Sonntag, 27. September 2015

iOS 9: Erneut Umgehung der Gerätesperre möglich

Neues Betriebssystem, neuer Trick: Erneut wurde ein Lockscreen-Bug entdeckt, mit dem der Zugriff auf Daten von iPhone & Co. auch ohne Eingabe von PIN-Code oder Fingerabdruckfreigabe möglich ist.
Unter iOS 9 lässt sich einmal mehr, ähnlich wie unter iOS 7, die Gerätesperre mit einem Trick aushebeln. Das berichten übereinstimmend der YouTuber EverythingApplePro und das iDownloadBlog.

Bilder und Kontakte gefährdet
Zumindest auf Bilder und Kontakte des Besitzers sollen Angreifer so Zugriff erlangen können. Bei der Sicherheitslücke spielt die Sprachassistentin Siri die Hauptrolle – entsprechend muss sie bei aktiviertem Lockscreen zur Verfügung stehen. Letzteres lässt sich deaktivieren.

Die digitale Assistentin soll sich durch mehrmaliges Eingeben einer falschen PIN in Verbindung mit einem zum richtigen Zeitpunkt gedrückten Home-Button aufrufen lassen. Danach muss Siri nach der Zeit gefragt werden, das dann gezeigte Uhr-Icon auf dem Display wird angetippt. Nun lässt sich dort eine weitere Uhrzeit ergänzen, wobei nach deren Ort gefragt wird. Hier wird dann eine beliebige Zeichenfolge eingetippt. Im Copy & Paste-Menü taucht dann plötzlich die Teilenoption auf. Über diese gelangt man wiederum zu iMessage.

mehr:
- iOS 9: Erneut Umgehung der Gerätesperre möglich UPDATE (Ben Schwan, heise mac&I, 23.09.2015)

USA: Hacker stahlen auch Fingerabdrücke von Millionen Bediensteten

Es kommt noch dicker für die US-Bundespersonalbehörde OPM: Bei der massiven Hackerattacke wurde nicht nicht nur persönliche Daten von 22 Millionen Bediensteten, sondern auch Fingerabdrücke von 5,6 Millionen kompromittiert.

Eine China zugeschriebene Hacker-Attacke auf die US-Bundespersonalbehörde OPM war noch schwerer als ohnehin schon gedacht. Demnach verschafften sich die Cyber-Angreifer neben anderen persönlichen Daten von 22 Millionen Bediensteten auch die Fingerabdrücke von 5,6 Millionen Beschäftigten. Das teilte die Behörde am Mittwoch mit – einen Tag, bevor der chinesische Präsident Xi Jinping zu Gesprächen mit Präsident Barack Obama in Washington erwartet wurde.
mehr:
- USA: Hacker stahlen auch Fingerabdrücke von Millionen Bediensteten (heise online, 24.09.2015)

Kassensysteme der Hilton-Kette in den USA gehackt

Angreifer haben offenbar standortübergreifend Kassensysteme des Hilton-Hotelkonzerns infiltriert und manipulierte Zahlungen bei Hotelrestaurants, Geschenke-Shops und anderen Verkaufsstellen ausgelöst.
In den USA zeichnet sich ab, dass kürzlich in großem Umfang Daten von Kreditkarten unterschiedlicher Kartenunternehmen missbraucht worden sind. Mehrere Quellen aus der amerikanischen Bankenbranche berichten übereinstimmend, dass aufgedeckte Fälle von Kreditkartenbetrug ein Muster zeigen, welches auf Hackeraktivitäten gegen Kassensysteme des Hilton-Hotelkonzerns deutet.

Den Meldungen zufolge müssen bislang unbekannte Angreifer Abrechnungssysteme zahlreicher Hotelrestaurants, Geschenkeläden und anderer Verkaufsstellen innerhalb der Hilton-Kette und bei deren Lizennehmern infiltriert haben, und das an vielen Standorten. Der Hotelkonzern teilt mit, dass er die Meldungen überprüfe und die Hintergründe ermittle.

Bereits im August hat der Kreditkartenbetreiber Visa vertrauliche Warnungen an verschiedene Geldinstitute gerichtet. Dabei ging es um ein Datenleck, das vom 21. April bis zum 27. Juli dieses Jahres bestand. Dabei waren zahlreiche Kreditkartennummern betroffen, allerdings nannte Visa gemäß der üblichen Geschäftspolitik des Hauses nicht die genauen Umstände, durch die die Angreifer an die Daten herangekommen waren.

mehr:
- Kassensysteme der Hilton-Kette in den USA gehackt (Peter Schmitz, heise Scurity, 26.09.2015)

Aktuelle Masche: Spam über Bande

Systemen umgehen Spammer die Spam-Filter - auch die mühsam antrainierten der Anwender.
Eine aktuelle Masche zum Spam-Versand nutzt die Möglichkeit, sich bei Online-Diensten zu beschweren oder diese auf Fehler und Probleme hinzuweisen. Häufig schickt der Online-Dienst nämlich eine Bestätigungs-Mail an den vermeintlichen Absender – und wenn dessen Mail-Adresse gefälscht war, landet die dann im Postfach des Spam-Opfers.

mehr:
- Aktuelle Masche: Spam über Bande (Jürgen Schmidt, heise Security, 25.09.2015)
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Spanien: Kampf ums Wasser in Spanien verschärft sich

Das spanische Verfassungsgericht hat ein Gesetz einstweilig außer Kraft gesetzt, mit dem Aragon seine Reserven schützen will
Es war für viele in der nordspanischen Region Aragon erstaunlich, dass die Zentralregierung in Madrid plötzlich Ende Juli Klage gegen ihr eigenes Gesetz zum Schutz des Wassers beim Verfassungsgericht eingereicht hat. Das Gesetz war schon im vergangenen November verabschiedet worden, es wurde damals von der auch in Aragon regierenden konservativen Volkspartei (PP) eingebracht und verabschiedet, die weiterhin auch in Madrid regiert. Damit wurden die Wasserreserven der Region am Rand der Pyrenäen für die Entwicklung der Region vor dem Zugriff der Mittelmeerregionen geschützt, deren Bedarf wegen der intensiven Landwirtschaft, Tourismus und Trockenheit steigt.

Nur zu gut erinnerten sich viele noch in Aragon an die Begehrlichkeiten im Nationalen Wasserplan, auch das Wasser aus den Pyrenäen für den Tourismus im gesamten Mittelmeerraum zugänglich zu machen. Doch die EU wollte die Pläne der Konservativen einst nicht finanzieren und die sozialistische Nachfolgeregierung stoppte sie schließlich. Nach dem Wahlsieg der PP kamen die Kanalträume in Madrid wieder auf und so war es eher erstaunlich, dass eine PP-Regierung das Wasser vor Zugriff schützen wollte.

Doch das Schutzgesetz war vermutlich nur ein Trick, um vor den Wahlen im Mai die besorgte Bevölkerung in Aragon zu beruhigen und nicht noch mehr Stimmen zu verlieren. Unter einer PP-Regionalregierung wollte die PP-Zentralregierung keinen Verfassungsverstoß erkennen. Doch als die PP wie in fast allen Regionen auch in Aragon abgewählt wurde, änderte sich das. Denn nun regieren die Sozialisten, die von der Empörtenpartei "Podemos" (Wir können es) gestützt werden.

mehr:
- Kampf ums Wasser in Spanien verschärft sich (Ralf Streck, Telepolis, 18.09.2015)

Spanien: Kampf ums Wasser | Europa Aktuell [5:02]

Veröffentlicht am 22.08.2013
Unter dem Druck der Wirtschaftskrise in Spanien haben viele Kommunen die öffentlichen Trinkwassernetze an Privatunternehmen verkauft. Jetzt stellt ein Teil der Gemeinden fest, dass die Netze teilweise schlecht oder gar nicht gewartet wurden und die Wasserqualität sinkt. Weil immer mehr Bürger protestieren, rudern einige Gemeinden langsam zurück.

Weitere Informationen unter: http://www.dw.de/europa-aktuell-das-m...üssel-2013-08-21/e-16984036-9800
siehe auch:
- Water Makes Money - Wie private Konzerne aus Wasser Geld machen (Post, 16.02.2013)

TTIP: "Verlust von Arbeitsplätzen"

US-Gewerkschafter warnt nach den Erfahrungen mit NAFTA davor, beim transatlantischen Freihandelsabkommen Fehler zu machen, die auch künftige Abkommen prägen
Im Juli hatte sich das EU-Parlament grundsätzlich für das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP ausgesprochen, EU-Kommissionspräsident Juncker betonte letzte Woche erneut, dass er auf TTIP bestehe und die deutsche Kanzlerin, die TTIP in der Bedeutung einmal mit dem Nato-Doppelbeschluss in 1980er Jahren gleichsetzte, drängte heute erneut auf eine Einigung über die Grundzüge des Abkommens "bis Ende des Jahres".

