Donnerstag, 11. Dezember 2014

Keine Propaganda: Noch ein U-Boot! Oh Gott!

Die britische Marine und Nato-Flugzeuge haben ein U-Boot vor der schottischen Küste gejagt. Auslöser war die Sichtung eines mysteriösen Periskops vor der Marinebasis Faslane in Schottland - dort werden auch Atomwaffen gelagert.

Nato-Flugzeuge und die britische Marine haben offenbar gemeinsam Jagd auf ein U-Boot vor der schottischen Küste gemacht. Der Einsatz sei nach der Sichtung eines Periskops ausgelöst worden, berichteten mehrere Medien. Das Verteidigungsministerium in London räumte am späten Dienstagabend ein, dass Nato-Partner die Briten bei einem Einsatz auf See unterstützt hätten, lehnte es jedoch ab, Details zu nennen.

Drang das U-Boot in britische Gewässer ein?

Laut dem Fachblatt "Aviation Week", das zuerst über die mutmaßliche U-Boot-Jagd vor dem Westen Schottlands berichtet hatte, wurde das Periskop an einer Stelle ausgemacht, an der britische U-Boote normalerweise auftauchen, wenn sie in die Marinebasis Faslane einlaufen. Dort werden auch Atomwaffen gelagert.

mehr:
- Nato jagt rätselhaftes U-Boot vor Schottlands Küste (Focus, 10.12.2014, Hervorhebung von mir!)
- U-Boot-Vorfälle in Schweden (Wikipedia)

  • 17. Oktober 2014: Ein mutmaßlich beschädigtes U-Boot wurde im Stockholmer Schärengarten gesucht. Verschlüsselte Sendungen auf einer von russischen Einheiten benutzten Notfrequenz wurden aufgezeichnet. Es könne sich um die Kommunikation eines U-Bootes mit einem Militärstützpunkt in Kaliningrad handeln.[13][14][15] Kurz darauf räumte das schwedische Militär ein, Details bewusst falsch gemeldet zu haben, um Auslandsdienste über die Erkenntnisse der schwedischen Marine im Unklaren zu lassen.[16] Die schwedische Regierung stellte nach Abschluss der Untersuchungen am 14. November 2014 fest, dass schwedische Hoheitsgewässer zweifelsfrei von einem kleineren Unterwasserfahrzeug verletzt worden sind. Sie sprach von einem „groben und inakzeptablen“ Vorfall.[17] (U-Boot-Vorfälle in Schweden, Liste von gravierenden Vorfällen, Wikipedia)

mein Kommentar:

Vielleicht macht Nessie den Führerschein?
Oder Putin will Nessie aus Loch Ness vertreiben, um Panik in der schottischen Bevölkerung zu erzeugen und so Schottland zu destabilisieren…
Oder NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat von einer bevorstehenden schottischen Invasion durch pro-russische Separatisten erfahren und den NATO-Kommandeur Europa Philip M. Breedlove dazu veranlaßt, schon mal eine Taucher-Kompanie der superschnellen Eingreif-Truppe dort abzusetzen, um eine Grenzverletzung nachweisbar zu dokumentieren und diesen subversiven Putin-Verstehern endlich das Maul zu stopfen…

zur Auflösung des Rätsels siehe:

- Ein neues U-Boot und mangelnde Medien-Selbstreflexion (Post, 10.07.2016)
- Minister gibt zu: Russische U-Boote vor Schweden waren Falschmeldung (Epoch Times, 22.06.2016)


Is this the man......??? Scene {1:03}


Hochgeladen am 20.05.2010

ISIS in Washington: America’s Soundtrack of Hysteria

It happened so fast that, at first, I didn’t even take it in. Two Saturdays ago, a friend and I were heading into the Phillips Museum in Washington, D.C., to catch a show of neo-Impressionist art when we ran into someone he knew, heading out. I was introduced and the usual chitchat ensued. At some point, she asked me, “Do you live here?” “No,” I replied, “I’m from New York.” She smiled, responded that it, too, was a fine place to live, then hesitated just a beat before adding in a quiet, friendly voice: “Given ISIS, maybe neither city is such a great place to be right now.” Goodbyes were promptly said and we entered the museum.

All of this passed so quickly that I didn’t begin rolling her comment around in my head until we were looking at the sublime pointillist paintings of Georges Seurat and his associates. Only then did I think: ISIS, a danger in New York? ISIS, a danger in Washington? And I had the urge to bolt down the stairs, catch up to her, and say: whatever you do, don’t step off the curb. That’s where danger lies in American life. ISIS, not so much.

The Terrorists Have Our Number

I have no idea what provoked her comment. Maybe she was thinking about a story that had broken just two days earlier, topping the primetime TV news and hitting the front pages of newspapers. On a visit to the Big Apple, the new Iraqi prime minister, Haider al-Abadi, claimed that his intelligence services had uncovered a plot by militants of the Islamic State (IS, aka ISIS or ISIL), the extremists of the new caliphate that had gobbled up part of his country, against the subway systems of Paris, New York, and possibly other U.S. cities.

I had watched Brian Williams report that story on NBC in the usual breathless fashion, along with denials from American intelligence that there was any evidence of such a plot. I had noted as well that police patrols on my hometown’s subways were nonetheless quickly reinforced, with extra contingents of bomb-sniffing dogs and surveillance teams. Within a day, the leading officials of my state, Governor Andrew Cuomo and New York City Mayor Bill de Blasio, were denying that they had any information on such a plot, but also taking very public rides on the city’s subways to “reassure” us all. The threat didn’t exist, but was also well in hand! I have to admit that, to me, it all seemed almost comic.

In the meantime, the background noise of the last 13 years played on. Inside the American Terrordome, the chorus of hysteria-purveyors, Republican and Democrat alike, nattered on, as had been true for weeks, about the "direct," not to say apocalyptic, threat the Islamic State and its caliph posed to the American way of life. These included Senator Lindsey Graham (“This president needs to rise to the occasion before we all get killed here at home"); Majority Leader John Boehner, who insisted that we should consider putting American boots on Iraqi and perhaps even Syrian ground soon, since “they intend to kill us”; Senator Dianne Feinstein, who swore that “the threat ISIS poses cannot be overstated”; Senator Bill Nelson, who commented that “it ought to be pretty clear when they... say they’re going to fly the black flag of ISIS over the White House that ISIS is a clear and present danger.” And a chorus of officials, named and anonymous, warning that the terror danger to the country was “imminent,” while the usual set of pundits chirped away about the potential destruction of our way of life.

mehr:
- ISIS in Washington: America’s Soundtrack of Hysteria (Tom Engelhardt, Counter Currents, 07.10.2014)

mein Kommentar:
Man bekommt allmählich den Eindruck, daß die Amis von morgens bis abends, vom Beginn bis zum Ende ihres Lebens panisch durch die Gegend laufen und ständig glauben, sich vor Katastrophen schützen zu müssen, die hinter der nächsten Ecke lauern…
Und daß die amerikanischen Medien ständig dabei sind, diese Angstbereitschaft zu füttern… Wenn keine Angst da ist, wird sie gemacht, wenn Angst da ist, wird sie katastrophisiert…


Eine kurze Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika [3:12]

Hochgeladen am 08.04.2009
Micheal Moore's Film "Bowling for Columbine" enthält die zusammenfassung der kleinen Geschichte von Amerika. Diese Animierte Version erzählt in kurzer Zeit alles was man wissen muss. Warum die Amerikaner alle Waffen tragen, warum sie immer Angst haben und warum es den Ku-Klux-Klan gibt. Eine sehr schöne, lustige Geschichte.... mehr Dokumentationen auf.



