Die Psychologie betreffenden Posts habe ich in »Roths Psychoblog« eingestellt. Eine Liste der Musikvideos findet sich unter »Tornado’s Music Favourites« (siehe unter »Links«). Das Posten eines Videos schließt das Hinzufügen des Infotextes mit ein. (Ich bemühe mich, offensichtliche Werbung wegzulassen) Dieser gibt also nicht notwendigerweise meine Meinung wieder! Das verwendete Bild stammt aus Bob Dylan’s Video »Jokerman«. Ich speichere keine Daten!
Dass seine Filme von ihm selbst handeln, streitet Woody Allen vehement ab. Ein Bildband beweist: Nach fünf Jahrzehnten erzählen sie sein Leben besser als jede Biografie. mehr: - Woody Allen wird 80: Komiker, Tragiker, Zyniker (ZEIT Online, 01.12.2015) siehe auch: - Woody Allen, a documentary (Arte.tv, 30.11.2015) x 12 Questions for Woody Allen [6:06]
Filmmaker Robert Weide, seen quizzing Woody in this clip, followed the notoriously private film legend for over a year to create the ultimate film biography. Iconic writer, director, actor, comedian, and musician Woody Allen allows his life and creative process to be documented on-camera for the first time. Order now on DVD and get in time for the Holidays: http://www.newvideo.com/docurama/wood...
Eine Sicherheitsfirma schätzt, dass für 9 Prozent aller SSL-Endpunkte im Netz die privaten Schlüssel bekannt sind. Damit könnten Angreifer sich als diese Server ausgeben und Router, Modems und VoIP-Telefone im selben Netz ausspionieren.
Viele Endbenutzer-Geräte wie Router und NAS-Systeme recyclen Schlüssel und Zertifikate für SSH- und SSL-Verbindungen und liefern die privaten Schlüssel gleich mit. Forscher der Sicherheitsfirma SEC Consult haben nun die öffentlich zugängliche Firmware von mehr als 4000 Geräten untersucht und dabei 580 solcher privater Schlüssel ausheben können. Da diese öffentlich zugänglich sind, kann sich nun ein Angreifer im selben Netz mit den betroffenen Geräten verbinden und als legitimer Gesprächspartner ausgeben.
So gut wie alle namhaften Hersteller betroffen
Betroffen sind Kabel- und DSL-Router, Modems, Internet Gateways, VoIP-Telefone und mit dem Internet verbundene Kameras. Von den 580 von den Forschern gefundenen Schlüsseln werden mindestens 230 momentan aktiv genutzt. SEC Consult schätzt, dass 9 Prozent aller SSL-Endpunkte im Netz betroffene Zertifikate einsetzen – insgesamt 3,2 Millionen Systeme. Außerdem sollen 6 Prozent aller öffentlich auffindbaren SSH-Hosts betroffen sein.
SEC Consult fand über 900 betroffene Produkte von 50 Herstellern, die auf diese Art geschlampt haben. Die Liste liest sich wie ein Who's Who der namhaften Hersteller von Routern: Alcatel-Lucent, Cisco, D-Link, DrayTek, Huawei, Linksys, Netgear, TP-Link, Trendnet, Tenda und Zyxel. Die Deutsche Telekom, General Electric, Motorola und Vodafone sind auch betroffen. Aber auch die Festplatten-Hersteller Seagate und Western Digital sind auf der Liste – deren NAS-Geräte bohren sich gerne per UPNP Weiterleitungen durch die Router-Firewall und exponieren so die Sicherheitslücke im öffentlichen Netz. mehr: - House of Keys: Millionen von Geräten mit kompromittierten Krypto-Schlüsseln im Netz (Fabian A. Scherschel, heise Security, 27.11.2015)
Was ist das Problem? Maßgebliche Leute in Deutschland fordern jetzt unter Hinweis auf die Pflicht zur Solidarität mit Frankreich ein Eingreifen Deutschlands in Syrien und Mali - Bundeswehr in Syrien – An Frankreichs Seite (Klaus-Dieter Frankenberger, FAZ, 02.12.2015) IS - Die Wirtschaftsmacht der Gotteskrieger ARTE Doku 2015 german deutsch [1:06:43]
Veröffentlicht am 18.04.2015 IS Die Wirtschaftsmacht der Gotteskrieger ARTE Doku 2015 german deutsch HD
Erdöl, Schutzgelder und Plünderungen - zahlreiche Geldquellen machen den Islamischen Staat (IS) zur bestfinanzierten Terrororganisation der Welt. "Thema" ergründet auf einer Reise von Bagdad bis zur syrisch-türkischen Grenze die Struktur der Organisation, die weit mehr ist als nur eine dschihadistische Gruppe. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 entdeckte die Welt Osama bin Laden und die Terrororganisation Al-Kaida. In Ton- und Videobotschaften riefen die Terroristen zum Dschihad auf und drohten dem Westen mit weiteren Angriffen. Der Gegenschlag der USA ließ nicht lange auf sich warten. Nach dem Afghanistan-Krieg beschlossen die Vereinigten Staaten 2003, auch im Irak zu intervenieren. Über zehn Jahre später, im Juli 2014, trat mit Abu Bakr al-Bagdadi eine weitere Figur erstmals in die Öffentlichkeit, nachdem er sich selbst zum Kalifen eines neuen „Islamischen Staats im Irak und in der Levante“ (heute: Islamischer Staat – IS) ernannt hatte.
