Samstag, 5. März 2016

Qualitätsjournalismus allerorten

Während die russische Presse gerade die angebliche Entführung und Vergewaltigung der 13jährigen Lisa hochkocht und hier bei uns die Empöhrung über da Breittreten der Falschmeldung in den russischen Medien hochkocht
(- Angeblich entführte 13-Jährige Fall Lisa: Das sind die Fakten, n-tv, 27.01.2016)
beweist CNN exakte Recherche im Land der grottenschlechten Bildung:
- CNN - Australien baut Zaun zu Slowenien (AllesSchallundRauch, 02.03.2016)

mein Kommentar:
genauso, wie ich mir in Bezug auf Trump als Präsident Sorgen mache, freue ich mich immer wieder, daß wir Putin als »Gegner« haben!

Freitag, 4. März 2016

Carsten Maschmeyer: Schmarotzer mit Heiligenschein

Milliardäre haben es nicht einfach - jedenfalls nicht, wenn sie Gutes tun wollen. Im Land der Nörgler müssen sie sich so einiges anhören. Ein Kommentar.

Zwei Milliardäre haben in dieser Woche für Aufsehen gesorgt: der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer und Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Maschmeyer und seine Frau Veronica Ferres haben zwei Flüchtlingsfamilien bei sich aufgenommen. Schon vor zehn Wochen. Aber erst vor einigen Tagen wurde es bekannt. Dem Ehepaar kam die Idee, als in seiner Nähe eine Flüchtlingsunterkunft gebaut wurde. Maschmeyer und Ferres sahen, wie beengt die Flüchtlinge leben mussten. Sie beschlossen zu helfen. In ihrer Villa in Hannover war schließlich Platz, die Kinderzimmer standen leer. Sie ließen also zwei Familien aus Syrien bei sich wohnen, vier Erwachsene und fünf Kinder. Sie teilten mit ihnen Küche und Wohnzimmer, aßen gemeinsam mit ihnen, gingen mit den Kindern in den Zoo oder in die Stadt und sorgten dafür, dass die Kinder die Schule besuchen und die Eltern Umschulungsmaßnahmen.

Warum sie das taten? Maschmeyer antwortete in einem Interview auf diese Frage: „Diese Erfahrung war unendlich kostbar, weil sie uns geholfen hat, zu erkennen, was wirklich wichtig ist im Leben. Diese Menschen hatten alles verloren, waren vom Tod bedroht und brauchten einen sicheren Ort.“ Das schönste Gefühl sei nicht die entgegengebrachte Dankbarkeit gewesen, sondern „dass wir einen kleinen Beitrag leisten konnten, um diesen Menschen zu helfen, sich in ihrer neuen Heimat Deutschland erfolgreich zu integrieren“. Maschmeyer und seine Frau haben also etwas getan, was der Mehrheit der Deutschen im Traum nicht einfallen würde: Sie haben fremde Menschen bei sich wohnen lassen. Sie haben geholfen, ihren kleinen Beitrag geleistet.

Und was sind die Kommentare dazu? Zumeist lauten sie so: Alles nur eine PR-Masche. Als Milliardär hat man eben keine anderen Probleme. Bestimmt hat sich die Security um die Flüchtlinge gekümmert. Die armen Familien, dass sie ausgerechnet bei Maschmeyer und Ferres unterkommen mussten. Haben die Flüchtlinge denn nicht genug durchlitten? Maschmeyer tut Gutes, um Wirtschaftskriminalität zu verbergen. Einmal böse, immer böse. Und so weiter.  

mehr: 
- Milliardäre unter Beschuss: Gutes tun im Land der Nörgler (Philip Eppelsheim, FAZ, 05.12.2015)

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Eine nach Ausstrahlung der Dokumentation erwirkte einstweilige Verfügung am Landgericht Berlin untersagt dem NDR, eine bestimmte Szene weiterhin zu zeigen.[40][41] In der Folge ging Maschmeyer anwaltlich sowohl gegen den NDR als auch gegen einige an den beiden ARD-Beiträgen beteiligte Journalisten vor. Diese erhielten Abmahnschreiben an ihre Privatadressen und wurden von Wirtschaftauskunfteien telefonisch detailliert über ihre Beschäftigungsverhältnisse befragt. Außerdem beauftragte Maschmeyer einen Strafrechtler, ein Gutachten über die Frage zu erstellen, ob sich Journalisten im Zusammenhang mit den NDR-Beiträgen strafbar gemacht hätten. Als mögliche Straftatbestände kämen Nötigung, politische Verdächtigung und die Verbreitung von Bildern ohne die Zustimmung der darauf Abgebildeten in Frage.[42]Der FAZ-Journalist Michael Hanfeld schrieb in diesem Zusammenhang von einem Zurückschlagen „mit allen Mitteln“ und einem „veritablen Angriff auf die Pressefreiheit und den freien Journalismus“.[43] Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) stellte zu Maschmeyers Vorgehen fest, dass er „Pressefreiheit und Demokratie bedroht“ hätte und verlangte von ihm, „sofort mit den presse- und strafrechtlichen Nachstellungen […] aufzuhören“.[44][45]Maschmeyer begründete sein Verhalten gegenüber dem NDR und die Inanspruchnahme eines Medienanwalts sowie eines Strafrechtlers damit, dass er die mehrfachen Interviewanfragen eines „übereifrigen Journalisten“ als „Nötigung“ empfand und sich insoweit auch „verfolgt gefühlt habe“. Seine Maßnahmen vor dem Hintergrund eines nicht zustande gekommenen bzw. auch nicht im Vorfeld abgesteckten Panorama-Interviews rechtfertigte er unter anderem mit seiner Auffassung, dass er nicht habe zulassen können und dürfen, dass Tausende seiner ehemaligen Mitarbeiter diffamiert würden.[46] (Carsten Maschmeyer, Geschäftspraktiken, Wikipedia)
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siehe auch:
- Im Gespräch: Carsten Maschmeyer Der Milliardär, der sich traut (im Interview, FAZ, 14.12.2013)


Szenenwechsel…
Stellen wir uns vor:
1.: Der Staat will Dinkel steuerlich fördern
2.: Jemand steht beim Bäcker, kauft zehn Dinkelbrötchen, nach 1 Minute verkauft er sie an den Bäcker zurück, nach einer weiteren Minute kauft er sie wieder und so weiter und so weiter…



Auf den ersten Blick erscheint das Ganze völlig unsinnig: wozu kauft jemand was, das er nach einer Minute wieder zurückgibt und nach einer weiteren Minute wiederkauft?

