Donnerstag, 10. Juli 2014

Aushöhlung der Demokratie – Eine neue Studie zeigt: Wirtschaftslobbyisten gehören zu den zentralen Akteuren bei der Ausgestaltung des Freihandelsabkommens TTIP - Von HANS BERGER

Lobby StatistikImmer noch verhandelt die EU-Kommission mit der US-Regierung über die sogenannte Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP), ein Freihandelsabkommen mit weitreichenden sozialen, ökonomischen und ökologischen Konsequenzen. Kritiker befürchten, dass das Abkommen, mit dem die größte Freihandelszone der Welt entstünde, zu einem weiteren neoliberalen Angriff auf erkämpfte Rechte von Arbeitnehmern führen, Privatisierungen vorantreiben und in Europa geltende Verbraucherrechte unterlaufen könnte.
"Hauptziel ist, allen voran beim TTIP, der angestrebten Vereinbarung mit den USA, regulatorische 'Hindernisse' zu beseitigen, die potentielle Gewinne transnationaler Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks beschränken", erklärt die Verbraucherschutzreferentin der Linksfraktion im Bundestag, Jana Muschalik, gegenüber der Tageszeitung junge Welt. Es "sollen neue Märkte für internationale Unternehmen geöffnet werden, die wir und auch die US-Bürger aus gutem Grund schützen, beispielsweise öffentliche Dienstleistungen – also Wasser, Energie, Bildung – und regionale Beschaffungsmärkte. TTIP ist der Versuch mächtiger Unternehmen, die Märkte auf beiden Seiten des Atlantiks aufzubrechen und zu deregulieren."

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Heute vor 505 Jahren – 10. Juli 1509: Geburtstag des Reformators Johannes Calvin

Zucht und Glaube 

Der Franzose Johannes Calvin (1509-1564) war neben Martin Luther eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Reformation. Den Durchbruch des Protestantismus trieb er entscheidend voran, seine zusammenfassend als Calvinismus bezeichneten Glaubens- und Lebensvorstellungen prägen viele reformierte Kirchen

Reformationsdenkmal in Genf mit den Figuren (von links) von
Guillaume Farel
, Johannes Calvin, Théodore de Bèze, John Knox

Heute vor 505 Jahren, am 10. Juli 1509, in Noyon in der Picardie als Sohn eines Anwalts geboren, studierte Calvin zunächst Rechtswissenschaft in Paris, nahm nach dem Tod des Vaters 1531 aber humanistische Studien auf. Zwei Jahre später bekannte er sich zur Reformation und musste wegen der einsetzenden Verfolgung der französischen Protestanten aus Paris fliehen. Calvin ließ sich 1535 in Basel nieder, wo er sein Hauptwerk »Unterricht in der christlichen Religion« verfasste. Von 1541 an wirkte der Reformator in Genf und führte dort eine seiner Lehre entsprechende strenge Kirchen- und Gemeindezucht ein: Zerstreuungen und Amüsement wurden untersagt, Verstöße rigoros bestraft, »Hexen« gefoltert und verbrannt, Verbannungen und auch Todesurteile verhängt. 

Johannes Calvin
Welche Unehre tun wir Gott an, wenn wir ihm nur so viel zutrauen, wie unsere Vorstellungen fassen!

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Leseempfehlungen für den 10. Juli 2014

- NSA-Überwachung: Intime Details und Sicherheitslücken (Telepolis, 07.07.2014)
Die jüngsten Snowden-Files zeigen, wie viel private Kommunikationsinhalte von mehr oder weniger zufällig erfassten Personen gesetzeswidrig vom Ausspähprogramm erfasst werden und gespeichert bleiben. Dazu kommt die Frage, wie viele Mitarbeiter einen Zugang dazu haben wie Snowden 
Jede Veröffentlichung von Edward Snowdens Material entlarvt Versicherungen der NSA oder von Regierungsbehörden als Täuschung und untergräbt noch viel mehr Gelände, als zuvor abgesichert wurde. Am Wochenende publizierte die Washington Post einen Bericht, der auf Material basiert, das von Snowden an die Zeitung kam: 160.000 E-Mails und Konversationen über instant-message-Dienste; darüberhinaus weitere 7.900 Dokumente aus 11.000 online-Accounts. Alles gesammelt zu Obamas erster Amtszeit.

- "Abenteuerliche Vermischung von Privateinnahmen, Staats- und Parteigeldern" (Telepolis, 07.07.2014)
Frank Bajohr vom Münchner Institut für Zeitgeschichte zur neu entbrannten Debatte über Hitlers Vermögen 
Durch die britische Dokumentation The Hunt For Hitler's Millions ist eine neue Debatte über das Vermögen und die Steuerschulden Adolf Hitlers entbrannt. Wir befragten dazu Dr. Frank Bajohr, den Leiter des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte. In seinen Forschungen über den Nationalsozialismus hat er sich auch vielfach mit der so genannten Arisierung jüdischer Vermögen, aber auch mit Korruption innerhalb des NS-Regimes befasst.

- Deutschland exportiert immer mehr Strom (Telepolis, 10.07.2014)
Erneuerbare haben Braunkohle bei der Stromerzeugung jetzt überholt, die Fossilkraftwerke werden aber nicht im gleichen Maß vom Netz genommen, sondern produzieren, von Umlagen befreit, weiter 

[Quelle: Cicero]

- Der nächste festgenommene US-Spion… (Telepolis, 09.07.2014)
und der nächste Sturm im Wasserglas? Hinter der entrüsteten Reaktion der deutschen Regierung auf die Enttarnung eines US-Agenten im Bundesinnenministerium steht eine Harmlosigkeit, die der NSA-Massenüberwachung weiter keine Grenzen setzen wird 
Vergangenen Donnerstag, einen Tag nach der Festnahme eines BND-Mitarbeiters, der der CIA Papiere zulieferte und den NSA-Untersuchungsausschuss auspioniert haben soll, telefonierten Angela Merkel und Barack Obama miteinander. Der Spion war kein Gesprächsthema, so die New York Times. Obama wusste nichts davon und Merkel wagte es nicht, das Thema von sich aus anzusprechen, lässt sich dem Bericht der US-amerikanischen Zeitung entnehmen. 

