Dienstag, 22. Juli 2014

Leseempfehlungen für den 22. Juli 2014

Uns gehört Deutschland! (Telepolis, 22.07.2014)
Mit Karl Albrecht ist der reichste Deutsche gestorben 
Wem gehören eigentlich die großen Unternehmen des Landes? Wem die Banken? Die Immobilien? Wem gehört Deutschland? Jens Berger geht in seinem Buch "Wem gehört Deutschland? Die wahren Machthaber und das Märchen vom Volksvermögen" diesen Fragen nach und präsentiert einen schonungslosen Blick hinter die Statistiken. Hier anlässlich des Todes von Karl Albrecht ein Auszug aus dem Buch, das im Westend Verlag erschienen ist.

Manche Zivilisten sind gleicher… (Telepolis, 22.07.2014)
Die westliche Politik trifft klare Unterscheidungen: Auf die Opfer der MH17 wird gezeigt, um sie politisch zu nutzen, von den zivilen Opfern des Gaza-Krieg wird der Blick weggerichtet 
Hunderte zivile Todesopfer sind in bewaffneten Konflikten zu beklagen, die derzeit gleichzeitig stattfinden. Doch die Bewertung und der Umgang fallen äußerst unterschiedlich aus. Die Bombardierungen des Gazastreifens, wo die Mehrzahl der bisher mehr als 500 Toten Zivilisten sind - darunter sehr viele Kinder -, werden von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis zu US-Präsident Barack Obama als Israels "Recht auf Selbstverteidigung" gerechtfertigt. Zivile palästinensische Opfer werden hier ausgeblendet. Im Fall der mutmaßlich über der Ostukraine abgeschossenen Maschine MH17 werden die zivilen Opfer dagegen vehement politisch missbraucht, um Stimmung zu machen.

Die verdrängte Realität des Gaza-Kriegs (Telepolis, 21.07.2014)
500 zivile Opfer bisher. Die Rede vom schmutzigen Krieg, wie sie US-Außenminister John Kerry führt, ist Teil einer Wirklichkeitsverleugnung 
Über 500 Tote im Gazastreifen zählte Gaza Youth Break Out (Von Israel in einem Gefängnis gehalten, von der Hamas verprügelt..) heute Morgen (offensichtlich nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde) und zeigt die verdrängte Realität des Krieges, den die israelische Armee dort führt, in einer langen Kette von Kurzmitteilungen über Angriffe und in brutalen Bildern von den Opfern (siehe dazu auch +972mag): Brennende Häuser, Häuser in Schutt und Asche, darin erkennbar Tote, immer wieder Kinderleichen, dazu die andauernde Aufzählung von einzelnen Angriffen auf Häuser, in denen Familien wohnten, dazwischen Nachrichten von der Not der unterversorgten Krankenhäuser, von den Sperren, die Hilfe von Außen, etwa aus Ägypten, verhindern.

MH17: Wo bleiben die Beweise der Geheimdienste? (Telepolis, 20.07.2014)
Geflissentlich bezichtigen sich alle interessierten Parteien gegeneinander, für den vermuteten Abschuss des Passagierflugzeugs verantwortlich zu sein, Beweise will aber niemand liefern 
Noch ist weiter nicht geklärt, ob die Boeing-Maschine Flug MH17 über dem Kriegsgebiet in der Ostukraine tatsächlich abgeschossen wurde oder ob es sich um einen Unfall oder einen Anschlag handelt. Vieles spricht dafür, dass die Maschine abgeschossen wurde, aber seltsamerweise hat bislang keine Seite direkte Beweise vorgelegt. Sehr schnell hatte sich allerdings US-Vizepräsident Biden, dessen Sohn in der Ukraine in einem dubiosen Ölkonzern tätig ist, auf einen Abschuss festgelegt, der Sprecher des Weißen Hauses bestätigte dies und bezichtigte mehr oder weniger direkt Russland. Das ist auch die Strategie der ukrainischen Regierung. Man darf vermuten, dass dies auch zwischen der ukrainischen und der amerikanischen Regierung abgesprochen wurde.

Was uns mit TISA noch blüht (Telepolis, 18.07.2014)
Weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt, steckt in dem geplanten Vertrag weit mehr Sprengstoff als Chlorhähnchen bei TTIP 
Die USA werden hinsichtlich der dort geltenden Arbeitnehmerrechte häufig mit dem Ausdruck "hire and fire" in Verbindung gebracht. Im Rahmen der zunehmenden Globalisierung hat man dieses investorenfreundliche System weiter ausgebaut.

Autonome Fahrzeuge: ein Albtraum? (Telepolis, 17.07.2014)
Eine FBI-Studie weist darauf hin, dass fahrerlose Autos keineswegs zu mehr Sicherheit führen müssen, sondern viele üble Möglichkeiten bieten

Nicht nur sauber, sondern rein (Telepolis, 13.07.2014)
Welche Vegetarier und Veganer sind die besten Menschen? Psychologie auf der Suche nach dem ethischen Mehrwert 
Dass Vegetarier und Veganer die besseren Menschen sind, wissen sie selber nur zu gut. Aber wer unter den besseren Menschen gehört nun wirklich und wahrhaft zu den allerbesten? Man kennt es von Religionen: Wer Gott oder den Göttern oder dem Heiligen an sich besonders nahe sein will, wird öfter zum Extremismus verführt.

Kräfte aus dem Nichts (Telepolis, 11.07.2014)
Das Vakuum ist nicht leer - dass eine Menge Energie darin steckt, zeigt der Casimir-Effekt. Mit einem Trick lassen sich die Kräfte aus dem Nichts vervielfachen 
Am absoluten Nullpunkt hört jede Bewegung auf. Teilchen nehmen ihren Grundzustand ein. Weniger Energie können sie nicht besitzen. Betrachtet man jedoch wie die Quantenfeldtheorie das Vakuum als Überlagerung von Quantenfeldern in unterschiedlichster Konfiguration, dann stellt man plötzlich fest, dass auch im scheinbaren Nichts noch eine Menge Energie steckt. Die sich überlagernden Quantenfelder besitzen Amplituden und Wellenlängen, die von Null verschieden sind.

