Mittwoch, 14. Oktober 2015

Marschflugkörper – nur gefährlich, wenn die anderen sie haben

Im Dezember wird die jemenitische Ortschaft El Maadschala (Jemen: Luftangriff mit 49 Toten, Focus, 20.12.2009) angegriffen, wo sich ein Ausbildungslager von Al Kaida befinden soll. Doch es sterben überwiegend Zivilisten. Amnesty International will nun Aufklärung, warum bei dem Angriff US-Splitterbomben zum Einsatz kamen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat von den USA Aufklärung über ihre Rolle bei einem verheerenden Angriff mit international geächteter Streumunition im Jemen gefordert. Die Organisation veröffentlichte in London Bilder von einer eingeschlagenen US-Rakete mit Splitterbomben. Die Aufnahmen sollen nach dem Angriff auf ein Ausbildungslager von Al-Kaida-Terroristen in der Provinz Abjan im vergangenen Dezember gemacht worden sein. Dabei starben nach AI-Angaben 41 Einheimische, darunter 21 Kinder und 14 Frauen. Außerdem wurden 14 mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder getötet.

Die Menschenrechtsorganisation kritisierte das Vorgehen. "Ein Militärschlag dieser Art gegen mutmaßliche Kämpfer ohne einen Versuch ihrer Festnahme ist zumindest gesetzeswidrig", sagte Amnestys Nahost-Vizechef Philip Luther. "Die Tatsache, dass so viele Opfer Frauen und Kinder waren, verdeutlicht, dass der Angriff tatsächlich extrem unverantwortlich war."
mehr:
- Angriff auf Al Kaida im Jemen US-Splitterbomben abgefeuert (n-tv, 07.06.2010)


Die USA konzentrieren sich zumindest seit dem Vorjahr auch auf den Jemen, das US-Militär mischt ganz klar mit. Der Sender CBS zitierte Sebastian Gorka, Experte für Sondereinsätze, der auch jemenitische Militärs trainiert. Er sagt, mehrere Boden- und Luftangriffe der Jemeniten gegen al-Qaida-Positionen seien von den USA geleitet worden, auch seien US-Marschflugkörper (Link von mir) und Drohnen eingesetzt worden. Allein am 17. und 24. Dezember seien 60 Militante getötet worden.

[Karim El-Gawhary, Gestern Irak. Heute Afghanistan. Morgen Jemen? (Die Presse, 03.01.2010]

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  • Der erste massive Einsatz von Tomahawks fand 1991 im Zweiten Golfkrieg während der Operation Desert Storm statt. Laut Berichten der United States Navy kamen dabei 297 Tomahawks zum Einsatz. Von diesen blieben neun in den Abschussrohren und sechs fielen nach dem Start ins Meer, so dass 282 erfolgreich gestartet wurden. Laut US-Angaben wurden zwei Marschflugkörper durch die Flugabwehr abgeschossen. Der Irak gab 29 Abschüsse bekannt.
  • Operation Desert Fox 1998: 325 Tomahawks gegen Produktionseinrichtungen von Chemiewaffen und ballistischen Raketen im Irak.
  • Operation Allied Force 1999: 218 Tomahawks von US-Kriegsschiffen gegen Ziele in Serbien. Weitere 20 Tomahawks werden von U-Booten der Royal Navy eingesetzt.
  • Afghanistankrieg 2001: Einsatz von 50 Tomahawks von US-Kriegsschiffen und U-Booten gegen mutmaßliche Stützpunkte der Al-Qaida in Afghanistan. Weiter werden eine unbekannte Anzahl Tomahawks von U-Booten der Royal Navy eingesetzt.
  • 17. Dezember 2009: Einsatz einer unbekannten Anzahl von Tomahawks gegen mutmaßliche Stützpunkte der Al-Qaida im Jemen.
  • 19. März 2011: Im Rahmen des Internationalen Militäreinsatzes in Libyen wurden zur Durchsetzung der Resolution 1973 des UN-Sicherheitsrates von U-Booten und Zerstörern der US Navy sowie einem U-Boot der Royal Navy 162 Tomahawks eingesetzt. Dabei wurden sowohl die klassische Variante als auch modernere TacToms eingesetzt. Als Ziele wurden hauptsächlich Luftabwehrstellungen und Luftwaffeneinrichtungen ausgewählt. Die nationale US-amerikanische Beteiligung trägt den Namen Operation Odyssey Dawn, die nationale britische Beteiligung Operation Ellamy.[5]
[BGM-109 Tomahawk, Einsatz, Wikipedia]
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mein Kommentar: 
vielleicht beginne ich, an Altersamnesie zu leiden. Aber ich kann mich beim besten Willen nicht dran erinnern, daß wegen des Einsatzes US-amerikanischer Marschflugkörper jemals vor dem möglichen Abschuß ziviler Flugzeuge gewarnt wurde. 

Russland spielt mit den Muskeln: Über der Nord- und Ostsee wurden vermehrt Kampfjets gesichtet. Gleichzeitig häufen sich Fälle, in denen Militärflugzeuge mit Passagiermaschinen fast kollidiert sind.

Mehrere "Beinahe-Zusammenstöße" zwischen zivilen Flugzeugen und Militärmaschinen beschäftigen die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA). Die EU-Behörde mit Sitz in Köln habe von der EU-Kommission einen Auftrag zur Prüfung erhalten, teilte die EASA mit. An mindestens einem der Vorfälle sei ein russisches Flugzeug beteiligt gewesen, sagte ein Sprecher.
[…]

Nato-Flugzeuge und Militärjets aus Schweden und Finnland hätten die Lage verfolgt. Die Nato sei noch dabei, die Vorfälle auszuwerten, sagte Pentagonsprecher Oberst Steven Warren dem Sender. Er sprach von einem "größeren Vorstoß", den er als eine Machtdemonstration des russischen Präsidenten Wladimir Putin bezeichnete. Die russischen Flugzeuge seien jedoch in internationalem Hoheitsgebiet unterwegs gewesen, betonte Warren.
[Kampfflugzeuge über Nord- und Ostsee – Gefährdet Russland die zivile Luftfahrt?, n-tv, 09.10.2014] 
- Programmbeschwerde beim Deutschlandradio: bezüglich „NATO: Ungewöhnlich viele russische Luftmanöver" vom 30.10.2014 (Pwlasowa, 14.11.2014)
- Deutschlandradio, der Zündfunk: Hilfe, die Russen kommen (Medienanalyse international, Oktober 2014)

siehe dazu Putins Sichtweise (im folgenden Video ab 3:25):
Wladimir Putin Der Westen führt einen Vernichtungskrieg gegen Russland {15:51}


Veröffentlicht am 27.01.2015

Propagandakrieg in den Öffentlich-Rechtlichen

Die Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien hat erneut Programmbeschwerde gegen tagesschau.de gestellt. Hintergrund ist die Berichterstattung zu den russischen Marschflugkörpern die gegen den IS in Syrien eingesetzt wurden. Die Publikumskonferenz wirft der ARD in diesem Zusammenhang „irreführende Behauptungen und Bewertungen, fehlende Logik und Faktengrundlagen sowie pure Panikmache“ vor. RT dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.