- NSA – Die Empörung über die US-Spionage ist naiv (Cicero, 07.07.2014)
Bis hin zum Bundespräsidenten empören sich Politiker über die Spionageaktivitäten der Amerikaner in Berlin. Dabei verwundert die Naivität der Deutschen. Empörend ist vielmehr deren romantische Weltsicht. Ein Kommentar

- TTIP- Generalangriff auf Sozialstaat? (NachDenkSeiten, 08.07.2014)
Was die herrschenden neoliberalen Kräfte in der EU durch die Finanzkrisen sowie die Staats- und Bankenrettung zu Lasten der Steuerzahler nicht geschafft haben, könnte über das Freihandelsabkommen mit den USA (Transatlantic Trade and Investment Partnership TTIP) bittere Realität werden: Der Sozialstaat europäischer Prägung soll sturmreif geschossen werden. Damit scheint sich zu bestätigen, was der Präsident der Europäischen Zentralbank, der Italiener Mario Draghi erst kürzlich in mehreren Interviews deutlich gesagt hat, dass der Sozialstaat in Europa keine Zukunft mehr habe. Diese Abwärtsspirale ist längst in Gang gesetzt. In den EU Krisenländern müssen die Menschen für die finanziellen Rettungsoperationen rigorose Kürzungsauflagen bei Löhnen, Renten, Gesundheitsversorgung und sonstigen sozialen Maßnahmen hinnehmen. Auch in der Bundesrepublik sind spürbare Einschränkungen bei den steuerlichen Zuschüssen für die soziale Sicherheit und die öffentlichen Leistungen bereits eingeleitet.

- Auge um Auge, Zahn um Zahn, diese primitive Ideologie beherrscht das Weltgeschehen. Muss das wirklich so sein? (NachDenkSeiten, 09.07.2014)
Am vergangenen Wochenende im Freundes- und Bekanntenkreis: wir sprachen über Ukraine, ISIS, den Konflikt des Westens mit dem Islam, über Israel, Palästina, Gaza, … . Gewalt folgt auf Gewalt und auf Gewalt. Die Frage, ob es denn nicht angebracht wäre, auf eigene Ansätze gewaltloser und erfolgreicher Konfliktlösungen zurückzukommen, wurde zunächst gar nicht verstanden. So fest eingefahren ist das Schema: Zwischen West und Ost, zwischen uns und dem Islam, zwischen Israel und Palästinensern gibt es leider keine friedlichen Lösungen. – Ist das so? Hat man das ernsthaft versucht? Man hat es nicht getan. Die herrschenden Ideologien sind auf Gewaltanwendung angelegt.

- Angriff auf Tor: das faule Spiel der NSA (der Freitag, 05.07.2014)
Fragen und Fakten Was für eine Farce! Erst die massenhafte Spionage persönlicher Daten, jetzt sitzt der NSA schon direkt mit im Untersuchungs-Ausschuss. Ein Kommentar in Wort und Bild

- Ströbele will Snowden nach Deutschland klagen (ZEIT Online, 09.07.2014)
Die Grünen könnten vorm Bundesverfassungsgericht klagen, um eine Aussage Edward Snowdens vorm NSA-Ausschuss zu erzwingen. Der hatte eine Befragung per Video abgelehnt.

- David Bowie – Berlin – eine Stadt jagt ihren Helden (Telepolis, 09.07.2014)
Vor vier Jahrzehnten erholte sich der junge David Bowie in Berlin von seinen Drogen-Exzessen. Zugleich schuf der Rock'n Roll Gigant in der damals geteilten Stadt einige seiner Meisterwerke. Für Berlin ist das bis heute Anlass zu hyperventilieren und sich nach der guten alten Zeit zurückzusehnen.Vor vier Jahrzehnten erholte sich der junge David Bowie in Berlin von seinen Drogen-Exzessen. Zugleich schuf der Rock'n Roll Gigant in der damals geteilten Stadt einige seiner Meisterwerke. Für Berlin ist das bis heute Anlass zu hyperventilieren und sich nach der guten alten Zeit zurückzusehnen.
[Cicero]
- Vampire – Spießige Boten der Softmoderne (Cicero, 05.07.2014)
Vor allem in amerikanischen Serien werden Vampire gern auf die Menschheit losgelassen. Aber in harmloser Form, sie beißen und töten nicht. Dafür erobern sie junge Frauen. Doch mehr als küssen passiert da nicht, denn der postmoderne Vampire sublimiert seine Triebe

- Korruption – Frankreich: Konservative UMP steht vor der Pleite (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 10.07.2014)
Die konservative Partei UMP steht in Frankreich vor dem Konkurs. Ihre hochrangigen Politiker haben über Jahre hinweg auf Kosten der Partei-Kasse und Steuerzahler gelebt. Nun sollen drei Ex-Premiers aus den Reihen der Konservativen die UMP retten. Doch die Misswirtschaft zieht sich durch alle Ebenen.

- Nahost – Armee: Hamas nimmt israelischen Atom-Reaktor unter Beschuss (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 09.07.2014)
Im Kampf gegen Israel hat die Hamas erstmals den einzigen israelischen Atomreaktor in der Negev-Wüste unter Beschuss genommen. Die Terror-Gruppe setzt Langstrecken-Raketen ein, die aus dem Iran stammen sollen. Der Beschuss Israels hält unvermindert an. Premier Benjamin Netanjahu bereitet eine Bodenoffensive vor.

- Sanktionen – EU gespalten über Waffen-Lieferungen nach Russland (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 09.07.2014)
Die Staaten der EU streiten darüber, ob sie Waffenexporte nach Russland verbieten sollen. Deutschland, Großbritannien und mehrere andere Staaten haben alle Lieferungen gestoppt. Frankreich und Spanien hingegen wollen die starke Kooperation mit Russland im Bereich der Rüstung aufrechterhalten.

