Die Psychologie betreffenden Posts habe ich in »Roths Psychoblog« eingestellt. Eine Liste der Musikvideos findet sich unter »Tornado’s Music Favourites« (siehe unter »Links«). Das Posten eines Videos schließt das Hinzufügen des Infotextes mit ein. (Ich bemühe mich, offensichtliche Werbung wegzulassen) Dieser gibt also nicht notwendigerweise meine Meinung wieder! Das verwendete Bild stammt aus Bob Dylan’s Video »Jokerman«. Ich speichere keine Daten!
Zeitgeschichte Vor 20 Jahren erschießt Igal Amir in Tel Aviv Regierungschef Yitzhak Rabin. Der Friedensprozess zwischen Israel und der PLO wird sich davon nicht mehr erholen
Nur wenige Wochen vor den tödlichen Schüssen auf Yitzhak Rabin am 4. November 1995 gibt es in Washington eine denkwürdige Zeremonie. Am 28. September unterzeichnen der israelische Regierungschef und Palästinenserpräsident Yassir Arafat im Beisein des jordanischen Königs Hussein und von US-Präsident Bill Clinton das Oslo-II-Abkommen. Damit wird eine begrenzte palästinensische Autonomie für weite Teile der Westbank verankert. Der Oslo-Prozess, der mit Geheimgesprächen in der norwegischen Hauptstadt begonnen hat, mündet bereits 1993 in ein erstes Abkommen. Es führt zur gegenseitigen Anerkennung beider Konfliktparteien und ebnet erstmals den Weg zu einer Zwei-Staaten-Lösung. Doch wird von diesem Agreement nicht nur das palästinensische Lager, sondern auch die israelische Gesellschaft tief gespalten. Der Mord an Rabin steht für dieses Schisma – und das bis heute. Davon zeugen zwei Dokumentarfilme, die sich dem 20. Jahrestag des Verbrechens auf sehr unterschiedliche Weise nähern.
Sagy Tsirkins Beyond the Fear widmet sich mit teils verstörenden Intentionen dem seit 1995 in Einzelhaft sitzenden Mörder Rabins. Der Film lässt Amirs Frau zu Wort kommen, eine orthodoxe Jüdin und promovierte Biologin mit russischen Wurzeln, die den Attentäter im Gefängnis geheiratet hat. Sie verließ dafür ihren Mann und erstritt vor Gericht – nach erfolglosem Spermaschmuggel – das Recht auf Beischlaf mit ihrem Mann. Der ist für sie – wie für zahlreiche jüdische Fundamentalisten – kein Mörder, sondern ein Held – ein „Retter der Nation“. Die Geburt des gemeinsamen Sohnes hat vor acht Jahren in Israel für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt, weil die Mutter den Zeitpunkt eines Kaiserschnitts so plante, dass der Eingriff genau auf den zwölften Jahrestag der Ermordung Rabins fiel, eine Provokation.
mehr: - 1995: Im Visier (Torsten Wöhlert, der Freitag, 04.11.2015)
Yitzhak Rabin Biography - Documentary [42:43]
Veröffentlicht am 15.06.2015
Become a fan of MACHAL LEGACY on Facebook for more MACHAL - Overseas Volunteers ::: Clip from the best documentary ever made about the Mahals, ...
Website Facebook Twitter Google Subscribe Yitzhak R. Website Facebook Twitter Google Subscribe Israel's . Yitzhak Rabin Assassination 1995. (c)1995 ...
Israel's Generals is a comparison between three leaders and explores why Israel, proud to be a democracy, continue to choose generals as its political leaders?
Yitzhak Rabin 1 March 1922 -- 4 November 1995) was an Israeli politician, statesman and general. He was the fifth Prime Minister of Israel, serving two terms in ...
from a documentary about Rabin Assassination. Yitzhak Rabin interviewed by Ehud Ya'ari, Shimon Schiffer and Yaron De
Yitzhak Rabin Biography - Documentary
Israel's Lost Chance For Peace - Trailer [2:39]
Veröffentlicht am 27.07.2015
Beyond The Fear - The story of the notorious murderer of Yitzhak Rabin that blends romance, religion, murder and consequence. The Israeli government attempted to censor the Jerusalem Film Festival over its exhibition.
The love affair of the imprisoned assassin of much-loved Israeli PM Yitzhak Rabin: this provocative film has caused a storm after screenings were suppressed by Israeli cultural ministers. Is it the beginning of a growing censorship trend?
At 26 Yigal Amir assassinated prime minister Yitzhak Rabin, Israel's great hope for peace with Palestine. He was condemned to rot in prison for the rest of his days. Enter Larisa Tremblova, a Russian academic who had settled in Israel with her children and who was moved to pity for the young murderer. This poetic documentary follows the love affair that developed between mother and murderer and which attracted the collective ire of the Israeli people.
Ego Media - Ref 6452
Every week Journeyman offers a brand new documentary, fresh out of the cutting room. They're award winning documentaries, some destined for the festival circuit and some for broadcast. The one thing you can know is that here you get to see them when they're fresh, often before they appear anywhere else. To watch them in full go to our VOD platform at http://jman.TV
"Ich für meinen Teil glaube nicht, dass es beim Tod von Jitzchak Rabin eine Verschwörung gab. Die Einzigen, die das bis heute noch behaupten, sind die rechten Nationalisten in Israel. Es war aber keine Verschwörung, es war absehbar." (Regisseur Amos Gitai)
Nekromantik Bond: Sam Mendes psychologisierender Agenthriller "Spectre" Mit 300 Millionen ist dies der teuerste Film aller Zeiten. Im Massen- und Blockbusterkino, das vorwiegend für ein junges Publikum gemacht wird, für die 15- 30-Jährigen, die die Einspielergebnisse bringen, muss man die James-Bond-Figur immer wieder neu erzählen, als Archetyp mit jener Handvoll Dinge, die zu jedem Bond-Film dazugehören. Eine Gruppe, erst recht eine Gesellschaft, braucht zu ihrer Stabilität bestimmte Erzählungen, die immer wiederholt werden, die man immer wieder erzählen muss, um diese Stabilität zu gewährleisten. Ein Narrativ. Es gibt ein Narrativ des Westens und eines der Moderne. James Bond ist essentieller Teil dieses Narrativs, er verkörpert es in den letzten über 50 Jahren. Bond ist ein Stabilitätsanker der Werte der Moderne. Jetzt ist er mit "Spectre" konfrontiert, jenem krakenhaften Gespenst, einer schurkischen Organisation, die deshalb nicht zu fassen ist, weil sie längst Teil von uns selbst geworden ist. In Mexiko City feiert man den "Tag der Toten", alle tragen Totenkopfmasken, auch jener Geheimagent im Auftrag ihrer Majestät, der in den letzten Jahren und Filmen, seit der ein bisschen sehr blonde Daniel Craig die Rolle übernommen hat, mehr und mehr zum brutalen Edel-Killer geworden ist. Die nekrophile Motivik der wandelnden Toten und der Leichenfledderei wird diesen Film durchziehen. Bis zum Ende sind wir im Reich der Toten, erstehen hier immer wieder Figuren von den Toten auf. Man lebt mehr als zweimal bei James Bond - und Totgesagte leben im Kino sowieso länger. Eröffnungssequenzen sind seit jeher das Markenzeichen eines Bond-Films, sie geben den Takt vor, den Ton – und auch wenn man gleich zu Beginn einmal feststellen kann, dass dies eine sehr gute Eröffnungssequenz ist – eine spannende, spektakuläre, in vielem atemberaubende – dann darf man zugleich nicht darum herum reden, dass sie auch zwar nicht alle, aber doch einige wesentliche Probleme der letzten Bond-Filme auf den Punkt bringt. mehr: - Totgeglaubte sterben später (Rüdiger Suchsland, Telepolis, 06.11.2015)
James Bond 007 - Sondersendung (German Docu) [39:34]
Veröffentlicht am 17.09.2013
Moderatorin Natascha Berg präsentiert in "Im Auftrag Ihrer Majestät - Die 007-Sondersendung" einen Rückblick auf mehr als vier Jahrzehnte James Bond und die bisherigen 007-Darsteller. Die Sendung entschlüsselt die Erfolgsformel des einzigartigen Massenphänomens und zeigt wie die Bond-Macher ihren Helden up-to-date halten. Die Titelvorspänne sind echte Pop-Art und die Bond-Soundtracks inzwischen zu Klassikern geworden. Bond-Titel-Designer Daniel Kleinman und Filmkomponist David Arnold erläutern die Entstehung und verdeutlichen den Einfluss auf Film und Musik. Bond-Experte und Sachbuchautor Dr. Siegfried Tesche nimmt bei einem Streifzug durch die Ausstellung "Spionage in Fiktion und Realität" die reale Technik aus der Welt der Spionage unter die Lupe und erklärt die interessantesten Bond-Exponate.