Tom Engelhardt bei Lettre International:
DIE BOMBE IM KOPF (LI 080, Frühjahr 2008)
GOOD-BYE, GEORGE W (LI 083, Winter 2008)
- Tom Engelhardt on "The American Way of War: How Bush’s Wars Became Obama’s" (Democracy Now!, 18.10.2010)

Krieg gegen den IS ohne Einschränkungen

Das Weiße Haus will vom Kongress weitgehend freie Hand für eine Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt – zeitlich, geografisch und auch für den Einsatz von Bodentruppen

Noch führt das Weiße Haus den Krieg gegen den "Islamischen Staat" im Irak und in Syrien auf der Grundlage der Kriegsermächtigung (Authorization for Use of Military Force – AUMF) aus dem Jahr 2001. Weil der IS zwar einmal al-Qaida angehörte, sich aber davon getrennt hatte, musste man in Washington zur formalrechtlichen Begründung die Angriffe damit legitimieren, dass sie sich auch auf eine vorwiegend wohl fiktive al-Qaida-Zelle in Syrien richten. Man hätte die Angriffe auch auf al-Nusra richten können, die brauchte man aber als Gegengewicht zum IS, daher wurde die Gruppe Khorosan geschaffen, deren Mitglieder angeblich aus Afghanistan über den Iran nach Syrien gelangte, um von dort aus unmittelbar bevorstehende Terroranschläge gegen die USA zu planen. Es war also Gefahr in Verzug durch al-Qaida, die AUMF ließ sich auf Syrien erweitern. Eine Genehmigung des Kongresses war durch diese Konstruktion vor den Midterm-Wahlen nicht notwendig. Groß hinterfragt wurde die fadenscheinige Legitimation in den USA und hierzulande nicht (Ukrainischer Außenminister: "Wir sind die Menschen des Friedens").

mehr:
- Krieg gegen den IS ohne Einschränkungen (Florian Rötzer, Telepolis, 11.12.2014)
siehe auch:
- Hidden Agenda Behind “War on Terror”: The Conquest of Oil, Gas, Water and Vital Resources (Pepe Escobar, Lars Schall, globalResearch, Erstveröffentlichung auf Consortiumnews – GoogleTranslator)

Dirty Harry Do You ( I ) Feel Lucky Punk? ( high quality ) {2:59}

Hochgeladen am 08.12.2011
Dirty Harrry shoot out scene. A San Francisco cop with little regard for rules (but who always gets results) tries to track down a serial killer who snipes at random victims.



Was mich total wundert:
Wieso wird in Westeuropa die Frage, weshalb zur Zeit der Treibstoff so billig ist, nicht öffentlich diskutiert? Könnte es sein – Wladimir Putin hat mich in seiner Valdai-Rede (Putin hat gesprochen! Howgh!, Post, 26.10.2014) drauf gebracht –, daß der Treibstoff, den wir tanken, aus IS-Quellen stammt? Könnte es sein daß wir freiheitlich-demokratischen Bürger mit Treibstoff fahren, der von Leuten stammt, auf die wir Bomben werfen? Und über Zwischenhändler zu uns gelangt, die sich mit dem Zeugs dumm und dämlich verdienen?
Wenn dem so wäre, wäre es dann nicht einfacher, die Mittelsmänner auszuschalten, damit der IS auf seinem Öl einfach sitzen bleibt?
Gibt es niemanden, der herauszufinden imstande ist, wo der IS sein Öl hin verkauft?

Panikmache im Sommer:

Isis Irak treibt Benzinpreise in USA auf Sechsjahres-Hoch im Sommer / Ärger über gasoline prices (NetzTrends, 28.06.2014)
- * Ägypten-Reiseforum * Isis & Osiris * Aegyptenreiseforum * (NetzTrends, 28.06.2014)
aber:
Als die ISIS im Mai begann, Ölfelder und Raffinerien im Nordirak zu erobern, war die Sorge groß, dass der Ölpreis bald stark steigen würde. Schließlich könne der Irak weniger exportieren, wenn Rebellen die Quellen kontrollierten. Doch diese Sorge erwies sich als Trugschluss: Mittlerweile beherrscht der Islamische Staat weite Teile des Wüstenstaates - doch der Ölpreis ist auf dem tiefsten Stand seit vier Jahren.
[Billiges Öl lässt USA jubeln und Venezuela hungern, Finanzen100, 16.10.2014]
mein Kommentar: 
Aha, die ISIS wird allenfalls mit der Verteuerung in Verbindung gebracht, aber nicht mit der Verbilligung…


Katars Geheimdienstleute haben sich mit niemand anderes getroffen als dem Führer der Jabhat al-Nusra in Syrien, Abu Mohamad al-Golani, mit dem sprichwörtlichen Angebot, dem er nicht widerstehen kann: Gib deinen direkten Draht zu al-Qaida auf und wir überschütten dich mit einem Tsunami von Bargeld.

Es spielt keine Rolle, dass al-Nusra als eine böse Terror- Organisation vom US-Außenministerium angesehen wird. Katar hat schließlich niemals geschwankt in seiner "Assad muss gehen"-Obsession im Gegensatz zu Obama. Das Ziel rechtfertigt wieder einmal die Mittel.
Unterdessen hält das "Imperium des Chaos" die ambivalente Coverstory am Leben vom Globalen Koalitionskampf gegen ISIS/ISIL/Daesh, mit der geheimen Absicht, Assad auf kleiner Flamme zu schwächen.

In Syrien sind es iranische Militärberater, die die syrische Armee mit erfahrenen Hisbollah-Kämpfern und shiitischen Milizen aus dem Irak koordinieren.

Da es keine "moderate syrische Opposition" mehr gibt – alle sind zum falschen Kalifen übergelaufen – würde die nicht so heimliche Agenda des 'Imperiums des Chaos' bei einer "Authorisierung zur Anwendung militärischer Gewalt" sein, eine Bande von CIA-geprüften bewaffneten "Rebellen" beizubehalten, um den Druck auf Damaskus aufrechtzuerhalten.
[Pepe Escobar, übersetzt durch Einar Schlereth, USA SCHONT IHRE "ISIS"-FREUNDE, einartysken, 14.03.2015 – Hervohebungen von mir]

zwei Blogposts, die der Idee sehr nahe kommen:


Das allereinfachste Mittel, ISIS und alle anderen Gangster im Handumdrehen von der Erdoberfläche zu wischen, wäre schließlich: keine Waffen und kein Geld. Da würde sogar dem stärkste Fanatismus schnell die Luft ausgehen. Aber diese Frage wird von den Allerwenigsten aufgeworfen. Man will das Spektakel doch noch eine Weile genießen.
[Einar Schlereth, Das Ergebnis der US-Bombenangriffe gegen die ISIS10.10.2014]

Die ISIS verkauft auch noch das gestohlene Öl aus dem eroberten Kurdistan mit Hilfe der Türkei zu Dumping-Preisen. Wie das unter den Augen der Amerikaner möglich ist, ist eine andere Frage. Das eigene Kind Al-Kaida in ISIS umzutaufen ist wohl der Grund. Aber insgesamt gibt es zu viel Öl auf dem Markt. 
[Freeman, Die Gründe für den Preiskrieg auf dem ÖlmarktAlles Schall und Rauch, 15.10.2014]
aktualisiert am 11.10.2019

Die Ukraine auf dem Weg zum unregierbaren Staat?