- Verpfuschte Gesetze: Kabinett Merkel will im Blitztempo regieren - und macht erschreckende Fehler (Huffington Post, 09.07.2014)
Es ist eine Blamage für die Bundesregierung: Schon wieder gibt es rechtliche Bedenken gegen ein Gesetz. Und diesmal kommen sie sogar aus dem Gesetzgebungsapparat selbst. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages kommt laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zu dem Schluss, dass Anrechungsdetails bei der Rente mit 63 nicht verfassungskonform sein könnten. So würden in den letzten beiden Jahren vor dem Renteneintritt Arbeitslosenzeiten nach einer Insolvenz angerechnet – nach einer betriebsbedingten Kündigung aber nicht. Das könnte gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen.

- CIA-Spionage: Wolfgang Schäuble wirft den USA "Dummheit" vor (Huffington Post, 10.07.2014)
Die US-Regierung schweigt auch zu dem neuen Spionageverdacht gegen ihre Geheimdienste. Man habe entsprechende Berichte gesehen, wolle aber Ermittlungen deutscher Justizbehörden oder Behauptungen über Geheimdienstangelegenheiten nicht kommentieren, sagte Caitlin Hayden, Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, der Nachrichtenagentur dpa in Washington.

Grammatikfehler in der Huffington Post:
- »Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages kommt laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zu dem Schluss, dass Anrechungsdetails bei der Rente mit 63 nicht verfassungskonform sein könnten.« [Verpfuschte Gesetze: Kabinett Merkel will im Blitztempo regieren - und macht erschreckende Fehler] Der Dativ ist halt dem Genitiv sein Tod…
dazu der Zwiebelfisch vom 24.08.2005:
- Zwiebelfisch: Lauter Erbauliches über laut (SPIEGEL, 24.08.2005)
Die Fronten sind seit Jahren erstarrt. Auf der einen Seite stehen die Genitivisten, auf der anderen Seite die Dativisten. Über Stacheldraht und Gräben hinweg rufen sie sich zu: "Laut eines!" - "Laut einem!" Ein Ende des Kampfes ist nicht abzusehen.

»Insgesamt würde die Weltmeisterschaft dem DFB also 6,9 Millionen Euro kosten.« [Das verdienen Fußballer bei der WM, Bilderstrecke] richtig: den DFB kosten


Mittwoch, 9. Juli 2014

Vor 2200 Jahren – 320-180 v. Chr.: Das Maurya-Reich in Indien

Ein Kriegsherr wirbt für Friedfertigkeit 

Unter der Dynastie der Maurya entwickelte sich ab dem späten 4. Jahrhundert v. Chr. das erste Großreich auf dem indischen Subkontinent, das sich zunächst über den gesamten Norden erstreckte. Seine Hauptstadt war Pataliputra am Ufer des Ganges. Unter König Aschoka (268-232 v. Chr.), einem Enkel des Begründers der Dynastie, erfuhr das Reich seine größte Ausdehnung und Blütezeit. Das Herrschaftsgebiet Aschokas umfasste mit Ausnahme des Südens ganz Indien und reichte bis nach Afghanistan. 

Stupas von Sanchi, erbaut unter Maurya-König Aschoka (2005)
Die eindrucksvollste Hinterlassenschaft der Maurya sind die Stupas von Sanchi in Nordindien, die ältesten ihrer Art. Weil Aschoka vom tausendfachen Leid und sinnlosen Sterben in einer blutigen Schlacht völlig entsetzt war, engagierte er sich nach 260 v. Chr. für einen friedlicheren Umgang der Menschen miteinander und wandte sich dem Buddhismus zu. Einer Legende zufolge ließ er in seinem Reich über 80.000 Stupas errichten und die Hauptstadt Pataliputra wuchs zu einem wichtigen Zentrum des frühen Buddhismus. Nach Aschokas Tod setzte infolge interner Rivalitäten ein rascher Niedergang ein, um 180 v. Chr. erlosch die Dynastie der Maurya.

Stupa
▪︎ halbkugelförmige Bauten des Buddhismus 
▪︎ enthalten Reliquien Buddhas und bedeutender Mönche 
▪︎ ihre Form entspricht dem Hügel über Buddhas Grab 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Montag, 7. Juli 2014

Heute vor 40 Jahren – 7. Juli 1974: Deutschland gewinnt die Fußballweltmeisterschaft

Der Wettergott als 12. Mann 

Erstmals in der Geschichte der populärsten Sportart der Welt war die Austragung der Fußballweltmeisterschaft nach Deutschland vergeben worden und 20 Jahre nach dem »Wunder von Bern« sollte endlich der zweite Titel für die deutsche Auswahl her. Die Mannschaft um Franz Beckenbauer war amtierender Europameister, doch in den Vorbereitungsspielen zeigte sie sich wenig inspiriert. Zudem setzte ein heftiger Streit um die Siegprämie ein. Die Spieler forderten 100.000 DM für jeden Spieler im Falle des Titelgewinns, die Funktionäre waren schockiert, der Bundestrainer bot seinen Rücktritt an. Dann raufte man sich zusammen. 
 
Die deutsche Mannschaft um Trainer Helmut Schön und Kapitän
Franz Beckenbauer mit der Trophäe nach dem Spiel, München, 7.7.1974

Im vorentscheidenden Spiel gegen Polen stand der Wettergott der deutschen Mannschaft zur Seite. Sintflutartiger Regen hatte das Spielfeld in Frankfurt unter Wasser gesetzt, wegen des engen Zeitplans des Turniers wurde das Match dennoch angepfiffen. Der Zustand des Platzes machte das technisch anspruchsvollere Spiel der Polen unmöglich. Der Ball wurde immer wieder von Pfützen gebremst. Deutschland gewann durch ein Tor von Gerd Müller 1:0, zog ins Finale gegen die Niederlande ein und holte durch den 2:1-Sieg schließlich den zweiten Weltmeistertitel. 

