Dienstag, 23. Juni 2015

Die Taktik des Westens: kontinuierliche Propaganda und kontinuierlicher militärischer und wirtschaftlicher Druck

STRATFOR Chef legt die Außenpolitik der USA offen: Ukraine, Russland, Deutschland, Nahost {12:52; Start bei 3:18}

LT-News.com
Am 26.08.2015 veröffentlicht 
Ziel: Allianz zwischen Russland und Deutschland verhindern

Die USA werden erstmals schweres Militärgerät in die Nato-Staaten Mittel- und Osteuropas verlegen. Die USA wollten «vorübergehend» Ausrüstung für eine Kampfbrigade stationieren, also für mehrere tausend Soldaten, sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter heute in der estnischen Hauptstadt Tallinn bei einer Pressekonferenz mit seinen Kollegen aus den drei Baltenstaaten. Zu dem Gerät zählten unter anderem Panzer und Artillerie.

«Estland, Lettland, Litauen, Bulgarien, Rumänien und Polen haben zugestimmt, Elemente dieser Ausrüstung in Bataillon-Stärke aufzunehmen, das in der Region an verschiedenen Standorten für Ausbildung und Übungen genutzt werden soll», sagte der Pentagonchef.

mehr:
- USA stationieren erstmals schwere Waffen in Osteuropa (TagesAnzeiger.ch, 23.06.2015) 

- Donezker Volksratschef: OSZE-Berichte zu Ukraine bleiben ohne Wirkung (SputnikNews, 21.06.2015) aus zwei Kommentaren:
Die Journaille berichtet von einem Angriff der Separatisten und bei der osce.org kann man nachlesen, dass der Angriff von der ukrainischen Seite geschah. Sind unsere Jouranlisten nur zu blöd zu lesen, können die kein Englisch oder lügen die bewusst?

Und wenn 10000 Beobachter der OSZE in der Ukraine währen, es würde nichts an der einseitigen Berichterstattung ändern!
- ARD erfindet OSZE-Bericht über russische Truppen (Hinter der Fichte, 12.11.2014; Zitat:)
Putin muss sich langsam Sorgen machen. Hat er überhaupt noch Truppen in Russland? Wenn es nach Tagesschau und den anderen NATO-affinen Medien geht, sind die alle inzwischen in die Ukraine marschiert.  Allmählich kann einem der Kragen platzen. Keine Sau, geschweige denn vernunftbegabter Mensch, kann den Unfug von russischen Truppen in der Ukraine mehr hören. Seit Monaten nur dieser Mist und nicht ein Beweis, woher auch? U-Boote, Flieger, Konvois, alles fliegende Holländer… Heute nun lügen die Konzern- und Staatsmedien uns so rotzfrech ins Gesicht, dass man es klarstellen muss.
Ein schlechtes Zeichen? Ukraine-Beauftragte der OSZE hat genug (SputnikNews, 08.06.2015)
- Zensur bei BBC: Krim-Passage aus Janukowitsch-Interview ausgeschnitten (SputnikNews, 23.06.2015)
Die britische TV-Anstalt BBC hat die Stelle aus ihrem Interview mit dem gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch gekürzt gesendet, in dem er sich zum Problem der Krim äußert. Ausgeschnitten wurde die Passage, in der er darauf hinweist, dass für einen Austritt der Halbinsel aus der Ukraine 90 Prozent der Einwohner gestimmt hatten.
- Russlands nukleare AufrüstungNato-Fotos beweisen: Putins Atombomber fliegen offenbar bewaffnet über Europa (Focus Online, 22.04.2015; Zitat:)
Russische Kampfjets fliegen für ihre Übungen immer wieder durch internationalen Luftraum in Europa. Nicht selten treffen sie dabei auf Abfangjäger der Nato. Deren Fotos sollen zeigen: Die russischen Bomber sind bewaffnet – auch mit Atomsprengköpfen.
zur antirussischen Propaganda siehe:
- Den SPIEGEL vorhalten: Die wunderbar einfältige Doppelmoral des Pavel Lokshin (Die Propagandaschau, 21.06.2015)
- Wer schürt einen neuen Kalten Krieg zwischen Russland und dem Westen? (Der Unbequeme, 22.06.2015)
Abstimmung der Blog-Besucher beim Unbequemen
Mein Kommentar:
Gegen die Flut an Falschmeldungen und Verdrehungen westlicher Medien ist kaum anzukommen…
1. Die Focus-Meldung oben, nach der die OSZE gemeldet hätten, die Waffengewalt gehe »in großer Mehrzahl von den vonMoskau unterstützen prorussischen Separatisten aus«, kann ich auch bei aufmerksamer Durchsicht der OSZE-Seite nicht nachvollziehen. Ich habe nirgendwo eine derartige Meldung finden können. Beachte: ein solcher Satz ist in wenigen Sekunden hingeschrieben, dessen Widerlegung dauert sehr viel länger!
2. Die Focus-Meldung über die Arombomber Putins gehört in die Schublade von unzähligen Meldungen in unseren Medien über angebliche Luftraumverletzungen durch russische Flugzeuge, deren waghalsige Flugmanöver oder das Auftauchen von seltsamen U-Booten in skandinavischen Gewässern.
siehe dazu: Publizist Volker Bräutigam erhebt beim Rundfunkrat Beschwerde, Post vom 06.11.2014
Lassen wir dazu Putin selbst zu Wort kommen (zu den Bomber-Flügen siehe nächstes Video »Der Westen führt einen Vernichtungskrieg gegen Russland« ab 3:25)

Wladimir Putin Der Westen führt einen Vernichtungskrieg gegen Russland [15:51]

Veröffentlicht am 27.01.2015

Wladimir Putin über westliche NATO Medien Lügen, Lügen, Lügen! [2:44]

Veröffentlicht am 15.09.2014

Gabriele Krone Schmalz über NATO in Zivil in der Ukraine, Russland und Medienpropaganda1 [13:24]

Veröffentlicht am 13.09.2014

Zitat Gabriele Krone-Schmalz:
»Das macht mir insofern Sorge: Wenn Menschen nicht mehr glauben, was in den Medien informiert wird, wenn Menschen auch Politikern nicht mehr glauben, dann fliegt uns unser wunderschönes System Demokratie früher oder später um die Ohren.« (Video ab 8:00)
»Es wäre ein Leichtes gewesen – Mitte-Ende vergangenen Jahres –, als es um das EU-Assoziierungsabkommen ging, ich sag’ mal platt, Brüssel, Kiew und Moskau an einen Tisch zu setzen, und das haben ja auch einige gewollt, aber einige eben nicht. Und deshalb sind wir heute da, wo wir eben sind. Das wäre mit Sicherheit vermeidbar gewesen.« (Video ab 11:00)
mein Kommentar:
Es wäre vieles vermeidbar gewesen, aber anscheinend hat es zu wenig Leute gegeben, die es vermeiden wollten bzw. die Mehrheit was nicht daran interessiert, etwas zu vermeiden!