Laut westlicher Geheimdienste ist der IS die reichste Terrororganisation der Welt. Ihr Einkommen – die Summe aus Kriegssteuern, Lösegeldern und natürlich Erdöl – lässt sich mit dem Bruttonationaleinkommen eines Staates wie Liberia vergleichen. Wie ist diese Organisation entstanden, was ist ihr Wirtschaftsmodell? Die blitzartige Eroberung des Nordirak und seiner Erdölvorräte stärkte den IS. Wird er sein Gebiet weiter vergrößern können, und bedeutet dies das Ende der neokolonialen Grenzverläufe? Wie kann ein Gebilde bekämpft werden, das nicht mehr von Fremdfinanzierung abhängig ist?
Jérôme Fritel und Stéphane Villeneuve haben einen Monat im Irak verbracht, um den Finanzierungsmechanismen und den Wurzeln dieser Terrororganisation nachzuspüren, welche die geopolitische Gemengelage in der Region völlig auf den Kopf stellt. Aus Sicherheitsgründen ist das Filmteam nicht in das vom IS kontrollierte Gebiet vorgedrungen. In der Art eines Roadmovies führt die Ermittlung an die verschiedenen Grenzen auf irakischer, kurdischer und türkischer Seite sowie nach Bagdad, wo alles begann.
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Wüstenkrieg - Islamisten in der Sahara (Arte Doku 01.12.2015) [52:08]
Veröffentlicht am 01.12.2015
2012 eroberten Islamisten weite Teile Malis. In den wenigen Monaten ihrer Schreckensherrschaft führten sie im Norden des Landes die Scharia ein und zerstörten die berühmten Mausoleen Timbuktus. Die französischen Streitkräfte intervenierten und versuchen seither, mit internationaler Unterstützung, die Lage zu kontrollieren. Doch ein Ende des Konflikts ist nicht abzusehen.
Antoine Glaser (Video, 29:10): »Ganz Afrika stand der Intervention der Briten und der Franzosen in Libyen [Internationaler Militäreinsatz in Libyen 2011, Wikipedia, beachte den Unterschied in der Nomenklatur!] völlig ablehnend gegenüber. Libyen ist ein Land, geprägt von Stammeskulturen. Muammar al Gaddafi war sicherlich ein Diktator und Autokrat, aber er hatte dieses Land unter Kontrolle. Heute ist Libyen ein Zufluchtsort für Terroristen aller Couleur.«
In den Rahmen der Anstrengungen der abbasidischen Kalifen um Rückgewinnung ihrer Autorität gehört auch die staatstheoretische Abhandlung, die der schafiitische Gelehrte Abu l-Hasan al-Mawardi (972–1058) für den Kalifen al-Qāʾim abfasste. In dieser Abhandlung mit dem Titel al-Aḥkām as-sulṭāniyya („Die herrschaftlichen Bestimmungen“) wird zum ersten Mal eine umfassende Theorie vom Kalifat entwickelt. Ein zentraler Gedanke ist dabei die Ämterdelegation. Der Kalif, der zu den Quraisch gehören muss, ist als Imam Vorsteher der islamischen Gemeinschaft, dessen Aufgaben sich in allumfassender Weise auf die Bewahrung der Religion (dīn) und die Führung (siyāsa) der weltlichen Angelegenheiten erstrecken. Er kann diese Aufgaben jedoch an verschiedene Amtsträger delegieren, an den Wesir, der eine allgemeine Amtsbefugnis in allen Angelegenheiten hat, den Emir, der als Statthalter in einer Provinz fungiert oder den Dschihad führt, den Qādī, den Stammbaumwächter, den Imam, der für die Durchführung des Ritualgebets verantwortlich ist, den Leiter der Wallfahrt, den Steuerbeamten und den Muhtasib, der von Amts wegen für das „Gebieten des Rechten und Verbieten des Unrechten“ verantwortlich ist. Der Fiktion der Souveränität des Kalifen wird durch eine formelle Anerkennung der Oberhoheit des Kalifen und durch die Erwähnung seines Namens im Freitagsgebet Genüge getan. Das, was in diesem Werk, das von großer Bedeutung für die Folgezeit war, als Emire bezeichnet wird, waren in der Realität die Herrscher der Ghaznawiden und Seldschuken, die die wirkliche Macht in der Hand hatten, aber die formale Oberhoheit des Kalifats anerkannten.[4]
Al-Mawardi knüpfte die Delegation der Macht noch an eine Herrschaft nach der Schari’a. Weil spätere islamische Theoretiker überzeugt waren, dass jede Form von Herrschaft besser sei als Anarchie, legitimierten sie auch reine Gewaltherrschaft, solange die nominelle Oberherrschaft des Kalifen dabei aufrechterhalten werde. [Kalifat der Abbasiden, Staatstheoretische Fundierung des Kalifats durch al-Māwardī, Wikpedia, Hervorhebung von mir]
Gaddafi - Eine Dokumentation (Dauer: 51:48 min), hiess es bei SF-DRS, schamlos, manipulativ und verzerrend!
SF hat diesen bösartigen Verschnitt, der mehr die propagandistisch beworbenen Putschisten weiter bewerben sollte, aus dem Programm genommen. Grund: Urheberrechte! Das Schweizer Fernsehen hat wesentliche Teile herausgeschnitten. Nach meiner Einschätzung ca. 15.min. Dafür einen eigenen Anfang und ein neues Ende angefügt das den Aktualitäten entnommen ist, was den Globallisten direkt in die Hände spielt! Zusätzlich sprach eine Kommentatorin.
Der Unterschied zum Original ist wie Tag und Nacht!