Plazierung WM 1974
▪︎ 1. Deutschland
▪︎ 2. Niederlande
▪︎ 3. Polen
▪︎ 4. Brasilien

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Fussball WM 1974 - Deutschland vs Polen (Zwischenrunde) [9:47]

 [3. Juli 1974]

Fussball WM 1974 - Deutschland vs Niederlande (Finale) [9:58]

Sonntag, 6. Juli 2014

Pangäa

Pangäa der Superkontinent der Erdgeschichte 

Die Wissenschaftler sind sich weitgehend einig, dass die Erde vor etwa 300 Mio. Jahren aus nur einem Kontinent bestand, der alle Landmassen in sich vereinte: Pangäa. Sein Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie »gesamtes Land« bzw. »Allerde«. Vor etwa 200 Mio. Jahren, so die Theorie zu Pangäa, begann die Teilung des Superkontinents in zwei Kontinente: Laurasia auf der Nordhalbkugel und Gondwana auf der Südhalbkugel. Auch diese Kontinente teilten sich, die Landmassen drifteten auseinander und bewegten sich äußerst langsam zu den Positionen, die sie heutzutage innehaben. Auch heute ist die Drift nicht beendet, die Kontinente bewegen sich jährlich zwischen 1 und 10 cm weiter. 

Die Formung von Superkontinenten und ihr Zerbrechen scheinen in der 4,6 Mrd. Jahre alten Geschichte der Erde zyklisch aufzutreten. Auch vor Pangäa gab es eine Reihe von Superkontinenten, die alles Land umfassten, deren Teile dann auseinanderdrifteten und sich schließlich wieder vereinten: Columbia, Rodinia, Pannotia. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

055 Die Entstehung der Kontinente - Alfred Wegener und die Plattentektonik [14:58]
 
Hochgeladen am 16.02.2011 
Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik hier: 
http://neanderpeople.npage.de/meilens... 
Die Sendungen der Reihe "Meilensteine der Naturwissenschaft und Technik" stellen in informativer und unterhaltender Form herausragende Leistungen und Erfindungen der technischen und naturwissenschaftlichen Entwicklung vor. Im Mittelpunkt jeder Folge steht ein einzelnes „Meisterwerk". Angereichert mit vielen Anekdoten werden technische und physikalische Hintergründe durch Animationen und geschichtliche Materialen anschaulich erklärt. 

Samstag, 5. Juli 2014

Heute vor 88 Jahren – 5. Juli 1926: Die Zugspitzbahn nimmt ihren Betrieb auf

Gipfelglück für alle 

Der Gipfel des höchsten Bergs Deutschlands, der Zugspitze, ist heute von drei Seilbahnen erschlossen. Die Erste, die Tiroler Zugspitzbahn von Ehrwald aus, wurde am 5. Juli 1926 eröffnet, die Eibsee-Seilbahn von Grainau 1963 und die Bayerische Gletscherbahn 1992. Damit gewannen die Tiroler den Wettlauf mit der bayerischen Seite um die technische Erschließung des 2962 m hohen Bergmassivs, über dessen Gipfel die österreichisch-deutsche Grenze verläuft. 

Die Zugspitzbahn, Titelblatt einer Werbebröschüre, 1924

Die Bahn für 19 Personen stellte eine technische Meisterleistung dar, sie führte allerdings nur zu einer Bergstation unterhalb des Zugspitzkamms auf 2805 m, sodass der Gipfel nicht direkt erreichbar war. Heute fährt sie innerhalb von zehn Minuten direkt auf den Zugspitzgipfel und hat Platz für bis zu 100 Personen. Von dort erschließt sich ein Vier-Länder-Panoramablick: Man kann die steinernen Riesen Piz Bernina (Schweiz), Ortler (Italien) und Großglockner (Österreich) sowie die deutschen Bergkuppen sehen. »Gipfelglück für alle« - so lautet das Motto der Zugspitzbahn seit ihrer Eröffnung, von begeisterten Fans wird sie auch »Himmelsstürmerin« genannt. 

Was am 5. Juli noch geschah: 
1991: Nelson Mandela wird zum Vorsitzenden des African National Congress (ANC) gewählt. 
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 201

Zugspitze ReiseVideo [3:02]

Freitag, 4. Juli 2014

Die Ukraine-Krise für den Durchschnitts-Bürger: Unsere offiziellen Russland-Versteher konnten sie angeblich nicht kommen sehen!

Ukraine 
Das Assozierungsabkommen mit der EU war Auslöser des Konfliktes
Dr. Lina Fix ist Russland-Expertin der DGAP (Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik.) Im Interview erklärt sie, was der Auslöser des Ukrainekonflikts war und welche Rolle der deutsche Außenminister bei den Lösungsbemühungen spielt. (Foto: reuters)

Von Oktay Yaman | 04.07.2014 10:20

Im Osten der Ukraine sprechen nach einer ohnehin brüchigen Feuerpause nun wieder die Waffen. Wie konnte sich in dem osteuropäischen Land in wenigen Monaten ein bewaffneter Konflikt entwickeln, der bereits etliche Menschenleben kostete und dessen Ende nicht in Sich scheint? Dr. Lina Fix
 ist Russland-Expertin der DGAP (Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik) und sagt, dass man die Bedeutung der Ukraine für Russland unterschätzt hat. Im Interview erklärt sie, was der Auslöser des Ukrainekonflikts war und welche Rolle der deutsche Außenminister bei den Lösungsbemühungen spielt.
mehr
- Das Assozierungsabkommen mit der EU war Auslöser des Konfliktes (Deutsch-Türkisches Journal, 04.07.2014, Bemerkungen in schwarz und Hervorhebungen von mir; die Russland-Expertin der DGAP heißt nicht Lina sondern Liana Fix, Anmerkung von mir. Die Frau ist inzwischen bei der Körber-Stiftung – Stand: 13.01.2018)



War die Ukrainekrise vorhersehbar? 
Die EU war tatsächlich überrascht von der Krise, da in Brüssel nicht damit gerechnet wurde, dass Russland mit militärischen Maßnahmen auf ein ursprünglich rein technisches Freihandelsabkommen reagieren würde. Hier wurde unterschätzt, welche Bedeutung die Ukraine für Russland hat.