Und noch etwas: Die Beteuerungen von Politikern, man habe etwas nicht kommen sehen oder man habe sich etwas nicht vorstellen können (in diesem Fall: den Konflikt mit Russland), bringen mich inzwischen zum Kotzen!

siehe dazu:
- Die Ukraine-Krise für den Durchschnitts-Bürger: Unsere offiziellen Russland-Versteher konnten sie angeblich nicht kommen sehen! (Post, 04.07.2014)
siehe dazu auch:
Die Ukraine und die russische Sprache, Versuch eines zeitlichen Überblicks (Post, 08.02.2019)

Griechenland: Die größte Insolvenzverschleppung der Geschichte

Das Rettungsprogramm für Griechenland wurde verlängert. Ändern wird es nichts, das Land ist pleite. Eine Analyse.
Oops they did it again: Ein weiteres Mal wird das eigentlich schon bankrotte Griechenland vor der Pleite „gerettet“. In Anbetracht der desolaten wirtschaftlichen Lage ist mittlerweile auch dem Letzten klar, dass nicht wir die Griechen gerettet haben, und nun abermals retten, sondern unsere Banken, welche leichtfertig Geld an Griechenland verliehen haben.

Quelle: Euro: Da gab es doch einmal
eine eindeutige Erklärung
 (Konrad
Hausener, The Intelligence, 27.02.2014)
Hätte die Politik und die Bevölkerung in den besagten Ländern der sogenannten Rettungspolitik nicht zugestimmt, sähe die unsrige aber auch die Bankenlandschaft bei unseren Nachbarn in Frankreich etwas anders aus.


Bis dato hat Griechenland von den Euro-Mitgliedsländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) rund 226 Milliarden Euro erhalten. Jedoch flossen davon lediglich 15 Milliarden in den unmittelbaren Betrieb des Staates, wie beispielsweise in die Gehälter von Staatsangestellten und in Renten. Addiert man die indirekten Staatsausgaben hinzu, kommt man auf 27 Milliarden Euro – ungefähr elf Prozent der Gesamtsumme. 40 Milliarden Euro wurden für Zinszahlungen, 81 Milliarden Euro wurden zur Ablösung fälliger Kredite verwendet und 9 Milliarden Euro gingen an den IWF – summa summarum 132 Milliarden Euro flossen allein in den Schuldendienst. Das ist mehr als Hälfte der Griechenland-Hilfen. Der Schuldenschnitt 2012 schlug mit knapp 35 Milliarden Euro zu Buche und weitere 48 Milliarden Euro benötigte das Land, um seine maroden Banken am Leben zu halten. Wie wir sehen, ist das Geld also keinesfalls weg – es hat nur jemand anderes.

mehr:
- Die größte Insolvenzverschleppung der Geschichte (Marc Friedrich, The European, 02.03.2015)
siehe auch:
- "Die Griechen wollen 'schlemmen'? Das ist Zynismus" (Felix Simon, Die Welt, 23.06.2015)
- Euro: Da gab es doch einmal eine eindeutige Erklärung (Konrad Hausener, The Intelligence, 27.02.2014)
siehe auch:
- Griechenland: Was läuft hier eigentlich? (Post, 27.10.2011)
»Griechenland wird nicht zahlen, nie.« (ein französischer Freund, Herbst 2011)
- Nichtbeistands-Klausel (Wikipedia) 
Die Nichtbeistands-Klausel war konzipiert worden, um EU-Staaten zur Haushaltsdisziplin zu bewegen. Sie sollten nicht darauf hoffen können, bei unsolider Haushaltsführung später durch andere Mitgliedstaaten unterstützt zu werden (siehe auch Moral Hazard). Die Klausel ergänzt die im Stabilitäts- und Wachstumspakt festgeschriebenen Verschuldungsgrenzen, die ebenfalls eine unsolide Haushaltsführung verhindern sollen. Andererseits wird kritisiert, dass der Nichtbeistand bei einem Notfall nur schwer durchsetzbar sein würde, weil die politischen und wirtschaftlichen Kosten der Alternativen noch höher sein könnten (siehe auch Too Big to Fail).
 - Vertrag von Maastricht (Wikipedia)
Im Zentrum des Vertrages stehen Änderungen des EG-Vertrages, in den insbesondere die Bestimmungen zur Schaffung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion in drei Stufen eingefügt werden. Laut Vertragstext sollte frühestens zum 1. Januar 1997, spätestens zum 1. Januar 1999 in der EU eine gemeinsame Währung (Euro) eingeführt werden. Damit ein Land an der Währungsunion teilnehmen kann, muss es bestimmte wirtschaftliche Kriterien (die EU-Konvergenzkriterien, auch als Maastricht-Kriterien bezeichnet) erfüllen, durch die die Stabilität der gemeinsamen Währung gesichert werden soll. Dabei handelt es sich um Kriterien, die Haushalts-, Preisniveau-, Zinssatz- und Wechselkursstabilität gewährleisten sollen. Das Kriterium der Haushaltsstabilität (Defizitquote unter 3 % und Schuldenstandsquoteunter 60 % des BIP) wurde als dauerhaftes Kriterium ausgelegt (Stabilitäts- und Wachstumspakt), die anderen Kriterien müssen Mitgliedstaaten nur vor der Euro-Einführung erfüllen.
Im Vertrag war festgelegt, dass Länder, die die Konvergenzkriterien erfüllen (worüber der Ministerrat zu entscheiden hat), dem Euro nach dieser Zeit beitreten müssen. Lediglich Großbritannien und Dänemark behielten sich das Recht vor, selbst über den Beitritt zur Währungsunion zu entscheiden (sog. opting out).
- Euro-Krise: Mythos vom faulen Südeuropäer (Sven Böll, David Böcking, SPIEGEL Online, 18.05.2011)
- Schuldenstreit: Die Mär vom griechischen Luxusrentner (Florian Diekmann, SPIEGEL, 18.05.2011)
- Griechenland-Krise: Zu großzügig oder sozial? Das griechische Rentensystem ist der Knackpunkt der Krise (Finanzen100, 12.06.2015)
- Tsipras lehnt Rentenkürzung ab (Gerd Höhler, Frankfurter Rundschau, 19.05.2015)
- Griechenland-Hatz: Die Rentner ( Kommentar von Michael Schlecht, MdB, wirtschaftspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion DIE LINKE , DIE LINKE,  Kreisveband Traunstein, 20.06.2015)
- Das griechische Renteneintrittsalter liegt nicht bei 56 Jahren (Stefan Niggemeier, 14.06.2015) Zitat:
Bei „Günther Jauch“ diskutieren sie gerade mal wieder über Griechenland und den „Grexit“. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach sagt, Griechenland lebe auf Kosten anderer Staaten, und illustriert das mit zwei besonders eindrucksvollen Zahlen:
„Der Griechische Ministerpräsident hat jetzt angeboten, das reale Renteneintrittsalter in Griechenland, das bei uns bei fast 64 Jahren liegt, auf 56 Jahre anzuheben.“
Das ist falsch, aber das ist vermutlich nie wieder aus der Welt zu kriegen. […]
Spricht man den „Bild“-Mann Dirk Hoeren auf die Zahl an, verweist der u.a. höhnisch auf die FAZ. Ich habe auch bei der FAZ nachgefragt, auch in Mails an mehrere Wirtschaftsredakteure. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie das korrigieren wird — mei, die griechische Regierung, die ist eh chronisch unzuverlässig. Und Bosbach, naja. Hätte etwa Jauch ihm widersprechen sollen? Jauch?

