Mittwoch, 28. Juli 2010

Herztraining in der Großstadt – Besser mit Feinstaubmaske

Wenn KHK-Patienten in der Großstadt der empfohlenen körperlichen Ertüchtigung nachgehen, ist das Tragen einer Gesichtsmaske vorteilhaft. Denn die Reduktion der Feinstaubbelastung macht sich unmittelbar bezahlt, wie eine Studie aus Peking zeigt, die von der British Heart Foundation unterstützt wurde: Trainieren mit Gesichtsmaske verbessert sowohl subjektive Beschwerden als auch Blutdruck, Myokardischämie und Herzfrequenz-Variabilität, berichtete Studienautor Dr. J. Langrish von der University of Edinburgh. Im Rahmen der Studie wurden 98 KHK-Patienten untersucht. Sie wurden mit tragbaren Monitoren zur Messung der Feinstaubbelastung, einem GPS sowie einem Langzeit-EKG ausgestattet und dann zwei Stunden lang in der Pekinger Innenstadt auf einem genormten Weg spazieren geschickt.
World Congress of Cardiology, Peking, Juni 2010
MMW-Fortschrt. Med. Nr. 28-30/2010

Ein Sprühstoß gegen Angst und Schlaflosigkeit? – Jasminduft statt Valium

Der Duft von Gardenia jasminoides hat die gleiche Wirkung wie ein Benzodiazepin oder das Narkosemittel Propofol.
In einer großen Screeningstudie haben Wissenschaftler der Bochumer und der Düsseldorfer Universitäten die Wirkung mehrerer Hundert Duftstoffe an Mensch und Maus getestet.
Dabei konnten die beiden Duftstoffe
Vertacetal-coeur (VC) und
die
chemische Variante
(PI24513)
die hemmende Wirkung der körpereigenen Gamma-Aminobuttersäure am GABA-Rezeptor um mehr als das Fünffache steigern – ähnlich wie angstlösende und schlaffördernde Medikamente. Die Forscher sehen ihre Ergebnisse als wissenschaftliche Grundlage für eine Art Aromatherapie.
MMW-Fortschrt. Med. Nr. 28-30/2010

Sonntag, 25. Juli 2010

Heute vor 45 Jahren – 25. Juli 1965: Die Geburtsstunde des Folk-Rock

Bob Dylans Auftritt beim 1959 gegründeten Newport Folk Festival auf Rhode Island, bei dem er statt seiner akustischen eine E-Gitarre verwendet, gilt, obwohl er deswegen von großen Teilen des Publikums ausgebuht wird, als Geburtsstunde des Folk-Rocks. Seine Protestsongs gegen das Establishment (z. B. Blowin' in the Wind oder Masters of War – letzteres gegen den militärisch-industriellen Komplex) sprechen einer Generation aus der Seele.

mein Kommentar:
allerdings wird die Geschichte auch ganz anders erzählt. (Die Quellennachweise erspare ich mir an dieser Stelle) Daß Pete Seeger das Verbindungskabel von Dylans E-Gitarre zum Verstärker mit einer Axt durchtrennen wollte, halte ich für erfunden.

Bob Dylan - Live at the Newport Folk Festival [2:08]


Hochgeladen am 23.10.2007
Here is a look at some of the great material on the new Bob Dylan DVD - The Other Side of the Mirror, Live at the Newport Folk Festival.