Spectre, the next James Bond film, will be released in the UK on 26 October - with its world premiere in London on the same night.
Daniel Craig is playing 007 for the fourth time in the film, which also stars Christoph Waltz and Lea Seydoux. Spectre, directed by Skyfall's Sam Mendes, is out in the US on 6 November.
Den schematischen Aufbau von Ian Flemings Bond-Geschichten hat Umberto Eco bereits in den sechziger Jahren beschrieben. „Das Vergnügen des Lesers besteht darin, an einem Spiel teilzunehmen, dessen Figuren und Regeln – und sogar dessen Ausgang – er kennt; er bezieht sein Vergnügen lediglich aus dem Verfolgen der minimalen Variationen, durch die der Sieger sein Ziel erreicht.“ Auch die Filme folgen einem stereotypen Handlungsaufbau, Werner Greve spricht von einer „Bond-Formel“. Dazu gehört eine Sequenz vor den Filmtiteln, die mit der anschließenden Handlung nicht zwingend etwas zu tun haben muss, Bonds Briefing durch den Vorgesetzten M (der seit 1995 eine Frau ist), der Opfertod eines Mitstreiters, Bonds Flirt mit verschiedenen Frauen, schließlich der Showdown zwischen Bond und dem Bösewicht. Klar ist: Der Schuft muss sterben, denn Bond besitzt die Lizenz zum Töten. In der letzten Szene bekommt der Held dann seine erotische Belohnung. Greve kennt sich aus im Bond-Universum, er hat sogar Grafiken angefertigt, die die Anzahl der Toten oder von Bonds sexuellen Kontakte in den Filmen darstellen. […]
In Gestalt von Daniel Craig hat James Bond inzwischen seine sechste Inkarnation gefunden. Es wird nicht die letzte sein. In „Casino Royal“, dem ersten 007-Roman von 1953, rät ein Kollege dem Agenten: „Umgeben Sie sich mit menschlichen Wesen, mein lieber James. Es ist leichter für sie zu kämpfen als für Prinzipien. Aber enttäuschen Sie mich nicht: Werden Sie selbst nie menschlich.“ James Bond entstammt, wie Siegfried oder Achill, eher der Sphäre der Götter als der Welt der Menschen. Deshalb ist er unsterblich.
Top 10 James Bond Moments [12:32]
Veröffentlicht am 05.11.2015
Shaken or stirred, Craig or Brosnan, ejector seat or exploding pen - whichever way you look at it, there is no denying that 007 is one of the coolest and most iconic secret agents of all time. Joinhttp://www.WatchMojo.comas we count down our picks for the Top 10 James Bond Moments. For this list, we are focusing on all films and iconic sequences from the famous franchise involving our British secret serviceman. Click here to subscribe:http://www.youtube.com/subscription_c...or visit our channel page here:http://www.youtube.com/watchmojoAlso, check out our interactive Suggestion Tool athttp://www.WatchMojo.com/suggest :)
Special thanks to our users Trevor J Maguire, IrisFan FanIris, Shakib Ahmed, sarahjessicaparkerth, Patrick Ransom, Jared Carter, Andrew A. Dennison, Chiki Amil and Cullen Guzik for submitting the idea for this video on our WatchMojo.com/suggest page!
Vor elf Jahren schickten sich ein zweitklassiger britischer Regisseur namens Terence Young und ein unbekannter irischer Schauspieler namens Sean Connery an, die erfolgreichste Kinoserie aller Zeiten zu kreieren. Am Anfang war „Dr. No“, es folgten „Liebesgrüße aus Moskau“, „Goldfinger“ und „Feuerball“. Und schon 1966, nach dem vierten James-Bond-Film, sah es so aus, als würden die Macher dem erbarmungslosesten aller Branchengesetze zum Opfer fallen: daß das Original notwendig vom Markt verdrängt wird, wenn allzu viele Imitationen am allgemeinen Boom teilhaben wollen. Die Bonditis inspirierte nicht nur einen Schweizer Regisseur namens Karl Suter zu einer gleichnamigen Parodie, sondern auch eine Unzahl von transalpinen Miniatur-Bonds zu durchweg dürftigen Ersatzhandlungen.
Doch Ian Flemings forscher Retter des goldenen Westens hat inzwischen nicht nur Parodien – darunter auch „Casino Royale“ – und Imitationen überlebt, sondern schließlich auch sich selbst. Der Bond der siebziger Jahre, wie ihn Regisseur Guy Hamilton in „Diamantenfieber“ und „Leben und sterben lassen“ präsentiert, hat herzlich wenig mit seinem literarischen Vorbild zu tun, einem rüden kalten Krieger mit verklemmter Sexualität und brutalem Schlagetot-Habitus. In den elf Jahren zwischen „Dr. No“ und „Leben und sterben lassen“ haben die Produzenten Saltzman und Broccoli ihren Helden so nachdrücklich der gewandelten historischen Situation angepaßt, daß der 1964 gestorbene Fleming es vermutlich bedauert hätte, sein ideologisch überfrachtetes Erbe nicht zu treueren Händen hinterlassen zu haben.[…]
Roger Moore, der immer so unbeteiligt aussieht, als sei er eine Charge in einer Sommerset-Maugham-Erzählung, paßt perfekt in Hamiltons bunten Unfug. Die Handlung, die schließlich nichts anderes ist als beliebiger Anlaß für eine Folge von Salto Mortales, läuft an ihm vorbei. Er ist der Clown in diesem Zirkus, und in der deutschen Synchronisation sogar ein besonders fader. Der leise Witz vieler Dialoge, die im Original die tote Zeit zwischen zwei Hochseilnummern zu überbrücken helfen, ist verlorengegangen. Dafür gibt es immer noch Paul McCartneys Lied „To live and let die“, und das hätte sich Fleming wohl auch nicht träumen lassen, daß die Bonds und die Beatles in friedlicher Eintracht zum Millionenspiel antreten.