- Average annual hours actually worked per worker (OECD, StatExtracts)


»Wenn man Äpfel mit Äpfeln vergleicht, dann gehen nach den OECD-Zahlen die Griechen im Durchschnitt rund 14 Wochen früher in Rente als Deutsche – nachdem sie vorher ein Berufsleben lang jedes Jahr 30 Prozent mehr Stunden gearbeitet haben als Deutsche. Es bleibt dabei: Wenn mangelnder Fleiß das Problem wäre, dann hätten wir es in Deutschland, nicht in Südeuropa.« (aus einem Kommentar zum Artikel von Stefan Niggemeier)

»Mal ein Gedanke zur Nacht: Wenn in Griechenland die Arbeitenden die Bezüge der Rentner und Pensionäre erwirtschaften müssen, so wie in Deutschland auch, ist es dann eine kluge Idee der Troika, den letzten Rest funktionierender Wirtschaft so zu ruinieren, dass mehr als 15% der arbeitsfähigen Bevölkerung wegen Langzeitarbeitslosigkeit gar kein Einkommen mehr hat (nochmal: In Griechenland gibt es ab dem 13. Monat kein Arbeitslosengeld!) und stattdessen von den Renten und Pensionen von Eltern und Großeltern leben müssen, so wie 60% der Schulabgänger mit und ohne Abschluss?

Und nochmal was von den Regionalflughäfen: Wo wird Fraport wohl die Betriebsgewinne versteuern? Kleiner Tipp: Nicht in Griechenland. Aber der griechische Fiskus wird von den 1,2 Milliarden Euro Konzessionssumme etwa 23% des nächsten IWF-Kredits begleichen können — und dann in Milliardenhöhe Verpflichtungen für die Infrastruktur-Instandhaltung rund um die Flughäfen haben, die ein Staat normalerweise aus den im Betrieb anfallenden Steuern begleichen kann — würde die nicht der deutsche Fiskus von Fraport erhalten…

So saniert man also Pleite-Haushalte…«

(aus einem Kommentar zum Artikel von Stefan Niggemeier, Hervorhebung von mir)


Saudi-Leaks: Einblick in die Aktivitäten eines großen Meinungsmanipulators

WikiLeaks veröffentlicht zigtausende Dokumente des saudi-arabischen Außenministeriums
Über 60.000 Depeschen und andere Dokumente des saudi-arabischen Außenministeriums sind seit Freitag auf der WikiLeaks-Webseite unter dem Titel "Saudi Cables" veröffentlicht.
Die Auswertungsarbeit des Materials durch Medien hat erst begonnen. Die Nachrichtenagentur berichtete am Samstag von einem undatierten Memo, aus dem hervorgehe, dass Golfstaaten den ägyptischen Muslimbrüder 10 Millionen Dollar angeboten hätten, damit diese den inhaftierten Ex-Präsidenten Hosni Mubarak auf freien Fuß setzen.

Demzufolge müsste das Memo mit einem Briefkopf, der angeblich eine Palme zeigt, zwei gekreuzte Schwerter und einen "Top secret"- Schriftzug, aus dem Jahr 2012 stammen. Zitiert wird darin ein ägyptischer Offizieller, der andeutet, dass ein Einverständnis mit den Muslimbrüdern möglich sei.

Ein Kommentar auf dem Memo, verfasst von unbekannter Hand, bewertet dieses politische Manöver aber als "keine gute Idee". Selbst wenn die Muslimbrüder, die damals an die Regierung kamen, dazu bereit wären, sei eine Inhaftierung Mubaraks nicht zu verhindern.

Leser werden mit den Schultern zucken. Dass die reichen arabischen Potentaten mit riesigen Haufen Geld versuchen, politischen Einfluss in der Region zu nehmen, ist ebenso wenig eine Überraschung wie ihre Idee, einen machtpolitisch geistesverwandten Despoten freizukaufen. Dazu kommt, dass die Authentizität des Dokuments nicht gesichert ist.

Geht weiter, hier gibt es nichts Neues oder Interessantes."
Wer spektakuläre Enthüllungen erwartet, könnte enttäuscht werden. Genau daran hält sich auch die erste, rasche erfolgte Abwiegelungsreaktion "befreundeter Eliten", wie Marc Lynch, US-Experte für arabische Öffentlichkeiten, feststellt. Deren Tenor lautet: "Geht weiter, hier gibt es nichts Neues oder Interessantes."

Westliche Leser und westliche Medien dürften den saudischen Kommunikatoren und ihren Sympathisanten oder anders Verpflichteten den Gefallen tun. Erleichtert wird dies durch die Informationsflut, dem Nachrichtenleser ohnehin ausgesetzt sind, und durch den großen Einfluss den Saudi-Arabien über Medien hat, die es finanziert.

Neugierige Öffentlichkeit in arabischen Staaten
Demgegenüber steht aber ein großes neugieriges Publikum in der Region. Saudi-Arabien verzeichnet, worauf Statistiken seit Jahren hinweisen, eine irrsinnige Schar an Twitter-Nutzern. Es ist Ramadan, traditionell werden in dieser Zeit gerne viel und lange Stunden Medien konsumiert.

Angesichts dessen, dass sich Saudi-Arabien seit geraumer Zeit ein Standing als große Regionalmacht zu schaffen sucht, mit gravierenden Einmischungen in den Syrien-Konflikt, in die Auseinandersetzung mit Iran, im Jemen-Krieg und mit Annäherungen an Israel, ist eine Neugier auf mögliche Hintergrundoperationen, die sich in den Leaks zeigen, geweckt.

Dazu kommt, dass Saudi-Arabien auch für eine ganze Schar von arabischen Nahost-Kommentatoren ein Dauerthema ist, siehe etwa sehr prononciert beim Angry Arab. Sie werden die Augen offenhalten. Und sie, je nach Lager, versuchen, für ihre politischen Interessen zu verwerten.

Wie dies Saudi-Arabien im großen Stil praktiziert: Das Hauptthema wird vom gut verlinkten AbuKhalil bereits angesprochen: die Kontrolle der arabischen und westlichen Medien durch Saudi-Arabien. "Wie man Schweigen erkauft", heißt ein interessantes Auswertungsgebiet der Saudi-Depeschen auf der WikiLeaksseite.

Saudi-Arabien kontrolliert sein Image durch die Überwachung von Medien und das Bezahlen von Loyalitäten von Australien bis Kanada und überall dazwischen.

mehr:
- xxx (Thomas Pany, Telepolis 22.05.2015)
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Geleaktes CIA-Dokument belegt Kriegspropaganda

"Krieg und Frauen haben sich medial endlich versöhnt!". Der Politikwissenschaftler Jörg Becker über Feminismus und junge Mädchen in der politischen Propaganda zur Erhöhung der Kriegsbereitschaft


Jörg Becker ist seit 1987 Honorarprofessor für Politikwissenschaft an der Universität Marburg. Er war von 1987 bis 2010 Geschäftsführer des KomTech-Instituts für Kommunikations- und Technologieforschung in Solingen und von 1999 bis 2011 Gastprofessor für Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck. Von ihm stammen zahlreiche deutsche und internationale Veröffentlichungen zu den Bereichen Internationale Beziehungen, Friedensforschung und Medienpolitik. Telepolis sprach mit ihm.

► Prof. Becker, Sie beschäftigen sich seit langem mit der Erforschung von Kriegspropaganda, mit "Spins" und Manipulationen. Inzwischen scheint es evident zu sein, dass viele Kriege der letzten Jahre und Jahrzehnte auch und vor allem deswegen als Kampf gegen einen jeweils "neuen Hitler" oder wahlweise "das Entstehen einer faschistischen Diktatur" inszeniert wurden, um damit Pazifisten und Linke dazu zu bringen, diesen Kriegen zuzustimmen.