On Saturday, July 24, 1965, Dylan performed three acoustic numbers, "All I Really Want to Do", "If You Gotta Go, Go Now", and "Love Minus Zero/No Limit" at a Newport workshop.[4] According to Jonathan Taplin, a roadie at Newport (and later a road manager for the acts of Dylan's manager Albert Grossman) Dylan made a spontaneous decision on the Saturday that he would challenge the Festival by performing with a fully amplified band. Taplin said that Dylan had been irritated by what he considered condescending remarks which festival organiser Alan Lomaxhad made about the Paul Butterfield Blues Band, when Lomax introduced them for an earlier set at a festival workshop. Dylan's attitude, according to Taplin, was, "Well, fuck them if they think they can keep electricity out of here, I'll do it. On a whim he said he wanted to play electric."[5] Dylan then assembled a band and rehearsed that night at a mansion being used by festival organiser George Wein.On the night of Sunday, July 25, Dylan's appearance was sandwiched between Cousin Emmy and the Sea Island singers, two decidedly traditional acts.[6] The band that went on stage to back Dylan included two musicians who had played on his recently released single, "Like a Rolling Stone": Mike Bloomfield on lead guitar and Al Kooper on organ. Two of Bloomfield's bandmates from the Paul Butterfield Blues Band also appeared at Newport: bassist Jerome Arnold and drummer Sam Lay, along with Barry Goldberg on piano.Footage of Dylan's Newport performance can be seen in the documentary films Festival (1967), No Direction Home (2005) and The Other Side of the Mirror: Bob Dylan Live at the Newport Folk Festival 1963–1965 (2007). The footage begins with Dylan being introduced by Master of Ceremonies Peter Yarrow: "Ladies and gentlemen, the person that's going to come up now has a limited amount of time ... His name is Bob Dylan." In the documentary footage, the sound of both booing and cheering can be heard a few bars into Dylan's first song, "Maggie's Farm", and continues throughout his second, "Like a Rolling Stone". Dylan and his band then performed "Phantom Engineer", an early version of "It Takes a Lot to Laugh, It Takes a Train to Cry".[7] Dylan was said to have "electrified one half of his audience, and electrocuted the other".[8]After "Phantom Engineer", Dylan and the band left the stage. The sound of booing and clapping can be heard in the background. When Peter Yarrow returned to the microphone, he begged Dylan to continue performing. According to Robert Shelton, when Dylan returned to the stage, he discovered he did not have the right harmonica and said to Yarrow, "What are you doing to me?"[9] Dylan then asked the audience for 'an E harmonica'. Within a few moments, a clatter of harmonicas hit the stage. He then performed two songs on acoustic guitar for the audience: "Mr. Tambourine Man", and then, as his farewell to Newport, "It's All Over Now, Baby Blue". The crowd exploded with applause at the end, calling for more. Dylan did not return to the Newport festival for 37 years. In an enigmatic gesture, Dylan performed at Newport in 2002, sporting a wig and fake beard.[10] [Electric Dylan controversy, Newport 1965 set, Wikipedia]
siehe auch:
- Furor der Folk-Fans – Warum Bob Dylan als "Judas" verflucht wurde (Willi Winkler, SPON, )
- Kultmusiker Bob Dylan: Die Erfindung der Bobmusik (Michael Sontheimer, SPON, 20.11.2005)
- Dylan Artikel bei SPON

Bob Dylan - (Blowin' In The Wind) - "From Newport Folk Festival" 1963. [?]


Veröffentlicht am 05.11.2013
Bob Dylan, Joan Baez, Peter , Paul & Mary.


Die sehr gefällige Hollies-Version von 1969 ist heute nahezu unbekannt:
The Hollies - Blowin' In The Wind [1968] [4:03]

Veröffentlicht am 30.05.2013

Der Mann links von Alan Clarke, dem Leadsänger, der mit dem gelben Hemd und der schwarzen Fliege, das ist Gründungsmitglied Graham Nash (später bei Crosby, Stills, Nash & Young).


Mittwoch, 14. Juli 2010

Neo-Liberalismus und real existierender Kapitalismus: Pleiten, Pech und Pannen

Über das dubiose Zusammenspiel von Privatinvestoren und öffentlicher Hand
auf den Nachdenkseiten

Blinde Flecken

Wie war das noch? Männer können besser gucken als denken.
Hier läßt sich eindrucksvoll sehen, daß auch Frauen ihr geschlechtsspezifischen blinden Flecken haben.
bei Stern

Montag, 12. Juli 2010

Randomisiert-kontrollierte Studien – Wenn Daten Gewalt angetan wird

Die evidenzbasierte Medizin stützt sich auf die Ergebnisse von RCTs. Das setzt natürlich voraus, dass sie von ihren Autoren korrekt interpretiert werden.