Es herrsche Zeitdruck, wird berichtet. Das mag auch daran liegen, dass Kritiker des geplanten Abkommens, bei dem so viel Wert auf Geheimhaltung gelegt wird, immer mehr neuralgische Punkte herausarbeiten und an die Öffentlichkeit bringen (Bundesregierung sieht bei TTIP-Regulierungskooperation Möglichkeit zum Ausschluss der Parlamente).

Ein Gegenargument, bei dem die Öffentlichkeit sensibel reagieren dürfte, kommt von einem amerikanischen Gewerkschafter, der augenblicklich in Österreich eine TTIP-Aufklärungstour unternimmt. Laut Michael Dolan, Spezialist für "fairen Handel" in der US-Gewerkschaft Teamsters, müsse sich die EU auf Job-Verluste durch das Handelsabkommen einstellen.

Er verweist dabei auf die Erfahrungen, die in den USA mit dem Freihandelsabkommen mit Mexiko und Kanada (NAFTA) gemacht wurden, nämlich den Verlust "von hundertausenden Jobs in 20 Jahren". Dass bei NAFTA das Gegenteil dessen eintrat, was man seinerzeit der Öffentlichkeit und den Arbeitnehmern versprach - dass eben vor allem Konzerne von dem Handelsabkommen profitierten - macht sich in den Diskussionen in den USA deutlich bemerkbar: (Widerstand gegen das Pazifische Freihandelsabkommen (TPP)).

mehr:
- TTIP: "Verlust von Arbeitsplätzen" (Thomas Pany, Telepolis, 21.09.2015)

Die Gerechtigkeit der Eliten

Warum wächst die Ungleichheit? Vielleicht, weil Eliten Ressourcen eher mit Blick auf Effizienz als auf Gerechtigkeit verteilen
Es ist ein uraltes Problem: Wenn ohne göttlichen Beistand zehn Brote an 1000 Menschen zu verteilen sind, existieren zwei Lösungswege, die unterschiedlicher nicht sein können. Erstens: zehn Menschen bekommen je ein Brot, werden satt und überleben. 990 Menschen sterben. Das ist ungerecht, aber effizient. Zweitens: Wir verteilen an alle 1000 Menschen je ein winziges Brot-Scheibchen. Niemand wird satt, alle sterben. Die zweifellos gerechtere Lösung, aber effizient ist sie nicht, wenn das Überleben der Menschheit als Maßstab dient.

Während in diesem Extremfall vielleicht die meisten Menschen zu Lösung 1 tendieren, bietet der Alltag in einer modernen Gesellschaft selten derartige klare Fälle. Es kann zum Beispiel effizienter sein, zehn Menschen über teure Stipendien mit allerbester Bildung zu versorgen als 100 Menschen mit durchschnittlicher statt schlechter Grundschulbildung. Das ist vielleicht dann der Fall, wenn man als Effizienz-Maßstab die Summe der künftigen Monatsgehälter wählt. Eine solche Entscheidung erhöht also zwar den Gesamt-Reichtum der Gesellschaft erhöhen, bringt aber nebenbei noch eine unangenehme Nebenwirkung mit sich: Die Ungleichheit wächst, ein gewisser Grad an Gleichheit ist aber der Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält.

Wer entscheidet über die Art und Weise, in der Ressourcen verteilt werden? Es sind in der Regel die Eliten einer Gesellschaft, selbst und gerade in den hochentwickelten westlichen Demokratien. Es ist a priori kein Nachteil, wenn jemand Entscheidungen trifft, der sich in der zu entscheidenden Sache sehr gut auskennt. Ein Problem ergibt sich allerdings dann, wenn in dieser Gruppe bestimmte Haltungen besonders ausgeprägt sind.

mehr:
- Die Gerechtigkeit der Eliten (Matthias Matting, 22.09.2015)

Michael Sandel - Die Grenzen des Marktes (Sternstunde Philosophie, 11.8.2013) [58:10]

Veröffentlicht am 03.01.2014
Geld regiert die Welt - und doch ist auch den Marktoptimisten klar, dass der Markt Grenzen braucht. Wer darf wo die Grenzen ziehen? Barbara Bleisch diskutiert mit dem in Harvard lehrenden Philosophen Michael Sandel, was für Geld nicht zu haben sein sollte und was Gerechtigkeit von Menschen verlangt. 

Homepage Sternstunde Philosophie: http://www.srf.ch/sendungen/sternstun...
Mehr Kultur: http://www.srf.ch/kultur
Quarks & co - Soziale Gerechtigkeit [43:56]

Veröffentlicht am 17.06.2012
Sendung vom 12.04.11

Belkin vergisst PGP-Schlüssel in Lichtschalter-Firmware

Ein Lichtschalter mit Linux-Firmware. Praktisch, dachte sich Linux-Kernelentwickler Matthew Garrett und warf einen Blick auf die Software. Was er fand, überraschte ihn allerdings sehr: Den PGP-Key, mit dem Belkin seine Firmware unterschreibt.
mehr:
- Belkin vergisst PGP-Schlüssel in Lichtschalter-Firmware (heise Security, 25.09.2015)

siehe auch:
- FBI warnt vor Risiken des Internet der Dinge (Florian Rötzer, Telepolis, 26.09.2015) 
"Bösartige Cyberakteure" können die schnell wachsende Zahl der mit dem Internet verbundenen "smarten" Geräte und Objekte hacken

Belkin WeMo: Lichtschalter über Android und iOS bedienen [0:25]

Veröffentlicht am 15.01.2013
Belkin hat mit dem WeMo Lichtschalter ein Gerät vorgestellt, das sich über das Smartphone bedienen lässt, wenn man zu faul ist, um selbst aufzustehen. Man kann auch einen Zeitplan erstellen und den Status einsehen. Wie viel der Spaß kostet, ist noch nicht bekannt.
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Petersburger Dialog – Wir müssen reden!

Nach der Absage im vergangenen Jahr findet erstmals wieder der Petersburger Dialog statt. Die Pause wurde vom neuen Vorsitzenden Ronald Pofalla für eine Reform genutzt.

Im alten Potsdamer Kaiserbahnhof wurde einst Zar Nikolaus II. feierlich empfangen. Am gleichen Ort treffen sich am 22. und 23. Oktober bis zu 200 Deutsche und Russen zum Petersburger Dialog. Es ist die erste Tagung des Gesprächsforums seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine

Im vergangenen Oktober war ein in Sotschi geplanter Petersburger Dialog kurzfristig abgesagt worden – auf Wunsch der Deutschen. Zuvor hatten Vertreter mehrerer Organisationen erklärt, angesichts der Krise in der Ukraine und des wachsenden Drucks auf die russische Zivilgesellschaft nicht nach Sotschi zu fahren. Außerdem forderten sie eine Reform des Gesprächsforums.

Der nun begonnene Reformprozess ist auch ein Ergebnis seltener schwarz-grüner Einigkeit. Der mittlerweile verstorbene Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff und die Grünen-Bundestagsabgeordnete Marieluise Beck, die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung und die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung hatten die Reform in einem Eckpunktepapier angemahnt. Unterstützung erhielten die Kritiker aus dem Kanzleramt. Nach einem Telefonat von Kanzlerin Angela Merkel mit Russlands Präsident Wladimir Putin wurde die Veranstaltung in Sotschi "verschoben".
mehr:
- Petersburger Dialog: Wir müssen reden! (Claudia von Salzen, ZEIT Online, 22.09.2015)

Matthias Platzeck zum Petersburger Dialog und zur Krim-Krise [21:29]

Veröffentlicht am 24.04.2014
Matthias Platzeck, der neue Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, zum Petersburger Dialog und zur Krim-Krise

siehe auch:
- Wie Pofalla die Beziehung zu Russland retten soll (Robin Alexander, Die Welt, 22.03.2015)
- Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla übernimmt Petersburger Dialog (SPON, 13.03.2015)
- Pofalla bleibt Vorsitzender des Forums Petersburger Dialog (Politik & Kommunikation, 14.09.2015)

Samstag, 26. September 2015

Fritz Wunderlich (*26.09.1930, Kusel) wäre heute 85 Jahre alt geworden

- Fritz-Wunderlich-Weg (Gemeinde Freisen)
Musik und Wege verbinden. So wurde auch der Name des berühmten, aber heimatverbunden gebliebenen Sängers Fritz-Wunderlich für den die Gemeinde Freisen im Saarland und die Stadt Kusel in Rheinland-Pfalz verbindenden Rad- und Wanderweg gewählt.

