Donnerstag, 22. Oktober 2009

Luftverschmutzung – Sind Sie auf der falschen Straßenseite?

In verkehrsreichen Straßen ist die Luft manchmal […] verpestet […]. Man kann der Luftverschmutzung aber […] entkommen, fanden Forscher der Universität Leeds heraus. Die Schmutzpartikel konzentrieren sich meist auf einen relativ eng begrenzten Raum, bevorzugt auf der windgeschützten Straßenseite. Wer an diesen Stellen die Straße überquert, atmet gleich freier. Forscherkollegen aus Toronto liefern gleich die Begründung nach, warum man den Rat der Universität Leeds unbedingt befolgen sollte. Sie fanden einen Zusammenhang zwischen hohen Ozon- und Stickstoffdioxid-Konzentrationen und der lnzidenz der akuten Appendizitis. 52% der Appendizitisfälle wurden in den Monaten April bis September registriert, die Monate, in denen sich Kanadier gerne im Freien aufhalten und der Luftverschmutzung verstärkt ausgesetzt sind. Männer haben häufiger eine Appendizitis als Frauen, was daran liegen kann, dass sich Männer häufiger beruflich im Freien aufhalten müssen.
Pressemitteilung der Universität Leeds; CAMJ Oktober 2009
MMW-Fortschr Med. Nr 42/2009

Kontrazeption – Verändert die Pille die Partnerwahl?

Vielleicht haben Frauen aber nur ein feineres Näschen und gehen der Luftverschmutzung eher aus dem Weg. Das feine Näschen wird jedoch durch orale Kontrazeptiva empfindlich gestört, fanden Forscher der University of Sheffield heraus. Frauen, die keine Pille nehmen, fühen
sich an ihren fruchtbaren Tagen zu Männern hingezogen, die sich genetisch möglichst deutlich von ihnen unterscheiden. Das macht Sinn, denn Partner, die mit sehr ähnlichen Genen ausgestattet sind, sind häufig unfruchtbar. Die Fähigkeit, den passenden Partner zu erkennen,
geht bei Frauen, die orale Kontrazeptiva benutzen, verloren. Außerdem haben zahlreiche Studien gezeigt, dass Frauen an ihren fruchtbaren Tagen besonders anziehend auf Männer wirken. Nimmt eine Frau die Pille, geht diese Attraktivität verloren. Hier sei noch mehr Forschung erforderlich, meinen die Forscher aus Sheffield.
Trends in Erology and Evolution, Oktober 2009
MMW-Fortschr Med. Nr 42/2009

Neuroprotektion – Kaloriensparer können besser denken

Wer weniger isst, bleibt länger geistig fit. So lautet das Fazit einer Studie der neurologischen Universitätsklinik Münster. Bei 54 gesunden Probanden war war der Effekt von drei Ernährungsvarianten untersucht worden: Kalorienreduktion, Konsum von Lebensmitteln mit
hohem Anteil ungesättigter Fettsäuren und keine Änderung der Essgewohnheiten. Nach drei Monaten schnitten die Kaloriensparer beim verbalen Lern- und Merkfähigkeitstest signifikant besser ab als das "Fettkollektiv" oder die Kontrollgruppe. Die Autoren vermuten, dass
die Kalorienrestriktion via Hemmung von Entzündungsprozessen und Erhöhung der lnsulinsensitivität die Signalübertragung und Synapsenplastizität im Gehirn verbessert und sich so neuroprotektiv und lernfördernd auswirkt.
82. Kongress der Deutschen Gesellschaft for Neurologie (DGN), 23-26.9.2008 in Nürnberg
MMW-Fortschr Med. Nr 42/2009

Dienstag, 20. Oktober 2009

Monopolisierung des Wissens?

Microsoft hat sich entschieden, die Multimedia-Enzyklopädie Encarta komplett einzustellen. Zum 31.10. werden die Online-Seiten eingestellt, zu Ende Mai der Vertrieb von CDs.

Mehr bei Bibilothekarisch.de

Laut einer Ankündigung der Verlagsgruppe Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG vom 11. Februar 2008 dürfte die 21. Druckausgabe der Brockhaus Enzyklopädie von 2006 die letzte sein. Mit der 21. Auflage machte das Unternehmen aufgrund schlechter Verkaufszahlen mehrere Millionen Verluste. „Die Zeit, in der man sich eine hervorragende Enzyklopädie von anderthalb Meter Umfang ins Regal stellt, um sich dort herauszusuchen, was man wissen will, scheint vorbei zu sein“, sagte der Verlagssprecher Klaus Holoch. Am 17. Dezember 2008 wurde die Brockhaus Enzyklopädie an die Bertelsmann Dienstleistungstochter Arvato AG verkauft. (siehe Wikipedia, »Bertelsmann in Aktion – Die Souffleure der Macht«, Bertelsmann-Nachtrag und Bertelsmann-Übersicht)

Am 23. März 2009 wurde das kostenlose Online-Meyers Konversations-Lexikon, ab September 2008 überarbeitet und mit zusätzlichem Material versehen, doch eingestellt und geschlossen. Entgegen der ursprünglichen Ankündigung wird es auch kein kostenloses Brockhaus Internet-Portal mehr geben.

Montag, 12. Oktober 2009

Geistige und körperliche Ermüdung - Denken strengt an

Dass geistige Arbeit zu mentaler Erschöpfung führt, ist jedem bekannt. Kann sie aber auch die körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen? Die bisher einzige Veröffentlichung dazu: Ein Angelo Mosso hatte 1981 beobachtet, dass zwei Professoren nach langen Vorlesungen körperlich geschwächt waren. Die Fragestellung griffen jetzt Wissenschaftler in Wales auf.

