuss frei und amerikanisch denkender Bürger“ nannte, schaltete am Tag seines Besuchs eine Anzeige, in der Kennedy unter anderem vorgeworfen wurde, er hätte „die Monroe-Doktrin zugunsten des ‚Geistes von Moskau‘ verschrottet“. Damit wurde auf die Kuba-Politik des Präsidenten angespielt, die nach dem Debakel in der Schweinebucht und der Kubakrise, in der der Dritte Weltkrieg nur knapp hatte vermieden werden können, deutlich vorsichtiger geworden war. Auch kursierte ein Flugblatt in Form eines Steckbriefs, auf dem Kennedy wegen Hochverrats gesucht wurde.[1]
Anlass zu Besorgnis gab obendrein, dass Adlai Stevenson, der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, am 24. Oktober im Dallas Memorial Auditorium von wütenden Demonstranten bespuckt und mit Protestschildern geschlagen worden war. Am Tag zuvor hatte der rechtsradikale General Edwin Walker, Mitglied der John Birch Society, am selben Ort Kennedy und Stevenson vorgeworfen, sie planten, die Souveränität der Vereinigten Staaten an die UNO zu übergeben, die in Wahrheit eine kommunistische Verschwörung sei.[2] Am 18. November 1963 hatte zudem ein geplanter Autokorso Kennedys durch Miami abgesagt werden müssen, da der Polizei Attentatspläne bekannt geworden waren.

siehe auch:
- Die Ermordung von John F. Kennedy – Ungereimtheiten (Post, 27.10.2017)
- Kennedy-Attentat: Das Narrativ unserer Leitmedien – und wie es verteidigt wird (Post, 25.07.2017)
- Aufräumarbeiten nach dem G20-Gipfel: Was würde geschehen, wenn… (Post, 23.07.2017)
- Alte und neue Geschichten aus dem Postfaktischen (Post, 20.12.2016)
- Die Floskeln der Macht – Wie wir durch Sprache manipuliert werden (Post, 01.04.2016)
Es geht nicht um Wahrheit, es geht nicht um Moral, es geht um Zeitvorsprung (27.12.2015)
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Montag, 20. November 2017

Zukunftsforscher ruft zu Boykott sozialer Medien auf

Weder ein Like noch ein Dislike, sondern einen Boykott der sozialen Medien – das fordert der Hamburger Zukunftsforscher Opaschowski. Er appelliert an die Jugend: Macht nicht mehr mit, legt euch in die Hängematte! Für den Aufruf hat er einen Grund.

Angesichts der wachsenden Macht von sozialen Netzwerken hat der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski Jugendliche zur "digitalen Diät" aufgerufen. Sie sollten häufiger offline sein, zeitweilig aus dem Erreichbarkeits- und Beschleunigungswahn aussteigen und stattdessen echte Freundschaften pflegen, so der Erziehungswissenschaftler.

Anlass für den Appell sind die selbstkritischen Bemerkungen des ehemaligen Facebook-Präsidenten und Erfinders der Musik-Tauschbörse Napster, Sean Parker. Der Milliardär hatte kürzlich auf einer Veranstaltung der US-Nachrichtenwebseite Axios in Philadelphia erklärt, am Anfang aller sozialen Netzwerke habe die Frage gestanden, wie man möglichst viel Zeit der Nutzer beanspruchen könne und dabei ihre bestmögliche Aufmerksamkeit bekomme. Die User sollten zum Opfer einer sozialen "Wertschätzungsschleife" werden und in einen Kreislauf der sozialen Bestätigung geraten, aus dem es kaum ein Entrinnen gebe.

mehr:
- Kaum ein Entrinnen – Forscher ruft zu Boykott sozialer Medien auf (n-tv, 18.11.2017)

Maidanmorde: Drei Beteiligte gestehen

Drei Georgier geben zu, unter den Maidanschützen gewesen zu sein, die auf Polizisten und Zivilisten schossen - bewaffnet und angestiftet unter anderem von einem ukrainischen Oppositionspolitiker
Drei georgische Männer haben nun zugegeben, am 20. Februar 2014 in Kiew sowohl auf Polizisten als auch auf Maidankämpfer und Demonstranten geschossen zu haben oder zumindest als Augenzeugen unmittelbar bei Schützengruppen gewesen zu sein. Dies sagten sie in Interviews mit dem italienischen Journalisten Gian Micalessin von der Zeitung Il Giornale.