Kammersänger Fritz Wunderlich wurde am 26.09.1930 in dem pfälzischen Städtchen Kusel geboren. Er studierte an der Musikhochschule Freiburg Gesang und Waldhorn. Knapp 7 Jahre hat die Weltkarriere Fritz Wunderlichs gedauert. In dieser Zeit hat er sich auf vielen Bühnen in ganz Europa und in Übersee einen großen Namen gemacht. Man nannte ihn den besten Mozarttenor unserer Tage. 9 Tage vor seinem sechsunddreißigsten Geburtstag am 17.09.1966 beendete ein tragischer Unfall das Leben und die Weltkarriere von Fritz-Wunderlich.


- Fritz Wunderlich (Wikipedia)
- "Nimm Dich in acht, Junge!" (Wiener Zeitung, 27.08.1999)
Fritz Wunderlich und Anneliese Rothenberger beim Bühnenausgang, fleißig werden sämtliche Autogrammwünsche erfüllt. Fritz Wunderlich aber setzt an diesem Abend, was er noch nie zuvor getan hat, ein "in memoriam" vor seinen Namenszug. Wieder eine dieser Drolerien, die für den Herrn Kammersänger so typisch sind?

Drei Wochen später ist Fritz Wunderlich tot. Und sogleich kommen Spekulationen auf, es sei vielleicht doch mehr gewesen als nur ein makabrer Scherz · am Ende gar Vorahnung des Kommenden?


- Plittersdorfer sammelt alles über Tenor Fritz Wunderlich (Bettina Köhl, Bonn/Bad Godesberger Generalanzeiger, 05.03.2014)
Fritz Wunderlich war wohl auch deshalb so erfolgreich, weil sich bei ihm Talent und Ehrgeiz mit einer unbändigen Energie und Lebenslust verbanden. Jordan zeigt ein Foto, aufgenommen beim Stuttgarter Opernball 1956, wo Wunderlich den Trompeter Louis Armstrong parodierte. Ein weiterer Schatz stammt aus der Zeit unmittelbar vor dem plötzlichen Tod des Sängers. Mit Kollegen wartete er auf den Rückflug von einem Konzert in Glasgow am Flughafen, der Start wurde verschoben, die Damen froren. In einem Fotoautomaten schnitt Wunderlich Grimassen und verteilte die Bilder zur allgemeinen Erheiterung. Werner Jordan besitzt eine Kopie. "Er war ein heiterer Mensch. Diese Leichtigkeit hört man auch in seiner Musik", findet der Godesberger.

Es sind die Zufallsfunde, die den Sammler besonders begeistern. Zum Beispiel, dass Wunderlich eine Platte unter dem Pseudonym Werner S. Braun eingespielt hat, weil er gerade den Verleger wechselte, oder dass er 1963 in Lausanne mit der damals noch unbekannten Montserrat Caballé in drei Aufführungen der Zauberflöte gesungen hat.
EINE DOKUMENTATION ÜBER DEN DEUTSCHEN SÄNGER FRITZ WUNDERLICH [43:33]

Veröffentlicht am 13.06.2014
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- Fritz Wunderlich neu abgemischt (Alexander Dick, Badische Zeitung, 27.09.2015)
- Fritz Wunderlich – Leben und Legende (Musik heute, 06.08.2013)
- Vor 75 Jahren: Fritz Wunderlich in Kusel geboren (Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde)
- Fritz Wunderlich – ein unvergesslicher Mozart-Sänger (Sr 2 Kulturradio, 27.09.2015)
- Zum 80. Geburtstag: Wunderlich lebt! (Mirko Weber, ZEIT Online, 30.09.2010)

Fritz Wunderlich singt"Nessun Dorma" [3:15]

Veröffentlicht am 09.07.2014
Arie des Kalaf aus"Turandot" Fritz Wunderlich singt die Arie in deutscher Sprache "Keiner schlafe" G.Puccini.
Auf dem Bild ist Fritz Wunderlich 5 Jh.


Heute vor 72 Jahren – 26. September 1943: Katholische Kirche protestiert gegen »Euthanasie«

Das finsterste Kapitel deutscher Medizingeschichte 

»Tötung ist in sich schlecht, auch wenn sie angeblich im Interesse des Gemeinwohls verübt wurde: an schuld- und wehrlosen Geistesschwachen und -kranken, an unheilbar Siechen und tödlich Verletzten, an erblich Belasteten und lebensuntüchtigen Neugeborenen ... « Mit diesen deutlichen Worten eines Hirtenbriefs der deutschen Bischöfe, der am 26. September 1943 in den Gottesdiensten verlesen wurde, protestierte die katholische Kirche ein weiteres Mal gegen die Euthanasiemorde im nationalsozialistischen Deutschland. 

Mit Begriffen wie »lebensunwertes Leben«, »Euthanasie« oder »Aktion Gnadentod« kaschierten die Nationalsozialisten den Mord an etwa 200000 behinderten, wehrlosen Menschen. Dem ersten großen Akt des monströsen Verbrechens unter dem Codenamen »Aktion T4«, das von zahlreichen Medizinern unterstützt und vorangetrieben wurde, fielen bis 1941 über 70000 geistig kranke und behinderte Menschen zum Opfer. Sie wurden in zentralen Tötungsanstalten mit Giftgas umgebracht, starben an todbringenden Medikamenten oder man ließ sie schlicht verhungern. Als sich 1941 in der Bevölkerung Protest gegen die »Euthanasie« erhob, den die Kirchen am deutlichsten artikulierten, trieb man den Mord im Verborgenen und dezentral weiter, vornehmlich an Kindern. 

Was am 26. September noch geschah: 
1905: Albert Einstein veröffentlicht seine Relativitätstheorie. 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2015 

siehe auch:
- 26. September 1943 – Kirche protestiert gegen Euthanasie  (n24, 21.09.2012)

Widerstand - Kampf gegen Hitler, Teil 3: Gott und die Nazis [28:28]

Veröffentlicht am 10.06.2014
Anpassung oder Widerstand? Thema ist die Rolle der christlichen Kirchen im Nationalsozialismus. Wie standen die Kirchen zu den Judenverfolgungen und Euthanasie? Welche Priester, welche Bischöfe leisteten Widerstand? Das Reichskonkordat zwischen katholischer Kirche und Deutschem Reich ist ebenso Thema wie die Inhaftierung und Ermordung von Geistlichen. Die interviewten Zeitzeugen sind: Michael Höck und Hans Werners, katholische Priester. Eberhard Bethge, ev. Theologe und Freund von Dietrich Bonhoeffer (1945 hingerichtet); Martin Niemöller, ev. Theologe (Aufnahmen von 1984); Paula Sarach, im KZ inhaftiert wegen kritischer Äußerung zur Euthanasie in Hadamar.
Völkischer Staat, Fronleichnamsprozession München, Parteimitglieder der NSDAP vor 1933 werden in der Kirche nicht geduldet, ketzerische Irrungen, Adolf Wagner, Michael Höck, Vatikan, Kardinal Bertram
00:04:42 Schweigen der Bischöfe zu den ersten antisemitischen Übergriffen, Angst, dass es auch ein Kampf gegen die Katholiken werden könnten, Hans Werners, Konkordat, Massentrauungen, Hochzeit, Segen der Kirche
00:06:35 in der evangelischen Kirche antisemitische Gruppierung, deutsche Christen, sollen Macht in der Kirche übernehmen, Gleichschaltung, Martin Niemöller, Pfarrernotbund
00:07:48 Entlassung von geistlichen jüdischer Abstammung, Dietrich Bonhoeffer, Eberhard Bethge, pompöse Selbstinszenierung, der deutsche Episkopat
Hans Werners, Zerstörung von Synagogen, Bernhard Lichtenberg, Hans von Dohnanyi, Hans Oster
00:21:19 Paula Sarach, deutsche Heilanstalten, Geisteskranke, Euthanasieprogramm, befehl zum Massenmord, NS-Tötungsanstalt Hadamar, Kardinal Clemens August von Galen, Predikten, Regimegegner,
00:24:58 Konrad von Preysing, Berlin, schärfster Kritiker, St. Hedwig

Ich wäre so gerne heimgekommen - NS-Euthanasie - DOKU, ARD 2015 (Komplett) [29:34]

Veröffentlicht am 25.08.2015
Ich wäre so gerne heimgekommen
- NS-Euthanasie -
Dokumentation, ARD 20.07.2015.
Ca. 30 Min.

Clemens August von Galen -- Der Löwe von Münster [7:38]

Hochgeladen am 01.01.2011
Das Leben und Wirken von Kardinal Clemens August von Galen -- dem Löwen von Münster -- in Bildern und Filmsequenzen zusammengestellt von © Hans-Jürgen Schmitz, Kevelar 2007
Clemens August von Galen (1878-1946) gilt als Symbolfigur des katholischen Widerstands gegen das »Dritte Reich«. Als Bischof von Münster ließ er sich »weder durch Lob noch Furcht« davon abhalten, unbeirrt auf die Rechte und die Freiheit der Kirche zu pochen und gegen die Verfolgung Unschuldiger durch das NS-Regime die Stimme zu erheben. Seine Predigten vom Sommer 1941 gingen um die Welt und veranlassten die Nazis, die Ermordung von Behinderten zu stoppen.
Seinen Beinamen »Löwe von Münster« erhielt er wegen seines furchtlosen Kampfes für die Achtung der bedrohten Würde jedes menschlichen Lebens.
Clemens August von Galen wurde 1946 zum Kardinal erhoben und 2005 seliggesprochen.
Weitere Informationen über den Löwen von Münster unter
http://www.wie-ein-loewe.de
oder
http://www.facebook.com/pages/Clemens...
 