Das ursprüngliche Original ist von ARTE France produziert! Der Titel: Muammar al-Gaddafi oder Das libysche Paradox Der Kommentator ist männlich. Dauert 54min und zeigt richtig Freude an Gaddafi. ******************************************************************* Tetament von Muammar al-Gaddafi:
Die Dokumentation gibt einen Überblick über das Leben von Muammar al-Gaddafi und ein Land, das in der internationalen Politik oft von sich reden macht und über das dennoch nur wenig bekannt ist.
Es gibt nur wenige Männer, die in so hohem Maße und seit so langer Zeit ihr Land verkörpern wie Muammar al-Gaddafi. Der libysche Staatschef ist seit 1969 an der Macht und damit länger als jeder andere Staatschef eines arabischen Landes. Zugleich ist er mit 66 Jahren der Jüngste von ihnen.
Nicht nur in dieser Hinsicht ist Libyen paradox: Gaddafi war einst leidenschaftlicher Gegner der USA und bekämpfte sie mit den Waffen des Terrorismus, zieht aber heute im Kampf gegen islamischen Extremismus und bei der Nutzung der libyschen Erdölvorräte mit Amerika an einem Strang. Er befürwortete in der Vergangenheit eine staatlich gelenkte Wirtschaft, gibt aber nun jedem Libyer die Möglichkeit, mit Hilfe ausländischen Kapitals sein eigenes Unternehmen zu gründen. Er ist überzeugter Moslem, widersetzt sich jedoch den libyschen Imamen und verlieh der libyschen Frau einen in der arabischen Welt einmaligen gleichberechtigten Status.
Gaddafi setzte sich als Anhänger Nassers für die arabische Einheit ein und wandte sich nach deren Scheitern Afrika zu, wo er heute als Vermittler auftritt. Während des Embargos wurde der libysche Staatschef vom Westen einhellig geächtet, während er in jüngerer Zeit sowohl Sarkozy als auch Blair, Schröder und Prodi in Tripolis empfing. All diesen Widersprüchen ist das Filmteam mit drei Spezialisten - den Journalisten Antoine Sfeir und Samir Sobh sowie dem Politologen Moncef Djaziri - während der einmonatigen Dreharbeiten in Libyen nachgegangen.
Das Ergebnis ist die bis heute umfassendste Dokumentation über ein Land, das in der internationalen Politik oft von sich reden macht und über das dennoch nur wenig bekannt ist.
Man stelle sich vor, in den Vereinigten Staaten würde eine Gruppe von Fanatikern mit Waffengewalt eine Stadt besetzen. Wie lange würde es bis zum Einschreiten der Armee dauern? Nur zur Erinnerung: Im Jahr 1993 weigerte sich eine religiöse Sekte mit Namen „Branche Davidians" in Waco, Texas, die Türen für eine Hausdurchsuchung zu öffnen. Die Armee rückte mit Panzern vor, belagerte das Gebäude 51 Tage lang und es kamen zumindest 74 Menschen ums Leben. Die Liste mit den Namen der bekannten Opfer zeigt 20 Kinder im Alter zwischen ein und dreizehn Jahren. http://www.theintelligence.de/index.p...
- "Maidan-Helden" wittern Verrat (Ulrich Heyden, Telepolis, 01.09.2015)
Bei Protesten von Ultranationalisten gegen die Dezentralisierung der Ukraine starben in Kiew drei Menschen. Regierungslager ringt um Stimmen für zweite Lesung der umstrittenen Verfassungsänderung
Am Montag wurden bei den Angriffen hunderter Ultra-Nationalisten auf Soldaten des Innenministeriums und Mitglieder der Nationalgarde, welche das ukrainische Parlament schützten, zwei Nationalgardisten und ein Jugendlicher getötet. 120 Mitglieder der Sicherheitskräfte wurden verletzt.
Auslöser der gewalttägigen Angriffe vor und der Tumulte im Parlament war die Verfassungsänderung zur Dezentralisierung der Ukraine, welche die Werchowna Rada am Montag in der ersten Lesung mit 265 Stimmen – bei 368 registrierten Abgeordneten - billigte. 226 Stimmen für die Verfassungsänderung waren in der ersten Lesung nötig gewesen. 38 Abgeordnete des Russland-freundlichen "Oppositionsblockes" kamen Präsident Poroschenko zu Hilfe und stimmten für die Verfassungsänderung. Im Oppositionsblock haben sich ehemalige Mitglieder der von ex-Präsident Viktor Janukowitsch geführten Partei der Regionen zusammengeschlossen (Ukraine: Militante Nationalisten proben den Aufstand).
Ich wollte heute mal wie gewöhnlich mit der "SPEEDPORT.IP" - Adresse auf meinen Router zugreifen, jedoch bekomme ich nur noch folgenden Fehlerhinweis:
"Fehler: Gesicherte Verbindung fehlgeschlagen
Ein Fehler ist während einer Verbindung mit 192.168.0.1 aufgetreten. SSL hat einen schwachen kurzlebigen Diffie-Hellman-Schlüssel in der Handshake-Nachricht "Server-Schlüsselaustausch" empfangen. (Fehlercode: ssl_error_weak_server_ephemeral_dh_key)
Die Website kann nicht angezeigt werden, da die Authentizität der erhaltenen Daten nicht verifiziert werden konnte." mehr und Abhilfe: - Kein Zugriff mehr auf meinen Router (Telekom hilft, 04.07.2015)
Lösung: 1. in die Adresszeile eingeben: about:config 2. suchen (cmd-F) * security.ssl3.dhe_rsa_aes_128_sha * security.ssl3.dhe_rsa_aes_256_sha
(jeweils ohne Sternchen) 3. Suchergebnisse durch Doppelklick auf »false setzen« 4. Firefox-Neustart Das löst das Problem zwar nicht, aber immerhin kriegt man ein Dialogfeld, auf dem man »Ich kenne das Problem« anklicken kann… 😥😩
Das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der Europäischen Union und den USA sorgt weiter für zunehmenden Protest: Am 10. Oktober fand in Berlin die größte Demonstration seit den Antikriegsprotesten im Jahre 2003 statt. Bis zu 250 000 Menschen füllten die Straße des 17. Juni zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule, um für einen gerechten Welthandel und gegen TTIP zu demonstrieren.