Sie ließen 16 Probanden ein Ergometer bis zur Erschöpfung treten, nachdem sie entweder 90 min lang eine anspruchsvolle kognitive Aufgabe bearbeitet oder aber nur in Unterhaltungsbüchern geblättert hatten.

Nach geistiger Anstrengung empfanden die Probanden eine mentale Erschöpfung; zudem machten sie aber auch auf dem Fahrradergometer schneller schlapp als die Kontrollen. Dabei waren kardiorespiratorische und muskelenergetische Parameter unbeeinflusst; auch die Motivation zum Treten war nicht vermindert. Vielmehr empfanden sie die ergometrische Belastung als anstrengenderals die Kontrollen.

Offenbar gibt es neurokognitive Querverbindungen zwischen den Regelkreisen für mentale und physische Aktivität. Ihre Erforschung könnte u. a. auch fruchtbar sein für das Verständnis chronischer Fatigue-Syndrome.
Marcora SM et at: Mental fatigue impairs physical performance in humans. J Appl Physiol 106 (2009) 857-864
Praxis-Depesche 10/2009

Medizinische Hilfe in Darfur - Ein Haftbefehl und die Folgen

Nachdem vom internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ein Haftbefehl gegen Omar al-Bashir, den Präsidenten des Sudan, ausgestellt worden war, hatte dieser 13 ausländische Hilfsorganisationen außer Landes gewiesen. Die Folgen für die Bevölkerung der Provinz Darfur sind dramatisch.

Diese Gruppen hatten einen wichtigen Teil der medizinischen Hilfe und der Sicherung der Ernährung für fast eine Million Menschen gestellt. 43 Gesundheitsstationen, für die sie verantwortlich waren, können nun nur noch eingeschränkt arbeiten.

Die bisherigen Versuche, die entstandenen Lücken zu schließen, haben wenig bewirkt. Unter anderem fehlt es an logistischem Sachverstand. John Holmes von den UN befürchtet, dass es bis zu zwei Jahre dauert, bis die vormalige Versorgungsstruktur wiederhergestellt ist. Internationale Helfer werden immer wieder behindert. Um ein Einreisevisum zu erhalten, kann es vier bis fünf Monate dauern.

BMJ 338 (2009) 795
Praxis-Depesche 10/2009

Postmenopausaler Lebensstil - Bewegung macht glücklich

Immer wieder wird versucht, Bewegungsmuffel mit der Behauptung zur Aktivität zu motivieren, Training steigere die Lebensqualität. Stimmt das wirklich?

In den USA ging man dieser Fragestellung nun mit Hilfe einer randomisiert-kontrollierten Studie nach. Teilnehmerinnen waren 430 postmenopausale Frauen mit bewegungsarmen Lebensstil. Ihr BMI lag zwischen 25 und 43 kg/m2; ihr systolischer Blutdruck war erhöht. Ansonsten waren sie nicht ernsthaft krank. Sie wurden einer Nichtbewegungs-Gruppe oder einer von drei Bewegungs-Gruppen zugeteilt; in letzteren waren Übungen zu absolvieren, die 50, 100 oder 150% der Intensität gemäß den Empfehlungen der National Institutes of Health entsprachen. Physische und mentale Aspekte der Lebensqualität wurden anfangs und nach sechsmonatigem Programm erhoben.

Mit Ausnahme des Parameters körperlicher Schmerz verbesserten sich alle Kriterien der Lebensqualität durch die Übungen, und zwar um so mehr, je heftiger trainiert wurde. Diese Effekte waren unabhängigvon Veränderungen des Körpergewichts.

In Zeiten eines durchgreifenden demographischen Wandels sollte nicht nur die Lebenserwartung, sondern auch die Lebensqualität ein wichtiges gesundheitspolitisches Ziel sein. Mit Bewegung kann man beide Ziele verbinden.

Martin CK et al.: Exercise dose and quality of life: a randomized controlled trial. Arch Intern Med 169 (2009) 269-278
Praxis-Depesche 10/2009

Sonntag, 11. Oktober 2009

Ein anderes Amerika und Lieder mit fraglichem Inhalt

Heute vor 38 Jahren, am 11. Oktober 1971, wurde John Lennons Single »Imagine« veröffentlicht.
John Lennon - Imagine [3:31] (Text)

Hochgeladen am 02.02.2007
Video clip


Laut Wikipedia ist Imagine inzwischen eine »Hymne der Friedensbewegung«.

Nach den Anschlägen vom 11. September erstellte das US-amerikanische Medienunternehmen Clear Channel Communications eine
Schwarze Liste von 166 »Liedern mit fraglichem Inhalt», die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 nicht gespielt werden sollten.


Auf der Liste befinden sich neben »Imagine« von John Lennon auch

Knockin' On Heaven's Door - Bob Dylan [8:19] (Text)
Veröffentlicht am 15.05.2012


A Day in the Life (Text), Lucy in the Sky with Diamonds, Ticket to Ride und Ob-La-Di, Ob-La-Da von den Beatles
The Beatles - A Day in the Life (Music Video) [4:56]


Hochgeladen am 28.06.2008
Experimental Music Video for the beatles 'A Day in the Life'. Made for a university module showcasing new HD cameras and editing. The video was nominated for 'Best Music Video' at the YIFTA awards 2008. The video is based upon the Paul is Dead theory.
Starring:
Paul McCartney (Archive Footage)
Katie Davies
Daveyboyz
Edward Frizzelle
The Beatles (Archive Footage)
HD Version:
https://www.youtube.com/watch?v=lOsv6...

