Sonntag, 13. Januar 2013

Heute vor 2040 Jahren – 13. Januar 27. v. Chr.: Beginn des römischen Kaisertums

Augustus bringt Rom Frieden und Wohlstand 

 Am 13. Januar 27 v. Chr. übernahm Augustus (63 v. Chr. -14 n. Chr.) als »princeps civium«, als Erster Bürger, die höchste Gewalt im römischen Staat. Das ältere römische Kaisertum wird daher auch als Prinzipat bezeichnet. In der Frage, wie die neue Herrschaftsform auszugestalten sei, war der Wille Augustus' maßgebend. Im Wissen, dass das Weltreich nicht absolutistisch zu regieren war, schonte er bei der Neuordnung des Staats ganz bewusst überkommene Einrichtungen der Republik. Dennoch übernahm er im Gegensatz zur Republik, in der ein Mann nur je ein Amt für nur je ein Jahr bekleiden durfte, auf Dauer mehrere wichtige Ämter und Vollmachten. Augustus besaß die oberste militärische Gewalt im Reich, die Heere in den Provinzen kämpften in seinem Auftrag und unter von ihm eingesetzten Feldherren. Er konnte Volksversammlungen berufen und Gesetze beschließen lassen. 
Portrait des jungen Kaisers Augustus, Schmuckstein aus dem 1. Jh.
Nach der Leidenszeit der Bürgerkriege stellte sich mit der »Pax Augusta«, dem »Kaiserfrieden«, für Italien und die Provinzen eine lang anhaltende Zeit des inneren Friedens und der wirtschaftlichen Blüte ein. Unter Augustus' Nachfolgern wandelte sich das Kaisertum Schritt für Schritt hin zu einer absoluten Monarchie. 

 Was am 13. Januar noch geschah: 
 1750: Spanien und Portugal definieren im Vertrag von Madrid die Grenzen ihrer Besitzungen in Südamerika. 
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

Fraktale





Freitag, 11. Januar 2013

Heute vor 90 Jahren – 11. Januar 1923: Frankreich besetzt das Ruhrgebiet

Kampf um Stahl und Kohle 

 Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 hatte der Versailler Vertrag das Deutsche Reich und seine Verbündeten als Urheber des Kriegs für die entstandenen Schäden verantwortlich gemacht und zu Reparationen verpflichtet. Für den Fall, dass Deutschland den Wiedergutmachungsleistungen nicht nachkam, sah der Vertrag Sanktionen vor. Ende 1922 lehnte die französische Regierung den deutschen Wunsch nach Aufschub von Zahlungen ab. Sollten diese ausbleiben, kündigte sie die Besetzung des Industriegebiets an der Ruhr an. 


Französische Kavallerie zieht in Essen ein, Januar 1923
 Am 11. Januar 1923 wares so weit: 60.000 französische und belgische Soldaten marschierten ins Ruhrgebiet ein. Sie besetzten eine Zone, die vom Rhein bis östlich von Dortmund reichte, im Süden Ruhr und Wupper, im Norden in etwa die Lippe als Grenze hatte. Bergwerke und Hüttenbetriebe wurden in Besitz genommen, um die begehrten Güter Kohle und Stahl für die französische Wirtschaft zu sichern. Die Bevölkerung an der Ruhr antwortete mit passivem Widerstand und Sabotageakten (»Ruhrkampf«), die Reichsregierung in Berlin forderte zur Arbeitsverweigerung auf. Erst nachdem das Deutsche Reich Ende 1923 den Ruhrkampf aus wirtschaftlichen Gründen beendet hatte und über den Dawes-Plan 1924 eine Einigung mit den Supermächten erzielt worden war, wurde das Ruhrgebiet bis August 1925 geräumt. 
 Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 













Sonderzeichen auf der Mac OS X-Tastatur

Ich hab’ schon mal was zu Tastaturkürzeln bei Mac OS X gepostet.

