Mittwoch, 12. November 2014

Forscher zweifeln an Standsicherheit von Philae

Das Labor Philae, das den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko erkunden soll, hat sein Ziel erreicht. Allerdings ist nicht alles gelaufen wie geplant.

Das Landemodul Philae der Kometenmission Rosetta hat sein Ziel erreicht. Damit ist erstmals eine Landung auf einem Kometen geglückt. An Bord von Philae befinden sich Messinstrumente und Kameras, die den Kometen erkunden sollen.

Allerdings zweifeln die Forscher der Europäischen Weltraumorganisation Esa an der Standfestigkeit des Minilabors. Die werde derzeit überprüft, sagte der technische Projektleiter des Landerteams, Koen Geurts. Es könne sein, dass der Roboter "in weichem Material steckt", sagte Lande-Manager Stephan Ulamec. Ob Philae tatsächlich wie geplant aufrecht auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko steht und verankert ist, sei unklar.
mehr:
- Forscher zweifeln an Standsicherheit von Philae (ZEIT; 12.11.2014)
- Kometen-Landung: Esa meldet Fehlfunktion bei "Philae"-Harpunen (SPIEGEL, 12.11.2014)
Zitat:
Doch dann kam Unsicherheit über den Zustand der Sonde auf. Unmittelbar nach Empfang der ersten Funksignale hatte Stephan Ulamec, Projektleiter des Landers "Philae", noch erklärt, sowohl die Harpunen als auch die drei Schrauben an den Beinen des Apparats hätten wie geplant funktioniert. Eine Stunde später aber erklärte der technische Leiter des "Philae"-Landeteams, Koen Geurts, die beiden Harpunen seien wegen eines technischen Problems nicht abgefeuert worden.

Derzeit könne man nicht sagen, ob "Philae" sicher auf dem Boden stehe. Die bestehende Funkverbindung spreche dafür. Möglich sei jedoch auch, dass der Lander vom Boden abgeprallt sei. Gewissheit habe man erst nach Auswertung der einlaufenden Daten. Nach Angaben von Geurts schwankt die Funkverbindung allerdings. Dies könne daran liegen, dass der Lander auf schrägem Untergrund stehe, sagte der Experte vom DLR-Team.


Absturz einer US-Drohne in der Oberpfalz sorgt für Fragen

In Bayern trainiert die US-Armee für ihre Einsätze von Drohnen in Afrika und Asien. Allerdings gibt es für Flüge außerhalb der Basen gar keine Genehmigung 

Nach Medienberichten ist eine Drohne des US-Militärs in der Nähe des Truppenübungsplatz Hohenfels in der Oberpfalz abgestürzt. Der Crash habe sich über unbewohntem Gebiet ereignet, die Drohne galt drei Tage lang als vermisst. Die US-Armee hält sich mit Informationen zurück. So ist unklar, um welchen Typ es sich überhaupt gehandelt hat. Es wird auch nicht berichtet, ob deutsche Behörden bei der Suche halfen und wer das unbemannte Luftfahrzeug schließlich geborgen hat.
mehr:
- Absturz einer US-Drohne in der Oberpfalz sorgt für Fragen (Matthias Monroy, Telepolis, 12.11.2014)

siehe auch:
- US-Basis Hohenfels – Unmut über Infor­mationspolitik nach Drohnenabsturz (Die Freie Welt, 13.11.2014)
Europa muß Machtpolitik lernen (ZEIT, 04.03.2014)
In Europa bilden wir uns ein, die Welt funktioniere auf der Basis von Vernunft, Rücksicht und Kompromissen. Der russische Präsident Putin zeigt uns, dass es nicht so ist. 

mein Kommentar: 
Freiheit und Demokratie! Freiheit und Demokratie! Freiheit und Demokratie!Ich bin ja so froh, daß uns die US-Amerikaner beschützen! Putin zeigt uns, daß es nicht so ist.

Edward Snowden: Ein Interview mit ‘The Nation’

In einem beinahe vierstündigen Interview hat Edward Snowden Anfang Oktober mit Vertretern der amerikanischen Wochenzeitung ‘The Nation’ gesprochen.
Er stellt dabei die Tragweite der Enthüllungen und ihrer Implikationen deutlich klarer heraus, als er sie im Gespräch mit ‘The Guardian’ im Sommer geäußert hatte, und besticht darüber hinaus durch sein klares Verständnis grundlegender politischer Konzepte und treffende Analysen und Bewertungen der besorgniserregenden politischen Realitäten. Auch hinsichtlich seiner Vorstellungen notwendiger Maßnahmen zur Verbesserung der Lage nimmt er kein Blatt vor den Mund.
mehr:
- Edward Snowden: Ein Interview mit ‘The Nation’ – hier ins Deutsche übersetzt! (NachDenkSeiten, 12.11.2014)

TTT-Titel Thesen Temperamente: Snowden - ein Held [6:42]

Veröffentlicht am 19.08.2013
TTT-Titel Thesen Temperamente vom Sonntag, den 18.08.2013
"Alles, was wir im Netz tun, wird beobachtet und ausgewertet. Informationsökonomie zur Profitmaximierung - verwertet zur Kontrolle durch die Geheimdienste. Dank Edward Snowden wissen wir das. Sollten wir ihn als Helden der Demokratie feiern?"



siehe auch:
- Snowden hat sein Leben riskiert (Post, 28.10.2014)

