Sonntag, 9. November 2014

Heute vor 25 Jahren – 9. September 1989: Fall der Berliner Mauer

»Nach meiner Kenntnis sofort, unverzüglich.« 

Die Pressekonferenz, die Günter Schabowski, Mitglied des Politbüros der SED, am Abend des 9. November 1989 in Ostberlin gab, plätscherte fast eine Stunde so dahin. Doch um 18:53 Uhr zog er einen kleinen Zettel aus der Tasche seines Jacketts und begann holprig vorzulesen: 
»Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen … beantragt werden … Die zuständigen Abteilungen Pass und Meldewesen sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen.« 
Die Frage eines Journalisten, ob das auch für Westberlin gelte, beantwortete er mit »doch, doch«, die Antwort auf die Nachfrage, ab wann die neuen Bestimmungen gelten, kam stockend, aber eindeutig: »sofort, unverzüglich«. 
Bürger auf der Berliner Mauer, November 1989
In diesem Augenblick fiel die Mauer, auch wenn der »Eiserne Vorhang«, der Berlin, Deutsch land und Europa seit fast drei Jahrzehnten teilte, eigentlich noch überall intakt war und viele Menschen vor den Fernsehschirmen die Bedeutung dessen, was Schabowski da verlautbart hatte, erst nach und nach begriffen. Doch zu diesem Zeitpunkt machten sich die ersten Bürger bereits auf den Weg zur Grenze.  

Beispiel: Grenzübergang Bornholmer Straße 
▪︎ schon um 20:30 Uhr treffen die ersten Ostberliner ein 
▪︎ gegen 21 Uhr fordert die Menge die Öffnung 
▪︎ um 22:30 Uhr ist das Tor offen
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Samstag, 8. November 2014

Wolf Biermann im Bundestag: Den Stab brechen über oder eine Lanze brechen für?

Der Alte Mann schlägt wieder gewohnt saftig zu:
- Drachentöter? Schmeißfliegenkapitulierer wäre richtiger (altermannblog, 08.11.2014)
Alternde Männer sind entweder so, oder so. Ich weiß von was ich schreibe. Aber eine Lebensenttäuschung – es gibt noch mehrere – war Wolf Biermann. […] Da saß er nun, der “Drachentöter” und wirkte armselig kraftlos. Drachen hat der – wenn überhaupt – schon lange keine mehr getötet, aber dass er vor den Schmeißfliegen nicht nur kapituliert hat, sondern vor denen noch zu Kreuze kriecht – das verzeihe ich ihm nicht.
Bundestag: Musikalische Begleitung von Wolf Biermann zu "25 Jahre nach Mauerfall" am 07.11.2014 [11:47] Ermutigung, Text

Veröffentlicht am 07.11.2014
Debatte im Bundestag zu "Friedliche Revolution – 25 Jahre nach Mauerfall" mit musikalischer Begleitung von Wolf Biermann


Ein ehemaliger Supervisor von mir ist ein sehr geduldiger und verständnisvoller Mensch. Einmal wurde er ungehalten: Ich erzählte ihm, daß ich ärgerlich auf meinen Vater sei, weil sich dieser in einer konkreten Situation sehr dumm seiner eigenen Gesundheit gegenüber verhalten hatte – mit recht unangenehmen und deutlich lebensverkürzenden Konsequenzen. Mein Supervisor gab mir zur Antwort: »Herr Kollege, Ihr Vater ist nicht verpflichtet, Ihren Erwartungen gerecht zu werden.«

In Bezug auf die Erleuchtung sagte der Dalai Lama:
»Selbst- Losigkeit bedeutet nicht, daß etwas, das es in der Vergangenheit gab, nunmehr nicht-existent wird. Vielmehr ist diese Art von ›Selbst‹ etwas, das nie existiert hat. Die Aufgabe besteht darin, etwas als nicht- existent zu erkennen, das schon immer nicht-existent war.«
(zitiert in Verleugnung [Post, 08.11.2014], Mark Epstein, Gedanken ohne den Denker, Kap. 5, Frei schwebend)

Biermann braucht niemand etwas zu verzeihen, weil es nichts zu verzeihen gibt. Das Problem ist nicht Biermann, das Problem sind die Erwartungen, die andere Leute an sein Handeln haben.
Dylan: "I try my best to be just like I am, but everybody wants you to be just like them"

Es ist schon eine Sache mit den Idolen und den Erwartungen, die ihr Publikum an sie hat. Bob Dylan kann ein Lied (oder viele) davon (oder darüber) singen:

- 1963 erhielt er den Tom Paine Award und konfrontierte das Publikum mit Dingen, die in ihm vorgingen, mit denen das Publikum überfordert war. (Bob Dylan – My Back Pages, Post, 30.05.2013, vor den letzten beiden Videos)
- 1964 sorgte sein viertes Studio-Album »Another Side of Bob Dylan« »bei Teilen der Folkszene für Befremden. So veröffentlichte Irwin Silber in der von ihm herausgegebenen Folk-Zeitschrift Sing Out! einen offenen Brief an Dylan, in dem er seiner Sorge Ausdruck verlieh, der Sänger drohe durch die Begleitumstände von Ruhm und Erfolg den Kontakt zur Basis zu verlieren, was auch in seinen neuen Liedern zum Ausdruck komme.[4] Der Folksänger Phil Ochs hingegen verteidigte im Broadside Magazine Dylans Recht auf Wandel.[5]« (Another Side of Bob Dylan, Wikipedia
Das Lied »My Back Pages« (8. Lied auf »Another Side of Bob Dylan«; man bedenke, daß Dylan damals 23 Jahre alt war) interpretiert das englische Wikipedia wie folgt:
Dylan criticizes himself for having been certain that he knew everything and apologizes for his previous political preaching, noting that he has become his own enemy "in the instant that I preach."[2][5][6] Dylan questions whether one can really distinguish between right and wrong, and even questions the desirability of the principle of equality.[7] The lyrics also signal Dylan's disillusionment with the 1960s protest movement and his intention to abandon protest songwriting.[5][6][8] The song effectively analogizes the protest movement to the establishment it is trying to overturn.[4] (Hervorhebung von mir)

- 1965 besaß er die Unverschämtheit, beim Newport Folk Festival seine Texte mit einer elektrischen Gitarre zu begleiten: Empörung bei den Fans, heute die Geburtsstunde des Folk-Rock. (Heute vor 45 Jahren – 25. Juli 1965: Die Geburtsstunde des Folk-Rock, Post, 25.07.2010)

1978 habe ich ihn in Nürnberg auf dem Zeppelinfeld, da wo die Nazis ihre gigantischen Aufmärsche machten, gesehen. Wenige Tage zuvor hatten sie ihn in Dortmund ausgebuht und mit Tomaten beworfen. In der alternativen Zeitung Tip erschien eine Todesanzeige, in der sein Abgang beklagt wurde: der Star wurde den Erwartungen seiner Fans nicht mehr gerecht. (Mehr dazu bei Nichterschienen) (Mr. Mark & Mr. Bob, Post, 07.11.2011)