Sehr geehrter Herr Marmor,

der Beitrag auf der Seite von Tagesschau.de vom 12.10.2015 (man beachte auch die Kommentare, Anm. von mir) enthält unzutreffende und damit irreführende Behauptungen und Bewertungen, die wegen fehlender Logik und Faktengrundlagen als pure Panikmache für potentielle Air-Touristen zu sehen sind, mit schädlichen Folgen auch für die betroffenen Air-Lines.

Falsch war die Behauptung, dass es sich bei den von Russland eingesetzten Waffen um Boden-Luft-Raketen gehandelt hat. Boden-Luft Raketen werden, wie der Name schon sagt, vom Boden gegen angreifende Flugzeuge in größerer Höhe eingesetzt.

Russland dagegen startet von Kriegsschiffen im Kaspischen Meer aus Marschflugkörper, besser bekannt als Cruise Missiles, die IS-Ziele in Syrien treffen sollen. Dass als Abschussbasen außer raketenbestückten Zerstörern auch Flugzeugträger eingesetzt sind, ist eine blanke Erfindung der ARD.
mehr:
- Programmbeschwerde gegen Tagesschau wegen falscher Tatsachenbehauptung und Panikmache zum Einsatz russischer Marschflugkörper (RT deutsch, 14.10.2015)

siehe auch:
- Programmbeschwerde wegen kritikloser Übernahme von „US-Kriegspropaganda“ auf tagesschau.de (RT deutsch, 12.10.2015)
Friedhelm Klinkhammer, langjähriger Vorsitzender des ver.di-Betriebsverbandes NDR und der ehemalige TAGESSCHAU-Redakteur Volker Bräutigam haben erneut Programmbeschwerde gegen den NDR eingereicht. Der Vorwurf lautet auf kontextlose Übernahme von „US-Propagandameldungen“ zu russischen Operation in Syrien sowie „absichtliche Irreführung im Verschweigen vollständiger Quellenangaben und Auftragsziele anlässlich eines Berichs über die Studie „Die Angst der Syrer vor dem Assad-Regime“. RT dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.
Im Februar 1981 begann die NATO unter US-Führung mit einer Reihe von Aktionen der psychologischen Kriegsführung: NATO-Flottenverbände kreuzten verstärkt im Nordatlantik, der Ostsee und im Schwarzen Meer. Zusätzlich näherten sich US-Bomber wiederholt dem sowjetischen Luftraum extrem nahe an, um die Bereitschaft der NATO für einen Nuklearschlag zu demonstrieren und die Leistungsfähigkeit der sowjetischen Luftabwehr zu testen.[2]   […]
Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) gab im September 1983 bekannt, dass die Sowjetunion über 39 Stellungen mit 351 einsatzbereiten SS-20-Raketen mit maximal 1053 nuklearen Gefechtsköpfen verfügt, von denen 243 Raketen in den westlichen sowjetischen Militärbezirken Weißrussland, Karpaten und Ural aufgestellt waren. Trotz des Angebotes der Sowjetunion, diese auf die Anzahl der britischen und französischen Systeme, insgesamt 162 Raketen, zu reduzieren, stand die geplante Aufstellung der Pershing-II-Raketen gemäß dem NATO-Doppelbeschluss unmittelbar bevor und erfolgte dann ab Dezember 1983 ausschließlich in der Bundesrepublik Deutschland. (Able Archer 83, Zunehmende Spannungen, Wikipedia) […]

siehe auch:
- ARD – Neue Programmbeschwerde von Volker Bräutigam über Tagesschau vom 21.11.2014 (Propagandaschau, 23.11.2014)
- Volker Bräutigam über den Umgang der ARD mit seiner Programmbeschwerde (Propagandaschau, 10.07.2014)
- Alles richtig gemacht (Sabine Schiffer, Hintergrund, 14.07.2014)
- Programmbeschwerde von Volker Bräutigam an DLR-Intendant Dr Steul – Wie reagiert Deutschlandradio? (Peter Kleinert, Neue Rheinische Zeitung, 13.05.2015)
- Medientreffpunkt Mitteldeutschland – „Wir können nicht mehr einfach erwarten, dass die Menschen uns glauben“ (Handelsblatt, 06.05.2015) 
- Worüber öffentlich-rechtliche Sender nicht berichten (Forum der Ständigen Publikumskonferenz der öff.-rechtl. Medien)


Dienstag, 13. Oktober 2015

Die Frauen Heinrichs VIII., König von England



Der König mit den sechs Frauen

Heinrich/Henry VIII. (1491-1547) gilt als einer der brutalsten Herrscher Englands. Er war prunksüchtig, liebte die Völlerei und besaß mehr als 50 Residenzen. Er bot dem Papst die Stirn, überwarf sich mit Rom und begründete damit die anglikanische Kirche. Den bedeutenden Humanisten Thomas Morus ließ er hinrichten. Bekannt ist er in England aber vor allem für sein Liebesleben, als der König mit den sechs Frauen, der ohne Skrupel auch zwei von ihnen aufs Schafott schickte. 

24 Jahre war Heinrich mit seiner ersten Frau Katharina von Aragon vermählt, die er im Jahr seiner Thronbesteigung geheiratet hatte. Auf einen männlichen Erben wartete der König vergeblich. Als er sich in Anne Boleyn, eine der Zofen seiner Frau, verliebte, wollte er die Verbindung amtlich machen, doch die Kirche verweigerte die Annullierung seiner Ehe. Kurzerhand brach Heinrich mit dem Papst und ließ die Ehe von einem englischen Gericht auflösen. Von Anne Boleyn war er hingerissen, doch als auch sie keinen Sohn zur Welt brachte, war er ihrer bald überdrüssig und ließ sie unter einem Vorwand 1536 köpfen. In der Folgezeit verschlechterte sich der Geisteszustand des Königs zusehends und er wechselte seine Frauen nahezu im Jahrestakt. 
Harenberg - Abenteuer Geschichte 2015 


Frühe Neuzeit (England im 16. Jahrhundert unter Heinrich VIII.) [41:53]

Veröffentlicht am 25.07.2014
Gegen-Sozialismus.jimdo.com

Rick Wakeman - The Six Wives Of Henry VIII [1:44:47]

Veröffentlicht am 16.04.2015
The Six Wives Of Henry VIII
(Concert 2009 - полная версия)
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Thomas Wolsey, Erzbischof von York und Lordkanzler des englischen Königs, ließ ab 1514 ein Haus aus dem 14. Jahrhundert zu dem Palast Hampton Court ausbauen. Der englische König Heinrich VIII. enteignete (was auch sonst?) Wolsey 1525 und nahm den Palast als eine Art Wochenendhaus in seinen Besitz: Ein Gebäude mit 500 Zimmern. Das er in der Folge noch erweiterte...

Hybris scheint dem Gebäude bis heute anzuhaften: Im Jahre 1973 veröffentlichte der britische Keyboarder Rick Wakeman sein zweites Soloalbum: "The Six Wives Of Henry VIII". Großmäulig bestand er darauf, das Werk am ehemaligen Wohnsitz Heinrichs VIII. uraufzuführen - oder gar nicht. Es geschah gar nicht. Bis heute ist das Werk nie in Gänze live gespielt worden.