(Experimental Music Video for the beatles 'A Day in the Life'. Made for a university module showcasing new HD cameras and editing. The video was nominated for ’Best Music Video’ at the YIFTA awards 2008. The video is based upon the Paul is Dead theory.)  

I’m on Fire (Text), I’m Goin’ Down und War von Bruce Springsteen
Bruce Springsteen - I'm on Fire [5:40]
 
Hochgeladen am 21.08.2007
Paris 85.

Peace Train (Text) und Morning Has Broken von Cat Stevens
Cat Stevens - Peace Train (live) [4:20]

Hochgeladen am 22.09.2006
Cat Stevens plays Peace Train live on his Earth Tour, 1976
requested by Jashar1984. =)
http://www.lastfm.pt/user/Geofront/
  

Don McLean - American Pie better quality [8:29]   (Text)


Hochgeladen am 26.08.2008
Don McLean - American Pie

The End (Text) von The Doors
THE DOORS - The End - Live (Hollywood Bowl 1968) [14:06]


Hochgeladen am 07.06.2011
THE DOORS - The End - Live (Hollywood Bowl 1968) 

Bennie and the Jets, Daniel (Text) und Rocket Man von Elton John
Elton John - Daniel 1973 [3:43]  

Hochgeladen am 25.05.2009 

He Ain’t Heavy, He’s My Brother (Text) von The Hollies 
The Hollies - He Ain't Heavy, He's My Brother [4:18]

Hochgeladen am 26.08.2009
"Supersonic" 1975.

Hey Joe (Text) von Jimi Hendrix (beim Woodstock-Festival)
Jimi Hendrix – Hey Joe (Woodstock 1969, Naisbit) [05:12]

 

Beim Woodstock-Festival nahm Hendrix die amerikanische Nationalhymne auseinander:
American anthem – Jimi Hendrix (Woodstock 1969) [3:51]


Stairway to Heaven (Text) von Led Zeppelin
Led Zeppelin - Stairway to Heaven (May 25, 1975) Earls Court [10:37]

Hochgeladen am 14.06.2009
Stairway to Heaven performed in 1975 at Earls Court

What a Wonderful World (Text) von Louis Armstrong
What a wonderful world - LOUIS ARMSTRONG. [2:18]

Hochgeladen am 23.12.2010

99 Luftballons (Text) von Nena
Nena ‎- 99 Luftballons [3:56]

Veröffentlicht am 01.05.2015
Music video by Nena ‎performing 99 Luftballons
(P) 1983 CBS Schallplatten GmbH
For Entertainment Purpose Only.

Ruby Tuesday (Text) von den Rolling Stones
the rolling stones - ruby tuesday - stereo edit [3:14]

Veröffentlicht am 08.07.2013
Edit. For headphones. Less channel seperation. More bass, more cello & other 'things'. Louder ? Click http://uploadsociety.com/video_v179872 Supposedly the lyrics were written by Brian Jones & Keith Richards, with the music written by Jones, but he was never credited.* Dubbed video, the video is from a tv performance with Jagger singing live, I used the video for an edit of mine. By the way: Brian Jones joins Keith Richards on backing vocals on the last chorus in this video! (Thank you Laurie Edwards.)
Recorded in November & December, 1966. Released as a US single on January 13, 1967 and went to # 1 on the charts. Released as a double A sided single in the UK on January 13, 1967 and reached # 3. Released in the US on the album "Between The Buttons" on February 11, 1967.
Recorder & piano: Brian Jones. Vocal harmony: Brian Jones and Keith Richards. Vocals, backing vocals & tambourine: Mick Jagger. Acoustic guitar: Keith Richards. Cello, bass: Bill Wyman. Drums: Charlie Watts. Jack Nitzsche: piano. Double bass: Keith Richards (bowing strings), Bill Wyman (fingers on fingerboard).

Vor 40 Jahren, vom 15. bis 17. August 1969 fand das Woodstock-Festival statt, Höhepunkt und Startschuß zum Niedergang der Hippie-Bewegung.

woodstock 1969 [3:11] (Canned HeatGoing Up The Country, Text)


Hochgeladen am 12.02.2007
Dedicated to all young people

Woodstock 1969 Documentary .m4v  [7:23]

Veröffentlicht am 01.05.2012
American Studies Period 3/4 End of Year Project

CROSBY, STILLS, NASH Woodstock 1971 [4:23]


Hochgeladen am 23.03.2009
1971 lio ta 

Im Rahmen dieses Festivals traten Crosby, Stills, Nash & Young zum ersten Mal auf…
Crosby, Stills & Nash (Live) - Suite: Judy Blue Eyes [05:07] (Text)

Hochgeladen am 07.04.2011
This is the Live at Woodstock Version from movie "Long Time Com'in" DVD. 

Am vergangenen Wochenende zeigte 3sat »Déjà Vu«, die Tourneedokumentation der inzwischen Supergroup genannten Formation aus dem Jahr 2006.
(Der Titel knüpft an ihre zweite Langspielplatte gleichen Namens an: »›Déjà Vu‹ gilt allerdings heute noch als eines der definitiven Alben der Hippie-Ära.« Indipedia)


 














CSNY: Deja Vu Film Trailer [2:59]

Veröffentlicht am 17.12.2013
Crosby, Stills,Nash & Young came of age as one of the first supergroups during the height of the Viet Nam war.They reunited in 2006 for a special tour to draw attention to the critical midterm elections and referendum on the Iraq War. Once again they discovered a deeply divided country and another generation of veterans "Living with War" in this theatrical film produced by Neil Young and Mike Cerre, an embedded correspondent in Iraq for ABC News. Part documentary and concert film, it was selected as the closing film for the Sundance Film Festival-2008.


