Mittwoch, 8. November 2017

Im Saarland-Abitur verwirrt eine Prüfungsfrage

Mit einer unlösbaren Scherzfrage sahen sich Schüler bei ihrer Abschlussprüfung konfrontiert. Die Regierung des Saarlandes stellt jetzt klar: Spaßaufgaben sind tabu.
Scherzfragen sind bei Abschlussprüfungen nicht zulässig - zumindest im Saarland. Derlei führe "zu Missverständnissen, Verwirrung, unnötigem Stress und Zeitverlust", stellte die saarländische Landesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der Linken klar. Dies gelte übrigens für alle Prüfungen.

Im Mai war bei der Mathe-Abschlussprüfung für junge Leute, die nach dem Berufsvorbereitungsjahr den Hauptschulabschluss machen wollten, eine völlig unsinnige Aufgabe gestellt worden. Dabei ging es um Dinge, die für ein Fest aus der mit 180 Euro gefüllten Klassenkasse gekauft werden sollten. Die Frage am Schluss der Aufgabe lautete: "Wie viele Indianer mit knallrotem Gummiboot saßen im Kühlschrank?"

mehr:
- Saarland: Prüfungsfrage sorgt für Wirbel: "Wie viele Indianer mit knallrotem Gummiboot saßen im Kühlschrank?" (Stern-Neon, 06.11.2017)

Marilyn Manson zielt auf sein Publikum

Provokation gehört zu seinem Geschäft. Doch für manche hat es Marilyn Manson bei einem Auftritt in Kalifornien nun - mal wieder - übertrieben: Der Sänger richtete ein Gewehr auf seine Zuschauer. Das war allerdings nicht echt. Und Manson hat eine Erklärung parat.

Nein, heutzutage können Künstler eigentlich kaum noch schocken - "jedenfalls nicht, so lange man nicht etwas vollkommen Irrsinniges macht - sich auf der Bühne den Arm abschneidet und ihn isst zum Beispiel". Das erklärte vor Kurzem kein Geringerer als der "Godfather" des Schock-Rocks, Alice Cooper, im n-tv.de Interview. Doch Marilyn Manson scheint ihn da gerade eines Besseren zu belehren. Jedenfalls sorgt dessen Auftritt bei einem Konzert im kalifornischen San Bernardino in den USA derzeit für einige Empörung.

Es war einer der ersten Auftritte Mansons nach einem Bühnenunfall Ende September, bei dem er sich ein Bein gebrochen hatte. In San Bernardino ließ sich der 48-Jährige nun von einem "Pfleger" in einem Rollstuhl auf die Bühne bringen, dazu trug er einen Krankenhauskittel. Während des Songs "We Know Where You Fucking Live" ("Wir wissen, wo ihr verdammt nochmal wohnt") holte Manson den Nachbau eines Sturmgewehrs hervor - und zielte mit der Fake-Waffe in Richtung seiner Zuschauer.

mehr:
- Die Knarre im Anschlag – Marilyn Manson zielt auf sein Publikum (n-tv, 07.11.2017)

Marilyn Manson wields fake rifle at San Bernardino concert {1:52}

Veröffentlicht am 06.11.2017
NEW Gds
Marilyn Manson wields fake semi-automatic weapon at San Bernardino concert. San Bernardino is the city that suffered a terrorist attack in December 2015 with the loss of 14 people.

G20-Aufarbeitung: Lügen und geschwärzte Akten

Das Hick-Hack um den G20-Gipfel in Hamburg ist noch lange nicht zu Ende. Die Innenbehörde räumt ein, dass sich ihre Darstellung der G20-Krawalle in wesentlichen Punkten nicht beweisen lasse.

Jan van Aken fühlt sich bestätigt. „Wir haben das Gleiche erlebt wie beim G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm“, sagte der einstige linke Bundestagsabgeordnete aus Hamburg, der die Proteste gegen den G20-Gipfel Anfang Juli organisieren half. „Zuerst wurde gelogen. Und dann stellte sich heraus, dass es gar nicht so war.“ Van Aken bezieht sich auf die Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Christiane Schneider. Darin räumte die Hamburger Innenbehörde ein, dass sich ihre Darstellung der G20-Krawalle in wesentlichen Punkten nicht beweisen lasse. So gebe es keine Belege für die Behauptung, dass sich Gewalttäter auf Dächern in der Straße Schulterblatt versammelt hätten, um die Polizei mit Steinen, Gehwegplatten, Eisenstangen und Molotowcocktails zu bewerfen.

mehr:
- G20 in Hamburg Lügen, Exempel und geschwärzte Akten (Markus Decker, FR online, 24.10.2017)
siehe auch:
- HAMBURG – Die G-20-Dilemmata der Aufklärer (Denis Fengler, Geli Tangermann, Philipp Woldin, N24, 08.11.2017)
- Hamburger Innenbehörde gibt zu: keine Beweise für die Darstellung der G20-Proteste (Freie-Radios.net, 31.10.2017)
- HAMBURG – G-20-SONDERAUSSCHUSS: Olaf Scholz wird mit seinen umstrittenen Aussagen konfrontiert (N24, 08.11.2017)
- „Die Polizei Hamburg hat die Gewaltorgie losgetreten“ (Post, 07.10.2017)
- G20-Nachbereitung: Pleiten, Pech und Pannen (Post, 06.10.2017)