Mexiko, ein Land der Schande

Die Morde von Iguala „Ya me cansé!" - „Ich bin es leid“, so der mexikanische Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam auf einer Pressekonferenz

„Ya me cansé!" - „Ich bin es leid“, mit diesen Worten beendete der mexikanische Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam letzten Freitag eine Pressekonferenz auf der er die Geständnisse von drei Mitgliedern der „Guerreros Unidos“ präsentierte. In mehreren Videos berichteten die mutmaßlichen Mörder wie sie am 26. September 2014 43 Studenten auf einer Müllkippe töteten, verbrannten und die Reste anschließend in einem Fluss entsorgten. Zuvor waren die Studenten eines Lehrerseminars aus Ayotzinapa nach einer Spendenaktion von der Polizei auf Befehl des Bürgermeisters von Iguala, José Luis Abarca, festgenommen und an die Mitglieder der Drogenmafia übergeben worden. Die Studenten waren auf dem Weg nach Iguala wo sie an einer Demonstration gegen die Frau des Bürgermeisters teilnehmen wollten. María de los Ángeles Pineda Villa wollte ihre Kandidatur für die Kommunalwahlen im kommenden Jahr bekannt geben. Das Ehepaar war eng mit dem im Bundesstaat Guerrero herrschenden Drogenkartell verbandelt. Beide wurden letzte Woche auf ihrer Flucht in Mexiko Stadt verhaftet.

Wer die Pressekonferenz verfolgte, dem stockte der Atem. Karam berichtete entsetzliche Details der Morde. Schon während des Transports sind mindestens 15 Studenten gestorben. Sie seien „erstickt“ berichtete einer der Verhafteten. Mit erhobenen Händen mussten die Lebenden an einer Müllkippe aussteigen. Dort wurden sie getötet. Die Leichen wurden dann unter alten Autoreifen und Holz gestapelt, mit Benzin übergossen und verbrannt. Am nächsten Tag verpackten die Schergen die sterblichen Überreste in schwarze Beutel und warfen sie in den Fluss San Juan. Zwei dieser Beutel wurden gefunden. Auf der Müllkippe fanden Gerichtsmediziner Asche, Zähne und Patronenhülsen. Diese Überreste sollen jetzt unter anderem an der Universität in Innsbruck untersucht werden.

mehr:
- Mexiko, ein Land der Schande (Goggo Gensch, Nutzerbeitrag, der Freitag, 11.11.2014)

siehe auch
- Krieg ohne Kriegserklärung in Mexiko (Ralf Streck, Telepolis, 12.11.2014)
Die Entführung und vermutliche bestialische Ermordung von 43 Studenten wirft ein Schlaglicht auf einen Krieg in einem Land, das sich immer stärker zum "failed state" entwickelt 
Mit der vierstündigen Blockade des Flughafens der Touristenstadt Acapulco wurde am Montag erneut der geballte Unmut über das Verschwinden von 43 Studenten deutlich. Gestern wurde der Sitz der Partido Revolucionario Institucional (PRI) in Chilpancingo, der Hauptstadt von Guerrero, angegriffen und in Brand gesetzt. Es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Die PRI ist die Partei des Präsidenten Enrique Peña Nieto. Die Studenten waren am 26. September entführt worden und alles deutet darauf hin, dass sie bestialisch ermordet wurden. Hinter dem Vorgang steht ein Geflecht aus korrupten Politikern und Drogenkartellen. Der Vorgang zeigt, dass die Drogenmafia immer tiefer in zivile Bereiche vordringt und nun auch linke Aktivisten hinrichtet, die für soziale Verbesserungen eintreten. Immer klarer wird, dass der 2006 ausgerufene "Krieg gegen die Drogen" gescheitert ist, der schon mehr als 100.000 Tote gefordert hat.

Rosetta: Kometenlander Philae vor seinem großen Flug

Am heutigen Mittwoch soll zum ersten Mal überhaupt eine Raumsonde auf einem Kometen landen. Philae ist kurz davor, die Sonde Rosetta hinter sich zu lassen und 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Die letzte Missionsbestätigung steht noch aus.

Der Kometenlander Philae hat in der Nacht zum Mittwoch einen letzten Check aller Systeme überstanden und ist nun bereit für seinen großen Flug hinüber zu dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Um 3:35 Uhr Mitteleuropäischer Zeit bekam der Lander demnach seine Flugbestätigung. Das war die dritte von insgesamt vier derartigen Entscheidungen. Nach einem kleinen Manöver am frühen Morgen soll dann die letzte und endgültige Flugbestätigung folgen. Um 10:00 Uhr deutscher Zeit soll sich Philae dann von Rosetta trennen und seinen Flug zum Kometen beginnen.

mehr:
- Rosetta: Kometenlander Philae vor seinem großen Flug (heise News, 12.11.2014)

siehe auch:
- ESA-Raumsonde Rosetta: Europa will auf einem Kometen landen (heise News, 10.11.2014)
Seit zehn Jahren ist Rosetta unterwegs und nun steht der Höhepunkt der Mission bevor. Das Mini-Labor Philae soll auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko landen. So etwas wurde noch nie zuvor versucht.
Am Mittwoch steht sie an, die wohl bislang gewagteste Mission der Europäischen Weltraumagentur ESA. Die Raumsonde Rosetta soll den Lander Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko absetzen. So etwas hat es noch nicht gegeben und das Manöver wird deswegen teilweise sogar mit der Mondlandung 1969 verglichen. "Das ist das erste Mal, dass so etwas unternommen wird, ein Meilenstein", sagte etwa Paolo Ferri, Chef des ESA-Flugbetriebs im Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt in einem Interview mit dpa.