50 Years of James Bond: The Movie [1:58:57]
Veröffentlicht am 06.11.2012
Approximately five minutes from each of the 22 Eon produced James Bond films have been cut together, in order and in sequence, beginning with the first five minutes of DR. NO (1962) followed by minutes 5-10 of FROM RUSSIA WITH LOVE (1963), minutes 10-15 of GOLDFINGER (1964), minutes 15-20 of THUNDERBALL (1965), continuing on through each of the remaining 18 Bond features (accounting for variables in each title's running time) culminating with the final five minutes of 2008's QUANTUM OF SOLACE.
This fresh look at the "James Bond Formula" provides a new exploration of the evolution of the series into a filmmaking genre uniquely its own. With few exceptions, each title's transition into the picture that follows it is nearly seamless, creating a viewing experience that at first might serve to remind us "if you've seen one Bond film, you've seen them all," but looking more closely it is in fact an endearing homage to a character who single-handedly shaped modern cinema's action/adventure formula and who continues to leave an indelible mark on generations worldwide.
Nun aber sind dem Helden zwei neue, scheinbar unüberwindliche Probleme gewachsen. Das erste heißt Aids. Bond ist unersetzlich, und das weiß er auch. Deshalb ist der neue Film von allen der prüdeste: Bond bleibt keusch bis zum Schluß. Bis zum nächsten Film muß „Q“, der ja sonst immer nur Waffen bastelt, für Bond ein Serum, ein Spezialkondom oder etwas Ähnliches entwickeln. Denn 007 ohne Sex ist wie eine Walther ohne Patronen.
Bonds zweites Problem aber kann auch „Q“ nicht lösen: Unser Held kämpft nicht länger nur gegen Schurken und Verschwörer – sein neuer, sein gemeinster Feind ist der Zeitgeist. Unser Lieblingsagent hat es aufgegeben, sich mit den neuen Helden aus Hollywoods Retorte messen zu wollen. Statt dessen besinnt er sich auf seine alten und bewährten Qualitäten: Charme, Zynismus und lockere Sprüche. Sogar den legendären Aston Martin, der seit „Feuerball“ vor sich hinrostete, hat der neue Bond aus der Garage geholt: Die sechziger Jahre kehren zurück. James Bond, einst seiner Zeit um zwei Schritte voraus, ist heute ein Nostalgiker, ein Zitat wie die „Levi’s“-Werbung oder ein wiederaufbereiteter Song von Billie Holiday.
“Wodka Martini!”
Geschüttelt oder gerührt?
“Seh’ ich aus, als ob mich das interessieren würde?”
Jeder Bond ist ein Kind seiner Zeit. Es wäre eine verpasste Chance, und man würde seine Verantwortung missachten, wenn man heute, im 21. Jahrhundert, Filme über Themen machen würde, die in den Siebzigern relevant waren. Das wäre ein schwerer Fehler! Ein Grund, warum diese Figur jetzt schon über 50 Jahre im Kino überlebt hat, ist doch gerade, dass sie sich immer mit den Problemen der jeweiligen Gegenwart befasst. (Christoph Waltz)
… inwiefern wir etwas von Bond lernen können: über unsere Zeit und ihre Veränderungen, über uns selbst. Wie hat sich in einem halben Jahrhundert unsere Empfindung für Anstand und Moral, unser Bild von Frauen, unser Gefühl für politische Korrektheit, kurzum: der soziale Zeitgeist gewandelt? Und wieso kann man ausgerechnet aus Bond-Filmen etwas darüber lernen?
Kultur umfasst alles, was Menschen füreinander gemacht haben, und in allem finden wir Menschen wieder, ihre Überzeugungen und Wünsche, ihre Ängste und Hoffnungen. Und wie schnell ändern die sich! Die Moden und Sorgen, die Vorlieben und Feindbilder von heute sind morgen von gestern – wir bemerken es kaum, schauen selten zurück. Nur sehr selten werden wir so genau, so regelmäßig, so engtaktig beobachtet wie in den James-Bond-Filmen
Anfang Februar 2009 – ich greife ein Beispiel willkürlich heraus – war der Aufmacher der Wochenzeitung »Die Zeit« ein Bericht über die Internetsuchmaschine Google. Es ging insbesondere darum, dass sie viele Informationen nicht nur für, sondern zugleich auch über die Suchenden sammele, weil das, was man sucht, viel über den verrät, der es sucht. Nicht nur der Titel des Berichtes (»Der Spion, den wir lieben«), sondern mehr noch die grafische Aufmachung, der Blick durch – je nach Interpretation – einen gezogenen Pistolenlauf oder den Prismaverschluss eines Kamerasuchers auf einen Mann mit gezogener Handfeuerwaffe,1 waren unmissverständliche Bond-Zitate. Interessant ist weniger, dass »Zeit«-Redakteuren bei dem Stichwort »Spionage« James Bond einfällt, sondern vor allem, dass die Anspielung mit kei- nem Wort erläutert werden muss – offenbar ist man sich auch bei der »Zeit« vollkommen sicher, dass Illustration und Titel ohne jede Kom- mentierung richtig verstanden werden: Hier agiert jemand im Gehei- men. Wer derart selbstverständlich als Metapher genutzt werden kann, der hat es geschafft, eine soziale Institution zu werden.
Top 23 James Bond Moments [26:08]
Veröffentlicht am 07.05.2013
These are my favorite 23 moments from the James Bond movies.
Mein Kommentar: Was mir an dem neuesten Bond gefällt ist, daß er eine knallharte Aussage trifft: Totale Kontrolle für die einen bedeutet totaler Kontrollverlust für die anderen. Wenn die totale Überwachung umgesetzt wird, ist es nicht mehr möglich, die Kontrolleure zu kontrollieren, und das ist das Ende der Demokratie. Und es wird nicht bedacht, daß die Kontrolleure manipulierbar sind…
Cornelia Koppetsch über neue und alte Geschlechterrollen In rund zehn Prozent der deutschen Haushalte hat der Mann seine Funktion als Familienversorger verloren. Ob damit aber die Geschlechterrollen eine neue Ausprägung erfahren, hängt laut den Ergebnissen der Studie "Wenn der Mann kein Ernährer mehr ist" von Cornelia Koppetsch und Sarah Speck von den Milieus ab, in denen die Paare agieren. mehr: - Wenn der Mann kein Ernährer mehr ist (Interview mit Reinhard Jellen, Telepolis, 03.11.2015)
Cornelia Koppetsch: Zu dem Thema Sexualität können wir kaum etwas sagen, weil es hier unglaublich schwierig ist, auskunftswillige Paare zu finden. Wir haben drei Paare aus dem akademisch-bürgerlichen Milieu befragt und hier war es so, dass sich die Frauen gewünscht hätten, dass der Mann verstärkt die sexuelle Initiative ergreift, der Mann aber eher lustlos war.
Werden die Männer in dieser Situation einfach depressiv, drückt sich darin eine Art von Missgunst aus, oder ist diese Distanzierung einem Faule-Kater-Syndrom zuzurechnen?
Cornelia Koppetsch: Das ist schwer zu sagen, aber ich denke, sie spielen der Frau zurück: Wenn sie schon ansonsten überall die Initiative ergreift, dann soll sie es bitte auch hier tun. Hier wollen die Frauen wieder das klassische Rollenspiel in Form eines Märchenprinzen haben, der sie wach küsst. Sie wollen also das Dornröschen sein, während sie aber in allen anderen Belangen die Hosen anhaben. Hier machen die Männer nicht mit.