Jörg Becker: Zu Ihren Eingangsüberlegungen möchte ich zwei Subthemen aufgreifen und dazu einige Hinweise geben. Zunächst zur Rolle der Linken.
In der Tat wissen wir seit Langem, dass linke und linksliberale Kräfte in Europa schon immer im Visier des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA standen. Und zwar nicht nur als Verfolgte und Opfer - wie beispielsweise die linken Schriftsteller Bertolt Brecht und Graham Greene -, sondern außerdem auch als unfreiwillig-freiwillige Partner.
Die Details dieser stets antikommunistischen Kooperation zwischen CIA und schmuddeligen Edellinken kann man gut in dem ausgezeichneten Buch "Wer die Zeche zahlt. CIA und die Kultur im Kalten Krieg" von Frances Stonor Saunders nachlesen. Und es gibt viele Beispiele für eine Kooperation gerade von Trotzkisten mit der CIA.
Das nächste Subthema Ihrer Frage betrifft die Chiffren "Hitler" und "Auschwitz" und ihre propagandistische Verwendung in westlichen Massenmedien, um Kriege gegen unbotmäßige Länder zu legitimieren. Nach 1945 waren diese Chiffren noch bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts tabu. Das Thema "Auschwitz" tauchte dann zum ersten Mal im Biafrakrieg von 1967/1970 auf, und zwar - nicht zufällig - im Pressematerial der antikommunistischen und konservativen NGO "Gesellschaft für bedrohte Völker".

Wiedergänger Hitler und das "neue Auschwitz"
Und "Hitler" als Wiedergänger schlimmer Diktatoren tauchte in der Presse dann sowohl im Irakkrieg von 1991 als auch im NATO-Krieg gegen Serbien von 1998 auf; Saddam Hussein und Slobodan Milošević wurden dabei jeweils als neuer "Adolf Hitler" inszeniert. "Auschwitz" schließlich wurde erneut im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 äußerst medienwirksam eingesetzt, um die Serben zu verteufeln.

In meinem Buch Operation Balkan lässt sich übrigens gut nachlesen, dass der Medieneinsatz der Auschwitzmetapher im Bosnienkrieg im Sommer 1992 auf einen dementsprechenden Auftrag der bosnischen Regierung an eine US-amerikanische PR-Agentur zurückging.

Sie wurde überhaupt nur aus Propagandazwecken und zur Kriegslegitimation in den weltweiten Diskurs eingestreut. Ein "neues Auschwitz" gab es nie; gleichwohl brauchte man diese Lüge, um die internationale Linke - zumindest in Teilen - moralisch zu überwältigen.

Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ist es besonders furchtbar, dass solche Ultima-Ratio-Argumente massenpsychologisch "wunderbar" wirken...

mehr:
- Geleaktes CIA-Dokument belegt Kriegspropaganda (Jens Wernicke, Telepolis, 22.06.2015)
siehe dazu auch:
- Brutkastenlüge (Wikipedia)

Jörg Becker: Afghanistan, Irak und Georgien - Massenmedien und Krieg {36:01}     

Veröffentlicht am 31.01.2015


Wag The Dog / Trailer german {1:42}

Hochgeladen am 16.11.2009
Wag The Dog / Trailer german

WAG THE DOG - Beispiel, wie politisch-gesteuerte Medienmanipulation funktioniert! {5:18}

Veröffentlicht am 15.02.2013

Kurzer Ausschnitt (ca. 5 min) aus dem US-SPIELFILM von 1997 "WAG THE DOG - Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt" über politisch-beeinflusste Medienmanipulation.

Auch wenn es sich nur um eine fiktive Spielfilm-Szene handelt, macht diese Szene doch sehr anschaulich deutlich, welche technischen Möglichkeiten heute vorhanden sind, um einen politischen Schwindel in den Medien zu veröffentlichen und zu propagieren...

Not Dark Yet 30 Juni 1999 {5:42}   Text (offizielle Bob-Dylan-Seite)   Übersetzung (Songtexte.com)   Interpretation

Veröffentlicht am 17.08.2015
The poet laureate of rock 'n' roll: 

"I was born here and I’ll die here against my will
I know it looks like I’m moving, but I’m standing still
Every nerve in my body is so vacant and numb
I can’t even remember what it was I came here to get away from
Don’t even hear a murmur of a prayer
It’s not dark yet, but it’s getting there."

ergänzt um das Dylan-Video am 29.10.2016

Juncker und Schulz nutzen Naomi-Klein-Strategie

Der EU-Kommissions- und der EU-Parlamentspräsident möchten bis 2025 "die Wirtschafts- und Währungsunion vollenden"

2007 veröffentlichte Naomi Klein ihr Buch Die Schock-Strategie, in dem sie darlegt, wie Politiker und Ökonomen Kriege und Krisensituationen nutzen, um Privatisierungen und andere politische Ziele zu verwirklichen, die in der Bevölkerung keine Mehrheit haben. Als Beispiel dafür nannte sie unter anderem den ehemaligen russischen Staatspräsidenten Boris Jelzin, der seine "Reformen" mit einem gerichtlich als verfassungswidrig eingestuften Notstand durchsetzte.
Sollte Klein einmal eine aktualisierte Neuauflage ihres Bestsellers planen, dann könnten ihr EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz als weitere Beispiele dienen: Die beiden nutzen die Eurokrise nämlich, um den Regierungen und den Bevölkerung der Mitgliedsländer ihr altes Ziel "mehr EU" als Heilmittel zu verkaufen.

mehr:
- Juncker und Schulz nutzen Naomi-Klein-Strategie (Peter Mühlbauer, Telepolis, 22.06.2015)

Prof. Dr. Gerald Hüther: Der Mensch: So verändert sich unser Hirn im Umfeld von Unsicherheit [7:40]

Hochgeladen am 06.09.2011
Prof. Dr. Gerald Hüther ist der Leiter der Abteilung für neurobiologische Grundlagenforschung an der Universität Göttingen.
„Wie unser Hirn im Umfeld von Unsicherheit funktioniert", erklärt Prof. Dr. Gerald Hüther. Der neurobiologische Forscher legt den Zuhörern während seines Vortrags die Wichtigkeit der Selbstorganisation nah und damit die Veränderung in der Zeit der Unsicherheit aus biologischer Sicht. Unsicherheit findet sich dabei nicht nur in der Ungewissheit der Zukunft, sondern auch in den Begrifflichkeiten. Viele Menschen verstehen die heutige Welt nicht mehr und somit fehlt auch die Perspektive in die Zukunft. Eine Lösung dieses Problems wird das Hirn selbst finden, so Prof. Dr. Hüther. Er geht davon aus, dass Menschen versuchen werden sich selbst wieder zu vertrauen, um so trotz Unsicherheit, Stabilität zu finden. Diesen Prozess gliedert er in 3 Schritte: Eigene Kompetenz wieder herstellen, den Mitmenschen vertrauen entgegenbringen und vom Wissen anderer in Teamarbeit profitieren und selbst den Sinn in dem finden was man tut, um so eine Perspektive zu erhalten, wohin die Zukunft führt.