Dass der Protest immer größer wird, liegt an den brisanten Details, die mehr und mehr aus den geheimen Verhandlungen an die Öffentlichkeit dringen. Sie belegen, wie das Abkommen demokratische Standards nicht nur zu unterlaufen, sondern geradezu auszuhebeln droht. So ist inzwischen bekannt, dass TTIP auch ein Kapitel über die regulatorische Zusammenarbeit enthalten soll. Demnach sollen sich beide Seiten über die Einführung neuer Standards und technischer Normen abstimmen, noch bevor diese den jeweiligen Parlamenten zur Abstimmung vorgelegt werden. Die öffentliche Empörung führte sogar bei der ansonsten TTIP-freundlichen „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zu Protest: „Amerika soll bei unseren Gesetzen mitreden“, titelte sie empört.[1]
Doch damit nicht genug. Denn zu diesem Regulierungskapitel hat die EU-Kommission im Mai 2015 einen Textvorschlag in die Verhandlungen eingebracht, der noch weitaus Abenteuerlicheres vorsieht. An versteckter Stelle taucht dort im Artikel 2 c der Begriff international bodies auf. Damit sind Gruppen und Netzwerke gemeint, an denen die EU und die USA beteiligt sind. Sie erstellen Anforderungen, Empfehlungen oder Leitlinien, die sich auf das Angebot, die Genehmigungen, die Produktionsmethoden und Darbietungsformen von Waren und Dienstleistungen beziehen. Als Beispiele werden in einer Fußnote unter anderem die OECD und die International Conference on Harmonisation of Technical Requirements (ICH) genannt.
Konkret liefern die bodies „Dokumente“, die im TTIP-Abkommen dann als Rechtsakte gewertet werden, als sogenannte international instruments. Diese instruments müssen dann – laut Artikel 10, 2b 1, präziser noch Artikel 13, 2 – von den vertragschließenden Parteien umgesetzt werden. Die Gruppen, deren Empfehlungen von den USA und der EU umgesetzt werden sollen, sind nicht im Einzelnen benannt; eine Liste oder gar eine abschließende Aufzählung fehlt. Das aber bedeutet nicht weniger, als dass sich die EU verpflichten soll, künftige Leitlinien unbekannten Inhalts, erstellt von einer unbekannten Anzahl ungenannter Gruppen, umgehend in politisches Handeln zu transformieren – an den Parlamenten vorbei. Kein Mensch bei Verstand würde im Privatleben einen solchen Vertrag unterschreiben, mit dem er sich künftig allen noch nicht bekannten Befehlen von ihm ebenso unbekannten Organisationen unterwerfen würde.
Um die Tragweite dieses Vorschlags deutlicher zu machen, hilft ein Blick auf die existierenden bodies. Einen genauen Überblick hat niemand, eine Liste all dieser Gruppen existiert nicht. Selbst neuere, ausführliche Handbücher sind nur in der Lage, beispielhafte Übersichten zu erstellen. Fest steht jedoch, dass die Zahl der bodies, die schon heute außerparlamentarisch Normen setzen, in den letzten zwanzig Jahren von einigen Hundert auf heute über zweitausend angestiegen ist.
Der Einsatzwille vieler Staaten im Kampf gegen den IS ist begrenzt. Und die Mächte, die wirklich kämpfen, verfolgen nur ureigene Interessen. Von diesem Chaos unter einander profitiert vor allem der IS, aber auch Assad. Eine erfolgreiche militärische Anti-IS-Allianz scheint undenkbar
Es sagt sich zu leicht, dass die Phalanx gegen diese Krake namens Islamischer Staat nur gemeinsam zuschlagen müsse – und schon wäre das mörderische Ungetüm platt. In Zahlen wirkt der Verbund mächtig. 60 Staaten beteiligen sich an dem, was die USA bereits im vergangenen Jahr als Anti-IS-Allianz geschmiedet haben. Seitdem Russland aktiv durch Luftschläge kämpft und nach dem Terror von Paris geben sich viele weitere Staaten solidarisch mit Frankreich. Der IS-Widerstand scheint unschlagbar.
Er scheint es aber nur. Denn tatsächlich ist der Einsatzwille vieler Staaten sehr begrenzt. Das größte Hindernis jedoch ist, dass die wirklich kämpfenden Mächte jeweils eigene Interessen verfolgen. Dieses Kreuz und Quer sowie jeder gegen jeden führt zu Chaos, von dem vor allem der IS, aber auch Assad profitieren. Denn beide wirken unbesiegbar.
mehr: - Chaos im Kampf gegen den IS (Wulf Schmiese, Cicero, 25.11.2015)
Je tiefer man in das regionale Wurzelwerk des Konflikts steigt, desto dichter erscheint das Gestrüpp der Probleme. Und das genau scheuen die großen Weltmächte. Die USA wollen keine Bodentruppen schicken. Sie sind kriegsmüde und noch dazu im Präsidentschaftswahlkampf. Auch Russland will es bei der Bekämpfung aus der Luft belassen, das Land ist wirtschaftlich nahe dem Kollaps, ist geschwächt durch den Krim-Konflikt und stets gewarnt durch ihr Afghanistan-Desaster.