Genauer gesagt: Bis Mai 2009. Denn nach 36 Jahren, im fünfhundertsten Jahr der Thronbesteigung Heinrichs, hat die britische Schlösserverwaltung Wakeman die Erlaubnis erteilt, vor dem Schloss ein Konzert der Superlative zu organisieren: Eine Rockband, ein Orchester, ein Chor, eine Kirchenorgel, die sechs Frauen Heinrichs VIII., und, als wäre das nicht genug, der britische Schauspieler Brian Blessed, so ziemlich allen als Prinz Vultan (Flash Gordon), Exeter (Henry V.), Lord Locksley (Robin Hood – König der Diebe) oder, ähem, Boss Nass (Star Wars) bekannt. Ein Spektakel, dass eines Rick Wakeman würdig war, des Mannes, der in den siebziger Jahren immerhin mit riesigen aufblasbaren Dinosauriern die Welt umtourt hat.
(Rezension von Nik Brückner, Babyblaue Seiten, 16.10.2009)

Griechenlands helfende Hände

Nicht nur auf der Insel Lesbos, in ganz Griechenland gibt es Freiwillige, die sich um Arbeitslose und Flüchtlinge kümmern
"Wie lange müssen wir noch Laufen?" fragen die Flüchtlinge 30 Kilometer vor dem Ziel. Der Weg von den Stränden, wo die Schlauchboote aus der Türkei ankommen, bis zum Hafen, wo die Fähren Richtung Athen und Thessaloniki fahren, ist fast 50 Kilometer lang. In kleinen Gruppen laufen die Menschen entlang der Straße, die sich durch Hügel und Felder windet.

"Nicht in unser Dorf, nicht in unsere Schule"
In einem Dorf passieren die Neuankömmlinge ein Schild, dass ein Anwohner aufgespannt hat. "Nicht in unser Dorf, nicht in unsere Schule. Es gibt andere Lösungen für die Flüchtlinge." Solche Transparente seien eine absolute Ausnahme auf Lesbos, meint die Ärztin Eleni Ioannidou, die Ende September zusammen mit drei Kolleginnen aus der nordkretischen Stadt Rethymno einen unbezahlten Freiwilligeneinsatz auf der Insel gemacht hat. Eleni verdient ihr Geld im Krankenhaus der nordkretischen Stadt Rethymno. Dort treffe ich sie spätabends. Während einer 24-Stunden-Schicht, hat sie gerade noch Zeit für ein Interview.

Eleni erzählt, es habe einen Aufruf der selbstorganisierten griechischen Gesundheitszentren gegeben, nach Lesbos zu fahren, um Hilfe zu leisten. Sie habe von dem Aufruf gehört, weil sie selbst neben ihrer Arbeit im Krankenhaus noch als Freiwillige im selbstorganisierten Gesundheitszentrum "Sozialen Solidarität" in ihrer Heimatstadt Rethymnoktiv ist. Auf Lesbos gab es schon eine von den griechischen "Gesundheitszentren" aufgebaute Klinik in einem Zelt, erzählt die Ärztin. Sie selbst hatte den Eindruck, dass es auf der Insel nicht so sehr an medizinischer Hilfe mangelt. Es gäbe vor allem menschliche Probleme.

mehr:
- Griechenlands helfende Hände (Ulrich Heyden, Telepolis, 11.10.2015)

Lesbos: Bis zu 1000 Flüchtlinge pro Tag [1:40]

Veröffentlicht am 19.06.2015
Drei Stunden waren sie auf See - drei Stunden voller Unsicherheit und Angst. Doch sie haben es geschafft. Diese Flüchtlinge sind an der türkischen Westküste in ein Schlauchboot gestiegen und losgefahren. Angekommen sind sie auf der griechischen Insel Lesbos.

"Wir sind Syrer, wir haben einen Traum. Wir wollen uns wie Menschen fühlen", sagt einer der Flüchtlinge.

Lesbos liegt nur rund 25 Kilometer von der türkischen Küste entfernt. Jeden Tag landen hier bis zu 1000 Flüchtlinge. Doch die griechis…
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Elendsflüchtlinge und Luxustouristen: Griechische Urlaubsinsel im Kulturschock [7:02]

Veröffentlicht am 10.10.2012
Eine Woche Urlaub auf der griechischen Insel Symi ist für knapp 600 Euro zu haben. Ein Direktflug nach Rhodos, dann eineinhalb Stunden mit der Fähre und schon ist man da. Für uns ist die Reise nach Symi ein Katzensprung. Für die Flüchtlinge, um die es hier geht, war die Anreise eine monatelange Odyssee.

Vor 39 Jahren – 1976: Pinochet befahl Bombenattentat in Washington

Freigegebenes Dokument belegt Kenntnis der CIA, dass Pinochet das Bombenattentat in Washington DC von 1976 befohlen hatte
Am 21.09.1976 explodierte in Washington DC eine Autobombe und riss den chilenischen Diplomat und Politiker Orlando Letelier del Sola und dessen Mitarbeiterin mit US-Staatsbürgerschaft in den Tod. Sozialist Letelier wurde Opfer einer Serie an in verschiedenen Ländern durchgeführten Attentaten auf politische Gegner der Militärjunta, die sich am 11. September 1973 blutig an die Macht geputscht hatte. Partner des Coup d’État von 1973 war die CIA gewesen, welche die Welt vor dem Grundübel des Kommunismus bewahren wollte. Einen Anschlag des chilenischen Geheimdienstes DINA ausgerechnet auf dem Boden der USA hatte Letelier für unwahrscheinlich gehalten, da ein solches die Gastgeber kompromittierte.

Als Organisator des Mordes, eigentlich aber als Bauernopfer, wurde 1978 in den USA der vormalige CIA-Agent Michael Townley verurteilt. Während des Anschlags, der in der Terror-Folklore der USA nur eine geringe Bedeutung erfährt, wurde die CIA von Erdölunternehmer George Herbert Walker Bush geleitet. Der fanatische Kommunistenhasser Ronald Reagan ließ noch Mitte 1980 wissen, „es sei eine gute Sache, dass Letelier abgemurkst wurde“.

1981 nahmen Reagan und Bush Platz im Weißen Haus, wo sie 1983 beinahe versehentlich den Dritten Weltkrieg auslösten. US-Außenminister George Schultz informierte 1987 Präsident Reagan in einem nun veröffentlichten Memo über (nach wie vor unter Verschluss gehaltene) CIA-Erkenntnisse, dass Chiles General Augusto Pinochet persönlich den Anschlag auf Letelier angeordnet hatte. Pinochet sei entschlossen, Präsident zu bleiben und zu tun, was auch immer dafür nötig sei. Tatsächlich hatte Pinochet nicht nur politische Gegner, sondern auch Mitwisser eigener Verbrechen liquidieren lassen.

mehr:
- Mr. President und El Presidente (Markus Kompa, Telepolis, 11.10.2015)
Nach der Ermordung von Orlando Letelier in Washington, D.C. 1976 waren die Vereinigten Staaten von Amerika auf Distanz zu Chile gegangen und hatten durch Gesetz den Verkauf von Waffen an Chile verboten (Kennedy-Amendment, später International Security Assistance and Arms Export Control Act von 1976). (Operation Soberanía, Das militärische Ungleichgewicht, Wikipedia)
Alternate Wars - Episode 3 - Operation Soberania [0:46]

Veröffentlicht am 08.11.2015
Welcome ye' people, enjoy.
Operation Soberania was a plan of Argentina to invade Chile in 1978, Originally, this war didn't happen cause of the pope interviening. But..
Watch how things could had turned out.
Special thanks to Drex for the map and those boats, his channel : https://www.youtube.com/channel/UCS1Q...