Gerald Hüther - Angstbewältigung [6:39]

Hochgeladen am 06.01.2012

Konsequent konservativ

Menschen mit konservativer Grundeinstellung besitzen ein größeres Durchhaltevermögen und einen höheren Grad an Selbstkontrolle als Liberale. Eine Studie erklärt, warum
Bei gleicher Intelligenz erreichen konservative Studenten in den USA im Mittel bessere Noten als ihre liberalen Kommilitonen. Die Forscher, die das herausgefunden haben, dachten zunächst an eine naheliegende Ursache: Dominanzverhalten. Wer es wichtig findet, dass soziale Unterschiede erhalten bleiben, versucht eher, seinen Teil dazu beizutragen als jemand, der alle Menschen für grundsätzlich gleich hält.
Ein nachvollziehbarer Gedanke, doch auch andere Interpretationen sind möglich. Wäre es nicht ebenso wahrscheinlich, dass Konservative deshalb besser abschneiden, weil sie stärker an den freien Willen glauben, dieses "Yes, you can", als Liberale, die eher gesellschaftliche oder soziokulturelle Faktoren für ihre Leistung verantwortlich machen?

Es gehört zum Kern der konservativen Ideologie, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist, dass es rein von der eigenen Leistung abhängt, was ein Mensch im Leben erreicht. Wer an diese These glaubt, sollte auch im Alltag über eine bessere Selbstkontrolle verfügen. Ob das tatsächlich der Fall ist, hat ein amerikanisches Psychologenteam nachgeprüft. Die Ergebnisse sind in den Veröffentlichungen der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) nachzulesen.

Die Forscher haben ihre deutlich über 100 Probanden in drei Versuchen geprüft. Zunächst mussten die Teilnehmer eine längere Unterscheidungsaufgabe ausführen: Sie mussten möglichst schnell herausfinden, welches Wort nicht zu einer Wortgruppe passte. Dabei maßen die Forscher die Antwortzeiten.

Bei der (um andere Faktoren wie Alter, Hautfarbe und Geschlecht korrigierten) Auswertung zeigte sich: liberale und konservative Probanden gaben ähnlich viele richtige Antworten. Doch je konservativer sich eine Testperson eingeordnet hatte, desto schneller gab sie ihre Antworten.

mehr:
- Konsequent konservativ (Matthias Matting, Telepolis, 23.06.2015)

Montag, 22. Juni 2015

Journalismus wird in den Mainstream Medien bewusst unterdrückt

In einem aktuellen Interview mit dem Internetmagazin Telepolis gibt der Tagesspiegel-Journalist Harald Schumann Einblicke in die Funktionsweise großer deutscher Medienhäuser. Schumann arbeitete bis 2004 beim SPIEGEL und kündigte dann, weil seine kritische journalistische Arbeit dort gezielt durch die Chefredaktion sabotiert wurde. Vor kurzem hat Schumann den Doku-Film “Macht ohne Kontrolle – Die Troika” für den TV-Sender Arte abgedreht. Auch hier wurde kritisches Nachfragen auf vielen Ebenen aktiv verhindert. Für Schumann ist dies ein Beleg wie weit die Postdemokratie im Europa der EU bereits voran geschritten ist.
mehr:
- Ex-Spiegel Journalist packt aus: Echter Journalismus wird in den Mainstream Medien bewusst unterdrückt (Sott.net, 21.05.2015)
Zitat:
Die finanzpolitischen Institutionen, die mittlerweile oft über das Schicksal ganzer Völker in Europa bestimmen und in der Regel durch nichts demokratisch legitimiert sind, verweigerten sich dem Film-Team konsequent kritischen Fragen. Es gab eine regelrechte Boykott-Haltung. Schumann berichtet in diesem Zusammenhang, dass der EU-Kommisar Oli Renn ihm gegenüber auch bestätigt hat, dass dieser Boykott organisiert war. Letztendlich die pure Arroganz der Macht.

So konstatiert Schummann:
“Das bedeutet, dass diese Leute sich gegenüber der Öffentlichkeit nicht rechenschaftspflichtig fühlen. Oder nur dann, wenn sie Journalisten gegenüberstehen, die willfährig und brav sind. Das hat mich schockiert, denn es bedeutet, dass wir auf der Reise in die Postdemokratie doch schon viel weiter vorangekommen sind, als ich es erwartet habe.”

Macht ohne jede Kontrolle - Die Spur der Troika (Unzensiert) Die Story [1:29:59]

Veröffentlicht am 23.03.2015
Am 09.03.2015 lief auf ARD, nach den Tagesthemen, bei die Story im Ersten eine zensierte Version dieser Doku unter dem Tietel "Die Spur der Troika". Hier jedoch die unzensierte Version von Harald Schumanns Doku "Macht ohne Kontrolle - die Troika".

Nach seinem preisgekrönten Film „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ geht der Wirtschaftsjournalist und Bestseller-Autor Harald Schumann erneut einer brisanten Frage auf den Grund: Was passiert mit Europa im Namen der Troika?

Beamte aus den drei Institutionen IWF, EZB und Europäischer Kommission - der Troika – agieren ohne parlamentarische Kontrolle. Sie zwingen Staaten zu Sparmaßnahmen, die das soziale Gefüge gefährden und tief in das Leben von Millionen Menschen eingreifen. Harald Schumann reist nach Irland, Griechenland, Portugal, Zypern, Brüssel und in die USA, und befragt Minister, Ökonomen, Anwälte, Bänker, Betroffene.

„Wer Geld hat, lebt, wer kein Geld hat, stirbt“, sagt der Arzt Georgios Vichas. Er leitet eine Freiwilligen-Klinik in Athen, während staatliche Krankenhäuser leer stehen müssen. Eine Begrenzung der Ausgaben im Gesundheitswesen führte dazu, dass rund ein Viertel der Bevölkerung keine Krankenversicherung mehr hat und über 200 Kliniken landesweit geschlossen wurden. Genauso absurd wie die Gesundheitspolitik ist die Mindestlohnpolitik, die die Troika den verschuldeten Ländern abverlangt. Dass Sparen so nicht funktionieren kann, erklärt der Nobelpreisträger Paul Krugman.

Die Armen werden ärmer und die Reichen reicher. Ist das Europas Politik? Leidenschaftlich fordert Harald Schumann mehr Transparenz und Verantwortung für ein soziales Europa. Dafür nimmt er seine Zuschauer mit auf eine packende Recherchereise, bei der er dem Ursprung und den Auswirkungen konkreter Entscheidungen der Troika auf den Grund geht.
Staatsgeheimnis Bankenrettung (HD 1080p) - Dt. Fernsehpreis 2013 [51:54]

Veröffentlicht am 12.11.2014
Dieser Film wurde 2013 ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Beste Reportage".
Im Verlauf der Eurokrise haben zahlreiche Banken gigantische Summen verloren. So sehen sich Staaten wie Griechenland, Spanien und Irland gezwungen, ihre Geldinstitute mit Milliardenbeträgen zu stützen. Aber wohin fließt das Geld wirklich? Wem schulden die maroden Banken das Geld? Der Wirtschaftsjournalist Harald Schumann sucht nach Antworten.
50 Milliarden Euro in Griechenland, 70 Milliarden Euro in Irland, 40 Milliarden Euro in Spanien - ein Eurostaat nach dem anderen sieht sich gezwungen, seine Banken mit gigantischen Summen zu stützen, um damit die Verluste auszugleichen, die den Geldhäusern aus faulen Krediten entstanden sind. Aber wohin gehen die Milliarden eigentlich? Wer sind die Begünstigten? Mit dieser einfachen Frage reist der preisgekrönte Wirtschaftsjournalist und Sachbuchautor Harald Schumann quer durch Europa und bekommt verblüffende Antworten.
Die Geretteten sitzen - anders als häufig vermittelt und von vielen angenommen wird - nicht in den ärmeren Eurostaaten, sondern hauptsächlich in Deutschland und Frankreich. Ein großer Teil des Geldes landet nämlich bei den Gläubigern der Banken, die gerettet werden wollen oder müssen. Und obwohl diese Anleger offenkundig schlecht investiert haben, werden sie - entgegen aller Logik der freien Marktwirtschaft - auf Kosten der Allgemeinheit vor jeglichen Verlusten geschützt. Warum ist das so? Wer bekommt das Geld? Eigentlich simple Fragen, die aber den Kern der europäischen Identität berühren.