Crosby, Stills & Nash "Deja Vu" - Live in Rome Auditorium 19-07-2013  [10:17]

Veröffentlicht am 20.07.2013
Crosby, Stills & Nash Live in Rome Auditorium 19-07-2013

Da stehen vier Büffel auf der Bühne, die kompromißlos die amerikanische Außenpolitik anprangern, und es tut richtig gut, diesen wütenden alten Männern zuzusehen. Warum haben wir hier in Deutschland davon nichts mitbekommen?

CSNY 2006 LONG TIME GONE [6:14] (Text)


Hochgeladen am 20.10.2009
Taken at Irvine meadows, CA 2006 concert. "Rick the Bass Player" is my brother.

Crosby Stills Nash & Young 2006 Interview [4:18]

Hochgeladen am 11.10.2006
Crosby Stills Nash & Young 2006 Interview

Neil Young's Protest Music [5:03]


Hochgeladen am 22.08.2006
Neil Young speaks his mind about his latest collection of protest music and this Summer's CSNY Freedom Of Speech Tour.

Zitat aus dem Interview:
»We trusted the administration after 9-11, everybody did. And they misused the trust. They misled. […] Frankly, I was with the administration […] I’m a team player, and I get behind the leader. But the situation, we’re in right now is: they eraded my trust.«

Neil Young - Imagine [3:10]

Hochgeladen am 21.06.2006
Neil Young performs Imagine by John Lennon as tribute for 9/11 victims
   
Let's Impeach the President - Neil Young [5:32] (Text)


Hochgeladen am 10.04.2008
CSNY Freedom of Speech Tour 28-July-2006

Freedom of Speech-Tour 2006 (Einbetten deaktiviert)

Neil Young in Berlin 2008 [6:25]

Hochgeladen am 10.02.2008
Neil Young Interview at the Berlin Film Festival 2008 about his film CSNY - Deja Vu.

Link zur CSNY-Seite
Rezension bei laut.de

Dienstag, 6. Oktober 2009

Mehr Behandlungsfehler – Ärzte unter Stress


Ärzte, die sich ausgebrannt, müde und gestresst fühlen, machen häufiger Fehler. Wie eine Studie mit 380 Assistenzärzten der Mayo Clinic, Rocheter, zeigte, sind es also nicht nur die langen Dienstzeiten, die den Ärzten zu schaffen machen und die Patientensicherheit gefährden. In dieser Studie zeigte sich auch eine starke Assoziation der Faktoren Fatigue, Depression, Stress und Burnout mit der Häufigkeit von Behandlungsfehlern.
aus MMW - Fortschr. Med. Nr. 40 /2009

Das Problem mit den Überstunden

Sechs Ärzte aus dem Krankenhaus Großburgwedel haben gleichzeitig gekündigt und damit die Diskussion um die Arbeitsbelastung in den Kliniken neu entfacht.

VON VERONIKA THOMAS

Bei der kollektiven Kündigung von sechs Assistenzärzten der chirurgischen Klinik im Krankenhaus Großburgwedel handelt es sich offenbar um einen Sonderfall. Die Mediziner hatten aufgrund einer ungeklärten Überstundenregelung ihre Arbeitsverträge gelöst. "In allen Bereichen des Klinikums sind die Belastungen für das Personal sehr hoch", sagt Friedo Weh, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats des Klinikums Region Hannover (KRH), zu dem auch das Klinikum Großburgwedel gehört. Einen vergleichbaren Konflikt gebe es aber an keinem der weiteren zwölf zum KRH gehörenden Krankenhäuser. Von der KRHGeschäftsführung und dem Klinikdirektorium in Großburgwedel heißt es unterdessen, man sei mit allen Beteiligten im Gespräch, um den Konflikt zu lösen.

Wie berichtet, hatten am Dienstag alle sechs Assistenzärzte der chirurgischen Klinik im Krankhaus Großburgwedel zum Jahresende gekündigt. Grund sind Unstimmigkeiten über die Vergütung von Uberstunden.,, Man muss die Anliegen der betroffenen Ärzte ernst nehmen und alle Beteiligten an einen Tisch bringen, um schnell zu einer Lösung zu kommen", fordert der Betriebsrat. Das sagt auch Prof. Wolfgang Greiner, der als Vertreter der CDU im Aufsichtsrat des KRH vertreten ist. "Wir brauchen schnelle Verhandlungen mit den Betroffenen, damit die Probleme aus der Welt geschafft werden können", sagt Greiner. Die anerkannt hohe Qualität der Versorgung in Großburgwedel dürfe nicht gefährdet werden. "Hier ist offenbar wochenlang ein lösbarer Konflikt nicht richtig ernst genommen worden."

Personalknappheit, Arbeitsverdichtung, Nacht- und Wochenenddienste sowie Überstunden bestimmen seit Jahren den Arbeitsalltag des Klinikpersonals. "Es müssen nur zwei Leute krank werden, schon kommt die ganze Personalplanung einer Abteilung ins Wanken", sagt ein Arzt, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Dann komme es zwangsläufig zu Überstunden.

"Natürlich fallen auch bei uns Überstunden an", sagt Jens Albrecht, ärztlicher Direktor des Vinzenzkrankenhauses. Sie würden in der Regel durch Freizeit abgegolten, schon aus steuerlichen Gründen. Außerdem werde versucht, Mehrarbeit durch Dienstpläne und Arbeitszeitmodelle gar nicht erst entstehen zu lassen. Um Personalengpässe zu vermeiden, würden Langzeitkranke beispielsweise durch befristete Einstellungen kompensiert.