1983 The Brink of Apocalypse Part 1 [9:53]

Veröffentlicht am 25.07.2010
This documentary focuses on "Able Archer 83" exercises that almost led to third world war between NATO and Warsaw Pact.

1983 - Am atomaren Abgrund [1:13:13]

Veröffentlicht am 21.04.2014
Dokumentation ARTE
(Originaltitel: Soviet War Scare 1983 -- Discovery Channel, 2007, 1983: The Brink of Apocalypse -- Channel 4, 2008)

Able Archer 83 (engl. „tüchtiger Bogenschütze") war eine europaweite NATO-Kommandostabsübung vom 7. bis 11. November 1983, die einen Atomkrieg simulierte. Der hohe Realitätsgrad, die strenge Geheimhaltung sowie das zu dieser Zeit besonders angespannte Verhältnis zwischen den USA und der UdSSR führten im Warschauer Pakt zu dem Verdacht, es handele sich bei der Übung um einen Deckmantel für einen tatsächlich unmittelbar bevorstehenden Nuklearschlag. Dies zog die Alarmierung konventioneller Streitkräfte und nuklearer Trägersysteme in Osteuropa nach sich. Able Archer 83 war eines der Ereignisse im Kalten Krieg, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Atomkrieges relativ hoch war.

Able Archer spielte sich vom 7. bis 11. November 1983 vor allem auf der Kommando- und Kommunikationsebene der europäischen NATO-Staaten ab und sollte dort mit einem hohen Realitätsgrad die Vorgänge während eines Atomkriegs simulieren. Das Manöver unterschied sich von denen der Vorjahre in drei Punkten:

- Erstmals wurden die Regierungschefs von NATO-Ländern wie Margaret Thatcher und Helmut Kohl eingebunden, was dem Manöver politisches Gewicht verlieh.

- hochrangige Aktivitäten, verbunden mit einem simulierten Durchspielen der Alarmzustände für die Streitkräfte der USA DEFCON-Stufe 5 bis 1 (Maximale Einsatzbereitschaft - Alle verfügbaren Truppen werden eingesetzt)

- die neuen Funkverschlüsselungsmethoden wurden im Rahmen der Übung erstmals im großen Maßstab verwendet.

Text: Quelle Wikipedia


Im Februar 1981 begann die NATO unter US-Führung mit einer Reihe von Aktionen der psychologischen Kriegsführung: NATO-Flottenverbände kreuzten verstärkt im Nordatlantik, der Ostsee und im Schwarzen Meer. Zusätzlich näherten sich US-Bomber wiederholt dem sowjetischen Luftraum extrem nahe an, um die Bereitschaft der NATO für einen Nuklearschlag zu demonstrieren und die Leistungsfähigkeit der sowjetischen Luftabwehr zu testen.
[2]   […]Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) gab im September 1983 bekannt, dass die Sowjetunion über 39 Stellungen mit 351 einsatzbereiten SS-20-Raketen mit maximal 1053 nuklearen Gefechtsköpfen verfügt, von denen 243 Raketen in den westlichen sowjetischen Militärbezirken Weißrussland, Karpaten und Ural aufgestellt waren. Trotz des Angebotes der Sowjetunion, diese auf die Anzahl der britischen und französischen Systeme, insgesamt 162 Raketen, zu reduzieren, stand die geplante Aufstellung der Pershing-II-Raketen gemäß dem NATO-Doppelbeschluss unmittelbar bevor und erfolgte dann ab Dezember 1983 ausschließlich in der Bundesrepublik Deutschland. (Able Archer 83, Zunehmende Spannungen, Wikipedia) […]
Am 1. September 1983 führte der Abschuss des Korean-Airlines-Flugs 007 durch sowjetische Abfangjäger zu einer weiteren Eskalation der internationalen Lage.Das alljährliche Herbstmanöver der US-Armee REFORGER FTX – Confident Enterprise (Autumn Forge 83) vom 19. bis 30. September 1983 umfasste rund 65.000 Soldaten. Der Übungsraum befand sich in der Region Bad Hersfeld, Vogelsbergkreis, Gießen, Main-Kinzig-Kreis. Wie üblich wurden große Truppenverbände aus den USA eingeflogen.In der Nacht zum 26. September 1983 kam es zu einer Fehlfunktion des sowjetischen Raketenfrühwarnsystems. Fälschlich wurde ein Angriff mit fünf Interkontinentalraketen vom Gebiet der USA aus gemeldet. Das besonnene Handeln des sowjetischen Oberstleutnants Stanislaw Petrow[4] verhinderte einen nuklearen Gegenschlag.[5]Am 22. Oktober 1983 demonstrierten 1,3 Millionen Menschen auf einem bundesweiten Aktionstag gegen den NATO-Doppelbeschluss und für Frieden und Abrüstung im Rahmen des sogenannten Heißen Herbstes. An der Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulmbeteiligen sich 200.000 Menschen; bei der Kundgebung im Bonner Hofgarten waren 500.000 Menschen zugegen.Bei einem Anschlag auf einen US-Stützpunkt in der libanesischen Hauptstadt Beirut wurden am 23. Oktober 1983 241 US-Soldaten und 58 französische Fallschirmjäger getötet. Daraufhin wurden US-Militärstützpunkte rund um den Globus in Alarmbereitschaft versetzt.Am 25. Oktober 1983 begann mit der Operation Urgent Fury die US-Invasion in Grenada(Able Archer 83, Ereignisse im unmittelbaren Vorfeld, Wikipedia) 
Friedensnobelpreis für Stanislaw Petrow! [5:31]

Hochgeladen am 17.05.2010
Am 26. September 1983 stand die Welt am atomaren Abrund.
Oberstleutnant Stanislaw Petrow wurde in dieser Nacht als Vertretung für jemand anderen die Aufgabe zugetragen bei einem Atomraketenangriff der USA sofort einen atomaren Gegenschlag von der UdSSR aus zu starten.
Der Alarm löste aus, doch er entschied sich dagegen den Knopf zu drücken, der einen Atomkrieg ausgelöst hätte.

Jahrelang blieb dieser Vorfall unbekannt und erst nach der Wende wurde dieser Vorfall bekannt.

Doch anstatt diesem Mann den Friedensnobelpreis zu verleihen, hat er bisher gerade einmal einen Preis von 1000 US$ von der Stadt New York verliehen bekommen!
Das ist ein Skandal, dass dieser Mann nicht mehr geehrt wird, zumal er den Friedensnobelpreis wirklich verdient hätte und er in ärmlichen verhältnissen zu wohnen scheint, auf die dieser Filmausschnitt hindeutet.