Wenn durch die schnelle Frequenz von Kauf und Zurückgabe und Wiederkauf unklar ist, wem das Brötchen gehört, können beide, so unsere Gesetze, sowohl der Käufer wie auch der Bäcker beim Staat eine Steuerrückzahlung beantragen.

Dieser ganze Vorgang macht nur unter der Voraussetzung Sinn, daß von vornherein die doppelte (und daher unrechtmäßige) Beantragung einer Steuerrückzahlung beabsichtigt war: zu keinem Zeitpunkt ging es um das Dinkelbrötchen an sich (man hätte das Ganze auch mit Kuhglocken durchziehen können), das Dinkelbrötchen-Hin-und-her diente nur dazu, das Finanzamt zu betrügen.

siehe dazu:

So jemand ist Carsten Maschmeyer: er hat Millionen in Fonds investiert, die den Steuerzahler betrügen wollten. Einziges Ziel bei dieser Sache war nicht, irgend einen Gewinn zu erzielen, irgend ein Produkt zu verkaufen, mit irgend jemandem einen Handel abzuschließen und daran zu verdienen, einziges Ziel war, den Staat zu betrügen! (siehe: Dividentenstripping, Wikipedia)
siehe dazu auch:

Carsten Maschmeyer hat keine Sicherheitsnadel erfunden, hat keinen Motor konstruiert, keinen Fahrstuhl produziert, nichts erfunden, sein Reichtum basiert auf seiner Fähigkeit, dem Kategorischen Imperativ eindeutig widersprechende Handlungstaktiken herauszufinden, die nach unseren Gesetzen nur sehr schwer (wirklich?!) als »Betrug« bezeichnet werden können. Er hat nicht nächtelang in irgendwelchen Garagen über einer Erfindung brütend rumgesessen, er hat nicht tagelang gehungert, um irgendwelche Schrauben oder Nieten für den Motor zu kaufen, den er im Kopf hatte, er hat nichts Materielles und auch nichts Virtuelles produziert (wie z.B. ein Computer-Programm), seine Gedanken richten sich einzig und alleine auf die sich mehr oder weniger am Rande der Legalität anbietenden Möglichkeiten der Abschöpfung von Geld.


Maschmeyer und Freshfields im Untersuchungsausschuss Cum-Ex {2:06}

Veröffentlicht am 25.11.2016
Im Untersuchungsausschuss zum Cum-Ex-Skandal waren gestern Carsten Maschmeyer und Anwälte der Kanzlei Freshfields geladen. Da Freshfields angefordert Unterlagen nicht geliefert hat, wurde beim Bundesgerichtshof eine Beschlagnahmung der Dokumente beantragt. Gerhard Schick findet es gut, dass der Bundestag hier Zähne zeigt und die Aufklärung vorantreibt.

Mehr Infos hier:
https://www.gruene-bundestag.de/theme...

siehe dazu auch:

Maschmeyer, AWD und eine Million für Altkanzler Gerhard Schröder {10:58}

KiekeMa Berlin
Am 06.03.2011 veröffentlicht 
Spiegel TV-Beitrag v. 06.03.2011 über den AWD, Maschmeyer ... Eine Million für den Kanzler - Das System Maschmeyer

Der Drückerkönig und die Politik - Die Karriere von AWD-Gründer Carsten Maschmeyer - PANORAMA {28:23}

ARD
Am 11.07.2011 veröffentlicht 
Die Karriere von AWD-Gründer Carsten Maschmeyer ist eine schillernde. Sehen Sie einen exklusiven Film der Panorama-Redaktion über Macht und Einfluss eines umtriebigen Managers.
Panorama im Internet: http://daserste.ndr.de/panorama/
Mehr Videos:
http://www.ardmediathek.de
http://mediathek.daserste.de
alter Info-Text:
Hochgeladen am 29.03.2011
Er kennt sie alle -- die Großen und Mächtigen in diesem Land. Bundespräsident Christian Wulff macht Urlaub in seiner Villa auf Mallorca, Altbundeskanzler Gerhard Schröder nennt ihn einen "Freund" und Familienministerin Köhler lässt sich von seinem Unternehmen beraten: Dass ausgerechnet der Gründer des umstrittenen Finanzdienstleisters AWD, Carsten Maschmeyer, ein enger Freund der Spitzen unserer Gesellschaft ist, macht seine Opfer fassungslos. Der AWD hatte vielen Kleinanlegern, die ihren Lebensabend finanziell absichern wollten, sogenannte Schrottimmobilien und Geschlossene Fonds verkauft, die längst nicht das brachten, was versprochen worden war. So klagen ungezählte Anleger über den Verlust ihrer gesamten Ersparnisse. Der Reporter Christoph Lütgert von der Redaktion Panorama hat die AWD-Opfer besucht. Lütgert versuchte herauszufinden, warum ein Mensch wie Carsten Maschmeyer eine solch hohe Anziehungskraft auf Politiker ausübt, die sogenannte "Hannover-Clique" ist bereits zum feststehenden Begriff geworden. Mehrere Politiker bzw. Ex-Politiker äußern sich zu ihrem Verhältnis zu Maschmeyer -- nur der AWD-Gründer selber weigert sich monatelang, ein Interview zu geben. Dann begegnet Panorama-Reporter Lütgert dem AWD-Gründer Carsten Maschmeyer in Frankfurt auf einer Finanzmesse.