Französischer Titel: "Quand L'Europe sauve ses Banques, qui paye?"
Englischer Titel: "The Secret Bank Bailout"

Regie: Arpad Bondy
Buch: Harald Schumann, Arpad Bondy
Kamera: Axel Schneppat

Wolfgang Schäuble: Warum Banken gerettet werden mussten (im Gespräch mit Harald Schumann) [34:02]

Veröffentlicht am 19.06.2015
Ausschnitte aus diesem im Oktober 2012 produzierten Interview wurden im Film "Staatsgeheimnis Bankenrettung" zur Eurokrise von Harald Schumann und Arpad Bondy verwendet (Deutscher Fernsehpreis 2013). Obwohl schon anderthalb Jahre alt, ist das Interview noch immer sehr sehenswert, da es Einblick gewährt in das politische Denken von Wolfgang Schäuble, der seit 2009 Bundesfinanzminister im Kabinett von Angela Merkel ist.

Link zum Film "Staatsgeheimnis Bankrettung" in voller Länge:
http://www.youtube.com/watch?v=e28FG5...

Mehr spannende Interviews zur Eurokrise (u.a. mit Yanis Varoufakis) auf "Harald Schumann on the Trail" ("Harald Schumann auf der Spur..."), dem YT-Kanal von Harald Schumann: http://www.youtube.com/channel/UCoZV4...

Chronik der Euro-Krise // Phoenix [HD] [31:05]

Veröffentlicht am 16.06.2015
Die Krise seit Beginn bis heute, mit Interviews, Kommentäre (u.a. von Gernot Hassknecht), Zahlen und Fakten. Lehman Brothers, Goldman Sachs, Hypothekarkrise, Schuldenkrise, Irland, Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, IWF, EZB usw.
Phoenix Thema - 15.06.2015

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Heute vor 90 Jahren – 22. Juni 1925: Madrider Marokkokonferenz

Auf der Madrider Marokkokonferenz beschließen der französische Kriegsminister Paul Painlevé und der spanische Diktator Primo de Rivera, Militäraktionen zur Niederschlagung des Unabhängigkeitskriegs durchzuführen, den die Rifkabylen, Berberstämme aus dem Atlas-Gebirge, gegen die europäischen Kolonialmächte führen. Am 13. Juli wird Henri Philippe Pétain zum Leiter der französischen Rif-Armee ernannt.
siehe auch:
- Was geschah am 22. Juni im Laufe der Zeit? (Anabell.de)

In einem Guerillakrieg 1921–1926 erhoben sich die Rifkabylen unter Führung des Emirs Abd al-Karim wiederholt gegen spanische und französische Kolonialmächte in Marokko. Hintergrund des Aufstandes war der fehlende Reformwille der französischen Kolonialmacht, die Afrikaner (ähnliches galt für die Asiaten in Fernost) als vaste main d'œuvre (grenzenloses Reservoir an Arbeitskräften) gesellschaftlich nicht gleichrangig zu behandeln. Trotz des 1912 geschlossenen Protektoratsvertrages, der dem marokkanischen Sultan Herrschaftsräume zugestand, herrschten de facto die Generalresidenten der Franzosen und Spanier in allen Regionen ihres Einflussbereiches uneingeschränkt.[1] Als die Rifkabylen in Französisch-Marokkovorgedrungen waren, wurden sie von den französischen Truppen zurückgedrängt. 1921 konnten die Kabylen aus dem Atlasgebirge heraus unter Abd el-Krim in der Schlacht von Annualdie spanischen Truppen verheerend schlagen. Trotz völkerrechtlicher Ächtung wurde der Krieg durch die französischen Truppen im Gegenzug mit Chemiewaffen geführt.[2] In nur zwei Jahren wurden 10.000 Bomben mit über 500 Tonnen Senfgas abgeworfen. (Rifkabylen, Wikipedia)

French General Marshal Petain is found guilty and sentenced to death for treason ...HD Stock Footage [4:18]

Veröffentlicht am 03.04.2014

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French General Marshal Petain is found guilty and sentenced to death for treason in Paris, France.

Henri Philippe Benoni Omer Joseph Pétain's trial session at the Palais de Justice in Paris, France during World War II. A view of the Palais de Justice. French General Henri Pétain enters a courtroom. People in the courtroom watch as Petain enters. The judge reads a document. Petain removes his cap and walks. He places his cap on a table and sits in a chair in the courtroom. The Chief Justice enters the courtroom. Spectators stand and welcome him. The trial starts. Petain speaks in his defense. Few spectators write the minutes of the trial. Petain reads a document and speaks. The Chief Justice argues with the defense lawyers. Many officials at the trial session. Petain sits back in his chair as the trial continues. Many French officials speak during the trial session of Petain. Officials including chief witness of the prosecution Paul Reynaud, former Prime Minister of France Edouard Daladier, French politicians Albert Le Brun and Leon Blum, French Military Commander General Maxine Weygand, French radical politician Edouard Herriot, French politician Marcel Paul, French General Maurice Gamelin and French politician Pierre Laval testify against Petain. Petain is sentenced by the Chief Justice after the trial session. Location: Paris France. Date: August 15, 1945.

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Alter Info-Text:
Veröffentlicht am 25.05.2013
The provisional government headed by de Gaulle placed Pétain on trial, which took place from 23 July to 15 August 1945, for treason (Source: Wikipedia).