Die entsprechende TV-Reportage mit dem Titel "Ucraina: Le verità nascoste" zeigte nun der Sender Canale 5 in seinem Magazin "Matrix". Ziel der Schüsse sei es gewesen, so viel Chaos wie möglich zu erzeugen, erläutern die Georgier.

mehr:
- Maidanmorde: Drei Beteiligte gestehen (Stefan Korinth, Telepolis, 19.11.2017)
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Am 20. Februar 2014 kam es erneut – trotz eines von der parlamentarischen Opposition und Präsident Janukowytsch ausgehandelten und erklärten Waffenstillstands – zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Regierungsgegnern. Verschiedene radikale Oppositionsgruppierungen, darunter der Rechte Sektor, hatten die Abmachung zum Gewaltverzicht nicht anerkannt und warfen erneut Feuerwerkskörper und Brandsätze auf die Regierungskräfte. Diese antworteten zunächst mit Tränengas.[188] Die Auseinandersetzungen wurden im Verlauf des Tages immer gewaltsamer und gerieten zunehmend außer Kontrolle. Regierungsgegner und Sanitäter sprachen tagesaktuell von 60 bis 70 Toten allein am 20. Februar 2014.[189] Sowohl die Regierungskräfte wie auch deren Gegner setzten nun vermehrt Schusswaffen ein, wobei es offenbar auch zu gezielten Tötungen auf beiden Seiten durch dieselben unidentifizierten Scharf- bzw. Heckenschützen kam. Bei einer Recherche im Frühjahr 2016 erwähnte Spiegel TV für den 20. Februar 48 Getötete.[190]
Das Parlament hatte ein Ende der "Antiterroristischen Aktion" gefordert; zum ersten Mal seit 2010 war die Opposition in der Mehrheit, nachdem sich ihr 35 Mitglieder der Partei der Regionen angeschlossen hatten.[191] Am Abend des 20. Februar 2014 verkündete Janukowytsch nach Gesprächen mit den Außenministern Deutschlands, Polens und Frankreichs ein Einlenken auf die wichtigsten Forderungen der Opposition. So sollen vorgezogene Präsidentschaftswahlen noch im Jahr 2014 stattfinden. Außerdem solle die Verfassung der Ukraine abgeändert und binnen zehn Tagen eine Übergangsregierung gebildet werden.[192][193][194] Eine entsprechende Vereinbarung zwischen Regierung und Opposition wurde allerdings zunächst noch nicht unterzeichnet.[195]
Nach einer kurzen Unterbrechung und trotz der Ankündigung einer Einigung wurden die gewalttätigen Auseinandersetzungen in Kiew am 21. Februar fortgeführt. Es kam erneut zum Einsatz von Schusswaffen. Von Seiten vieler Regierungsgegner wurde betont, die von Janukowytsch angekündigten Schritte seien nicht ausreichend, der Präsident müsse sofort zurücktreten und vor ein Gericht gestellt werden.[196] [Euromaidan, Eskalation ab dem 18. Februar 2014 und Wende, Wikipedia, abgerufen am 20.11.2017]

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Ucraina, le verità nascoste {20:02}

Veröffentlicht am 17.11.2017
АНТИВОЙНА
https://www.facebook.com/gian.micales...

siehe auch:
- Explosive Geständnisse (Stefan Korinth, Rubikon, 24.11.2017)
- Italienischer TV-Sender enthüllt: Die heutige Regierung in Ukraine engagierte die Sniper auf dem Maidan (noch.info [Bulgarien], 18.11.2017)
- Italienische Medien: Maidan-Todesschützen aus Georgien und Litauen (Blauer Bote, 17.11.2017)
- Studie: Vom Westen unterstützte Opposition hat Maidan-Massaker verübt (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 02.01.2016)

Dr. Daniele Ganser: Wer hat beim Maidan nachgeholfen? {9:14}

Veröffentlicht am 11.05.2015
RT Deutsch
War der Regierungswechsel in der Ukraine vor etwa einem Jahr ein vom Westen gesponserter Regime Change, der einen ökonomischen Kollaps und den Bürgerkrieg ausgelöst hat? Dr. Daniele Ganser sagt im RT Deutsch-Studio: Es war vermutlich ein Putsch organisiert vom Westen.
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RT Deutsch nimmt die Herausforderung an, die etablierte deutsche Medienlandschaft aufzurütteln und mit einer alternativen Berichterstattung etablierte Meinungen zu hinterfragen. Wir zeigen und schreiben das, was sonst verschwiegen oder weggeschnitten wird. RT - Der fehlende Part.