Der Westen insgesamt verlangt wiederum von Russland, seinen Kampf auch wirklich auf den IS zu konzentrieren und nicht die anderen Assad-Gegner aus Syrien zu bomben. Denn die wiederum vergrößern nur das europäische Flüchtlingsproblem.
Solange jeder gegen jeden nur die ureigenen Interessen durchzukämpfen versucht, wird das Problem IS nicht wirklich bekämpft. Und das gilt wohlgemerkt nur für das Macht-Gebilde im Nahen Osten. Eine ganz andere Bedrohung ist der Terror durch Attentäter, die sich auf den IS berufen. Gegen diese Gefahr kann keine militärische Anti-IS-Allianz helfen – vermutlich würde sie dadurch sogar noch größer.
Heimatland Mit „Deutschland 83“ kommt eine ambitionierte Serie ins Fernsehen. Ist sie so gut wie die Erfolgsformate aus den USA?
Schweppenstette ist eigentlich nicht schlecht. Ein auffälliger Name, zumal für einen Stasi-Mann, wo Film und Fernsehen Stasi-Männer doch immer zur Unauffälligkeit verdammen. Schon weil sie Geheimdienstleute sind, aber auch weil Stasi-Männer nicht als Sympathieträger taugen, denen die Sonne aus dem Namen scheint. Stasi-Männer heißen Grubitz (wie Ulrich Tukur in Das Leben der Anderen, wo der sympathische Stasi-Mann von Ulrich Mühe es immerhin zu „Wiesler“ gebracht hat), sie heißen Hull (wie Martin Wuttkes würstchenbratender RAF-Betreuer in Die Stille nach dem Schuss), sie heißen Kupfer (wie die linientreue Familie in Weissensee), kurz, sie heißen, wie von Thomas Brussig in Helden wie wir schon früh satirisch zugespitzt: Uhltzscht.
Nun müssen Figuren keine kapriziösen Namen tragen, um sich einen zu machen. Omar Little, Hank Schrader oder Peggy Olson sind keine Namen, die besonders schön oder selten wären. Sie bedeuten einer ziemlich großen und relativ internationalen Gemeinde von Zuschauern aber etwas, weil sich mit ihrer Nennung, wie von Proust an der Madeleine beschrieben, reiche Erinnerungen an markante Charaktere identifizieren lassen. Diese Form von Vertrautheit hat das serielle Erzählen über mehrere Episoden und Staffeln, hat das Fernsehen, das zu einem nach Hause kommt wie Freunde und Familie, dem abendfüllenden Spielfilm voraus; selbst wenn man für Letzteren kein Kino aufsuchen, sich nicht nach draußen begeben muss.
Die Vertrautheit geht so weit, dass, wer Breaking Bad gesehen hat, sich auch zwei Jahre nach dem Ende der Serie noch für einen Moment fragen wird, wie sich Todd als Aufklärungspilot in Steven Spielbergs nächste Woche startenden Kalter-Kriegs-Spionage-Film Bridge of Spies verlaufen konnte. Dabei war der brutale Todd mit seinem Nazi-Onkel, die bislang größte Rolle des Schauspielers Jesse Plemons, eine Nebenfigur, die erst in der fünften Staffel von Breaking Bad in Erscheinung trat.
Es ist selbstverständlich ungerecht, von den Höhen eines Klassikers wie Breaking Bad hinabzuschauen auf die ersten neuen Versuche, die hierzulande im Serienformat unternommen werden. Zugleich hat aber erst ein Phänomen wie Breaking Bad, in dem alles verdichtet ist, was die serielle Erzählung vermag, das Phantasma einer hier produzierten, ebenbürtigen Serie geschaffen. Im Angesicht des Verbrechens von Dominik Graf und Rolf Basedow war 2010 in diesem Sinne zu früh und konnte von der ganzen Quotenmemmigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens schön unentschlossen programmiert werden. mehr: - SOKO Bonn (Matthias Dell, der Freitag, 25.11.2015)
DEUTSCHLAND 83 | "Student Interrogation" Official Clip | SundanceTV [2:01]
Veröffentlicht am 16.06.2015
Caught with books from the West, two students find themselves at Martin's mercy.
DEUTSCHLAND 83 is a gripping coming-of-age story set against the real culture wars and political events of Germany in the 1980s. The drama follows Martin Rauch (Jonas Nay) as the 24 year-old East Germany native is pulled from the world as he knows it and sent to the West as an undercover spy for the Stasi foreign service. Hiding in plain sight in the West German army, he must gather the secrets of NATO military strategy. Everything is new, nothing is quite what it seems and everyone he encounters is harboring secrets, both political and personal.
Be a part of what The New Yorker calls "The new go-to network for artistic risk."
(Originaltitel: Soviet War Scare 1983 -- Discovery Channel, 2007, 1983: The Brink of Apocalypse -- Channel 4, 2008)
Able Archer 83 (engl. „tüchtiger Bogenschütze") war eine europaweite NATO-Kommandostabsübung vom 7. bis 11. November 1983, die einen Atomkrieg simulierte. Der hohe Realitätsgrad, die strenge Geheimhaltung sowie das zu dieser Zeit besonders angespannte Verhältnis zwischen den USA und der UdSSR führten im Warschauer Pakt zu dem Verdacht, es handele sich bei der Übung um einen Deckmantel für einen tatsächlich unmittelbar bevorstehenden Nuklearschlag. Dies zog die Alarmierung konventioneller Streitkräfte und nuklearer Trägersysteme in Osteuropa nach sich. Able Archer 83 war eines der Ereignisse im Kalten Krieg, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Atomkrieges relativ hoch war.