mein Kommentar:
»Ursprünglich rein technisches Abkommen«? 
Da könnte man ja auch sagen: 
»So, wie die Konzentrationslager ursprünglich geplant waren, hätten sich die Juden da eigentlich ganz wohl fühlen können.«
Sowas kann sie jemandem erzählen, der die Unterhose mit der Kneifzange anzieht. 
Ein »ursprünglich rein technisches Freihandelsabkommen« hat es nie gegeben!
Das Assoziierungsabkommen hat einen wirtschaftlichen und einen politischen Teil. Die militärische Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Ukraine ist im politischen Teil des Abkommens, der am 21.03.2014 unterzeichnet wurde, geregelt:

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In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Alexander NeuChristine BuchholzSevim Dağdelen, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE erläuterte die deutsche Regierung am 24. April 2014 die Bedeutung der Zusammenarbeit und Konvergenz in der Sicherheitspolitik, die im politischen Vertragsteil festgelegt wurde, und stellte den Stand der Zusammenarbeit dar. Deutschland habe Interesse an einer souveränen, stabilen, demokratischen und prosperierenden Ukraine. In der Zusammenarbeit mit der Ukraine verfolge die Bundesregierung bereits seit der Unabhängigkeit des Landes das Ziel, die Transformation der Ukraine auf der Grundlage von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu unterstützen. Dies schließe auch die "Reform des Verteidigungssektors" ein. Die Bundesregierung verwies darauf, dass die Ukraine bereits 1994 als erster Staat der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) der Partnerschaft für den Frieden (Wikipedia-Link) beigetreten sei. Die „Charta über eine besondere Partnerschaft“ („Charter on a Distinctive Partnership“) sei die Grundlage für die Arbeit der NATO-Ukraine-Kommission, unter deren Dach "eine weit verzweigte Struktur von Gremien, Mechanismen und Programmen" geschaffen worden sei. Grundlage für die bilaterale militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine sei eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit im militärischen Bereich zwischen der Bundeswehr und den ukrainischen Streitkräften vom 16. August 1993. Für den Bereich der Ausbildungsunterstützung im Rahmen der Militärischen Ausbildungshilfe sei die Vereinbarung über Militärische Ausbildungshilfe vom 30. Juni 1997 maßgeblich.[18] 
[Assoziierungsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Ukraine, Militärische Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Ukraine, Wikipedia, abgerufen am 09.12.2014]
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Nachtrag vom 05.11.2016:
- den Artikel »Charta über eine besondere Partnerschaft« gibt es bei Wikipedia nicht mehr!
- den Artikel »NATO-Ukraine-Kommission« gibt es bei Wikipedia nicht mehr!
- den Artikel »Militärische Ausbildungshilfe« gibt es bei Wikipedia nicht mehr!
- den Artikel »Vereinbarung über Militärische Ausbildungshilfe« gibt es bei Wikipedia nicht mehr!
- der Abschnitt »Militärische Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Ukraine« ist aus dem Wikipedia-Artikel »Assoziierungsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Ukraine« verschwunden!
siehe auch:
- Der militärische Teil des EU-Assoziierungsabkommens mit der Ukraine (Post, 21.05.2015)

Honi soit qui mal y pense!
siehe auch:
- Die dunkle Seite der Wikipedia, Post, 18.07.2016)


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Artikel 7


Außen- und Sicherheitspolitik

(1) Die Vertragsparteien intensivieren ihren Dialog und ihre Zusammenarbeit und fördern die schrittweise Annäherung im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik, einschließlich der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP), behandeln insbesondere Fragen der Konfliktverhütung und Krisenbewältigung, regionalen Stabilität, Abrüstung, Nichtverbreitung, Rüstungs- und Waffenausfuhrkontrolle und führen einen für beide Seiten vorteilhaften intensiveren Dialog auf dem Gebiet der Raumfahrt. Die Zusammenarbeit stützt sich auf gemeinsame Werte und beiderseitige Inte­ressen und hat das Ziel, die Annäherung und Wirksamkeit der Politik zu verstärken und die gemeinsame politische Planung zu fördern. Zu diesem Zweck nutzen die Vertragsparteien bilaterale, internationale und regionale Foren.

(2) Die Ukraine, die EU und die Mitgliedstaaten bekräftigen erneut ihr Bekenntnis zu den Grundsätzen der Achtung der Unabhängigkeit, Souveränität, territorialen Unversehrtheit und Unverletzlichkeit der Grenzen, wie sie in der Charta der VN und der Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Helsinki von 1975 festgelegt sind, sowie zur Förderung dieser Grundsätze in den bilateralen und multilateralen Beziehungen.

(3) Die Vertragsparteien behandeln Herausforderungen im Zusammenhang mit diesen Grundsätzen rechtzeitig und kohärent im Rahmen des politischen Dialogs auf allen geeigneten Ebenen, die in diesem Abkommen vorgesehen sind, einschließlich auf Ministerebene.


Artikel 10


Konfliktverhütung, Krisenbewältigung und militärisch-technologische Zusammenarbeit

(1) Die Vertragsparteien intensivieren die praktische Zusammenarbeit bei Konfliktverhütung und Krisenbewältigung, insbesondere im Hinblick auf eine Verstärkung der Beteiligung der Ukraine an von der EU geleiteten zivilen und militärischen Krisenbewältigungsoperationen sowie an entsprechenden Übungen und Ausbildungsmaßnahmen, einschließ­lich derer, die im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) durchgeführt werden.

(2) Grundlage der Zusammenarbeit in diesem Bereich sind Modalitäten und Regelungen zwischen der EU und der Ukraine für Konsultationen und Zusammenarbeit bei der Krisenbewältigung.

(3) Die Vertragsparteien prüfen die Möglichkeiten für eine militärisch-technologische Zusammenarbeit. Die Ukraine und die Europäische Verteidigungsagentur (EVA) stellen enge Kontakte her, um eine Verbesserung der militärischen Fähigkeiten einschließlich technologischer Fragen zu erörtern.
 
