Freitag, 12. Oktober 2018

Die Geschichte des ermordeten Oscar Romero

Vor einem halben Jahrtausend klagte Bartolomé de Las Casas, der als Soldat mit den spanischen Eroberern auf den amerikanischen Kontinent gekommen und später Bischof geworden war: "Ich hinterlasse hier in der Neuen Welt Jesus Christus, unseren Gott, gegeißelt und bedrängt, geohrfeigt und gekreuzigt, und zwar nicht einmal, sondern Tausende von Malen, insofern die Spanier die Indios niedermachen und zerstören und ihnen das Leben vor der Zeit nehmen."

Die kirchliche Hierarchie in Mittel- und Südamerika galt über Jahrhunderte vor allem als Komplizin der Eroberer und Ausbeuter, der Mächtigen und Besitzenden. Doch im Umbruchsjahr 1968 konnte sich das Zeugnis einer Kirche der Armen auf der Versammlung der lateinamerikanischen Bischöfe in Medellín (Kolumbien) wieder Gehör verschaffen: "Dieses Elend als eine Massenerscheinung ist eine Ungerechtigkeit, die zum Himmel schreit. Ein stummer Schrei bricht aus Millionen Menschen hervor. Sie verlangen Befreiung […]. Und wir hören auch Klagen darüber, dass Hierarchie, Klerus sowie Ordensleute reich und Verbündete der Reichen seien."

mehr:
- "Umgebracht wird, wer stört" (Peter Bürger, Telepolis, 12.10.2018)
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Teil 1 - Oscar Romero - Ein Priester gegen die Militärdiktatur {6:20}

Adveniat
Am 28.07.2015 veröffentlicht 
Teil 1 der Internet-Dokuserie über den seligen Märtyrerbischof Óscar Romero. In jungen Jahren war Oscar Romero schüchtern, ein Mann weniger Worte, so berichten es Weggefährten wie der salvadorianische Bischof Gregorio Rosa Chávez. Wie wurde der zurückhaltende junge Mann zum unerschrockenen Aktivisten, der schließlich im Radio verkündete, Soldaten sollten den Schießbefehl der Mächtigen verweigern? Eine Spurensuche: in Ciudad Barrios, dem Ort seiner Kindheit - und in El Salvador der 1970er Jahre, einem Land in Händen der Militärs.
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