Hier eine Abkürzung für Leute, die häufiger sogenannte diakritische Zeichen verwenden:

Für á, é, í, ó, ú: 
» ´ « [genannt »Akut«]
[direkt links von der Rückschritt-Taste, unten im Bild Nr. 12] 
drücken, und 
dann gleich den entsprechenden Vokal

Für à, è, ì, ò, ù: 
» ` « [genannt »Gravis«]
[direkt links von der Rückschritt-Taste, unten im Bild Nr. 12, also die gleiche Taste wie eben, aber jetzt bei gehaltener Shift/Umschalt-Taste] 
drücken, und 
dann gleich den entsprechenden Vokal

Für ä, ë, ï, ö, ü: 
» ¨ « [genannt »Umlaut«]
[Option/Wahltaste + u] 
drücken, und 
dann gleich den entsprechenden Vokal
 
Für ã, ñ, õ: 
» ~ « [genannt »Tilde«]
[Option/Wahltaste + n] 
drücken, und 
dann gleich den entsprechenden Buchstaben

Für â, ê, î, ô, û: 
» ^ « [genannt »Zirkumflex«]
[^-Taste – direkt unter der Escape-Taste, unten im Bild unter der Taste Nr. 3] 
drücken, und 
dann gleich den entsprechenden Buchstaben

Beachte:
Seit Lion ist es möglich, durch verlängertes Drücken des gewünschten Vokals auf der Tastatur eine Auswahlbox mit verschiedenen Varianten zu erhalten.
(so kriege ich auch endlich einen Buchstaben mit Makron [Oberstrich] hin: z. B. ō, ā)
















älter:



















zuletzt aktualisiert:
26.07.2014

Die EU muß erweitert werden!

Nachdem wir Griechenland, das Mutterland der europäischen Demokratie (wahlberechtigt waren im antiken Athen etwa 20-25% der Bevölkerung) so problemlos integriert haben, könnten wir uns als nächstes mit der Türkei versuchen:





Downgrade zurück zu iTunes 10 und Fehlermeldung -42408

Allmählich entwickle ich mich zum Computer-Gegner.
Im Somer hat mir ein Java-Update mal kurz die Rosetta-Ebene geklaut, und jetzt kommt dieses neue iTunes…
iTunes 11 ist doof.
Entsprechende Kommentare finden sich zuhauf.
Das Downgrade und die Reinstallation einer älteren iTunes-Version hat seine Tücken: danach kommt – unvermeidlich – die Fehlermeldung »-42408«, oft auch die Meldung, daß das iPhone nicht mehr gelesen werden kann.

Nach sauberem Löschen des ungewünschten neuen iTunes (z.B. mit AppCleaner), dem Retten der auf dem Computer vorhandenen Musik (immer wieder zu empfehlen: Spiegel-Festplatte mit Carbon Copy Cloner) hier noch das Pünktchen auf dem i (gefunden bei karthikk.net; Kommentar in einem User-Thread: »Saved my day.« – Yes, meinen auch):



  • 1. Open Terminal
  • 2. Type killall iTunesHelper 
  • 3. This error occurs when a restore does not happen correctly. So let’s now revert back and restore the following files back to the iTunes:
    1. 1. Access this folder: /System/Library/PrivateFrameworks/ and restore the following files:
    1. 2. AirTrafficHost.framework, CoreFP.framework, DeviceLink.framework, iTunesAccess.framework, MobileDevice.framework
  • 4. Now, Reboot the Mac and you should be having the same old experience that you had with iTunes 10.7 on the iTunes App Store.


  • Read more: http://www.karthikk.net/2012/12/how-to-fix-itunes-11-error-code-42408-itunes-11-tutorial/#ixzz2HeILXvYn




    Vorsicht:
    An den Frameworks rumzubasteln ist gefährlich! 
    Ich weiß nicht, ob obengenannte Ratschläge auf allen Macs funktionieren!
    Ich übernehme natürlich keinerlei Haftung!


    Adlige Revolutionäre proben den Umsturz 

     Die Dekabristen - nach dem russischen »dekabr« für »Dezember« - waren Offiziere der russischen Armee, die mit einem Aufstand im Dezember 1825 den Versuch unternahmen, die staatlichen Verhältnisse nach dem Vorbild westlicher Verfassungen zu reformieren. Die »Dezembermänner« hatten zu diesem Zweck geheime Gesellschaften mit einem südlichen Zentrum in Kiew und einem nördlichen in St. Petersburg gegründet. Sie bildeten die erste revolutionäre Bewegung gegen das zaristische Regime; das Spektrum ihrer politischen Ideale reichte von der Errichtung einer konstitutionellen Monarchie bis hin zur Abschaffung des Zarentums in einer Republik.