- 1991 hielt Dylan eine kurze, schnoddrige Ansprache anläßlich der Verleihung des Grammy’s für sein Lebenswerk und sang ein Lied, dessen Text kaum zu verstehen war. Wer ein wenig tiefer gehen will – mehr Erläuterungen würden an dieser Stelle den Rahmen sprengen –, kann hier nachsehen und -lesen:Heute vor 45 Jahren – 25. Juli 1965: Die Geburtsstunde des Folk-Rock (Post, 25.07.2010)

- 2010 machte er aus seinem Evergreen «The Times They Are A-Chanin’«, als er im Weißen Haus vor dem Präsidenten spielte, einen Walzer, ging danach zu Obama, drückte ihm die Hand – ein kurzes Lächeln – und verschwand. (siehe Heute wird Bob Dylan 70 Jahre alt, Post, 24.05.2011) Obama: »Das war ein richtiges Vergnügen.« (Humor hat der Mann!)

- 2011 gab er einige Konzerte in China: Kein "The Times They Are a-Changin": Bei seinem ersten China-Konzert hat Bob Dylan auf einige berühmte Protestsongs verzichtet. Dafür wird er nun heftig kritisiert. (Auftritt in China – Kritik an Bob Dylans protestlosem KonzertZEIT, 12.04.2011)

In einem Kommentar zu einem Artikel im Stern (Bob Dylan – Der Gottvater aller echten MännerStern, 03.04.2007) stand zu lesen:
»Ich hab schon viele mißratene Artikel über seine Person gelesen, aber dieser setzt in Punkto Zynismus neue Maßstäbe. Journalisten und vor allem Journalistinnen sollten aufhören, über ihn zu schreiben. Sie können's nicht. Was sie nicht verstehen, und das scheint die einzige nachvollziehbare Aussage des Artikels zu sein, können sie auch nicht beschreiben. "I try my best to be just like I am, but everybody wants you to be just like them" sagt im Kern das wesentliche. Und das jemand, der 40 Jahre seines Lebens mit in Artikeln und anderswo gegossenem Unverständnis leben muß, weil er nicht die Absicht hat, Klischees zu bedienen, mit dem Boxen anfängt, wenn's denn stimmt, kann ich gut nachvollziehen.« (Hervorhebung von mir, siehe Heute wird Bob Dylan 70 Jahre alt, Post, 24.05.2011)

»Im Deutschen Bundestag kann man doch nicht erzählen, daß eine Wahl ein Gottesurteil ist, wenn man die deutsche Geschichte kennt.«
Wolf Biermann befindet sich, wenn die Leute über ihn herfallen, also in bester Gesellschaft. Er war von Bundestagspräsident Lammert zum Vortrag eines bestimmten Liedes im Bundestag eingeladen, »Ermutigung«. Was spricht dagegen, den Inhalt des Liedes, das vor dem Hintergrund des DDR-Systems geschrieben worden war, heute vor einem anderen Hintergrund anzuhören? Was haben die Leute denn erwartet? Daß Biermann Rabatz macht? Wozu? Damit sich dann alle auf ihn stürzen und, wie Helmut Schmidt so schön sagte, die nächste Sau durchs Dorf gejagt werden kann?

Möglicherweise bleibt uns in dieser Welt, von der wir einerseits nur bestimmte Dinge erfahren, uns das, was wir erfahren, auf eine bestimmte Art und Weise – nämlich schon vorgekaut – vermittelt wird (Beispiele finden sich in meinen Ukraine-Posts zuhauf), und wir das, was wir vermittelt bekommen, auf eine bestimmte Weise interpretieren, nur der ständige Zweifel und die Dekonstruktion (siehe dazu das Interview mit Peter Engelmann in Äussere Migration, Post, 08.11.2014), weil der größte Teil andersgerichteter Energie – wenn nicht alle – einfach nur verpufft. 
Man schaue sich den Arabischen Frühling, die Vorgänge in der Ukraine und das Rascheln in unserem Medienblätterwald an: Wo geht die Energie denn hin? In ständige neue Aufgeregtheiten, und wo sonst noch? Was unterscheidet denn die aufgeblasenen Meldungen über die Ukraine von denen über die Fußballbundesliga oder die vom Dschungelcamp? Es sind nur andere Spielfelder. Der einzige Unterschied: das Gefühl von Realität (Körper und Ich-Bewußtsein: Rubber Hand Illusion, Post, 18.03.2011) nimmt von der Ukraine über die Bundesliga bis zum Dschungelcamp ab.

Vielleicht ist das Einzige, worauf sich Dylan noch konzentriert, das Schaffen von Verstörung, Zweifel – auch Selbst-Zweifel!
(siehe dazu: Mr. Mark & Mr. Bob, Post, 07.11.2011)

Die drei wichtigsten Sätze aus diesem Post:
- Der Folksänger Phil Ochs hingegen verteidigte im Broadside Magazine Dylans Recht auf Wandel.
- The song effectively analogizes the protest movement to the establishment it is trying to overturn.
- I try my best to be just like I am, but everybody wants you to be just like them.

Ich versuch’s abschließend ähnlich saftig wie der Alte Mann:
Leute, die sich dagegen wehren, daß andere ihnen anscheinend unbeirrbar vorzusagen versuchen, was sie zu glauben haben, kritisieren andere dafür, nicht das zu tun, was sie von ihnen erwarten. Aber das glauben sie zu dürfen, weil sie ja die Guten sind! 
Wo ist der Unterschied? 
(»… effectively analogizes the protest movement to the establishment it is trying to overturn.«

Ich genieße die Vorstellung einer dekonstruktivistischen Beschäftigung mit des Alten Mannes Text. Es könnte nämlich gut sein, daß sich des Alten Mannes Frust – z.B. über die bornierte und unkorrigierbare Behandlung des Ukraine-Themas durch Politiker und Leitmedien-Journalisten (und was immer sonst noch) – nun an Biermann entlädt: Wenn die anderen schon so unbeeiflußbar sind – und alternde Männer sind halt mal so –, dann hat gefälligst Biermann, das ehemalige Idol, sich so zu verhalten, wie man sich selbst an dessen Stelle vorstellt, daß man’s im Bundestag mal ordentlich krachen läßt!