TEMA 9 - La dictadura de Primo de Rivera (1923-1930/31) [18:37]

Hochgeladen am 24.12.2011
1.- La quiebra de la monarquía parlamentaria. (00:00 - 6:55)
2.- Desarrollo político y cambios económicos. (6:55 - 11:55)
3.- El final de la dictadura y de la monarquía. (11:55 - 18:42)

- Marokko leidet bis heute an Nachwehen des Rif-Kriegs (Jan Marot, der Standard, 16.02.2015)
- Goldrausch in Marokkos Wildem Westen (Herrenzimmer.de)
Zitat:
Das war ein spannender Film. Er spielt 1904 in Marokko. Das Land ist zwischen den Sympathisanten der Deutschen und der Amerikaner politisch zerrissen, dazwischen: die freiheitsliebenden Berberstämme. Mulay el Raisuli (Sean Connery), der Anführer der Rif-Kabylen, ein Stamm aus dem Rifatlas im nördlichen Teil Marokkos, entführt eine Amerikanerin nebst ihrer Kinder in Tanger und bringt sie in sein Lager. Allerdings konnte er die politischen Folgen seiner Tat nicht absehen. Denn er macht sich ausgerechnet den Haudegen Theodore Roosevelt zum Gegner, der diesen Vorfall für sich zu PR-Zwecken ausnutzt. Wenn ich mich recht erinnere, endet der Film in einem Wortwechsel zwischen Raisuli und einem anderen Berberfürsten, der ungefähr so lautet: “Nun haben wir alles verloren”, Antwort: “Gibt es keine Dinge, für die es sich lohnt, alles zu verlieren?”. Tatsächlich lehnten sich die Rif-Kabylen in einem Guerillakrieg unter ihrem Führer Abd-el Karim gegen die französischen und spanischen Besatzer auf. Aber gegen 500 Tonnen Senfgas war auch der mutigste Krieger machtlos. Bis heute sind die Berber ein freiheitsliebendes, kriegerisches Volk geblieben. Die schlimmste Beleidigung unter Männern lautet: “Dein Vater starb in seinem Bett.” Gemeinsam mit Mohamed El Karz, über den wir später mehr berichten, machen wir uns auf den Weg, einen solchen Berberstamm zu besuchen, um uns die Produktion von Arganöl anzusehen. Die Berber gelten als Urbevölkerung Nordafrikas. Sie bilden kein einheitliches Volk. Bis auf die Touareg, die als Nomaden umherziehen, leben sie sesshaft in Familienverbänden, mit eigenen Sprachen und Gesetzen. Nur in Notzeiten schließen sie sich zu “Stämmen” zusammen. In Marokko werden die Berber nach Sprachfamilien eingeteilt. Die nördlichen Tarifit, die Taschelhit aus dem mittleren Atlas und die Tamazight aus dem hohen Atlas, zu denen wir fahren werden.
The Wind and the Lion (Original Theatrical Trailer) [3:33]

Veröffentlicht am 29.04.2014

Purchase The Wind and the Lion here:  http://bit.ly/1m7TMMp

Academy Award and Golden Globe-winner Sean Connery ("The League of Extraordinary Gentlemen," "Finding Forrester") and Academy Award-nominee and Emmy and Golden Globe-winner Candice Bergen (TV's "Boston Legal," "The In-Laws") star in this Middle East romantic adventure about a Moroccan chief who triggers an international incident when he kidnaps an American widow and her children. Loosely based on a true event. Co-starring Academy Award and Golden Globe-winner John Huston ("Chinatown") and Brian Keith ("Young Guns," "Hooper"). Directed by Academy Award-nominee John Milius ("Conan the Barbarian").
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Alter Info-Text
Veröffentlicht am 25.03.2015
The Wind and the Lion 1975

Hugo Stoltzenberg entwickelte eine Verseuchungsstrategie für den Marokkokrieg, welche hauptsächlich auf dem Einsatz von Senfgas im Hinterland bestand. Dieses Konzept basierte darauf, dass der Aufenthalt der Menschen in Dörfern, das Abhalten von Märkten und die Feldarbeit durch die Gasangriffe zu tödlichen Unterfangen wurden. Mit undifferenziertem Terrorsollte die Bevölkerung zur Kapitulation gezwungen werden. Traf das Senfgas auf Menschen, führte dies ohne spezielle Schutzkleidung zu schmerzenden, schwer heilenden, in der überwiegenden Zahl tödlichen Wunden. Das Senfgas haftete auch nachhaltig auf Nahrungsmitteln; wurden diese verzehrt, führte dies zu Zerstörungen und Geschwüren an den Verdauungsorganen, welche fast immer einen qualvollen Tod zur Folge hatten.
Ab Oktober 1921 verschoss die spanische Artillerie Granaten mit erstickenden Kampfstoffen. Bei der Schlacht von Tizi Azza, welche am 15. Juli 1923 begonnen hatte, setzte die spanische Armee zum ersten Mal Senfgas ein. Ab Juni 1924 wurden Senfgasbomben aus der Luft abgeworfen. Ende 1924, nach dem Verlust von Chichaouen, setzte die spanische Luftwaffe Gase in großem Stil und mit hohem Wirkungsgrad ein. Ende 1924 zogen sich die Spanier hinter eine nach dem damaligen Hochkommissar von Spanisch-MarokkoMiguel Primo de Rivera, bezeichnete Linie zurück und setzten ungehemmt Gas ein, das zwangsläufig auch kriegsgefangene Spanier traf, weshalb der Besitz und der Einsatz dieser Stoffe in Spanisch-Marokko geheim gehalten wurde.[4]
„Ich stand dem Einsatz von erstickenden Gasen gegen Indigene immer abweisend gegenüber, aber nach dem, was sie getan haben, und ihrem trügerischen und falschen Verhalten, habe ich es mit wahrem Vergnügen anwenden lassen.“
– Telegramm gesandt vom Hochkommissar des Spanischen Marokkos Dámaso Berenguer Fusté am 12. August 1921 an den Kriegsminister[3].
Der Giftgaseinsatz verhalf Frankreich und Spanien im Rifkrieg (1921–1926) zum Sieg über Abd el-Krim und seine Anhänger.
Bei der Landungsoperation 1926 bei Al-Hoceima setzten die spanischen Truppen unter Miguel Primo de Rivera massiv Senfgas ein. Eine Untersuchung von Rudibert Kunz und Rolf-Dieter Müller stellte fest, dass in zwei Jahren 10.000 Behälter mit über 500 Tonnen Giftgas über dem Norden Marokkos abgeworfen wurden.[8]

Noch heute stammen 60 % der Patienten des Krebszentrums in Rabat aus dem Einsatzgebiet der Chemiewaffen um Al-Hoceima.[5] (Chemiewaffeneinsatz im Rifkrieg (Wikipedia)

Der Marokko um 1921 Ein vergessener Krieg - Teil 1 [12:28]
Veröffentlicht am 29.11.2013
Der Rifkrieg Ein vergessener Krieg.
Als Rifkrieg (1921--1926), auch Zweiter Marokkanischer Krieg, wird der militärisch ausgetragene Konflikt zwischen den Rifkabylen unter Mohammed Abd al-Karim und Spanien bezeichnet.
Die Spanier versuchten, basierend auf dem Vertrag von Fès vom 30. März 1912 und dem französisch-spanischen Vertrag vom 27. November 1912, ihre Herrschaft auf das gesamte ihnen zugesprochene Kolonialgebiet in Nordmarokko auszudehnen. 1926 gelang es ihnen schließlich, ausgehend von ihren alten Stützpunkten an der Küste (Plaza de soberanía) das gesamte Protektoratsgebiet zu erobern. Dabei warfen sie über 10.000 Senfgasbehälter auf ihre Gegner, was Auswirkungen bis heute hat.
Bereits 1859/60 fand der Erste Marokkanische Krieg statt, auch Spanisch-Marokkanischer Krieg genannt -- es war der erste Versuch der Erweiterung des spanischen Einflusses in Marokko. Nach dem Rifkrieg (1893) und dem Rifkrieg (1909) war der Rifkrieg (1921--1926) der letzte in einer Reihe von Konflikten auf dem Gebiet des Rif-Gebirges.