User-Tracking: Werbefirmen setzen bereits häufig "nicht-löschbare" Cookie-Nachfolger ein (heise online, 22.07.2014)
Forscher haben den Einsatz von sogenannten nicht-löschbaren Tracking-Techniken in einer breit angelegten Studie untersucht und auf vielen Websites gefunden. 
 Wissenschaftler der Princeton University und der Katholieke Universiteit Leuven haben in einer Studie untersucht, wie weit sogenannte nicht-löschbare Tracking-Techniken bereits im Einsatz sind. Dazu haben sie die Homepages der meistbesuchten 100.000 Sites nach Canvas-Fingerprinting sowie Evercookies durchforstet.

iOS-Hintertüren: Apple dementiert Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden (heise online, 22.07.2014)
iOS-Systemdienste, mit denen Nutzerdaten unter bestimmten Voraussetzungen ausgelesen werden können, seien nur zur Diagnose gedacht, erklärt der iPhone-Hersteller – lässt weitere Fragen jedoch unbeantwortet. 
Mit einer Stellungnahme hat Apple auf den Vortrag eines Sicherheitsforschers reagiert, der verschiedene iOS-Systemdienste enthüllt, durch die auf Nutzerdaten zugegriffen werden kann. Er habe nie mit irgendeiner staatlichen Stelle zusammengearbeitet, um eine Hintertür in eigenen Produkten oder Diensten zu integrieren, erklärt der Konzern. 
siehe auch: Apple 1984 – 2013: Über die Halbwertzeit von Werbeaussagen (Roths Splitter, 21.01.2014)
siehe auch: iPhone Users Are 'Zombies' And Steve Jobs Was 'Big Brother,' According To The NSA: Report (Huffington Post, 09.09.2013)
In a classic case of the pot calling the kettle black, the NSA reportedly called Apple co-founder Steve Jobs "Big Brother," while also describing iPhone users as "zombies." In documents leaked by the German news magazine Der SPIEGEL on Sunday, the National Security Agency suggests that Apple and Steve Jobs are controlling and observing the public.

Montag, 21. Juli 2014

Medizin und Geld

- Krankenkassen: Höherer Eigenanteil für gesetzlich Versicherte (Deutsche WirtschaftsNachrichten, 21.07.2014)
Die gesetzlichen Krankenkassen werden dieses Jahr ein erhebliches Minus machen, so Berechnungen der Bundesbank. Die Versicherten müssten daher einen höheren Beitrag zahlen. Zudem sollen jene finanziell belohnt werden, die nicht mehr zum Arzt gehen.
siehe dazu auch:
- Eine Milliarde Überschuss – Krankenkassen horten Geld (FAZ, 27.02.2014)
Die Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen verbessert sich weiter: 2013 haben sie einen deutlichen Überschuss erwirtschaftet. Auch der Gesundheitsfonds sitzt auf einem Berg von Liquidität.
- Krankenkassen haben gigantische Rücklagen von 28 Milliarden Euro (Augsburger Allgemeine, 25.03.2014)
Die Rücklagen bei der gesetzlichen Krankenversicherung haben ein neues Rekordhoch erreicht. Das Finanzpolster hat inzwischen einen Umfang von rund 28 Milliarden Euro. 

Siehe auch folgende Posts zur gesundheitspolitischen Entwicklung der letzten Jahre:
- Deutsches Gesundheitswesen im Vergleich (19.09.2005) 
- Nicht im Umbau, im Abbau begriffen… (20.03.2006)
- Therapievergleich: Wirkungsvolle Langzeittherapien (11.09.2006)
- Studie: Fast jedes dritte Kind leidet unter Ängsten (11.09.2006)
- Neues von der elektronischen Gesundheitskarte (26.11.2006)
- Der gegängelte Arzt (24.02.2007)
- Gesund alt werden, dann schnell sterben - ist das eine Illusion? (18.03.2007)
- Wer ist hier verrückt? (30.04.2007)
- Ärztekammer Hamburg verabschiedet Resolution gegen elektronische Gesundheitskarte (16.05.2007)
- So machen’s die Franzosen (18.05.2007)
- Facharztversorgung: Ineffizienz nicht belegt (12.06.2007) 
- Medizin und Mitgefühl (03.09.2007)
- Elektronische Gesundheitskarte, die Nächste (28.01.2008) 
- ADHS – Psychodynamik (05.02.2008)
- e-Card, die Nächste (07.02.2008) 
- Aus Ärzten werden Patienten (21.02.2008)
- Brief eines bayerischen Hausarztes (21.02.2008)
- GEK-Report: Nützt Psychotherapie? (25.02.2008)
- Hungrige Kinder (08.03.2008) 

Georg Schramm sagt, wie es wirklich ist - kein Kabarett, sondern Wahrheit!!! Unbedingt anschauen. [9:18]