Alter Mann: Alternde Männer sind entweder so, oder so. Ich weiß von was ich schreibe.
Bob Dylan: I’m younger than that now.
Biermann: Laß dich nicht verhärten, laß dich nicht verbittern, laß dich nicht erschrecken, laß dich nicht verbrauchen.
Ich: So, so…

(Im Internet kann man mal nach dem Begriff »Musterunterbrechung« suchen. Ein Instrument zur Musterunterbrechung ist die Verstörung…)


Äussere Migration

Zeitgeschichte Ein Gespräch mit dem Philosophen und Verleger Peter Engelmann über seine Erfahrung in der DDR, den politischen Kern der Dekonstruktion und Jacques Derridas Vermächtnis

Zitate:
Die Dekonstruktion war immer auch politisch motiviert. Sie ist zunächst vor allem eine Theorie der Bedeutungskonstitution, die der landläufigen Vorstellung widerspricht, dass die Sprache etwas abbildet, das ihr voraus liegt. Sowohl auf der Ebene der Signifikate als auch auf der der Signifikanten gibt es keine festen Einheiten. Und das lässt sich auch politisch lesen. Die Idee von einer im Akt stattfindenden Bedeutungskonstitution hat die politische Konsequenz, dass es nichts voraus liegendes gibt, was autoritär auftreten kann. Die Dekonstruktion wendet sich somit gegen jeden religiös, nationalistisch oder rassistisch motivierten Ansatz, der eine Form absoluter Gewissheit beansprucht.

Über die Dekonstruktion zu schreiben, meint die abendländische Diskursivität und ihre Begriffe in Frage zu stellen. Kritik ist jedoch ein Begriff der „Metaphysik“, so nannte Derrida den abendländischen Diskurs. Sie setzt einen Standpunkt oder ein Motiv voraus, in dessen Namen etwas kritisiert wird. Und damit hat man schon wieder eine Verankerung, die man nicht will. Man muss an dieser Stelle hinzufügen: Wenn Derrida beispielsweise den Begriff des Autors kritisiert, heißt das nicht, dass er nicht sieht, dass dieser in der textuellen Arbeit tätig ist. Die Dekonstruktion deckt jedoch neben dieser weitere Sinnebenen auf, die nicht vom Autor gesteuert werden. Der Begriff der Subversion hat den Vorteil, dass er sich eher auf diese Form des Abarbeitens am Text bezieht. Ein Abarbeiten, bei dem man im Voraus nicht weiß, wo die Reise hingeht.

mehr:
- Äussere Migration (Nils Marquardt im Gespräch mit Peter Engelmann, der Freitag, 07.11.2014)

“Durchleuchtet, analysiert und einsortiert” – Studie zur kommerziellen Überwachung



Neben der Massenüberwachung durch NSA und Co. geht manchmal unter, dass Unternehmen ebenso auf unsere Daten schielen. Wolfie Christl hat für die Arbeiterkammer in Österreich eine umfangreiche Studie über kommerzielle Überwachung erstellt, die es sich zu lesen lohnt. Und um das ganze anschaulich zu machen, darf ein übersichtlicher Webauftritt nicht fehlen, der die Ergebnisse zusammenfasst.
 mehr:- “Durchleuchtet, analysiert und einsortiert” – Studie zur kommerziellen Überwachung (Netzpolitik, 07.11.2014)

„Wenn du etwas wirklich haben willst, kaufe es nicht“

Die ukrainische Künstlerin Alevtina Kakhidze verbindet Politik mit Poesie. Ihre Stilmittel sind Suppe, Bleistift und Humor. Schon Oligarchen gingen ihr auf den Leim
Als jüngst zur Eröffnung der „Manifesta 10“ Kurator Kasper König der Ukrainerin Alevtina ­Kakhidze das Mikrofon überließ, war die Botschaft klar: Auch eine Künstlerin, die als Maidan-Aktivistin für die Unabhängigkeit ihrer Heimat eintritt, sollte in Sankt Petersburg in der ersten Reihe stehen. Kakhidzes knabenhafte Erscheinung mit der Bobfrisur über erstaunt blickenden Augen ließ weniger an eine Kunstaktivistin denken als an ein unerschrockenes großes Kind. Tags zuvor erst hatte sie ihre neue Performance „Victory over electricity“ angekündigt.

Kakhidzes Fähigkeit, die Gegenwart poetisch zu reflektieren, zeigte sich zuletzt in ihrer Arbeit „TV Studios / Rooms without Doors“. Die Videoinstallation im Pinchuk Art Centre, einem Museum für Gegenwartskunst in Kiew, lief in einer surrealen Studiokulisse. Die Künstlerin trug sehr ernst absurde News vor: „Die Menschen haben aufgehört, Tomaten, Wassermelonen und Erdbeeren zu essen. Der Grund: Diese weisen eine rote Farbe auf, die an den Sozialismus erinnert. Ärzte warnen: Bitte essen Sie weiter Früchte, sie enthalten wichtige Vitamine!“ Oder: „In Berlin ist die Mitnahme von Hunden in der U-Bahn erlaubt, jetzt fordern Kiewer Bürger dieses Recht ein. Die Antwort des Bürgermeisters: Bei den Berliner Hunden handelt es sich um sozialisierte Wesen. Kiews Hunde sind noch nicht reif für die U-Bahn.“

mehr:
- Künstlerin Alevtina Kakhidze – „Wenn du etwas wirklich haben willst, kaufe es nicht“ (Cicero, 06.11.2014)

Kinoempfehlung: The Equalizer

THE EQUALIZER | Trailer & Filmclip deutsch german [HD] [7:09]

Veröffentlicht am 18.09.2014
http://youtube.com/vipmagazin | "The Equalizer" (Trailer deutsch german) | Filminfos: http://goo.gl/WmeifK| Kinostart: 09.10.2014
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Offizieller deutscher Kino-Trailer zu dem Film "The Equalizer".
Originaltitel: The Equalizer
Actionthriller, USA 2014
Filmverleih: Sony Pictures
Kinostart (DE): 09.10.2014
Schauspieler/Darsteller: Chloë Grace Moretz, Denzel Washington, Dan Bilzerian, Melissa Leo, Marton Csokas, Bill Pullman u.a.
Regisseur: Antoine Fuqua
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In "The Equalizer" spielt Denzel Washington McCall, einen ehemals verdeckt operierenden Agenten eines Spezialkommandos, der seinen Tod vorgetäuscht hat, um in Boston in Ruhe leben zu können. Als er eines Tages aus seinem selbstgewählten Ruhestand zurückkehrt, um ein junges Mädchen namens Teri (Chloë Grace Moretz) zu retten, steht er plötzlich ultragewalttätigen russischen Gangstern gegenüber.
Während er sich an denen rächt, die sich brutal an Hilflosen vergreifen, erwacht McCalls Ge... mehr: http://goo.gl/WmeifK
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Tags: The Equalizer Trailer german HD, The Equalizer Trailer deutsch HD, The Equalizer deutscher Trailer HD, The Equalizer Kino-Trailer HD, The Equalizer Kinotrailer HD, The Equalizer Kino Film Kritik
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"McCall stellt Pushkin zur Rede" - The Equalizer Clip #4 german deutsch [HD] [0:52]

Veröffentlicht am 10.10.2014
Ab Donnerstag, 9. Oktober 2014 nur im Kino!
Alle Trailer & Clips zum Film: https://www.youtube.com/playlist?list...
Abonniere uns! http://www.youtube.com/subscription_c...