Im westukrainischen Vinnytsia wurde ein rechter "Volksgouverneur" gewählt, in Saparoschje der Bürgermeister vom rechten Mob zum Rücktritt gezwungen. Spezialbataillon Ajdar soll die Ruhe wieder herstellen

Steht der Ukraine ein neuer Maidan bevor, diesmal aber unter eindeutig rechtsradikalem Vorzeichen? Für diese Frage, gibt es nach den Ereignissen der letzten Tage durchaus Gründe.

Am 6. Dezember wurde in Vinnytsia, der Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten, von 600 Demonstranten mit Rauchbomben unter den Fahnen der rechtsradikalen Partei Swoboda eine Sitzung des Gebietsrates gesprengt.

Müllcontainer im Amtssitz des Gouverneurs
Unter den Rufen "Es lebe die Nation", und "Ukraine über alles" stürmten die Demonstranten den Amtssitz des Gouverneurs von Vinnytsia. Der 26-jährige Juri Pawlenko ergatterte ein Porträt von Poroschenko, rief, dass er diesen Präsidenten nicht gewählt habe, und zerstörte das Porträt, weshalb der junge Mann später zu einer zweimonatigen Haftstrafe verurteilt wurde.

mehr:
- Aufruhr in Poroschenkos Heimatstadt (Ulrich Heyden, 11.12.2014)

Edja Snodow erhält Obama-Menschenrechtspreis

Russischer Dissident wird für Enthüllungen über russischen Geheimdienst geehrt In einer Feierstunde im US-Congress verlieh US-Präsident Barrack Obama dem russischen Whistleblower Edja Snodow die Obama-Medaille für Verdienste um die Menschenrechte. Snodow hatte letztes Jahr die Machenschaften des russischen Abhörgeheimdienstes aufgedeckt und damit in der Öffentlichkeit ein breites Bewusstsein für die totalitären Bestrebungen Putins geweckt. Snodows abenteuerliche Flucht nach Washington war im November in einem Dokumentarfilm gewürdigt worden.

Die Preisverleihung stand im Schatten der aktuellen Veröffentlichungen über die Folterpraktiken des russischen Auslandsgeheimdienstes in den Gulags. So wurden Menschen, die sich etwa aufgrund der Überwachung verdächtig gemacht hatten, bis zu fünfmal täglich der russischen Wasserfolter unterzogen, andere wurden mit dem Kopf gegen die Wand geschleudert, manchen fesselten die Schergen gar solange auf dem Boden, bis er an Unterkühlung starb. Zu den praktizierten Verhörmethoden gehörten auch rektales Foltern, Scheinbeerdigungen und Drohung mit Vergewaltigung von Ehepartnern. Obama geißelte diese Haltung als barbarisch, die der seinen Werten verpflichtete Westen nicht im Ansatz billigen dürfe. Obama forderte Putin auf, auch die restlichen 5.500 Seitem des Folterreoprts freizugeben.

mehr:
- Edja Snodow erhält Obama-Menschenrechtspreis (Markus Kompa, Telepolis, 11.12.2014)


Rush Hour - Das Franzosen Verhör HD [3:24]

Hochgeladen am 02.09.2010
Sagen sie ihm das er ein MV ist!Lee ich glaub Wichser schreibt man mit W...


War das CIA-Folterprogramm wirklich ein Misserfolg?

War das CIA-Folterprogramm wirklich ein Misserfolg? Der aktuelle US-Senatsbericht legt das nahe, doch einiges spricht dagegen. Auch zu 9/11 stellen sich Fragen

Die in dieser Woche vom US-Senat veröffentlichte gut 500-seitige Kurzversion einer 6.700 Blatt umfassenden Untersuchung zu den Entführungen und Folterungen der CIA sorgt international weiter für Schlagzeilen. In Deutschland kommentiert die ARD die Veröffentlichung als "Schande und Sternstunde für die Demokratie" und die Süddeutsche Zeitung meint:

Eine der zentralen Schlussfolgerungen des Folterberichts des US-Senats ist: Folter ist zwecklos. Gefangene zu quälen, erbringt keine brauchbaren Informationen. Das widerlegt das wichtigste moralische Argument der Befürworter.
Alles bestens also? Die demokratischen Instanzen funktionieren und Folter ist nunmehr öffentlich diskreditiert? So einfach ist es wohl nicht. Denn abgesehen von der fragwürdigen Beurteilung der Folter nach "Effizienz", wie sie der Senatsbericht letztlich vornimmt - und was an sich schon kaum mit dem Leitbild einer humanistischen "Wertegemeinschaft" in Einklang zu bringen ist -, bleiben wichtige Fragen offen.

Warum etwa wurde überhaupt gefoltert? Die Journalistin Marcy Wheeler wies Anfang der Woche darauf hin, dass es dabei mitnichten vorrangig um Informationsgewinnung gehe. Zwei andere, viel rationalere und zugleich perfidere Motive würden selten erwähnt. Zum einen ermögliche die Folter die gewaltsame Rekrutierung von Doppelagenten, zum anderen liefere sie gewünschte Aussagen, die man für öffentliche Propaganda verwenden könne.

mehr:
- Stabile Wertegemeinschaft? (Paul Schreyer, Telepolis, 11.12.2014)
Zitat:
Eine Analyse von NBC News zeigt, dass mehr als ein Viertel aller Fußnoten des 9/11 Reports auf CIA-Verhöre von Al Qaida-Mitgliedern verweist, die den inzwischen strittigen Verhörmethoden ausgesetzt wurden. Tatsächlich basieren die entscheidendsten Kapitel des Reports zur Planung und Ausführung der Anschläge im Kern auf Informationen aus diesen Verhören.
[…] Marcy Wheeler meint dazu:
Es stellt sich die wirklich schreckliche Frage, ob Cheney die Folter förderte, damit sie die Stories produzierte, die er erzählt haben wollte.

Kommentar zu dem Artikel von paulimausi (11.12.2014, 13:51)
- Es gibt Spekulationen, es gibt aber auch handfeste Beweise (Telepolis, Stabile Wertegemeinschaft?)


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Der studentische Initiationsritus und der Vergewaltigungs-Reißer

Der Rolling Stone distanziert sich von einem Initiationsritusvergewaltigungs-Reißer
Am 19. November veröffentlichte die US-Ausgabe des Rolling Stone einen Text von Sabrina Rubin Erdely, in dem ausgesprochen plastisch erzählt wird, wie sieben Verbindungsstudenten an der University of Virginia in Charlottesville während einer Party im Haus der Studentenvereinigung Phi Kappa Psi eine "Jackie" genannte Studentin im Rahmen eines Initiationsrituals drei Stunden lang vergewaltigen.