Dienstag, 7. November 2017

Warren Beatty, die Oktoberrevolution und ein fast vergessener Journalist

Gestern lief der Film »Reds« auf Arte. Auch, wenn der Film auf der Arte-Mediathek nicht mehr verfügbar ist: Er erzählt die tragisch anmutende Geschichte des heute fast vergessenen Journalisten John Reed, zu dessen Roman »Zehn Tage, die die Welt erschütterten« Wikipedia berichtet:
Die New York Times wählte das Buch 1999 auf Platz 7 der hundert bedeutendsten journalistischen Werke.[3] [Zehn Tage, die die Welt erschütterten, Internationale Rezeption, Wikipedia, abgerufen am 07.11.2017]
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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts engagiert sich der Harvard-Absolvent John Reed in der amerikanischen Arbeiterbewegung. 1914 geht er als Kriegsberichtserstatter zunächst nach Mexiko ... – Warren Beatty fungierte als Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent dieses aufwendigen Epos (1981) über das Leben des fast vergessenen Journalisten John Reed (1887-1920).
mehr:
Reds – Ein Mann kämpft für Gerechtigkeit (Arte-Mediathek, nicht mehr verfügbar)
- Warum es sich lohnt, "Reds - Ein Mann kämpft für Gerechtigkeit" anzuschauen (Arte, verfügbar bis 08.11.2017)

Reds - Official Trailer [1981] {1:16}

Veröffentlicht am 28.09.2010
RutasDeCine
Trailer de la película ROJOS de 1981. Más información en:
http://www.rutasdecine.com/content/rojos

REDS PART I {9:34}

Veröffentlicht am 12.06.2009
channelclassic
red's part one
"Red's (1981)" is owned by paramount
This movie tells the true story of John Reed, a radical American journalist around the time of World War I. He soon meets Louise Bryant, a respectable married woman, who dumps her husband for Reed and becomes an important feminist and radical in her own right. After involvement with labor and political disputes in the US, they go to Russia in time for the October Revolution in 1917, when the Communists siezed power. Inspired, they return to the US, hoping to lead a similar revolution. A particularly fascinating aspect of the movie is the inclusion of interviews with "witnesses", the real-life surviving participants in the events of the movie.

Reds – Best Scene {3:25}

Veröffentlicht am 11.12.2012
funtimes78
Eugene O'Neill (Jack Nicholson) and Louise Bryant (Diane Keaton) have a nice chat about politics.
from the film "Reds" (1981) directed by Warren Beatty, written by Warren Beatty and Trevor Griffiths

Eugene O'Neill {1:58:48}

Veröffentlicht am 29.12.2014
Brutus Alwaysmind

Warren Beatty ‪Wins Best Directing: 1982 Oscars {5:38} {5:38}

Veröffentlicht am 11.12.2012
Oscars
Jack Lemmon and Walter Matthau presenting Warren Beatty with the Oscar® for Directing "Reds" at the 54th Academy Awards® in 1982. Introduced by Johnny Carson.

Legends: Warren Beatty {8:14}

Veröffentlicht am 13.11.2016
CBS Sunday Morning
Warren Beatty doesn't need a star on Hollywood Boulevard to remind anyone that he's a living legend. The actor, producer and Oscar-winning director is now back in a new film, playing Howard Hughes in 1958 Hollywood, in "Rules Don't Apply." Mo Rocca sits down with Beatty, who admits he's not the easiest interview.

siehe auch:
- Vom russischen Bürgerkrieg 1917-1923 zur Stalin-Diktatur (Post, 08.01.2016)
- Frida Kahlo – Ein Leben voller Schmerz und Lust (Post, 07.01.2016)
- Reds wins votes left, right and centre (Alex von Tunzelmann, The Guardian, 02.05.2012)
- Warren Beatty breaks his long silence about ''Reds'' (Mark Harris, Entertainment, 17.10.2006)

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Zehn Tage, die die Welt erschütterten, im englischen Original Ten Days that Shook the World, ist ein Roman des US-amerikanischen Journalisten und überzeugten Sozialisten John Reed (1887–1920) über die Oktoberrevolution von 1917. Reed betont in seinem Vorwort (Januar 1919), dass er es den Lesenden durch gewissenhafte journalistische Arbeit ermöglichen will den Einzelheiten nachzuspüren, "was sich im November 1917 in Petrograd zutrug, welcher Geist die Menschen beseelte, wie ihre Führer aussahen, wie sie sprachen und wie sie handelten." Reeds Vorwort bietet eine kurze Einführung zur russischen Revolution in ihrem weltgeschichtlichen Zusammenhang.
Das Buch, zu dem Lenin ein positives knappes Vorwort schrieb, erschien 1919 und wurde in der russischen Ausgabe von Stalin später wegen der angeblichen Sympathien für Leo Trotzki zensiert. Mit dem Buch wurde Reed weltbekannt. Reed beschreibt die Oktoberrevolution und die Schicksale vieler anderer Revolutionäre wie Grigori Sinowjew und Karl Radek, die er persönlich kannte und damals begleitete. [Zehn Tage, die die Welt erschütterten, Wikipedia, abgerufen am 07.11.2017]
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John Silas Reed (* 22. Oktober 1887 in PortlandOregon; † 19. Oktober 1920 in Moskau) war ein US-amerikanischer Journalist und 1919 Begründer und Vorsitzender der ersten kommunistischen Partei der USA, der Kommunistischen Arbeiterpartei, aus der – zusammen mit anderen revolutionär-sozialistischen Gruppierungen – nur wenig später die CPUSA hervorging. [John Reed, Wikipedia, abgerufen am 07.11.2017]
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Warren Beatty spielt den Autor John Reed, der neben seiner journalistischen Tätigkeit auch aktiv am Aufbau sozialistischer Parteistrukturen in den USA (während und nach dem Ersten Weltkrieg) beteiligt ist. Die Schriftstellerin Louise Bryant, die damals noch verheiratet war, trifft 1915 Reed das erste Mal. Der sozialradikale Journalist Reed hatte eine Vorlesung in Portland, Oregon, gehalten und sie war von seinem Idealismus fasziniert. Er lernt sie kennen und beide gehen eine wechselvolle Beziehung ein.
Bryant möchte auch dem High-Society-Leben entfliehen, das sie langweilt. Bryant verlässt schließlich ihren Mann und lebt mit Reed in Greenwich Village, New York City, wo sie die linke Aktivisten- und Künstlerszene kennenlernt. Sie trifft auch die Anarchistin und Autorin Emma Goldman und Eugene O’Neill. Später ziehen sie nach Provincetown, Massachusetts, um sich auf das Schreiben zu konzentrieren. Bryant wird Feministin. Reed beteiligt sich an Streiks und Protesten der Communist Labor Party of America – einer Vorläuferpartei der Kommunistischen Partei der USA. Bryant beginnt eine komplizierte Affäre mit O’Neill, während Reed beim Konvent der Demokraten 1916 weilt. Als Reed zurückkehrt, kämpft er um Bryant und beide heiraten und ziehen nach Croton-on-Hudson, nördlich von New York City. Doch die Beziehung ist schwierig und Reed geht alleine nach Europa, um dort als Korrespondent zu arbeiten.
In Russland treffen sich Reed und Bryant wieder. Sie erleben zusammen auch die Tage der bolschewistischen Revolutionin Petrograd mit. Nach diesem Aufenthalt schreibt Reed das Buch, mit dem er berühmt wurde: Zehn Tage, die die Welt erschütterten.
Reed versucht, den Geist der Revolution in die USA zu bringen, ist aber auch von der Politik der Bolschewisten unter Grigori Jewsejewitsch Sinowjew enttäuscht. Nach einer kurzen Verhaftung in Finnland kehrt er nach Russland zurück, wo er Bryant wiedertrifft. Er stirbt an einem Nierenleiden.
Die Handlung des Films wird immer wieder unterbrochen durch kurze Statements von zum Zeitpunkt der Produktion noch lebenden Zeitzeugen, unter ihnen der Lehrer und Friedensaktivist Scott Nearing (1883–1983), die Schriftstellerin Dorothy Frooks (1896–1997) sowie der Reporter George Seldes (1890–1995). [Reds, Handlung, Wikipedia, abgerufen am 07.11.2017
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1981 Reds {4:01:29}