Wenn ihr auch der Meinung seid, dass Stanislaw Petrow den Friedensnobelpreis verdient hat, dann schickt dieses Video weiter und macht es bekannt!

siehe auch:
- Fundgrube – Helmut Schmidt: Wie gefährlich ist Amerika? (Post, 29.08.2015)
»Für den Frieden der Welt geht von Russland heute viel weniger Gefahr aus als etwa von Amerika.« (Helmut Schmidt)
mein Kommentar:
Ist das alles ein Rumgemache! Ich bekomme immer mehr den Eindruck, daß der Zweite Weltkrieg nie wirklich aufgehört hat.

Tausende Onlineshops auf falsche Namen angemeldet

Nach Recherchen des Radioprogramms NDR Info sind die Daten Tausender Internetnutzer missbraucht worden, um Onlineshops zu eröffnen und damit betrügerisch Kasse zu machen.
Über die Shops werden offenbar gefälschte Produkte bekannter Marken angeboten. Auch Hunderte Deutsche sollen von dem Datenmissbrauch betroffen sein. Laut NDR Info hatten die Opfer zuvor Namen, Adresse und Kreditkartennummer bei Bestellungen in ähnlichen Onlineshops angegeben. Wochen oder Monate später seien mittels dieser Daten neue Domains angemeldet worden, auf denen Plagiate von Turnschuhen, Handtaschen oder Sonnenbrillen großer Markenhersteller angeboten werden.

mehr:
- Medienbericht: Tausende Onlineshops auf falsche Namen angemeldet (Holger Bleich, heise Online, 12.10.2015)

Kurt Tucholsky – Schöner Herbst

Das ist ein sündhaft blauer Tag! 
Die Luft ist klar und kalt und windig, 
weiß Gott: ein Vormittag, so find ich, 
wie man ihn oft erleben mag.

Das ist ein sündhaft blauer Tag! 

Jetzt schlägt das Meer mit voller Welle 
gewiß an eben diese Stelle, 
wo dunnemals der Kurgast lag.

Ich hocke in der großen Stadt: 

und siehe, durchs Mansardenfenster 
bedräuen mich die Luftgespenster … 
Und ich bin müde, satt und matt.

Dumpf stöhnend lieg ich auf dem Bett. 

Am Strand wär es im Herbst viel schöner … 
Ein Stimmungsbild, zwei Fölljetöner 
und eine alte Operett!

Wenn ich nun aber nicht mehr mag! 

Schon kratzt die Feder auf dem Bogen – 
das Geld hat manches schon verbogen … 
Das ist ein sündhaft blauer Tag!

Montag, 12. Oktober 2015

Heute vor 108 Jahren – 12. Oktober 1907: Karl Liebknecht zu Festungshaft verurteilt

Wortgewaltig gegen Militär und Kapitalismus

Der Vater Wilhelm Liebknecht hatte die Frühzeit der deutschen Sozialdemokratie wesentlich geprägt, der Sohn Karl Liebknecht studierte Rechtswissenschaften, trat 1900 der SPD bei und wurde einer der führenden Köpfe des linken Flügels der Partei. Gegen den Militarismus als "Stütze des Kapitalismus und Gefährdung des Völkerfriedens« zog der Pazifist Karl Liebknecht ins Gefecht. Im Februar 1907 erschien seine Schrift »Militarismus und Antimilitarismus«, in der er auch eine Entscheidung des Parlaments über Krieg und Frieden sowie ein Verbot für den Einsatz des Militärs im Innern des Reichs forderte. Damit 
griff Liebknecht die tragenden Säulen des wilhelminischen Kaiserreichs an – und bekam die Folgen rasch zu spüren. 
Portrait des sozialdemokratischen Politikers Karl Liebknecht, um 1910
Im Oktober 1907 musste sich Liebknecht wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« vor Gericht verantworten, am 12. Oktober wurde er für schuldig befunden und zu eineinhalb Jahren Festungshaft verurteilt. Der aufsehenerregende Prozess machte Liebknecht in Reihen der Arbeiter und Linken zum populärsten sozialdemokratischen Politiker. Die Mehrheit seiner Parteigenossen lehnte seinen entschiedenen Antimilitarismus jedoch ab. 

Karl Liebknecht (1871-1919) 
• sozialdemokratischer, später sozialistischer Politiker 
• stimmte als einziger Abgeordneter gegen die Verlängerung der Kriegskredite 
• 1919 in Berlin von Militärs ermordet 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2015 

Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, die deutsche Novemberrevolution und der Verrat der SPD [11:41]
Veröffentlicht am 26.12.2012
Mobiliserungsvideo der Antiimperialistischen Aktion zur Luxemburg-Liebknecht-Demonstration (LL-Demo/LLL-Demo) am 13. Januar 2013 ab 10.00 Uhr.
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Umberto Eco : "Italien ist immer ein rechtes Land gewesen"

Bestseller-Autor Umberto Eco über seinen neuen Roman "Nullnummer", die anhaltende Wirkung Berlusconis und die Macht von Verleumdung und Verschwörungstheorien.
mehr:
- Umberto Eco – "Italien ist immer ein rechtes Land gewesen" (Giovanni di Lorenzo im Interview mit Umberto Eco, ZEIT Online, 08.10.2015)
Ja, es ist das Prinzip der sogenannten Dreckschleuder. Bei vielen Zeitungen gehört sie längst zum Inventar. Zwei beredte Beispiele aus jüngster Zeit sind die Bilder der siebenjährigen Queen Elizabeth, die den Hitlergruß zeigt, mit dem dämlichen Onkel daneben, der auch die kleine Schwester dazu bewegen will, und Angela Merkel, die dem libanesischen Mädchen nicht sagen kann: "Du darfst in Deutschland bleiben." Die Ärmste, was hätte sie denn tun sollen? Man könnte fragen, ob das ein rein italienisches Phänomen ist, aber diese Beispiele sprechen dagegen. […]

Ja. Nehmen Sie diesen Richter, der Berlusconi zu einer Geldzahlung an De Benedetti (Carlo De Benedetti ist ein mit Berlusconi rivalisierender Unternehmer und Investor, dem unter anderem La Repubblica und L’Espresso gehören, Anm. d. Red.) verdonnert hat. Er wurde von irgendeinem rechten Blatt dabei belauert, wie er in seinen amarantroten Socken zwei Stunden rauchend auf einer Parkbank gesessen und die Kippen weggeschnippt hat. Der Mann hat nichts Unrechtes getan, aber es wurde behauptet: Statt seine Robe zu tragen, hockt er wie ein Hippie rauchend auf einer Parkbank, womöglich kifft er sogar. Das ist die Dreckschleuder. […]

Pressekonferenzen sind das Gefährlichste, was man tun kann, es gibt tausend Fragen, man antwortet, so gut man kann, und dann macht jeder daraus, was er will. Die Frage lautete in etwa: Glauben Sie nicht, dass die Sozialen Netzwerke im Internet einen Haufen Schwachsinn verbreiten? Ich sagte, für mich ist die Sache ganz einfach: Bei einer Weltbevölkerung von sieben Milliarden gibt es einen entsprechenden Prozentsatz Schwachköpfe. Das sind nicht unbedingt Spinner, es reicht ein Ahnungsloser, der sich über internationale Politik auslässt, oder jemand, der ohne Sachverstand über die Steuerpolitik herzieht. Früher einmal standen diese Schwachköpfe leicht beschwipst am Tresen und gaben ihren Schwachsinn zum Besten, die anderen lachten darüber, und die Sache war erledigt. Heute tummeln sie sich im Netz. Sie glauben nicht, was für einen Schwachsinnigen-Aufstand meine Antwort ausgelöst hat! […]