- Zur Soziologie der Psychoanalyse (27.03.2008)
- Hohe Kosten helfen heilen (03.04.2008)
- In Kliniken staut sich Frust (07.04.2008)
- Verwahrlosung als gesellschaftliches Symptom (20.05.2008)
- Geiz ist zwar nicht sozial aber geil (20.08.2008)
- Ein Blick zurück (06.09.2008) 
- Wenn Kliniken auf ihren Kosten sitzen bleiben (20.09.2008) 
- Ärzte und die Finanzkrise (08.10.2008)
- AKUPUNKTUR BEI KOPFSCHMERZ: Wirksam, wo auch immer die Nadeln treffen? (03.03.2009)
- Medizin-Standesfürsten und die Medizin (10.06.2009)
- Der (un)klare Blick (30.09.2009) 
- Na endlich… Die Scheinobjektivität der Zahlen (19.11.2009) 
- ARZNEIVERORDNUNGS-REPORT 2009 – Warum steigen die Ausgaben immer noch? (04.12.2009)
- Deutsche und die Medizin (10.12.2009) 
- Pay4Performance – Leserbrief (25.01.2010) 
- So erkennt man erfolgreiche Medizinstudenten (25.01.2010)
- Ärzte-Wellness – Auch dem Doktor muss es gut gehen (12.03.2010)
- 224 Patienten pro Woche – Akkordarbeit in deutschen Praxen (14.04.2010)
- Bluthochdruck – Der Arzt ist die beste Medizin (22.06.2010)
- Randomisiert-kontrollierte Studien – Wenn Daten Gewalt angetan wird (12.07.2010)
- Wieviel kann ein Mensch aushalten? (26.01.2011)
- Gesundheitswesen und Einkommensentwicklung (16.02.2011)   
- Sinn und Unsinn der Diagnosen-Kodierung (14.03.2011)  
- Fragwürdige Verordnungen: Frauen, Demente und Alkoholabhängige (21.07.2011)
- Die elektronische Gesundheitskarte – heiße Nadel und heiße Luft (24.09.2011)
- Horst-Eberhard Richter ist tot (05.01.2012) 
- »Wie sind Sie denn versichert?« (13.03.2012)
- Zahl des Monats: 53,5 Millionen (15.06.2012)
- Ärzte verdienen… (16.07.2012) 
- Das liebe Geld mal wieder (02.09.2012)
- Gemeinsame Pressemitteilung bvvp, DPtV,VAKJP – Solidarität mit den Ärzten (11.09.2012)
- Heute vor 50 Jahren – 8. Januar 1963: Das Bundesurlaubsgesetz wird verkündet (08.01.2013)
- Heute wäre Ivan Illich 77 Jahre alt geworden (04.09.2013) 
- Elektronische Gesundheitskarte: Ärzte sind keine Hilfspolizisten (10.02.2014) 
- Elektronische Gesundheitskarte rechtswidrig (13.03.2014)
- Elektronische Gesundheitskarte: Freie Ärzteschaft ruft zum Boykott der Online-Tests auf (04.05.2014)
- Man kann’s ja mal probieren… (18.06.2014)  

Vor 2348 Jahren – 334 v. Chr.: Alexander der Große eroberrt Kleinasien

Der »geerbte« Krieg 

Alexander der Große (356-323 v. ehr.) wollte die Pläne seines Vaters König Philipps II. von Makedonien, der 336 v. Chr. einem Attentat zum Opfer gefallen war, in die Tat umsetzen. Philipp hatte sich rächen und die Griechen von der Herrschaft der Perser befreien wollen. Daher hinterließ er seinem Sohn eine schlagkräftige Armee. Und so machte sich Alexander daran, den Perserfeldzug durchzuführen. Sein Gegner war Dareios III., der in dieser Zeit das Perserreich beherrschte. 
 
Alexander der Große im Kampf
(Detail as dem Alexandermosaik aus Pompeji, um 100 v. Chr.)

Im Jahr 334 v. Chr. setzte Alexander der Große nach Kleinasien über und begann seinen Eroberungszug mit rund 38000 Makedonen, 7000 Griechen und anderen Söldnern. Er überquerte den Hellespont und errang – da die Perser ungünstig aufgestellt waren – einen deutlichen ersten Sieg am Granikos, was ihm die Befreiung der griechischen Städte in Kleinasien ermöglichte. Alexander ernannte eigene Statthalter, übernahm aber die politischen und wirtschaftlichen Strukturen der persischen Verwaltung Kleinasiens. Nach vielen weiteren Siegen erreichte Alexander die Grenzen der damals bekannten Welt.  .
 
Hellespont
▪︎ antiker Name der Dardanellen, einer Meerenge in der Türkei
▪︎ benannt nach Helle, die nach der griechischen Mythologie über diesem Meer abstürzte

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Sonntag, 20. Juli 2014

Heute vor 192 Jahren – 20. Juli 1822: Gregor Mendel wird geboren

Gregor Mendel – der Erbsenzähler 

Für die Landwirtschaft des 19. Jahrhunderts war die Frage, wie bestimmte Merkmale von Pflanzen vererbt werden, von großer Bedeutung. Der Ertrag der Bauern und damit die Lebensmittelversorgung der Menschen hing davon ab. Gregor Mendel (1822-1884) machte sich in einem kleinen idyllischen Klostergarten daran, dieser grundlegenden Frage nachzugehen. In zweijähriger Arbeit züchtete er zunächst reinerbige Erbsen, also etwa rot blühende und weiß blühende. Dann unternahm er über sechs Jahre rund 10.000 Kreuzungsversuche, wobei er sich auf leicht identifizierbare Merkmale wie Form und Farbe konzentrierte. Die Ergebnisse veröffentlichte er in dem Aufsatz »Versuche über Pflanzenhybride« (1865). 


Der Aufsatz enthält die berühmten »mendelschen Regeln«, die den ersten Schlüssel zum Verständnis der Vererbung darstellten und die auch heute noch jeder Schüler im Zuge des Biologieunterrichts kennenlernt. Die Zeitgenossen allerdings ignorierten seine Leistung, verstanden ihre Tragweite nicht oder lehnten sie gar ab. Erst zwei Jahrzehnte nach seinem Tod im Jahr 1884 erkannten Botaniker, die ähnliche Versuche anstellten, die grundlegende Bedeutung der mendelschen Versuche. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Heute vor 60 Jahren – 20. Juli 1954: Verfassungsschützer läuft in die DDR über

Verführt oder entführt? 