[Amtsblatt der Europäischen Union L161, gefunden bei der Wirtschaftskammer Österreich, 29.05.2014, PDF, Hervorhebungen von mir]

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siehe dazu auch:

- 1 | 2 Analyse: Wie weiter? Das Assoziierungsabkommen der EU im Spannungsfeld von Wirtschaft und Menschenrechten (Thomas Vogel, Bundeszentrale für politische Bildung, 06.06.2012)
- Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Alexander S. Neu, Christine Buchholz, Sevim Daǧdelen u.a. und der Fraktion DIE LINKE (Bundestagsdrucksache vom 08.04.2014; beachte die Fragen 13 – 15!)
- EU/Ukraine: „Gemeinsame militärische Krisenmanagementoperationen“ (NEO-Presse, erschienen bei Solidar-Werkstatt, 16.04.2014)
- Journalistische Berichterstattung über Russland: Ein weiterer großartiger Sieg (Daniel Taake, CARTA, 24.04.2014)
- Ukrainekrise – Faschismus (WissensWert, 06.06.2014)
- Einflußsphäre verschoben – Ukrainischer Präsident will heute EU-Assoziierungsabkommen unterzeichnen. Mitgliedschaft nicht vorgesehen. Wirtschaftliche Folgen verheerend (Reinhard Lauterbach, junge Welt, 27.06.2014, gefunden bei der AG Friedensforschung)
- Das Assoziierungsabkommen zwischen der Ukraine und der EU (Aus dem Ukrainischen von Nikolai Berdnik, Rosa-Luxemburg-Stiftung, 20.08.2014)

ein weiterer Ausschnitt aus dem Interview mit Lina Fix:


Das Assoziierungsabkommen der EU mit der Ukraine wird als Beschleuniger des Konfliktes betrachtet. Sehen Sie das auch so?
Nein, das Assoziierungsabkommen war zwar der Auslöser des Konfliktes, aber Beschleuniger des Konfliktes war vor allem Russland, das eine Annäherung der Ukraine an die EU – und damit eine Weiterentfernung aus Russlands Einflussbereich – nicht akzeptieren wollte. Das Assoziierungsabkommen ist ja noch lange keine Mitgliedschaft und ist vor allem ein wirtschaftliches Instrument. Es wurde von Russland also in seiner Reaktion völlig überbewertet.
mein Kommentar:
So wird also mit Sprache Geschichtsklitterung betrieben! 
Nicht das Assoziierungsabkommen ist der Konflikt-Beschleuniger sondern Russland! 
Da kann man auch sagen:
»Die Tatsache, daß ich Dir zwischen die Beine gegriffen habe, war zwar Auslöser des Konflikts, aber Du warst der Beschleuniger, weil Du mir eine runtergehauen hast. Wenn ich Dir zwischen die Beine greife, ist das ja noch lange kein Geschlechtsverkehr. Du hast das in Deiner Reaktion also völlig überbewertet«
Nicht NATO und EU haben sich Russland, sondern die Ukraine hat sich der EU angenähert. 
Und weil das Assoziierungsabkommen vor allem ein wirtschaftliches Instrument ist 
[und die Auswirkungen dieses Instrumentes auf Russland vom Westen ignoriert wurden – wurden sie das wirklich?], 
wurde es von Russland völlig überbewertet.
Heißt: 
Nicht Brüssel ignoriert russische Interessen, sondern Russland ist hysterisch!

Putins Gründe gegen das Assoziierungsabkommen {0:58}


Veröffentlicht am 26.11.2013
Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat Vorwürfe, er solle der Ukraine im Falle einer Unterschrift des Assoziierungsabkommens mit Sanktionen gedroht haben, vehement abgestritten.
Der Vertrag würde finanzielle Nachteile für Russland mit sich bringen:
"Wenn die Ukraine das Abkommen für freien Handel mit der EU unterschreibt, dann kann das Land demnächst Waren aus der EU sehr viel günstiger importieren."
Das sagte Wladimir Putin bei einer Konferenz im italienischen Triest.
bleiben sie bei uns : 

YouTube: http://bit.ly/z5WTvy 
Facebook : http://www.facebook.com/euronews.fans
Twitter: http://twitter.com/euronewsde

Man »genieße« die zentralen Sätze aus der Argumentation von Gabriele Krone Schmalz in der NDR-Sendung ZAPP vom 16.04.2014 (Link zum youtube-video, gleich ab 0:30):
Gabriele Krone-Schmalz - Das darf nicht sein - NDR / ZAPP 16.04.2014 {24:12 – Start ab 0:29}

Jörg Cölsmann
Am 16.04.2014 veröffentlicht
Bei der Berichterstattung über den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland gäbe es "entlarvende Automatismen", erklärt die Dozentin für Journalistik, Gabriele Krone-Schmalz.
NDR / ZAPP - 16.04.2014 23:20 Uhr
»Ein großer Fehler hat sich eigentlich schon Ende letzten Jahres abgespielt. Man hätte im Zusammenhang mit der Ukraine viel, viel früher, das EU-Assoziierungsabkommen, über das jeder geredet hat, mal erklären sollen. Ich geh’ mal davon aus, daß die meisten unserer Kollegen dieses Abkommen nicht gelesen haben, sonst wären sie möglicherweise über § 7 gestolpert. Darin ist nämlich von militärischer Zusammenarbeit die Rede. Zum Beispiel über Konvergenz auf diesem Gebiet…
Also: Wir, die Medien, hätten zu einem frühen Zeitpunkt wissen müssen und es auch verkünden müssen, daß dieses Assoziierungsabkommen die Ukraine zerreißt.«
weiter mit dem Interview mit Liana Fix (Hervorhebung von mir):
Sahen Friedensmissionen der Vereinten Nationen (UN) und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) in der Ukraine wie in Georgien zu, wie die Konfliktparteien die Vereinbarungen umgingen und sich die Gewalt über Jahre aufschaukelte?
In der Ukraine gab es keinen inneren Konflikt. Er wurde erst jetzt während dieser aktuellen Krise geschürt. In Georgien war lange eine Mission der OSZE vor Ort, der Ausbruch des Krieges in 2008 kam trotz aller Spannungen überraschend.