Veröffentlicht am 12.03.2016
Jose Ferris
Reds (1981) Movie

Montag, 6. November 2017

Was jetzt: Ein Steuerskandal ohne Putin?!

In den letzten Wochen war es merkwürdig still um Putin. Nun ja, Zapp hat Rainer Rothfuß, dem Initiator der Bürgerinitiative »internationale Friedensfahrt Berlin – Moskau«, die im August mit einem Fahrzeugkonvoi nach Russland fuhr, eine Watschn verpaßt 
(siehe Das Koordinatensystem in Bewegung: Wittgenstein, die Linken und Jan Fleischhauer, der aus Versehen konservativ wurde, Post, 02.11.2017), 
weil er sich für russische Propaganda mißbrauchen ließ, sich mit von Putin mitfinanzierten Rockern traf und die Krim-Annexion verharmlost (Ich wage hinzuzufügen: … wenn es denn eine war),
aber sonst ist mir nichts untergekommen.
Dafür enthüllen jetzt öffentlich-rechtliche und Leitmedien-Investigativjournalisten, daß es doch tatsächlich Politiker gibt, die mit einer Firma, die mit der Familie von Kreml-Chef Putin verbunden ist, Geschäfte machen. Sowas aber auch! 
- Paradise Papers Trump-Minister verdient an Russland-Geschäften (Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Nicolas Richter, Süddeutsche Zeitung, 06.11.2017)
Irgendwie hat mir aber was gefehlt. Während bei der Panama-Serie kein Artikel der Süddeutschen ohne die üblichen Verdächtigen auskam,
Wo bleiben Sadam Hussein und Gadafi?
Wenigstens an den Ahmadinedschad haben sie gedacht!
begnügt sich das aktuelle Paradise-Titelbild der Süddeutschen mit so unscheinbaren und eher feindbild-ungeeigneten Gestalten wie Königin Elizabeth II., Kanadas Premier Justin Trudeau, Kongos Präsident Joseph Kabila und US-Wirtschaftsminister Handelsminister Wilbur Ross.
Süddeutsche vom 06.11.2017
Als hingegen der Sohn des US-amerikanischen Vizepräsidenten auf dem Höhepunkt der Ukraine-Krise in den Vorstand des größten privaten ukrainischen Gaskonzerns berufen wurde (siehe Ukraine 10 - Joe Bidens Sohn fällt die Treppe hoch, Post, 12.05.2014), war das für den SPIEGEL allenfalls »eine delikate Personalie«. 
In neoliberalen Zeiten des Umbruchs wird sowas einfach abgehakt.

Dagegen geht es jetzt Trump an den Kragen!
- US-Handelsminister Wilbur Ross hat Beteiligung mit Russland-Kontakten. (Andreas Schwarz, Kurier.at, 05.11.2017)
- Paradise Papers: US-Handelsminister Ross an Firma mit Putin-Nähe beteiligt (Die Presse, 05.11.2017)
Wäre doch gelacht, wenn das politisch-korrekte Amerika nicht die Oberhand behält!
Und vielleicht findet sich ja irgendwann was, womit man dem Sebastian Kurz an die Karre pinkeln kann…

Schreibschrift im Zeitalter der »Kopf-unten-Generation«

An vielen Schulen lernen Kinder nicht mehr die Schreibschrift, sondern die einfachere Grundschrift. Aktivisten kritisieren das - und haben im ganzen Land Unterstützer gefunden.
Die Kultusminister sollen dafür sorgen, dass Grundschülern wieder bundesweit die Schreibschrift beigebracht wird. Das fordern Sprachaktivisten - und übergaben nun in Stuttgart rund 15.100 Unterschriften an die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Susanne Eisenmann.