In THE EQUALIZER spielt Denzel Washington, McCall, einen ehemals verdeckt operierenden Agenten eines Spezialkommandos, der seinen Tod vorgetäuscht hat, um in Boston in Ruhe leben zu können. Als er eines Tages aus seinem selbstgewählten Ruhestand zurückkehrt, um ein junges Mädchen namens Teri (Chloë Grace Moretz) zu retten, steht er plötzlich ultragewalttätigen russischen Gangstern gegenüber. Während er sich an denen rächt, die sich brutal an Hilflosen vergreifen, erwacht McCalls Gerechtigkeitssinn zu neuem Leben. Wenn jemand ein Problem hat, sich die ganze Welt gegen ihn verschworen hat, und er sich an niemanden sonst wenden kann, wird McCall ihm helfen. Er ist der Equalizer.


Unter der Regie von Antoine Fuqua, der mit Hauptdarsteller und Oscar®-Preisträger Denzel Washington bereits bei "Training Day" höchst erfolgreich zusammengearbeitet hat, spielen in weiteren Rollen Chloë Grace Moretz ("Carrie"), Oscar®-Preisträgerin Melissa Leo ("The Fighter") und Marton Csokas ("Der Herr der Ringe") in diesem rasanten Actionfilm.
© 2000-2014 Sony Pictures Releasing GmbH



Russia Today hat seinen deutschen Kanal gestartet

Man präsentiert sich als ersehnte "Gegenöffentlichkeit" zum "einseitigen und oft interessengetriebenen Medien-Mainstream"

Nun hat also Russia Today auch seinen deutschen Kanal gestartet, um der russischen Perspektive auf das Weltgeschehen einen Ausdruck zu verleihen. Der Zeitpunkt ist sicherlich günstig, nachdem in manchen Kreisen während der Ukraine-Krise die Kritik an der Berichterstattung der Mainstreammedien zugenommen hat. In die Kerbe will man denn auch schlagen und kündigt sich als irgendwie alternatives Medium an.

Nach dem Selbstverständnis gibt man vor, das zu berichten, was woanders nicht vorkommt. Das soll natürlich nicht in Russland geschehen, wo die unabhängigen Medien immer weniger werden, sondern jetzt eben in Deutschland, wo es zwar auch schon den "alternativen" Radio Stimme Russlands gibt. "Wir zeigen und schreiben das, was sonst verschwiegen oder weggeschnitten wird. Wir sind DER FEHLENDE PART in der deutschsprachigen Medienlandschaft", heißt es auf der Facebook-Seite.

mehr:
- Russia Today hat seinen deutschen Kanal gestartet (Florian Rötzer, Telepolis, 07.11.2014)

mein Kommentar:
Sehen wir doch provisorisch, so lange, wir wir’s noch nicht besser wissen, die Internet-Präsenz von Russia Today als Karikatur an. Möglicherweise werden wir uns über diesen kleinen Umweg bestimmter Eigenschaften unserer Leitmedien besser bewußt:
Die Karikatur übertreibt bewusst, spitzt zu und verzerrt charakteristische Züge eines Ereignisses oder einer Person, um durch den aufgezeigten Kontrast zur Realität und die dargestellten Widersprüche den Betrachter der Karikatur zum Nachdenken zu bewegen.
aus: Zum Gegenstand (Karikatur, Wikipedia)
Hier ist der Link zu RT Deutsch

‘Who does the baby look like — you or me?’ 
In January 1960, cartoonist Hans Geisen takes an ironic look at German 
Chancellor Konrad Adenauer and French President Charles de Gaulle, 
who, standing over the cradle of European unity, 
speculate on its paternity within the Franco-German duo.
[Quelle: Cartoon by Geisen on the action taken by France and Germany 
to promote a European integration policy (January 1960), cvce]
siehe auch:
- "Ich glaube nicht, dass wir jedem Verrückten ein Podium bieten" (Stefan Niggemeier, 13.11.2014)
Man spricht deutsch: Der staatliche russische Auslandssender RT positioniert sich jetzt auch hierzulande mit einem eigenen Programm als Gegenöffentlichkeit zu den etablierten Medien. Was bringt einen jungen Studenten aus den USA dazu, hier anzuheuern? 
Nun sind sie da, die Russen, und füllen die klaffende Lücke, die die sogenannten Mainstream-Medien angeblich in ihrer Berichterstattung lassen. Im Frühjahr hatten 30.000 Menschen eine Petition gezeichnet, die die Chefredakteurin des staatlichen russischen Auslandssenders „Russia Today“ in devotem Tonfall anflehte, eine deutschsprachige Version zu starten, um die „Meinungsvielfalt und Informationsfreiheit in Europa“ auf diese Weise zu verbessern.
In der vergangenen Woche ist „RT deutsch“ online gegangen. Der Staatssender vermarktet sich geschickt als Alternative zur vermeintlich uniformen Berichterstattung der deutschen Massenmedien. Gestern lief zum ersten Mal eine eigenproduzierte Web-Show aus Berlin mit dem programmatischen Titel „Der fehlende Part“. Möglicherweise folgt im nächsten Jahr ein ganzer Fernsehsender.


Empfehlung zur Wochenendlektüre: Eine grundsätzliche Rede von Putin und eine von Obama

Wie soll unsere Welt geordnet sein? Ein Machtzentrum, mehrere, gar keine? Wie sollen die Völker miteinander umgehen? Welche gemeinsamen Sicherheitsstrukturen sollte es geben? Macht es Sinn, sich gegenseitig oder reihenweise andere Länder zu destabilisieren? Wie wäre der Umgang mit Terror und Gewalt zu organisieren? Darüber wird in der allgemeinen Debatte, zum Beispiel über den Konflikt um Russland, die Ukraine, Syrien etc. wenig nachgedacht. Der russische Präsident Putin hat es bei einer Rede am 26.10.2014 erstaunlich offen und tiefgreifend getan. Die NachDenkSeiten haben darauf mit Hinweis auf einen Artikel von Telepolis schon hingewiesen. Dort hieß es in der Überschrift: „Putin präsentiert den USA Sündenkatalog“. Das ist eine irreführende Verkürzung. Deshalb und wegen des Inhalts dieser Rede wird im Folgenden auf eine in deutscher Sprache vertonte und auf eine verschriftete Fassung hingewiesen. – Damit der Vorwurf der Einseitigkeit gleich im Halse stecken bleibt, verweise ich auch auf die bedeutendste Rede des amerikanischen Präsidenten aus der letzten Zeit: Vollversammlung der Vereinten Nationen am 25. September 2014.
mehr:
- Empfehlung zur Wochenendlektüre: Eine grundsätzliche Rede von Putin und eine von Obama (NachDenkSeiten, 07.11.2014)
Zitat:
Sie werden die bei der Lektüre oder beim Anhören der Reden geopferte Zeit nicht bereuen. Es wäre gut, wir könnten vor allem über die Gedanken zur Ordnung der Welt mal wieder ins Gespräch kommen, statt in gegenseitigen sprachlichen und militärischen Drohungen zu versinken.
Ein Hinweis für Lehrerinnen und Lehrer oder ansonsten in der politischen Bildung tätige Menschen: Die Reden eignen sich für den Unterricht, für Diskussionen, für Hausarbeiten usw.