In der Medizinischen Hochschule (MHH) arbeiten Präsidium und Personalrat derzeit an einer Rahmendienstvereinbarung, damit Überstunden gar nicht angehäuft werden können. "Wir sind mittendrin in den Verhandlungen. Über einen Teil der Kliniken haben wir schon verhandelt", sagt Simon Brandmaier, MHH-Personalratsvorsitzender. Voraussetzung seien tarifkonforme Grunddienstpläne. Für die meisten Ärzte der MHH kämen aber noch die Bereiche Forschung und Lehre hinzu, sodass sich zwangsläufig längere Arbeitstage ergäben. "Das ist ein Graubereich", erklärt Brandmaier. Inzwischen reife aber bei vielen MHH-Beschäftigten die Erkenntnis, dass die Arbeitskraft für ein ganzes Leben reichen müsse. Nicht nur für die Jahre zwischen 25 und 40.
Quelle HAZ v. 2.10.09

Die Riesen in Berlin











Mittwoch, 30. September 2009

Das entsetzliche Wissen

»Todfreunde« bei ZEIT-Online

Vor 25 Jahren gestand ein junger Verdächtiger einem jungen Polizeibeamten in Mönchengladbach sechs schreckliche Morde – eine Beziehung zwischen Täter und Ermittler nahm ihren Anfang. Inzwischen ergraut, hängen die beiden Männer noch immer aneinander…

Der (un)klare Blick

Es gab eine Zeit, da bot Angela Merkel Präsident Bush die Beteiligung Deutschlands am Irak-Krieg an. Wir haben Glück gehabt, daß dies nicht umgesetzt wurde. Es gab Zeiten, da wollte niemand wissen, wie es um unsere Sozialsysteme steht, auch Helmut Kohl nicht, der um des Machterhaltes willen die Zukunft ignorierte. (Ivan Illich schrieb sein Buch »Die Nemesis der Medizin« im Jahr 1976. Jeder Gymnasiast hätte sich dazu seinen Teil denken können. Heißt: Es gibt Dinge, die wollen wir nicht hören.) Es gab Zeiten, da mußte die SPD Dinge tun, die sie gar nicht wollte. Auch die Grünen wollten es nicht. Weder wollte die rot-grüne Regierung den Afghanistan-Krieg noch wollte sie die neoliberale Umgestaltung unserer Sozialsysteme. Auch Lafontaine wollte nicht. Aber während Gerhard Schröder und Joschka Fischer in den sauren Apfel bissen, meldete sich Oskar Lafontaine ab: »Das Herz schlägt links.«

Alle sind abgestraft worden: Schröder erst für alle möglichen Expertenkommissionen und später für seine hemdsärmelige Art, wie er seine Partei zu unangenehmen Entscheidungen vergewaltigte. Nicht ganz so schlimm erging es Joschka Fischer. Und Oskar Lafontaine läuft seit der Zeit mit den Etiketten »Deserteur« und »Populist« durch die Gegend, und kein hochrangiger SPD-Politiker mag ihm mehr die Hand geben.

Während Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der zur ZEIT ging, nie gekannte Popularitätswerte erreicht, halten sich die in der öffentlichen Meinung geprügelten Schröder und Fischer mit hochdotierten Posten in der östlichen und westlichen Großindustrie unschädlich. Während Helmut Schmidt in den Medien eher als ein in Ehren ergrauter Grandseigneur rüberkommt, wirken Gerhard Schröder und Joschka Fischer eher wie Absahner. Man könnte es sich einfach machen und es mit »Sowas gehört sich nicht« abtun (Original-Zitat einer Freundin). Stimmt, auch ich meine, sowas gehört sich nicht. Aber auch in Dingen, die sich nicht gehören, stecken Erkenntnisse, die uns erkennen lassen, wie die Welt und wir Menschen funktionieren.

Man kann sich aber auch überlegen, wieso Helmut Kohl wie auch Joschka Fischer auf ihren Posten wie Hefeteig aufgegangen sind und wieso Helmut Schmidt zur ZEIT ging und die beiden Grün-Roten bei Gazprom und BMW die Sahne ausschlecken. Was passiert mit solchen Leuten, daß sie solche Wege gehen?

Der deutsche Medien-Blick (und der beeinflußt uns ja sehr) ins Ausland scheint aus der Trübe schneller wieder in die Klarheit zurückzukehren, sprich: aus dem einhelligen Verurteilen Rußlands im Georgienkrieg wird nach verhältnismäßig kurzer Zeit ein kritischer Blick auf die Rolle des Westens.

In der Innenpolitik werden weiter die bekannten einfachen Brötchen gebacken: SPD in der Dauerkrise (ich denke Helmut Kohl wußte sehr wohl, weshalb er anstehende Entscheidungen lieber aussaß) und Zersplitterung der politischen Linken. Die SPD wird von der aufgeregt mitfühlenden Journaille an den Rand des Abgrunds geschrieben, und alle möglichen Leute fühlen sich bemüßigt, gute Ratschläge zu geben und alle möglichen Neuorientierungen und -positionierungen zu fordern.

Ich glaube nicht, daß das etwas an dem, was in unserer politischen Szene passiert, etwas ändert. Die SPD wird nie wieder über 30% kommen, egal, was wer wie macht. Die Zeiten sind vorbei. Die Linke ist zum Einen einfach vielfältiger als die Rechte und nimmt zum Anderen Entwicklungen vorweg, die rechts erst Jahre später ankommen. Während sich die SPD also schon jetzt mit der Größe der FDP vergleichen muß (ich habe noch nichts über Wähler gelesen, die aus Protest FDP gewählt haben), wird das – in wohl geringerem Außmaß – erst in einigen Jahren bei der CDU ankommen.