Able Archer spielte sich vom 7. bis 11. November 1983 vor allem auf der Kommando- und Kommunikationsebene der europäischen NATO-Staaten ab und sollte dort mit einem hohen Realitätsgrad die Vorgänge während eines Atomkriegs simulieren. Das Manöver unterschied sich von denen der Vorjahre in drei Punkten:
- Erstmals wurden die Regierungschefs von NATO-Ländern wie Margaret Thatcher und Helmut Kohl eingebunden, was dem Manöver politisches Gewicht verlieh.
- hochrangige Aktivitäten, verbunden mit einem simulierten Durchspielen der Alarmzustände für die Streitkräfte der USA DEFCON-Stufe 5 bis 1 (Maximale Einsatzbereitschaft - Alle verfügbaren Truppen werden eingesetzt)
- die neuen Funkverschlüsselungsmethoden wurden im Rahmen der Übung erstmals im großen Maßstab verwendet.
Seit dem Machtwechsel in Kiew 2013 hat die Zahl der Manöver in der Ukraine mit Beteiligung von Nato-Soldaten rasant zugenommen. Die USA lieferten zwei mobile Radargeräte für die ukrainische Armee
Am Montag wurde auf dem Jaworowski-Truppenübungsplatz, im äußersten Westen der Ukraine, feierlich ein neues Manöver eröffnet. Bei dem Manöver, das nach Mitteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums "bis 2017" andauern soll, werden fünf ukrainische Bataillone gemeinsam mit Soldaten aus Nato-Staaten trainieren.
Gäste der Eröffnungszeremonie waren der Kommandeur der US-Landstreitkräfte in Europa, Frederick Ben Hodges, der Kommandeur für gemeinsame Operationen der Streitkräfte Kanadas, Admiral Peter Ellis, sowie die Botschafter der USA, Kanadas und Litauens, Geoffrey Pyatt, Roman Vashchuk und Marius Janukonis.
mehr: - Manöver mit Nato-Soldaten in der Westukraine ohne Ende (Ulrich Heyden, Telepolis, 26.11.2015)
mein Kommentar: Diese ganze säbelrasselnde Show erinnert mich stark an Able Archer (Able Archer 83: "Um Haaresbreite", Post, 13.11.2015) - Vorwärtsverteidigung (Wikipedia) Die Sache mit dem »friedliebenden Westen« ist für mich damit endgültig gelaufen…
Die Bücher werden überprüft, ob sie den kulturellen Normen des Landes entsprechen, und vernichtet, wenn sie zur "moralischen Erosion" beitragen
Nach dem Abschuss der russischen SU-24 durch die Türkei hat Präsident Putin der türkischen Regierung unter Präsident Erdogan eine gezielte Islamisierung des Landes vorgeworfen. Als ob die AKP-Regierung, die bei den Wahlen die absolute Mehrheit errungen hat, dies bestätigen wollte, wurde jetzt bekannt, dass der Rat für wissenschaftliche und technische Forschung der Türkei (TÜBITAK) in diesem Jahr mehr als 50.000 Bücher aus Buchhandlungen eingezogen hat. Seit letztem Jahr kann die Behörde wissenschaftliche Populärliteratur prüfen.
Überprüft werden soll, ob die Kinderbücher den Vorstellungen der Regierung über die Vermittlung der richtigen Kultur und Lebensweise gehorchen. Sie sollen, wie Hürriyet berichtet, die "lokalen Werte und die lokale Kultur widerspiegeln". Bücher, die der Regierung nicht gefallen, werden nicht nur zensiert, sondern auch gleich vernichtet. mehr: - Türkische Regierung beginnt, Kinderbücher zu zensieren (Florian Rötzer, Telepolis, 27.11.2015)
mein Kommentar: Die ernüchternde Erkenntnis, die ich in meiner beruflichen Arbeit gewonnen habe, ist, daß die Erkenntnisprozesse, für die sich Patienten öffnen, von dem Bedürfnis nach Schutz ihrer Identität bestimmt sind – eigentlich eine platte Selbstverständlichkeit. Paartherapien laufen da gegen die Wand, wo jeder vom anderen verstanden werden will, das Verstehen des Einen gleichzeitig aber für den Anderen den Verlust bzw. eine massive Beschädigung der eigenen Identät bedeutet.
Am Beispiel des gesellschaftlichen Umgangs mit Homosexualität im deutschen Sprachraum wird deutlich, daß diese für die Identität großer Teile der Bevölkerung eine Gefahr darstellte. Im 1870 dem Reichstag des Norddeutschen Bundes vorgelegten, vom Bundesrat beschlossenen, Entwurf eines Strafgesetzbuches
begründet Bismarck die Strafbarkeit gleichgeschlechtlicher Handlungen unter Männern mit der Rücksicht auf die öffentliche Meinung:
»[…] das Rechtsbewußtsein im Volke beurtheilt diese Handlungen nicht blos als Laster, sondern als Verbrechen, und der Gesetzgeber wird billig Bedenken tragen müssen, diesen Rechtsanschauungen entgegen Handlungen für straffrei zu erklären, die in der öffentlichen Meinung als strafwürdige gelten.« ($ 175, Vorgeschichte, Wikipedia)
mein Kommentar: Was anderes tut Putin?