siehe auch:
- Putin hat gesprochen! Howgh! (Post, 26.10.2014)

- Der Westen & Russland – zum Diskurs (Wolfgang Schwarz, Linksnet, 29.10.2014)
Am vergangenen Wochenende sollte in Sotschi eine turnusmäßige Tagung des Petersburger Dialogs stattfinden. Die fiel ebenso aus wie die normalerweise parallel laufenden deutsch-russischen Regierungskonsultationen, inklusive Treffen zwischen Angela Merkel und Wladimir Putin. Dafür haben einige deutsche Organisationen und Vertreter gesorgt, die ihre Teilnahme am Dialog mit Hinweis auf die Ukraine-Krise, Repressalien gegen Nichtregierungsorganisationen in Russland und den aus ihrer Sicht unbefriedigenden Gesamtcharakter des Petersburger Dialogs absagten, aber auch das Kanzleramt. „Gegenwärtig sei ein Treffen angesichts des Verhaltens Moskaus nicht sinnvoll“, zitierte der Spiegel – mit demonstrativer Schuldzuweisung – ungenannte Quellen, die sicher nicht im Umfeld von Außenminister Steinmeier zu verorten sind. Der hatte das Treffen in Sotschi befürwortet. Überreste von politischen Tischtüchern – und derzeit von mehr als solchen im deutsch-russischen Verhältnis zu sprechen, wäre arg übertrieben – sind auch schon mit weniger Aplomb zerschnitten worden. Und unmittelbar vor ihrem Zusammentreffen mit Putin beim Asem-Gipfel in Mailand hatte Merkel im Bundestag nachgelegt: „Den entscheidenden Beitrag zur Deeskalation muss Russland leisten.“

Bemerkung von mir:
Ich kann immer wieder nur bedauern, wie vorurteilsbehaftet bei uns in Deutschland mit der Person Wladimir Putins und wie ignorant mit seinen Reden – sei es die 2001 vor dem deutschen Bundestag, sei es die 2007 bei der Münchner Sicherheitskonferenz oder auch jetzt vor dem Valdai-Forum – umgegangen wird.
Ich empfehle herauszufinden zu versuchen, weshalb das so ist.

Freitag, 7. November 2014

Fahrbahnverengung in Lägerdorf

extra 3 Lack ab Fahrbahnverengung in Lägerdorf[2:18]

Veröffentlicht am 20.08.2013

Was sich in den Medien ändern muss

Was sich in den Medien ändern muss - Ein Kommentar

Führende Journalisten tun sich weiterhin schwer damit, die Kritik an Ihrer aktuellen Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt offen zu diskutieren. Hinter den Kulissen aber tobt ein Kampf um Deutungshoheit - und um Reputation. FAZ-Autor Stefan Niggemeier geht nun in die Offensive.

Nach seinem Zeitungsbeitrag vom Sonntag, der die breite öffentliche Kritik erstmals direkt in einem Leitmedium artikulierte (Journalismus unter Verdacht), legte er am Mittwoch nach und wurde noch deutlicher: 
Nicht beirren lassen, das ist eine Reaktion auf den spürbaren Gegenwind, den die Mainstream-Medien derzeit erfahren. Was mich, je nach persönlicher Stimmung, wütend macht oder besorgt, ist diese Selbstgewissheit, die aus manchen Reaktionen etablierter Medien auf die Kritik spricht (und natürlich vor allem auch den Nicht-Reaktionen); die Überzeugung, dass man sich nichts oder jedenfalls nichts Gravierendes vorzuwerfen hat; die Diffamierung der Kritik als von Russland gesteuert.
Von Putinverstehern und Journalistenverstehern
mehr:
- Gleichklang oder Vielstimmigkeit? (Paul Schreyer, 07.11.2014)

105 Israel Ex-Generäle drängen Netanyahu, mit den Palästinensern Frieden zu schließen

"Wir, die Unterzeichneten, Reserve-IDF-(Armee) Kommandeure und pensionierten Polizeioffiziere, die in Israels militärischen Kampagnen gekämpft haben, kennen aus erster Hand den schweren und schmerzlichen Preis, den Kriege fordern," sagte 105 Unterzeichner in einem gemeinsamen Brief an Netanyahu.

Auszüge aus dem Brief wurden von Ynet News auf ihrer Webseite veröffentlicht. Er fordert Netanyahu auf, eine "mutige Initiative" zu ergreifen und mit Palästina und anderen arabischen Staaten Frieden zu schließen.

mehr:
- 105 Israel Ex-Generäle drängen Netanyahu, mit den Palästinensern Frieden zu schließen (einartysken, 06.11.2014)
siehe auch:
- Amnesty International: Israel zeigte ‘kaltschnäuzige Gleichgültigkeit’ (Post, 05.11.2014)

Georg Elser, der Mann, der Hitler töten wollte

Aus dem Archiv: Alle kennen Graf von Stauffenberg, nur wenige Georg Elser. Am 8. November 1939 verübte der Schreinergeselle im Münchner Bürgerbräukeller ein Attentat auf Hitler. Er bezahlte es mit seinem Leben

Königsbronn, hoch oben auf der Schwäbischen Alb. Nichts, so scheint es, kann hier die Ordnung durcheinanderbringen. Blank geputzte Heimeligkeit zwischen Butzenscheiben und Eternitfassaden. Von der Klosterkirche bimmelt’s all’ Viertelstund. Gegenüber dem Bahnhof trifft der Fremde auf zwei Denkmäler: „Zu Ehren ihrer im Weltkrieg gefallenen Söhne 1914–18“, verkündet die Säulenschrift, „Treudeutsch bis in den Tod“. Wenige Schritte dahinter eine massive Bronzeplatte den „Söhnen zum Gedächtnis“. Es folgen die Namen junger Dorfmänner, die Hitlers Krieg nicht überlebten. Der Name Johann Georg Elser ist nicht darunter. „Was wollen S’ denn“, wehrt ein älterer Herr in breitem Schwäbisch ab, „die Einzigen, die immer wieder nachfragen, sind die Journalisten. Für uns ist die Sach’ doch längst erledigt.“

Viele denken hier so und wer „die Sach’“ verstehen will, dem empfiehlt sich eine Reise in die Vergangenheit. München, 8. November 1939: Die Bombe explodiert um zwanzig Minuten nach neun, Balken krachen, Mauern zerbersten, ein Teil der Decke stürzt ein. Schreie, Entsetzen, Panik. Sieben Menschen sterben unter den Trümmern, ein achter wird die Verletzungen nicht überleben. Über sechzig Personen sind teilweise schwer verletzt. Hitler, dem die Bombe galt, überlebt. Dreizehn Minuten vor der Detonation hatte er seine Rede in dem mit über 3000 „alten Kämpfern“ gefüllten Bürgerbräusaal in München beendet.
mehr:
- Der Mann, der Hitler töten wollte (Cicero, 07.11.2014)