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Der Ausdruck Ethos (griechisch ἔθος „Gewohnheit, Sitte, Brauch“; ἦθος „Charakter, Sinnesart, Brauch, Sitte, Gewohnheit“)[1]bezeichnet bildungssprachlich die sittliche Gesinnung einer Person, einer Gemeinschaft oder speziellen sozialen Gruppe (Berufsgruppe, Schule etc.).[2] Der Duden definiert das Ethos als eine „vom Bewusstsein sittlicher Werte geprägte Gesinnung“ oder „Gesamthaltung“; als „ethisches Bewusstsein“ oder auch als Ethik im Sinne der Gesamtheit sittlicher Normen und Maximen, die einer (verantwortungsbewussten) Einstellung zugrunde liegen.[3] Das Ethos steht damit im Synonymfeld von „Moral, Pflichtbewusstsein, Pflichtgefühl, Pflichttreue, Sittlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Verantwortungsgefühl; (bildungssprachlich) Ethik, Moralität“.[4]
Als philosophischer Begriff bezeichnet das Ethos die dem Einzelnen vorgängige und ihn mitprägende Lebensgewohnheit. Die Ethik als philosophische Disziplin versucht ein bestimmtes Ethos zu begründen oder ein überkommenes kritisch zu reflektieren.
Das Ethos steht nicht nur für das Verhalten einzelner, sondern auch für das Gefüge moralischer Verhaltensweisen der sozialen Institution, in der er lebt – objektiv als Sitte, subjektiv als Charakter. Durch das Ethos wird die Einheit einer bestimmten sozialen Gemeinschaft konstituiert, stabilisiert sowie von anderen Gemeinschaften abgegrenzt.
In der klassischen Rhetorik nach Aristoteles[5] bezeichnet Ethos eine der drei Arten der Überzeugung, nämlich die durch die Autorität und Glaubwürdigkeit des Sprechers. Die anderen beiden sind Pathos (rednerische Gewalt und emotionaler Appell) und Logos (Folgerichtigkeit und Beweisführung). (Ethos, Wikipedia) 
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Parasitismus (altgriechisch παρά para „neben“, σιτεῖσθαι siteisthai „essen“; auch Schmarotzertum) im engeren Sinne bezeichnet den Ressourcenerwerb mittels eines in der Regel erheblich größeren[1] Organismus einer anderen Art, meist dient die Körperflüssigkeit dieses Organismus als Nahrung. Der auch als Wirt bezeichnete Organismus wird dabei vom Parasiten geschädigt, bleibt aber in der Regel am Leben. In seltenen Fällen kann der Parasitenbefall auch zum Tod des Wirtes führen, dann aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.Im weiteren Sinne kann Parasitismus als eine Steigerung der Fitness des Parasiten verstanden werden, die bisweilen verbunden ist mit einer Verminderung der Fitness des Wirtes. (Parasitismus, Wikipedia)
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Bundestag nimmt sich den Steuerskandal vor (Martin Greive, Anne Kunz, Die Welt, 25.02.2016)
- Carsten Maschmeyer und Co. – Milliarden für Millionäre – Wie der Staat unser Geld an Reiche verschenkt (17.02.2016)
Sarasin-Streit: 10 Millionen Franken für Maschmeyer (Stefan Barmettler, Handelszeitung, 10.06.2015)
- Die Bank J. Safra Sarasin im Cum-Ex-Strudel Gesetzeslücke als Geschäftsgrundlage (Ermes Gallarotti, 13.12.2014)
Cum-Ex bei Sarasin: Flick Gocke- und Strate-Mandant Maschmeyer in Erklärungsnot (juve.de, 19.11.2014)
DRITTE KLAGE GEGEN SARASIN Carsten Maschmeyer fordert 14 Millionen Euro (Annika Teerling, Das Investment, 10.11.2014)
Ermittlungen im Fall Sarasin: Einer sitzt (Klaus Ott, Süddeutsche Zeitung, 04.11.2014)
BANK J. SAFRA SARASIN: Maschmeyer bereitet weitere Klagen vor (Annika Teerling, Das Investment, 27.10.2014)
BANK J. SAFRA SARASIN: Maschmeyer bereitet weitere Klagen vor (Annika Teerling, Das Investment, 27.10.2014)
- Cum-Ex: Allen & Overy-Mandant Macquarie unter Druck, Ermittlungen gegen Fonds (Volker Votsmeier, JUVE, 08.10.2014)
Steuern – Ex und hopp (Martin Hesse, Gerald Traufetter, SPON, 22.09.2014, Zitat:)

Auch prominente Reiche spielten das lukrative Spiel mit, etwa Carsten Maschmeyer, ehemaliger Chef des Finanzvertriebs AWD. Mit ihm steckte nicht nur seine Verlobte, die Schauspielerin Veronica Ferres, Geld in das Steuermodell, sondern auch zahlreiche Freunde, etwa Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies und der gerade beim HSV geschasste Fußballtrainer Mirko Slomka. Drogeriekönig Erwin Müller investierte ebenfalls in Cum-Ex-Fonds.

Heute wollen sie nicht gewusst haben, dass die schönen Gewinne vor allem auf einem Steuertrick beruhten. Stattdessen ziehen sie gegen ihre Banken ins Feld, über die sie an den Deals teilhatten.