Sie können den Menschen noch so sehr auseinandersetzen, wie hirnrissig ihre Verschwörungstheorien sind, die meisten wollen trotzdem daran glauben. Aus dem gleichen Grund pilgern sie in Massen nach Medjugorje im ehemaligen Jugoslawien, weil einer Handvoll Hellsehern alle Nase lang die Madonna erscheint, bis es selbst dem Papst zu bunt wurde und er verlauten ließ, die Muttergottes sei nicht der Typ, der dauernd Postkarten schreibt. […]

Ich wälze die Verantwortung ab. Aus dem gleichen Grund greifen die Menschen, die abends beruhigt einschlafen wollen, zu einem Krimi, weil er eine der großen metaphysischen Fragen befriedigt: Whodunit? – "Wer war’s"? Das betrifft die Bibel ebenso wie den Krimi. In der Bibel ist das Problem hochkomplex, im Krimi ist die Lösung einfach. Die Verschwörung überträgt unsere Schwäche für Whodunit? auf den Alltag – wer hat die Twin Towers zum Einsturz gebracht? – und befriedigt das, was man in Italien den benaltrismo nennt: Glaubst du ernsthaft, so ist es gelaufen? Da steckt ben altro – etwas "ganz anderes" – dahinter! Um es mit Chesterton zu sagen: Wenn die Menschen aufhören, an Gott zu glauben, dann glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche. […] Meiner Ansicht nach war die Welt schon immer voller Verschwörungen. Der Mord an Cäsar war eine Verschwörung, die vermeintliche Vergiftung Napoleons ebenfalls. Für gewöhnlich kommen solche Verschwörungen aber ans Licht, egal, ob sie gelingen oder nicht. Verschwörungen, die im Dunkeln bleiben, sind es, die die kollektive Vorstellung in Wallung bringen.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Syrien: Es darf gebombt werden

Es darf gebombt werde... Warum die USA und die Türkei die syrische Regierung stürzen wollen und die neue Rolle Russlands

Die auch von Deutschland mit Waffen und durch Ausbildung unterstütze kurdische PYD erzielt gegen den IS im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei beachtliche Erfolge. Sollte es den Kurden gelingen, den IS auf syrischer Seite vollständig aus dem Grenzgebiet zu drängen, würde dies zwei kurdische Gebiete entlang der türkischen Grenze miteinander verbinden und die Grenze wäre vollständig unter kurdischer Kontrolle. Dies würde vor allem für die Türkei aber auch für die USA und ihre gegen Assad kämpfenden Verbündeten den Gau bedeuten. Denn über dieses vom IS kontrollierte Grenzgebiet kommen Kämpfer und Waffen für IS und andere islamistische Kampfgruppen wie dem al-Kaida-Ableger al-Nusra von der Türkei nach Syrien, werden in die andere Richtung verwundete islamistische Kämpfer in türkische Krankenhäuser gebracht. Die vollständige Einnahme dieser Gebiete würde die Kurden stärken und ein eigener autonomer Staat käme für sie in greifbare Nähe.

Um dies zu verhindern, fliegen die Türken zunächst unter der Vorgabe, den IS zu bombardieren, Kampfeinsätze gegen die Kurden. Dies bringt nicht den gewünschten Erfolg. Deutschland beschloss sogar, das Patriot-Raketenabwehrsystem von türkischem Boden abzuziehen. In großen Teilen Europas und auch in Deutschland erscheint inzwischen Assad, an dem auch Russland nicht mehr auf alle Ewigkeit festhalten will, wohl aber an einer von den Alawiten gestellten syrischen Regierung, als das kleinere Übel gegenüber den IS-Horden. In dieser Situation scheint die Türkei in Einklang mit den USA und Großbritannien beschlossen zu haben, wieder einmal vehement die Einrichtung einer Sicherheitszone für syrische Flüchtlinge zu fordern. Diese Zone soll nun just auf jenem syrischen Staatsgebiet entstehen, das noch zwischen den beiden Kurdengebieten liegt und von islamistischen Gruppen beherrscht wird. Diese Sicherheitszone, die sich als Flugverbotszone darstellt, könnte anschließend von türkischen Truppen kontrolliert werden. Die Türkei wäre in Syrien auf kurdischem Territorium somit Besatzungsmacht, entgegen allen Vorgaben des Völkerrechts. Doch wäre damit ein sicherer Korridor für Kämpfer und Waffen für den Krieg gegen Syrien geschaffen, das Zusammenwachsen kurdischer Gebiete verhindert.

mehr:
- Krieg und Flucht in Syrien (Angelika Gutsche, Freitag-Community, 08.10.2015)
Doch was sind insgesamt die Ziele der USA? Sie wollen Syrien und Assad, der halt immer noch an der Macht ist, durch einen kräftezehrenden Verschleißkrieg zermürben. Da sogenannte „gemäßigte Islamisten“ eine Fiktion sind und die sogenannte „Freie Syrische Armee“ nicht mehr existiert – entweder haben sich die Kämpfer den islamistischen Gruppierungen angeschlossen oder sind auf Assads Seite zurückgewechselt – unterstützen die USA nun neben den islamistischen al-Nusra-Truppen sogar den IS. (Diese völkerrechtswidrige Unterstützung von Aufständischen im Ausland gegen die reguläre Regierung bezeichnete Noam Chomsky übrigens als von den USA unterstützten Terrorismus.)

Samstag, 10. Oktober 2015

bvvp-Pressemitteilung - Delegiertenversammlung erklärt den Beschluss des Bewertungsausschusses für rechtswidrig

bvvp-Pressemitteilung:

Delegiertenversammlung erklärt den Beschluss des Bewertungsausschusses für rechtswidrig!

Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten fordert nun die Beanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit.

Am 25. und 26. September fand in Saarbrücken die Herbst-Delegiertenversammlung der im Bundesverband der Vertrags-psychotherapeuten zusammengeschlossenen Landesverbände statt. Die Delegierten beschäftigten sich intensiv mit dem kurz zuvor im Erweiterten Bewertungsausschuss gefassten Beschluss zur Feststellung der angemessenen Vergütung genehmigungs-pflichtiger psychotherapeutischer Leistungen ab dem Jahr 2012. 

Als Ergebnis dieser Diskussion wurde folgende Resolution verabschiedet: 

Die Delegierten der Landesverbände des Bundesverbandes der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) begrüßen, dass endlich ein Beschluss des Bewertungsausschusses vorliegt, der insgesamt die Finanzierung der Psychotherapie verbessert. Die Psychotherapeuten wurden über Jahre hingehalten, bis nun schließlich anerkannt wurde, dass die Vergütung vergangener Jahre nicht das Kriterium der Honorargerechtigkeit erfüllte.