    Militäreinsatz gegen die Dekabristen, Gemälde von Georg Timm, 1853
     Als Zar Alexander I. (1801-25) am 1. Dezember 1825 starb, wählten die Dekabristen die Zeit des Thronwechsels für ihren Putschversuch. Sie bezeichneten den Thronfolger Nikolaus I. (1825-55) als Usurpator und verweigerten am 26. Dezember 1825 in St. Petersburg den Eid auf den neuen Zaren. Nach einem kurzen Gefecht mit regierungstreuen Truppen war der Aufstand aber bereits niedergeworfen. Fünf ihrer Anführer wurden öffentlich gehängt, viele Offiziere degradiert und Hunderte zur Zwangsarbeit nach Sibirien verbannt.

     Was am 26. Dezember noch geschah: 
     1991: Das Parlament der Sowjetunion beschließt offiziell die Auflösung des Staats.
     Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012 

    Dienstag, 8. Januar 2013

    Geschichtsfrage

    Welches Verkehrsmittel 
    wurde in den 1950er-Jahren als 
    »Schneewittchensarg« bezeichnet?


    ■ Isetta von BMW

    ■ Goggomobil
    ■ Messerschmidt-Kabinenroller
    Auflösung

    Heute vor 50 Jahren – 8. Januar 1963: Das Bundesurlaubsgesetz wird verkündet

    BUrlG entzückt die arbeitende Bevölkerung 

     »Jeder Arbeitnehmer hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Der Urlaub beträgt jährlich mindestens 24 Werktage. Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.« So lauten die wichtigsten Bestimmungen des Bundesurlaubsgesetzes, das heute vor 50 Jahren, am 8. Januar 1963, verkündet wurde. Da samstags in der Regel noch gearbeitet wurde, brauchte der Arbeitnehmer also sechs Tage Urlaub, um bei Lohnfortzahlung eine Woche frei zu haben. Da der Gesetzgeber darauf drang, dass der Jahresurlaub zusammenhängend genommen und auch gewährt wurde, konnte sich der brave Bürger fortan über einen ganzen Monat Müßiggang und Regeneration freuen. 
    Auto deutscher Urlauber am Gardasee, 1963
     Das scheint recht bescheiden im Vergleich zu heutigen Urlaubsansprüchen. Für die meisten Zeitgenossen war es aber ein großer Fortschritt, denn erst seit der Weimarer Republik gab es gesetzlichen Anspruch auf ein paar Tage Urlaub und noch 1954 betrug der durchschnittliche Jahresurlaub nur zwölf Tage. Die Bundesbürger wussten die neuen Regelungen zu schätzen, gab vielen doch der materielle Aufschwung des »Wirtschaftswunders« auch die Mittel an die Hand, zu verreisen. 

     Was am 8. Januar noch geschah: 
     1959: Charles de Gaulle wird in Frankreich Präsident der Fünften Republik
     Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 



    Siehe auch den Militärputsch in Algier, die Opération Résurrection sowie die Vorgeschichte zur Fünften Republik!
    … und hier noch ein Schmankerl:





    Montag, 7. Januar 2013

    Zitat

    Man kann mit einer Wohnung 
    einen Menschen genauso töten 
    wie mit einer Axt. 

     Heinrich Zille

    Der »Raffael der Hinterhöfe« 

     Heinrich Zille wusste, was es heißt, arm zu sein und in schäbigsten Verhältnissen zu leben. Am 10. Januar 1858 wurde er in Radeburg bei Dresden als Sohn eines Uhrmachers und einer Bergmannstochter geboren. Neun Jahre nach seiner Geburt zog die Familie nach Berlin, wo sie fünf Jahre lang in einer Kellerwohnung hauste und der Junge das Elend der Berliner Unterschichten in Mietskasernen und kruden Hinterhöfen kennenlernte. 


    Selbstportrait (1922, aus Wikipedia)
     Seit 1875 verdiente »Pinselheinrich« sein Geld mit seiner großen Leidenschaft, dem Zeichnen: Er arbeitete zunächst für Modefirmen und die Werbung, fand bald auch Gefallen am Fotografieren und kam über viele Umwege schließlich zu großen Zeitschriften wie dem satirischen »Simplicissimus«. Zilles künstlerische Vorliebe lag in Szenen des »Milljöhs«. Er streifte durch die Arbeiterviertel Berlins und hielt fest, was er sah – darunter vieles, was der »guten Gesellschaft« als ekelhaft galt. »Gossenmaler« und »Abortzeichner« betitelte sie ihn, seine Bilder waren für sie lediglich »Rinnsteinkunst«. Künstlerkollegen hingegen wussten seine Arbeit zu schätzen. Käthe Kollwitz fand die schönsten Worte: »Er ist restlos Künstler. Ein paar Linien, ein paar Striche, ein wenig Farbe mitunter – und es sind Meisterwerke.« 
     Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 




    Sonntag, 6. Januar 2013

    Geschichtsfrage

    Wofür waren die Auguren im antiken Rom verantwortlich? 