Vor 60 Jahren verschwand der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Otto John, und tauchte in Ostberlin wieder auf. Damit sorgte er für einen der größten politischen Skandale in der frühen Bundesrepublik. Was er vom Osten aus via Rundfunk verlautbarte, schlug in Bonn ein wie eine Bombe: Die Politik der Bundesrepublik zerreiße Ost und West und mache eine Wiedervereinigung unmöglich. Dem wolle er mit einem Übertritt in die Deutsche Demokratische Republik entgegenwirken. 
 
Otto John (Mitte) in Ostberlin bei der Besichtigung
eines Modells der Stalinallee, August 1954

Knapp 17 Monate später kehrte er wieder zurück. Seither ist es strittig, ob er damals freiwillig in die DDR ging oder ob er entführt wurde. Unklar blieb auch, ob er sich nur für die Propaganda einspannen ließ oder auch dienstliche Geheimnisse preisgab. John beteuerte jedenfalls, er sei betäubt und entführt worden und habe eine Kooperation mit dem SED-Staat nur vorgetäuscht. Diese Version glaubte ihm im Westen kaum jemand. Elf Tage nach seiner Rückkehr wurde John verhaftet und wegen Staatsgefährdung zu vier Jahren Haft verurteilt. [Wikipedia: »Prominente Politiker wie Herbert Wehner, Willy Brandt und Franz Josef Strauß setzten sich für eine Wiederaufnahme des Prozesses ein.«] Bis zu seinem Tod im Jahr 1997 kämpfte John um seine Rehabilitierung. 

John-Brüder als Widerstandskämpfer
▪︎ Otto John und sein Bruder Hans gehörten 1944 zu Stauffenbergs Widerstandskreis 
▪︎ Otto flüchtete nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler nach Großbritannien
▪︎ Hans wurde 1945 von den Nationalsozialisten hingerichtet.
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

German News - Dr John Defects To Communists (1954) [0:28]


Der Fall Otto John [2:41] (Einbetten auf Anfrage deaktiviert)

Freitag, 18. Juli 2014

Heute vor 27 Jahren – 18. Juli 1987: Marillion – Live from Loreley

Die »sich bis zur Halsstarrigkeit selbst überschätzende Band« wurde von humorvollen Kritikern etwas abwertend »die zweitbesten Genesis aller Zeiten« genannt (Biographie auf musicline).

Marillion Live From Loreley [1:27:15] Tracks Texte

Marillion auf der deutschsprachigen Wikipedia

Donnerstag, 17. Juli 2014

Vor 340 Jahren – um 1670: Anlage der Champs-Élysées in Paris

Zwei Kilometer Prestige und Glamour 

Die Avenue des Champs-Élysées ist Frankreichs bekannteste Straße und eine der schönsten Flaniermeilen der Welt. Als wesentlicher Teil der »historischen Achse« zwischen Louvre und Triumphbogen verleiht die Allee mit ihrem prächtigen Baumbestand dem Zentrum der Hauptstadt zudem einen grünen Akzent. Als die Promenade auf Initiative von König Ludwig XIV. im späten 17. Jahrhundert angelegt wurde, führte sie durch Felder und Gärten. Die bis heute das Bild der Allee prägende großbürgerlich-aristokratische Seitenbebauung stammt weitgehend aus der Zeit der Belle Époque (um 1890-1914). 
 
Blick über die Avenue des Champs-Élysées zum Triumphbogen, 1905

Die fast zwei Kilometer lange und 70 m breite Prachtstraße ist eng mit der nationalen Identität der Franzosen und der Geschichte des Landes verbunden. Wer immer in Frankreich die Macht hatte, demonstrierte das auch mit einer Parade über die Champs-Élysées. Die Sieger über Napoleon ließen hier ihre Truppen ebenso marschieren wie der deutsche Kaiser und die Nationalsozialisten. Im August 1944 marschierte Charles de Gaulle an der Spitze der Befreier im Triumphmarsch durch die »Elysischen Felder«, die heute alljährlich am Nationalfeiertag Schauplatz einer Militärparade sind. 

Was am 17. Juli noch geschah: 
1998: Die UNO beschließt die Einführung des Internationalen Strafgerichtshofs
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Paris 1940 - Deutsche Besatzung - German Occupation - l´Occupation allemande, film: color/bw [4:07]


Paris Delivered (1944) [10:20]


1944 The Liberation of Paris in Color! [1:35]


Libération de Paris (2/5) : 26 aout 1944, le général de Gaulle à l'arc de triomphe [0:51] Libération de Paris (3/5) : 26 aout 1944, le général de Gaulle descend les Champs Elysees [1:10] (Einbetten auf Anfrage deaktiviert) 

Mittwoch, 16. Juli 2014

Heute vor 740 Jahren – 16. Juli 1274: Das Konzil von Lyon legt die Regeln des Konklave fest

Streng und effizient 

In der frühen Geschichte des Katholizismus war es nach dem Tod eines Papstes wiederholt zu langen Zeiten der Vakanz des Heiligen Stuhls gekommen, weil sich die Wahl des Nachfolgers schwierig gestaltete und zuweilen von Skandalen und Intrigen begleitet war. Auf dem von Papst Gregor X. (1271-76) für 1274 nach Lyon einberufenen Konzil sollten daher auch die Regeln des Konklaves, der Wahlversammlung der Kardinäle, strenger gefasst werden. 
»Der heilige Buonaventura auf dem Konzil von Lyon«
(Gemälde von Francisco de Zurbarán, um 1629)
Am 16. Juli 1274 verkündete Gregor X. die neue Ordnung. Sie sah vor, dass die Kardinäle den Konklaveraum nicht verlassen durften, ehe ein neuer Papst gewählt war. Untereinander war die Kommunikation, auch über Boten  oder per Brief, untersagt. Wenn innerhalb von drei Tagen nach Beginn kein neuer Papst gewählt war, sollten sich die Kardinäle in den darauffolgenden Tagen beim Essen mit nur einem Gericht begnügen. Wenn dann immer noch keine Einigung erreicht war, sollten nur noch Wasser, Wein und Brot gereicht werden. Die strengen Regeln fruchteten schon bei der nächsten Wahl: Der Nachfolger Gregors X., Innozenz V., wurde schon am ersten Tag des Konklaves gefunden.  