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Heute vor 32 Jahren – 26. September 1983: Stanislaw Petrow verhindert den 3. Weltkrieg

1983 stand die Welt kurz vor dem Ausbruch des Dritten Weltkriegs 

Telepolis veröffentlicht einen Auszug aus dem Buch "Stanislaw Petrow: Der Mann, der den dritten Weltkrieg verhinderte" von Ingeborg Jacobs (Westend Verlag). Die Autorin und Filmemacherin schildert darin eine der dramatischsten Situationen des Kalten Kriegs und fragt: Wer war dieser Mann, der die Welt rettete? In welchem historischen Kontext geschah dies? Was bedeutet das für heute, was können wir daraus lernen? Und wer rettet uns das nächste Mal, denn ein neuer Kalter Krieg ist nicht ausgeschlossen?

Als es um null Uhr fünfzehn plötzlich ernst wurde, befand sich Stanislaw Petrow in dem riesigen Kontrollraum, der sich in einem Bunker befand und das Herz des Kommandozentrums ausmachte, an seinem Pult. Es stand in einer Ecke, davor eine schräg gestellte Glasscheibe, die bis zur Decke reichte. Etwas tiefer verschiedene Pulte, an denen die einlaufenden Informationen verarbeitet wurden. Eine senkrechte Tafel zeigte den Zustand der sowjetischen Frühwarnsatelliten an. Dann gab es noch ein paar Karten: eine für die operative Aufklärung, deren Zentrum der Nordpol war. Symmetrisch dazu lagen die Vereinigten Staaten und die UdSSR. Eine weitere Karte mit den Meridianen und Breitenkreisen. Außerdem eine Karte der USA, auf der kleine Fenster anzeigten, wo sich welcher Raketenstützpunkt befindet.

"Wir wussten damals, die USA hatten genau tausend Raketen, die sich auf sechs Raketenbasen befanden, die wir als kleine Fenster markiert hatten", erklärt Petrow. "Genau tausend Interkontinentalraketen vom Typ Minuteman hatten sie und noch ein paar Titanraketen. Einige waren allerdings nicht einsatzbereit."

Wo sich die sowjetischen Atomraketensilos befanden, wusste Stanislaw Petrow hingegen nicht. Er war bestens über die Stationierungsorte des Gegners informiert, behauptet aber, keine Daten zu den Abschusspositionen der eigenen Raketen gehabt zu haben. Eine wenig glaubwürdige Aussage, da sich die Silos der für die Verteidigung Moskaus vorgesehenen S-25-Berkut-Raketen quasi neben dem Gelände des Frühwarnsystems Serpuchow-15 befanden.

"Zu viel über die eigenen Waffen zu wissen war in der Sowjetunion nicht üblich", erklärt Stanislaw Petrow. "Bei uns reichte es stets aus, das zu wissen, was für die eigene Arbeit wichtig war. Es gab nur eins, was jeder wissen musste: dass er sich nur um das zu kümmern hatte, was ihn persönlich anging. Ich habe das auch immer so gehalten, denn ich musste ziemlich viel im Kopf haben, Zahlen und Fakten für die Analyse unseres Systems. Ich wusste das auswendig, damit ich bei der Arbeit keine Dokumente zu Rate ziehen musste. Wir standen ja immer unter Zeitdruck, wenn es darum ging, die Meldungen des Systems zu beurteilen. Deshalb habe ich auch jede überflüssige Information gleich wieder vergessen."

Die wichtigsten Informationen über die sowjetischen Raketen hatte Petrow aus Büchern und aus Zeitschriften. Außerdem hatte er an den verschiedenen Orten, an denen er stationiert war, auf den Testgeländen oft miterlebt, wie die sowjetischen Raketen starteten. Die Männer, die im Kontrollzentrum arbeiteten, hatten in den vergangenen Jahren unzählige Trainingseinheiten hinter sich gebracht. Theoretisch wussten sie, wie es sein würde, wenn es einen echten Alarm geben würde. Wenn eintreten würde, womit sie stets rechneten, worauf die politische Führung des Landes wartete, wovor die Zeitungen so oft warnten: ein Atomraketenangriff von US-amerikanischer Seite auf ihre Heimat, die Sowjetunion. Die Männer kannten alle Abläufe, hatten sie so lange geübt, bis sie sie automatisiert und verinnerlicht hatten.

Doch dann trat dieses Ereignis, auf das Stanislaw und seine Männer immer gewartet hatten, vollkommen überraschend ein. Alles war ruhig und friedlich. Und plötzlich heulte schrill die Sirene auf. Auf der Tafel vor den Männern leuchtete in roten Buchstaben das Wort "Start". Ein Raketenstart von einer amerikanischen Abschussbasis war erfolgt.

mehr:
"Um Haaresbreite" (Markus Kompa, Telepolis, 10.11.2015)

siehe auch:
Stanislaw Petrow – der Mann, der den Atomkrieg verhinderte (Ingeburg Jacobs, Telepolis, 02.11.2015)
Weiterer Fall eines Beinahe-Atomkriegs aus Versehen während der Kubakrise (Markus Kompa, Telepolis, 29.10.2015)
- Geheimdokumente zu Nato-Manöver: So nah kam die Welt 1983 einem Atomkrieg (SPON, 03.11.2013)
- Stanislaw Petrow und das Geheimnis des roten Knopfs (Markus Kompa, Telepolis, 20.06.2009)
- Am Rande des Atomkriegs (Ralf Geißler, Deutschlandfunk, 26.09.2008)

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Am 26. September 1983 war Oberstleutnant Stanislaw Petrow diensthabender Offizier im Serpuchow-15-Bunker (ungefähr 50 Kilometer südlich von Moskau). Seine Aufgabe bestand in der computer- und satellitengestützten Überwachung des Luftraumes. Im Fall eines nuklearen Angriffes auf die UdSSR sah die Strategie einen mit allen Mitteln geführten sofortigen nuklearen Gegenschlag vor.
Kurz nach Mitternacht meldete der Computer eine auf die Sowjetunion anfliegende US-amerikanische Atomrakete. Petrow schlussfolgerte die Unwahrscheinlichkeit eines mit einer einzelnen Rakete durchgeführten Erstschlages, da der massive Gegenschlag die totale Auslöschung des Aggressors bedeuten würde. Zusätzlich war die Verlässlichkeit des Satellitensystems (Kosmos 1382)[1] zuvor mehrfach in Frage gestellt worden. Auf Satellitenaufnahmen der US-Militärbasis konnte Petrow keine Rakete erkennen. Da die Basis jedoch zu dem Zeitpunkt genau auf der Tag-Nacht-Grenze lag, hatten die Bilder nur eingeschränkte Aussagekraft. Petrow meldete der Militärführung einen Fehlalarm.[3] Kurze Zeit später meldete das Computersystem eine zweite, dritte, vierte und fünfte abgefeuerte Rakete. Da das Satellitensystem letztlich keine weiteren Raketen meldete, ging Petrow bei seiner Einschätzung weiterhin von einem Fehlalarm aus, da ein tatsächlicher Atomschlag seiner Ansicht nach mit deutlich mehr Waffen hätte stattfinden müssen. Dabei standen ihm keine anderen Daten zur Verfügung, um seine Einstufung im maßgeblichen Zeitraum überprüfen zu können. Das landgestützte sowjetische Radar konnte keine zusätzlichen Daten liefern, da dessen Reichweite dafür zu kurz war.
Petrow stand während dieser Entscheidungsphase unter erheblichem Druck: Einerseits würde eine Weiterleitung von fehlerhaften Satellitendaten (Fehlwarnung) zu einem sowjetischen Atomschlag führen. Andererseits würden im Falle eines tatsächlichen US-amerikanischen Angriffs umgehend dutzende nukleare Sprengköpfe auf sowjetisches Territorium niedergehen und seine Einstufung der Satellitenwarnung als Falschmeldung eine gravierende Einschränkung der sowjetischen Handlungsoptionen bedeuten. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Sowjetunion damals eine dezentral organisierte Zweitschlagfähigkeit als Gegenmaßnahme gegen Enthauptungsstrategien erst teilweise aufgebaut hatte.
Am Morgen stellte sich heraus, dass Petrows Einschätzungen richtig waren – das satellitengestützte sowjetische Frühwarnsystem hatte Sonnenreflexionen auf Wolken in der Nähe der Malmstrom Air Force Base in Montana, wo auch US-amerikanische Interkontinentalraketenstationiert waren, als Raketenstarts fehlinterpretiert.
Auch wenn den Befehl zum Gegenschlag letztlich noch das sowjetische Oberkommando und die Staatsführung hätten geben müssen, hatte Petrow durch sein Verhalten die hierarchische Kettenreaktion bis zu einem möglichen Nuklearkrieg rechtzeitig unterbrochen. [Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow, Der Vorfall, Wikipedia]