- Wie man einen Kometen harpuniert (Jens Lubbadeh, heise Technology Review, 05.11.2014)
Die Raumsonde Rosetta hat ihr Ziel, den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, erreicht. Nun steht der letzte Akt der Mission bevor: den Lander Philae auf dem Kometen abzuwerfen.

Heute vor 70 Jahren – 12. November 1944: Der Untergang der »Tirpitz«

Ein Koloss aus Krupp'schem Panzerstahl 

Fünf Jahre lang bauten Ingenieure und Arbeiter der Kriegsmarinewerft in Wilhelmshaven an dem größten jemals gebauten deutschen Schlachtschiff. Im Februar 1941 konnte es in Dienst gestellt werden, im folgenden Sommer war es schließlich kriegstauglich. Die 250 m lange »Tirpitz« war mit enormer Feuerkraft ausgestattet und dafür vorgesehen, die Geleitzüge der Alliierten im Atlantik zu attackieren. Hitler aber war besorgt, das Schlachtschiff könne der britischen Flotte zum Opfer fallen und beorderte es im Januar 1942 nach Norwegen, wo es als schwimmende Artillerie gegen Invasionsversuche vorgehen sollte. 
Das deutsche Schlachtschiff »Tirpitz« versteckt
in einem norwegischen Fjord bei Tromsö, 1943
So lag die »Tirpitz« die meiste Zeit verborgen in verschiedenen Fjorden. Churchill maß der Jagd auf das stählerne »Biest« besondere Bedeutung zu und erklärte die Versenkung des Riesen zu einer vor dringlichen Aufgabe der Royal Navy. Zwei britische Mini-U-Boote hatten dem Schiff 1943 Schäden zugefügt, die aber repariert werden konnten. Der entscheidende Schlag erfolgte heute vor 70 Jahren aus der Luft: 21 Lancaster-Bomber griffen das in einem Fjord bei Tromsö liegende Schiff mit 5 t schweren Bomben an. Die »Tirpitz« sank, 902 Soldaten starben. 

Kommentar der Marine-Leitung 
Der gegnerische Aufwand, der zur Beobachtung und Bekämpfung des Schiffes verbraucht wurde, ist hoch zu bewerten. 
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

Die Tirpitz - Hitlers letztes Schlachtschiff [57:55]

Veröffentlicht am 10.01.2013

Dienstag, 11. November 2014

Studie: Was sich aus den Datenspuren der Internetnutzer schließen lässt

Jeder Bürger produziert Datenspuren, ob bei Einkäufen, im Web oder bei der Nutzung des Smartphones. Eine neue Studie fasst zusammen, welche Rückschlüsse sich daraus ziehen lassen.


Das Geschäft mit persönlichen Daten läuft global auf Hochtouren, stellt eine Studie des Wiener Forschungsinstituts Cracked Labs im Auftrag der österreichischen Arbeiterkammer fest. Die Erfassung, Verknüpfung und Verwertung persönlicher Daten ist ein Milliardengeschäft, die Verbraucher sind das Ziel. In der öffentlichen Wahrnehmung stehen Google und Facebook im Rampenlicht, in Wirklichkeit verdienen zahllose weitere Unternehmen an den Daten von Verbrauchern. Cracked Labs nennt dazu zahlreiche Beispiele.

Die Wiedererkennung einzelner Verbraucher funktioniert inzwischen über alle Geräte und Plattformen hinweg. Data Mining analysiert große Mengen persönlicher Daten und sucht darin nach Mustern und Zusammenhängen. Damit lassen sich über Einzelne Erkenntnisse gewinnen und Prognosen über künftiges Verhalten abgeben. Die Supermarktkette Target konnte beispielsweise aus dem Einkaufsverhalten schwangerer Frauen deren Geburtstermine vorhersagen – ohne dabei typische Käufe wie Babykleidung oder Kinderwagen berücksichtigen zu müssen.

mehr:
- Studie: Was sich aus den Datenspuren der Internetnutzer schließen lässt (heise Newsticker, 11.11.2014)

Wilhelm Busch, Freunde



Es ist halt schön,
Wenn wir die Freunde kommen sehn. –
Schön ist es ferner, wenn sie bleiben
Und sich mit uns die Zeit vertreiben. –
Doch wenn sie schließlich wieder gehen,
Ist’s auch recht schön. –

"Wie wollte man den deutschen Humor definieren, wenn es Wilhelm Busch nicht gäbe?" (Tomi Ungerer). Buschs Gedichte und die Eröffnungspoeme seiner großen Bildergeschichten in einem hübschen Leinenband. 464 Seiten. Haffmans Verlag. Nur bei Zweitausendeis.