Wie die Zeitung "Deutsche Sprachwelt" am Freitag mitteilte, erfolgte die Übergabe bereits in der vergangenen Woche. Eisenmann habe die mehrere Ordner umfassende Liste "erfreut" entgegengenommen, sagte Chefredakteur Thomas Paulwitz. Die Unterschriften habe man in den vergangenen Jahren bundesweit gesammelt, zum Beispiel auf der Leipziger Buchmesse.

Hinter der Aktion "Rettet die Schreibschrift" stehen neben der "Deutschen Sprachwelt" die Aktion Deutsche Sprache (ADS) und die Neue Fruchtbringende Gesellschaft (NFG). Weitere 2100 Unterschriften hatten die Initiatoren der KMK bereits vor einigen Jahren übergeben.

mehr:
- Unterschriftenaktion: 15.100 Menschen fordern Rettung der Schreibschrift (SPON, 03.11.2017)

Schreibschrift - Lateinische und Vereinfachte Ausgangsschrift - Grundschrift {3:05}

Veröffentlicht am 30.07.2016
Lehrerschmidt
Kannst du alle gängigen Handschriften schreiben? Welche Schrift hast du in der Schule gelernt?
Sag mir welche Schrift du schreibst und ich sage Dir wie alt du bist...
Ganz so ist es nicht, aber ein bisschen ist an dem Spruch schon dran.
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Zwei Hübe in die Nase, und der Antisemit strahlt!

Hirnforschung und der "Bessere Mensch"

Wir leben in herausfordernden Zeiten. Täglich erfahren wir aus den Medien etwas über neue Probleme aus allen Teilen der Welt. Da scheint es verlockend, sich die Menschen, die diese Probleme verursachen, genauer anzuschauen.

Ein Forscherteam um den Bonner Psychiatrieprofessor Rene Hurlemann mag sich so etwas gedacht haben, als es dieses Experiment plante: Lassen sich fremdenfeindliche Menschen mit der als "Kuschelhormon" bekannten Substanz Oxytocin toleranter machen? Die Untersuchung erschien Ende August in der namhaften Zeitschrift PNAS.
mehr:
- Nasenspray gegen Fremdenfeindlichkeit? (Stephan Schleim, Telepolis, 10.05.2013)

Sonntag, 5. November 2017

Realität, Interpretationen und Koordinatensysteme

4 Beispiele:
1. Martin Luther als Rassist und Judenhasser
2. Daniel Cohn-Bendit als Kinderschänder
3. Eugen Gomringer als frauenverachtender Macho
4. Daniel Barenboim als Gefahr für Israel


  • 1. zu Martin Luther:
- Verdient der Reaktionär und Antisemit Luther einen Feiertag? (Peter Nowak, Telepolis, 31.10.2017)



- Deutschland hat Merkel verdient oder Wahlkampf im Pädophilie-Gulli (Post, 19.09.2013)
- Das "Monster Cohn-Bendit" und die Kinder: Alles ein großes Missverständnis? (Marcus Klöckner, Telepolis, 22.05.2013)
- Cohn-Bendit und Kindesmissbrauch Der Tabubrecher (Christian Füller, taz, 19.04.2013)
- Sexueller Missbrauch : "Wir haben Fehler gemacht" (Thomas Kersten interviewt Daniel Cohn-Bendit, ZON, 11.03.2010)

siehe folgendes Video ab 0:30 (Beachte auch die Kommentare):
Gründungsparteitag der GRÜNEN 1980 {5:00}

Veröffentlicht am 05.10.2008
Berlinbroadcaster
Legalisierung sexueller Beziehungen zu Minderjährigen....etc.

Kindervergewaltigung durch Nonnen {8:23}

Veröffentlicht am 26.05.2013
Zweck Kind
http://www.youtube.com/user/Zweckkind www-youtube-com-user-Zweckkind http://twitter.com/Zweckkind twitter-com-Zweckkind ZDF, ML Mona Lisa, März 2010 Thema u. a.:
- Kindervergewaltigung durch Nonnen
("Kindesmissbrauch" ist ein politisch gewollter Verharmlosungsbegriff. Es ist und bleibt Vergewaltigung und damit eine Straftat)
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Nonnen als Huren, Mörder und Giftmischer:
http://www.bild.de/news/inland/fuerst...
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Historische Missionare:
https://twitter.com/ZweckKind/status/...
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Webseiten Religions-Kritik:
http://www.atheisten-info.at/
http://www.kreudenstein-online.de/Rel...
http://www.theologe.de/kirchensubvent...
http://www.udo-frohnapfel.de/gottespe...
http://www.gotteswahn.info/
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Papst betet gegen die "Versuchung des gesunden Menschenverstandes":
http://de.radiovaticana.va/news/2013/...



  • 3. zu Eugen Gomringers Gedicht »avenidas« an einer Berliner Schulfassade:
- Wie Studentinnen Frauen sehen (Peter Epperlein, Telepolis, 30.10.2017)
- Ein „sexistisches Gedicht“? (Post, 08.09.2017)
»It ain't what you don't know that gets you into trouble. It's what you know for sure that just ain't so.« [Mark Twain]
Hinhören genau hinhören !!!! {1:11}

Veröffentlicht am 13.07.2015
GameOverBilderberger

siehe dazu auch:
- Frieden muss gestiftet werden – Europas Sündenfall: der Kosovo-Krieg (Post, 24.11.2014)