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siehe folgendes Video ab 6:00 
ZDF-Dokumentation Deutsch Die heißesten Momente des kalten Krieges Teil 3 [14:19]

Veröffentlicht am 27.03.2013
Erst Tage später stellte sich heraus, dass die Software des Spionagesatelliten fehlerhaft funktioniert hatte. Reflektionen von Sonnenstrahlen hatte das System fälschlicherweise als Startblitze von Raketen interpretiert. Von seinen Vorgesetzen wurde Petrow getadelt, weil er die vorgegeben Befehlsketten unterbrochen hatte. Doch tatsächlich verhinderte seine Courage wohl eine unkontrollierbare Eskalation des Kalten Krieges. "Für uns ist er ein Held", erklärt CIA-Chefhistoriker Benjamin Fisher gegenüber dem ZDF. Stanislaw Petrow lebt heute in Moskau und bezieht eine bescheidene Rente.

Der Mann, der die Welt rettete (The Man Who Saved the World) [1:45:19]

Veröffentlicht am 25.12.2015
Regie: Peter Anthony

Mit: Stanislaw Petrow. Kevin Costner, Robert De Niro, Matt Damon
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Freitag, 25. September 2015

Abgas-Manipulation bei VW: Wie blöde muß man sein?!

Die wichtigsten Geistesgifte (oder auch »Wurzeln des Unheilsamen«), sagt der Buddhismus, sind Gier, Haß und Verblendung. VW gleicht einer psychisch gestörten Person, die einen Bumerang wirft, dies sofort vergißt und völlig erschrocken zusammenzuckt, wenn sie den im Kreis fliegenden Bumerang an den Kopf bekommt.

- Marshmallow-Test reloaded – Unsere Willenskraft bleibt lebenslang gleich (Daniel Rettig, Alltagsforschung, 31.08.2011)
In den Sechzigerjahren besuchte der Walter Mischel eine Vorschule in Stanford. Im Rahmen eines heute legendären Experiments machte er den vierjährigen Kindern ein verlockendes Angebot: Mischel gab jedem ein Marshmallow, eine vor allem in den USA beliebte Süßigkeit aus weißem Zuckerschaum. Die Kinder hatten die Wahl: Sie konnten den Marshmallow entweder sofort verputzen oder warten, bis der Versuchsleiter wiederkommen würde – dann sollten sie zur Belohnung ein zweites Marshmallow erhalten.
Einige Kinder konnten der Versuchung nicht widerstehen und griffen sofort zu; andere warteten artig unter Aufbietung all ihrer physischen und psychischen Kräfte, vermieden es aber, herzhaft hineinzubeißen – und bekamen am Ende den doppelten Lohn. Etwa 14 Jahre später suchte Mischel dieselben Schüler erneut auf. Und siehe da: Der Marshmallow-Test hatte erstaunliche Vorhersagekraft.
Kinder, die damals hatten warten können, waren inzwischen zu selbstbewussten, empathischen Persönlichkeiten gereift. Sie konnten mit Rückschlägen gut umgehen und waren in der Lage, eine Belohnung aufzuschieben, wenn es sie dafür ihren Zielen näherbrachte. Die Sofortesser hingegen waren emotional instabiler, wechselhaft, weniger entschlossen und hatten in der Schule sogar schlechtere Noten – und das völlig unabhängig von ihrer Intelligenz.
Offenbar ist die Fähigkeit zum Gratifikationsaufschub, wie der Belohnungsverzicht in der Fachsprache auch genannt wird, nicht nur ein Indiz für Willensstärke – sondern auch eine Erfolgseigenschaft. Und zwar eine, die sich im Laufe des späteren Lebens nicht mehr verändert. So lautet das Fazit einer neuen, faszinierenden Studie (.pdf).

Vierzig Jahre später:
[…] Tatsächlich konnten die Psychologen 59 Personen gewinnen, die damals den Marshmallow-Test abgelegt hatten – vor über 40 Jahren!

Wieder testeten die Psychologen in mehreren Experimenten die Willensstarke der Teilnehmer. Diesmal allerdings nicht mit Süßigkeiten, denn die Testpersonen waren mittlerweile ja schon über 40 Jahre alt. Stattdessen setzten sie sich vor einen Monitor, auf dem verschiedene Gesichter gezeigt wurden.

Manche schauten glücklich, andere traurig, wieder andere blickten neutral drein. Die Herausforderung bestand nun darin, immer dann einen Knopf zu drücken, wenn ein fröhliches Gesicht auftauchte. Das Kalkül der Forscher: Menschen fühlen sich tendenziell stärker zu freundlicher Mimik hingezogen. Mit anderen Worten: Die Aufgabe erforderte zumindest ein gewisses Maß an Disziplin.

Ein Kinderspiel? Von wegen. Einige der Probanden taten sich dabei wesentlich schwerer als andere. Sie drückten bisweilen sogar den Knopf, selbst wenn das Antlitz auf dem Bildschirm nicht lächelte. Ahnen Sie es schon? Richtig geraten: Am meisten Schwierigkeiten hatten diejenigen Teilnehmer, die im Marshmallow-Test vor 40 Jahren gleich die erste Süßigkeit gemampft hatten, anstatt auf die zweite zu warten. 26 der Teilnehmer unterzogen sich danach noch einem Hirnscan. Dabei entdeckten Casey und Co. Unterschiede in den Hirnstrukturen, die mit Belohnungen zu tun haben.

Was lernen wir daraus? Um Regeln einhalten zu können, muß man dazu in der Lage sein, auf kurzfristige Bedürfnisbefriedigung verzichten zu können. Ich bezweifle, daß Aktiengesellschaften dazu in der Lage sind.
siehe dazu:
- Mehr Jobs,weniger Rendite (Post, 20.09.2007)

- Manipulation : Alles Wichtige zum Abgas-Skandal bei VW (ZEIT Online, 21.09.2015)
Rund elf Millionen Diesel-Fahrzeuge sind mit der Software ausgestattet, die Abgasmessungen beschönigt. VW-Chef Martin Winterkorn ist zurückgetreten. Ein Überblick

Wie wenig vorausschauend müssen Menschen zu handeln imstande sein, wenn sie über eine halbe Million Autos mit einer manipulierten Software versehen und glauben, daß dies nicht innerhalb einer absehbaren Zeitraums ans Licht kommt. Wie wenig verantwortungsvoll müssen Menschen strukturiert sein, wenn sie zum Zeitpunkt ihrer Regelübertretung nicht über die Folgen ihres Tuns für die von ihnen Abhängigen nachdenken?

Werden Regelübertretungen zur Regel, weil die Strafen für systemrelevante Organisationen so gravierend sind, daß das System nicht an Sanktionen interessiert sein kann? 

Und wird die Systematmosphäre nicht gerade dadurch Kriminalitäts-fördernd?

- VW-Krise erfasst Braunschweiger Politik (Henning Noske, Braunschweiger Zeitung, 23.09.2015)
Braunschweig Die aktuellen Haushaltsplanungen haben keine Grundlage mehr. Oberbürgermeister Markurth stoppt die Haushaltsberatungen.

Es ist ein Paukenschlag und ein Rückschlag. Die schwere Krise um Volkswagen hat auch die Braunschweiger Politik erreicht – und dürfte wegen des drohenden Ausfalls von Gewerbesteuerzahlungen erhebliche Konsequenzen für den Haushalt der Stadt haben.


Was geschieht mit einer Gesellschaft, die immer häufiger Regelverletzungen in der herrschenden Elite wahrnimmt?

Wo werden hier unsere Werte verteidigt?

- Wozu hat Volkswagen eigentlich einen Aufsichtsrat? (ScienceFiles, 23.09.2015)

Donnerstag, 24. September 2015

Wahnsinns-Programme des IWF: Stabilisieren, Deregulieren, Liberalisieren, Privatisieren

Die Aufgabe des Internationalen Währungsfonds (IWF) bestand nach seiner Gründung in den Vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zunächst darin, den US-Dollar als neue globale Leitwährung zu stabilisieren. Nach der Auflösung des Bretton-Woods-Systems in den Siebziger Jahren übernahm er weltweit die Rolle des Kreditgebers letzter Instanz. Seit dem Ausbruch der Eurokrise ist er vor allem als Mitglied der Troika und Verfechter der Austeritätspolitik in Erscheinung getreten.