mein Kommentar:
Da lachen ja die Hühner: 
Es gab vor dem Assoziierungsabkommen keine inneren Konflikte in der Ukraine? Auf welchem Planeten lebt die Frau? 
Siehe dazu:
Die Ukraine und die russische Sprache, Versuch eines zeitlichen Überblicks (Post, 08.02.2019)
- Ukraine 7 – Der Sprachen- bzw. der ethnische Konflikt als Teil des Ukraine-Konfliktes (Post, 03.05.2014)
Siehe das folgende Video ab 2:25 (Scholl-Latour über den seit 200 Jahren schwelenden Konflikt zwischen der West- und der Ost-Ukraine):

Ukraine Berichterstattung ist falsch Peter Scholl-Latour {11:28 – Start bei 3:44}

Kathern BLANDING
Am 04.09.2016 veröffentlicht 
Kleiner Ausschnitt aus einem Interview zum 90. Geburtstag Alpha Forum


Russland wird die Ukraine nicht ziehen lassen? 
Zitat Scholl-Latour (3:30): 
»Verständlicherweise! Da sieht man auch bei der Berichterstattung: Die Leute haben keine Geschichte gelernt. Russland ist in Kiew entstanden! Die Kiewer Rus ist der Ursprung Russlands. […] Es fehlt auch an Bildung.«
zum Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender:
[Mit dem Schielen auf die Quote] »bringen sich die Öffentlich-Rechtlichen um ihre eigentliche Existenzberechtigung«. (bei 5:56)
siehe dazu auch:
- Ukraine 7 – Der Sprachen- bzw. der ethnische Konflikt als Teil des Ukraine-Konfliktes (Post, 03.05.2014)



War Putins Eingreifen in der Ukraine voraussehbar? [4:32]

Veröffentlicht am 17.07.2016
Bitte teilen! 
War Putins Eingreifen in der Ukraine vorhersehbar? Hätten die NATO Strategen, als auch die hohen Beamten bei der EU wissen müssen, daß ein Krieg in der Ukraine kommen würde? Stimmt die Geschichte, daß wir die Guten sind und die Russen die Bösen? Ist es wahr, daß die Geschichte also schwarz/weiß ist?
Wer verstehen will, warum Russland in der Ukraine interveniert, der wird die Wahrheit leider nicht bei den Mainstreammedien finden, deren Chefredakteure bzw Inhaber oftmals in NATO-Partnerorganisationen sitzen.


ein weiterer Ausschnitt aus dem Interview mit Lina Fix (Hervorhebung von mir):
Was kann der Weg aus der Krise sein?
Die Ideale und Prinzipien einer gemeinsamen Sicherheitsarchitektur, wie sie in den 90er Jahren und (in der Zeit) darauf entstanden ist – daran muss wieder angeknüpft werden.
Mein Kommentar:
Nur damit scheint dieser böse, narzißtische und expansionistische Putin schon seit einigen Jahren so seine Probleme zu haben… 


Die bisher ausgebauten Koordinationsorgane geben Russland keine realen Möglichkeiten, bei der Vorbereitung der Beschlussfassung mitzuwirken. Heutzutage werden Entscheidungen manchmal überhaupt ohne uns getroffen. Wir werden dann nachdrücklich gebeten, sie zu bestätigen. Dann spricht man wieder von der Loyalität gegenüber der NATO. Es wird sogar gesagt, ohne Russland sei es unmöglich, diese Entscheidungen zu verwirklichen. – Wir sollten uns fragen, ob das normal ist, ob das eine echte Partnerschaft ist.« 
[aus Putins Rede vor dem Deutschen Bundestag, 09.12.2013]

mein Kommentar:
Wiederanknüpfen an den Idealen und Prinzipien einer gemeinsamen Sicherheitsarchitektur der 90er und 2000er Jahre…
Meint sie den Kosovo-Krieg
(Frieden muss gestiftet werden, Post, 24.11.2014)
oder Putins Reden vor dem Deutschen Bundestag, 2001 oder vor der Münchner Sicherheitskonferenz, 2007?
(Der Ukraine-Konflikt 3 – Westliche Naivität oder westliche Machtpolitik?, Post, 25.03.2014)
Von was für einer Sicherheitsarchitektur redet die Frau? Ich kann mich nur an die Völkerrechtsbrüche der Nato-Staaten und das Ignorieren von Putins Appellen erinnern…
Ach, Verzeihung, Fix redet ja nicht von einer Sicherheitsarchitektur sondern von deren Idealen und Prinzipien! Was man mit Sprache so alles machen kann… 
Feinstes Polit-Theater! Weglassen, verdrehen, umdeuten, Verweise auf Nicht-Existentes. Der unbedarfte Leser wird es »überlesen«. So, wie es ein guter Freund, auf die buntlackierten Sportler-Fingernägel (Leichtathletik-Verband rügt bunte Fingernägel, L.mag, 20.08.2013) bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2013 angesprochen, nur noch wußte, daß »Putin was gegen Schwule hat«. Das reicht dem Otto Normalverbraucher. Und für die produziert inzwischen auch das Öffentlich-Rechtliche. Damit die Leute auch weiter in der Spur laufen.
Wozu das Assoziierungsabkommen erklären? Die Leute gucken sowieso lieber »Deutschland sucht den Super-Star«.


zuletzt aktualisiert am 16.02.2019

Geschichtsfrage: Was entschlüsselte Jean-François Champillon?


Was entschlüsselte Jean François Champollion?
 