Die Mitglieder Delegiertenversammlung des bvvp stellen dazu fest: 

Der aktuelle Beschluss des Bewertungsausschusses verstößt gegen Recht und Gesetz. Den Psychotherapeuten wird zum wiederholten Mal durch unzureichende Regelungen in der Umsetzung der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) die angemessene und verteilungsgerechte Vergütung ihrer psychotherapeutischen Leistungen vorenthalten. Die BSG-Rechtsprechung wurde gezielt mehrfach unterlaufen:

  • Die Erfindung eines Zuschlagsmodells, mit dem lediglich Praxen mit Maximalauslastung, d.h. nur ca. 2% der Psychotherapeuten, überhaupt das rechtlich gebotene Mindesthonorar erreichen können, ist der durchsichtige Versuch, die gefestigte Rechtsprechung des BSG erneut zu Lasten der Psychotherapeuten gezielt umzuinterpretieren. 

  • Die Verpflichtung aus dem Sozialgesetzbuch und der BSG-Rechtsprechung, alle psychotherapeutischen Leistungen zum Mindestpunktwert zu vergüten, wird gebrochen.
  • Praxen mit einem Schwerpunkt auf Abklärung und Diagnostik werden – da bei der Zuschlagsberechtigung nur die genehmigungspflichtigen Leistungen berücksichtigt werden - nachträglich unter Missachtung des Vertrauensschutzes benachteiligt, weil sie ihre Praxistätigkeit im Vertrauen auf den Fortbestand der bisherigen Vergütungsregelungen  ausgerichtet hatten. 
  • Alle Ärzte mit einem geringeren Umfang an Psychotherapie, die wichtige Versorgungsaufgaben ohne genehmigungspflichtige psychotherapeutische Leistungen erbringen, wie Psychiater, Fachärzte für Psychosomatik und Psychotherapie, Haus- und Fachärzte mit Zusatztitel, werden nachträglich massiv benachteiligt.  
  • Praxen für Kinder-und Jugendlichen-Psychotherapie können strukturell nur weniger genehmigungspflichtige Leistungen pro Woche leisten und sind somit durch die Zuschlags-Systematik besonders benachteiligt (mehr Ausfälle durch Krankheiten der Patienten, Schulfreizeiten, andere Pflichttermine der Kinder etc.)
  • Die Überprüfung der Jahre 2010 und 2011 ist bisher nicht geleistet. 

Im bvvp sind Psychotherapeuten mit den Grundberufen Arzt, Psychologe oder Pädagoge zusammen geschlossen, die in allen zugelassenen Verfahren in sehr unterschiedlichen Praxisstrukturen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder die Versorgung sicherstellen. Die neue Regelung schafft Fehlanreize in der Versorgung und Ungerechtigkeiten zwischen unterschiedlichen Praxisstrukturen.

Die Delegierten appellieren daher an das Bundesministerium für Gesundheit als Rechtsaufsicht:

Beanstanden Sie die Fehlinterpretation der BSG-Rechtsprechung zur normativen Kalkulation der Praxiskosten!

Schützen Sie die Psychotherapeuten vor willkürlichen rückwirkenden Veränderungen der Datenbasis und Berechnungssystematik zur Ermittlung des Mindesthonorars der psychotherapeutischen Leistungen!


Berlin, den 27.09.15

bvvp e.V. Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten
Bundesgeschäftsstelle
Württembergische Straße 31, 10707 Berlin
Telefon: 030 88725954 
Fax: 030 88725953 
eMail: bvvp@bvvp.de

Vor 45 Jahren – Oktober 1970: Oktoberkrise in Kanada

»Es lebe das freie Quebec« 

Es begann mit Graffitis, die 1962 vielerorts in Quebec, an öffentlichen Gebäuden, auf Mauern und Straßenschildern zu lesen waren. Meist forderten sie mit den Worten "vive Ie Quebec libre« die Unabhängigkeit der gleichnamigen französischsprachigen Provinz Kanadas. Viele französischstämmige Bürger des Landes fühlten sich seinerzeit von der englischsprachigen Mehrheit bevormundet und hegten separatistische Ambitionen. 
Anhänger der separatistischen »Front de libération du Quebec« in der Montreal Arena
Im weiteren Verlauf der 1960er-Jahre formierte sich um einen Kern von etwa 30 Aktivisten die »Front de liberation du Quebec« (FLQ), die schon bald in ihrem Kampf für ein von Kanada unabhängiges und marxistisches Quebec gewalttätig wurde. Die »Befreiungsfront« überfiel Banken, verübte Sprengstoffanschläge, entführte Politiker und war für den Tod von mindestens fünf Menschen verantwortlich. Im Oktober 1970 kulminierten die Ereignisse in der Entführung und Ermordung des Vizepremiers der Provinz Quebec. Die kanadische Regierung verhängte daraufhin den Ausnahmezustand über die Provinz, und die Armee übernahm die Kontrolle. Bis Ende des Jahres waren die meisten Aktivisten und Terroristen verhaftet, einige erhielten freies Geleit nach Kuba. 

Was am 10. Oktober noch geschah: 

1971: Bei der Nationalratswahl in Österreich erringt die Sozialdemokratische Partei erstmals die absolute Mehrheit. 

Harenberg - Abenteuer Geschichte 2015 

Mit Offenen Karten: Quebec wird 400 [10:17]

Veröffentlicht am 08.05.2014
Mit Offenen Karten: Sendung über die Privinz Québec in Kanada.

de Gaulle Vive Le Québec Libre IMAGES en COULEURS INÉDITES [16:55]
Veröffentlicht am 13.01.2015
Charles de Gaulle, le général de Gaulle, Vive le Québec libre, des images en couleurs inédites
discours du 24 juillet 1967 au balcon de l'hôtel de ville de Montréal
Le premier ministre du Québec Daniel Johnson
Le maire de Montréal Jean Drapeau


Heute vor 43 Jahren – 10. Oktober 1972: Joseph Beuys wird fristlos entlassen

Joseph Beuys, Künstler und Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie, wird fristlos entlassen. Beuys hatte mit 60 Studenten das Universitätssekretariat besetzt, um die Immatrikulation zuvor abgelehnter Studenten zu erwirken. Beuys verließ am 11. Oktober unter Polizeibegleitung das Sekretariat. Er legte Widerspruch gegen seine Kündigung ein und lehrte weiter. Seine Studenten veranstalteten zu seiner Unterstützung Hungerstreiks und Protestzüge durch die Düsseldorfer Altstadt. 1978 wurde der Rechtsstreit bezüglich der Professur an der Kunstakademie Düsseldorf abgeschlossen, und die fristlose Kündigung wurde für rechtswidrig erklärt.
siehe auch:
- Beuys, Joseph (KunstimUnterricht)
- Joseph Beuys "Na, mein alter Kapitalist" (Antje Lorscheider, Tagesspiegel, 29.09.2007)
- Joseph Beuys (Kunstschloß Wrodow, mit einem Schreiben von Johannes Rau)

Joseph Beuys - Jeder Mensch ist ein Künstler (Portrait) [54:52]
Hochgeladen am 22.05.2011
"Make the secrets productive" - Annäherung an sein Werk. Interviews u.a. mit Beuys, Heinrich Böll, Charles Wilp, Willi Bongart und Götz Adriani (Werner Krüger 1979).
Siehe auch die verbundene Google+ Seite mit weiteren Hinweisen, Links, Videos und Aktuellem zu Joseph Beuys hier: https://plus.google.com/u/0/b/1150075...