Rächen sich die Männer also für den Subjektstatus, den jetzt die Frau besitzt?
Cornelia Koppetsch: Sie versuchen zumindest, ihn nicht noch weiter zu steigern. Wenn die Frau schon so emanzipiert sein will, dann soll sie es auch im Bett sein. Das ist die Botschaft die Männer.
Netzfreiheit Der neue „Freedom on the Net“-Bericht zeigt die weltweit wachsende Bedrohung staatlicher Überwachung auf, auch in Deutschland
Die US-amerikanische NGO Freedom House hat eine neue Ausgabe ihres Berichts „Freedom on the Net“ veröffentlicht, in dem die globale Situation der Freiheit im Internet für den Zeitraum von Juni 2014 bis Mai 2015 untersucht wurde. Die Ergebnisse sind wieder einmal erschreckend, denn auf der ganzen Welt schränken Regierungen die Freiheit im Internet weiter ein, bauen die Überwachung ihrer Bevölkerung aus und gehen verschärft gegen Hilfsmittel zum Schutz der Privatsphäre vor. Auch in Deutschland gibt es derartige Vorfälle.
Mehr Überwachung, mehr Verfolgung, mehr Einschränkungen
In den 65 untersuchten Staaten haben 14 Regierungen neue Überwachungsgesetzeerlassen, meist ohne Evaluierung bisheriger Maßnahmen. Andere Staaten haben währenddessen ihre bestehenden Überwachungsinstrumente aufgerüstet. Unter dem Vorwand der Bekämpfung von Terrorismus sind sowohl demokratische als auch autoritäre Staaten gegen die Möglichkeit der Verschlüsselung von persönlichen Daten und Informationen vorgegangen, und das obwohl Verschlüsselung gegen Zensur helfen kann. Die staatlichen Maßnahmen schaden aber weniger Terroristen als den eigenen Bürgern, derenRechte auf Privatsphäre und Anonymität verletzt werden.
Vor allem die Veröffentlichung und das Teilen von Informationen stand im Fokus der staatlichen Ermittlungs- und Überwachungsbehörden. In 42 der 65 Ländern mussten private Unternehmen oder einzelne Nutzer auf Druck staatlicher Stellen den Zugang zu Inhalten begrenzen oder diese sogar löschen, wenn diese mit politischen, religiösen oder sozialen Themen zu tun hatten. Im Vorjahr kam dies nur in 37 Staaten vor. 40 Staaten verhafteten Menschen, die derartige Inhalte im Internet zugänglich machten.
Deutschland schneidet in dem Bericht sehr gut ab
Die Bundesrepublik Deutschland schneidet im weltweiten Vergleich sehr gut ab, denn weder wurden bestimmte Inhalte oder Medien geblockt bzw. gelöscht, noch wurden Blogger oder Nutzer inhaftiert. Dies zeugt von einer funktionierenden Demokratie in Deutschland, in der es aber auch stets Versuche gibt, die Freiheit im Internet einzuschränken und die staatliche Überwachung weiter auszubauen. Auch hierzulande gab es mehrere Besorgnis erregende Vorfälle.
Anfang 2014 wurde uns Netzpiloten aufgrund einer von Bundestagspräsident Norbert Lammert gestarteten Kampagne gegen Blogger der Zugang zum Bundestag verwehrt. Höhepunkt in diesem Jahr war der politisch motivierte Vorwurf des Landesverrats gegen zwei Berliner Aktivisten. In beiden Fällen scheiterten die Versuche gegen Vertreter einer neuen Medienwelt vorzugehen, die Versuche gab es aber. Mit derVorratsdatenspeicherung, haben die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD erst kürzlich ein neues Überwachungsgesetz initiiert.
Den Bericht über die Bundesrepublik Deutschland hat der Gründer und geschäftsführende Partner des unabhängigen Think Tank iRights.Lab, Philipp Otto, verfasst. Otto, der u.a. das Projekt „Braucht Deutschland einen Digitalen Kodex?“ leitet und Herausgeber der jährlich erscheinenden Publikation „Das Netz – Jahresrückblick Netzpolitik“ ist, berichtet bereits seit mehreren Jahren für Freedom House zur Situation in Deutschland.
mehr: - Freedom House veröffentlicht neuen Bericht (Tobias Schwarz, der Freitag, 04.11.2015)
Trailer German - Der Staatsfeind Nr. 1 - Will Smith - Gene Hackman [1:20]
Veröffentlicht am 03.11.2013
Dieser Spionage Thriller von 1998 verliert wohl nie seine Aktualität zeigt er doch die mittel über die die Geheimdienste verfügen um "seine" Bürger zu beobachten.
Leider liegt mir der Trailer nicht in einer besseren Fassung vor, ich bemühe mich aber um eine bessere Version.
Bildung Die Integration von Geflüchteten ist eine nationale Aufgabe, welche die Länder nicht stemmen können. Der Bund soll den Schulen helfen – doch seit 2006 ist das verboten
Na also, geht doch. Die SPD-Fraktion im Bundestag fordert die Abschaffung des so genannten Kooperationsverbots, das die Zusammenarbeit von Bund und Ländern in der Schulpolitik blockiert. Die SPD will aber der Situation von Flüchtlingen in Schulen mit einer „Nationalen Bildungsallianz“ Herr werden. Also beschloss sie am Dienstag, Ganztagsschulen einzurichten und flächendeckend Schulsozialarbeit zu bezahlen. Erreicht werden kann das nur, wenn Berlin mit den Landesregierungen zwischen Kiel und München, zwischen Düsseldorf und Dresden auch in der Schulpolitik zusammen arbeitet. Dies sei nötig, sagte der Fraktionsvize der SPD, Hubertus Heil, dem Freitag, da ein Viertel der Flüchtlinge unter 16 Jahre alt – und also schulpflichtig sei. „Es besteht Handlungsdruck, daher müssen wir uns von Fesseln befreien, die uns als Bund daran hindern, den Schulen direkt zu helfen.“
Das Kooperationsverbot war vor knapp 10 Jahren beschlossen worden. Damals regierte ebenfalls eine Große Koalition aus Union und SPD. Sie fügte einen Passus ins Grundgesetz ein, den Heil „einen in Verfassung gegossenen Irrtum nannte.“ Dieser Passus untersagt, dass der Bund mit den Schulen der Länder auf irgendeine Weise zusammenarbeitet – weder Geld noch Gesetze noch Pläne des Bundes dürfen seitdem die Kulturhoheit der Länder für die Schulen berühren. Das Verbot hat bereits zu absurden Situationen geführt. In der Finanzkrise etwa konnte Berlin viele Milliarden für Schrottautos investieren, die Abwrackprämie. Aber es war ihm verboten, den Schulen Computer oder ähnliches zu bezahlen. Daher war es nötig, den Terminus einer „energetischen Gebäudesanierung“ zu erfinden – um eine Bundeskompetenz zu konstruieren, die Konjunkturmittel auch in Schulen lenkte.