Studien über die Präsentation solcher Studien hatten schon länger den Verdacht aufkommen lassen, dass manchmal die Ergebnisse durch findige Formulierungen in die Richtung gebogen werden, die den Autoren wünschenswert erscheint. Statistiker analysierten nun das Phänomen.

Aus der Literatur wurden 72 RCTs extrahiert, die im Dezember 2006 publiziert worden waren. Man suchte nach „spin“; das ist die entstellende Darstellung nichtsignifikanter Ergebnisse, um daraus einen scheinbaren Nutzen für den Patienten zu machen. Solche verzerrenden Darstellungen waren teilweise schon im Titel zu finden; die „Results“ der Abstracts waren in 37,5% betroffen, die „conclusions“ in 58,3%. Mehr als 40% der Arbeiten zeigten „spin“ in mindestens zwei Sektionen des Haupttextes.

Tendenziöse Formulierungen in den Abstracts halten die Autoren für besonders bedenklich, denn viele Leserentscheiden nach dem Inhalt des Abstracts, ob sie eine Publikation in Gänze lesen. Die weitere Ausleuchtung dieser Problematik sollte u. a. dazu führen, dass die Peer Reviewer der Journals für dieses Problem sensibilisiert werden. WE

Boutron I et al.: Reporting and interpretation of randomized controlled trials with statistically non significant results of primary outcomes. JAMA 303 (2010) 2058-2064
Bestellnummer der Originalarbeit 100644
aus Praxis-Depesche 6/2010

Soldaten in Afghanistan – Der Fluch des Einsatzes im Nicht-Krieg

Die Friedensmission am Hindukusch zieht Störungen bei den Soldaten nach sich, über die man sich bei uns erst langsam zu sprechen getraut.

Hingegen analysierte man in Großbritannien offen und mit einer Befragung der Betroffenen die Folgen der Einsätze im Irak und in Afghanistan für die mentale Gesundheit. Die Prävalenz einer wahrscheinlichen posttraumatischen Stress-Störung (PTSD) betrug 4,0%. Mit 19,7% bzw. 13,0% waren „gewöhnliche mentale Störungen“ (Depression, Angst etc.) bzw. Alkoholmissbrauch wesentlich häufiger. Das PTSD-Risiko war bei Kampfeinheiten höher als bei Versorgungseinheiten.

Die Bemühungen um die seelische Gesundheit der Soldaten konzentrieren sich u. a. in den USA und im UK auf die PTSD. Zumindest bei den Briten ist aber der Alkohol das größere Problem. Auch in der Allgemeinbevölkerung nimmt diese Abhängigkeit zu; bei Soldaten hat der Missbrauch jedoch eine viel größere Dimension.

Störungen der mentalen Gesundheit bei Soldaten nehmen nach Ansicht der Autoren nicht prozentual zu, aber in absoluten Zahlen, solange immer mehr Truppen in Konflikte im Ausland geschickt werden. WE

Fear NT et al.: What are the consequences of deployment to Iraq and Afghanistan on the mental health of the UK armed forces? A cohort study. Lancet 375 (2010) 1783-1797
Bestellnummer der Originalarbeit 100642

aus Praxis-Depesche 6/2010

Psychische Entwicklung – Der Segen von Almosen für Indianer

Ein Experiment des Lebens hatte die Möglichkeit gegeben, die Folgen finanzieller Unterstützung für Indianergemeinden in North Carolina im Hinblick auf das Auftreten von Sucht und psychiatrischen Erkrankungen zu verfolgen.

In jener Great Smoky Mountains Study hatte man die psychische Entwicklung junger Leute verglichen, wobei die Reservat-Indianer finanzielle Zuschüsse zum Familieneinkommen erhielten, die weißen Bewohner nicht. Im Jahr 2003 war über die Auswirkungen auf die Jugendlichen publiziert worden; jetzt konnte man sie als junge Erwachsene nochmals examinieren.