Illusion der Informiertheit, Lazarsfeld, aus dem Vortrag von Rainer Mausfeld:
»Warum schweigen die Lämmer?«
aktualisiert am 25.11.2017

Heute vor 100 Jahren – 20. November 1917: Die Unabhängige Volksrepublik Ukraine wird ausgerufen

Ukrainische Unabhängigkeit währt nur kurz 

Das Gebiet der heutigen Ukraine gehörte vom 9. bis 12. Jahrhundert zum Großreich der Kiewer Rus. Der westliche Teil stand danach unter der Herrschaft Polen-Litauens. Im 17. Jahrhundert bildete sich im Süden ein selbstständiger Kosakenstaat, stets bedrängt durch Russen und Polen. Bei den Teilungen Polens im 18. Jahrhundert fiel die Ukraine teils an Österreich, teils an das russische Zarenreich. 
Das jüdische Pawliwka in der ukrainischen Oblast Wolhynien (1917);
das Dorf gehörte 1918-1921 als Poryck zu Polen

Nach der russischen Februarrevolution bildeten bürgerliche Intellektuelle im März 1917 eine provisorische Regierung in der Ukraine. Im April riefen etwa 900 Delegierte einen Zentralkongress (Zentralna Rada) als Nationalparlament ins Leben. Die Rada proklamierte am 20. November die Unabhängige Volksrepublik Ukraine. Das erkannte die bürgerliche Regierung aber nicht an und erklärte ihrerseits im Januar 1918 die Unabhängigkeit des Landes. Die Volksrepublik schloss im Februar Frieden mit den Mittelmächten und rief diese zu Hilfe, als die russische Rote Armee vorrückte. Die Mittelmächte marschierten nun in die Ukraine ein und begünstigten den Putsch und die rechte Diktatur des Hetmans (»Oberbefehlshaber«) Pawlo Skoropadskyj. Im anschließenden Bürgerkrieg besetzte die Rote Armee das Land und proklamierte am 14. Januar 1919 die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik, die 1922 Bestandteil der Sowjetunion wurde. 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2017

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Rechtliche Diskriminierung, wirtschaftliche Ausbeutung und religiöser Druck auf die orthodoxe Bevölkerung der südwestlichen Rus seitens der polnischen Krone und der polnischen Magnaten führten immer wieder zu blutigen Aufständen gegen die polnische Herrschaft, die von der oktroyierten Kirchenunion von Brest 1596 weiter angefeuert wurden. Im Jahre 1648 befreite sich die Ukraine in einem Volksaufstand unter Führung des Kosakenhetmans Bohdan Chmelnyzkyj von der Herrschaft Polens und die Saporoger Kosaken begründeten einen unabhängigen Staat, das Hetmanat. 1654 unterstellten sich die Kosaken im Vertrag von Perejaslaw der Oberherrschaft des Moskauer Zaren, und in der Folge kam die Linksufrige Ukraine (in Bezug auf den Fluss Dnepr) mit Kiew unter russische Herrschaft. Das Hetmanat der Kosaken bestand als autonomer Teil des Russischen Kaiserreiches bis in die Regierungszeit Katharinas der Großen.
Die Rechtsufrige Ukraine, darunter Wolhynien und Podolien verblieb zunächst bei Polen-Litauen. Das rechtsufrige Hetmanat wurde bereits im 17. Jahrhundert von den Polen aufgelöst. Bei den Teilungen Polens am Ende des 18. Jahrhunderts fiel auch der rechtsufrige Teil der Ukraine an Russland, die im Westen der Ukraine gelegenen Gebiete Galizien und die Bukowina im Westen an das Habsburgerreich. Als Resultat mehrerer Russisch-Türkischer Kriege wurden im 18. Jahrhundert weite Teile der heutigen Südukraine den unter osmanischer Vasallität stehenden Krimtataren abgerungen. Diese Gebiete wurden als Neurussland unter der Leitung von Grigori Potjomkin erschlossen und mit Saporoger Kosaken und Siedlern aus der Ukraine und aus Russland besiedelt. Die Ukrainer wurden im Russischen Reich als Kleinrussen bezeichnet, in Anlehnung an eine alte Einteilung der orthodoxen Kirchenprovinzen in Klein-Russland (historisches Kernland um Kiew) und Groß-Russland (die Gebiete im Norden). Zwischen den Teilungen Polens und der russischen Revolution war die Ukraine zudem Teil des jüdischen Ansiedlungsrayons.
Im 19. Jahrhundert begann sich auf dem Gebiet der heutigen Ukraine eine Nationalbewegung zu entfalten. Sie lehnte die von der zaristischen Regierung präferierte Vorstellung vom dreieinigen russischen Volk aus Großrussen, Kleinrussen und Weißrussen ab und strebte die Formierung einer „ukrainischen“ Nation und als Endziel einen Nationalstaat an. Wichtige nationale Vordenker waren der Nationaldichter Taras Schewtschenko und die Historiker Mykola (Nikolaj) Kostomarow und Mychajlo Hruschewskyj. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die ukrainische Nationalbewegung von den Behörden unterdrückt, indem Schulen und bestimmte politische Druckwerke in ukrainischer Sprache (damals bekannt als kleinrussischer Dialekt) verboten wurden. Deshalb verschob sich der Schwerpunkt der Nationalbewegung auf das österreichische Galizien, wo die Ukrainer (Ruthenen) im Unterschied zu Russland als Nationalität anerkannt wurden. In Konkurrenz zur „ukrainischen“ Identität stand eine „kleinrussische“ Identität, die stärker auf Russland hin orientiert war. [Ukraine, Neuzeit, Wikipedia, abgerufen am 19.11.2017]
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UKRAINE was heutzutage "gerne" vergessen wird {11:21}