Donnerstag, 6. November 2014

Zeitungen: Angst macht unfrei

Wer in die Zeitungshäuser reinschaut, sieht nichts Gutes. Fast überall geht die Angst um, morgen, spätestens übermorgen den Arbeitsplatz zu verlieren. Für einen Berufsstand, der einmal angetreten ist, der Demokratie eine Stütze zu sein, ist das tödlich. Angst lähmt und macht unfrei. Bei öffentlich-rechtlichen Anstalten dürfte das eigentlich keine Rolle spielen. Sie leben nicht von Werbung, sondern von ihren Zuschauern, die für ihre Gebühren ein ordentliches Programm erwarten. Also auch vom SWR.
Zu viel erwartet? Nein und nochmals nein. Noch immer sind die ARD-Sender Inseln in einer brutalen Medienökonomie, die reihenweise Redaktionen kippt. Zuletzt bei der "Brigitte", die elf TextredakteurInnen gekündigt hat, darunter die Witwe von Gabriel Grüner, dem "Stern"-Reporter, der 1999 in Kosovo erschossen wurde. "Brigitte" und "Stern" gehören zum selben Verlag. Beim SWR ist dieser Zynismus undenkbar. Nicht weil dort die besseren Menschen säßen, sondern weil er eine Verfassung hat, die nicht den Gesetzen eines Marktradikalismus unterliegt. Öffentlich-rechtlich eben. Ein hohes Gut.
mehr:
- Angst macht unfrei (Kontext, 05.11.2014)

dazu auch:
- Die Welt braucht Wachhunde (Susanne Stiefel, Kontext, 05.11.2014)
Es tut sich was in der deutschen Zeitungslandschaft, jenseits der großen und kleineren Verlage. Krautreporter ist nur das jüngste Beispiel dafür. Es wird wieder über die Wächterfunktion der Presse diskutiert und nicht nur in Endlosschleifen darüber lamentiert, wie schlecht es den Verlagen angeblich geht. Und darüber, was der Gesellschaft guter Journalismus wert ist.
Längst hat sich eine journalistische Parallelgesellschaft gebildet. Lokale Blogs wie Seemoz am Bodensee oder der rheinneckarblog in Mannheim. Regionale Online-Zeitungen wie die Kontext:Wochenzeitung oder die Ruhrbarone. Das investigative Recherchebüro Correctiv in Berlin und seit Neuestem die Krautreporter, die im Oktober mit großem Medienhype gestartet sind: Sie alle greifen Themen auf, die lokal, regional oder national liegen bleiben, weil es den Anzeigenkunden der Verlage nicht gefällt, den Verlegern politisch nicht opportun erscheint oder weil das Geld für aufwendige Hintergrund-Recherchen ihre Gewinne schmälert. "Die Zeiten für Aufbruch und neue journalistische Abenteuer könnten nicht besser sein", schreibt der Correctiv-Mitbegründer und investigative Journalist Daniel Drepper.


Meldungen über angebliche Luftraumverletzungen – Publizist Volker Bräutigam erhebt beim Rundfunkrat Beschwerde

Aufgrund der jüngsten Berichterstattung über die vermeintlich wiederholte Verletzung des Luftraums europäischer Staaten durch russische Kampfflugzeuge legte der Publizist Volker Bräutigam am Montag beim Hörfunkrat von DeutschlandRadio Beschwerde „wegen objektiv falscher, agitatorischer und kriegshetzerischer Ausführungen“ in der Berichterstattung ein, die Hintergrund im Folgenden dokumentiert.
mehr:
- Agitatorisch, kriegshetzerisch (Hintergrund, 06.11.2014)

siehe auch:
Interview mit Volker Bräutigam – Rundfunkbeschwerde gegen NDR  (Jungle Drum Radio, 02.05.2014? Beachte auch die Kommentare!)
- ARD – Neue Programmbeschwerde von Volker Bräutigam über Tagesschau vom 21.11.2014 (Hintergrund, 23.11.2014)
siehe auch:
- Gniffkes Kniffe – von Volker Bräutigam (Sicht vom hochblauen, 08.07.2014)

26 Russische Bömber Flugmanöver über Europa Merkel ist akut nicht besorgt {1:29}


Veröffentlicht am 30.10.2014
Russische Kampfjets und Langstrecken-Bomber lösen bei der Nato Alarm aus: Die Flugzeuge fliegen im internationalen Luftraum über Nord- und Ostsee, dem Schwarzen Meer und dem Atlantik. Weil die Manöver nicht angemeldet sind, ist die Nato beunruhigt und lässt Nato-Kampfjets aufsteigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht keinen Grund zur Panik.

Wladimir Putin Der Westen führt einen Vernichtungskrieg gegen Russland {15:51}

Veröffentlicht am 27.01.2015

siehe auch:
- Die Taktik des Westens: kontinuierliche Propaganda und kontinuierlicher militärischer und wirtschaftlicher Druck (Post, 23.06.2015)
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Seit 2014 hat Bräutigam gemeinsam mit Friedhelm Klinkhammer, dem ehemaligen Vorsitzenden des ver.di-Betriebsverbandes NDR, über hundert Programmbeschwerden beim NDR eingereicht. In ihnen attestieren sie der Berichterstattung „einen Journalismus, der Partei ergreift und Objektivität hinten anstellt“.[8] Die Programmbeschwerden werden auf den deutschsprachigen Internetseiten von RT,dem früheren Russia Today,[9] in einem Online-Flyer der Internetzeitung NRhZ-Online[10] und Internetforen und Blogs veröffentlicht. Der Rundfunkrat wies Bräutigams Beschwerden zurück. [Volker_Bräutigam (Publizist), Rundfunkbeschwerden, Wikipedia, abgerufen am 21.08.2016]
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- Fiese Finten der ARD (I) (Volker Bräutigam, Ossietzky, 25/2014)
Fiese Finten der ARD (II) (Volker Bräutigam, Ossietzky, 2/2015)

KenFM im Gespräch mit: Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer {1:50:19}