Vielen Lesern kam der angebliche Tatsachenbericht seltsam vor. Einige davon - darunter der Washington-Post-Blogger T. Rees Shapiro - spürten den Fakten nach und stießen dabei auf Merkwürdigkeiten wie die, dass an dem Tag der Vergewaltigung im Herbst 2012 nach Angaben von Phi Kappa Psi gar keine Veranstaltung stattfand. Darüber hinaus sieht es im Eingangsbereich des Verbindungshauses ganz anders aus, als das im Artikel beschrieben wird - und es gibt kein Mitglied, auf das die Beschreibung des Anlockers und Vergewaltigungschoreographen "Drew" passen würde. Von den eigentlichen Vergewaltigern will "Jackie" niemanden erkannt haben, weil es dazu zu finster gewesen sein soll.

mehr:
- Autorin mit Agenda (Peter Mühlbauer, Telepolis, 08.12.2014)
Zitat:
Die Zweifel an der Geschichte, die Erdely in ausweichenden Interviews nicht entkräften konnte, verdichteten sich so sehr, dass sich Anna Merlan, eine Autorin für das Frauenportal Jezebel (die anfangs den Reason-Kolumnisten Robby Soave wegen dessen Skepsis einen "Idioten" genannt hatte) entschuldigte und zugab, dass sie "dead fucking wrong" lag.

siehe auch:

- As UVA case unravels, Feminists scramble with damage control but maintain presumptions of male guilt (Jonathan Taylor, A Voice for Male Students, 08.12.2014)

Kommentar Arne Hoffmann (Rückblick: Die große Vergewaltigungs-Hysterie, Ende 2014, Genderama, 08.12.2014):
Währenddessen sind Feministinnen mit einem rational kaum mehr erklärbaren Ausmaß an selektiver Wahrnehmung immer noch emsig damit beschäftigt, Frauen zum Opfer- und Männer zum Tätergeschlecht zu stempeln. Wir geben hierzu weiter an Maria von Welser, die zeigt, dass man von einem "Femizid gegen Frauen" sprechen kann, wenn für einen männliche Opfer schlicht nicht der Rede wert sind. Dermaßen dummdreiste und kenntnislose Propaganda kenne ich sonst nur vom rechtsradikalen Rand.
(Man beachte in dem von-Welser-Artikel auch die Diskussion!)

Article on sexual assault provokes investigation at UVA [7:54]

Veröffentlicht am 21.11.2014
A story in Rolling Stone details the gang rape of an 18-year-old student by seven men at a fraternity house at the University of Virginia. Journalist Sabrina Erdely says that the young woman reported the assault to the administration but nothing was done. Erdely joins Judy Woodruff to discuss the prevalence of campus sexual assault and why the victim was discouraged from speaking out.


How Rolling Stone’s UVa sexual assault story unraveled [6:30]

Veröffentlicht am 05.12.2014
After reporting on a horrific case of sexual assault at the University of Virginia, Rolling Stone magazine acknowledged discrepancies in the victim’s story, saying their trust in her was “misplaced.” Judy Woodruff speaks with T. Rees Shapiro of The Washington Post for more on the revelations that have cast doubt on the account.



siehe auch:
- Alte Säcke und Löschungen im Netz: Wie geht der (radikale) Feminismus mit Menschen und Meinungen um? (Ole Wintermann, Globaler Wandel, 06.12.2014)
Diskurs gehört zu einer Demokratie, solange die Beteiligten nicht zu Gewalt oder Rassismus aufrufen bzw. die FDGO in Frage stellen. Chris Good hat all dies nicht getan. Er hat einfach nur in der britischen Ausgabe der Huffington Post kritische Fragen an den Feminismus gestellt. Das reichte aus, um ihn mundtot zu machen. Welche Vorstellungen von einem demokratischen Diskurs hat der (radikale) Feminismus verinnerlicht?

Dass Netzdebatten zu Gender- und Feminismus-Themen den meisten Menschen nicht wirklich Freude bereiten, ist keine Neuigkeit. Das Thema ist - vollkommen egal, wie man dazu steht - entweder mühsam, weil man Anhänger traditioneller Rollenbilder immer wieder von ihrem falschen Weltbild überzeugen muss (#Ironie1), oder einfach nur nervig, weil sich alle Feministinnen zu einer Weltverschwörung vereinigt haben (#Ironie2). Die älteren Menschen unter uns wissen, dass die Wahrheit im Leben meist irgendwo zwischen diesen beiden Extrempositionen zu finden ist. So schränken uns einerseits tradierte Rollenbilder häufig in der Wahlfreiheit der eigenen Lebensweise ein und geben uns ein falsches Bild unserer Mitmenschen. Und andererseits? Andererseits wäre es an der Zeit, dass sich der Feminismus fragen muss, wie er zu den eigenen radikalen Strömungen steht.


Ukraine hat ein neues Ministerium für Informationspolitik

Das Ministerium soll die Wahrheit über die Ukraine verbreiten und die anti-ukrainische Propaganda bekämpfen, Kritiker fürchten Einschränkungen der Pressefreiheit
Man wird sich noch daran erinnern, wie der einstige Verteidigungsminister Rumsfeld während zu Beginn auch für die Medien inszenierten Irak-Kriegs stetig darüber klagte, im Informationskrieg den Terroristen unterlegen zu sein. Deswegen wurden unter seiner Ägide nach alter Kriegsstrategie Medien und Programme entwickelt, um die Meinung der Menschen zu beeinflussen. So sagte man das natürlich, man wollte ihnen natürlich nur die Wahrheit näherbringen.

Mittlerweile nutzen auch andere den freien Informationsfluss, den die USA im Kalten Krieg mit seinen Sendern und Medien, aber auch mit kommerziellen Satellitensendern wie CNN für sich in Anspruch nahm. Dass nicht Waffen und militärische Macht alleine, sondern vor allem die Informationshoheit kriegsentscheidend und konfliktbestimmend sein können, haben viele Staaten eigene Propagandamedien geschaffen, die die andere Wahrheit, nämlich die ihres Auftraggebers, in die Welt tragen sollen. Meist mischt man Nachrichten mit interessengetönten Beiträgen. Neben Sendern al-Dschasira (Katar), al-Arabija (Saudi-Arabien) oder al-Manar (Hisbollah) wurde etwa Telesur (Lateinamerika) oder RT (Russland) gegründet, um vor allem über die englische Sprache die globale Öffentlichkeit zu erreichen. Allerdings haben über das Internet alle die Möglichkeit, Informationen zu verbreiten, selbst dann, wenn wie im Fall von al-Qaida oder dem Islamischen Staat versucht wird, die Verbreitung zu unterbinden.

mehr:
- Ukraine hat ein neues Ministerium für Informationspolitik (Florian Rötzer, Telepolis, 10.12.2014)


Good Morning Vietnam - Intelligence [1:39]

Hochgeladen am 07.10.2008
http://mortel3.deviantart.com
Good Morning Vietnam, Robin Williams does a bit about military intelligence.

Vor 100 Jahren – Herbst 1914: Propaganda im Ersten Weltkrieg

Der Feind ist böse und grausam 

Das Erste, was im Krieg stirbt, ist die Wahrheit. Dieser seit der Antike bekannten Erkenntnis kann man hinzufügen: Und das Erste, was geboren wird, ist die Propaganda, als besondere Art der Kriegsführung. Da Propaganda vor allem wirksam wird, wenn sie viele Menschen erreicht, nahm sie im Ersten Weltkrieg mit den zu dieser Zeit schon stark verbreiteten Massenmedien eine neue Dimension an. Der Krieg war auch eine Medienschlacht. Zum ersten Mal wurden von beteiligten Staaten entsprechende Stellen und Ämter eingerichtet, die Propagandabüros. 
»Der Gesandte Gottes«, Wilhelm II. als Schlächter
(französische Propagandaillustration, Dezember 1914)
Beide Seiten setzten auf eine Gräuelpropaganda, die den Gegner dämonisierte, um die »Kriegsmoral« in der Schlacht und an der »Heimatfront« zu stärken. Auf entsprechenden Illustrationen trieft es nur so von Blut, mal ist es der deutsche Kaiser mit einem Schlachtermesser, mal der französische Soldat, häufig als Farbiger aus den Kolonien dargestellt, der einem Deutschen hinterhältig die Kehle durchschneidet. Wegen des deutschen Überfalls auf Belgien zu Kriegsbeginn besaß die Entente auf dem Schlachtfeld der Propaganda von Beginn an die besseren Karten. 