Im Bundestag hat das Kooperationsverbot keinen guten Ruf. Frank-Walter Steinmeier nennt es „Blödsinn“, der Fraktionschef der CDU, Volker Kauder, sprach zu Beginn der Legislaturperiode vom „unsinnigen Kooperationsverbot in der Bildung“. Auch die stellvertretende Vorsitzende des DGB, Elke Hannack, ebenfalls CDU, findet es absurd: „Der Bund darf zwar im Rahmen der Entwicklungshilfe den Aufbau von Schulen in Indonesien finanzieren – in der Lausitz oder der Lüneburger Heide aber nicht.“
Die SPD und Hubertus Heil haben sehr konkrete Pläne mit der Aufhebung. Es sei denkbar, dass der Bund Teile der Lehrerschaft an den Schulen bezahlen würde, man könne das auch befristen. Das bezieht sich vor allem auf Pädagogen für das Fach Deutsch als Zweitsprache, von denen in naher Zukunft rund 20.000 benötigt werden. Die Schulen erwarten laut Kultusministerkonferenz bis zu 325.000 neue Schüler, kaum ein Bundesland hat für diese Aufgabe genug Geld im Etat. Es gäbe für die Aufhebung des Verbots sogar arithmetische Mehrheiten in Bundestag und -rat. Im Bundesparlament herrscht zum Beispiel eine 80-Prozent-Mehrheit, mit der man die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit zusammen bekäme. Aber eben nur rechnerisch – denn die Union ist anderer Auffassung. Insbesondere die CSU in Bayern stemmt sich seit vielen Jahren dagegen, dem Bund einen irgendwie gearteten Zugriff auf die Schulpolitik zu geben. Die Schulen gehörten zum Kernbereich der Staatlichkeit der Länder.
Enteignung von RechtenArbitrage und Arbitration enteignen schleichend schwächere und weniger finanzstarke Vertragspartner ihrer Rechte. Die New York Times berichtet umfassend und kompetent
Schön, wenn ihr euch außergerichtlich einigt!
Bisher wird in Deutschland so getan, als seien die Praktiken der Arbitrage, der außergerichtlichen und ersatzgerichtlichen Streitschlichtung in Wirtschaftsfragen, nur in Ausnahmefällen, zwischen Großkonzernen und Staaten, wirklich wirksam, und dazu seien sie auch noch supereffizient und gesellschaftlich segensreich.
Schon das ist falsch, weil es de facto auf eine weitere und massive Entmachtung der gewählten und erwählten Politik, der Wähler, Steuerzahler und Staatsbürger hinausläuft.
Unternehmen und ihre immer besser eingespielten Anwaltskanzleien, werden bald vor allen Parlamenten und vor den Bürgern, die das Geschehen nicht verstehen und es auch nicht allzu genau wissen wollen, Gesetzestexte vorschreiben und jedes Gesetz mit Auswirkungen auf Firmen und Investoren, wird zukünftig auf einem außergerichtlichen Weg beklagbar sein, um Entschädigungssummen, die die Staaten zu zahlen haben, auszuhandeln oder durch die neuartigen "Richter" festlegen zu lassen.
Die Arbitrage, bisher freiwillig verbindlich, wird zukünftig, mit dem TTIP-Abkommen und einer Korona ähnlicher Abkommen, rund um den Globus, auf die höchste völkerrechtliche Ebene gehieft und damit verbindlich. mehr: - Arbitrage – Die Privatisierung des Rechts (Columbus, Freitag-Community, 03.11.2015)
Theater In der Schaubühne Berlin lässt Falk Richter den deutschen Bildungsbürger gegen Pegida & Co. antreten.
Da kann einem schon mal Angst und Bange werden, wenn man sich in die immer hasserfüllteren Kommentarspalten zum Thema Flüchtlingsbewegung in Europa im Internet verirrt. Nicht nur die Parolen des rechtsnationalen Rands, auch die Stimmen sogenannter besorgter Bürger lassen einen da ein ums andere Mal erschauern. Der Humus, aus dem das wächst, besteht laut Falk Richter aus einem tief braunen Morast ewig gestriger Diskursgräber, aus denen sich die Geister der Vergangenheit immer wieder neu erheben. Richters Deutschland-Analyse FEAR, die vor Kurzem in der Schaubühne am Lehniner Platz Premiere feierte, fällt dann dementsprechend auch reichlich düster aus.
Im Großen und Ganzen ging es in den letzten Arbeiten von Autor und Regisseur Falk Richter immer auch um Ängste. Vor allem um jene von im Großstadtdschungel vereinsamten und sich in sozialen Netzwerken verlierender, moderner Menschen in Metropolen wie Berlin. Immer auch eine politische Gesellschaftskritik, die sich nicht nur ins rein Private der Familie zurückzog. Schon in seinem Stück Small Town Boy zur Lebenswelt von Schwulen in Berlin (am Maxim Gorki Theater) hatte Richter seinem Protagonisten Thomas Wodianka einen wütenden Hassmonolog auf Politiker und rechtskonservative, schwulenfeindliche Einpeitscher halten lassen. Nun widmet er sich im Kontext von Pegida-Demos und AfD ganz dem deutschen Alptraum des Fremdenhasses und der nationalen Selektion als Abgrenzungsmechanismus gegen eine sich drastisch ändernde Welt.
Was bedeutet heute eigentlich Heimat? „Dass Deutschland Deutschland bleibt.“ Hört man gleich zu Beginn - während im Video blühende Heimatfilm-Landschaften flimmern - aus deutschen O-Tönen, die Richter akribisch für diesen Abend gesammelt hat. Diese diffusen Stimmen aus dem Volk, der sich von der Politik verraten Fühlenden, denen meist noch hörbar die Fähigkeit zur genauen Artikulation fehlt, haben aber in Lutz Bachmann, Frauke Petry, Björn Höcke oder auch kürzlich Akif Pirincci bereits recht effektive Ideologen und Sprachrohre für ihre Ängste gefunden. Deren geistige Brandstiftung feiert dabei schon wieder Erfolge, wie brennende Flüchtlingsunterkünfte zeigen. In FEAR versuchen Richter und sein Schaubühnenteam zu ergründen, wie sich gerade im Osten des Landes diese neue nationalpatriotischen Bewegung, die zwar vorgibt, nichts mit den Nazis zu tun zu haben, aber doch klar deren Vokabular benutzt, kommen konnte. mehr: - FEAR (Stefan Bock, Freitag-Community)
FEAR /// Probentrailer der Schaubühne Berlin [2:29]
Wie könnte 2015 eine Familie aussehen? Was können Begriffe wie Herkunft, Heimat oder Zuhause in einer globalisierten Welt bedeuten, mit welchem neuen Leben können sie gefüllt werden? Die westlichen Gesellschaften leben gleichermaßen in Angst und im Aufbruch. Überall in Europa erstarken reaktionäre Parteien, gedeihen Rechtspopulismus, Chauvinismus, Fremdenfeindlichkeit. Verfechter von einfachen Weltbildern haben Hochkonjunktur. Längst errungen Geglaubtes wird plötzlich infrage gestellt: die EU wird angefeindet, die vierte Gewalt als »Lügenpresse« diffamiert, sexuelle und kulturelle Vielfalt bekämpft und in simpler Weise definiert, wie ein Mann, eine Frau, eine Familie oder eine Ehe zu sein hat. Beim Kampf um Gleichstellung erfährt gerade die Institution der Ehe eine symbolische Aufladung und Verklärung und wird als ein Privileg verteidigt, das einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe vorenthalten bleiben soll. Heraufbeschworen wird das konservative Idealbild einer Lebensform, in dessen Namen diskriminiert und aus- geschlossen wird. Zugleich scheinen normative Definitionen von Zugehörigkeit, Nationalität, Religion, Sprache, Kultur, Gender und sexueller Identität aufgegeben und individuell neu festgelegt zu werden.