Wichtigstes Mittel zur Durchsetzung seiner Politik sind seit Beginn der Achtziger Jahre die Strukturanpassungsprogramme mit den Schwerpunkten Stabilisierung, Deregulierung, Liberalisierung und Privatisierung. Obwohl diese Maßnahmen die Armut, den Hunger und den Analphabetismus gefördert und die soziale Ungleichheit rund um den Globus verschärft haben, glauben viele Menschen in den Industriestaaten immer noch, dass ihre Durchsetzung rechtmäßig, notwendig und die damit verbundenen Entbehrungen für die Menschen in den betroffenen Ländern unvermeidlich seien.
mehr:
- Stabilisieren, Deregulieren, Liberalisieren, Privatisieren (Ernst Wolff, Telepolis, 23.09.2015)

Mit offenen Karten 2011 04 02 Der Internationale Währungsfonds {12:14}


Am 20.10.2013 veröffentlicht 
berni detti

IWF - Was ist der IWF ? [9:59]

Am 29.03.2012 veröffentlicht
HJ J
Der internationale Währungsfonds, eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, war ursprünglich dazu gedacht, die Wirtschaftsbeziehungen der Mitgliedsländer durch stabile Wechselkurse zu sichern. Mehr und Mehr ging man aber dazu über als Geldgeber aufzutreten und Staaten, die in wirtschaftliche Schieflagen geraten sind mit Darlehn zu versorgen.
Die Art wie dies geschieht stößt häufig auf Kritik.... Das Video zeigt warum!

Diether Dehm, MdB: Kriminelle Politik des IWF - Internationale Währungsfonds {3:23}

Veröffentlicht am 18.06.2015
Joseph E. Stiglitz (Joseph Eugene „Joe“ Stiglitz; * 9. Februar 1943 in GaryIndiana) ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der Columbia University. Er war von 1997 bis 2000 Chefökonom der Weltbank und von 2011 bis 2014 Präsident der International Economic Association. Stiglitz ist ein Vertreter des Neukeynesianismus[1] und erhielt 2001 für seine Arbeiten über das Verhältnis von Information und Märkten zusammen mit George A. Akerlof und Michael Spence den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften. […]
In dem Buch (Die Schatten der Globalisierung) widmet sich Stiglitz vor allem den ökonomischen Aspekten der Globalisierung und erst im abschließenden Kapitel ihren zentralen politischen Aspekten. Er stellt eine Liste der „wichtigsten Elemente eines Reformpakets auf“.[16]
  • Die Hauptforderung von Stiglitz ist eine Stimmrechtsänderung beim Internationalen Währungsfonds und der Weltbank, da die Entwicklungsländer unterrepräsentiert seien und die USA beim IWF als einziges Mitglied faktisch ein Vetorecht hätten. Außerdem muss die Repräsentation verändert werden, damit nicht nur die Finanz- und Handelsminister die Entscheidungen in den Gremien bestimmten. Zudem müssen bei Verhandlungen Vertreter „der am wenigsten entwickelten Länder, der kleinen Agrarexporteure und so weiter“[17] vertreten sein.
  • Eine weitere Forderung ist die Reformierung des Systems der Weltwährungsreserven, das mit seiner Fokussierung auf den US-Dollar in Form der Schatzwechsel (t-bills) zum Scheitern verurteilt sei. Die zunehmende Verschuldung werde dazu führen, dass der US-Dollar seine Funktion als Weltreservewährung auf Dauer verlieren muss. Andere Währungen, wahrscheinlich der Euro, würden diese Funktion ersetzen, das Problem des Konsumdefizites damit aber immer nur bis zum eigenen Zusammenbruch lösen.
  • Der Hebel dieser Problematik sei die „Unwiderstehlichkeit günstiger Kredite für Politiker“ in Form von Schatzbriefen. Die Lösung bestehe in der Einführung eines „Weltdollars“, der von einer „Institution unter der Federführung der Staatengemeinschaft“ nach sozialen Maßstäben ausgegeben werden müsse. „Diese eine Initiative könnte mehr als jede andere dazu beitragen, die Globalisierung zu einer echten Erfolgsgeschichte zu machen.“[18] Einen ähnlichen Gedankengang findet man, wie Stiglitz anmerkt, auch schon bei John Maynard Keynes.[19]
  • Auch die Arbeitsweise der internationalen Institutionen müsse verbessert werden. Er fordert unter anderem mehr Offenheit, da diese „Institutionen weniger transparent sind als die demokratischen Regierungen ihrer Mitgliedstaaten.“[20]
  • Weitere Forderungen sind „verbesserte Regeln für die Lösung von Interessenkonflikten“, „breitere Mitspracherechte“, den „Ausbau der Fähigkeit von Entwicklungsländern zur echten Teilhabe an der Entscheidungsfindung“ und den „Ausbau der Rechenschaftspflicht“[20] der internationalen Institutionen. Er kritisiert hier, dass zwar evaluiert wird, dies aber von Mitarbeitern des IWF oder der Weltbank durchgeführt wird. „Diese Aufgabe sollte vielmehr den Vereinten Nationen übertragen werden.“[21] Des Weiteren fordert Stiglitz ein unabhängiges globales Gericht und eine bessere Durchsetzung internationaler Rechtsnormen.[Joseph E. Stiglitz, Wikipedia]

Prof. Bernd Senf über Weltbank und IWF [11:58]

Hochgeladen am 15.09.2011
(ab 7:30:) »Da müßte doch irgendwann mal die Frage auftauchen, ob da was verkehrt gelaufen ist. Aber der IWF hat sich […] völlig immunisiert gegen jedwede Form von Kritik. Die Experten haben sich nur noch untereinander bewegt und haben nie was kennengelernt von den tatsächlichen sozialen Verhältnissen in den Ländern der Dritten Welt. […] Und der Stiglitz [folgendes Video] stellt sich die Frage: Haben die alle das nicht gewußt? […] Und er kommt bezüglich der Experten zu der vergleichsweise milden Feststellung, daß die in ihrem wirtschaftswissenschaftlichen Studium den Blick so zugenagelt bekommen, daß die überhaupt nichts mehr an Realitätsbezug gehabt haben. […] [Diese abstrakten neoliberalen theoretischen mathematischen] Modelle sind in sich logisch, sie haben nur einen Mangel: Sie haben den Kontakt zur Realität vollends verloren. Wenn das bei einem einzelnen Menschen der Fall ist, daß er sich in irgendsolche Vorstellungen reinsteigert, die in sich auf bizarre Art und Weise geschlossen sind, und zwar so geschlossen, daß nichts anderes mehr durchdringt, dann spricht man dort von Wahnsinn. Und nach meinen Erkenntnissen erfüllt diese neoklassische Theorie, und das ist die herrschende Theorie der Wirtschaftswissenschaften, diese Merkmale. Nur mit dem einen Unterschied: Die einen Wahnsinnigen landen in der Psychiatrie und die anderen, die Crème de la Crème, in dem Sachverständigenrat und den Wirtschaftsforschungsinstituten. Es ist ein beklemmender Zustand der herrschenden Wirtschaftstheorie.[…] Herrschende Wissenschaft kann kein Interesse haben an Aufklarung solcher Zusammenhänge. Wenn sich das einmal rumsprechen würde, wer weiß, was dann in Bewegung käme. […] Ich hab’ das Gefühl: wir sind da in einer ganz spannenden Zeit, wo sich vieles bewegen wird.«
- Ökonomie – Nicht das Sprachrohr fieser Manager (Michael Saurer, Badische Zeitung, 25.08.2014)
Es ist zwar zweifelsohne verdienstvoll, vor den Gefahren eines ungezügelten Finanzmarkts zu warnen, gierige Manager ohne Verantwortungsbewusstsein zu geißeln und auf die Ungleichheit in der Welt, die durch die Globalisierung zum Teil noch gesteigert wurde, hinzuweisen. Das aber den Theorien der Wirtschaftswissenschaftler, insbesondere denen, die als "neoliberal" gebrandmarkt sind, anzulasten, führt in die Irre. Zwei Denkfehler sind besonders auffällig. […]

Es ist wahr: Die Wirtschaftswissenschaftler haben vor der Finanzkrise zu wenig vor den Gefahren eines unregulierten Bankensektors gewarnt. Das ist den Ökonomen auch selbst bewusst. "Alle unsere Modelle haben bei der Krise versagt", sagte Joseph Stiglitz in Lindau. Aber die Wissenschaftler haben daraus gelernt, der Fokus vieler Ökonomen hat sich mittlerweile auf die Probleme der neuen Weltordnung verlagert. Ein Lernprozess, der zum Wesen aller Wissenschaften gehört. Beim nächsten Lindauer Nobelpreisträger-Treffen in drei Jahren sollten die Aktivisten von Attac nicht vor der Inselhalle stehen bleiben, sondern sich die Vorträge anhören. Sie würden sich dort vermutlich wohl fühlen.
 