Fünf Jahre später rechtfertigte 1962 der unter Konrad Adenauer vorgelegte Regierungsentwurf eines Strafgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland[19] – entgegen dem Vorschlag der Großen Strafrechtskommission von 1959 (wo Vertreter von CDU/CSU selten anwesend waren)[20] – die Aufrechterhaltung des § 175 wie folgt:
Ausgeprägter als in anderen Bereichen hat die Rechtsordnung gegenüber der männlichen Homosexualität die Aufgabe, durch die sittenbildende Kraft des Strafgesetzes einen Damm gegen die Ausbreitung eines lasterhaften Treibens zu errichten, das, wenn es um sich griffe, eine schwere Gefahr für eine gesunde und natürliche Lebensordnung im Volke bedeuten würde.“[22] (Hans-Georg Stümke, Homosexuelle in Deutschland, 1989)
Homosexualität war für Psychoanalytiker noch Ende der 80er Jahre eine so schwerwiegende psychische Störung, daß Schwule nicht zur Lehranalyse bzw. zur psychoanalytischen Ausbildung zugelassen wurden.
"Wir haben aber alle ein Interesse daran, daß auch in sexuellen Dingen ein höherer Grad von Aufrichtigkeit unter den Menschen Pflicht werde, als es bis jetzt verlangt wird.
Die sexuelle Sittlichkeit kann dabei nur gewinnen. Gegenwärtig sind wir in Sachen Sexualität samt und sonders Heuchler, Kranke wie Gesunde. Es wird uns nur zugute kommen, wenn im Gefolge der allgemeinen Aufrichtigkeit ein gewisses Maß von Duldung in sexuellen Dingen zur Geltung kommt." (Sigmund Freud 1898, GW Bd. 1, S. 489ff.)
So viel man in über mehr als 100 Jahren in Psychotherapie und Psychoanalyse auch über Homosexuelle als Kranke geredet, geschrieben, geforscht hat, bisher hat man nie mit ihnen als Gleichberechtigten gesprochen, keinen Dialog mit ihnen geführt. […]
Daß sich Psychotherapien unterschiedlichster Ausrichtung der
gesellschaftlichen Verfolgung und Diffamierung homosexueller Männer angeschlossen haben, gehört zu den dunkelsten Kapiteln unserer Disziplinen. […]
4) Hat die psychoanalytische 1 Fragestellung, ob Homosexuelle gesund oder
krank, neurotisch oder gar präödipal gestört sind, überhaupt eine außeranalytische Relevanz?
5) Müssen die vorgeblich wissenschaftlichen psychoanalytischen Theorien zur
Homosexualität des Mannes als Dispositive der Macht, als Mittel der
Propaganda entlarvt werden? […]
Wenige Psychoanalytiker teilen Freuds Unvoreingenommenheit gegenüber einer praktizierten Homosexualität des Mannes, in neuester Zeit u. a. der späte Morgenthaler (1984), Isay (1990), Friedman (1988). Die Mehrzahl der Psychoanalytiker von Sadger (1921) über Socarides (1971) bis Kernberg (1985) arbeitet an der Verfolgung und Eliminierung von Homosexualität. Was ich von der Psychoanalyse sage, gilt auch für einige andere tiefenpsychologisch-psychotherapeutische Schulen. C. G. Jung hat in der Theorie von der Homosexualität erklärt: "Ihre Auffassung als pathologische Perversion (sei, E. K.) fragwürdig" (1983, S. 86), in der Praxis – wie etwa gegenüber Magnus Hirschfeld – war er von einer rüden Antihomosexualität. Alfred Adler (1917), Wilhelm Reich (1933, 1936), Erich Fromm (1972), Alexander Lowen (1980) haben männliche Homosexualität bekämpft. […]
Andere Psychotherapieformen sind offener und geben homosexuellen Männern die Chance, sich als befähigte Therapeuten zu erweisen. Ich kenne erfolgreiche und einfühlsame schwule Gestalt- und Körpertherapeuten, Bioenergetiker, Atem- und Kunsttherapeuten. Von verschwindenden Ausnahmen abgesehen kann jedoch bis heute niemand seiner Identität und Neigung entsprechend zugleich die Lebensform offener Homosexualität und den Beruf des Psychoanalytikers wählen. Nehmen wir Erdheims (1994) Gedanken auf, die in seinem Beitrag aufwirft, dann ist zu sagen, daß Psychotherapie und Psychoanalyse die Politik auch im Behandlungsraum installierten, als sie Homosexualität zu einer zu behandelnden Störung erklärten. Nach Erdheim ist Kranksein in unserem Kulturbereich eine "Einübung in Unterwerfung" und Krankheit "eine Einübung in die Identifikation mit der Herrschaft". […]
Heterosexuelle arbeiten, leben mit Homosexuellen, ohne sie wahrzunehmen und für "wahr" zu nehmen. Durch unzählige Hinweise in Frage gestellt, wird als Glaubensgewißheit dennoch aufrechterhalten: Schwule sind obskure Einzelgänger, haben einen fragwürdigen Charakter, leben ein ungezügeltes Sexualleben und frönen perversen Sexualpraktiken. Ich möchte darauf hinweisen, daß solche Vorurteile, solche Borniertheit, nicht das Vorrecht von Laien sind, sie werden auch von vielen Seelenkundlern geteilt. […]
Noch im vergangenen Jahr belehrte uns Kernberg (1992a) aufs neue, daß zwar eine Paarbeziehung erst mit Einschluß aller polymorph-perversen infantilen Neigungen lebendig wird, daß eine "wirkliche" Paarbeziehung aber nur die einer in vielen Schritten zur Vollendung reifenden "wirklichen Ehe" ist. (Erhard Künzler, Lebensformen der männlichen, gleichgeschlechtlichen Liebe, Lindauer Texte 1994)
siehe auch: - Wieso wir Angst vor dem Fremden haben (Dörte Hinrichs, Tagungsbericht, Freiburger Arbeitskreis Literatur & Psychoanalyse) Nach so vielen Quellen: Es geht mir nicht um Homosexualität sondern um das Bedürfnis, die eigene Identität zu schützen. Jede Gesellschaft, jeder Staat, jedes System überhaupt benötigt eine Identität und schützt sie. Dazu scheint nun einmal die Ausgrenzung oder sogar Verfolgung von Menschen mit anderer Sexualität zu gehören, dazu scheint nun einmal – ob es uns gefällt oder nicht – die Ausgrenzung oder sogar Verfolgung von Menschen anderer Überzeugungen zu gehören. Und wenn ein System – egal welches – seine Identität infrage gestellt sieht, ergreift es Maßnahmen, dieselbe zu schützen. Dazu gehört, egal ob in der Türkei oder in Deutschland – das Verbannen von mißliebiger Literatur. Da kann man – sei es als politisch oder als psychotherapeutisch Denkender – nur schulterzuckend zusehen… Die Frage, die offen bleibt: Muß das so sein?