Falk Richters Inszenierungen stellen den Menschen am Beginn des 21. Jahrhunderts, seine Art zu fühlen, denken und zu handeln in den Mittelpunkt. In prozesshaften, laborartigen Probenphasen, zusammen mit künstlerischen Ausdrucksformen wie Choreographie, Performance, klassischer oder elektronischer Musik, untersucht der Autor und Regisseur die Darstellung zeitgenössischer Lebens- und Empfindungswelten in den westlichen Gesellschaften auf der Bühne. Bjørn Melhus gehört zu den bekanntesten Videokünstlern Deutschlands. In seinem Werk untersucht er Einschreibungen gesellschaftlicher Traumata und Ängste in der Unterhaltungs- und Informationskultur der Massenmedien. Er arbeitet für »FEAR« zum zweiten Mal mit Falk Richter zusammen.
mein Kommentar: Gefährlich wird’s in einer Gesellschaft, wenn sich Menschen nicht mehr ernst genommen fühlen. Gefährlich wird‘s in einer Beziehung, wenn einer die Gefühle des anderen nicht respektiert. Ganz gefährlich wird’s, wenn einer mitgeteilt bekommt: Das sollst Du nicht fühlen. Wir sind eine Gesellschaft der Zu-kurz-Gekommenen. Damit müssen wir nun zurecht kommen. Mein Freund Charles [80J.], hat vor seinem Tod (vor zwei Jahren) prophezeit, daß wir in den kommenden Jahren auf der ganzen Welt einen Rechtsruck erleben werden. Da sind wir jetzt drin… Und die treibende Kraft ist Angst. Im Moment gehen wir in unserer Medienwelt mit unangenehmen Gefühlen so um, daß wir sie zu verdrängen versuchen. Das funktioniert nur eine Zeit lang…
Finnland Ein Zeitalter geht zu Ende, das auf Gemeinschaft, Bildung und Kultur setzte. Die Gesellschaft durchzieht eine melancholische Grundmelodie
Es waren 13 Grad Celsius angesagt, auch die Wolken. Nur nicht der Regen, der über den See kommt. Weit hinten, von Süden her, zieht er auf, dicht wie eine Wand. Man kann das gut sehen von Pispala aus, seit 1937 ein Ortsteil von Tampere: Eine Grundmoräne hat sich hier zu Finnlands höchstem Landrücken aufgetürmt. Wie ein Wall steigt er aus der ebenen Landschaft, legt sich in die Landenge zwischen Näsi- und Pyhä-See, als wolle er die Gewässer voreinander schützen.
Pispala bietet ein Doppelbild finnischer Geschichte – an den Hängen stehen durcheinandergewürfelte Holzhäuser. Im späten 19. Jahrhundert waren es Arbeiterwohnungen und Armensiedlungen, jetzt haben sich hölzerne Neubauten dazwischengedrängt, Künstler und Manager wohnen jetzt hier, Pispala ist die teuerste Wohngegend der Stadt.
Ende September greift der Herbst längst ins Grün dieser Sehnsuchtslandschaft aus Wald und See. Von Süden kommt die graue Regenwand voran. Der Pyhä-See zieht seine Oberfläche glatt, als wolle er die Tropfen abwehren. Bald regnet es auf der Höhe des Städtchens Nokia, das eine der spektakulärsten Achterbahnfahrten der jüngeren Wirtschaftsgeschichte durchlebt hat: den Aufstieg einer Zellstoff-und- Gummi-Firma, die Kabel herstellte und Gummistiefel, jahrelang mit Computern tüftelte und schließlich mit Telefonen Weltmarktführer wurde. Zu Spitzenzeiten zeichnete Nokia für vier Prozent des finnischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) verantwortlich. Auch daran lässt sich denken, wenn man im Park zwischen bunten Holzhäusern sitzt, inmitten eines Stadtteil gewordenen Traums der oberen Mittelschicht. Ringsherum weiße Eckpfosten, Metalldächer, aufgeräumte Veranden, saubere Zäune. Es riecht nach Holzofen und Zimtschnecken. Und man sitzt genau in dem Bild, das Finnland von sich selbst hat, harmlos, bürgerlich und intakt. Zum wackligen Fundament dieses Selbstverständnisses hat einen Tag zuvor der Ökonom Pertti Haaparanta, Professor an der Alvar-Aalto-Unversität in Helsinki, geführt. Mit Nokia ging es steil bergab, vor anderthalb Jahren kaufte Microsoft die Mobilfunksparte. 30.000 Beschäftigte sollten hinüberwechseln. Sechs Monate später waren die ersten 18.000 entlassen, im Juli 2015 löste Microsoft Nokia ganz auf. Die letzten 7.800 Mitarbeiter bekamen ihre Papiere. Professor Haaparanta sagt mit einer gewissen Resignation in der Stimme: „Vielleicht war das Unternehmen zu groß für Finnland.“
mehr: - Still ruht der See (Lennart Laberenz, der Freitag, 28.10.2015)
Satire VW, Deutsche Bank, Henkel: Deutsche Konzerne lassen sich viel zu leicht bei Regelverstößen erwischen. Unser Zehn-Punkte-Plan kann das ändern
Abgasskandal bei VW, bald jede Woche Neues von kriminellen Machenschaften der Deutschen Bank, den Regenwald zerstörendes Palmöl in den Reinigungsmitteln von Henkel: Wie kann es sein, dass Unternehmen als hoch rationale Akteure auch im 21. Jahrhundert nicht in der Lage sind, richtig zu betrügen? Sie begehen ganz offensichtlich Fehler, die es dringend zu analysieren und zu tilgen gilt. Dies ist eine Anleitung für eine völlig neue Unternehmensphilosophie, eine Anleitung zum richtigen Betrügen in zehn Punkten.
Erstens ist die Einhaltung von Recht und Moral dahingehend zu prüfen, ob sich aus ihr einzelwirtschaftlich Vorteile ergeben. Unternehmen sollten sich nicht von einer Rhetorik irritieren lassen, die Werten und Regeln irgendeinen hervorragenden Status zuspricht. Es gilt die Faustformel: Höhe der Strafe mal Entdeckungswahrscheinlichkeit. Für einen strategischen Betrug ist, zweitens, essentiell, dass Unternehmen sich auf ihre Mitarbeiter verlassen können. Der Begriff „Loyalität“ muss in die „Corporate Vision“ integriert werden, regelmäßige Trainings sind unabdingbar, damit klar wird: Betriebsgeheimnisse bleiben im Unternehmen. Das gilt insbesondere für Praktiken, die andere schädigen.
Drittens müssen Software-Systeme potentielle Whistleblower frühzeitig identifizieren, um sie schnellstmöglich freisetzen zu können. Viertens: Wenn ein Betrugsfall trotz sorgfältiger strategischer Ausrichtung – Planen, Steuern, Messen ist Chefsache – auffliegt, müssen Köpfe rollen, um den Anschein zu erwecken, jemand würde zur Verantwortung gezogen. Fünftens müssen Verschwiegenheitsklauseln in Arbeitsverträgen auch bei Ausscheiden der Mitarbeiter aus dem Unternehmen greifen. Eine finale Bonuszahlung oder der Erhalt noch nicht ausgezahlter Boni ist an Verschwiegenheit zu koppeln – das klappt immer!