Ähnlich wie bei der früheren Analyse zeigte sich auch im Falle der jungen Erwachsenen, dass bei den bezuschussten Indianern die Häufigkeit psychiatrischer Störungen im Vergleich zu den Weißen signifikant geringerwar (OR 0,46), dies vor allem hinsichtlich Alkohol und Cannabis-Missbrauch.

Der Nutzen auf die psychische Entwicklung wurde in der Adoleszenz offenbar von einer besseren Überwachung durch die Eltern vermittelt, bei den jungen Erwachsenen durch weniger kriminelle Freunde.

Die Befunde widerlegen nicht die Annahme, dass Sucht und andere psychische Störungen Gehirnkrankheiten sind, so die Autoren. Vielmehr zeigen sie, dass Ansätze an exogenen Faktoren anhaltende Auswirkungen haben, unabhängig davon, ob eine genetische Disposition für die Störungen besteht oder nicht. WE

Costello EJ et al.: Association of family income supplements in adolescence with development of psychiatric and substance use disorders in adulthood among an American Indian population. JAMA 303 (2010) 1954-1960
Bestellnummer der Originalarbeit 100643
aus Praxis-Depesche 6/2010

Dienstag, 22. Juni 2010

Bluthochdruck – Der Arzt ist die beste Medizin

Häufige Arzt-Patienten-Kontakte führen bei Hypertoniepatienten zu einer schnelleren Blutdrucknormalisierung, so das Ergebnis einer retrospektiven Studie. Bei Intervallen von maximal einem Monat hatten Diabetiker mit Bluthochdruck im Median nach 1,5 Monaten normale Werte erreicht. Bei längeren Intervallen war das erst nach 12,2 Monaten der Fall. Fazit der Studienautoren: So lange der Blutdruck eines Patienten noch nicht kontrolliert ist, sollte er mindestens einmal im Monat einen Termin beim behandelnden Arzt haben. Dabei muss der Arzt den Patienten nicht unbedingt persönlich sehen. Auch ein Kontakt per Mail, Fax oder Telefon ist möglich, wenn die Patienten ihren Blutdruck selbst messen und dokumentieren.
Hypertension 2010; doi:10.1161/hypertension.aha.109.148791
aus MMW Fortschr. Med. Nr. 22/2010

Kopfweh bei Jugendlichen – Liegt’s am Lebensstil?

Wenn Heranwachsende über Spannungskopfschmerzen oder Migräne klagen, sollte man auch deren Lebensstil überprüfen. Möglicherweise bewegen sich die Betroffenen zu wenig, trinken zu viel Alkohol und rauchen. Dies ergab eine Studie der LMU München an 1260 Gymnasiasten im Alter von 14 bis 20 Jahren. Auch ein hoher Kaffeekonsum war mit Kopfschmerzen assoziiert.
Headache, June 07, 2010 DOI: 10.1111/j.1526-4610.2010.01706.x
aus MMW-Fortschr. Med. Nr. 24/2010

Montag, 21. Juni 2010

Gangsterwirtschaft

Jürgen Roth, einer der profiliertesten investigativen Journalisten Deutschlands hat ein neues Buch geschrieben. Auf Telepolis findet sich ein Interview mit ihm.

Dienstag, 15. Juni 2010

Focus

Focus - Hocus Pocus Live '73 {4:37}

Hochgeladen am 20.03.2007
Dutch prog-rockers Focus giving a breathtaking performance on NBC´s Midnight Special.

Thijs van Leer - Vox, Flute, Organ
Jan Akkerman - Guitar (-god!)
Bert Ruiter - Bass
Pierre van der Linden - Drums

Announced by the lovely Gladys Knight

Focus Live 1990 - Sylvia {4:01}

Hochgeladen am 26.10.2008
Occasional one time reunion of this legendary Dutch band with Jan Akkerman and Thijs van Leer

focus - Focus 2 (moving waves) {3:36}

Hochgeladen am 13.10.2006
Classic
www.myspace.com/stefeblues

Focus - Focus 3 {7:43}

Hochgeladen am 17.05.2008
Focus performed on may 15, 2008 in Odeon in Zwolle. Absolutely fabulous!
Thijs van Leer - Hammondorgan, flute and vocals
Pierre van der Linden - drums
Niels van der Steenhoven - guitar
Bobby Jacobs - bass
http://www.nufoto.nl/2008/05/16/focus...