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Der Friedenszustand unter Menschen, die neben einander leben, ist kein Naturstand (status naturalis), der vielmehr ein Zustand des Krieges ist, d.i. wenn gleich nicht immer ein Ausbruch der Feindseligkeiten, doch immerwährende Bedrohung mit denselben. Er muß also gestiftet werden; denn die Unterlassung der letzteren ist noch nicht Sicherheit dafür, und, ohne daß sie einem Nachbar von dem andern geleistet wird (welches aber nur in einem gesetzlichen Zustande geschehen kann), kann jener diesen, welchen er dazu aufgefordert hat, als einen Feind behandeln.3 [Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf, Zweiter Abschnitt, welcher die Definitivartikel zum ewigen Frieden unter Staaten enthält, gefunden in: Immanuel Kant: Werke in zwölf Bänden. Herausgegeben von Wilhelm Weischedel. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1977, veröffentlicht auf Zeno.org]
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1793 verkündet Kant im Vorwort zur Kritik der Urteilskraft, mit dieser Schrift sei sein kritisches Geschäft abgeschlossen. Nunmehr wolle er „ungesäumt zum doktrinalen“ (Immanuel Kant: AA V, 170[35]) Geschäft schreiten, also der Ausarbeitung eines Systems der Transzendentalphilosophie. Voraus geht jedoch noch Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft (1793), worin Kant den Vernunftgehalt der Religion untersucht und den Ansatz einer moralisch-praktischen Vernunftreligion, wie ihn schon die Postulatenlehre der zweiten und dritten Kritik entwickelt, weiter erläutert.
Als Ausarbeitung des Systems veröffentlicht Kant 1797 Die Metaphysik der Sitten, in der er in den beiden Hauptabschnitten über die Rechtslehre und über die Tugendlehre eine detaillierte politische Philosophie und Ethik entwirft. Den Rechtsbegriff leitet Kant aus der Notwendigkeit ab, das Verletzen von Freiheitsrechten anderer sanktionierbar zu machen. Seine Rechtsphilosophie und den dort entwickelten Grundsatz der Gegenseitigkeit erweitert Kant in dem Traktat Zum ewigen Frieden zu einem schließlich alle Staaten und Völker umfassenden Völkerbund:
„Denn wenn das Glück es so fügt: daß ein mächtiges und aufgeklärtes Volk sich zu einer Republik (die ihrer Natur nach zum ewigen Frieden geneigt sein muß) bilden kann, so gibt diese einen Mittelpunkt der föderativen Vereinigung für andere Staaten ab, um sich an sie anzuschließen und so den Freiheitszustand der Staaten gemäß der Idee des Völkerrecht zu sichern und sich durch mehrere Verbindungen dieser Art nach und nach immer weiter auszubreiten.“– Immanuel Kant: AA VIII, 356[36] [Immanuel Kant, Rechtsphilosophie und Ethik, Wikipedia, abgerufen am 05.11.2017] 
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  • 4. zu Daniel Barenboim:
Daniel Barenboim schadet Israel. Ministerin Miri Regev kämpft um Merkel-Räson (Post, 31.08.2015)
- Barenboim im Interview "Wagner war antisemitisch, seine Musik nicht" (SPON, 15.07.2001)

Samstag, 4. November 2017

Wie sich die “verwirrte Herde” auf Kurs halten lässt – Rainer Mausfelds Vortrag zu den Pleisweiler Gesprächen als Video

Der Vortrag ist mit gut zwei Stunden recht lang geraten. Aber er war spannend und Rainer Mausfeld präsentierte viel Material, viele Anregungen, viele Daten, viele Zitate, viele Hinweise auf Literatur – der Vortrag enthält ein Bündel von nützlichen Informationen. Sie können dann, wenn Sie sich für eine der vielen benutzten Abbildungen und Folien besonders interessieren, das Video anhalten, nachlesen und notieren.
mehr:
- Wie sich die “verwirrte Herde” auf Kurs halten lässt – Rainer Mausfelds Vortrag zu den Pleisweiler Gesprächen als Video (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 03.11.2017)
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Freitag, 3. November 2017

Prof. Mausfeld: Die »verwirrte Herde« auf Kurs halten… (28. Pleisweiler Gespräch)

28. Pleisweiler Gespräch mit Professor Mausfeld - 22. Oktober 2017 {2:07:02}

NachDenkSeiten
Am 03.11.2017 veröffentlicht 
Wie sich die "verwirrte Herde" auf Kurs halten lässt - Rainer Mausfelds Vortrag zu den Pleisweiler Gesprächen als Video
Der Vortrag ist mit gut zwei Stunden recht lang geraten. Aber er war spannend und Rainer Mausfeld präsentierte viel Material, viele Anregungen, viele Daten, viele Zitate, viele Hinweise auf Literatur - der Vortrag enthält ein Bündel von nützlichen Informationen. Sie können dann, wenn Sie sich für eine der vielen benutzten Abbildungen und Folien besonders interessieren das Video anhalten, nachlesen und notieren.
Was mir beim Noch-mal-anschauen besonders auffiel: Rainer Mausfeld und mit ihm viele NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser leben in einer anderen Welt als die Mehrheit der in unserem Land dominierenden Personen in Politik und Medienwelt. Wer das Geschehen kritisch betrachtet, ist weit weg von jenen, die in unserer Gesellschaft das Sagen haben. Sie unterscheiden sich vor allem im Blick auf das, was bei uns Demokratie genannt und als solche tagaus tagein gerühmt wird. Da gießt Rainer Mausfeld kübelweise Wasser in den üblichen politischen Bildungswein. Er beschreibt und belegt, wie alt und wie geplant die neoliberal geprägte Zerstörung demokratischen Zusammenlebens ist. Der historische Abriss ist ganz und gar nicht langweilig. Am Schluss kommt die große Frage: Was tun? Selbst aktiv werden.
Das vollständige Thema des Vortrags lautete:
Wie sich die "verwirrte Herde" auf Kurs halten lässt:
Neue Wege der "Stabilitätssicherung" im autoritären Neoliberalismus
Nachzutragen bleibt noch eine Bitte an Sie. Unterstützen Sie uns, falls Sie sich das finanziell leisten können, bei der Finanzierung der entstandenen Kosten für Veranstaltung und Videoaufnahmen.
Nutzen Sie bitte dazu das Konto des Fördervereins der NachDenkSeiten:
http://www.nachdenkseiten.de/?page_id...