»Sedisvakanz«
▪︎ Lateinisch für »unbesetzter Stuhl«
▪︎ Zeitraum, in dem der Heilige Stuhl nicht besetzt ist
▪︎ Beginnt mit dem Tod des amtierenden Papstes
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Konklave zur Papstwahl läuft [0:56]


- Mythos Konklave (ZDF)
- Link zum Video zur Konklavengeschichte (vaticanhistory)
 

Dienstag, 15. Juli 2014

Heute vor 915 Jahren – 15. Juli 1099: Ein christliches Massaker in der Heiligen Stadt

Auf ins Heilige Land! 

Am Abend des 7. Juni 1099 lagerten die Kreuzritter vor den Toren Jerusalems. Drei Jahre zuvor hatte der Erste Kreuzzug seinen Ausgang genommen; über Ungarn und Konstantinopel war der Großteil der Teilnehmer nach Palästina gelangt, wo nun endlich das letzte Ziel in Angriff genommen werden sollte, die Rückeroberung der Heiligen Stadt durch die Christen. In Jerusalem herrschten zu jener Zeit die ägyptischen Fatimiden, sie hatten die Stadt ein Jahr zuvor mithilfe einer riesigen türkischen Armee erobert


Als das Kreuzfahrerheer anrückte, ließ der ägyptische Statthalter sämtliche Brunnen vor der Stadt verschütten, die Bäume fällen und fortschaffen, um den Belagerern die Situation so schwer wie möglich zu machen. Dennoch gelang es den Kreuzrittern, die Stadt nach fünfwöchiger Belagerung einzunehmen. Es folgte ein schreckliches Massaker an den Muslimen und Juden der Stadt, ein rituelles Gemetzel, das mit einem Dankesgottesdienst in der Grabeskirche seinen Abschluss fand. Die Christen betrachteten den Ersten Kreuzzug als Erfolg, die folgenden Züge endeten dagegen mit Niederlagen. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Wikipedia:
Im Zuge der Besetzung der Stadt töteten die Kreuzritter innerhalb von drei Tagen bis zu 20.000 Bewohner. Über dieses Massaker schrieb der Augenzeuge Raimund von Aguilers:
„In allen Straßen und auf allen Plätzen waren Berge abgeschlagener Köpfe, Hände und Beine zu sehen. Die Menschen liefen über die Leichen und Pferdekadaver. Aber ich habe bis jetzt nur die kleineren Schrecken beschrieben […] beschreibe ich was ich tatsächlich gesehen habe, würdest du mir nicht glauben […]“[11]
Der arabische Historiker Ibn al-Atir beschrieb die Bluttat wie folgt:
„Die Franken nahmen sie [gemeint die Stadt] tatsächlich von der Nordseite, morgens am 22. Schaʿban 492. (15. Juli 1099). Die Einwohner wurden ans Schwert geliefert, und die Franken blieben eine Woche in der Stadt, während sie die Einwohner mordeten […]“[11]

Montag, 14. Juli 2014

Heute vor 110 Jahren – 14. Juli 1904: Der Burenführer Paulus Kruger stirbt im Exil in der Schweiz

Freiheitskämpfer und Rassist 

Paulus Kruger (1825-1904), im Deutschen auch »Ohm Kruger« genannt, war Spross deutscher Einwanderer, die sich bald den BurenKapholländer«) anschlossen. Von den Briten aus der Kapkolonie nach Norden, nach Transvaal, verdrängt, organisierte Kruger erfolgreich den militärischen Widerstand, als die Briten 1877 auch Transvaal annektierten. 1882 wurde er zum Präsidenten des Burenstaats gewählt. Als ein erneuter Krieg nicht zu gewinnen war, ging Krüger ins Exil in die Schweiz, wo er heute vor 110 Jahren starb. 

Porträt Paulus Krugers in der französischen
Zeitschrift »Le Petit Journal«, Dezember 1900

Als vor einigen Jahren im Schweizer Sankt Gallen die Paul-Kruger-Straße wegen der unbestrittenen rassistischen Gesinnung des Namengebers umbenannt werden sollte, entbrannte ein Streit um Sinn oder Unsinn solcher Initiativen. Der einstige Burenführer und Präsident (1882-1900) der Südafrikanischen Republik (Transvaal) galt den Gegnern der Umbenennung als Freiheitskämpfer. Er repräsentierte ein kleines Volk, das einen opferreichen Kampf gegen den britischen Goliath geführt hatte, der sich die Burenrepubliken wegen seiner Bodenschätze einverleiben wollte, was schließlich auch gelang. 

Was am 14. Juli noch geschah: 
1789: Mit dem Sturm der Pariser Bürger auf die Bastille beginnt die Französische Revolution
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Sonntag, 13. Juli 2014

Geschichtsfrage

Wer verfasste die Schrift
»Was heißt und zu welchem Ende
studiert man Universalgeschichte?«


▪︎ Immanuel Kant
▪︎ Friedrich Nietzsche
▪︎ Friedrich Schiller

Auflösung
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014

Samstag, 12. Juli 2014

Heute vor 85 Jahren – 12. Juli 1929: Erstflug des Flugboots Dornier DO X

Gigant hebt ab über dem Bodensee 

Als »Gigant der Lüfte« bezeichneten Zeitgenossen das von Claude Dornier entworfene Wasserflugzeug DO X. Das erste Großraumflugzeug der Welt erregte international großes Aufsehen. Wo immer es zu sehen war, bejubelten die Menschen die technische Glanz- DornierDOX leistung. Die Skepsis, ob ein derart großes Flugzeug in die Luft zu bringen sei und ob seine zwölf Motoren jemals gleichzeitig anspringen würden, war immens. Doch heute vor 85 Jahren, am 12. Juli 1929, hob die DO X auf dem Bodensee zum ersten Mal ab. Eigentlich sollte an diesem Tag nur das Manövrierverhalten getestet werden, doch dann zog der Pilot beim Gleiten auf dem Wasser ein wenig stärker am Steuer und das Flugboot hob ab. Zwar flog die DO X nur wenige Meter, aber sie flog. 