- Leberschau (Wikipedia)
Die Leberschau (griechHepatoskopie) war eine der zentralen und meistverbreiteten Praktiken der Opferschau im antiken Orakelwesen und der Omenkunde und spielt auch heute noch gelegentlich in einigen traditionellen asiatischen Kulturen eine Rolle.
Ursprung
Bei den Babyloniern galt die Leber als Hauptstück der Eingeweide und neben dem Herz als Zentralorgan des Lebens, als Mikrokosmos, in dem der Wille Gottes sich wie im Makrokosmos kundtut. Zur Erkundung dieses Willens wurde ein besonderes Opfertier (Schaf) für die Opferschau geschlachtet und dann wurde von regelrecht ausgebildeten Opferschauern das Aussehen der Leber gedeutet.
Deutung
Die rechte Seite der Leber wurde vom Opferschauer auf die Verhältnisse des Klienten, die linke Seite auf die fremden Verhältnisse bezogen. Die Leber wurde in verschiedene Regionen aufgeteilt, die mit Berg, Fluss, Straße, Palast, Ohr, Bein, Finger, Zahn, Vulva und Hoden der Leber bezeichnet wurden. Ungewöhnliche Löcher in der Leber galten als Omen, das zur Vorsicht riet.
- Orakel (Wikipedia)
Das Orakel (lat. oraculum, „Götterspruch, Sprechstätte“ zu "orare", "sprechen, beten") bezeichnet eine mit Hilfe eines Rituals oder eines Mediums gewonnene transzendenteOffenbarung, die der Beantwortung von Zukunfts- oder Entscheidungsfragen dient. Die mittels des Orakels gewonnenen Hinweise und Zeichen können dem Fragenden als Rechtfertigungsgrund eigener Entscheidungen und Handlungen dienen.
Im Unterschied zum Hellsehen, das als individuelle Fähigkeit einer leibhaftigen Personangesehen wird, befragt das Orakel stets eine höhere Instanz. Durch die Erwartung der Beantwortung einer Frage ähnelt das Orakel entfernt der Prophetie, welche meist, aber nicht immer ungebeten zuteil wird.

Im erweiterten Sinn wird auch der Ort an dem das Orakel gegeben wurde, als solches bezeichnet. Orakelstätten können Heiligtümer wie beispielsweise Tempel sein. Bekanntestes Beispiel ist das Orakel von Delphi.
Antike
Als eine Praxis von Vorhersagen hatten Orakel von je her eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz. In vorchristlicher Zeit, insbesondere in der Antike, galten Orakel als die dominante Form der Vorausschau. Die Geschichte der Orakel war in der Antike von Beginn an eng mit politischen Entscheidungen und militärischen Operationen verbunden. Auch wenn das Orakel bereits in seiner Hochzeit umstritten war, wurde ihm seinerzeit sowohl von Befürwortern als auch Gegnern eine hohe Bedeutung beigemessen. Das Orakel als etablierte Praxis des Voraussagens wurde später von Prophezeiungen, Utopien und Prognosen abgelöst. Es verschwand dabei nicht, verlor jedoch seine gesellschaftliche und politische Relevanz. […]
Europa
Daneben gibt es auch sogenannte Orakel- oder Wahrsagekarten, die zum selben Zweck eingesetzt werden. Zu den bekanntesten gehören die Tarot-Karten, die in einer Vielzahl verschiedener Ausführungen gebräuchlich sind. Aus der germanischen Kultur sind Runen bekannte Vertreter.
Hans Magnus Enzensberger bezeichnete 1965 das Institut für Demoskopie Allensbach kritisch als Orakel vom Bodensee, da er eine „strukturelle Ähnlichkeit mit den mantischen Praktiken der Alten Welt“ sah. „Demoskopische Befragungen werden im Allgemeinen in Auftrag gegeben: Der Unwissende bringt den Priestern von Allensbach seine Opfergaben dar und stellt seine Fragen. Die Pythia antwortet nicht auf eigene Faust, sie gibt die Fragen an eine höhere Instanz weiter, an die Stimme Gottes, die im Jargon der Demoskopen „repräsentativer Querschnitt“ heißt.“ [8]
Orakel (engl. pl. "oracles") wird im englischen Sprachraum auch manchmal für die Heilige Schrift (Bibel = "Wahrsprüche des Herrn") verwendet und in der Terminologie der Church of Jesus Christ of Latter Saints (Mormonen) werden neuzeitliche, lebende Propheten als "living oracles" ("lebende Wahrsprüche"[des Herrn]) bezeichnet.
Im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 erlangte der Krake Paul aus dem Oberhausener Sea Life Centre internationale Berühmtheit, weil er alle Sieger bei Beteiligung der Deutschen Fußballnationalmannschaft und den Sieger des Endspiels der WM 2010 korrekt „vorhersagte“.[9]
- Orakel-Turingmaschine (Wikipedia, zuletzt abgerufen am 17.06.2018)
Eine Orakel-Turingmaschine ist eine Turingmaschine, die mit einem Orakel verbunden ist. Bildhaft kann man sich ein Orakel als eine black box vorstellen, die von der Turingmaschine befragt werden kann und ein Problem in einem Schritt löst. Der Begriff der Orakel-Turingmaschine dient in der Theoretischen Informatik dazu, Hierarchien von Berechenbarkeiten und Komplexitäten zu definieren und deren Eigenschaften zu studieren.
Durch geeignete Orakel kann man die Berechenbarkeit verstärken oder die Komplexität verringern. Zum Beispiel können Turingmaschinen mit dem Halteproblem als Orakel das Halteproblem für Turingmaschinen lösen. Turingmaschinen mit SAT als Orakel können jedes Problem aus NP in polynomialer Zeit lösen. Orakel werden auch verwendet, um Nichtdeterminismus deterministisch zu modellieren. Eine nichtdeterministische Turingmaschine kann nämlich als Schar von deterministischen Orakel-Turingmaschinen wiedergegeben werden. Der Scharparameter, das Orakel, drückt dabei die Folge der nichtdeterministischen Entscheidungen aus.
… und so weiter, bis es nur noch Spezialisten verstehen …

- Religion (Wikipedia)

Religion (von lateinisch religio ‚gewissenhafte Berücksichtigung‘, ‚Sorgfalt‘, zu lateinischrelegere ‚bedenken‘, ‚achtgeben‘, ursprünglich gemeint ist „die gewissenhafte Sorgfalt in der Beachtung von Vorzeichen und Vorschriften.“)[1] ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Weltanschauungen, deren Grundlage der jeweilige Glaube an bestimmte transzendente (überirdische, übernatürliche, übersinnliche) Kräfte und damit verbundene heilige Objekte ist,[A 1] die nicht im Sinne der Wissenschaftstheorie bewiesen werden können, sondern nur im Wege individueller intuitiver Erfahrung. Im Gegensatz zu den philosophischenWeltanschauungen, die ebenfalls auf Glaubenssätzen basieren, bezeichnet Religion sozialeund kulturelle Phänomene, die menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen und Wertvorstellungen normativ beeinflussen. In diesem Zusammenhang kann Religion eine Reihe von ökonomischen, politischen und psychologischen Funktionen erfüllen.[2] Diese weitreichenden gesellschaftlichen Verflechtungen bergen zwangsläufig ein großes Risiko der Bildung religiöser Ideologien.[3]
Im deutschen Sprachraum wird der Begriff Religion zumeist sowohl für die individuelleReligiosität“ als auch für die kollektiven „Religionen“ verwendet.[A 2] Obwohl beide Bereiche im menschlichen Denken eine enorme Vielfalt aufweisen, lassen sich einige universale Elemente formulieren, die in allen Kulturen der Welt vorkommen.[2][A 3] Zusammenfassend sind dies die individuellen Wünsche nach Sinnfindung, moralischer Orientierung und Welterklärung; sowie der kollektive Glaube an übernatürliche Mächte, die in irgendeiner Weise das Leben des Menschen beeinflussen und das Streben nach der Wiedervereinigung der diesseitigen Existenz mit seinem jenseitigen Ursprung.[4]
Eine „klassische“ Definition nach Gustav Mensching lautet: „Religion ist erlebnishafte Begegnung mit dem Heiligen und antwortendes Handeln des vom Heiligen bestimmten Menschen.“[A 4]
Es gibt jedoch keine eindeutige Definition von Religion, sondern nur verschiedene Definitionsversuche.
Religiöse Weltanschauungen und Sinngebungssysteme stehen oft in langen Traditionen. Mehrere Religionen weisen verwandte Elemente auf, wie die Kommunikation mit transzendenten Wesen im Rahmen von HeilslehrenSymbolsystemenKulten und Ritualenoder bauen aufeinander auf, wie zum Beispiel Judentum und Christentum.
Einige Religionen beruhen auf philosophischen Systemen im weitesten Sinne oder haben solche rezipiert. Einige sind stärker politisch, teils sogar theokratisch orientiert. Einige legen starken Wert auf spirituelle Aspekte, andere weniger. Überschneidungen finden sich in nahezu allen Religionen und insbesondere bei deren Rezeption und Ausübung durch den einzelnen Menschen. Zahlreiche Religionen sind als Institutionen organisiert, dabei kann in vielen Fällen von einer Religionsgemeinschaft gesprochen werden.