In der Politik führt kein Weg daran vorbei, klare Positionen zu beziehen, jedoch muß man, so man dies tut, mit Prügeln rechnen. Und Prügel kann man möglicherweise mit zunehmender Körpermasse besser auffangen, ohne aus der Richtung gebracht zu werden. Und Prügel beziehen erst einmal die, die zu früh kommen.

Die Erwartungen an Links sind höher als die an Rechts, und so würde, träten Angela Merkel oder – abgesehen von seinem Alter – Helmut Kohl den Weg in die Großindustrie an, das Geschrei längst nicht so laut sein wie bei Joschka Fischer und Gerhard Schröder. Vor Jahren hörte ich einmal: »Wenn man Harald Juhnke volltrunken am Steuer erwischen würde, wäre das was anderes, wie wenn Erik Ode (»Der Kommissar«) volltrunken erwischt werden würde. Auch die Selbstkritik – auch selbstzerfleischende Selbstkritik – hat eher links eine Tradition als rechts.

Gerhard Schröder ist für mich weiterhin der mutigste Nachkriegskanzler, der für Helmut Kohl und das deutsche Volk die Drecksarbeit getan hat, für die sich der Aussitzer Helmut Kohl, der sich nun auf den Lorbeeren für die Wiedervereinigung ausruhen kann, zu gut war. (Wobei erwähnt werden muß, daß die Freigabe des Wertpapierhandels mit Unternehmen, die keiner Bankenaufsicht unterliegen, in etwa Angela Merkels Fauxpas entspricht.)

Oskar Lafontaine werden wir über kurz oder lang wieder auf der großen politischen Bühne begrüßen können. Die Linkspartei wird genauso hoffähig werden wie die Grünen, und eine mitregierende Linkspartei wird Deutschland genausowenig in den Abgrund stürzen wie dies die Grünen getan haben. Und auch eine in fünf Jahren mitregierende Linkspartei wird die deutschen Truppen nicht von heute auf morgen aus Afghanistan rausholen können, auch wenn sie dies im Moment laut rausposaunt.

Manchmal muß man als Politiker Positionen vertreten, die man nicht vertreten mag, und manchmal muß man sich zurückziehen – wie dies Lafontaine getan hat, wenn man dies nicht mehr aushalten kann. Manchmal sollten wir Politikern zugute halten und erlauben, nach ihrem Gewissen zu handeln, auch wenn es schwer fallen sollte, ihnen ein solches zuzugestehen.

Also sollten wir mit unseren Prügeln vorsichtig umgehen, es könnte sein, daß wir was noch nicht verstanden haben. Auch Angela Merkel hat verstanden, daß sie mit dem Angebot an Bush knapp an einer persönlichen Katastrophe vorbeigeschlittert ist. Und vielleicht verstehen wir, daß die Leute da oben manchmal besser sind als ihr Ruf. Die SPD wird in spätestens zwei Legislaturperioden wieder den Bundeskanzler stellen, und dann wird eine Koalition mit der Linkspartei das sein, was alle wollen, weil sie vom CDU-Stillstand die Nase voll haben werden. (Mit dem Begriff »innovativ« wird man die C-Parteien ja wohl eher nicht in Verbindung bringen.) Was war denn die Wahl? Eine Antwort auf die Enttäuschung über die soziale Gerechtigkeit versprechenden SPD (, die wieder mal die Erfahrung machen muß, daß Wirtschaft stärker ist als Politik) und ein »weiter so« für Angela Merkel (getreu Adenauers Spruch »keine Experimente«) Übrigens: Kreiden wir heute Adenauer noch Deutschlands Wiederbewaffnung an? Die Zeit ist längst drüber hinweggegangen.

Wenn wir die Bundestagswahl von 1969 vergleichen mit der von 2009, was hat sich denn groß geändert? Die politische Linke kam 1969 auf etwas über 42 Prozent, 2009 auf zusammen etwas über 45 Prozent. Und sie ist bunter geworden. Die Christlichsozialen hatten damals etwas über 46 Prozent, in diesem Jahr etwas über 33 Prozent. Und die FDP ist fast dreimal so stark wie damals, nachdem sie mehrere Jahre lang in vielen Landtagen gar nicht mehr vertreten war. Und vielleicht wird ja unser ehemaliger Spaßgesellschafter Guido Westerwelle der erste schwule Außenminister Deutschlands. Man sieht: auch an der FDP geht die zeit nicht spurlos vorbei. Á propos schwul: erinnert sich noch jemand an die Kießling-Affäre? (=> Wikipedia, => Deutschlandradio)

Und vielleicht sind wir irgendwann auch soweit, daß das Verhalten des Westens, wenn sich auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR wieder welche prügeln, sofortiges Kopfschütteln hervorruft und man dazu nicht erst eine EU-Kommission braucht. Und vielleicht bekommt ein amerikanischer Präsident, der Raketenstellungen in der Nähe Rußlands abbaut (siehe die Vorgeschichte der Kuba-Krise), deutlich mehr Beifall als Kennedy 1963.

Dienstag, 29. September 2009

Mensch und Markt

Der Mensch – ist er ein allseitig gefrässiges, egoistisches und rücksichtsloses Wesen, wie es uns gewisse Verhaltensforscher weismachen wollen? In der Tat, man könnte es meinen, wenn man liest, mit welcher Arroganz und Selbstverständlichkeit in unseren Tagen Boni abkassiert werden, von deren Höhe wir gewöhnlich Sterblichen uns kaum eine Vorstellung machen können. Und, wohlgemerkt: Diese Riesensummen fehlen dann anderswo, sie werden letztlich der Volkswirtschaft entzogen bzw. der Normalbürger hat dafür aufzukommen, sei es in Form von Steuern oder via Verteuerung der lebensnotwendigen Produkte oder Konsumgüter.