Eine Dornier DO X der Deutschen Lufthansa während des Starts, 1929
Drei Monate später waren zehn Besatzungsmitglieder und 159 Passagiere an Bord, als das größte Flugzeug der Welt einen 50-minütigen Rundflug über den Bodensee absolvierte. 1930 startete es zu einem fast zweijährigen Repräsentationsflug rund um den Atlantik. Es gab eine Reihe von Pannen, doch die DO X landete schließlich im Mai 1932 auf dem Müggelsee in Berlin. In Serienproduktion ging der Überflieger nicht, er war seiner Zeit zu weit voraus. 

File:Do X - Müggelsee 1932 (4).jpg
DO X auf dem Müggelsee in Berlin [Quelle: Wikipedia]

Dornier DO X
▪︎ Flügelspannweite: 48 m 
▪︎ Länge: 40 m 
▪︎ Höhe: 10 m 
▪︎ Reisegeschwindigkeit: 175 km/h 

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Historische Aufnahmen der Dornier Do X [5:13]


Freitag, 11. Juli 2014

Heute vor 71 Jahren – 11. Juli 1943: Eine Tagebuchnotiz

Eine »Gerechte unter den Völkern« 

Miep Gies half der Familie Frank und anderen Juden, die sie im Zweiten Weltkrieg in einem Amsterdamer Hinterhaus versteckte und versorgte. Dabei schwebte sie ständig in Lebensgefahr. Sie war die ehemalige Sekretärin von Otto Frank, Anne Franks Vater, der sie im Juli 1942 bat, seiner Familie Unterschlupf zu gewähren. Miep Gies wurde von ihrem Ehemann Jan und vier weiteren Mitarbeitern Otto Franks unterstützt. 

Über ihre Helferin notierte Anne Frank am 11. Juli 1943 in ihr Tagebuch: »Miep schleppt sich ab wie ein Packesel. Fast jeden Tag treibt sie irgendwo Gemüse auf und bringt es in großen Einkaufstaschen auf dem Fahrrad mit. Sie ist es auch, die jeden Samstag fünf Bücher aus der Bibliothek bringt. Sehnsüchtig warten wir immer auf den Samstag, weil dann die Bücher kommen, wie kleine Kinder auf ein Geschenk.« Nach über einem Jahr im Versteck wurden die Franks verraten, verhaftet und deportiert. Kurz nach der Festnahme der Franks ging Gies am 4. August 1944 noch einmal in das Versteck, nahm das Tagebuch der Anne Frank an sich und rettete es so für die Nachwelt. Nach dem Krieg übergab sie das Buch Otto Frank, der als Einziger überlebt hatte. Die mutige, großherzige Niederländerin wurde vielfach geehrt, so auch vom Staat Israel als »Gerechte unter den Völkern«. 
Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Donnerstag, 10. Juli 2014

Aushöhlung der Demokratie – Eine neue Studie zeigt: Wirtschaftslobbyisten gehören zu den zentralen Akteuren bei der Ausgestaltung des Freihandelsabkommens TTIP - Von HANS BERGER

Lobby StatistikImmer noch verhandelt die EU-Kommission mit der US-Regierung über die sogenannte Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP), ein Freihandelsabkommen mit weitreichenden sozialen, ökonomischen und ökologischen Konsequenzen. Kritiker befürchten, dass das Abkommen, mit dem die größte Freihandelszone der Welt entstünde, zu einem weiteren neoliberalen Angriff auf erkämpfte Rechte von Arbeitnehmern führen, Privatisierungen vorantreiben und in Europa geltende Verbraucherrechte unterlaufen könnte.
"Hauptziel ist, allen voran beim TTIP, der angestrebten Vereinbarung mit den USA, regulatorische 'Hindernisse' zu beseitigen, die potentielle Gewinne transnationaler Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks beschränken", erklärt die Verbraucherschutzreferentin der Linksfraktion im Bundestag, Jana Muschalik, gegenüber der Tageszeitung junge Welt. Es "sollen neue Märkte für internationale Unternehmen geöffnet werden, die wir und auch die US-Bürger aus gutem Grund schützen, beispielsweise öffentliche Dienstleistungen – also Wasser, Energie, Bildung – und regionale Beschaffungsmärkte. TTIP ist der Versuch mächtiger Unternehmen, die Märkte auf beiden Seiten des Atlantiks aufzubrechen und zu deregulieren."

mehr:

Heute vor 505 Jahren – 10. Juli 1509: Geburtstag des Reformators Johannes Calvin

Zucht und Glaube 

Der Franzose Johannes Calvin (1509-1564) war neben Martin Luther eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Reformation. Den Durchbruch des Protestantismus trieb er entscheidend voran, seine zusammenfassend als Calvinismus bezeichneten Glaubens- und Lebensvorstellungen prägen viele reformierte Kirchen

Reformationsdenkmal in Genf mit den Figuren (von links) von
Guillaume Farel
, Johannes Calvin, Théodore de Bèze, John Knox

Heute vor 505 Jahren, am 10. Juli 1509, in Noyon in der Picardie als Sohn eines Anwalts geboren, studierte Calvin zunächst Rechtswissenschaft in Paris, nahm nach dem Tod des Vaters 1531 aber humanistische Studien auf. Zwei Jahre später bekannte er sich zur Reformation und musste wegen der einsetzenden Verfolgung der französischen Protestanten aus Paris fliehen. Calvin ließ sich 1535 in Basel nieder, wo er sein Hauptwerk »Unterricht in der christlichen Religion« verfasste. Von 1541 an wirkte der Reformator in Genf und führte dort eine seiner Lehre entsprechende strenge Kirchen- und Gemeindezucht ein: Zerstreuungen und Amüsement wurden untersagt, Verstöße rigoros bestraft, »Hexen« gefoltert und verbrannt, Verbannungen und auch Todesurteile verhängt. 