Dabei sind die Geschäfte nur für Laien verwirrend. Fachleuten hingegen leuchten sie sogleich ein. Denn sie machten sich eine bestens bekannte Besonderheit des deutschen Rechts zunutze. Bei bestimmten Aktiengeschäften - sogenannten Leerverkäufen - kann es nämlich für kurze Zeit quasi zwei Eigentümer geben.
„CUM-EX-DEALS“: Maschmeyer will fast 30 Millionen Euro von Sarasin (Handelsblatt, 03.09.2014)
- Maschmeyer muss lange warten (Nina Plonka, stern, 17.04.2014)
- Finanzrichter zum Dividentenstripping: Drohen Steuernachzahlungen im großen Stil? (Sara Zinnecker, Handelsblatt, 16.04.2014)
- Ex-Mitarbeiter der Sarasin-Bank belastet Maschmeyer in eidesstattlicher Versicherung (Hannover Zeitung, Quelle: stern, 16.04.2014)
Wie anrüchig sind Maschmeyers Fondsgeschäfte? (Daniel Schönwitz, Homepage, 07.04.2014)
- Düsseldorf Maschmeyers dubiose Schweiz-Geschäfte (Florian Rinke, rp-online, 20.03.2014)
- Ex-AWD-Chef Maschmeyer kämpft um Millionen (Anne Kunz, Die Welt, 20.03.2014; Zitat:)
Maschmeyer investierte einmal fünf Millionen Euro, ein weiteres Mal über ein "Familienkonto" zehn Millionen und dann 40 Millionen Euro. In den 40 Millionen steckte auch Geld von seiner Verlobten, der Schauspielerin Veronica Ferres, und von seinem Freund Mirko Slomka, der momentan den Hamburger SV trainiert.
Unterlagen des Hamburger Magazins "Stern" zeigen, dass auch der Fleischunternehmer und Schalke-Boss Clemens Tönnies und der Hamburger Prominentenanwalt Matthias Prinz in Sheridan-Fonds investierten. Tönnies setzte über eine Firma, deren Gesellschafter er und seine beiden Kinder sind, fast eine Million Euro ein.
Der Medienanwalt Prinz steckte fast fünf Millionen Euro in einen Sheridan-Fonds. Sie alle eint nun ein Problem: Sie kommen nicht mehr an ihr Geld. Seit 2011 verweigert die Bank die Auszahlung der Gelder. Denn der Staat hat mittlerweile die Gesetzeslücke, die solche Geschäfte ermöglichte, geschlossen. So hat Maschmeyer erst 26 Millionen Euro von den 40 Millionen Euro zurückbekommen.
- Umstrittene Cum-Ex-Deals: Maschmeyer verklagt Sarasin, auch Medienanwalt Prinz und weitere Prominente beteiligt (Volker Votsmeier, JUVE, 19.03.2014)
Umstrittene Fondsgeschäfte: Maschmeyer will Sarasin-Bank verklagen (SPON, 19.03.2014)
Maschmeyer prüft Klage gegen Bank Sarasin (Pfefferminzia, 19.03.2014)
Umstrittene Cum-Ex-Deals: Maschmeyer verklagt Sarasin, auch Medienanwalt Prinz und weitere Prominente beteiligt (juve.de, 19.03.2014)
Maschmeyer prüft Klage gegen Bank Sarasin (Pfefferminzia, 19.03.2014)

"Drückerkönig"-Doku: NDR und Maschmeyer beenden Streit (08.07.2011)
Haifische am Pokertisch (Post, 14.06.2009)

zuletzt aktualisiert am 19.10.2018

Heute vor 100 Jahren – 4. März 1916: Franz Marc fällt vor Verdun

Der Kriegstod des »Blauen Reiters« 

Als Franz Marc heute vor 100 Jahren auf einem Erkundungsritt vor Verdun fiel, starb einer der produktivsten Maler des beginnenden 20. Jahrhunderts. In seinem kurzen Leben hatte er 244 Ölgemälde und 261 Zeichnungen und Aquarelle geschaffen. 
»Die gelbe Kuh«, Gemälde von Franz Marc, 1911

Der 1880 in München geborene Marc eröffnete 1904 sein eigenes Atelier und kam 1910 mit der »Neuen Künstlervereinigung« in München in Kontakt. Er schloss Freundschaft mit August Macke (1887 bis 1914) und Wassily Kandinsky (1866-1944), mit dem er 1911 in München die wegweisende Künstlervereinigung »Der Blaue Reiter« gründete. Beeinflusst vom Expressionismus und Kubismus, schuf Macke vor allem Tierporträts wie «Der Tiger« (1912) und »Der Turm der blauen Pferde« (1912/13). Tiere erschienen ihm »schöner und reiner« als Menschen. Marc entwarf eine eigene Kunsttheorie und verstand seine Farben symbolisch: Blau als »männliches Prinzip, herb und qeistiq« und Gelb als »weibliches Prinzip, sanft, heiter und sinnlich«. 1914 meldeten sich Macke, der nur wenige Woche nach Kriegsbeginn in der Champagne fiel, und Marc als Kriegsfreiwillige. Der Krieg, so schrieb Marc im Oktober 1914 an Kandinsky, sei ein »heilsamer, wenn auch grausamer Durchgang« hin zu einem neuen Europa. 


Was am 4. März noch geschah: 


1922: Uraufführung von Friedrich Wilhelm Murnaus verstörendem Film »Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens« 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2016 

[DOKU] I. Weltkrieg - Die Schlacht um Verdun [42:34]

Veröffentlicht am 30.07.2013
Abbonieren und liken wäre cool :D

1914 - Künstler im Krieg Doku (2014) [43:41]

Veröffentlicht am 02.03.2015
Er wurde mit Jubel begrüßt, der Erste Weltkrieg. Nicht nur von Hurra-Patrioten: Auch überraschend viele Künstler der Avantgarde, deutsche Dichter und Denker zogen freiwillig ins Feld - aus Abenteuerlust, Pflichtgefühl, Vaterlandsliebe. Selbst spätere Nobelpreisträger wie Thomas Mann betrieben verbale Mobilmachung. "Krieg! Es war Reinigung, Befreiung, was wir empfanden, und eine ungeheure Hoffnung", schreibt Mann 1914. Und der als Friedenspoet verehrte Hermann Hesse bekennt in einem Brief vom Dezember 1914: "Die moralischen Werte des Krieges schätze ich im Ganzen sehr hoch ein. Aus dem blöden Kapitalistenfrieden herausgerissen zu werden, tat vielen gut". Anfang 1915 sieht er endlich: "Die Meinung, dass dieser Krieg etwas Herrliches und sogar Heiliges sei, kann ich nicht teilen." Zu dieser Einsicht kamen Künstler wie Otto Dix, Max Beckmann und Franz Marc erst, als sie das große Abschlachten hautnah miterlebten.
Die Dokumentation "1914 - Künstler im Krieg" ergründet, wie sich der Erste Weltkrieg in den Werken vieler Künstler widerspiegelt und welchen Einfluss Kriegserfahrungen und Traumata auf die Kunst hatten.