Deutscher Propagandaspruch 
»Jeder Schuss ein Russ, jeder Tritt ein Britt, jeder Stoß ein Franzos.«
 Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

Deutsche Feldpostkarte aus dem 1. Weltkrieg mit mehreren abgebildeten und beschrifteten Patronen. Dazu die Botschaft: "Die berüchtigten Dum-Dum-Geschosse. Mit solchen Mitteln arbeiten Deutschlands Feinde!" [aus Propaganda im Ersten Weltkrieg, Wikipedia]

Adventsrätsel, das Elfte von vierundzwanzig


Erst wird’s im Finsteren ausgescharrt,
dann doch nur in die Ecke geworfen,
und schließlich war noch jeder glücklich,
wenn er’s in den Ofen stecken konnte.



Mittwoch, 10. Dezember 2014

Die nächste Zutat zur Propaganda-Suppe: Scharfe US-Resolution gegen Russland

Mit nur 10 Gegenstimmen wird Russland erneut zu einer Art "Reich des Bösen" erklärt
Russische Staatsmedien heben eine Resolution 758 des US-Kongresses heraus, die angeblich zur Vorbereitung eines Kriegs führen könne. Man beruft sich dabei auf den Ex-Kongressabgeordneten Ron Paul, der in Washington ein Quertreiber ist und laut gegen sie protestiert hat. Abgelehnt haben die für die Regierung unverbindliche Resolution am vergangenen Mittwoch gerade einmal 10 Abgeordnete des Repräsentantenhauses, was allerdings schon zeigt, dass die Stimmung aggressiv und antirussisch ist. Die Resolution ist ein grotesker Rundumschlag, den man allerdings schon als Vorübung und als Vorbereitung für weitere Aktionen oder als Druck auf das Weiße Haus verstehen kann. Im Mai hatten republikanische Abgeordnete im US-Senat einen ähnlichen Gesetzesvorschlag eingebracht, der bislang steckengeblieben ist (Die Inszenierung des Ukraine-Konflikts durch die USA).
Einseitig ist die Resolution auf jeden Fall. Der Böse ist Russland, jede Selbstkritik oder auch nur eine Berücksichtigung der Maidan-Revolte sowie der ukrainischen Regierung kommt nicht vor. Der republikanische Abgeordnete Adam Kinzinger, der die 16-seitige Resolution eingebracht hat, wirft Russland die Rückkehr zur Einschüchterungstaktik des Kalten Kriegs vor. Die USA dürfe die "nackte Aggression", die in der Ukraine zu sehen sei, nicht dulden.

Vorgeworfen wird Russland eine "Invasion" in die Ukraine, die Annexion der Krim und der Versuch, diese wirtschaftlich, politisch und militärisch zu dominieren. Russland unterstütze die Separatisten und sei militärisch der Ukraine weit überlegen. Die USA unterstützen die Verteidigung der Ukraine "gegen die militärische Aggression der Russischen Föderation und der separatistischen Kräfte". Den in Minsk vereinbarten Waffenstillstand haben nach der Resolution nur die russischen Soldaten und die Separatisten gebrochen. Die Separatisten haben die Menschen daran gehindert, an den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen teilzunehmen und eine manipulierte Wahl durchgeführt. MH-17 sei von den Separatisten mit der Hilfe Russlands abgeschossen worden, wissen die Abgeordneten. (Das finde ich so bemerkenswert bei den Amis: Die wissen immer alles! Beneidenswertes Volk! Können wir uns ein großes Stück dran abschneiden! Ironie aus) Die Grenzen nach Russland müssen geschlossen und die Separatisten entwaffnet werden, von den ukrainischen Milizen spricht man lieber nicht.
mehr:
- US-Repräsentantenhaus verabschiedet scharfe Resolution gegen Russland (Florian Rötzer, Telepolis, 08.12.2014)
- Tollkühner Kongress unterbreitet Russland "Kriegserklärung" (Ron Paul, Politik im Spiegel, 12.12.2014)
Heute verabschiedete der Kongress, was ich als eine der schlechtesten Gesetzesvorlagen bezeichne, die es jemals gab. H. Res. 758 wurde als Resolution angekündigt, die die „Aktionen der Russischen Föderation unter Präsident Vladimir Putin streng verurteilt, weil sie eine Politik der Aggression gegen benachbarte Länder mit dem Ziel der politischen und ökonomischen Dominierung durchführt.“
Faktisch handelte es sich bei dem Gesetzentwurf um 16 Seiten Kriegspropaganda, die sogar Neokonservativen die Röte ins Gesicht hätte treiben sollen, wenn sie denn dazu in der Lage wären.


mein Kommentar:
Es ist schon peinlich, wieviel Porzellan die USA zur Zeit zerschlagen…






















siehe dazu:
absolut irre! (Andreas Hoose, Bankhaus Rott & Meyer, 13.12.2014)
Vor wenigen Tagen wurde in den USA eine Resolution verabschiedet, die einem Krieg in der Ukraine alle Türen öffnet. Die Medien hierzulande schweigen, weil das alles “ganz normal” ist. Ist es das?

Der US-amerikanische Kongressabgeordnete der Republikaner plädiert seit Jahren dafür, die US-Notenbank abzuschaffen. Mit seinem griffigen Slogan „End the Fed“ erreichte der Politiker in der Vergangenheit bezeichnenderweise vor allem die jungen Leute in den USA.

Manche mögen Paul wegen dieses Ansinnens für „vollkommen verrückt“ halten. Allein die Vorstellung, die US-Notenbank abzuschaffen, dürfte vielen Zeitgenossen als Sakrileg gelten. Wo doch grade diese Institution eindrucksvoll bewiesen hat, dass sie mit ihren segensreichen Wirkungen ganz entscheidend zum Wohlergehen der Menschen beiträgt. Nicht wahr…?! Wir kommen noch darauf zurück…

In dieser Woche hat sich Ron Paul erneut zu Wort gemeldet. Auf der Seite www.antiwar.com hat sich der Politiker die Resolution mit der Nummer 758 vorgenommen, die der US-amerikanische Kongress vor wenigen Tagen verabschiedet hat.

Das Engagement des streitbaren Politikers hat gute Gründe: Paul spricht von der „schlimmsten Gesetzesvorlage“, die es jemals gegeben hat und warnt einigermaßen unverblümt vor einem dritten Weltkrieg.



Und den bislang gültigen Gebrauch
der Namen für die Dinge
vertauschten sie nach ihrer Willkür:
unbedachtes Losstürmen galt nun
als Tapferkeit und gute Kameradschaft,
aber vordenkendes Zögern
als aufgeschmückte Feigheit,
Sittlichkeit
als Deckmantel einer ängstlichen Natur,
Klugsein bei jedem Ding
als Schlaffheit zu jeder Tat […]
Wer schalt und eiferte,
galt immer für glaubwürdig,
wer ihm widersprach, für verdächtig. .