Dem Würgegriff von Sagittarius A entkommen

US-Astronomen lösen Rätsel um bizarres Objekt, das auf Kollisionskurs mit dem supermassiven Schwarzen Loches im Milchstraßenzentrum war und zur Überraschung aller überlebte

Im Herzen der Galaxis herrscht das supermassive Schwarze Loch Sagittarius A* (SgrA*), das in fernster Zukunft einen Großteil der Milchstraße verschlingen wird. Dass in dieser Region einige interessante Sterne und andere geheimnisvolle Gebilde ihr Dasein fristen, wissen die Astronomen von der UCLA Galactic Center Group schon seit langem. Seit 2011 verfolgen sie einen ganz speziellen Kandidaten, eine vermeintliche Gaswolke namens G2, die auf Kollisionskurs mit SgrA* war. Als diese im März dieses Jahres SgrA* passierte, erlebten die Forscher eine handfeste Überraschung. Für das Gesamtverständnis von Schwarzen Löchern sind die neuen Daten elementar.

Schwarze Löcher machen ihrem Namen strenggenommen keine Ehre: Sie sind eigentlich weder so richtig schwarz noch haben sie ein Öffnung, die unserem Verständnis nach einem Loch entspricht oder wenigstens in einer wie auch immer gearteten Form lochartig ist. Und dennoch zählen diese kompakten Gebilde, die aus toten massereichen Sternen geboren werden, zu den spektakulärsten Objekten im Universum, absorbieren sie doch wie kein anderes jede Form von Materie und Energie.

mehr:
- Dem Würgegriff von Sagittarius A entkommen (Harald Zaun, 11.11.2014)

Prostitution – “So, wie geht es deiner Seele?”

Simone, 32, hat in einem Berliner Bordell gearbeitet. Im zweiten Teil unseres Gesprächs mit ihr erzählt sie, was sie an der Debatte über Prostitution in Deutschland stört.
Simone, als wir über die Möglichkeit dieses Interviews geredet haben, hast du gesagt: „Über Prostitution diskutiert man in Deutschland am liebsten ohne die Prostituierten. Das ist für alle Beteiligten bequem.“ Was hast du damit gemeint?

Ich glaube, das Bequeme daran ist offensichtlich für diejenigen, die damit nichts zu tun haben. Es ist natürlich bequem zu sagen, alle Prostituierten seien entweder Opfer oder heroische Kämpferinnen für sexuelle Freiheit, solange man keine einzige Prostituierte persönlich kennt. Wenn ich als Prostituierte oder als Frau mit diesem Hintergrund sozusagen direkt in diesem Diskurs mitreden könnte, müsste ich ungefähr Folgendes sagen: “Du erlaubst mir zwei Rollen. Entweder bin ich megahappy, weiß total, worum es geht, will den ganzen Tag nur gefickt werden und liebe diesen Job, es ist das Beste, was mir passieren konnte.” Damit ließe man mich dann irgendwie durchkommen, weil ich so hart nach vorne presche, dass mich einfach niemand mehr einholen kann. Oder ich breche weinend zusammen, bitte darum, wieder aufgenommen zu werden. Ich wurde von meinem Freund geschlagen, in meiner Kindheit traumatisiert, ich bin eine Zwangsprostituierte.

Diese beiden Rollen stellt mir die Gesellschaft zur Verfügung. Wenn ich nicht wirklich bescheuert bin, wenn ich von dieser Welt nicht zerfetzt werden will, dann bemühe ich mich als Prostituierte darum, diejenige zu sein, die extrem tough ist. Das ist aber ein Scheißdeal. Ich habe die Wahl zwischen zwei Schubladen – soviel zum Thema Freiheit. Die Bequemlichkeit bezieht sich aber auch auf die Seite der Prostituierten, weil auch sie Kinder der Gesellschaft sind, und also auch in ihren Köpfen diese Idee steckt. Weil sie selbst auch in diesen zwei Schubladen denken.

mehr:
- “So, wie geht es deiner Seele?” (Theresa Bäuerlein, 10.11.2014)


81% für die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien

Trotz des spanischen Verbots der Befragung haben sich zwei Millionen klar und deutlich für Katalonien als eigenen Staat ausgesprochen

Als "vollen Erfolg" bezeichnete der Präsident der katalanischen Regionalregierung Artur Mas die Befragung der Bevölkerung am gestrigen Sonntag. Trotz des Verbots und der Drohungen mit Repressalien aus Spanien gegen die Organisatoren und Teilnehmer haben sich in Katalonien 2.250.000 Bewohner an der Abstimmung beteiligt. Angesichts von knapp 5,5 Millionen Wahlberechtigten (wie beim Referendum über die schottische Unabhängigkeit durften auch 16-Jährige teilnehmen) ist das nach den dauerhaften Versuchen, die Abstimmung zu verhindern, tatsächlich eine erneute eindrückliche zivilgesellschaftliche Demonstration der Katalanen. Sie haben erneut gezeigt, wie gut sie organisiert sind. Mehr als 40.000 Freiwillige haben für eine reibungslose Durchführung gesorgt, zum Teil bildeten sich bis zu 400 Meter lange Schlangen vor den Wahllokalen.