Johannes Calvin
Welche Unehre tun wir Gott an, wenn wir ihm nur so viel zutrauen, wie unsere Vorstellungen fassen!

Harenberg – Abenteuer Geschichte 2014 

Leseempfehlungen für den 10. Juli 2014

- NSA-Überwachung: Intime Details und Sicherheitslücken (Telepolis, 07.07.2014)
Die jüngsten Snowden-Files zeigen, wie viel private Kommunikationsinhalte von mehr oder weniger zufällig erfassten Personen gesetzeswidrig vom Ausspähprogramm erfasst werden und gespeichert bleiben. Dazu kommt die Frage, wie viele Mitarbeiter einen Zugang dazu haben wie Snowden 
Jede Veröffentlichung von Edward Snowdens Material entlarvt Versicherungen der NSA oder von Regierungsbehörden als Täuschung und untergräbt noch viel mehr Gelände, als zuvor abgesichert wurde. Am Wochenende publizierte die Washington Post einen Bericht, der auf Material basiert, das von Snowden an die Zeitung kam: 160.000 E-Mails und Konversationen über instant-message-Dienste; darüberhinaus weitere 7.900 Dokumente aus 11.000 online-Accounts. Alles gesammelt zu Obamas erster Amtszeit.

- "Abenteuerliche Vermischung von Privateinnahmen, Staats- und Parteigeldern" (Telepolis, 07.07.2014)
Frank Bajohr vom Münchner Institut für Zeitgeschichte zur neu entbrannten Debatte über Hitlers Vermögen 
Durch die britische Dokumentation The Hunt For Hitler's Millions ist eine neue Debatte über das Vermögen und die Steuerschulden Adolf Hitlers entbrannt. Wir befragten dazu Dr. Frank Bajohr, den Leiter des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte. In seinen Forschungen über den Nationalsozialismus hat er sich auch vielfach mit der so genannten Arisierung jüdischer Vermögen, aber auch mit Korruption innerhalb des NS-Regimes befasst.

- Deutschland exportiert immer mehr Strom (Telepolis, 10.07.2014)
Erneuerbare haben Braunkohle bei der Stromerzeugung jetzt überholt, die Fossilkraftwerke werden aber nicht im gleichen Maß vom Netz genommen, sondern produzieren, von Umlagen befreit, weiter 

[Quelle: Cicero]

- Der nächste festgenommene US-Spion… (Telepolis, 09.07.2014)
und der nächste Sturm im Wasserglas? Hinter der entrüsteten Reaktion der deutschen Regierung auf die Enttarnung eines US-Agenten im Bundesinnenministerium steht eine Harmlosigkeit, die der NSA-Massenüberwachung weiter keine Grenzen setzen wird 
Vergangenen Donnerstag, einen Tag nach der Festnahme eines BND-Mitarbeiters, der der CIA Papiere zulieferte und den NSA-Untersuchungsausschuss auspioniert haben soll, telefonierten Angela Merkel und Barack Obama miteinander. Der Spion war kein Gesprächsthema, so die New York Times. Obama wusste nichts davon und Merkel wagte es nicht, das Thema von sich aus anzusprechen, lässt sich dem Bericht der US-amerikanischen Zeitung entnehmen. 

- NSA – Die Empörung über die US-Spionage ist naiv (Cicero, 07.07.2014)
Bis hin zum Bundespräsidenten empören sich Politiker über die Spionageaktivitäten der Amerikaner in Berlin. Dabei verwundert die Naivität der Deutschen. Empörend ist vielmehr deren romantische Weltsicht. Ein Kommentar

- TTIP- Generalangriff auf Sozialstaat? (NachDenkSeiten, 08.07.2014)
Was die herrschenden neoliberalen Kräfte in der EU durch die Finanzkrisen sowie die Staats- und Bankenrettung zu Lasten der Steuerzahler nicht geschafft haben, könnte über das Freihandelsabkommen mit den USA (Transatlantic Trade and Investment Partnership TTIP) bittere Realität werden: Der Sozialstaat europäischer Prägung soll sturmreif geschossen werden. Damit scheint sich zu bestätigen, was der Präsident der Europäischen Zentralbank, der Italiener Mario Draghi erst kürzlich in mehreren Interviews deutlich gesagt hat, dass der Sozialstaat in Europa keine Zukunft mehr habe. Diese Abwärtsspirale ist längst in Gang gesetzt. In den EU Krisenländern müssen die Menschen für die finanziellen Rettungsoperationen rigorose Kürzungsauflagen bei Löhnen, Renten, Gesundheitsversorgung und sonstigen sozialen Maßnahmen hinnehmen. Auch in der Bundesrepublik sind spürbare Einschränkungen bei den steuerlichen Zuschüssen für die soziale Sicherheit und die öffentlichen Leistungen bereits eingeleitet.

- Auge um Auge, Zahn um Zahn, diese primitive Ideologie beherrscht das Weltgeschehen. Muss das wirklich so sein? (NachDenkSeiten, 09.07.2014)
Am vergangenen Wochenende im Freundes- und Bekanntenkreis: wir sprachen über Ukraine, ISIS, den Konflikt des Westens mit dem Islam, über Israel, Palästina, Gaza, … . Gewalt folgt auf Gewalt und auf Gewalt. Die Frage, ob es denn nicht angebracht wäre, auf eigene Ansätze gewaltloser und erfolgreicher Konfliktlösungen zurückzukommen, wurde zunächst gar nicht verstanden. So fest eingefahren ist das Schema: Zwischen West und Ost, zwischen uns und dem Islam, zwischen Israel und Palästinensern gibt es leider keine friedlichen Lösungen. – Ist das so? Hat man das ernsthaft versucht? Man hat es nicht getan. Die herrschenden Ideologien sind auf Gewaltanwendung angelegt.