Veröffentlicht am 02.09.2014
Mensch
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=A7m2x...
Arte Mit offenen Karten
2005.04.06

Die Geschichte der Ukraine - Konkurrierende Narrative | Andreas Kappeler | SWR Tele-Akademie {44:55}

Veröffentlicht am 03.03.2015
ARD
http://www.tele-akademie.de - Seit 23 Jahren existiert die Ukraine als unabhängiger Nationalstaat. Im Russland-Ukraine-Konflikt stehen sich unterschiedliche Interpretationen der ukrainischen Geschichte gegenüber

Der Ukraine-Konflikt erklärt {9:54}

Veröffentlicht am 16.02.2015
MrWissen2go
Schon seit mehr als einem Jahr bestimmt die Ukraine die Nachrichten weltweit. Aber was ist dort eigentlich los? Und welche Rolle spielen die USA und Russland dabei? Dieses Video gibt euch einen Überblick und erklärt die Hintergründe.
Das geplante Assoziierungsabkommen zwischen der Ukraine und der EU - http://www.eeas.europa.eu/ukraine/doc...
Die Mitgliedsländer der Nato - http://www.nato.int/cps/en/natolive/t...
Eine Chronik der Ereignisse rund um die Proteste in der Ukraine im Februar 2014 -
http://www.bpb.de/internationales/eur...
Analysen rund um die aktuelle Situation in der Ukraine - http://www.bpb.de/internationales/eur...
Ein aufschlussreicher Hintergrund-Bericht des Sicherheitsexperten Michael Lüders bei "Phoenix" -
https://www.youtube.com/watch?v=m9R5U...
Der komplette Text des aktuellen Waffenstillstands- und Friedensabkommens - http://www.ft.com/cms/s/0/21b8f98e-b2...
Dieses Video habe ich verlinkt:
Der Islamische Staat (IS) erklärt - https://www.youtube.com/watch?v=QqqF8...
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ARD Panorama:Krieg in der Ukraine, die Fehler des Westens 29.01.2015 {10:00}

Veröffentlicht am 30.01.2015
Info Channel Deutschland
Krieg in der Ukraine. Wie soll es weiter gehen?
Wer umzingelt eigentlich wen???

KenFM-Spotlight: Dr. Daniele Ganser über die Nato-Osterweiterung {8:03}

Veröffentlicht am 07.03.2016
KenFM
Ursache und Wirkung haben auf der Zeitachse feste Koordinaten. Erst die Ursache, dann die Wirkung.
Geostrategen versuchen immer wieder, U und W zu verdrehen,
um im Schatten dieser Täuschung Werbung für Krieg zu machen.
Bevor die Spannungen in der Ukraine zu einem von US-Eliten verdeckt finanzierten Putsch und zum Bürgerkrieg im gesamten Land führten, hatte sich die NATO über Jahre an Russland heran gerobbt.
Diese NATO-Osterweiterung wurde von den USA bewusst vorangetrieben, obwohl man im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands damals fest versprochen hatte, dass sich die NATO um keinen „Inch“ ausbreiten würde.
Nur unter dieser Bedingung hatte Moskau der Wiedervereinigung zugestimmt und die damalige DDR aus dem Warschauer Pakt entlassen, um dieses Militärbündnis wenig später aufzulösen.
Eurasien und die USA hätten eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur auf den Weg bringen können, nur daran war vor allem der Militärisch-Industrielle-Komplex der USA nicht interessiert. Dieser Industriezweig, oder besser Staat im Staate Amerikas, kann ohne Spannung, ohne Feind, ohne Krieg nicht existieren. Seine „Produkte“ benötigen permanenten Krieg, um einen „Markt“ zu haben. Die NATO ist nur ein Werkzeug, das nötig ist, um Tötungsgerät zu verbrauchen.
Die NATO-Osterweiterung sicherte im Kern nur den Bedarf für Rüstungsgüter, made in USA. Ein krankes System.
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