Chemiewaffeneinsatz der Franzosen u. Spanier im Rifkrieg 1921 - 1926 [3:19]

Hochgeladen am 28.02.2012
Der Chemiewaffeneinsatz im Rifkrieg (1921--1926) der Spanier gegen die Rifkabylen war der erste Einsatz, bei welchem Senfgasbomben von Flugzeugen abgeworfen wurden.1921, nach der Niederlage in der Schlacht von Annual, nahm das spanische Militär Verhandlungen mit dem Leiter der Kampfstoffverwertung im norddeutschen Munsterlager-Breloh, Dr. Hugo Stoltzenberg auf.

Die Lieferung von Vorprodukten und die Errichtung einer Chemiewaffen-Abfüllanlage in Melilla mit 200 Beschäftigten wurde am 10. Juni 1922 beschlossen. Bis 1923 wurden aus Deutschland an das spanische Militär 500 bis 600 Tonnen Phosgen und Clark geliefert. Nach dem Versailler Vertrag war dem Deutschen Reich jede Herstellung, Erforschung und Vertrieb von Gaskampfstoffen untersagt. Stoltzenberg leistete Beiträge zur Entwicklung einer neuen Gasbombe für die Luftwaffe.

Am 20. Dezember 1923 unterzeichnete der Privatmann Oberleutnant Franz Stoltzenberg im Auftrag der Reichswehr einen Vertrag zur Errichtung einer Produktionsanlage für Senfgas (Lost) und Phosgengas in den Cerros de la Marañosa in einem Naturschutzgebiet im südlichen Madrid, deren Ausführung er überwachte. An der Produktionsstätte wurde mittlerweile der Name von Fabrica Nacional de Productos Químicos de Alfonso XIII in Instituto Tecnológico de La Marañosa (ITM)[7] geändert.

1925 wurde der Einsatz von Senfgas durch das Genfer Protokoll, „Protokoll über das Verbot der Verwendung von erstickenden, giftigen oder ähnlichen Gasen sowie von bakteriologischen Mitteln im Kriege" verboten.

Hugo Stoltzenberg entwickelte eine Verseuchungsstrategie für den Marokkokrieg, welche hauptsächlich auf dem Einsatz von Senfgas im Hinterland bestand. Dieses Konzept basierte darauf, dass der Aufenthalt der Menschen in Dörfern, das Abhalten von Märkten und die Feldarbeit durch die Gasangriffe zu tödlichen Unterfangen wurden. Mit undifferenziertem Terror sollte die Bevölkerung zur Kapitulation gezwungen werden. Traf das Senfgas auf Menschen, führte dies ohne spezielle Schutzkleidung zu schmerzenden, schwer heilenden, in der überwiegenden Zahl tödlichen Wunden. Das Senfgas haftete auch nachhaltig auf Nahrungsmitteln; wurden diese verzehrt, führte dies zu Zerstörungen und Geschwüren an den Verdauungsorganen, welche fast immer einen qualvollen Tod zur Folge hatten.

Ab Oktober 1921 verschoss die spanische Artillerie Granaten mit erstickenden Kampfstoffen. Bei der Schlacht von Tizi Azza, welche am 15. Juli 1923 begonnen hatte, setzte die spanische Armee zum ersten Mal Senfgas ein. Ab Juni 1924 wurden Senfgasbomben aus der Luft abgeworfen. Ende 1924, nach dem Verlust von Chichaouen, setzte die spanische Luftwaffe Gase in großem Stil und mit hohem Wirkungsgrad ein. Ende 1924 zogen sich die Spanier hinter eine nach dem damaligen Hochkommissar von Spanisch-Marokko, Miguel Primo de Rivera, bezeichnete Linie zurück und setzten ungehemmt Gas ein, das zwangsläufig auch kriegsgefangene Spanier traf, weshalb der Besitz und der Einsatz dieser Stoffe in Spanisch-Marokko geheim gehalten wurde.
„Einsatz mit Vergnügen":„Ich war immer ein Verfechter des Einsatzes von erstickenden Gasen gegen Indigene, aber nach dem, was sie getan haben, und ihrem trügerischem und falschem Verhalten, habe ich es mit wahrem Vergnügen anwenden lassen."
-- Telegramm gesandt vom Hochkommissar des Spanischen Marokkos Dámaso Berenguer Fusté am 12. August 1921 an den Kriegsminister

Der Giftgaseinsatz verhalf Frankreich und Spanien im Rifkrieg (1921--1926) zum Sieg über Abd el-Krim und seine Anhänger.
Bei der Landungsoperation 1926 bei Al-Hoceima setzten die spanischen Truppen unter Miguel Primo de Rivera massiv Senfgas in. Eine Untersuchung von Rudibert Kunz und Rolf-Dieter Müller stellte fest, dass in zwei Jahren 10.000 Behälter mit über 500 Tonnen Giftgas über dem Norden Marokkos abgeworfen wurden.
Noch heute stammen 60 % der Patienten des Krebszentrums in Rabat aus dem Einsatzgebiet der Chemiewaffen um Al-Hoceima.
Weiteres: Die spanische Armee versuchte den Einsatz geheim zu halten. In seiner Autobiografie La vida y yo 1974 berichtete der spanische Militärpilot Pedro Tonda Bueno vom Giftgaseinsatz und der folgenden Vergiftung der Felder auf dem Rif. Auch der spanische Luftwaffenoffizier Ignacio Hidalgo Cisneros erwähnte in seinen Memoiren Kurswechsel einige Giftgaseinsätze.
Die Asociación de Víctimas del Gas Tóxico (AVGT) (Vereinigung zur Verteidigung der Giftgasopfer) lud im März 2002 internationale Experten zu einer Konferenz über den Giftgaseinsatz und die Spätfolgen nach Alhucemas ein. Diese Konferenz wurde jedoch - wie bereits im April 2001 eine weitere Konferenz zum selben Thema - von der marokkanischen Regierung verboten.

Giftgas gegen Abdel Krim - Krieg Marokko Rifrepublik 1921 - Ein vergessener Krieg [50:10]

Veröffentlicht am 06.01.2013


Die Rif-Republik (Tamazight: Tagduda n Arif, (arabisch ‏جمهورية الريف‎) (ganzer Name: ~ Konföderierte Republik der Stämme des Rifs) wurde 1920, vor dem 3. Rifkrieg (1921--1926), von den unter Mohammed ben Abdelkrim el Khattabi für die Unabhängigkeit von Spanisch-Marokko kämpfenden Stämmen der Rifkabylen (Berber) proklamiert. Die Unabhängigkeit der Atlas-Region von Spanien wurde am 18. September 1921 ausgerufen mit Abdelkrim als Amir ar-Rif. Formell konstituierte sich die Regierung des jungen Staates am 1. Februar 1923, nun mit Abdelkrim als Staatsoberhaupt („Ra'is ad-Dawla"). Erster Premierminister der Republik wurde Hajj Hatmi.

Als Hauptstadt fungierte Axdir (Ajdir), eine kleine Stadt in der Nähe von Al-Hoceima. Die Bevölkerung der Republik bestand zu dieser Zeit aus ungefähr 150.000 Menschen.

Im Jahr 1925 wurde eine kombinierte französisch-spanische Armee von 250.000 Mann unter Marschall Philippe Pétain gebildet, um das Rif zu unterwerfen. Nach einjährigem Kampf gelang die Zerschlagung der Rif-Republik am 27. Mai 1926. Dabei wurde trotz Verbotes durch die Haager Landkriegsordnung Senfgas verwendet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Rif-Repu...