Kennen Sie den Bandwagon-Effekt?
Die Bezeichnung geht auf einen reich dekorierten Wagen zurück, der im Rahmen einer Parade eine Musikkapelle beherbergt hat.
Im Verlauf der Zeit hat sich der Bandwagon zu einer Metapher für Erfolg entwickelt, was nicht zuletzt darauf zurückgeführt werden kann, dass ein Bandwagon im US-amerikanischen Vor-Wahlkampf genutzt wurde, um den Sieger einer Vorwahl zu verkünden und zu zeigen. Insofern will jeder Kandidat auf den Bandwagon.
Abstrahiert man etwas mehr, dann wird der Bandwagon zu etwas, das für Erfolg oder die Insignien von Erfolg steht, das Dritte gerne hätten und entsprechend imitieren wollen. Das ist so etwas, wie die inoffizielle Bedeutung, die Ökonomen dem Bandwagon-Effekt zuweisen:
“Bandwagons are also used to characterize ‘irrational exuberance’ of investors in the stock market. According to this view, investors observe that others have recently been highly successful in the market. They then follow their example, regardless of market fundamentals. Bandwagon effects in this context are a type of herd behavior” (Rohlfs, 2003: 1).
Der Bandwagon-Effekt beschreibt also ein nachahmendes, imitierendes Verhalten, das mit dem Ziel ausgeführt wird, einen Nutzen, einen Gewinn, in jedem Fall etwas Positives zu erreichen, das andere mit dem entsprechenden Verhalten bereits erreicht haben. mehr: - Bücherverbrennung heißt jetzt Bücherentfernung (ScienceFiles, 25.11.2015)
In Ermangelung eigener Ideen leben die Anbieter von Korrektheitsbekundungen ständig in einer fast schon ekstatischen Vorahnung ihrer kommenden Gut-Handlungen. Sie antizipieren die eigene Gutheit, deren adäquates Ausdrucksmittel durch moralische Hypes und Paniken geliefert wird, wie sie Gesellschaften regelmäßig heimsuchen, wenn ein Anbieter von politisch-korrekter Führung z.B. zum Boykott oder zur Aufregung über Personen oder Organisationen aufruft, die sich aus seiner Sicht eines Übertritts gegen die politische Korrektheit schuldig gemacht haben.
[…] Ich habe gar nichts gegen die Menge; Doch kommt sie einmal ins Gedränge, So ruft sie, um den Teufel zu bannen, Gewiß die Schelme, die Tyrannen. […] Was ich sagen wollt, Verbietet mir keine Zensur! Sagt verständig immer nur, Was jedem frommt, Was ihr und andere sollt; Da kommt, Ich versichr’ euch, so viel zur Sprache, Was uns beschäftigt auf lange Tage.
O Freiheit süß der Presse! Nun sind wir endlich froh; Sie pocht von Messe zu Messe In dulci jubilo. Kommt, laßt uns alles drucken Und walten für und für; Nur sollte keiner mucken, Der nicht so denkt wie wir.
Was euch die heilige Preßfreiheit Für Frommen, Vorteil und Früchte beut? Davon habt ihr gewisse Erscheinung: Tiefe Verachtung öffentlicher Meinung. […] Nichts schmerzlicher kann den Menschen geschehn, Als das Absurde verkörpert zu sehn.
Dummes Zeug kann man viel reden, Kann es auch schreiben, Wird weder Leib noch Seele töten, Es wird alles beim alten bleiben.
Dummes aber, vors Auge gestellt, Hat ein magisches Recht; Weil es die Sinne gefesselt hält, Bleibt der Geist ein Knecht. […] Das Tüchtige, und wenn auch falsch, Wirkt Tag für Tag, von Haus zu Haus; Das Tüchtige, wenn’s wahrhaft ist, Wirkt über alle Zeiten hinaus.
Ich übernehme keine Haftung für die Inhalte externer Links, verweise diesbezüglich auf RogerMurtaughund gehe im übrigen davon aus, daß die Besucher meines Blog imstande sind, sich ihre eigenen Gedanken zu machen.
(Was ja auch Ziel dieses Blogs ist!)
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