(Thukydides, 454 v. Chr. - ca. 398 v. Chr., Geschichte des Pelloponesischen Krieges)

mein Kommentar:
Obama dürfte der unglücklichste Präsident der US-amerikanischen Geschichte sein.
Tut mir furchtbar leid für ihn, daß die Republikaner nicht dafür abgestraft wurden, daß sie ihm ständig und einzig auf den eigenen innenpolitischen Vorteil bedacht, Knüppel zwischen die Beine geworfen haben.
Ich möchte nicht wissen, unter welchem Druck er steht und was da hinter den Kulissen abgeht. 
Ich bin sicher: unter einem demokratischen Präsidenten wäre der Folterbericht nicht veröffentlicht worden!

Die Anstalt - Max Uthoff zur Ukraine [3:55]

Veröffentlicht am 10.12.2014
Die Anstalt wieder großartig.



Der Kaukasus-Krieg und seine Hintergründe

Längst ist der Kaukasus-Krieg aus den Schlagzeilen des bürgerlichen Blätterwaldes verschwunden. Die weltweit sich ausbreitende Krise löste ihn auf den Titelseiten ab. Die Erkenntnis, dass das eine mit dem anderen was zu tun hat, ist nicht Ziel bürgerlicher Aufklärung. Wo kämen sie da auch hin, die Apologeten der freien Marktwirtschaft, müssten sie nicht nur feststellen, dass die kapitalistische Ökonomie offensichtlich nicht vor tief gehenden Krisen schützt, sondern auch noch, dass diese aus den gleichen Gründen heraus immer wieder zum Krieg führt. Da schreibt man lieber der EU unter der Ratspräsidentschaft des französischen Präsidenten Sarkozy, selbstverständlich in engster Abstimmung mit Frau Merkel, die Lösung der Georgien-Krise auf die Fahnen, obwohl nichts gelöst ist.
Erinnern wir uns: Ein paar Tage lang im vergangenen August sah es so aus, als könnte aus dem latent schwelendem Konflikt zwischen Georgien und seinen abtrünnigen Provinzen bzw. der Russischen Föderation ganz schnell ein Krieg werden, der sich nicht mehr auf ein Gebiet weit weg hätte begrenzen lassen. Georgisches Militär griff Südossetien an, dessen Unabhängigkeitsbestrebungen seit der von so mächtigen Staaten wie der BRD und den USA anerkannten Unabhängigkeit des Kosovo neuen Aufschwung erfahren hat. Als russisches Militär den Vorstoß direkt an den Grenzen der Russischen Föderation zurückschlug und seinerseits in Georgien einfiel, schrie die georgische Regierung unter dem US-Zögling Saakaschwili nach Hilfe seiner Beschützer. Nach einem kurzen Moment der scheinbar einhelligen Verurteilung der "russischen Aggression" durch die Vertreter der imperialistischen Staaten auf dem NATO Krisentreffen am 19.8.2008, verflüchtigte sich dies beim genaueren Hinsehen schnell und zerfiel als in folgende Haltungen und Lager:
- die USA, unterstützt von Großbritannien, mit einer zumindest verbal sehr scharfen Haltung und Drohungen gegen die Russische Föderation, wie dem Hinauswurf aus dem G8 Bündnis, der Verweigerung der WTO-Mitgliedschaft und dem sofortigen Aussetzen des NATO-Russland-Rates etc.;
- Deutschland und Frankreich mit einer, trotz aller Verurteilung der russischen Besetzung von georgischem Territorium, Haltung der "Dialogbereitschaft" und der diplomatischen Offensiven bis hin zur Vermeidung jeglicher Sanktionen;
- die neuen EU- und NATO-Mitglieder, die sog. "New Friends of Georgia"(1), Polen, Tschechische Republik und die baltischen Republiken sowie die Ukraine, die ein fühlbares (militärisches!) Eingreifen zugunsten Georgiens forderten. Damit verbanden die Vertreter dieser Staaten außerdem die Forderung einer baldigen Aufnahme Georgiens und der Ukraine in die NATO, was der Position der USA in die Hände arbeitet bzw. der deutsch-französischen Achse in die Quere kommt.
Entsprechend wussten bürgerliche Medien hierzulande auch bald zu berichten, dass der Krieg zwischen Georgien und der Russischen Föderation letztendlich ein Krieg zwischen Russland und den USA sei. Von russischen und US-amerikanischen Einflusszonen war die Rede, vom Kampf um das Öl, ist doch Georgien einer der drei Staaten im Südkaukasus, durch die als einzige Möglichkeit Pipelines vom Kaspischen Meer nach Westen gehen, ohne russisches oder iranisches Territorium zu berühren. Deutsche Einflusszonen werden der bundesdeutschen Öffentlichkeit selbstverständlich nicht offen gelegt, sondern vernünftige deutsche Staatsvertreter präsentiert, die sich wie immer um Deeskalation und Vermittlung bemühen. Aus diesem Grunde darf auch eine ganz andere Haltung aus der übrigen, nicht imperialistischen Welt zu Wort kommen:
"Manchmal bringen kleine Ereignisse große Veränderungen mit sich. Das georgische Fiasko mag eines davon sein. Es kündigte das Ende der Ära nach dem Kalten Krieg an. Aber es markiert nicht die Rückkehr zu einem neuen Kalten Krieg. Es signalisiert eine viel wichtigere Rückkehr: die Rückkehr der Geschichte.
Die Post-Kalte Kriegsära begann mit westlichem Triumphalismus, symbolisiert mit Francis Fukuyamas Buch vom "Ende der Geschichte" [ein Begriff, der damals lauthals von Helmut Kohl adaptiert wurde - die AG]. Der Titel war kühn, spiegelte aber den westlichen Zeitgeist wider. Die Geschichte endete mit dem Triumph der westlichen Zivilisation. Der Rest der Welt hatte keine andere Wahl, als vor dem Vorrücken des Westens zu kapitulieren.
In Georgien hat Russland laut und deutlich klargestellt, dass es nicht länger gewillt ist, vor dem Westen zu kapitulieren. Nach zwei Jahrzehnten Demütigung hat sich Russland entschieden, zurückzubeißen. Bald werden andere Kräfte ähnliches machen. Als Resultat seiner überwältigenden Macht ist der Westen in geopolitische Räume anderer schlummernder Länder vorgedrungen. Sie schlafen nicht länger, vor allem in Asien."(2)
Was hatte es also auf sich mit diesem Krieg im Kaukasus, der für kurze Zeit die Welt in Atem hielt und was hat sich tatsächlich verändert?
mehr:
- Der Kaukasus-Krieg und seine Hintergründe (Arbeitsgruppe Zwischenimperialistische Widersprüche, Schattenblick, Februar 2009)


Die Lunten für die Ukraine-Krise sind bis in die 90er Jahre zurückverfolgbar

Alle durften, sollten, mußten sich freuen, als der antifaschistische Schutzwall geschliffen und Deutschland in den Grenzen des alten Bismarck-Reichs einigermaßen wiederhergestellt war. Im Januar 1993 verbuchte die deutsche Außenpolitik mit den Ergebnissen des Nato-Gipfels ihren seither größten Erfolg. Gefeiert wurde diesmal intern: ”,Seit Montag haben wir eine neue NATO’, so jubilierten die Bonner Vertreter in Brüssel. ,Die Deklaration der 16 Staats- und Regierungschefs ist säkular. Das war der wichtigste Nato-Gipfel sei dem Ende des Kalten Krieges.’ Tatsächlich hatten die 16 Verbündeten fast unbemerkt die sicherheits- und verteidigungspolitische Weichen neu gestellt”, schrieb die SZ. Die wesentlichen Ergebnisse des Gipfels:


1. Nicht mehr die USA, sondern die WEU werden in Zukunft für Militärinterventionen in Europa verantwortlich sein. Infrastruktur und Ressourcen der NATO wird künftig die WEU – nach gemeinsamer Beratung – auch ohne US-Beteiligung nutzen können.