„Homo homini lupus est“ – der Mensch ist dem Menschen ein Wolf– sagten schon die alten Römer … Aber ist der Mensch wirklich so, oder lassen wir es uns nur einreden, bis wir es schliesslich glauben? Gibt es nicht auch so etwas wie ein „soziales Gen“, welches unter den Menschen wirksam ist (sein kann!) und sich in Solidarität, Brüderlichkeit und Empathie äussert? Der berühmte englische Sozialökonom und Moralphilosoph Adam Smith (1723-1790) sagte es so: Wenn die Menschen fähig sind, die Folgen ihres Tuns aus der Sicht der anderen zu beurteilen, sind Menschen nicht nur Egoisten. Oder anders ausgedrückt: Wer sich in die Schuhe des andern zu stellen vermag, wird seinen Handlungen eine andere Ausrichtung geben.

Ist die gegenwärtige weltweite Finanzkrise ein Naturereignis, eine Naturkatastrophe? Man möchte es meinen – denn es galten bis heute Maximen wie: „Die Gesetze des Marktes verlangen …“ oder „der Markt zwingt uns …“ Zwingen uns wirklich „marktwirtschaftliche Gesetze“, oder hätten wir es in der Hand, den Markt unter ethische Gesichtspunkte stellen? Sind wir bloss gehorsame Sklaven ökonomischer Zwänge – oder schafft der verantwortliche Mensch die Gesetze?

In diesem Zusammenhang kommt mir die Erfahrung des amerikanischen Ökonomen Paul Feldman in den Sinn, der im Alter von 52 Jahren seinen Job aufgab, um fortan in rund 140 Firmen Pausenbrötchen zu verkaufen. Seine frische Ware deponierte er jeweils im Pausenraum und stellte eine kleine Kasse daneben, in welcher jeder einen Dollar pro Brötchen einwerfen sollte. Später am Tag holte er das Geld und die überzähligen Backwaren ab. Sein kleines Geschäft wurde ungewollt zu einem Ehrlichkeitstest für Bürolisten und Manager. Feldmans Geschäft blühte, denn er konnte sich darauf verlassen, dass gegen 90% der Brötchen bezahlt wurden. Praktisch nie wurden seine Kassen geplündert oder gestohlen. Neben anderen machte er u. a. folgende Feststellungen: Je besser die Stimmung in der Firma war, desto gewissenhafter wurde bezahlt. Allerdings: Angestellte in Firmen mit vielen Hierarchiestufen schienen weniger ehrlich zu sein (vielleicht betrachtete das obere Management die Brötchen als ein Teil ihrer Boni …). Erwähnenswert war zudem, dass in schwierigen Zeiten (drohende Arbeitslosigkeit etc.) die Ehrlichkeit der Menschen zunahm. Zusammengefasst: Feldmans über 20 Jahre dauerndes Experiment ergab, dass die Leute am Arbeitsplatz erstaunlich ehrlich sind – auch wenn das Risiko, beim Brötchen-Diebstahl erwischt zu werden, sehr klein war. Dies hatte eigentlich niemand erwartet, am wenigsten die darwinistisch orientierten Verhaltensforscher!

Niemand kann mir im neuen Jahr den Glauben rauben, dass der Mensch auch Mit-Mensch ist bzw. sich in die Schuhe des andern stellen kann. Wie geht es Ihnen?

Christian Bärtschi

Der Handstand

Fast täglich erreichen uns schlimme Nachrichten aus Schulen und Schulstuben: hier ein jugendlicher Amokschütze, der blindwütig und wahllos auf Mitschülerlnnnen und Lehrpersonen schiesst und unsägliches Leid bereitet, dort ein Messerstecher, der scheinbar grundlos auf seinen Sitznachbarn einsticht und ihn lebensgefährlich versetzt.

Wenn man noch vor einiger Zeit davon ausgehen konnte, dass diese Dinge im fernen Amerika geschehen (im Land der „unbegrenzten Möglichkeiten“), so hat sich das geändert. Schauplatz dieser Schuldramen ist heute auch Europa, ja sogar die Schweiz, – Was ist mit unseren Schulen, was ist mit unseren Kindern los?

Da wäre zuerst einmal zu fragen: ist die Schule nicht immer und überall ein Spiegelbild unserer Gesellschaft? Weshalb sollten Schüler friedlicher sein als die Erwachsenenwelt, in der sie gross werden? Die moderne Leistungsgesellschaft fordert ihre Opfer, der allgegenwärtige Wettbewerb und Verdrängungskampf hinterlässt Spuren.

Nun gibt es in unserem Land offenbar bereits Schulen, in denen gute Schülerleistungen mit Geld honoriert werden. Wer an einer Prüfung gut abschneidet, erhält ein Geldgeschenk, einen „Bonus“ müsste man wohl heute sagen. Mit Verlaub: Das kann doch nicht der richtige Weg sein, die Schule als Bildungsanstalt zu retten … Und was geschieht mit denen – wohl mit der Mehrzahl –, die nie zu den Besten gehören, die trotz Fleiss und Anstrengung keine finanzielle Prämie erhalten? Wie gehen sie mit dieser Frustration um, wie verkraften sie eine kontinuierliche Zurücksetzung?

Zum Glück funktionieren heute die meisten Schulen nicht mehr ausschliesslich defizitorientiert. Man hackt nicht einfach bloss auf den Schwächen der Kinder herum, verlangt nicht ausschliesslich ausgerechnet das von ihnen, was sie (noch) nicht können. Vielmehr versucht man dort einzusetzen, wo Ressourcen vorhanden sind, und seien diese auch nur bescheiden. Denn Kinder brauchen Erfolgserlebnisse, Anerkennung; sie müssen spüren, dass sie an- und aufgenommen werden, wie sie eben sind. Das gilt für die Schule und das Elternhaus. Übrigens: Haben nicht auch wir Erwachsene das gleiche Bedürfnis? Brauchen nicht auch wir es, dass uns ab und zu jemand „rühmt“, uns Anerkennung ausspricht?