Manager sollten es, sechstens, vermeiden, sich über „Corporate Social Responsibility-Programme“ öffentlich zu exponieren. Sie ziehen damit unnötig Aufmerksamkeit auf ihr Unternehmen und stehen so unter ständiger Beobachtung der Gesellschaft und, besonders verheerend, kritischer Nichtregierungsorganisationen, die ihre Aktivitäten als ein Versprechen missverstehen. Siebtens sollten Konzerne möglichst Geschäfte in den USA vermeiden. Die USA verfügen über ein Unternehmensstrafrecht, aus dem empfindliche Strafen resultieren können. In Deutschland werden Vergehen von Unternehmen bisher nur wie Falschparken als Ordnungswidrigkeit geahndet und sind daher deutlich günstiger.
Im Entdeckungsfall sollten Verantwortliche, achtens, ihre Betrugsstrategie mit einem einfachen Argument begründen: Auch andere Unternehmen betrügen. Der Begriff „Wettbewerbsfähigkeit“ ist hierbei prädestiniert zur häufigen Verwendung. Ganz wichtig: Das Reden über Gewinneinbußen vermeiden und lieber von der Rettung von Arbeitsplätzen sprechen.
mehr: - Anleitung zum richtigen Betrug (Thomas Beschorner, der Freitag, 02.11.2015)
mein Kommentar: Wie ich gestern in einer Nachrichtensendung gehört habe, gibt es bei VW keine Fehlerkultur: Jeder, der einen Fehler zugegeben hat, wurde bestraft. Wie kann das sein?
Vor 200 Jahren wurde George Boole geboren, der als Mathematiker und Philosoph die Grundlagen für eine Aussagenlogik und Wahrscheinlichkeitsberechnung formulierte.
"Kannst du addieren?", fragte die Weiße Königin. "Was ist eins und eins und eins und eins und eins und eins und eins und eins?" "Ich weiß nicht", sagte Alice, "ich habe den Faden verloren!" Mit dieser eleganten Verbeugung vor seinem Vorbild George Boole, die Lewis Carroll in Alice im Wunderland versteckte, verwies der Mathematiker Charles Dodgson auf den Aufbruch des Universalrechners: Einen funktionierenden Speicher vorausgesetzt, können sie alles berechnen, denn sie verlieren den Faden nicht.
Von England nach Irland
George Boole wurde am 2. November 1815 als Sohn eines Schuhmachers und einer Kammerzofe im englischen Lincoln geboren. Früh zeigte er ein Talent für Sprache und konnte ab dem 16. Lebensjahr als Lehrer unterrichten und seine Eltern ernähren. Mit 19 konnte Boole seine eigene Schule eröffnen.
Sein Aufstieg in die örtliche Gesellschaft begann 1841 mit einer Arbeit zur Invariantentheorie, "Exposition of a General Theory of Linear Transformations". Im Jahre 1847 veröffentlichte Boole seine erste Arbeit zur Aussagenlogik, The Mathematical Analysis of Logic. Dieses Werk brachte ihm einen Ruf als Mathematik-Professor an das neu gegründete Queen's College im irischen Cork ein – heute das University College Cork, wo Booles Geburtstag gefeiert wird. In Cork verfasste er 1854 sein Hauptwerk An Investigation of the Laws of Thought on which are founded the mathematical theories of logic and probalities. George Boole starb am 8. Dezember 1864 an einer Lungenentzündung, die von seiner Frau unter dem Einfluss der homöopathischen Ideen von Samuel Hahnemann behandelt wurde.
In 2015, University College Cork celebrates the bicentenary of George Boole, 1815-64.
Born in Lincoln, Boole was a mathematical genius who was largely self-taught. His appointment as the first Professor of Mathematics at this college in 1849 provided the opportunity to develop his most important work, An Investigation of the Laws of Thought. Contact Boole Library Special Collections at library@ucc.ie or http://booleweb.ucc.ie Find out more about the celebrations at http://georgeboole.com/
Polizisten sollen aktuell Zeugen vernommen haben - doch keine Behörde will etwas davon wissen
Der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter gerät zur Geisterfahrt. Zwei Zeugen aus Heilbronn erklärten vor dem Untersuchungsausschuss in Stuttgart, vor wenigen Monaten von Kriminalbeamten neu vernommen worden zu sein. Doch keine maßgebliche Behörde will eine solche Vernehmung in Auftrag gegeben haben. Wird das Parlament von der Exekutive hintergangen? Die Aufklärung der NSU-Mordserie gestaltet sich zusehends unheimlicher.
Am 25. April 2007, als in Heilbronn auf die zwei Polizisten Michèle Kiesewetter und Martin Arnold geschossen wurde, war das Ehepaar Muzaffer und Zeliha K. mit ihrem kleinen Kind in einem Park unterwegs, unweit des Tatortes Theresienwiese. Gegen 14.15 Uhr, also kurz nach dem Anschlag, fiel ihnen ein hektisch flüchtender Mann auf, der sich offenbar vor einem über ihnen kreisenden Polizeihubschrauber im Gebüsch verstecken wollte - 1.75 bis 1.80 Meter groß, 25 bis 27 Jahre alt, sportliche Figur, braune Haare, helle Haut, weißes T-Shirt, helle Jeanshose, so ihre Beschreibung.
Die K.s meldeten ihre Beobachtung der Polizei. Die nahm sie ernst und ließ ein Phantombild von dem fliehenden Mann erstellen. Die Sonderkommission Parkplatz wollte es zusammen mit anderen Phantombildern für die Fahndung herausgeben. Doch der verantwortliche Staatsanwalt von Heilbronn untersagte die Veröffentlichung jeglicher Phantombilder mit stets dem Argument: die Angaben der Zeugen seien nicht glaubhaft. Noch im April 2011, vier Jahre nach der Tat, schrieben die Ermittler des Landeskriminalamtes in einem Vermerk: "Die Veröffentlichung des Phantombildes ist notwendig".
Nach der Aufdeckung des NSU im November 2011 rechnete die Bundesanwaltschaft die Tat von Heilbronn allein Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zu. Das Phantombild des Mannes, den Muzaffer und Zeliha K. am Tattag flüchten sahen, ähnelt aber weder Böhnhardt noch Mundlos.
mehr: - Mordfall Kiesewetter wird zur Geisterbahn (Thomas Moser, Telepolis, 03.11.2015)
NSU: Mordfall Kiesewetter [3:09]
Veröffentlicht am 25.01.2014
Im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München wird heute zum ersten Mal der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter im April 2007 behandelt. Mehrere damals ermittelnde Polizisten sind als Zeugen geladen.
NSU-Polizistenmord in Heilbronn - Neue Fakten, neue Fragen | REPORT MÜNCHEN [8:16]
Veröffentlicht am 11.07.2012
2007 sollen die beiden Naziterroristen Mundlos und Böhnhardt am hellichten Tag die Polizistin Michèle Kiesewetter erschossen haben. Jetzt tauchen neue Fragen zu diesem Verbrechen auf. Mitglieder des NSU-Untersuchungsausschusses im Deutschen Bundestag verlangen in report MÜNCHEN lückenlose Aufklärung.