2. Die so umgewandelte NATO offeriert allen osteuropäischen Staaten das Angebot vertiefter militärischer Zusammenarbeit mit der Perspektive einer möglichen späteren Aufnahme in das Bündnis.


3. Beide Beschlüsse gehören zusammen: Da eine NATO-Erweiterung in absehbaren Zukunft vom US-Kongress boykottiert werden würde, werden Europäische Union (EU) und Westeuropäische Union (WEU) als Beitrittsgremien aktiviert: “Das bedeutet, daß zum Beispiel die Aufnahme Polens in die Europäische Union diesem Land nicht nur das Recht gäbe, WEU-Mitglied zu werden. Es würde hierdurch faktisch auch zum Verbündeten Amerikas und Kanadas. Das bedeutet, daß ein Land durch die Aufnahme in die Union de facto die Schutzgarantie der Nato – und damit die Beistandsverpflichung Amerikas – erwerben kann, ohne selbst Natomitglied geworden zu sein, vor allem aber ohne daß Washington dazu gefragt werden müßte, ohne daß es an dem Aufnahmeverfahren selbst beteiligt wäre.” (FAZ, 7.1.94)


Wer die Bedeutung dieser Veränderungen allein auf der Basis hiesiger Kommentarspalten zu erklären sucht, bleibt im Propaganda-Käfig der deutschen Interessenpolitik gefangen. Die internationalen Widersprüche, die Deutschland mit seiner Politik provoziert, erscheinen aus diesem Blickwinkel so verworren, wie der Schreibmaschinentext, der entsteht, wenn ein mit 10-Fingern tippender Schreiber seine Zeigefinger versehentlich auf die falschen Buchstaben legt: Es klappert wie gewöhnlich, ergibt aber keinen Sinn.


Die folgende Darstellung ist deshalb in zwei Abschnitte unterteilt. Zunächst werden die ideologischen Prämissen der deutschen Bündnispolitik und die Bonner Vorarbeit für den Nato-Gipfel referiert. Anschließend wird der us-amerikanische Blick auf die deutsche Entwicklung dargestellt und die grundlegende Differenz im bilateralen Verhältnis, die eine “Europäisierung der NATO” aus deutscher Sicht erst notwendig macht, kommentiert.
mehr:
- Der Zwang nach Osten – NATO-Erweiterung und Bundeswehrmission 2000 (Matthias Künzel, Texte, März 1994)
Zitat (Hervorhebungen von mir):
Rühes Kampagne, die Nato bis zur russischen Grenze auszuweiten, provozierte in der Außenpolitik der USA einen Richtungsstreit, der in zwei Grundsatzartikeln der renommierten Zeitschrift “Foreign Affairs” im Herbst 1993 ihren Niederschlag fand. Ein konfrontativer Kurs wurde darin unter der Überschrift “The Collapse of ,The West’” von Owen Harris verfochten: Osteuropa, schrieb Harris, sei seit Jahrhunderten eine Einflußsphäre der russischen Politik. Diesen Tatbestand, wie Manfred Wörner es tue, zu ignorieren und ausgerechnet jetzt Osteuropa als Nato-Gebiet einverleiben zu wollen, sei ein Akt von außerordentlicher Torheit (“outstanding folly”). Die aktive Beteiligung der USA an den Europäischen Dingen bleibe auch für die Zukunft notwendig “um ein Auge auf Deutschland zu haben und um sicherzustellen, daß es vor Abschluß dieses Jahrhunderts nicht ein drittes Mal entgleist.” Harris warnte die US-Politik davor, sich hinsichtlich der künfigen deutschen (und russischen) Rolle in Sicherheit zu wiegen. Es sei, wenn die Wachsamkeit nachlasse, höchst zweifelhaft, “ob die USA im Falle einer schlagartigen Krisenentwicklung die Deutschland oder Rußland noch genug politische Zustimmung mobilisieren kann, um (mehr noch im Hinblick auf mögliche Kriegsopfer als im Hinblick auf die Finanzierung) zu einer wirklich entschlossenen Intervention in der Lage zu sein (S. 51). Bei Harries wurde die Warnung vor der Möglichkeit eines Dritten Weltkriegs mit einer pessimistischen Perspektive in Bezug auf den westlichen Zusammenhalt verknüpft: Was sich in die neue Ära verlängern werde, sei eher “der begrenzte “Westen” von 1917 und 1941 – also die USA, Großbritannien und Frankreich – als der erweiterte Westen von 1957 oder 1977.”
Die Gegenposition (“Building a New Nato”) wurde von den RAND-Analytikern Asmus, Kugler und Larrabee formuliert. Auch sie hält eine “Reaktivierung von alten Verwerfungslinien und historischen Rivalitäten” – etwa zwischen Rußland und Deutschland für wahrscheinlich. Für das deutsche Bemühen um die Nato-Erweiterung wird jedoch Verständnis gezeigt. Diese habe “wenig mit einem mythischen ,Drang nach Osten” zu tun, sondern resultiere stattdessen aus einem ,Zwang nach Osten’, um Demokratie und Stabilität für Deutschland selbst zu gewahren”, behaupten die Autoren. Um aber nicht durch eine WEU/NATO-Konkurrenz die Allianz zu zerstören, solle sich die Allianz freiwillig nach Osten hin öffnen: “Eine Situation, in der ein Land wie Deutschland Polens Sicherheit mittels der Westeuropäische Union zu sichern verspricht, nicht aber mittels der NATO, könnte die Atlantische Allianz zerstören. Es ist deshalb eindeutig besser, wenn jene Sicherheitsgarantie innerhalb einer neuen Nato ausgesprochen wird, wo sie glaubwürdig ist und wo die USA sie beeinflussen kann.” (S. 35)
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In einem offenen Brief an den damaligen Präsidenten der USA Bill Clinton vom 26. Juni 1997, äußerten mehr als 40 ehemalige Senatoren, Regierungsmitglieder, Botschafter, Abrüstungs- und Militärexperten ihre Bedenken gegenüber der von ihm geplanten Osterweiterung der NATO und forderten ihre Aussetzung. Zu den Unterzeichnern gehörten der Verteidigungsexperte des Senats Sam NunnGary HartBennett JohnstonMark HatfieldGordon J. Humphrey, sowie die Botschafter in Moskau Jack Matlock und Arthur Hartman, außerdem Paul Nitze, Reagans Abrüstungsunterhändler, Robert McNamara, Verteidigungsminister a. D., Admiral James D. Watkins, ehemals Direktor des CIA, Admiral Stansfield TurnerPhilip Merrill und die Wissenschaftler Richard Pipes und Marshall D. Shulman. Der Brief bezeichnet die Beitrittsangebote der NATO 1997 als „politischen Irrtum von historischen Ausmaßen“.
Die Unterzeichner befürchteten, dass die Sicherheit und Stabilität Europas in Gefahr sei, und begründeten dies mit vier Argumenten:
  1. In Russland werde die NATO-Osterweiterung, die von allen politischen Kräften abgelehnt wird, die undemokratische Opposition stärken und die Reformkräfte schwächen. Russland werde dazu gebracht, die Vereinbarungen nach dem Ende des Kalten Krieges infrage zu stellen und Widerstand gegen die Abrüstungsverträge zu mobilisieren.
  1. Es werde eine neue Grenze zwischen Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern gezogen. Dies verstärke die Instabilität und führt zu einem geschwächten Sicherheitsempfinden bei den Nicht-Mitgliedern.
  1. Die Osterweiterung vermindere das Potential der NATO, indem sie Garantien an Länder mit ernsthaften Grenz- und Minderheitsproblemen sowie uneinheitlich entwickelten demokratischen Systemen gebe.
  1. In den USA werde eine Kostendebatte ausgelöst, die das Engagement der USA für die NATO infrage stellen werde.
Als Alternative zur Osterweiterung forderten die Unterzeichner eine ökonomische Öffnung im Sinne einer Osterweiterung der EU, eine Verstärkung des Partnerschaft für den Frieden-Programms, eine engere Kooperation zwischen Russland und NATO und eine Fortsetzung der Abrüstungsbemühungen.
Weitere US-amerikanische Positionen
Die Entscheidung der Regierung Clinton, die NATO bis zu den Grenzen Russlands zu erweitern, wurde von dem Historiker und DiplomatenGeorge F. Kennan 1997 als „verhängnisvollster Fehler der amerikanischen Politik in der Ära nach dem Kalten Krieg“ beurteilt, weil „diese Entscheidung erwarten lasse, dass die nationalistischen, antiwestlichen und militaristischen Tendenzen in der Meinung Russlands entzündet werden; dass sie einen schädlichen Einfluss auf die Entwicklung der Demokratie in Russland haben, dass sie die Atmosphäre des Kalten Krieges in den Beziehungen zwischen Osten und Westen wiederherstellen und die russische Außenpolitik in Richtungen zwingen, die uns entschieden missfallen werden.“[18]
Der ehemalige Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten Robert Gates veröffentlichte in seinen Memoiren eine ähnliche Ansicht.[19][20] 
Haltung Russlands 
Russland lehnte die Osterweiterung der NATO als den falschen Weg zu einer neuen europäischen Sicherheitsordnung ab, konnte sie aber nicht verhindern. Mit der NATO-Russland-Grundakte von 1997 wurde der Versuch unternommen, Russlands Vorbehalte abzuschwächen. Darin erklärten NATO und Russland ihre Absicht, eine starke, stabile, dauerhafte und gleichberechtigte Partnerschaft aufzubauen. Ziel sei es, die Sicherheit und Stabilität im euro-atlantischen Raum zu stärken. 
[NATO-Osterweiterung, Kritik an der Osterweiterung, Wikipedia, abgerufen am 20.09.2019]
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aktualisiert am 20.09.2019