Alternativ ist das Video auch auf Vimeo zu sehen. Desweiteren finden Sie hier das Transkript des Vortrags auf deutschdie präsentierten Folien auf deutsch und das Transkript des Vortrags ins Englische übertragen

siehe auch:
- Zu Ihrer Verfügung und Nutzung: Die schriftliche Fassung des Vortrags von Professor Mausfeld und eine Datei mit seinen Folien. (Albecht Müller, NachDenkSeiten, 13.11.2017)
- Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 14.07.2016)
- Wertes Individuum: (MachtderPolitEntscheidung, 19.08.2011)

ZDF - Die Anstalt: Journalismus Propaganda: Zeitungen + Zeitschriften Bildung oder Indoktrination??? {2:59}

3D Fragen 
Am 28.07.2018 veröffentlicht 
Quelle: ZDF - Die Anstalt (https://youtu.be/MOpNkgFTuBU)
aktualisiert am 27.05.2018

Cum-Ex-Geschäfte vor der Verjährung

Laut Finanzministerium sind mittlerweile erst 23 Verfahren von 259 rechtskräftig abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Köln muss wegen Verjährung nun Tempo machen

Sogenannte Cum-Ex-Geschäfte sind für die Nicht-Eingeweihten selbst in ihrer Grundkonstruktion (erklärt hier und hier) nicht auf den ersten Blick zu verstehen, da Zwischenhändler, die mit Leerverkäufen von Aktien spekulieren, eine wichtige Rolle spielen - und es dem Laien unverständlich bleibt, dass die Buchführung der Finanzbehörden nicht dazu imstande war, zu erkennen, dass sie Kapitalertragssteuern mehrfach zurückzahlt.

Die einfache Seite der Geschäftsmasche, die über zwischengeschaltete Händler sehr raffinierte und schwer zu durchschauende Konstrukte entwickelt hat, sieht so aus: Extra-Gewinne werden auf Kosten des Fiskus gemacht. Der Profit lag in der Steuerrückzahlung. Der Fiskus zahlte die Kapitalertragssteuer mehrfach zurück, ohne sie mehrfach eingenommen zu haben. Die "Sollbruchstelle", erklärte ein Experte der FAZ, lag im Auseinanderfallen der steuereintreibenden Behörde und der Stelle, welche die Bescheinigung für die Steuern erteilt hatte.

Müssen private Anleger auf Einnahmen durch Aktiendividenden eine Kapitalertragssteuer entrichten, so gilt dies nicht für institutionelle Investoren wie Fonds oder Banken. Sie erhielten die bei der Auszahlung der Dividenden bereits abgezogene Kapitalertragssteuer wieder zurück. So konnten auch die Abnehmer von Aktien, die nach der Auszahlung der Dividende gekauft wurden, davon profitieren und erhielten ihrerseits Kapitalertragssteuerrückerstattung, obwohl diese nicht noch einmal einbezahlt worden war.

mehr:
- Cum-Ex-Geschäfte: Die Jagd nach dem verlorenen Steuergeld (Thomas Pany, Telepolis, 03.11.2017)

siehe auch:
Verjährung bei Cum-Ex-Verfahren nicht ausgeschlossen (Juliane Kinast, Westdeutsche Zeitung, 27.03.2019)
Cum-Ex-Verfahren: Verjährung statt Bestrafung? (Juve Steuermarkt, 26.03.2019)
Cum-Ex-Steuerdeals sorgen für Wirbel: Verjährung? (Welt, 25.03.2019)
Neue „Panne“ bei Cum-Ex-Ermittlungen? Drohender Milliardenverlust durch Verjährung (Marcel Joppa, Sputnik-News, 25.03.2019)
- Die Cum-cum-Blase vor dem Platzen (Post, 09.06.2017)
- Cum-cum/Cum-ex: Steuerbetrug unter den Augen des Staates (Post, 03.03.2016)
aktualisiert am 23.05.2019

Donnerstag, 2. November 2017

Das Koordinatensystem in Bewegung: Wittgenstein, die Linken und Jan Fleischhauer, der aus Versehen konservativ wurde

Heute mache ich es mir ganz leicht und paste (oder wie heißt das, wenn man eine Doktorarbeit schreibt und doch nicht selbst schreibt?) einen Leserbrief, den ich bei Telepolis zum Artikel Den Rechten nicht in die Falle gehen gefunden habe.
mehr:
- Kann dieses Links-Rechts-Gesabbel nicht mal enden? (AltermannBlog, 26.10.2017)


Unter Linken - Von einem, der aus Versehen konservativ wurde from TV-Reports on Vimeo.


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Sein erstes Buch Unter Linken erschien 2009. Darin begründet er seine Entwicklung zum Konservativen mit dem Dogmatismus seines sozialdemokratischenElternhauses und ähnlicher Milieus. Das Werk wurde zum „meistverkauften politischen Sachbuch des Jahres“.[2] Fleischhauer betreibt zum Buch einen Themen-Blog.[3] Der zugehörige Fernsehfilm verwendet einige Methoden des Filmemachers Michael Moore und zeigt unter anderem Interviews mit Frank Bsirske und Christian Ströbele.[4] [Jan Fleischhauer, Biografie, Wikipedia, abgerufen am 02.11.2017
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Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache. [Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen 109 (1953, posthum)]
Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und die Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen. [Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen 119 (1953, posthum)]
Man hört immer wieder die Bemerkung, daß die Philosophie keinen Fortschritt mache, daß die gleichen philosophischen Probleme, die schon die Griechen beschäftigten, uns noch beschäftigen. Die das aber sagen, verstehen nicht den Grund, warum es so sein muß. Der ist aber, daß unsere Sprache sich gleich geblieben ist und uns immer wieder zu denselben Fragen verführt. Solange es ein Verbum «sein» geben wird, das zu funktionieren scheint wie «essen» und «trinken», solange es Adjektive «identisch», «wahr», «falsch», «möglich» geben wird, solange von einem Fluß der Zeit und von einer Ausdehnung des Raumes die Rede sein wird, usw., usw., solange werden die Menschen immer wieder an die gleichen rätselhaften Schwierigkeiten stoßen, und auf etwas starren, was keine Erklärung scheint wegheben zu können. [Vermischte Bemerkungen: Aus dem Nachlaß (1950/51), Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1977, S. 163]
siehe auch:
- Salonlinke in die Produktion! (Jens Berger, NachDenkSeiten, 30.10.2017)
Ich weigere mich, zu schweigen (Bassam Tibi, Baseler Zeitung, 05.08.2016)
- ISLAMEXPERTE TIBI: „Deutschland ist immer noch kein normales Land“ (Andrea Seibel interviewt Bassam Tibi, N24, 04.07.2016)