- Angriff auf Tor: das faule Spiel der NSA (der Freitag, 05.07.2014)
Fragen und Fakten Was für eine Farce! Erst die massenhafte Spionage persönlicher Daten, jetzt sitzt der NSA schon direkt mit im Untersuchungs-Ausschuss. Ein Kommentar in Wort und Bild

- Ströbele will Snowden nach Deutschland klagen (ZEIT Online, 09.07.2014)
Die Grünen könnten vorm Bundesverfassungsgericht klagen, um eine Aussage Edward Snowdens vorm NSA-Ausschuss zu erzwingen. Der hatte eine Befragung per Video abgelehnt.

- David Bowie – Berlin – eine Stadt jagt ihren Helden (Telepolis, 09.07.2014)
Vor vier Jahrzehnten erholte sich der junge David Bowie in Berlin von seinen Drogen-Exzessen. Zugleich schuf der Rock'n Roll Gigant in der damals geteilten Stadt einige seiner Meisterwerke. Für Berlin ist das bis heute Anlass zu hyperventilieren und sich nach der guten alten Zeit zurückzusehnen.Vor vier Jahrzehnten erholte sich der junge David Bowie in Berlin von seinen Drogen-Exzessen. Zugleich schuf der Rock'n Roll Gigant in der damals geteilten Stadt einige seiner Meisterwerke. Für Berlin ist das bis heute Anlass zu hyperventilieren und sich nach der guten alten Zeit zurückzusehnen.
[Cicero]
- Vampire – Spießige Boten der Softmoderne (Cicero, 05.07.2014)
Vor allem in amerikanischen Serien werden Vampire gern auf die Menschheit losgelassen. Aber in harmloser Form, sie beißen und töten nicht. Dafür erobern sie junge Frauen. Doch mehr als küssen passiert da nicht, denn der postmoderne Vampire sublimiert seine Triebe

- Korruption – Frankreich: Konservative UMP steht vor der Pleite (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 10.07.2014)
Die konservative Partei UMP steht in Frankreich vor dem Konkurs. Ihre hochrangigen Politiker haben über Jahre hinweg auf Kosten der Partei-Kasse und Steuerzahler gelebt. Nun sollen drei Ex-Premiers aus den Reihen der Konservativen die UMP retten. Doch die Misswirtschaft zieht sich durch alle Ebenen.

- Nahost – Armee: Hamas nimmt israelischen Atom-Reaktor unter Beschuss (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 09.07.2014)
Im Kampf gegen Israel hat die Hamas erstmals den einzigen israelischen Atomreaktor in der Negev-Wüste unter Beschuss genommen. Die Terror-Gruppe setzt Langstrecken-Raketen ein, die aus dem Iran stammen sollen. Der Beschuss Israels hält unvermindert an. Premier Benjamin Netanjahu bereitet eine Bodenoffensive vor.

- Sanktionen – EU gespalten über Waffen-Lieferungen nach Russland (Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 09.07.2014)
Die Staaten der EU streiten darüber, ob sie Waffenexporte nach Russland verbieten sollen. Deutschland, Großbritannien und mehrere andere Staaten haben alle Lieferungen gestoppt. Frankreich und Spanien hingegen wollen die starke Kooperation mit Russland im Bereich der Rüstung aufrechterhalten.

- Verpfuschte Gesetze: Kabinett Merkel will im Blitztempo regieren - und macht erschreckende Fehler (Huffington Post, 09.07.2014)
Es ist eine Blamage für die Bundesregierung: Schon wieder gibt es rechtliche Bedenken gegen ein Gesetz. Und diesmal kommen sie sogar aus dem Gesetzgebungsapparat selbst. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages kommt laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zu dem Schluss, dass Anrechungsdetails bei der Rente mit 63 nicht verfassungskonform sein könnten. So würden in den letzten beiden Jahren vor dem Renteneintritt Arbeitslosenzeiten nach einer Insolvenz angerechnet – nach einer betriebsbedingten Kündigung aber nicht. Das könnte gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen.

- CIA-Spionage: Wolfgang Schäuble wirft den USA "Dummheit" vor (Huffington Post, 10.07.2014)
Die US-Regierung schweigt auch zu dem neuen Spionageverdacht gegen ihre Geheimdienste. Man habe entsprechende Berichte gesehen, wolle aber Ermittlungen deutscher Justizbehörden oder Behauptungen über Geheimdienstangelegenheiten nicht kommentieren, sagte Caitlin Hayden, Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, der Nachrichtenagentur dpa in Washington.

Grammatikfehler in der Huffington Post:
- »Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages kommt laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zu dem Schluss, dass Anrechungsdetails bei der Rente mit 63 nicht verfassungskonform sein könnten.« [Verpfuschte Gesetze: Kabinett Merkel will im Blitztempo regieren - und macht erschreckende Fehler] Der Dativ ist halt dem Genitiv sein Tod…
dazu der Zwiebelfisch vom 24.08.2005:
- Zwiebelfisch: Lauter Erbauliches über laut (SPIEGEL, 24.08.2005)
Die Fronten sind seit Jahren erstarrt. Auf der einen Seite stehen die Genitivisten, auf der anderen Seite die Dativisten. Über Stacheldraht und Gräben hinweg rufen sie sich zu: "Laut eines!" - "Laut einem!" Ein Ende des Kampfes ist nicht abzusehen.

»Insgesamt würde die Weltmeisterschaft dem DFB also 6,9 Millionen Euro kosten.« [Das verdienen Fußballer bei der WM, Bilderstrecke] richtig: den DFB kosten