▪︎ den Geheimcode der Royal Air Force 
▪︎ die ägyptischen Hieroglyphen  
▪︎ die deutsche Chiffriermaschine Enigma 

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

Donnerstag, 3. Juli 2014

Heute vor 100 Jahren – 3. Juli 1914: Tibet erkennt die Oberherrschaft Chinas an

Der ewige Konflikt 

Ende des 19. Jahrhunderts besaß Tibet große strategische Bedeutung für Großbritannien. Nach einer Reihe von Handelsmissionen und militärischen Expeditionen beriefen die Briten 1914 eine Dreiparteien-Konferenz (Tibet, China, Großbritannien) in Simla ein, um den Status Tibets und die Frage der Grenzen zu klären. Die Tibeter erschienen mit einem schriftlichen Zeugnis, das ihre historische Unabhängigkeit beweisen sollte. China argumentierte, Tibet sei durch historische Eroberungen seitens der Mongolen und der Mandschus zum Teil des chinesischen Kaiserreichs geworden. 

Thubten Gyatso (1876-1933), 13. Dalai-Lama,
im Exil im indischen Darjeeling, 1910
Die Konvention von Simla erkannte die chinesische Oberherrschaft über Tibet an und garantierte gleichzeitig die Autonomie von Westtibet. In die inneren Angelegenheiten und die Verwaltung sollte China nicht eingreifen. Da China sich nach diesen Bestimmungen aus bereits besetzten Territorien hätte zurückziehen müssen, unterschrieb es die Konvention nicht. Großbritannien und Tibet hingegen erklärten, sich an die Bestimmungen des Vertrags halten zu wollen. Über die Bedeutung der Konvention wird noch heute gestritten. 

Was am 3. Juli noch geschah: 
1953: Dem Österreicher Hermann Buhl gelingt die Erstbesteigung des Nanga Parbat im Himalaja
Harenberg - Abenteuer Geschichte 2014 


Tibet on the Edge of Change (Part 1/6) [9:45]




Wiedergeburtslinie des Karmapa
(
höchster Lama der Karma-Kagyü-Schule – »Schwarzmützen«) und seiner Stellvertreter

Living Buddha「活佛」電影主題曲 [9:10]



Die Identität des derzeitigen 17. Gyalwa Karmapa ist umstritten. Zurzeit gibt es zwei Personen, die als 17. Inkarnation des Gyalwa Karmapa inthronisiert sind: Orgyen Thrinle Dorje und Thrinle Thaye Dorje. Beide werden jeweils von hochrangigen Lamas innerhalb der Karma-Kagyü-Linie unterstützt; ein Vorgang, der zu einer Spaltung der Karma-Kagyü-Linie geführt hat. [Wikipedia]

KARMAPA - was bisher geschah... [15:21]



Liste der Dalai Lamas [Wikipedia], Oberhaupt der »Gelbmützen« (Gelug-Schule)

Die Gelug-Schule (auch: Ganden-Tradition) ist die jüngste der vier Hauptschulen (Nyingma, Sakya, Kagyü und Gelug) des tibetischen Buddhismus (Vajrayana). Die Anhänger dieser Schule werden als „Gelugpa“ (tib.: dge lugs pa) bezeichnet. Die Gelug-Schule war in ihren Anfängen eher dem reinen Mahayana nahestehend. Das nominelle Oberhaupt der Gelug-Schule ist der „Ganden Thripa“ (tib.: dga' ldan khri pa). [Wikipedia]

 
Rotmützen werden die Praktizierenden der Nyingma-, Sakya- und Kagyü-Traditionen des tibetischen Buddhismus genannt


Altan Khan förderte eine halbsesshafte Lebensweise, deren Erträge einen bedeutenden Teil seines Einkommens ausmachten und angesichts der wiederholten Hungersnöte unverzichtbar waren. Sein Basislager war Hohhot, heute Hauptstadt der Inneren Mongolei, das damals von chinesischen Arbeitern zu einer Stadt mit Gebäuden im chinesischen Stil und einem ummauerten Palast ausgebaut wurde. Altan stand der chinesischen Kultur auch keinesfalls feindlich gegenüber, was z. B. einige Inschriften am Palast zeigen.
Der gealterte Khan knüpfte die alten Bande zu den Lamas neu, förderte den tibetischen Buddhismus in der Mongolei (1576/78) und dehnte den Einfluss der Mongolei wieder nach Tibet aus. Zu diesem Schritt soll ihn sein Großneffe bei den Ordos, Khutugtai Secen (* 1540; † 1586) bewogen haben, der ihm vorstellte, dass „Lehre und Vorschriften“ für dieses und das zukünftige Leben nötig seien. Als geeigneten geistigen Lehrer (und Verbündeten) identifizierte man bSod-nams rgya-mcho (* 1543; † 1588) von den Gelbmützen, der an den Kokonor eingeladen und mit dem Titel Dalai Lama geehrt wurde, welcher bis heute getragen wird (1578). („Ihr müsst dem Bösen entsagen und dem von Buddha vorgeschriebenen Weg des Guten folgen. Mord, Plünderung, Frauenraub bei anderen Stämmen müssen aufhören, ihr solltet im Gegenteil lernen, das Leben, das Eigentum und die Rechte aller zu achten.“) Altan Khan ließ anschließend das Gesetzbuch der Chakhar veröffentlichen, das den Buddhisten Schutz und Vorrechte gewährte. Mit der Erneuerung der alten Allianz (aus Kubilais und Phagspas Tagen) setzte sich der tibetische Buddhismus in der Mongolei durch, man übernahm mit der Religion auch das Schrifttum und die Zeremonien, und die Klöster wurden bald zu bedeutenden Wirtschaftsfaktoren. Altan Khans Verwandter bei den Chalcha, Abdai Khan († 1588, Enkel Geresenjes) tat es den beiden nach und gründete 1585/6 das Kloster Erdene Dsuu am Südrand des verfallenden Karakorum.
Altan Khans Nachfolger wurde sein ältester Sohn Sengge Düüreng (gest. 1586), und spätestens danach verblasste die Machtstellung seines Klans.
Altan Khans Urenkel, Yönten Gyatsho, wurde der vierte Dalai Lama. [Wikipedia]

siehe auch: Bön