August Macke und Franz Marc. Eine Künstlerfreundschaft [4:57]

Veröffentlicht am 03.03.2015
August Macke und Franz Marc. Eine Künstlerfreundschaft (Trailer 1 zur DVD)
Filmessay von Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich, tasca films munich

Nosferatu, Eine Symphonie Des Grauens (1922) - Movie Trailer [1:25]

Veröffentlicht am 12.09.2014

Donnerstag, 3. März 2016

Flüchtlingskrise: Juristenstreit über die „Herrschaft des Unrechts“

Als Horst Seehofer von der „Herrschaft des Unrechts“ in Bezug auf Merkels Flüchtlingspolitik sprach, erntete er viel Kritik. Doch auch Rechtswissenschaftler sind sich über diesen Begriff uneins. Das Magazin Cicero dokumentiert die Debatte


An der Grenze zwischen Bayern und Österreich findet seit Wochen ein staatlich initiierter Rechtsbruch statt. Die an der Grenze eingesetzten Polizisten betätigen sich auf Anweisung der Bundesregierung als Schleuser, und die Bundeskanzlerin steht an der Spitze eines organisierten Machtapparats, der täglich offenbar bis zu 10 000 Menschen illegal nach Deutschland bringt.

Zur Rechtslage: Seit Wochen verkünden Mitglieder der Bundesregierung und Vertreter der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten – eingedenk wohl des Erfahrungssatzes, nach dem das einzige wirkungsvolle rhetorische Mittel eben die Wiederholung sei – den Satz, das Asylrecht kenne „keine Obergrenze“. Der Satz stimmt aber nicht. Bei dem Individualgrundrecht auf Asyl handelt es sich nicht um ein Abwehrrecht – ein reines Abwehrrecht würde in der Tat keine Obergrenze kennen, willkürliche Einkerkerung etwa ist immer verboten, unabhängig davon, ob der Staat einen oder tausend Menschen willkürlich einkerkern will. Sondern um ein Leistungsrecht. Wer Asyl beantragt, will nicht, dass der Staat ihn in Ruhe lässt, sondern er will etwas vom Staat, das er bisher nicht hatte, wie beispielsweise einen Studienplatz.

mehr:
- Flüchtlingskrise: Juristenstreit über die „Herrschaft des Unrechts“ (Ulrich Vosgerau, Cicero, 28.02.2016)

Unter die Gürtellinie – Staunen. Kopfschütteln. Weitermachen.

Cicero-Kolumnistin Amelie Fried war für einen Text über das Verhältnis von Flüchtlingen und Aufnahmegesellschaft scharf von zwei „Welt“-Journalisten kritisiert worden. Christoph Schwennicke mahnt mehr gute Sitten im Umgang unter Kollegen an
Es ist höchste Zeit für einen neuen kategorischen Imperativ, einen kategorischen Imperativ des Kommunikationsverhaltens im Zeitalter der schnellen Schriftlichkeit. Dieser Imperativ orientiert sich in Geist und Ton am alten Königsberger und geht ungefähr so: Schreibe in Mails, Foren, sozialen Netzwerken oder Online-Plattformen nur so, wie du es der betreffenden Person auch ins Gesicht sagen würdest! Denn es hat sich dort eine Form von Unflätigkeit und Verrohung breitgemacht, die unselige Auswirkungen hat.

Leider auch auf den Ton und die Sitten im Journalismus und den Umgang von Kollegen untereinander. Es geht zu wie beim Kickboxen. Und die Anwürfe richten sich nicht mehr auf die Sache selbst, sondern sind ad hominem, mit der Absicht der persönlichen Abwertung, wie Arthur Schopenhauer in der „Kunst, Recht zu behalten“ schreibt. Es geht also geradewegs unter jede Gürtellinie. Ganz persönlich hatte ich in diesen rauen Zeiten zuletzt das Missvergnügen, von zwei Kollegen, die ich persönlich kenne, in der Flüchtlingsthematik einmal als angstzerfressener alter weißer Mann schubladisiert zu werden, das nächste Mal in recht illustrer Gesellschaft zu jenen Männern gerechnet zu werden, die gegenüber Angela Merkel einen Ödipuskomplex mit sich herumtragen.

mehr:
- Streit um Cicero-Kolumnistin: Geradewegs unter jede Gürtellinie (Christoph Schwennicke, Cicero, 12.02.2016)

Amelie Fried und Peter Probst über ihr Buch »Verliebt, verlobt - verrückt?« [3:09]

Veröffentlicht am 17.08.2012
Muss man verrückt sein, um heutzutage zu heiraten? Das Zusammenleben funktioniert schließlich auch ohne Trauschein. So dachten Amelie Fried und Peter Probst auch einmal. Dann haben sie geheiratet. 20 Jahre später schreiben sie nun ein wunderbares und sehr zeitgemäßes Buch über die Ehe. Herrlich selbstironisch und höchst unterhaltsam schildern sie die Herausforderungen des alltäglichen Zusammenlebens und beleuchten die Ehe von allen romantischen und unromantischen Seiten. Eine Liebeserklärung an die Ehe!

Weitere Infos zu »Verliebt, verlobt - verrückt?«:
http://www.randomhouse.de/Buch/Verlie...

Weitere Infos zu Amelie Fried und ihren Büchern:
http://www.ameliefried.de/

»Verliebt, verlobt - verrückt?« auf YouTube:
http://youtu.be/V9blBehEH6o

2008-01-21: Interview mit Henryk M. Broder über Gutmenschen, Islam und Antisemitismus [43:56]

Veröffentlicht am 18.08.2015
Peter Voß im Gespräch mit Henryk M. Broder
"Was haben Sie gegen Gutmenschen", Herr Broder?

Ein Schulbuch, das keiner versteht

Digitale Lernmaterialien sollen irgendwann das alte Schulbuch ersetzen. Die Bundesregierung treibt die neue Pädagogik mit viel Geld voran. Zwei Studien sollen offenbar nur beweisen, wie erfolgreich die sogenannten „Open Educational Resources“ sind

Stell Dir vor, es gibt ein neues Schulbuch – und keiner versteht es, Lehrer nicht, Eltern nicht, schon gar nicht die Schüler. Auf diesen kurzen Nenner lässt sich ein neues Projekt von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) bringen, das den Namen „Open Educational Resources“ trägt, kurz OER. Dennoch hat Wanka gerade 750.000 Euro für zwei Machbarkeitsstudien ausgegeben – um die neue Geheimpädagogik voranzutreiben.