Veröffentlicht am 05.12.2016
KenFM
Die Tagesschau ist das bekannteste Presseerzeugnis des Nachkriegsdeutschlands. Am 26. Dezember 1952 ging die Sendung zum ersten mal on Air und wurde schnell das, was der VW Käfer auf der Straße wurde. Kult. Die Tagesschau hat später ganze Generationen medial geprägt, denn, was in der Tagesschau gezeigt wurde, war mehr als ein Bericht, es war für die meisten Menschen einfach die Wahrheit. Die Tagesschau hatte damit die Wochenschau der NAZIS dahingehend ersetzt, dass man es schlicht nicht wagte, sie zu hinterfragen.
Dieser über Drill gelernte Respekt blieb Jahrzehntelang bestehen und niemand wäre bei der Tagesschau auf die Idee gekommen, dass es sich bei ihr natürlich auch, oder vor allem, um ein Instrument der Manipulation handelte. Die Tagesschau vermittelte stets ein Weltbild, das dem der westlichen Siegermächte entsprach. Wer um 20 Uhr die Tagesschau einschaltete, eine Art Ritual, das von Millionen über Jahrzehnte verinnerlicht worden war, bekam immer auch die volle Packung US-Propaganda mit verabreicht. Das geschah deutlich subtiler, als bei der BILD-Zeitung, aber gerade die reduzierte Dauerstrahlung war das Erfolgsrezept. Die Tagesschau wurde als unpolitisch wahrgenommen und daher von den allermeisten Zuschauern konsumiert und verinnerlicht. Diese völlig naive Art des Medienkonsums hat die alte BRD geprägt. Radio und Print waren ebenfalls stark überwacht. Bevor ein Presseorgan in der BRD nach 1945 seinen Betrieb aufnehmen konnte, musste es sich von den USA quasi lizenzieren lassen.
Mit der Erfindung des Internets ändert sich das Konsumverhalten der User vollkommen. Statt weniger Medien, die im Gleichschritt berichteten, gab es plötzlich unzählige Quellen, die eine völlig andere Sicht darboten. Der Effekt beim Konsumenten führte zu Zweifeln. Wer hatte jetzt recht, die alten oder die neuen Quellen. Wer sich die Mühe gab und z. B. bei der Tagesschau Gegenrecherchen unternahm, wurde jäh geweckt und erkannte plötzlich den hohen Propagandaanteil der Sendung.
Warum wurden schwer bewaffnete Männer manchmal gemäßigte Rebellen und manchmal schlicht Terroristen genannt? Warum war ein Angriffskrieg manchmal ein barbarischer Akt und dann wieder eine humanitäre Intervention.
Auch in den Reihen der Tagesschau-Macher erkannte man, dass das Level der Gehirnwäsche immer massiver anzog.
Volker Bräutigam, Tagesschau-Redakteur, und Friedhelm Klinkhammer, Jurist beim Haussender der Tagesschau dem NDR, bemerkten diesen „Wandel“ und begannen, Beschwerden an die Chefetage zu schreiben. Inzwischen haben die beiden Ex-Mitarbeiter mehr als 100 solcher Beschwerden verfasst. Warum tun sie das und was ist ihr Motiv, zumal sie bereits im Ruhestand sind?
KenFM hat die beiden Männer geladen. Die einen halten sie für Querulanten, die anderen für Journalisten vom alten Schlag.
Sie haben Rückgrat.
Inhaltsübersicht:
00:04:56 Gewerkschaftliche und politische Aktivitäten während und nach dem Berufsleben
00:11:19 Wie das bürgerliche Parteibuch über Chefposten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk entscheidet
00:17:59 „Geistig-moralische Wende“ 1984: Einführung des kommerziellen Rundfunks & Fernsehens lässt Vertrauen in etablierte Medien schrumpfen
00:21:52 Verlust der Glaubwürdigkeit: Die veränderte Rolle des Auslandskorrespondenten in den Medien
00:27:18 Wie das Pentagon mit PR-Mitarbeitern Nachrichtenagenturen infiltriert
00:28:41 Unabhängiger Journalismus braucht sichere Arbeitsbedingungen
00:33:48 Selbstverständnis des Rundfunkbetriebes: Mittel der Programmbeschwerde reicht nicht aus, um ein demokratisches Korrektiv zu bilden
00:36:15 Berichterstattung Ukraine-Konflikt 2014: Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam über Beginn und Motivation ihrer heutigen Aktivitäten
00:49:13 Majestätsbeleidigung - Warum die etablierten Medien ihre Fehler i.d.R. nicht eingestehen
01:02:55 Anti-Russische Propaganda, Halbwahrheiten und Sprachregelungen in der Berichterstattung (Syrien, Ukraine)
01:16:46 Wie wirkungsvoll ist Propaganda heute und wie stark die Kriegsbereitschaft der Deutschen?
01:19:52 Fehlentwicklung in der „Repräsentativen Demokratie“- Wer ist der Souverän im Land?
01:24:25 Gesellschaftliche Zukunftsperspektiven: Entpolitisierung und die Idee einer Mediengerichtsbarkeit
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aktualisiert am 14.09.2017

Fachkräftemangel beim "Islamischen Staat"

Die paradiessüchtigen Märtyrerislamisten müssen mit dem säkularen Leben zurechtkommen 

So lange alles nach vorne geht und ein militärischer Erfolg den anderen jagt, ist für die aggressiven Horden das Leben gesichert, sofern die Einzelnen die Kämpfe überleben. Aber dann müssen die eroberten Territorien verwaltet werden, die Menschen müssen mit den neuen Machthabern leben können, sie müssen von der Unterwerfung profitieren, während auch der wirtschaftliche Alltag weiterlaufen muss.
mehr:
- Fachkräftemangel beim "Islamischen Staat" (Florian Rötzer, 04.11.2014)

Hawaii: Rote Karte für Monsanto & Co

Bürger stimmten für Gentech-Moratorium im County Maui 

Knapp über fünfzig Prozent der Wähler stimmten am Dienstag, 4. November, für einen Anbaustopp von Gentech-Pflanzen im County Maui, Hawaii. Bemerkenswert dabei ist, dass die Initiative zu dem Gesetzesantrag von einer Grassroots-Bewegung ausging und sich durchsetzte. Monsanto und andere Gentech-Befürworter hatten zuvor mit einem enormen PR-Budget versucht, ein Moratorium zu verhindern. 

Wie Telepolis berichtete (Gentech-Moratorium auf Hawaii?), wurde erstmals in der Geschichte von Maui-County ein Gesetzesantrag von Bürgerinnen und Bürgern selbst auf den Weg und zur Abstimmung gebracht. Mit ihrer Forderung eines Moratoriums für den Anbau von Gentech-Pflanzen konnte die Grassroots-Bewegung SHAKA-Movement ausreichend Wähler mobilisieren und am vergangenen Dienstag einen Erfolg verbuchen.
mehr:
- Hawaii: Rote Karte für Monsanto & Co (Brigitte Zarzer, Telepolis, 06.11.2014)

siehe auch:
Genmais? – Nein, nein, nein, ja! Fuck the Bürger! (Post, 20.04.2014) 
- TTIP – Verhandlungen hinter verschlossenen Türen (Post, 23.04.2014)

"Die Menschen sind Teil eines Systems, das von Denkmaschinen gesteuert wird"