Nun hat man, anders als bei den bisherigen Massendemonstrationen (Katalonien: Nächste Station Unabhängigkeit), ein klares Stimmungsbild. Denn die Wähler mussten sich ausweisen und ihr Ausweis wurde in Listen registriert, um Transparenz und Überprüfbarkeit zu gewährleisten. Davon haben gut 100.000, also nicht einmal 4,5 %, mit Nein auf die Frage geantwortet: "Wollen Sie, dass Katalonien ein Staat ist?" Der Rest hat fast ausschließlich mit Ja geantwortet und musste dann auch die zweite Frage beantworten. "Wollen Sie, dass dieser Staat unabhängig sein soll?" 81% haben zugestimmt. Man beachte, dass beim Referendum über das Autonomiestatut 2006, das später vom spanischen Verfassungsgericht noch weiter beschnitten und die Katalanen aufgebracht hat, mit 2,5 Millionen sich nur unwesentlich mehr Menschen teilgenommen haben. Damals sprachen sich 74% dafür aus.
mehr:
- 81% für die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien (Ralf Streck, Telepolis, 10.11.2014)

Europäische Bürgerinitiativen klagen vor EuGH gegen TTIP

Mehrere Organisationen aus unterschiedlichen Ländern wollten sich als gemeinsame Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA registrieren lassen. Die EU-Kommission lehnte dies ab. Nun landet der Fall vor dem EuGH. Und der Kampf gegen die Abkommen soll weitergehen.

„Die scheidende EU-Kommission hat sich gegenüber unserem Bündnis arrogant gezeigt und mit einer dürftigen Pressemitteilung ihre Ablehnung verteidigt“, sagte Maritta Strasser von Campact den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. „Sie verweigerte uns eine informelle rechtliche Prüfung vor ihrer Entscheidung.“ Die Begründung der EU-Kommission bezüglich des abgelehnten Antrags lautete damals: „Ihre geplante Bürgerinitiative liegt offenkundig außerhalb des Rahmens, in dem die Kommission befugt ist, einen Vorschlag für einen Rechtsakt der Union vorzulegen, um die Verträge umzusetzen.“ Das Verhandlungsmandat zu TTIP sei demnach ein interner Vorbereitungsakt und kein Rechtsakt mit Wirkung auf die Bürgerinnen und Bürger. Zudem könne eine EBI nur positiv formuliert werden, also darauf hinwirken, einen Rechtsakt zu erlassen, nicht aber einen solchen zu unterlassen. Beide Begründungen sind nach Ansicht der Initiatoren nicht stichhaltig.

mehr:
- Europäische Bürgerinitiativen klagen vor EuGH gegen TTIP (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 11.11.2014)

siehe dazu auch:
- Blamage für Gabriel: CETA kann nicht mehr geändert werden (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 10.11.2014)
Juristische Kenner wissen es seit Monaten: Das Freihandelsabkommen CETA kann nicht mehr geändert werden. Somit tritt der Investorenschutz in Kraft. Für Sigmar Gabriel bedeutet dies eine schwere Niederlage. Bis zuletzt hatte er den Eindruck erweckt, dass Anpassungen noch möglich sind.

- Unser Rechtssystem wird ausgehebelt (Die Gazette, Oktober 2014?)
mein Kommentar:
Eines der wichtigsten Wirtschaftsabkommen der letzten Jahrzehnte, hinter verschlossenen Türen verhandelt, und es ist nicht klar, ob Veränderungsmöglichkeiten bestehen oder nicht? Niederlage? Das ist doch lachhaft! Sind wir da im Kindergarten?

Neuland unterm Pflug

Nahost-Staaten Der Aufmarsch des IS ist Zeichen einer territorialen Reorganisation. Die Staatenbildung nach dem Ersten Weltkrieg - geprägt von westlichen Interessen - hat sich überlebt
Gäbe es eine höhere Gerechtigkeit ohne irdischen Anker, könnten sich die Kurden als Sieger der Geschichte fühlen. Noch nie, so hat es den Anschein, war die Zeit günstiger, einen kurdischen (National-)Staat zu gründen. Schon ist von einem Großkurdistan die Rede, das Gebiete im Nordirak, in Südostanatolien, in Nordsyrien bis zum Nordwesten des Iran erfasst, wo es mit der Republik von Mahabad 1946 kurzzeitig die erste Kurden-Souveränität gab. Es würde ein neues Staatswesen entstehen, während ringsherum Staaten das Zeitliche segnen wie der Irak und Syrien oder existenziell gefährdet sind wie der Libanon oder abdanken wie Libyen oder als Besatzungsgebiet vor sich hin dämmern wie die Westbank und Gaza. Die Umbrüche im Nahen Osten wie in Nordafrika, die von der Arabellion 2011 bis zum Bürger- und Glaubenskrieg in der Levante reichen, erzählen von einer territorialen Neuordnung – Ausgang offen.
mehr:
-  Neuland unterm Pflug (Lutz Herden, der Freitag, 10.11.2014)

Heute: Nationalfeiertag in Angola

Stellvertreterkrieg in Südwestafrika

40 Jahre lang sahen sich die Menschen in Angola mit Gewalt und Krieg konfrontiert. 1961 begann der Unabhängigkeitskrieg gegen die Kolonialmacht Portugal, die das Land 1975 schließlich in die Eigenständigkeit entlassen musste. 1975 wurde für Angola die Bildung einer Übergangsregierung vereinbart, die aus Vertretern der marxistischen MPLA und den prowestlichen Bewegungen FNLA und UNITA bestehen sollte. Die Gegensätze zwischen den Gruppierungen mündeten jedoch in einen blutigen Machtkampf. Im November 1975 proklamierte die MPLA die Volksrepublik Angola
Regierungstruppen haben die Stadt Dondo von den Rebellen zurückerobert, 1993
Im folgenden Bürgerkrieg erhielt die MPLA Militärhilfe von der Sowjetunion und holte kubanische Soldaten ins Land, die UNITA erhielt Waffenlieferungen aus den USA und militärische Unterstützung von Südafrika. So geriet der Bürgerkrieg zum Stellvertreterkrieg der politischen Blöcke des Westens und Ostens. Nach Ende des Kalten Krieges 1990 führten dann angolanische Parteien den Kampf um die Macht im Land. Erst 2002 legte die UNITA die Waffen nieder, nachdem ihr Führer von Regierungssoldaten getötet worden war.