- Nobelpreisträgertreffen – Lindau wird zum Mekka der Ökonomen (Philip Plickert, FAZ, 23.08.2011)
Schon beim vorigen Lindauer Treffen vor drei Jahren, im August 2008, diskutierten die Ökonomen über die Folgen der damals noch jungen Finanzkrise. Einige warnten vor Billionenverlusten durch die Bankenkrise und einer drastischen Abschwächung der Weltkonjunktur. Die extreme Zuspitzung der Krise mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008, die in eine globale Rezession mündete, war auf dem Treffen noch nicht abzusehen. In den folgenden Jahren hat die Finanz- und Wirtschaftskrise aber zu einer breiten Debatte auch über die Leistungen der Wirtschaftswissenschaft geführt.

Der frühere Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Joseph Stiglitz, der sich als Kritiker deregulierter Finanzmärkte hervorgetan hat, will in Lindau eine Wirtschaftstheorie vorstellen, „die wirklich funktioniert“. Es bedürfe eines völlig neuen Paradigmas. Die bisherigen makroökonomischen Standardmodelle hätten den Realitätstest nicht bestanden, da sie die Finanzkrise nicht vorhersagen konnten. Stiglitz möchte die Rolle von Ansteckungsgefahren auf Konjunktureinbrüche stärker betonen. „Während die Welt noch im Taumel der Finanzkrise begriffen ist und weitverbreitete Unsicherheit bestehen bleibt, ist das Bedürfnis nach einer neuen Form ökonomischen Denkens drängender denn je.“ Die Lindauer Tagung biete eine gute Gelegenheit, um die Diskussion darüber anzutreiben.

Joseph Stiglitz (2014) - Why Capitalism is Failing. [33:40]

Veröffentlicht am 28.12.2014

- Abstract (Lindau Nobel Laureate Meeting)
- Fabiolas dritter Tag: Bilden – Inspirieren – Verbinden (Fabiola Gerpott, Lindau Nobel Laureate Meeting, 22.08.2014)
Er betritt um 9.00 Uhr als erster Redner die Bühne und sofort wird es ruhig. Stiglitz beginnt mit dem kritischen Verweis auf die Tatsache, dass trotz hoher Wohlstandsanstiege und der Vermögens/Einkommens-Verhältnisse weder die Zinsen deutlich abgenommen noch die Löhne spürbar gestiegen sind. Trotz zunehmender Produktivität stagnieren in den USA die Gehälter. Diese Situation widerspricht klar den Voraussagen des neoklassischen Modells. Stiglitz hält das Publikum mit aufrüttelnden Thesen bei der Stange: Ungleichheit sei ein natürlicher Effekt des Kapitalismus und die Idee, dass Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist, sei ein Mythos. Wer arm ist, bleibt dort mit großer Wahrscheinlichkeit auch arm. Die Vermögenszunahme führt er vor allem auf einen Anstieg des Wertes von Grundstücken/Land zurück. Im weiteren Verlauf des Vortrags macht der Wissenschaftler deutlich, dass allerdings nicht nur Marktkräfte für die zunehmende Ungleichverteilung von Wohlstand verantwortlich sind, sondern auch die Politik durch Fehlentscheidungen dazu beiträgt. Bildungsgerechtigkeit, Steuern, rechtliche Rahmenbedingungen – all diese Aspekte können je nach Ausgestaltung Ungleichheit verstärken oder reduzieren. Außerdem haben auch gesellschaftliche Veränderungen wie eine längere Lebenserwartung in Verbindung mit schlechteren sozialen Sicherungssystemen das Potenzial, die Einkommensverteilung negativ zu beeinflussen. Stiglitz widmet sich dann der zentralen Idee seines Vortrags: Kredite, nicht Bargeld, stellen die zentralen Treiber makroökonomischen Verhaltens dar. In Krisenzeiten steige zwar häufig die sich im Umlauf befindende Bargeldmenge, die Kreditvergabe stagniere allerdings. Vermögenssteigerungen erleben deswegen der Finanzsektor und diejenigen, die Kredite verteilen. Stiglitz fordert aufgrund des Versagens privater Märkte während der Finanzkrise eine direktere Rolle der Regierungen in der Kreditvergabe.
„Niemals in der Geschichte hatten wir so viele Instrumente zur Verfügung, um die Katastrophen der Vergangenheit wie Armut, Krankheit oder Rassismus zu bekämpfen. Es hängt nur von uns ab, diese Instrumente zu verwenden!“

Ökonomentagung in Lindau – Nobelpreisträger Joseph Stiglitz auf Irrwegen (Wirtschaftswoche, 22.08.2015)
Ungleichheit, so Stiglitz, bremse die gesamtwirtschaftliche Nachfrage, weil die Reichen weniger konsumieren als die Armen. Abhilfe könne eine weltweite progressive Steuer auf Kapitaleinkommen schaffen. Wandere das Geld so von den sparsamen Reichen zu den konsumfreudigen Armen, so stimuliere dies die gesamtwirtschaftliche Nachfrage.

Doch das ist eine krude Behauptung. Schon die Klassiker der Nationalökonomie haben gewusst, dass die Ersparnis die Basis für die Investitionen ist. Das gilt auch dann, wenn die Ersparnis von den Reichen stammt. Die durch Ersparnisse finanzierten Investitionen kurbeln die gesamtwirtschaftliche Nachfrage an, erhöhen den Kapitalstock der Wirtschaft und steigern so das langfristige Wachstumspotenzial. Dass Stiglitz diese Zusammenhänge verschweigt, gibt Anlass zu der Vermutung, dass es ihm weniger um Wachstum als um Umverteilung geht.

Ernst Wolff erklärt den IWF in 5 Minuten. {4:54}

Am 09.02.2016 veröffentlicht 
KenFM
Er sieht aus wie Robert Redford in „Die Unbestechlichen“ und er ist genauso brillant. Die Rede ist von Ernst Wolff, einem Journalisten, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Machenschaften der Geld-Elite bis ins kleinste Detail auszugraben und einer breiten Öffentlichkeit zuzuführen.
Das geschieht, wie für einen Autoren üblich, in Buchform, oder indem sich der Journalist Wolff für ein Interview vor die Kameras von KenFM begibt.
Wolff will den Dreck, den er zutage fördert, aber auch erlebbar machen. Die Wut über den Irrsinn bei den Usern verstärken, auf dass sich endlich der überfällige Widerstand regt. Nur so ist Wandel möglich.
Aus diesem Grund lädt Ernst Wolff am 11. Februar 19.30 Uhr in die Berliner Urania. Da Thema lautet:
„Weltmacht IWF - Die Auswirkungen der Programme des Internationalen Währungsfonds in Europa“
Was trocken klingt, erhält, wenn Wolff es präsentiert, einen gewissen Unterhaltungswert, wie dieser Ausschnitt aus Positionen #2 beweist.

Investmentbanker So werden Länder in die Knie gezwungen {9:09}

Am 15.08.2016 veröffentlicht 
Die Blaue Hand
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Erwin Pelzig über Goldman Sachs, Trilaterale Kommission, Weltbank, Atlantik-Brücke, CFR, EZB [9:21]

Veröffentlicht am 14.11.2012
Pelzig über Goldman Sachs, Trilaterale Kommission, Weltbank, Atlantik-Brücke, Council of Foreign Relations, EZB

Ein Goldman-Sachs-Banker rechnet ab - 02.11.2012 {2:51}

Am 03.11.2012 veröffentlicht 
SelbstDenkerTV

Wenn die Welt sicherer werden wolle, müsse sie sich in regionalen Zentren organisieren, denn das weltbeherrschende Machtzentrum USA sei "wie eine Diktatur" (Putin präsentiert den USA SündenkatalogUlrich Heyden, Telepolis, 25.10.2014)

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Die Besitzer der Welt - Das Bankenkartell [25:34]

Veröffentlicht am 07.06.2013
»Mitunter bekommt man den Eindruck, daß unsere Kollegen und Freunde ständig mit den Ergebnissen ihrer eigenen Politik kämpfen.« [Textauszug aus der Valdai-Rede von Wladimir Putin, zitiert in Putin hat gesprochen, Howgh!, Post, 26.10.2015]
mein Kommentar:
Ich stelle mir vor, wie genüßlich Putin immer wieder die Vertreter des Westens »Freunde und Kollegen« nennt. Und mit welcher Schadenfreude er die aufgeregten Notfall-Talkshows im Deutschen Fernsehen konsumiert…