    Sie erkundeten den Willen der Götter 
     Sie hielten die öffentliche Ordnung aufrecht 
     Sie sorgten für das Wohl der Senatoren

    Samstag, 5. Januar 2013

    Heute vor 80 Jahren – 5. Januar 1933: Der Bau der Golden Gate Brücke beginnt

    Das Wahrzeichen San Franciscos 

     Heute vor 80 Jahren, am 5. Januar 1933, begannen in San Francisco die Bauarbeiten für eine der berühmtesten und schönsten Brücken der Welt. Viele Experten hegten Zweifel, ob es dem Ingenieur Joseph Strauss tatsächlich gelingen würde, das bautechnisch äußerst gewagte Unterfangen, die Errichtung der längsten Hängebrücke der Welt, zu einem glücklichen Ende zu führen. Denn es musste eine Reihe von Risiken und Schwierigkeiten überwunden werden.

    Arbeiter auf der in Bau befindlichen Golden Gate Bridge
    in San Francisco, Kalifornien, 1934

     Die 1,5 km breite Meerenge an der Einfahrt zur Bucht von San Francisco ist bis zu 97 m tief und wegen ihrer starken Gezeitenströme bekannt und gefürchtet. Nur während des Gezeitenwechsels konnte jeweils eine Stunde lang an den Fundamenten für die Pfeiler gearbeitet werden. An der Brücke selbst, die etwa 70 m über dem Wasser schwebt, waren strenge Sicherheitsmaßnahmen wie ein über die gesamte Länge gespanntes Netz notwendig – 19 Arbeiter verdankten ihm ihr Leben. Stahldrähte mit einer Gesamtlänge von 129.000 km wurden verbaut. Im Mai 1937 war das schöne und nützliche Bauwerk in seinem charakteristischen, rötlich-orangefarbenen Anstrich vollendet. Heute passieren etwa 150.000 Autos täglich die sechs Fahrspuren der Golden Gate Bridge.

     Was am 5. Januar noch geschah: 
     1769: Der schottische Erfinder James Watt erhält ein Patent auf eine Dampfmaschine.
     Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

    Freitag, 4. Januar 2013

    3000 v. Chr.: Uruk – die erste Stadt der Welt

    Das »Venedig des Orients«

     Rund 300 km südlich von Bagdad, wo heute Ruinen, Schutthügel und öder Boden die Landschaft prägen, lag einst ein blühendes städtisches Zentrum: Uruk. Wie alte Quellen berichten und neue archäologische Forschungen bestätigen, durchzog ein Arm des Euphrat die Stadt. Bewässerungskanäle und Wasserstraßen wurden angelegt und machten die Handelsmetropole zu einer grünen Oase. 


    Sumerische Ruinen in Uruk


    Uruk auf der Karte des Irak [Quelle: Wikipedia]
     Die antike Stadt in Südmesopotamien entwickelte sich aus kleinen Siedlungen des späten 5. vorchristlichen Jahrtausends. Um 3000 v. Chr. hatte Uruk 30.000 bis 50.000 Einwohner. Eine Stadtmauer umschloss ihr über 5 km2 großes Terrain. Alte Dichtungen preisen ihre effiziente Verwaltung und ihre Architektur, im Herzen der Stadt erhob sich der Tempel der Ischtar, Göttin der Liebe. Es entstand eine erste Schriftform, Bauern versorgten die Stadt mit Lebensmitteln, Handwerker stellten die Dinge des alltäglichen Lebens her und Künstler schmückten das Stadtbild mit Steinskulpturen. Bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. blieb der Stadtkern bewohnt. 

     Gilgamesch 
     legendärer König von Uruk 
      soll zwischen 2750 und 2600 v. Chr. geherrscht haben 
      ließ angeblich die Stadtmauer errichten 
      von seinen Heldentaten berichtet das berühmte Gilgamesch-Epos
     Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

    Geschichtsfrage


    Wer konstruierte den ersten luftgefüllten Reifen? 

    John Dunlop 
     Charles Goodyear 
     Giovanni Battista Pirelli 

    Donnerstag, 3. Januar 2013

    Sind uns die Götter wohlgesonnen ? 