Nach dem Wahldesaster der CSU flog Bernd Posselt aus dem Europaparlament. Das ist anderthalb Jahre her. Aber noch heute fährt er zu jeder Sitzungswoche, als sei nichts geschehen. Was will er da nur? Manchmal, wenn Bernd Posselt besonders glücklich ist, lässt er sich Badewasser einlaufen, steigt in die Wanne und beginnt zu singen. Er hat eine dunkle, kräftige Stimme, und man kann sich gut vorstellen, dass sie nirgendwo besser zur Geltung kommt als in einem hallenden Badezimmer. Posselt spricht sehr laut, er lacht sehr laut, und er singt sehr laut. Er ist im Parteivorstand der CSU. Dort hat er gelernt, Menschen zu widersprechen. Ohne diese Stimme wäre er ein Nichts. Bernd Posselt liebt kroatische Volkslieder, gelegentlich singt er auch die Marseillaise. In der Badewanne stimmt er gern deutsche Schlager der zwanziger Jahre an, "Ich fahr mit meiner Klara in die Sahara zu den wilden Tieren". Verlässt er seine Wohnung im Münchner Norden und tritt auf die Straße, ist er meist guter Dinge. "Ich freue mich" – viele seiner Sätze beginnen so. Noch immer läuft er unbekümmert durchs Leben, als habe es für ihn gerade erst begonnen. Dabei ist Bernd Posselt 59 Jahre alt, und er lebt seit 40 Jahren allein. Es gab Freundinnen und Beziehungen, das schon, aber geheiratet hat er nie. "Es hat sich nicht ergeben", sagt er. Zu Hause hat er keinen Kühlschrank, keinen Kochtopf und keine Waschmaschine, er kehrt nur zum Schlafen heim. "Meine Situation ist ganz normal", sagt er oft. Eines ist Bernd Posselt mit Sicherheit nicht: normal. Wenn man ihn so sieht, mit seinem Seitenscheitel und seinem dürren Schnäuzer, könnte man glauben, er sei von der NPD. Dabei verachtet er kaum etwas mehr als den Nationalismus. Er schreibt keine E-Mails, aber ständig versucht irgendjemand, ihn zu erreichen. Zu Hause hat er kein Telefon, keinen Computer und keinen Fernseher, er besitzt kein Handy und hat noch nie eine SMS geschrieben. Bis vor Kurzem wusste er nicht einmal, was ein Selfie ist. Er ist in ganz Europa unterwegs, aber er hat kein eigenes Auto, nicht einmal einen Führerschein. Er hat für sich und sein Leben viele Umschreibungen gefunden. Er nennt sich zum Beispiel einen "Handlungsreisenden in Sachen Völkerverständigung". Posselt hetzt von einem politischen Termin zum nächsten, bis in die Nacht, aber er hat keinen Beruf mehr, seit dem 25. Mai 2014. Das war der Tag der Europawahl. Als die Wahllokale schlossen, fuhr Bernd Posselt gemeinsam mit seiner Referentin Stephanie Waldburg zur Hanns-Seidel-Stiftung nach München, im Foyer begann die Wahlparty der CSU. Posselt war 20 Jahre lang Abgeordneter im Europäischen Parlament gewesen, er hatte einen sicheren Listenplatz, Platz 6. Doch als die ersten Hochrechnungen eintrafen, erkannte Posselt das Desaster. Gewaltige Verluste für die CSU. Der Kandidat auf Platz 5 schaffte es noch, aber Posselt war plötzlich draußen. Er war von nun an kein Parlamentarier mehr. Man hätte annehmen müssen, dass er außer sich war vor Enttäuschung, wütend herumstänkerte oder sich in irgendeiner Kneipe volllaufen ließ. Aber Posselt blieb auf der Wahlparty, und er blieb ziemlich ruhig. Der CSU-Chef Horst Seehofer kam zu ihm und wollte ihn trösten. Es sei falsch gewesen, Stimmung gegen Europa zu schüren, habe Seehofer gesagt, Posselt habe recht behalten. "Aber ich muss es auslöffeln", antwortete Posselt. Ausgerechnet er scheiterte an einem Wahlkampf, der sich gegen den Euro gerichtet und im Lager der rechten AfD um Stimmen geworben hatte. Posselt hatte schon für die europäische Idee gekämpft, als es noch gar keine Europawahl gab. Nicht einen einzigen Sitzungstag hatte er in all den Jahren verpasst, nicht einen. Er war so stolz, dazugehören zu dürfen. Schon in den siebziger Jahren hatte er die Paneuropa-Jugend gegründet. Als Wortführer der Sudetendeutschen lässt er sich von Altkadern im eigenen Verband dafür beschimpfen, dass er auf die Tschechen zugeht und sie zu gemeinsamen Treffen einlädt. Posselt hatte sein ganzes Leben einem politischen Ideal untergeordnet, der Versöhnung ehemals verfeindeter Völker. Über den missratenen Wahlkampf der CSU sagte Posselt: "Man soll nicht versuchen, ein Stinktier zu überstinken." Das ist ein amerikanischer Trapperspruch, den er irgendwo aufgeschnappt hatte. Lasst euch nicht auf ein Kräftemessen mit Rechtspopulisten ein. Das ist es, was Posselt meinte. Nehmt das S in der CSU ernst, das Soziale. mehr: - Europaparlament: Bernd bleibt (Stefan Willeke, ZEIT Magazin, 29.10.2015)
Europawahlen - Bernd Posselt (MdEP) im Interview [1:43]
Veröffentlicht am 18.05.2014
Der Europaabgeordnete Bernd Posselt von der CSU benennt drei wichtige Ziele.
Parlamentarier ohne Mandat: Herr Posselt und die EU [4:35]
Veröffentlicht am 25.07.2015
Wenn ein Politiker abgewählt wird und aus dem Parlament fliegt, geht er normalerweise zurück in seinen alten Beruf, wird gut bezahlter Berater oder schreibt ein Buch. Aber niemand tut das, was Bernd Posselt macht. Der ehemalige Europaabgeordnete der CSU lebt einfach sein Politikerleben weiter und tut so als sei nichts geschehen.
[…] Ich habe gar nichts gegen die Menge; Doch kommt sie einmal ins Gedränge, So ruft sie, um den Teufel zu bannen, Gewiß die Schelme, die Tyrannen. […] Was ich sagen wollt, Verbietet mir keine Zensur! Sagt verständig immer nur, Was jedem frommt, Was ihr und andere sollt; Da kommt, Ich versichr’ euch, so viel zur Sprache, Was uns beschäftigt auf lange Tage.
O Freiheit süß der Presse! Nun sind wir endlich froh; Sie pocht von Messe zu Messe In dulci jubilo. Kommt, laßt uns alles drucken Und walten für und für; Nur sollte keiner mucken, Der nicht so denkt wie wir.
Was euch die heilige Preßfreiheit Für Frommen, Vorteil und Früchte beut? Davon habt ihr gewisse Erscheinung: Tiefe Verachtung öffentlicher Meinung. […] Nichts schmerzlicher kann den Menschen geschehn, Als das Absurde verkörpert zu sehn.
Dummes Zeug kann man viel reden, Kann es auch schreiben, Wird weder Leib noch Seele töten, Es wird alles beim alten bleiben.
Dummes aber, vors Auge gestellt, Hat ein magisches Recht; Weil es die Sinne gefesselt hält, Bleibt der Geist ein Knecht. […] Das Tüchtige, und wenn auch falsch, Wirkt Tag für Tag, von Haus zu Haus; Das Tüchtige, wenn’s wahrhaft ist, Wirkt über alle Zeiten hinaus.
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