Um das Durcheinander komplett zu machen, ein Ausschnitt aus der gestrigen ZAPP-Sendung:

Wie Frieden für Propaganda missbraucht wird | ZAPP | NDR {6:47}

Veröffentlicht am 02.11.2017
ZAPP - Das Medienmagazin
Druschba heißt auf Russisch Freundschaft. Und wer will dazu schon Nein sagen? Erst Recht, wenn mit der Freundschaft eine Fahrt von Berlin nach Moskau winkt.
Damit nicht jemand aus Versehen glaubt, hier ginge es um Frieden, bekommt der Zuschauer gleich zu Beginn die passende Orientierung (ab 0:42):
»… denn über solche Bilder will der Gründer der Initiative Rainer Rothfuss […] sein einseitiges Weltbild verbreiten, ein anti-westliches!«

mein Kommentar:
ZAPP wirft Rainer Rothfuß vor, sich für russische Propaganda mißbrauchen zu lassen, sich mit von Putin mitfinanzierten Rockern getroffen zu haben und die Krim-Annexion zu verharmlosen. Klappe zu, Affe tot!

siehe auch:
- Von Putinverstehern und Journalistenverstehern (Stefan Niggemeier auf seiner Seite, 05.11.2014)

Heute vor 100 Jahren – 2. November 1917: Balfour-Deklaration zur jüdischen Besiedlung Palästinas

Beginn des Nahostkonflikts 

Die Palästina- bzw. Sinaifront war ein Nebenkriegsschauplatz im Ersten Weltkrieg. Von Oktober bis Dezember 1917 eroberte der britische General Edmund Allenby Palästina von den Osmanen. Um die Unterstützung jüdischer Organisationen, vor allem in den USA, zu erlangen, sicherte der britische Außenminister Arthur James Balfour (1848-1930) in einer Erklärung die Unterstützung des jüdischen Weltkongresses bei der Suche nach einer »nationalen Heimstätte« für Juden in Palästina zu. Die Briten, die die Region anschließend im Auftrag des Völkerbunds verwalteten, versprachen sich von jüdischen Siedlern außerdem die wirtschaftliche Erschließung des Landes. 
Bildunterschrift hinzufügen
Im Vertrag von Sevres setzte Großbritannien 1920 die Anerkennung dieser Bestimmungen durch und legte die Zahl jüdischer Zuwanderer auf 80 000 pro Jahr fest. Die Frage eines eigenen Staates (wie er 1948 gegründet wurde) blieb zunächst ausgespart. Die palästinensischen Araber hatten der jüdischen Zuwanderung 1918 zunächst zugestimmt, doch kam es bereits 1920 zu ersten gewaltsamen Zusammenstößen. Die britische Mandatsmacht garantierte Anfang der 1920er-Jahre sowohl den Juden als auch den Arabern die Selbstverwaltung, ohne dass Klarheit über Umfang, Gebiete und Grenzen sowie die Form des Zusammenlebens herrschte. Der künftige Konflikt war damit programmiert. 
 Harenberg - Abenleuer Geschichte 2017
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In der Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 erklärte sich Großbritannien einverstanden mit dem 1897 festgelegten Ziel des Zionismus, in Palästina eine „nationale Heimstätte“ des jüdischen Volkes zu errichten. Dabei sollten die Rechte bestehender nicht-jüdischer Gemeinschaften gewahrt bleiben. Zum damaligen Zeitpunkt befand sich Palästina noch im Machtbereich der Osmanen. Die damalige britische Regierung unter Lloyd George versprach sich von der Zusage an die zionistische Bewegung Vorteile in der Mobilisierung zusätzlicher Ressourcen während des Krieges und auch langfristige strategische Vorteile.
Am 31. Oktober 1917 war die Eroberung von Be’er Scheva unter dem britischen General Edmund Allenby erfolgt und somit hatte die Eroberung Palästinas durch britische Truppen eingesetzt, die bis Dezember 1917 faktisch beendet wurde. Die britische Balfour-Deklaration war an die Führer der zionistischen Weltorganisation gerichtet. Sie wird als eine entscheidende Garantieerklärung an den Zionismus angesehen, um in Palästina eine „nationale Heimstätte für das jüdische Volk“ errichten zu dürfen.[1] [Balfour-Deklaration, Wikipedia, abgerufen am 03.11.2017]
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Pariser Vorortverträge ist ein gemeinsamer Oberbegriff für die Friedensverträge der alliierten und assoziierten Siegermächte des Ersten Weltkrieges mit den unterlegenen Mittelmächten. Die Verträge wurden in der Folge der Pariser Friedenskonferenz 1919 von den Siegermächten einseitig aufgesetzt. Sie mussten von den Vertretern der unterlegenen Mittelmächte unterzeichnet werden. Sie beendeten damit formal den Ersten Weltkrieg.
Die Bezeichnung Pariser Vorortverträge rührt von dem Umstand her, dass jeder der Verträge an verschiedenen Orten im Umland von Paris, meist in ehemaligen Palästen, unterschrieben wurde.