Donnerstag, 3. Juni 2010

Köhlers Rücktritt und die Kommentatoren

Bevor ich mich in die Reihe derjenigen einreihe, die ihre Sicht des Rücktritts von Horst Köhler zum Besten geben, ein Post aus blog-tagesschau.de über die Köhler-Berichterstattung:

Ein Busfahrer wird von einem berunkenen Fahrgast (Presse) angekotzt. Der Busfahrer beschwert sich lautstark: SIE Schwein!
Der Betrunkene antwortet grinsend: Schau doch DICH erst einmal an, DU Sau! Angewidert verlässt der Busfahrer den Bus mit den Fahrgästen, um sich zu reinigen und die Fahrgäste von dem ihm beigebrachten üblen Anblick und Gestank zu befreien.
Der Busfahrer kommentiert: Jetzt ist er beleidigt, die dünnhäutige Sau und lässt uns einfach hocken und wir kommen nicht weiter. Das ist doch verantwortungslos, oder.. hups?
Viele Fahrgäste geben dem Besoffenen recht; nur weil sie nicht weitertransportiert werden. Eine schöne Geschichte nicht wahr?

Das Schlimmste was man einem Brunnenwart zu früheren Zeiten antun konnte, war, zu behaupten, er habe den Brunnen vergiftet.
Herr Köhler hat sich nach meinem Verständnis nicht gegen eine Kritik gewehrt, sondern gegen die Behauptung: er habe mit der Billigung von militärischen Einsätzen das Grundgesetz missachtet. Für den Bundespräsidenten ist dies ein schwer- wiegender unakzeptabler Vorwurf. Und recht hat er.
Wenn Kommentatoren dies nicht so eng sehen (dünnhäutig) so werden sie einem allgemein festzustellenden Werteverfall gerecht. Die kann nicht der Inhalt und Ziel einer Pressefreiheit sein. Zur Freiheit gehört auch eine Verantwortung, die bedauerlicherweise ungern wahrgenommen wird. Tendenz steigend.
Wenn ein Mahner, und das beinhaltet wohl die Aufgabe eines Bundespräsidenten, sein Amt ernst nimmt, dann versucht manihn als Tollpatsch (Respektlosigkeit) in der Öffentlichkeit darzustellen. Diesem Zeitgeist (Werteverfall) fallen Köhler, Pabst, Merkel usw. zum Opfer. Unterstellungen, Mutmaßungen, Verdrehungen (Spiegelungen) usw. haben nichts mehr mit seriöser Kritik zu tun.
Wie charakterstark müssen Personen sein, die diese gewaltige auf sie zukommende Unredlichkeit verarbeiten können? - Finden sich noch Personen, die derartige Belastungen ertragen können?
Für Politik, Medien und Gesellschaft soll die Handlung von Herrn Köhler eine Warnung sein, die mit Dünnhäutigkeit der Person Köhler nicht vom Tisch gewischt werden sollte.

Gesundheit und Bildung

Manfred Spitzer berichtet über eine Studie aus Großbritannien über den Zusammenhang zwischen Bildung und Gesundheit.
Weitere Spitzer-Links

Mittwoch, 2. Juni 2010

Lebenserwartung bei Paaren – Gleichaltrige Männer sind gut für die Frauen

Frauen sollten möglichst einen gleichaltrigen Mann heiraten. Ihre Aussichten für ein langes Leben sind dann nämlich am besten. Anders bei Männern: Sie leben umso länger, je jünger ihre Partnerin ist. Dass ein jüngerer Partner für Frauen eher lebensverkürzend ist, hat eine Studie des Max-Planck-lnstituts für demografische Forschung in Rostock festgestellt: Frauen, die einen sieben bis neun Jahre jüngeren Mann heiraten, haben ein um 20% höheres Mortalitätsrisiko. Die Autoren vermuten, dass Paare, bei denen der Mann jünger ist, damit gegen soziale Normen verstoßen. Dies wiederum könne soziale Sanktionen nach sich ziehen, die gesundheitsschädigenden Stress erzeugen. Unabhängig davon bleibt die Tatsache bestehen, dass verheiratete Männer und Frauen im Schnitt länger leben als unverheiratete.
Demography 2010;47(2):313