Pepetela, angolanischer Schriftsteller, 1992 
Gestern war die dunkle Nacht des Kolonialismus. Heute ist das Leiden des Krieges, aber der Morgen wird das Paradies sein. Dieser Morgen ist nie gekommen, nur ein ewiges Heute. 
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014


Heute vor 40 Jahren – 11. November 1974: Die Entdeckung des Charm-Quark

Heute vor vierzig Jahren gelingt den Physikern Burton Richter und Samuel Chao Chung Ting gleichzeitig, aber unabhängig voneinander, die Entdeckung eines neuen Elementarteilchens, des Charm-Quarks. Damit wird die Theorie von Sheldon Lee Glashow gestützt, nach der die Materie aus vier Urbausteinen besteht. Richter und Ting werden 1976 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

siehe auch:
- Die Entdeckung des J/ψ (Universität Heidelberg, PDF)
- Explain it in 60 seconds: Charm quark (Symmetry Magazine, Mai 2009)
- The Particle Adventure (ParticleAdventure.org)
- Astro-Lexikon Q 3, Quarks (Andreas Müller, Astrowissen)
daraus das folgende Bild mit den sechs Quarks:

Aus diesen Quarks sind dann die Bausteine des Atoms zusammengesetzt. Als Beispiel in der folgenden Abbildung: Ein Neutron aus zwei down- und einem up-Quark, ein Proton aus zwei up- und einem down-Quark:
Diese Abbildung ist zu finden in
- Introduction to Quarks, Leptons, and The Electromagnetic and Weak Interactions (Energy Blog, 27.11.2012)

Nach der Anzahl der Quarks, aus denen sie bestehen, unterscheidet man Baryonen (bestehen aus drei Quarks) und Mesonen (aus jeweils zwei Quarks):

Die Abbildung stammt aus:
- Quarks (Angelfire)

Die vier Eichbosonen vermitteln die vier Grundkräfte:
- Gravitation (Masseanziehung)
- elektromagnetische Wechselwirkung (Elektrizität, Magnetismus)
- schwache Wechselwirkung (oder schwache Kernkraft, verursacht Betaradioaktivität, sehr kurze Reichweite von etwa 10−18 m)
- starke Wechselwirkung (oder starke Kernkraft, bindet die Quarks aneinander und ist somit für die Stabilität des Atomkerns zuständig)

Wenn man dann noch die Leptonen dazunimmt, hat man alle Teilchen, aus denen sich Materie zusammensetzt. Der Name ist übrigens verkehrt (griech. leptós = dünn, klein, fein), aber zum Zeitpunkt der Kategorisierung dachten die Physiker, daß es sich um sehr leichte Teilchen handelt. Das Tauon (etwa doppelt so schwer wie ein Proton!) war damals noch nicht entdeckt.
In der folgenden Abbildung finden wir 
links oben (lila) die sechs Quarks, 
links unten (grün) die sechs Leptonen (ganz links unten das Elektron), 
rechts die die Grundkräfte vermittelnden Eichbosonen (rot) und 
ganz rechts (gelb) das gottverdammte (weil man’s so lange – bis letztes Jahr – nicht gefunden hat) Higgs-Boson, welches der Materie ihre Masse verleiht. 
(Der Verleger von Peter Higgs, der das Teilchen postulierte, fand, auf dem Buch-Titel würde sich »Gottesteilchen« besser machen. Der Name hat sich dann gehalten…)
[Quelle: Wikipedia]

What are Quarks? | Physics | The Fuse School [3:17]

Veröffentlicht am 25.01.2013
Find out what quarks are, how they were discovered and why they are very important in relation to protons and neutrons. There are different types of quarks which you'll learn about in this GCSE / K12 "Radioactivity" video from the Virtual School.

At Fuse School, teachers and animators come together to make fun & easy-to-understand videos in Chemistry, Biology, Physics, Maths & ICT. Our OER are available free of charge to anyone. Make sure to subscribe - we are going to create 3000 more!

The Fuse School is currently running the Chemistry Journey project - a Chemistry Education project by The Fuse School sponsored by Fuse. These videos can be used in a flipped classroom model or as a revision aid. Find our other Chemistry videos here:

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First Second Of The Universe [2:13]

Hochgeladen am 20.11.2009
http://facebook.com/ScienceReason ... The Standard Model of Particle Physics (Chapter 1): First Second of The Universe.

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The Standard Model of particle physics is a theory of three of the four known fundamental interactions and the elementary particles that take part in these interactions. These particles make up all visible matter in the universe.

Every high energy physics experiment carried out since the mid-20th century has eventually yielded findings consistent with the Standard Model.

Still, the Standard Model falls short of being a complete theory of fundamental interactions because it does not include gravitation, dark matter, or dark energy. It is not quite a complete description of leptons either, because it does not describe nonzero neutrino masses, although simple natural extensions do.

• http://en.wikipedia.org/wiki/Standard...
• http://en.wikipedia.org/wiki/Big_Bang...