Unter „Open Educational Resources“ versteht man alle möglichen Lernmaterialien, die meistens digital sind. Das bedeutet, sie sind für Lehrer einfach zu bearbeiten und weiter zu verteilen: Arbeitsblätter für den Unterricht, Lehrvideos, didaktische Materialsammlungen, auch offene Games- und Quiz-Formate zählen dazu. Die beiden Studien im Auftrag von Bildungsministerin Wanka sollten mehr Klarheit darüber bringen, wie man die neuen Lernmedien unter den 800.000 Lehrern bekannter machen könnte. Denn die kennen vor allem Schulbücher. Allerdings dürfte das Bekanntmachen nicht leicht fallen. Denn die beauftragten Institutionen als auch die Bundesregierung haben aus den vermeintlich offenen Bildungsmaterialien ein elitäres Projekt gemacht.

Offene Lernmaterialien, die extrem schwer lesbar sind

So weigerte sich die Sprecherin im Bundesbildungsministerium, Sibylle Quenett, den Auftrag für die Open-Studie herauszugeben. „Leistungsbeschreibung beziehungsweise Auftragstexte“, sagte Quenett zu Cicero-Online, „sind nicht für eine Herausgabe bestimmt“. Diese so genannte Machbarkeitsstudie hat das „Deutsche Institut für pädagogische und internationale Forschung“ (DIPF) in Frankfurt angefertigt. Das Papier handelt zwar von offenen Lernmaterialien – ist aber extrem schwer lesbar. So heißt es in der

Zusammenfassung, das DIPF empfehle „die Vernetzung bestehender (Teil‐)Infrastrukturen zu einem Aggregationsmechanismus“. Dies sei nötig, da „die disparat verteilten, abgegrenzte Communitys adressierenden Kollektionen auf der Basis interoperabler Nachweis‐ und Austauschroutinen“ verknüpft werden müssten. Der Direktor des Instituts, Marc Rittberger, verteidigte im Gespräch mit Cicero die Studie. Das Papier richte sich schließlich an das Ministerium – und sei nicht für Eltern, Lehrer oder Bürger bestimmt. Aber, sollten nicht auch die Bürger Lernmedien verstehen, die angeblich „offen“ sind?
mehr:
- Ein Schulbuch, das keiner versteht (Christian Füller, Cicero, 29.02.2016)
siehe auch:
Bildung ohne System (Nervenheilkunde 3/2012) 
E-Bücher statt Lehrbücher?  (Nervenheilkunde 6/2012)
Digital genial? (Nervenheilkunde 1-2/2015) 
- Die Pisa-Studie (Homepage von Gregor Jonas)

Wie lernen Kinder? Aktuelles aus der Gehirnforschung [1:34:34]
Veröffentlicht am 29.08.2012
Symposiumsvortrag von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer während der AAD 2012. Mit den aktuellen Erkenntnissen der Neurowissenschaft beantwortet Prof. Dr. Dr. Spitzer die spannende Frage: Wie lernen Kinder? Diese Erkenntnisse verdeutlichen die Notwendigkeit möglichst früher Okklusionstherapie und helfen kindgerechte Therapieempfehlungen auszusprechen.
www.piratoplast.de

Prof Hüther über das Schulsystem - unbedingt anhören - [38:36]
Veröffentlicht am 01.03.2013
Podcast vom 02.01.13

Derzeit leitet Hüther die Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung an den Universitäten Göttingen und Mannheim. Die Bücher des Naturwissenschaftlers stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten.

Autorin: Monika Hebbinghaus
Sendereihe: Gesprächszeit | Nordwestradio

mein Kommentar:
Es ist anscheinend so wie bei uns Ärzten:
Die nix drauf oder keinen Bock auf Patienten haben, gehen in die Ausbildung, in die Politik oder in die Gremien…

„Männer wissen immer weniger, wer sie sind“

Männer mit guten Manieren, die in den Mantel helfen, imponieren ihr. Vulgäre Stammtisch-Brüder findet sie armselig. Im Interview spricht Domina Karolina Leppert über ihr Buch „Männermanieren“ sowie über die Grenzen der Political Correctness und ihre Definition von Feminismus 

Karolina Leppert wuchs in einer gutbürgerlichen Familie in Bayern auf. Sie arbeitete als Fachverkäuferin und im Marketing. Mit 53 Jahren begann die Wahlberlinerin eine Karriere als Domina. Als ehrenamtliche Vorsitzende des Vereins „Hydra“ setzt sich die heute 70-Jährige für die Rechte von Sexarbeiterinnen ein. Gerade erschien ihr Buch „Männermanieren“.
mehr:
- Domina Karolina Leppert: „Männer wissen immer weniger, wer sie sind“ (Interview mit Karolina Leppert, Cicero, 01.03.2016)
»Je genauer die Frauen wissen, wer sie sind, desto weniger wissen es die Männer.«
»[…] einerseits zeugt es von einer männlich dominierten Welt, wenn die Sprache nur männlich ist. Andererseits wirkt konsequente Genderisierung für unser Sprachempfinden oft künstlich und pittoresk. Ich finde das zum Teil völlig albern. In Zukunft wird wohl noch viel experimentiert werden müssen.«
»Manieren sind eine kulturelle Errungenschaft. In der Schule sollte so etwas von Beginn an vermittelt werden. «
»Ich bin zwar eine unabhängige Frau, aber in mir gibt es auch das Bedürfnis nach einem höflichen, galanten Mann, der mir das Gefühl gibt, eine Lady zu sein. Mit dem Kopf leben wir in der heutigen Zeit, mit dem Bauch hat sich seit Großmama wenig geändert. Emanzipation bedeutet deshalb für mich, zu akzeptieren, wie ich bin in all meinen Widersprüchen…«
siehe dazu auch:
- »Natürlich nehmen wir den Mann mit.« (Post, 22.04.2012)

- Was Sex und Macht verbindet (Christoph Schwennicke, Cicero, 28.05.2015)
- Selbstlosigkeit versus Egomanie: Lieben – oder lieber lassen? (Timo Stein, Cicero, 15.05.2015)

Volker Beck und der Qualitätsjournalismus

Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck wurde am Dienstagabend bei einer Polizeikontrolle im Berliner Westen mit 0,6 Gramm „harten Drogen" erwischt. Das berichtete die B.Z. unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Die B.Z. weiß außerdem zu berichten, dass es sich dabei um Crystal Meth handeln soll. 