Orte vor den Toren von Paris
Die Verträge enthalten nicht nur für die jeweiligen Kriegsgegner spezifische Punkte, sondern auch je gleichlautend die Satzungen des Völkerbunds und der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO).
Die einzelnen Verträge sind:
Die Verfassunggebende Deutsche Nationalversammlung hatte am 22. Juni 1919 mit Mehrheit für die Annahme des Versailler Vertrags gestimmt.
Im Türkischen Befreiungskrieg lehnten die Nationalisten in Ankara den Vertrag von Sèvres ab und ließen die Unterzeichner des Vertrags am 19. August 1920 zu Vaterlandsverrätern erklären. Am 1. November 1922 erklärte die Nationalregierung das Sultanat für abgeschafft.
Für den Vatikan, der sich während des Krieges erfolglos als Vermittler eingesetzt hatte, bezeichnete Papst Benedikt XV. die Pariser Vorortverträge als „rachsüchtiges Diktat“ und forderte Gerechtigkeit für die besiegten Mittelmächte. In der Enzyklika Pacem Dei munus vom 23. Mai 1920 distanzierte er sich von den Friedensverträgen.[1] [Pariser Vorortverträge, Wikipedia, abgerufen am 03.11.2017]
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Das Faisal-Weizmann-Abkommen ist eine am 3. Januar 1919 auf der Pariser Friedenskonferenz zwischen Arabern (Delegationsleiter Emir Faisal) und Zionisten (Delegationsleiter Chaim Weizmann) getroffene Übereinkunft über die politische Neuordnung Palästinas, die niemals in Kraft trat.

Faisal I. (rechts) und Chaim Weizmann (in arabischer Tracht, als Zeichen der Freundschaft), 1918
Das Faisal-Weizmann-Abkommen bestimmte die einvernehmliche Festlegung von Staatsgrenzen für das von Faisal angestrebte arabische Königreich und den von Weizmann gemäß der Balfour-Deklaration angestrebten jüdischen Staat. Die Araber stimmten damit der Herauslösung Palästinas aus dem arabischen Königreich und der Existenz eines jüdisch-zionistischen Staates grundsätzlich zu.
Das Abkommen betonte die gemeinsame Abstammung der Juden und Araber Palästinas und legte darüber hinaus die Religionsfreiheit und den freien Zugang der Moslems zu den heiligen islamischen Stätten in Palästina fest. Großbritannien war als Schiedsstelle bei Konflikten vorgesehen.
Im Schlusswort machte Faisal jedoch klar: „Ich werde die Klauseln dieses Vertrages wirksam machen, sobald die Araber ihre Unabhängigkeit unter den Bedingungen erlangt haben, welche in meinem Memorandum verzeichnet sind, das ich am 4. Januar 1919 an den britischen Staatssekretär im Außenministerium sandte. Wenn jedoch [die Bedingungen meines Memorandums] auch nur der leichtesten Veränderung unterzogen würden, wäre ich mit keinem Wort mehr an den dann null und nichtigen Vertrag gebunden und zu seiner Einhaltung nicht mehr verpflichtet.“
Faisal machte die Wirksamkeit des gesamten Vertrages also davon abhängig, dass die Araber die ihnen versprochene Unabhängigkeit erhalten; diese Bedingung wurde jedoch nicht erfüllt. Anstatt politische Unabhängigkeit zu erlangen, wurde die Levante sowie das Gebiet des heutigen Irak an der Konferenz von Sanremo zwischen Frankreich (Völkerbundmandat für Syrien und Libanon) und Großbritannien (Britisches Mandat über PalästinaBritisches Mandat Mesopotamien) aufgeteilt.
Die Einigung aus dem Abkommen hielt nur kurz. Briten und Franzosen hatten sich während des Ersten Weltkrieges im (geheimen) Sykes-Picot-Abkommen über die Aufteilung ihrer Interessensphären im Nahen Osten geeinigt und Frankreich drängte nun auf die Erfüllung der Vereinbarungen. Aus diesem Grund zogen sich die Briten Ende 1919 aus dem syrisch-libanesischen Küstengebiet zurück und die Franzosen übernahmen das Mandat für Syrien und Libanon.
Die Araber standen dieser Entwicklung feindselig gegenüber, ihr Ziel war die Gründung eines großsyrischen Königreiches. Nachdem der syrische Kongress am 7. und 8. März 1920 zur Unabhängigkeit von Großsyrien im Königreich Syrien aufgerufen hatte und Faisal zum König ausgerufen worden war, kam es zu Massendemonstrationen in Jerusalem und ganz Palästina. Die Mehrheitsmeinung forderte Palästina als Süd-Syrien für das arabische Königreich ein und erwartete von Faisal die Distanzierung von dem Abkommen. Spätestens nach den anti-jüdischen Ausschreitungen am 4. April 1920 waren die  angestrebten Ziele des Faisal-Weizmann-Abkommens hinfällig geworden. [Faisal-Weizmann-Abkommen, Wikipedia, abgerufen am 03.11.2017]
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siehe dazu auch:
- 1914-2014: Der Vatikan als erfolgloser Vermittler (religion.ORF.at/APA, 01.04.2014)
- 4. Kein Mangel an Land im Jahr 1918 (in: Landerwerb und erste jüdische Siedlungen, Auszug aus: Wer verdrängt hier wen? - Die andern „Siedler“, von Dr. Herbert Hillel Goldberg, Haschiwah – die Rückkehr, Nr. 1/1997 , gefunden bei der Deutsch-israelische Gesellschaft, Arbeitsgruppe München)
- Die Palästinensische Gesellschaft zu Zeiten des Britischen Mandats (Thomas Philipp, Bundeszentrale für politische Bildung, 28.03.2008)
- Jüdische Migration (Tobias Brinkmann, Europäische Geschichte online, 03.12.2010)