Stefan Aust über die Fallstricke moderner Massenkommunikation 

Durch neue Kommunikationsmittel ist die totale Überwachung möglich und der Alptraum George Orwells wahr geworden - mit dem bedeutenden Unterschied allerdings, dass die Überwachung nicht staatlich-restriktiv durchgeführt wird. Stattdessen vollzieht sie sich (zumindest auf den ersten Blick) freiwillig und über den Konsum. Telepolis sprach darüber mit Stefan Aust, der zusammen mit Thomas Ammann das Buch Digitale Diktatur geschrieben hat.
mehr:
- "Die Menschen sind Teil eines Systems, das von Denkmaschinen gesteuert wird" (Reinhard Jellen im Interview mit Stefan Aust, Telepolis, 05.11.2014)

siehe auch:
- Sie wissen alles (Florian Rötzer, Telepolis, 27.10.2014)
Yvonne Hofstetter warnt vor intelligenten Maschinen, die uns zunehmend kontrollieren werden - ein Veranstaltungshinweis 
Yvonne Hofstetter hat in ihrem Buch "Sie wissen alles" den Versuch gemacht, die technischen Entwicklungen vorzustellen, die hinter den Buzzwords von Big Data, Internet der Dinge, Industrie 4.0 und autonomen Maschinen stehen, aber gleichzeitig für eine Diskussion darüber zu werben, wohin die Reise gehen soll: "Intelligente Maschinen, die uns 'optimieren' wollen, greifen in unseren Alltag ein und regeln unsere Zukunft. Unsere Menschenwürde ist akut bedroht und damit unsere demokratische Grundordnung."
- Ich weiß, wo du fährst! (Felix Werdermann, der Freitag, 06.11.2014)
Pkw-Maut Für die Autobahngebühr sollen die Nummernschilder erfasst werden. Damit droht eine gigantische Vorratsdatenspeicherung – obwohl es unbürokratische Alternativen gibt
Bisher war die Pkw-Maut für Ausländer vor allem ein Stück aus dem Koalitionstheater: Die kleine CSU musste ihre Stärke beweisen und deshalb den abwegigen Vorschlag durchbringen, den sie wahlkampftrunken gemacht hatte und dessen Umsetzung sich europarechtlich als so kompliziert erweist, dass man über die Bemühungen von Verkehrsminister Alexander Dobrindt nur den Kopf schütteln kann. Jetzt aber könnte die Maut zu einem ernsten Problem werden. Alle Autofahrer sollen mit dem Nummernschild erfasst, die Daten 13 Monate lang gespeichert werden. Es droht die Vorratsdatenspeicherung durch die Hintertür.


Komfort macht Gewinner? Wir werden sehen…

Apple Pay sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. Bislang fürchten vor allem Finanzdienstleister und Handelskonzerne das Bezahlsystem. Syzygy-Chef Marco Seiler erläutert in einem Gastbeitrag, warum sich Apple Pay auf weitaus mehr Branchen auswirken wird.
Alle Welt redet zurzeit über Apple Pay – allerdings am Thema vorbei. Natürlich haben wir es mit einem revolutionären Bezahlsystem zu tun, und entsprechend sind die Finanzdienstleister mehr als beunruhigt. Was aber viel wichtiger ist: Apple Pay ist Vorbote einer Entwicklung, die die Geschäftsabwicklung in jeder Branche grundlegend ändern wird. Und zwar, wie man so schön sagt, disruptiv.
Mit Apple Pay ist dem Konzern aus Cupertino einmal mehr ein echter Coup gelungen: Ein Bezahlsystem, mit dem man sowohl in Online-Shops als auch in stationären Läden bargeld- und kartenlos einkaufen kann – und das obendrein sehr unkompliziert: Einfach das iPhone vor ein Terminal halten, über den Fingerabdruck bestätigen, und der Kaufbetrag wird überwiesen. Apple Pay kommt, so Apple-Chef Tim Cook, „einem Dolchstoß ins Herz“ des Kreditkartensystems gleich.
mehr:

- Apple Pay und die Folgen – Komfort macht Gewinner (Horizont, 06.11.2014)
mein Kommentar:

Wir werden sehen…

Bild hetzt: „Geigen Sie ihm Ihre Meinung“

Die Bild-Zeitung fordert die Leser auf, dem Gewerkschaftsführer die Meinung zu „geigen“ und veröffentlicht seine Büro-Telefonnummer. Der Focus bringt ein Foto vom Wohnhaus Weselskys und vom Klingelschild, auf dem steht: „Fam. Weselsky“. Es muss diesen Medien ziemlich schlecht gehen, wenn sie zu solchen Mitteln greifen.
mehr:
- Gejagt: Medien veröffentlichen Wohnhaus und Telefon-Nummer von Weselsky (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 06.11.2014)

Mein Kommentar:
Also: Zigtausende einfache BILD-Leser gegen den Gewerkschaftsführer. Mir bleibt die Spucke weg! Es hat – wie eine Atomexplosion oder der Einsturz der Zwillingstürme am 11. September – schon eine perverse Ästhetik, wie Medien Geld damit verdienen, daß sie Menschen aufeinanderhetzen. Wenn man bei youtube nach »dumme Leute«, »Allgemeinwissen« oder »Alphonse« sucht, bekommt man eine Vorstellung davon, wer bei Weselsky anruft und was die Leute über den Streik und den Standpunkt der GDL wissen.

Alfons Griechenland [3:18]

Hochgeladen am 14.12.2010
Alfons Umfrage zum Thema : Griechenland ist pleite


In Rußland wäre das nicht passiert… (muß ich das jetzt als Ironie kennzeichnen?)
einen saftigen Kommentar hat auch der Alte Mann losgelassen:
- Die Größen-BILDsinnigen (altermannblog, 07.11.2014)

Erste Frackingverbote in Volksentscheiden in den USA

Diese Zusammenfassung ist nicht verfügbar. Klicke hier, um den Post aufzurufen.

Oettinger und das Urheberrecht

Kommentar „Wenn Google intellektuelle Werte aus der EU bezieht“: Was kann und will der neue EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft?

Seit Günther Oettinger, der neue EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, sich im Handelsblatt zum Thema Urheberrecht zu Wort gemeldet hat, wird viel diskutiert und noch mehr orakelt. Geht es jetzt Google an den Kragen? Droht gar ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger auf europäischer Ebene?

Zugegeben, Oettinger wird sich mit dem Urheberrecht befassen müssen. Als Kommissar ist ihm die Generaldirektion Connect unterstellt, zuständig für „Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien“. Und diese, nicht mehr die Generaldirektion Binnenmarkt, wird in Zukunft für das Thema zuständig sein. Das ist das Ergebnis einer vom neuen Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker vorgenommenen Umstrukturierung in den Ressortverantwortlichkeiten. Trotzdem bedeutet es nicht, dass Oettinger jetzt einfach machen kann, was die Verleger gern wollen, und es dann genauso kommt. Aus mehreren Gründen nicht.


mehr:
- Oettinger und das Urheberrecht (Ilja Braun, der Freitag, 05.11.2014)

siehe auch:
- Landgericht Köln: Künstler-Kompanie gewinnt erstes Gefecht (Markus Kompa, Telepolis, 01.11.2014)
- This knocks me from the socks (Post, 12.09.2014)