Die ersten Reaktionen der B.Z.- und Bild-Leser unter den Meldungen bei Facebook sind ziemlich vorhersehbar: „und es sollen vorbilder für unsere kinder sein", schreibt ein empörter Leser, „Bei ALLEN Politikern die den Bundestag betreten, müßte TÄGLICH SOFORT ein Drogentest gemacht werden", ein anderer. 

Volker Beck selbst reagierte allerdings auffallend cool auf die Situation. Zuerst kündigte er an, alle seine Ämter niederzulegen. „Hiermit stelle ich meine Ämter als innen- und religionspolitischer Sprecher meiner Fraktion und Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe, die mir die Fraktion verliehen hat, der Fraktion zur Verfügung", erklärte er gegenüber der Bild. Das ist wohl keine Überraschung, immerhin können es sich nicht mal die Grünen leisten, einen Politiker zu halten, der gegen das Gesetz verstoßen hat.  

Überraschender ist seine zweite Aussage: „Ich habe immer eine liberale Drogenpolitik vertreten. Zu den gegen mich erhobenen Vorwürfen wird mein Anwalt zu gegebener Zeit eine Erklärung gegenüber der Staatsanwaltschaft abgeben. Ich werde mich dazu öffentlich nicht einlassen." Was soviel heißt wie: Ich entschuldige mich nicht dafür, Drogen genommen zu haben.
mehr:
- Volker Beck wurde offenbar mit Crystal Meth erwischt – und reagiert ziemlich cool (VICE Staff, 02.03.2016)

mein Kommentar:
Also: »ich werde mich dazu öffentlich nicht einlassen.«
heißt soviel wie:
»Ich entschuldige mich nicht dafür, Drogen genommen zu haben.«

gratuliere!
Wird sowas jetzt zum Volkssport?

siehe dazu auch:
- Eva Herman: Hat sie oder hat sie nicht? (Post, 19.10.2007)
Wenn Frau Herman nicht das Problem wäre, hätten wir ein Problem des Journalismus und der Medien. Deshalb ist es praktischer, wenn Frau Herman […] zum Außenseiter gemacht wird. Dann braucht sich niemand von denen, die sie da reingeritten – und sich selbst profiliert – haben, an die eigene Nase zu fassen und sich Gedanken zu machen. (Zitat aus obigem Post) 
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Im Januar 2009 gewann Herman in erster Instanz vor dem Landgericht Köln zwei Prozesse gegen den Axel-Springer-Verlag, dessen Medien im September 2007 über ihre Aussagen berichtet hatten. Im ersten Verfahren verurteilte das Gericht die Bild-Zeitung für Franz Josef Wagners Titulierung Hermans als „dumme Kuh“ zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro. Die Überschrift „Ist Eva Herman braun oder nur doof?“ eines anderen Bild-Artikels wurde dagegen als zulässige Meinungsäußerung bewertet.[47] Im zweiten Fall urteilte das Gericht, dass das Hamburger Abendblatt Herman am 7. September 2007 falsch zitiert habe, und verurteilte den Verlag daher zur Unterlassung der strittigen Formulierungen, zum Abdruck einer Richtigstellung, dass es sich bei dem angeblichen Zitat nicht um Hermans Aussage gehandelt habe, und zu 10.000 Euro Schmerzensgeld für Herman.[48]
Nach einer Berufungsverhandlung zum ersten Fall erhöhte das Oberlandesgericht Köln das Schmerzensgeld, auf das der Axel-Springer-Verlag verklagt worden war, auf 25.000 Euro. Laut Urteilsbegründung handelte es sich um eine auch, aber nicht einzig mögliche Interpretation der „mehrdeutigen Äußerung“ Hermans, die aber als Zitat dargestellt worden sei. Das habe den Eindruck erweckt, Herman habe Positives am Nationalsozialismus hervorgehoben. Diese Tatsachenbehauptung habe ihr Persönlichkeitsrecht erheblich beeinträchtigt. Für weitere berufliche und private Auswirkungen dieser Interpretation könne Herman aber nicht allein den Springer-Verlag verantwortlich machen.[49] 
Im Juni 2011 gab der für das allgemeine Persönlichkeitsrecht zuständige VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) der Revisionsklage des Axel-Springer-Verlags statt und widersprach dem Urteil des Oberlandesgerichts. Das Persönlichkeitsrecht schütze zwar vor „unrichtigen, verfälschten oder entstellten Wiedergaben einer Äußerung“. Diese lägen hier jedoch nicht vor, da Hermans Äußerung „im Gesamtzusammenhang betrachtet gemessen an Wortwahl, Kontext der Gedankenführung und Stoßrichtung“ nur die Deutung zulasse, „die die Beklagte ihr beigemessen hat.“[50][51]
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) lehnte Hermans Beschwerde gegen dieses BGH-Urteil am 25. November 2012 ab: Die Entscheidung des BGH habe Herman nicht in ihren Grundrechten verletzt. Die vom Hamburger Abendblatt zitierten Äußerungen seien im Gesamtzusammenhang zu betrachten und stellten eine Meinungsäußerung dar. „Die Beschwerdeführerin, der es nicht
gelungen war, sich unmissverständlich auszudrücken, muss die streitgegenständliche Passage als zum ‚Meinungskampf‘ gehörig

hinnehmen.“[52] (Eva Herman, Kontroversen, Gerichtsurteile, Wikipedia)


Über den Hass

Am besten fangen wir mit Franz Meyer an. Er ist im Ruhestand und lebt in einer Kleinstadt. Er liest seit Jahren die Webseite und die Zeitung, für die ich arbeite; zu 25 Prozent ist er zufrieden mit uns, zu 75 Prozent nicht. Das gibt er auf seinem Blog als Grobschätzung an. Er hat mit uns ideologische Differenzen. Man könnte sagen: Er arbeitet sich an uns und der Welt ab. Vor allem in unseren Foren im Internet. Wir kennen ihn. Wir bekommen Mails von ihm, wenn wir seine Beiträge löschen, die gegen die Netiquette verstoßen. In den Mails verunglimpft er Mitarbeiter und bloggt nun außerdem über uns.