Joseph Beuys - wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt 1/2 [14:59]

Veröffentlicht am 25.07.2012
"Ich versuche, die Komplexität der schöpferischen Bereiche ans Licht zu bringen." J.B. - Filmaufnahmen, Zitate und Ausssagen (aus dem "Club 2") von Joseph Beuys zu der Aktion aus dem Jahr 1965. (New: ENGLISH SUBS!) Beuys spricht anhand der Aktion über seinen erweiterten Kunstbegriff und die Intentionen, die hinter dieser Arbeit stehen (anlässlich seines Besuchs im "Club 2" am 27.01.1983. Weitere Gäste u.a.: der österreichische Komponist György Ligeti sowie der Kunst- und Medientheoretiker Peter Weibel. Gesprächsleitung: Adolf Holl).

"Zu Beginn der Aktion in der Galerie Schmela in Düsseldorf versperrte Beuys die Tür von innen und ließ die Besucher draußen. Sie konnten nur durch Fenster den Vorgang beobachten. Seinen Kopf vollständig mit Blattgold, Goldstaub und Honig bedeckt, begann er, dem toten Hasen die Bilder zu erklären: Mit dem Tier auf dem Arm, und offenbar im Zwiegespräch mit ihm, ging er durch die Ausstellung, von Objekt zu Objekt. Erst nach drei Stunden wurde das Publikum in die Räume gelassen. Beuys saß dabei, den Hasen auf dem Arm, mit dem Rücken zum Publikum auf einem Hocker im Eingangsbereich.

Die Aktion gilt als Höhepunkt von Joseph Beuys' Entwicklung eines erweiterten Kunstbegriffs, die ihren Ausgang bereits in seinen Zeichnungen der 50er Jahre nahm. Distanziert und ironisch zelebriert er das Ritual des „Kunst-Erklärens" durch seine de facto (für das Publikum) schweigende Aktion.

Charakteristisch für Beuys war in dieser Aktion auch die Beziehung zwischen Denken, Sprechen und Gestalten: In seiner letzten Rede Sprechen über Deutschland (1985) betonte er, eigentlich ein Mensch des Wortes zu sein. An anderer Stelle sagt er: „Wenn ich spreche (...), versuche ich die Impulse dieser Kraft einzuführen, die aus einem volleren Sprachbegriff fließen, welcher der geistige Begriff der Entwicklung ist." (zitiert aus dem Buch von Martin Müller, s.u.). Diese Einbeziehung von Sprache und Reden in die bildnerischen Werke kommt in "Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt" deutlich zum Ausdruck.

Der Hase ist ein Tier mit jahrhundertealter, umfassender Symbolbedeutung in allen Religionen: In der griechischen Mythologie der Liebesgöttin Aphrodite zugehörig, bei den Römern und Germanen Symbol der Fruchtbarkeit, christliches Symbol für Auferstehung. Er wird bei Beuys zu einem vielschichtigen und Interpretationsspielräume öffnenden Bestandteil der Performance. Indem Beuys mit dem toten Hasen die eigentliche lebendige Symbolbedeutung konterkariert, kann dieser beispielsweise als Symbol für Wiedergeburt aufgefasst werden. Diese Interpretation wird auch unterstützt durch die „Maske", die Beuys während seiner Performance trägt: Gold als altes Symbol für Reinheit, Weisheit und die Kraft der Sonne, Honig als germanisches oder indisches Mittel für Regeneration und Wiederbelebung.

Dazu Beuys: „Für mich ist der Hase das Symbol für die Inkarnation, Denn der Hase macht das ganz real, was der Mensch nur in Gedanken kann. Er gräbt sich ein, er gräbt sich einen Bau. Er inkarniert sich in die Erde, und das allein ist wichtig. So kommt er bei mir vor. Mit Honig auf dem Kopf tue ich natürlich etwas, was mit denken zu tun hat. Die menschliche Fähigkeit ist, nicht Honig abzugeben, sondern zu denken, Ideen abzugeben. Dadurch wird der Todescharakter des Gedankens wieder lebendig gemacht. Denn Honig ist zweifellos eine lebendige Substanz. Der menschliche Gedanke kann auch lebendig sein. Er kann aber auch intellektualisierend tödlich sein, auch tot bleiben, sich todbringend äußern etwa im politischen Bereich oder der Pädagogik."

Ebenso kann die Beziehung Mensch -- Hase betrachtet werden: „So vermute ich, dass eher der tote Hase die Bedeutung der Kunst begreift, als der sogenannte gesunde Menschenverstand. Der menschliche Betrachter zeigt sich ohne jedes Verständnis, da er schon immer alles verstanden hat, noch bevor er überhaupt richtig hingeschaut hat, d.h. im Wettlauf mit dem Hasen gefällt er sich in der Rolle des Igels." (Marcel Chromik).

Mit dem Dadaismus hatten die Aktionen der Fluxusbewegung die Vergänglichkeit und Zufälligkeit gemein, neu war die Einbeziehung von alltäglichen Handlungen, der Person des Künstlers oder des Künstlerkollektivs in das Kunstwerk als solches.

Die Performance gilt als Schlüsselwerk, und wurde später von Marina Abramović im Solomon R. Guggenheim Museum, New York 2005 noch einmal nachgestellt, um auf ihre Aktualität auch für die Zeitgenössische Kunst aufmerksam zu machen. Christoph Schlingensief, der sich über viele Jahre intensiv mit Joseph Beuys auseinandersetzte, integrierte diese Performance in stark abgewandelter Form in seine Theaterstücke Atta Atta (2003) und Attabambi-Pornoland (2004)." (Quelle: Wikipedia)

Teil 2: http://www.youtube.com/watch?v=oBNZUj...

Ganzes Gespräch im "Club 2" (Länge: 2h32) hier: http://www.youtube.com/watch?v=J6pS7H...

- Kunst – Magier im Märchenschloß (SPON, 29.07.1996)
Auch der Versuch Giesekes und Markerts, eine zentrale Beuys-Legende zu killen, geht ins Leere: die Story vom schwerverletzten Stukaflieger, der 1944 nach einem Absturz auf der Krim von tatarischen Nomaden gesundgepflegt worden sei. So hat es Beuys in leicht variierenden Fassungen oft erzählt. Laut Wehrmachtsunterlagen indes kann er höchstens 24 Stunden in der Obhut der Tataren gewesen sein.

Nur hat auch schon bisher nicht jeder dieses Protokoll eines Lebenstraumas unbedingt für bare Münze genommen. Es könnte sich um eine bedeutungsvollpoetische Stilisierung handeln oder, wie Eva Beuys vermutet, um die Ausgeburt von Fieberträumen in langer Bewußtlosigkeit. Die Brüder van der Grinten allerdings, die in ihrer Sammlung auch einen 1943 von Beuys gezeichneten Tatarenkopf verwahren, glauben eher, der Lazarett-Buchführer habe gemogelt, weil Verwundetenpflege im Tatarenzelt nicht erlaubt war. Möglicherweise waren sie die ersten, die, bei der Feldarbeit 1957, den raunenden Bericht vernahmen.
- Wo Beuys den Filz fand – Stoff aus Schweigen (Julia Voss, FAZ-Feuilleton, 28.12.2009)
Dalai Lama & Art (Louwrien Wijers, Info-Buddhism, 17.09.2013)