Die Berner Autorin Maja Beutler hat als reife Frau von ihren Schulerlebnissen geschrieben. Eigentlich denke sie nur an einen Lehrer gerne zurück, und zwar an denjenigen, der seine Kinder am ersten Schultag der dritten Klasse gefragt habe, was jedes von ihnen besonders gut könne. Und wenn ein Kind dann in einer Probe versagt hatte, durfte es anschliessend der ganzen Klasse zeigen, was es besser konnte als die anderen. Und da war der Ernst, der schulisch kaum auf einen grünen Zweig kam, dafür aber den Handstand perfekt beherrschte. Und diesen durfte er fast jeden Morgen der Klasse vordemonstrieren, denn der Lehrer fand, es gehöre sich, dass man einander mit Achtung begegne für das, was man könne.

Bietet die heutige Schule jedem Kind die Möglichkeit, ab und zu einen stolzen Handstand zu drücken?

Christian Bärtschi


Montag, 28. September 2009

Nach der Wahl…

Angela Merkel ist überfahren worden und kommt direkt in den Himmel.
Dort trifft Sie den Engel Gabriel. Der Engel spricht Angela Merkel an und sagt ihr:
"Wir werden dir die Wahl geben: einen Tag wirst du in der Hölle sein und einen Tag im Paradies. Dann kannst du dir auswählen, wohin du willst."

Gabriel bringt Angela Merkel in den Fahrstuhl und sie fahren bis zur Hölle.
Angela Merkel geht rein und sieht alle Ihre Freundinnen und Freunde, diese begrüßen Sie, spielen Golf, sitzen am Schwimmbad, im Restaurant, die Leute essen, trinken, hören Musik, spielen Karten und auch der Satan sitzt und lacht mit ihnen, abends Tanzerei, man amüsiert sich.

Am nächsten Tag kommt Gabriel und sie gehen wieder rauf ins Paradies.

Dort sieht Sie die Leute wie sie auf weißen Wolken sitzen, sie hören Musik, alles ist ruhig und gemütlich.

Einen Tag später kommt Gabriel und fragt: "Hast Du Dich entschlossen?"

Angela Merkel sagt: "Ja. Obwohl es im Paradies angenehm ist, will ich in die Hölle, dort tut sich was." Gabriel nimmt Sie wieder mit nach unten, klopft auf die Tür und in einer Sekunde ziehen zwei Hände Angela Merkel rein.

Sie sieht eine Wüste, sehr heiß, Ihre Freundinnen und Freunde tragen zerrissene Kleidung und sammeln Mist. Der Satan kommt, gibt ihr eine Tüte und sagt ihr, sie solle Mist sammeln.
"Was ist mit dem Schwimmbad, mit dem Restaurant, mit der Musik passiert?" fragt Angela Merkel.
Darauf antwortet Satan:

"Angie, altes Haus, gestern war vor der Wahl - heute ist nach der Wahl."

vor der Wahl zugeschickt von Moni

Schweinegrippe-Impfung

Was bleibt ? Ein Grippevirus, das nach bisherigem Verlauf nicht gefährlicher für die Menschen war, als jeder andere saisonale Grippeerreger auch.
Richtig war, dass diesem neuen Virustyp eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde und wird.
Nicht richtig ist jedoch die von interessierten Kreisen (Gesundheitsämter, Politik und Pharmaindustrie...) verbreitete Panik. Einhergehend mit massivem Aktionismus des Landesgesundheitsamtes und der Gesundheitsämter, die hiermit einmal mehr ihre personelle Überbesetzung begründen konnten, bzw. schon mitgeteilt haben, dass Sie noch mehr Personal benötigen.
Richtig war es auch, einen neuen Impfstoff für dieses mutierte Virus zu entwickeln, sind doch weitere Virusmutationen in Zukunft möglich.
Sehr vorsichtig sollten wir Ärzte jedoch bei Impfstoffen sein, die mit Adjuvantien zur Verstärkung der Impfreaktion gekoppelt sind (dadurch wird die Dosis halbiert), die aber nicht hinreichend getestet sind (siehe auch Reaktion der US Behörde CDC).
Richtig mag es sein, ein derartiges Konzept für den Fall einer verheerenden Pandemie (wie 1918) im Hintergrund zu haben. Bei 50 Millionen bestellter Impfdosen und damit wohl auch 50 Millionen Impflingen, könnte es durchaus sein, dass die Zahl der zu erwartenden Nebenwirkungen die Zahl der Komplikationen einer AH1N1 Grippewelle übersteigt.
Wenn ich die Zeitungsmeldungen richtig interpretiere sollte es für die Risikogruppen genügend herkömmlichen Impfstoff geben.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, es gilt Besonnenheit zu wahren. In den Zeitungen publizierte Artikel mit dem "Hintergrundwissen" der Pharmalobby dienen nicht unbedingt der Gesundheit der Gesellschaft. Die vermeintliche "Vogel-Grippewelle" vor 2 Jahren diente vielmehr dazu, die Lager mit "Tamiflu" zu räumen. Gleiches haben wir akut erlebt: die "Grippe-Schnelltests" dienten nur den Laboren und Herstellern, nicht aber einer verbesserten medizinischen Versorgung der Gesellschaft.

Resumee eines ausführlichen Rund-Mails des Hartmannbundes Niedersachsen vom 28.9.09