     Diese Frage stellten sich in früh- und vorgeschichtlicher Zeit sowie vorchristlicher Antike nicht zuletzt auch ämter- und staatstragende Menschen, wenn es galt, eine wichtige Entscheidung zu treffen, einen Krieg zu führen oder ein größeres Unternehmen anzugehen. Doch wie konnte sie beantwortet werden? Durch »Vogelschau«: durch die Beobachtung von Vögeln, ihres Fluges, ihres Fressens, ihres Geschreis, ihres ganzen Verhaltens innerhalb eines fest umgrenzten Gebiets. In Rom war dies die Aufgabe der Auguren. Diese Priester wurden in republikanischer Zeit durch das Kollegium selbst hinzugewählt, in der Kaiserzeit dann auch vom Herrscher ernannt. 

     Die Lehre, dass man aufgrund der Vogelbeobachtung Rückschlüsse auf den Willen der Götter ziehen und somit prophezeien könne, ist schon für Babylonien bekundet. Über Griechen und Etrusker gelangte sie später nach Italien. Das Zeichen der Auguren war ein Krummstab, ihre Rolle in der Gesellschaft bedeutend, konnten sie doch angesichts ihrer Deutungshoheit der Zeichen wichtige Unternehmungen hinauszögern oder beschleunigen. Die gebildete Oberschicht allerdings nahm die Auguren und ihre vermeintliche Wissenschaft nicht allzu ernst. 
     Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

    Vor 60 Jahren – Januar 1953: Im Regensburger Messerschmidt-Werk beginnt die Produktion des KR 175

    Kabinenroller - nichts ist unmöglich 

     Drei Räder, zwei vorn, eins hinten, zwei hintereinander angeordnete Sitze und darüber eine Haube aus Plexiglas. 10 PS, die eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h ermöglicht haben sollen und eine Art Motorradlenker mit Drehgasgriff: Der Messerschmitt-Kabinenroller war nicht gerade der Stolz der deutschen Autoindustrie, aber mit einem Preis von 1200 DM erschwinglich. Allein 1955 wurden 21 000 Stück des transparenten Flitzers aus dem Messerschmitt-Werk in Regensburg verkauft. Dabei war schon das Einsteigen ein Abenteuer. Die Bedienungsanleitung empfahl folgende Prozedur: Haube nach rechts überkippen, Sitz schwenken, Lenkung leicht nach rechts einschlagen, rechten Fuß in Fahrzeugmitte setzen, Platz nehmen, linken Fuß nachziehen, mit beiden Armen an den Seiten abstützen und den Sitz nach vorn schwenken lassen. 


    Messerschmidt tg500
     Saß man dann endlich wie »Mensch in Aspik« im »Schneewittchensarg«, war die Freiheit schier grenzenlos und man hatte die Kleinstwagenkonkurrenz auf der Straße stets gut im Blick, die »Knutschkugel« BMW-Isetta etwa oder auch die »Nuckelpinne« Goggo. 
     Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012 

    Mittwoch, 2. Januar 2013

    Vor ca. 300 Jahren – um 1720: Piratinnen-Duo macht die Karibik unsicher

    Mutige Piratinnen in Männerkleidern 

     Anne Bonney stammte aus Irland, Mary Read aus England. 1716 trafen sie zufällig aufeinander, an Bord eines Piratenschiffs in der Karibik: Anne gehörte zur Freibeuter-Crew des berüchtigten Jack Rackam, die das Schiff der holländischen Sklavenhändler aufgebracht hatte, auf dem Mary unterwegs war. Zunächst hatten die bei den jungen Damen vor allem eins gemeinsam: Sie waren wie Männer gekleidet und wurden auch als solche angesehen, denn als Frauen hätten sie gar nicht an Bord sein dürfen. Anne erkannte bald das wahre Geschlecht der neuen Gefährtin, die beiden freundeten sich an und wurden als unerschrockene Piratinnen berühmt. 