„Die Süddeutsche Zeitung zensiert in ihrem Online-Forum wie eine totalitäre Macht“, schreibt Franz Meyer auf seiner Startseite in einem gelben Laufband. In einem Text behauptet er: „Die Meinungsbildung der SZ ist überwiegend aus homosexueller Sicht geprägt.“ Gerade daher rühre eine „große Gegnerschaft zu Putin“. Das ist eine größere seiner Thesen, und so geht es weiter.

Weil das Internet jedem eine Bühne bietet – auch wenn Zensurbeklager jammern, sie würden von aller Welt unterdrückt –, wird auf solchen Seiten öffentlich, was früher meistens in der relativen Privatsphäre eines Stammtisches oder einer Werkskantine blieb. Meyers Webseite eröffnet eine Weltsicht, mit der ein urbaner, halbwegs kosmopolitischer Menschenfreund gewöhnlich nicht konfrontiert wird. Wer mit ebenjener Haltung seine Texte durchstöbert, schwankt zwischen Schaudern und einer Faszination, die sich anfühlt, als würde man einer Lawine beim Losbrechen zusehen. In Zeitlupe. Glaubt Franz Meyer wirklich an eine schwule Verschwörung gegen Christen? Meint er seine bayerisch-katholische Hetze gegen protestantische Norddeutsche wie Merkel und Gauck ernst? Fordert er tatsächlich eine Einheitskirche (auch für Atheisten!) und – eine besondere Pointe des Blogs – eine „drastische Zensur der Boulevardpresse hinsichtlich Sensations-, Sex- und Paparazzi-Journalismus“?

mehr:
- Über den Hass (Plöchinger, 03.03.2016)

Wozu Inhalte?

Entpolitisierung Angela Merkel glaubt, Deutschland habe sich in den vergangenen Monaten und Jahren politisiert. Das Gegenteil ist der Fall 

Die Bundeskanzlerin nimmt in Deutschland eine Polarisierung wahr. Wer würde ihr da widersprechen wollen? Sie glaubt aber auch, eine Politisierung wahrzunehmen. Damit verkennt sie das Wesen des herrschenden Unmuts. 
Politisierung, das ist zweifellos ein schwammiger Begriff. Er kann politische Aktivität beschreiben, also als Synonym für „politisch aktiv“ betrachtet werden. In diesem Sinn ist Deutschland in den letzten Monaten tatsächlich politisiert worden. Viele Menschen, die zuvor passiv waren, engagieren sich nun gegen die aktuelle Politik, gegen Flüchtlinge und gegen „die Lügenpresse“. Der Begriff kann auch das Ersetzen einer Sphäre, beispielsweise der privaten, durch die politische beschreiben. Diese Begriffe von „Politisierung“ sind aber mindestens unvollständig. 
Politisierung, das bedeutet vor allem „politisch werden“. Nicht im Sinne von „politisch aktiv“, sondern von „politisch denkend“. Es sind aber gerade keine politisch denkenden Menschen, die die Stimmung im Land prägen. Die Mehrheit derer, die in Dresden montags auf die Straße gehen, die in den sozialen Netzwerken den Ton angeben und die – in extremen Fällen – Flüchtlingsunterkünfte anzünden, sind nicht „politisch“. Sie haben keine rationalen Ideale, keine Utopien, noch nicht einmal politische Konzepte. Sie können ihren Unmut nicht mehr in alternative Ansätze verwandeln, sind zu keiner sachlichen Diskussion mehr fähig und hassen Argumente. 
Was diese Menschen leitet sind Gefühle und deren irrationale Produkte. Es sind Hilflosigkeit, Unmut und auch Hass. Daraus entstehen einfache Feindbilder, Verschwörungstheorien und der Wunsch nach einem „Früher“, in dem alles besser war. Viele dieser Leute sind an einer Stelle angekommen, an der sie nicht einmal mehr selbst begreifen, wie weit rechts sie stehen. All diese Menschen finden eine Heimat bei denen, die man „Rechtspopulisten“ nennt. Hinter dem Rechtspopulismus stecken irrationale Gefühle und Konzepte. Er nährt sich aus dem Gedanken „Früher-war-alles-besser“, spielt mit dem Hass auf die bestehenden Eliten und beschwört „ein Volk“, das nicht existiert. Die rechtspopulistischen Behauptungen halten freilich keiner Analyse und Kritik stand. Das müssen sie auch nicht, dafür sind sie überhaupt nicht gemacht. Sie entfalten ihre Stärke nicht in der politischen Diskussion, im Gegenteil. Der Aufstieg des Rechtspopulismus ist der Aufstieg irrationalen Denkens und Fühlens. Völkischer Nationalismus und reaktionäres Geschwätz hätten in einer wirklich politisierten Gesellschaft kaum eine Chance. Wenn das, was wir momentan erleben, „Politisierung“ sein soll, stellt sich die Frage, welcher halbwegs vernünftige Mensch noch „politisch“ sein will. 

Die Entpolitisierung ist kein rein deutsches Problem. Weite Teile der westlichen Industrienationen haben mit ihr zu kämpfen. Nirgends kann man das derzeit so gut beobachten wie in den USA. Donald Trump ist dort auf dem besten Weg republikanischer Präsidentschaftskandidat zu werden. Er hetzt gegen mexikanische Einwanderer, ist sexistisch, spottet über seine republikanischen Mitbewerber und will keine Muslime mehr einreisen lassen. Nichts davon scheint ihm im Wege zu stehen.
mehr:
- Wozu Inhalte? (Franz Hausmann, Freitag-Community, 02.03.2016)