Frauen profitieren gesundheitlich nicht von einem jüngeren Partner:


MMW-Fortschr, Med. Nr. 20 / 2010

Dienstag, 1. Juni 2010

Hygiene – Was Keime wirklich ausknockt

Mikrobiologen haben untersucht, welche Hygieneprodukte Keime von Händen am zulässigsten entfernen. Dazu wurden die Hände von 62 Probanden mit hartnäckigen (aber harmlosen) Bakterien und ebenfalls harmloser Viren, die im Aufbau Erkältungsviren entsprachen, kontaminiert. Anschließend sollten die Probanden ihre Herde zehn Sekunden lang mit verschiedenen Reinigungsprodukten waschen. Danach wurde gemessen, wie viele Keime noch auf den Händen waren. Große Unterschiede fanden sich nicht. Testsieger war aber Seife plus Wasser. Die 10-Sekunden-Katzenwäsche beseitigte 90% der Erreger. Eine alkohhaltige Reinigungslotion – die eingesetzt werden kann, wenn gerade kein Wasser verfügbar ist – erbrachte mit 50% das schlechteste Ergebnis.
Mitteilung der American Society for Microbiology
aus MMW-Fortschr. Med. 13/2010

Lebensgefahr in vollen Kliniken?

In voll belegten Krankenhäusern ist das Risiko zu sterben erhöht, zeigte eine Studie der University of Michigan mit 166.ooo Patienten, die im Laufe von drei Jahren in verschiedenen Kliniken aufgenommen worden waren. Beieiner Bettenbelegung von über 80% stieg die Mortalität der Patienten um 5,6%. Ein um 7,5% erhöhtes Sterberisiko ergab sich für Patienten, die am Wochenende aufgenommen wurden, und auch in der Influenzasaison war das Risiko deutlich (um 11,7%) erhöht. Als wesentlicher Faktor, die Sterblichkeit zu senken, wurde die Zahl der Krankenschwestern identifiziert: Je mehr Schwestern in der Klinik tätig waren, desto günstiger war die Prognose der Patienten. Wie sich die Arztdichte auf die Überlebenschancen auswirkt,wurde nicht geprüft.
Medical Care, 2010:48(3):224DOI:10.1097/MLR.0b013e3181c162c0
aus MMW-Fortschr. Med. Nr. 11/2010

Männer leben kürzer, haben aber tänger Spaß

In 55-jähriger Mann darf damit rechnen, dass er noch etwa 15 Jahre sexuell aktiv sein wird. Erfreut er sich sehr guter Gesundheit, wird sein aktives Sexualleben noch fünf bis sieben Jahre länger währen.

Eine 55-jährige Frau wird hingegen nur noch elf Jahre sexuell aktiv sein, bei exzellenter Gesundheit drei bis was Jahre länger. Dies ergab eine Studie der Universität Chicago. Da Frauen älter werden als Männer, leben 72% der Männer, die ein Alter zwischen 75 und 85 Jahren erreichen, noch in einer Partnerschaft, während es bei den gleichaltrigen Frauen nur ca. 40% sind. Ein Trost für ältere Frauen: Während bei den Männern der Altersgruppe 75-85 Jahre noch 57% an Sex interessiert sind, sind es bei den Frauen dieser Altersgruppe nur noch 11%.
BMJ 2010;340:c810,doi:10.1136/bmj.c810
aus MMW-Fortschr. Med. Nr. 11/2010

Donnerstag, 20. Mai 2010

Piet Klocke in der Anstalt vom 11. Mai 2010


Piet Klocke in "Neues aus der Anstalt" vom 11. Mai 2010 [6:41]