Athen: Von anarchistischen Luftlandetruppen und anderen Surrealitäten

Ausschreitungen und Polizeigewalt zum Jahrestag der Ermordung des Schülers Alexis Grigoropoulo
"Aerometaferomenes monades tagmaton anarchikon" - übersetzt Luftlandetruppen der Anarchisten haben nach Ansicht des griechischen TV-Senders ANT1 in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Athener Innenstadt unsicher gemacht. Wie in jedem Jahr seit dem 6. Dezember 2008 wurde in Athen der Ermordung des fünfzehnjährigen Schülers Alexis Grigoropoulos gedacht (Athen brennt nicht).

Wie zu jedem Jahrestag wollte auch dieses Mal die Jugend des Landes ob der Perspektivlosigkeit und immer noch vorhandenen blinden Polizeigewalt ihre Wut in Demonstrationen zeigen. Dieses Jahr gab es einen weiteren Grund für Aufruhr. Der engste Freund Grigoropoulos, Nikos Romanos, befindet sich im Hungerstreik.

Nikos hatte an jenem denkwürdigen 6. Dezember seinen Namenstag zusammen mit seinen Freunden gefeiert, als es zum Zwischenfall mit der Polizei kam. Grigoropoulos starb buchstäblich in den Armen seines Freundes. Was folgte, ist die nahezu klischeehafte Entwicklung einer Verkettung ungünstiger Umstände und Entscheidungen. Der seinerzeit fünfzehnjährige Bub, ein Sprössling einer begüterten Familie, rutschte ab.

Romanos Großvater mütterlicherseits war vor Jahrzehnten Präsident einer Schriftstellervereinigung. Wegen Mordes an einem Kollegen wurde er in Haft genommen Die getrennten Eltern eint der gemeinsame Linksliberalismus. Sie zählen lieber zu den Intellektuellen, als zu den Reichen. Das zeigt sich zum Beispiel in der Tatsache, dass Romanos Vater mit einem einfachen Handy für 15 Euro telefoniert, während neben ihm in der Solidaritätsdemo der Anarchisten die vermummten Kids mit iPhones oder ähnlichen Smartphones neuester Generation hantieren.

mehr:
- Athen: Von anarchistischen Luftlandetruppen und anderen Surrealitäten (Wassilis Aswestopoulos, Telepolis, 09.12.2014)

Der CIA Folterbericht

Mit der Veröffentlichung des Senatsberichts wird der Verdacht erhärtet, dass Regierungsmitglieder größere Kenntnis davon hatten, als sie zugeben
Der Senatsauschuss hat heute trotz aller gegenläufigen Versuche (Kerry und Bush gegen die Veröffentlichung des CIA-Berichts) die Zusammenfassung des Berichts über die Behandlung von Gefangenen durch die CIA veröffentlicht (oder auch hier). Es sind 462 Seiten, der gesamte Bericht soll über 6.000 Seiten haben. Ob er jemals in Gänze veröffentlicht wird, ist noch unbekannt. Glenn Greenwald bewertet den Bericht als "den bei weitem umfassendsten offiziellen Bericht über das offizielle Folterregime des Kampfes gegen den Terror".
Die großen Schlagzeilen machen wahrscheinlich die Methoden, mit denen die CIA-Mitarbeiter oder Vertragspartner der CIA, darunter auch Mediziner, die Gefangenen traktiert haben. Verhörtechniken kann man dies nur stark beschönigend oder mit zynischem Ton nennen; manche US-Medien vermeiden den Begriff "Folter" dennoch weiterhin. Obwohl aus dem Bericht hervorgeht, dass "Terrorverdächtige", wie zum Beispiel Abu Zubaydah, der Ertränkungsfolter, dem Waterboarding, bis zur Besinnungslosigkeit ausgesetzt waren, bis sich "Schaumblasen in seinem offenen Mund bildeten" - und dies wochenlang.

mehr:
- CIA-Folter-Bericht: Wieviel wusste die Regierung? (Thomas Pany, Telepolis, 09.12.2014)

siehe auch:
CIA-Folter unter George W. Bush: Die furchtbaren Jahre (Sebastian Fischer, SPIEGEL, 09.12.2014)
Dianne Feinstein, CIA, NSA (Post, 09.08.2014)
- "Verschärfte Vernehmung" (The Atlantic, 29.05.2007)






Adventsrätsel, das Zehnte von vierundzwanzig


Sechs Zeichen nennen ein kriechendes Tier,
einheimisch, doch spärlich vorhanden. –
Vertauscht den Kopf mit dem Fuße ihr,
gleich sind Nagetiere entstanden.