    Darstellung der Piratinnen Anne Bonney und Mary Read
    1720 wurde ihr Schiff von einem Piratenjäger angegriffen. Die angetrunkene Mannschaft soll sich feige unter Deck verkrochen haben, nur die beiden Damen verteidigten sich noch. Es nutzte nichts: Alle wurden festgesetzt und zum Tode verurteilt. Anne und Mary waren schwanger, ihr Urteil wurde bis nach der Geburt ausgesetzt. Als Anne ihren Liebhaber Rackam in der Todeszelle besuchte, hatte sie nicht viel Mitleid: »Wenn du gekämpft hättest wie ein Mann, brauchtest du jetzt nicht zu sterben wie ein Hund.« 

    Berühmte Piraten 
    Klaus Störtebeker (um 1360-1401) 
     Francis Drake (1540-1596) 
     Henry Morgan (1635-1688) 
     Blackbeard (um 1680-1718)
     Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2012 

    Heute vor 108 Jahren – 2. Januar 1905: Russen räumen den Flottenstützpunkt Port Arthur

    Imperialistisches Ringen mit Überraschungssieger 

     Im Februar 1904 begann der Russisch-japanische Krieg, der sich an Interessengegensätzen in Korea und der Mandschurei entzündete und Teil des imperialistischen Ringens um die Vorherrschaft in Ostasien war: Vor Port Arthur [ehemalige koloniale Bezeichnung des Stadtbezirks Lüshunkou der chinesischen Hafenstadt Dalian, aus Wikipedia], einem russischen Flottenstützpunkt an der Spitze der Halbinsel Liaodong im Gelben Meer, griffen japanische Torpedoboote ohne Kriegserklärung die dort stationierten Schiffe der russischen Flotte an und brachten ihr eine empfindliche Niederlage bei. 

    Japaner feiern die Einnahme von Port Arthur, Tokio, Januar 1905

     Russland hatte das strategisch günstig liegende Port Arthur von China gepachtet, um es – neben Wladiwostok – zu einem zweiten Stützpunkt russischer Interessen in der Region auszubauen. Nach dem Überraschungsangriff belagerte die japanische Flotte den Stützpunkt. Die russischen Schiffe starteten ohne Erfolg Ausbruchsversuche, während im hügeligen Umland von Port Arthur ein Stellungskrieg tobte. Am 2. Januar 1905 musste das russische Kommando in Port Arthur kapitulieren und den Stützpunkt räumen. Der erste große Krieg des 20. Jahrhunderts endete im September 1905 mit einem Sieg Japans über das riesige russische Reich. 

     Frieden von Portsmouth (USA) 
     beendete den Russisch-Japanischen Krieg 
     sicherte Japan die Vormachtstellung in Korea und der Mandschurei 
     Russland musste Port Arthur und Süd-Sachalin an Japan abtreten
     Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013 

    Geschichtsfrage

    Was ist als »Weihnachtsfrieden« bekannt geworden? 

    ein mittelalterlicher Brauch, am Weihnachtstag kriegerische Handlungen auszusetzen 

     ein spontaner Waffenstillstand im Ersten Weltkrieg zu Weihnachten 1914 
     ein zwischen England und Frankreich am Weihnachtstag 1467 geschlossener Friede

    Dienstag, 1. Januar 2013

    Heute vor 150 Jahren – 1. Januar 1863: Geburtstag von Pierre de Coubertin

    Die Geburt der Olympischen Spiele der Neuzeit

     1501 Jahre nach den letzten Olympischen Spielen der Antike im Jahr 393 beschloss ein internationaler Sportkongress in Paris 1894 die Wiederaufnahme der Spiele. Mentor und treibende Kraft dieser Renaissance des sportlichen Vergleichs war Pierre de Coubertin, der auch dem bald geschaffenen Internationalen Olympischen Komitee (lOC) vorsaß. Nach seinem Rücktritt 1925 blieb er bis zu seinem Tod 1937 Ehrenpräsident des IOC.
    Pierre de Coubertin, um 1890
     Pierre de Coubertin kam heute vor 150 Jahren, am 1. Januar 1863, als Sohn einer adligen Familie zur Welt. Statt die vorgesehene Karriere als Offizier einzuschlagen, studierte er Kunst und Jura, trieb begeistert Sport und interessierte sich für Pädagogik. Neue Wege in der Erziehung einzuschlagen, erschien ihm unerlässlich und so engagierte er sich seit den 1880er-Jahren für die Einbeziehung des Sportunterrichts in die Ausbildung junger Menschen. Die damaligen Ausgrabungen antiker Stätten in Olympia brachten ihn schließlich auf die Idee, die Wettkämpfe der Antike wiederzubeleben. Als 1896 in Athen die 1. Olympischen Spiele der Neuzeit ausgetragen wurden, hatte er sein Ziel erreicht. 

    Olympische Sommerspiele
     1896 Athen
     1900 Paris
     1904 St. Louis
     1908 London
     1912 Stockholm
     1920 Antwerpen
     1924 Paris

    Brockhaus - Abenteuer Geschichte 2013