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The Cassiopeia Project - making science simple!

The Cassiopeia Project is an effort to make high quality science videos available to everyone. If you can visualize it, then understanding is not far behind.

• http://www.cassiopeiaproject.com


Uff, jetzt blick’ ich selber wieder durch…

Montag, 10. November 2014

Über die Schwierigkeiten von öffentlichen Diskussionen

Sie berichtet von Ihren Zensur-Erfahrungen mit Versuchen, in Foren von SPON, FAZ und ähnlichen Medien zu kommentieren. Sie seien symptomatisch für so viele Versuche von Leserinnen und Lesern, „auf eine nicht nur einseitige, sondern ungewöhnlich aggressiv einseitige Berichterstattung Russland gegenüber im Kontext des europäisch-russischen Konflikts um die Ukraine-Krise zu reagieren“. Anja Böttcher macht auch kritische Anmerkungen zu Stefan Niggemeiers „blindem Fleck“ hinsichtlich dem „Kern des Leserfurors“. Auch er habe nicht erahnt, in welchem Ausmaß das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Medien erschüttert ist. Es folgt unten als A. der Leserbrief von Frau Böttcher und – wegen der thematischen Nähe – daran anschließend noch B. ein kleiner Hinweis auf PR Aktivitäten in österreichischen Blogs.
mehr:
- Besorgte Reflexion über die Grenzen dessen, was Bürger noch öffentlich mitteilen dürfen. Ein Bericht von Anja Böttcher. (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 10.11.2014)

Die WELT in Schwierigkeiten

Richard Herzinger (WELT) bringt es fertig, in einem einzigen Absatz mit weniger als 100 Wörtern die Phrasen: "russische Panzer in die Ostukraine", "bewaffnete separatistische Banden",  "russische Spezialeinheiten",  "okkupierte Gebiete", "nur zum Schein zugestimmt", "Westen hinzuhalten und zu täuschen", "Kreml-Herr", "geraubte ukrainische Gebiete", "Re-Sowjetisierungsoffensive" und "Aggression durch Scheinwahlen" unterzubringen.
Herzinger ist nicht ohne Grund leitender Demagoge und Lügner bei Springers Welt. Als Teppichbeisser hat er allerdings noch nicht begriffen, weshalb die Zahlen seiner Blättchens abstürzen.
Er verbreitet heute in der WELT wutschäumend in einem Leitartikel (!), am Wochenende  „…rollten weitere russische Panzer in die Ostukraine ein.“ Eine offenkundige Lüge.
mehr:
- Springers Herzinger: Herzlos in der Latrine der WELT (Hinter der Fichte, 10.11.2014)

Zitat:
In die gleiche Kerbe haut aber wie immer die ARD. Die verbreitet scheinbar objektiv: „Nach Angaben der OSZE konnte nicht bestimmt werden, woher das militärische Material und das Personal stammt - Kiew machte erneut Russland verantwortlich.“ Aha, keine Ahnung, aber "Russland" soll beim Zwangskonsumenten hängen bleiben. Obwohl es auf Russland keinerlei Hinweise gibt?! (Hervorhebung von mir)

mein Kommentar:
Die OSZE kann nicht bestimmen, aber »Kiew macht erneut Russland verantwortlich.« Nach Dutzenden verdrehter und falscher Meldungen: Wundert das noch wen? Kiew macht Russland ständig für irgendwas verantwortlich, und die westlichen Leitmedien blasen ins gleiche Horn. Absturz MH 17: »Stopt Putin jetzt!« Putin ist inzwischen für jedes verbrannte Essen in der Ostukraine verantwortlich. Diese Schuldzuweisungen sind inzwischen voraussehbar. (Ich kann mir übrigens gut vorstellen, daß das umgekehrt in den noch stärker gleichgeschalteten russischen Medien so läuft.) Man kann immer nur wieder geduldig dagegen anschreiben in der Hoffnung, daß die Anzahl der Menschen, die diese – eigentlich stupide – Propaganda durchschauen oder sie zumindest infrage stellen, zunimmt…
(Aber eine klammheimliche Schadenfreude kann ich mir nicht verkneifen!)

siehe auch:
- ARD/MH17: Herr Becker kann das Wasser nicht halten (Hinter der Fichte, 20.10.2014)
Die Stimmungsmache nimmt kein Ende. USA und ukrainische Putschisten hatten zuerst Beweise, dann Indizien, jetzt „Plausibilitäten“. Um die antirussische Hetze am Laufen zu halten, wird immer mal wieder eine Duftmarke gesetzt. 
und:
- ARD-Kontraste: Einsatz, Einsatz über alles.... (Hinter der Fichte, 13.10.2014)
ARD-"Kontraste" präsentiert am eigenen Beispiel das wenig dezente Zusammenspiel deutscher Konzern- und Staatsmedien mit der NATO-Politik.

mein Kommentar:
Zum erstenmal seit Beginn ihrer Kanzlerschaft liege ich mit Angela Merkel auf einer Linie: sie heult im Rudel mit und läßt hintenherum die Bundeswehr vergammeln. (Vielleicht sorgt sie im Hintergrund ja auch dafür, daß die deutschen Medien so laut bellen, damit es nicht so auffällt…)

Vor 90 Jahren – 1920er Jahre : Bandenkrieg erschüttert Chicago

Bugs Moran gegen Al Capone 

Chicago genoss seit Mitte des 19. Jahrhunderts den Ruf, ein Ort unbegrenzter Möglichkeiten zu sein, wo jedem, der bereit ist, hart zu arbeiten, die Tür zum Glück offen steht. In der Metropole am Michigansee stand der erste Wolkenkratzer der Geschichte, die Stadt war eine wirtschaftliche Großmacht der USA, ihre legendären Schlachthöfe waren die größten der Welt. 
Opfer des Valentinstag-Massakers werden abtransportiert, Chicago, 1929
In den 1920er Jahren prägte die Rivalität von Gangsterbanden und kriminellen Syndikaten das Leben in der Stadt. Die Gangs machten sich das Alkoholverbot zunutze und kämpften um die riesigen Gewinne, die das Geschäft mit illegal hergestelltem Alkohol einbrachte. Hauptgegner im Bandenkrieg waren die »North Side Gang« um Bugs Moran und das »Chicago Outfit« unter Führung von Al Capone. Nachdem jede Bande immer wieder Mordanschläge auf die andere verübt hatte, holte AI Capone 1929 zum großen Coup aus: Seine zum Teil als Polizisten verkleideten Killer überfielen ein Lagerhaus, in dem Moran mit seinen Kumpanen vermutet wurde. Dem »Valentinstag-Massaker« fielen sechs Gangster zum Opfer. Moran war nicht darunter, da er sich verspätet hatte. Seine Bande erholte sich von dem Schlag nicht mehr und auch Al Capone wurde von der Polizei zunehmend bedrängt

Biographie - Al Capone (German) [41:56]

Veröffentlicht am 07.02.2013

Was am 10. November noch geschah: 
1918: Infolge der Novemberrevolution geht der deutsche Kaiser Wilhelm II. ins niederländische Exil.

 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

Verlierer der Geschichte (6) - Kaiser Wilhelm II. [6:43]

Hochgeladen am 25.03.2010
Wilhelm II., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen (* 27. Januar 1859 in Berlin; † 4. Juni 1941 in Doorn, Niederlande) entstammte der Dynastie der Hohenzollern und war von 1888 bis 1918 letzter Deutscher Kaiser und König von Preußen. Die dreißigjährige Regentschaft Wilhelms II. im Deutschen Reich (von 1888 bis 1918) wird als die wilhelminische Epoche bezeichnet. Wesentliches Merkmal war das Streben des Kaisers, das Reich als wichtige politische Größe unter den bestehenden Weltmächten zu etablieren. Als Deutscher Kaiser sah er seine Aufgabe darin, allzeit Mehrer des Deutschen Reichs zu sein, nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben des Friedens auf dem Gebiet nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung, wie sein Großvater Wilhelm I. formuliert hatte. Wilhelm II. legte viel Wert auf internationales Prestige. Eng verbunden mit diesem Anspruch war die militärische Aufrüstung des Kaiserreichs sowie die Forcierung der Kolonialpolitik in Afrika und der Südsee. Dies und die Verwicklung des Deutschen Reichs in verschiedene internationale Krisen (zum Beispiel Krüger-Depesche 1896, Doggerbank-Zwischenfall 1904, Marokkokrisen 1905/06 und 1911, Daily-Telegraph-Affäre 1908) führten zu einer Destabilisierung der Außenpolitik.

Moderne (Novemberrevolution) [41:49]

Veröffentlicht am 31.07.2014
LiberalesForum


Nullen und Nadelstreifen

Journalismus Der Verlag Gruner und Jahr entlässt wieder etliche Redakteure. Die Wut auf das Zahlenmanagement wächst
Beginnen wir fünf Jahre früher. Mit einer Geschichte, die sich tatsächlich so zugetragen hat und in der sich der strukturelle Irrsinn, um den es hier geht, fast schon romanhaft auffaltet. Schalten wir nach Hamburg, in ein Verlagshaus, in dem viele bunte Zeitschriften hergestellt werden, darunter drei sogenannte Frauenmagazine. Herbst 2009, ein Jahr nach dem Lehman-Crash, die Wirtschaftsnachrichten sind miserabel, jeden Abend vor der Tagesschau warnt Anja Kohl: „Die Anleger sind nervös!“ Auch in den unteren Etagen, in denen man unter Risikokapital etwas ganz anderes versteht als an der Börse, ist nun viel von der „Krise“ die Rede, von Minijobs und Altersarmut.
mehr:
- Nullen und Nadelstreifen (Katja Kullmann, der Freitag, 09.11.2014)

siehe auch:
- Die WELT in Schwierigkeiten (Post, 10.11.2014)

„Hochgradig manipulativ“

Im Gespräch Big-Data-Expertin Yvonne Hofstetter über ihr neues Buch „Sie wissen alles“ und ihre große Sorge um die Zukunft
Sie hat einen ziemlich ungewöhnlichen Bestseller geschrieben. Yvonne Hofstetters Sie wissen alles handelt von komplexen, unkontrollierbaren Datenmengen, und es geht um intelligente Maschinen. Das Sachbuch arbeitet mit erzählerischen Elementen, über weite Teile begleitet die Leser eine Hauptfigur: der Mathematiker Dr. Florian Mayhoff, der zuerst in der Rüstungs- und danach in der Finanzindustrie tätig ist.
mehr:
- „Hochgradig manipulativ“ (Jakob Augstein, der Freitag, 23.10.2014)